Bundesliga 2003/2004, 29. Spieltag, Samstag, 17.04.04 im Münchner Olympiastadion.

TSV 1860 München - Hamburger SV 1:2 (0:0)

Heute soll endlich mal alles anders werden.

Deswegen fange ich auch (ich glaube erstmals) VOR dem Spiel an zu schreiben.

Eigentlich war ich mir sicher, dass der HSV wieder verlieren würde. Und ich war mir sicher, dass ich zwar keine große Lust haben werde, es aber dann doch wieder mit meinem Kumpel zusammen auf premiere gucke.

Nun kommt es aber etwas anders. Und ich hoffe, nicht nur das premiere-Gucken.

Irgendwie war mir gestern abend auf einmal so, dass wir nun doch gewinnen werden. Ich weiß gar nicht, wieso ich plötzlich darauf kam.

Ich hatte vorher eigentlich wieder null Hoffnung auf einen Erfolg – woher sollte die auch kommen ? Nun glaube ich aber dran – heute wird es was.

Mein Kumpel und ich brechen auch mit allen „Traditionen“ – es muß sich ja etwas ändern. Wir werden nicht zusammen premiere gucken. Er könnte es allerdings auch nicht schaffen, weil er arbeiten muß. Aber er hatte mir angeboten, bei ihm allein zu gucken. Das werde ich nicht tun. Ich habe auch so noch genug zu tun und werde es mir nur im Radio anhören. 

Er nimmt es aber auf und wir wollen es uns dann (so es nicht doch wieder ein Desaster wird) heute abend zusammen angucken.

Irgendwann müssen wir ja auch endlich mal wieder gewinnen. In ca. 30 Minuten geht es los und nachher WILL ich nur was von einem Sieg schreiben... So! ;-)

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Tja, was soll ich sagen ?

Da bin ich doch mal sehr glücklich. Wenn das Spiel jawohl auch eher beschissen war, so haben wir es tatsächlich gewonnen.

Ich habe dabei in meiner Wohnung ein bisschen rumgewerkelt (Bilder angebracht) und nebenbei Radio gehört. 
Und dann war ich gerade aus dem Zimmer raus und hörte nur was von 0:1 durch Hoogma. Als ich zurücklief hatten wir doch tatsächlich die Führung geschossen. O.k., die TV-Aufzeichnung belegte nachher, dass unser erstes Eckentor nach 10.000 Spielen von keinem Hamburger erzielt wurde, sondern ein Eigentor war. Aber was soll´s ?

Und als dann noch das 2. Tor des HSV durchgegeben wurde, habe ich in meiner Wohnung direkt ein paar Feix-Tänzchen aufgeführt ;-)

Nach dem Gegentor gab es noch ein kurzes Zittern, aber dann war tatsächlich der erste Auswärtssