Bundesliga 2003/2004, 28. Spieltag, Samstag, 10.04.04 in der Hamburger AOL Arena bei Sonnenschein und 12 Grad C.

Hamburger SV - BVB Borussia 09 Dortmund  0:2 (0:2)

Nun ist es endlich soweit. Es lohnt sich auch nach Heimspielen überhaupt nicht mehr, ein Wort darüber zu schreiben...

Trotzdem hatte das heutige auch sein Gutes: Der Zauber der HSV-Decke ist nun verloren. Mein Kumpel Jörg und ich saßen seit dem Herbst immer im Stadion und waren mit einer HSV-Decke zugedeckt (also die Beine ;-) )
So lange hatte der HSV kein Spiel verloren. Wir hatten uns fest vorgenommen, immer weiter die Decke zu nutzen, so lange wir nicht verlieren, denn wir sind beide doch ein „wenig“ abergläubisch. Schon heute war es eigentlich viel zu warm für die Decke. Wir hatten schon die Befürchtung, daß wir irgendwann im Sommer mal von den Männern mit dem weißen Kittel abgeholt werden würden. Aber die HSV-Spieler haben heute alles dafür getan, daß wir nicht mehr schwitzen müssen...

Leider scheinen sie auch selbst keine Lust gehabt zu haben, ins Schwitzen zu geraten. Ich fand es wirklich unglaublich, was sich unsere Jungs heute zurechtgespielt haben. Mir mangelte es vor allem an der Lauf- und Kampfbereitschaft.

Von Spielbeginn bis –ende gab es vielleicht insgesamt 5 – 10 Minuten, in denen wir wenigstens mal gekämpft haben und draufgegangen sind. Ansonsten hätte ich einen zuviel kriegen können bei der Leistung unserer Mannschaft. Ich sehe ja meinetwegen ein, daß Dortmund theoretisch besser besetzt ist. Wobei man ja auch sehen muß, daß wir in Heimspielen genug Selbstvertrauen haben sollten und Dortmund nun auch nicht gerade eine überragende Saison spielt.

Wie man dann so agieren kann ? Da könnte ich jetzt doch noch wieder schlechte Laune bekommen, obwohl die eigentlich schon im Stadion wieder weg war. Es war ja frühseitig zu sehen, was da heute passieren würde.

Von der erstem Minute an konnten die Dortmunder schalten und walten wie sie wollten. Sie wurden überhaupt nicht bzw. viel zu spät angegriffen. Ich habe mich darüber wirklich sehr aufgeregt. Allein wieviel Einwürfe die Dortmunder hatten und diese immer ohne jeglichen Eingriff eines Hamburgers zum eigenen Mann werfen konnten – schlimm.

Die Gegentore, die wir uns gefangen haben, waren dann auch mal wieder sensationell. Nach 8 Minuten stand Mahdavikia gegen Frings in unserem Strafraum und ließ ihn einfach passieren. Frings schoss dann aus sehr spitzem Winkel ein. Unglaublich, wie Mehdi ihm den Ball überließ. Das 2. Tor der Dortmunder fiel nach einer Ecke. Koller stand dabei irgendwo am 5m-Raum vollkommen ungedeckt. Weit und breit kein Gegner – und das bei einer Ecke! Den Ball konnte er dann einschieben.

Zu der Zeit hatte ich noch gehofft, daß wir mit einem 0:1 in die Halbzeit kommen und dann durch die Halbzeit auch ein Bruch im Spiel passieren könnte.

War aber nicht so und es gab auch nie einen Bruch im Spiel zu unseren Gunsten. Wir hätten zwar durchaus auch ein Tor schießen können und hätten kurz vor Schluß m.E. auch ganz klar einen Elfer bekommen müssen, als Reinhard zu Boden gezogen wurde, aber mal ehrlich: Wir hätten auch absolut nichts verdient gehabt in diesem Spiel. Dortmund hat mit dem HSV Katz und Maus gespielt. So peinlich wurden wir auch schon länger nicht vorgeführt zu Hause.

Leider fällt mir auch fast kein Spieler ein, den ich dabei positiv herausheben könnte. Vielleicht sogar noch Wächter, der zumindest ein paar Paraden hatte und an den Toren schuldlos wirkte. Mit Abstrichen auch der zumindest bemühte Wicky. Aber der ganze Rest – grausam. Da habe ich auch wirklich mal keine Lust mehr, Noten zu vergeben. Naja, ich kann es ja doch tun – ohne einzeln etwas zu schreiben. Wächter würde ich ne 3 geben und Wicky ne 4. Kling wurde seine unglaubliche „Ich geh in keinen Zweikampf“-Einstellung eine 6. Der wurde auch völlig zu Recht in der Halbzeit ausgewechselt. Und dem Rest würde ich eine 5 geben.

Ich konnte ja schon vorher nicht mehr an höhere Ziele glauben, aber nun ist das alles vollends vorbei. Ich würde ja gern noch 7ter werden, damit man erst in der dritten statt der zweiten Runde UI-Cup starten müßte. Aber wenn ich das so sehe, wird es ja schwer bis unmöglich, überhaupt den 8. Platz zu halten, der auch noch für den UIC berechtigt.

Nur gut, daß die unteren Mannschaften auch fast alle verlieren und wir nun noch ein paar Pünktchen brauchen, um nicht absteigen zu können. Ansonsten müßte man sich ernsthafte Gedanken machen. So wird es vermutlich ein paar mehr oder weniger entspannte Spiele noch für uns geben, in denen es um fast nichts geht. Naja, man muß sich ja den Strohhalm UIC wünschen, weil man wenigstens eine ganz kleine Chance hat, sich so für den UEFA-CUP zu qualifizieren. Vor allem halte ich den UIC aber für eine sehr gute Saisonvorbereitung. Nur möglichst eben erst ab Mitte Juli und nicht schon in Runde 2 ab 3. Juli.
Aber so wie wir spielen, müssen wir uns um den UIC ja nicht mal sooo viele Gedanken machen.....

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1: 
Dortmund setzt Serie in Hamburg fort

An der Reaktion von Klaus Toppmöller konnte man erahnen, dass die Stimmung beim Trainer des Hamburger SV derzeit angespannt ist. Nach der 0:2-Heimniederlage seines HSV gegen Borussia Dortmund antwortete der Coach der Gastgeber ausgesprochen gereizt und dünnhäutig auf Reporter-Fragen.
"Bei acht Trainerwechseln in der Bundesliga in dieser Saison sind Juri Schlünz in Rostock und ich die einzigen, die ihre Mannschaft aus dem Tabellenkeller nach oben geführt haben", sagte der Übungsleiter in harschem Ton.

BVB seit fünf Spielen ungeschlagen
"Wo sind Berlin, Kaiserslautern und Frankfurt? Die stecken doch noch alle mittendrin im Abstiegskampf", versuchte sich Toppmöller trotz der ersten Heimniederlage unter seiner Ägide zu rechtfertigen. Dennoch hatte seine Mannschaft den offensichtlich im Aufwärtstrend befindlichen Dortmundern von Beginn an nichts entgegenzusetzen.
Die Treffer durch Torsten Frings (8.) und Jan Koller (28.) genügten dem Deutschen Meister von 2002, um einen weiteren Schritt in Richtung Uefa-Cup-Plätze zu tun. Die Dortmunder sind seit fünf Spielen ungeschlagen.

Dortmund eine Nummer zu groß
Immerhin gestand Toppmöller ein, dass "wir heute völlig zurecht verloren haben und in allen Belangen unterlegen waren." Damit hatte Toppmöller die vorangegangenen 90 Minuten präzise analysiert. Nach der 1:4-Niederlage in der Vorwoche bei Schalke 04 kassierten die Hamburger nun erstmals unter Toppmöller zwei Niederlagen in Folge.
Bislang konnte der HSV seine chronische Auswärtsschwäche durch starke Leistungen in der AOL-Arena kompensieren. Doch der BVB war für die Hamburger, obwohl in der Tabelle lediglich zwei Plätze weiter oben postiert, mehr als eine Nummer zu groß.

Trips an die Mosel
"Wir müssen einfach sehen, wo unsere Grenzen sind", sagte Toppmöller in Anlehnung an den krassen Leistungsunterschied über 90 Minuten. "Spielerisch können wir mit Mannschaften wie dem BVB momentan nicht mithalten." Doch zuletzt waren es weniger die Leistungen seines Teams, als das Verhalten Toppmöllers selbst, das dem Trainer negativ ausgelegt wurde.
Zuletzt war der Coach in heftige Kritik geraten, da er die Mannschaft bei den vergangenen Auswärtsspielen alleine im Bus nach Hause fahren ließ. Toppmöller dagegen machte stets einen Abstecher in seinen Heimatort Rievenich an der Mosel.

Wächter der einzige mit Normalform
"Das sind Dinge, die auf den Sport überhaupt keinen Einfluss haben", verteidigte Torhüter Stefan Wächter seinen Coach. Verwunderlich, denn nach Wächters Patzer vergangene Woche AufSchalke hatte Toppmöller seinen jungen Torhüter öffentlich kritisiert.
Immerhin zeigte diese Maßnahme positive Wirkung: Wächter war der einzige im HSV-Team, der Normalleistung zeigte.

Sammer zufrieden
Anders dagegen der BVB, der sich trotz andauernder Personalnot wieder dicht an die Uefa-Cup-Ränge gespielt hat. Auch in Hamburg konnte Trainer Matthias Sammer nur auf 17 gesunde Spieler zurückgreifen. 
"Wir haben eine gute Leistung geboten, hätten aber ein bisschen weniger hektisch agieren sollen. Man hat oft gemerkt, dass die Hamburger die 1:4-Niederlage vom vergangenen Wochenende gegen Schalke 04 noch nicht so richtig weggesteckt hatten", sagte Sammer.

Frings gibt Rätsel auf
Einmal mehr bestätigte sich des Trainers Aussage, trotz aller Finanznot auch in der kommenden Saison nicht auf die Dienste des Torsten Frings verzichten zu wollen. Der Nationalspieler traf im dritten Spiel nacheinander und erwies sich zum wiederholten Male als strategischer Fixpunkt im Spiel der Westfalen.
Der Vielgelobte zeigte sich dementsprechend zufrieden nach dem Sieg. "Wir haben ein beschissenes Jahr hinter uns. Wenn wir jetzt doch noch in den Uefa-Cup kommen, dann war es abschließend doch noch ein Gutes."
Doch ob sein Trainer auch im kommenden Jahr auf ihn zählen kann, das mochte Frings nicht aufzuklären. "Ich habe Vertrag bis 2006, mehr kann ich dazu nicht sagen".
 

Daten:
Kleine Serie 
Borussia blieb in dieser Saison erstmals 5 Spiele in Folge ungeschlagen und erwartet nächste Woche die Bayern zum Spitzenspiel.

Auswärts stark verbessert 
Dortmund feierte den 3. Auswärtssieg nach der Winterpause und holte im Jahr 2004 bereits 2 Auswärtspunkte mehr (11) als im kompletten Kalenderjahr 2003.

Sammers Serie 
Dortmund blieb unter Sammer auch im 8. Bundesligaspiel gegen den HSV ungeschlagen. 

Der HSV tritt auf der Stelle
Der HSV kassierte die 1. Heimniederlage unter Klaus Toppmöller. Erstmals unter Toppi verlor der HSV damit 2 Spiele in Folge.

Dortmund nie in Gefahr
Dortmund feierte in Hamburg einen überaus souveränen Sieg. Dank ihrer Zweikampfstärke hatte der BVB das Geschehen ab der ersten Minute im Griff und ließ den HSV eigentlich nie in Spiel kommen. 23:9 lautete das Torschussverhältnis am Ende für die Dortmund, mehr Torschüsse in einem Auswärtsspiel gab Dortmund zuletzt vor 2,5 Jahren am Millerntor ab.

Koller nicht zu verteidigen
Jan Koller gab fast so viele Torschüsse ab (7) wie der gesamte HSV und erzielte auch sein 13. Saisontor. Seine bisherige Bestmarke aus der Vorsaison hat der Tscheche damit schon eingestellt. Gegen die Defensivakteure des HSV behielt der einsatzfreudige Koller immer wieder die Oberhand und gewann am Ende 31 Zweikämpfe ? nur in einem seiner vorherigen Bundesligaspiele gewann der Tscheche mehr Duelle. 

Schlicke eine Fehlbesetzung
Insbesondere bei Standardsituationen hatte Björn Schlicke die Aufgabe Dortmund Sturmtank Koller zu decken. Beim Treffer des Tschechen war von Schlicke allerdings rein gar nichts zu sehen. Nicht nur bei dieser Situation machte der U21-Nationalspieler ein schlechte Figur, so avancierte er auch zum zweikampfschwächsten HSVer (nur 37% gewonnen) und dürfte demnächst wohl wieder auf der Bank Platz nehmen. 
 
Serientäter Frings
Erneut brachte Torsten Frings den BVB auf die Siegerstraße. Dem Mittelfeldmotor gelang in der 8. Minute das frühste Saisontor der Borussen und erzielte damit erstmalig in seiner Karriere 3 Spiele in Folge ein Tor. Auch als Vorbereiter zeigte der Nationalspieler sein Können: Frings schlug die von Kehl verlängerte Ecke beim 2:0 und legte insgesamt zu mehr Torschüssen auf als die komplette 


 
kicker: 
Hamburger SV:  Wächter - Wicky, Hoogma, Ujfalusi, Hollerbach - Mahdavikia, Schlicke, Jarolim, Kling - Romeo, Barbarez - Trainer: Toppmöller

Borussia Dortmund:  Warmuz - Demel, S. Reuter, Wörns, Jensen - Frings, Kehl, Dede - Gambino, Koller, Ewerthon - Trainer: Sammer

Tore:   0:1 Frings (8., Rechtsschuss, Vorarbeit Dede), 0:2 Koller (28., Rechtsschuss, Kehl)

Eingewechselt:   46. Takahara für Kling, 64. V. Hleb für Takahara, 80. Reinhardt für Jarolim - 72. Odonkor für Ewerthon, 88. Bergdölmo für Gambino, 90+3. Brzenska für Dede

Schiedsrichter:  Kircher 

Zuschauer:  52204

Gelbe Karten:  Hollerbach, Barbarez, Schlicke - S. Reuter
 

Spielbericht
1:4 - Der HSV konnte auch in Schalke die schlechte Auswärtsbilanz nicht aufbessern. Coach Klaus Toppmöller brachte wieder den zuletzt angeschlagenen Barbarez, auch Wicky stand in der Startelf. Takahara und Fukal mussten dafür auf die Bank. Beim BVB - in der Vorwoche klarer 4:1-Sieger gegen Bochum - nahm Trainer Matthias Sammer einen Wechsel vor und brachte den wiedergenesenen Kehl für Conceicao.

Selbstbewusster Auftakt der Borussia: Gegen einen in der Deckung unsortierten HSV nutzt Frings einen Fehler von Mahdavikia, der nicht entschlossen genug eingreift, zur frühen Führung. Der Nationalspieler trifft auf Pass von Dede mit rechts aus acht Metern halbrechter Position ins lange Eck (8.).

Während die Hanseaten nach diesem Rückstand sichtlich angeschlagen waren, überzeugte der BVB mit einer kompakten Mannschaftsleistung und zwang die zu durchsichtig agierende Heimelf immer wieder zu schnellen Ballverlusten.

Zudem spielte sich Dortmund - meist über Dede und den gut aufgelegten Frings - mit geschickten Ballstaffetten aus der eigenen Abwehr des Öfteren gefährlich vor das Tor des HSV, dessen Abwehr weiterhin alles andere als sattelfest war.

Nutznießer einer solchen Schlafmützigkeit der HSV-Defensive wäre beinahe Koller geworden: Nach Flanke von Frings, der sich das Leder vom in dieser Szene indisponierten Schlicke angelte, zwang der Tscheche Wächter aus sechs Metern per Kopf zu einer Glanztat. Bei der folgenden Ecke allerdings war auch Hamburgs Nummer eins machtlos - nach Frings' Hereingabe verlängert Kehl per Kopf, Koller staubt völlig frei am Fünfmeterraum mit dem Knie ab (28.).

Erst danach kamen die Norddeutschen zu ihrer ersten Möglichkeit überhaupt. Warmuz verhinderte bei einer Doppelchance von Barbarez und Romeo mit tollen Paraden den Anschlusstreffer (30.).

Bis zum Wechsel tat sich dann bis auf eine gute Gelegenheit von Ewerthon nicht mehr viel. Mit dem hochverdienten Zwei-Tore-Vorsprung der Schwarz-Gelben ging es in die Kabine.

Mit Takahara für Kling wollte HSV-Coach Klaus Toppmöller das Blatt noch wenden. Aber bis auf etwas engagierteres Zweikampfverhalten war bei den Nordlichtern keinerlei Besserung zu erkennen - die Anhänger der Heimelf konnten im gesamten zweiten Durchgang keine einzige Chance ihrer Mannschaft bewundern.

Nicht so auf der anderen Seite, wo Koller nach einem Sololauf von Demel nur um Zentimeter vorbeizielte (61.), und der einzige Hamburger Akteur mit Normalform, Torhüter Wächter, gegen Gambino den Aussetzer von Hollerbach ausbügelte (68.). 

Danach plätscherte die Partie ihrem Ende entgegen. Souverän und ohne große Anstrengung, sogar mit Möglichkeiten zu weiteren Resultatsverbesserung, erspielte sich die Borussia ihren vierten Auswärtssieg in dieser Spielzeit.

Dortmund überzeugend, der HSV indiskutabel - zwischen beiden Teams bestand am heutigen Tag ein Klassenunterschied. Hochverdient sicherte sich die Sammer-Elf einen nie gefährdeten "Dreier" und darf sich in dieser Verfassung berechtigte Hoffnungen auf den Einzug in den UEFA-Cup machen.

Spielereignisse im Detail
  Schlusspfiff 
 
85 Guter Konter von Dortmund. Odonkor auf Frings, der weiter zu Koller. Der Riese wird zu weit zur Grundlinie gedrängt, sein Schuss geht parallel zur Torlinie am Kasten vorbei. 
 
82 Zusammenspiel der BVB-Youngster. Odonkor flankt von links, in der Mitte nimmt Gambino den Ball direkt. Wächter hält den Flachschuss aus zwölf Metern sicher. 
 
71 Endlich mal ein zügig über außen vorgetragener Angriff der Heimelf. Romeo flankt von rechts, der eingewechselte Hleb verpasst in der Mitte nur knapp. 
 
68 Hollerbach verliert völlig unmotiviert im Strafraum den Ball an Gambino. Der geht von halbrechts auf Wächter zu, der gegen den Schuss des BVB-Offensivspielers aus spitzem Winkel das dritte Gegentor verhindert. 
 
61 Demel passt nach Sololauf auf Koller. Der dreht sich im Strafraum, mal wieder völlig frei, und schießt mit dem rechten Außenrist aufs kurze Eck. Der Ball geht um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. 
 
59 Freistoß von Mahdavikia von der linken Außenbahn. Warmuz ist auf der Höhe, klärt souverän mit Faustabwehr. Jarolims anschließender Heber fliegt in die Arme des BVB-Keepers. 
 
55 Weiterhin erhält die Borussia vom HSV durch unnötige Ballverluste Geschenke: Dede setzt sich links in Szene, Wächer pariert den Schuss des Brasilianers aufs kurze Eck. 
 
51 Schöner Angriff der Hanseaten über rechts, wo Mahdavikia im Strafraum frei gespielt wird. Der rechte Außenspieler aber braucht viel zu lange mit der Flanke, so dass die wieder sortierte Deckung des BVB klären kann. 
 
46 Schlicke zielt bei einem Freistoß aus 22 Metern weit am Kasten vorbei. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
  Halbzeit 
 
41 Fast da 0:3! Koller direkt auf Ewerthon, der aus 14 Metern volley draufhält. Das Leder geht einen halben Meter rechts vorbei. 
 
40 Der BVB hat die Sache bislang souverän im Griff, allerdings macht der HSV es den Schwarz-Gelben mit einer pomadigen Vorstellung nicht allzu schwer. 
 
30 Erste Chance der Hamburger: Barbarez zielt aus acht Metern aufs lange Eck, Warmuz ist blitzschnell unten, kann aber nur anklatschen. Romeo will abstauben, doch Warmuz ist schneller, blockt den Schuss des Argentiniers ab. 
 
28
 Völlig verdientes zweites Tor des BVB: Frings Ecke von rechts fliegt hoch herein, Kehl verlängert per Kopf, Koller hält am Fünfer ungedeckt den Fuß hin und locht ein. 
 
27 Frings angelt sich den Ball auf der linken Seite von Schlicke, flankt in die Mitte: Koller zwingt Wächter zu einer Glanzparade. 
 
25 Ewerthon mit einem Aufsetzer aus der Distanz. Wächter taucht nach unten, hält sicher. 
 
22 Schlampig, diese HSV-Defensive: Flanke von Dede von links, Ewerthon steht im rechten Strarum völlig frei, braucht aber zu lange, um die Kugel zu kontrollieren. Dennoch kommt er zur Flanke - Koller säbelt in der Mitte über den Ball. 
 
17 Feiner Diagonalpass von Frings halbrechts in den HSV-Strafraum. Dort nimmt Gambino aus zehn Metern den Ball volley, trifft diesen aber nicht voll - Wächter ohne Mühe. 
 
13 Auf der anderen Seite Freistoß-Knaller von Hollerbach aus 18 Metern. Der gebürtige Franke trifft mit Jarolim nur den eigenen Mitspieler ... 
 
12 Guter Konter der Borussia. Gambino auf den schnellen Ewerthon, der von rechts sofort flach in die Mitte passt. Wicky klärt in allerhöchster Not vor dem einschussbereiten Koller. 
 
8
 Dede spielt auf den halbrechts gestarteten Frings. Mahdavikia ist eigentlich vor dem Nationalspieler am Ball, geht aber nicht entschlossen genug zur Sache. Frings nutzt die Situation, trifft mit rechts aus acht Metern ins lange Eck. 
 
5 Im Mittelfeld ist Schlicke auf Frings angesetzt. Der Ex-Fürther hat gegen den zuletzt starken Nationalspieler eine schwere Aufgabe vor sich. 
 
2 Frings probiert es vom linken Strafraumeck direkt. Das Leder segelt einen Meter drüber. 
 
1 Der HSV wieder mit Barbarez, aber noch ohne Rahn. Auf der anderen Seite ist Kehl nach Rippenbruch wieder dabei. 
 
Anpfiff 


 
dpa: 
Dortmund legt beim HSV Nerven blank

Von Franko Koitzsch, dpa

Hamburg (dpa) - Zwei Tage Sonderurlaub für die Dortmunder Borussen, wüste Beschimpfungen und Prügeldrohungen gegen die Kicker des Hamburger SV. Das 2:0 (2:0) des BVB in der Hamburger AOL-Arena legte unmittelbar nach Schlusspfiff Befindlichkeiten in beiden Lagern offen, die gegensätzlicher nicht hätten sein können. 

Die Westfalen, die in dieser Saison nach sportlichem und wirtschaftlichem Absturz schon den Vorhof der Fußball-Hölle gekehrt hatten, befinden sich nach fünf Spielen ohne Niederlage in einem beachtlichem Aufwind. Da hatte selbst der als «Motzki» bekannte Trainer Matthias Sammer wenig zu meckern und verteilte generös Osterurlaub. «Wir sind in einer guten körperlichen Verfassung und haben uns auch spielerisch verbessert», lobte der Coach.

Die Hamburger indes, die sich wegen ihrer eklatanten Auswärtsschwäche seit elf Spielen erfolgreich im heimischen Fußball- Tempel (8 Siege, 3 Unentschieden) verschanzt hatten, haben nun auch daheim die «weiße Fahne» gehisst. Die HSV-Spieler konnten nach der Heimpleite nur unter dem Schutz von Polizei und Ordnungskräften das Stadion verlassen. Aufgebrachte Fans wollten ihnen an die Wäsche und beschimpften sie als Versager und Schauläufer. Pressesprecher Marinus Bester musste zuvor als «Blitzableiter» für den Frust einiger Profis herhalten, die gegen den Ex-Spieler handgreiflich wurden und sich weigerten, als Interviewpartner den Medien zur Verfügung zu stehen.

Trotz anhaltender Verletztenmisere hat sich Sammer auf die Seite der Optimisten geschlagen. «Wir haben an die Leistungen der letzten Wochen angeknüpft», meinte der Rotschopf. Er sieht dem Spitzenspiel am kommenden Wochenende gegen den FC Bayern München gelassen entgegen. Allerdings muss da auf Stefan Reuter verzichten, der seine fünfte Gelbe Karte kassierte und damit auf sein 500. Bundesliga-Spiel noch eine Woche länger warten muss. Seine helle Freude hat der Coach allerdings an Torsten Frings. Das erste Tor selbst erzielt, an Jan Kollers 2:0 beteiligt - der Nationalspieler ist in bestechender Form. «Wir haben einen guten Lauf», meinte der Mittelfeldspieler bescheiden - und ergänzte: «Wir haben ein beschissenes Jahr hinter uns. Wenn wir noch in den UEFA-Cup kommen, können wir sehr zufrieden sein.»

Ob die klammen Dortmunder den 27-Jährigen halten können, ist nach wie vor ungewiss. «Ich habe Vertrag bis 2006», erklärte der frühere Bremer nichts sagend. «Wir haben gesagt, wir verkaufen ihn nicht», beteuerte Sammer. «Aber wenn irgendein Verrückter vor der Tür steht, wird es problematisch.» Stimmt also die Ablösesumme, ist Frings am Saisonende möglicherweise doch weg.

Während es mit dem BVB aufwärts geht, stimmt beim HSV derzeit nichts: Keine Spielkultur, kein Mut, kein Erfolg. Zwei Niederlagen hintereinander - das ist für Klaus Toppmöller Neuland. Doch kritische Fragen mag der Trainer nicht mehr hören. «Wir waren im Abstiegskampf, als ich hier angefangen habe. Jetzt stehen wir auf Platz acht. Das hat bis auf Juri Schlünz bei Hansa Rostock kein anderer in dieser Saison geschafft. Da sollte man doch mal die Kirche im Dorf lassen.» Platz acht heißt UI-Cup. Mehr ist für den Mittelmaß-HSV dieser Saison in der Tat nicht drin. Sportchef Dietmar Beiersdorfer fleht deshalb: «Wir müssen jetzt an Platz acht festhalten, mit allem was geht.»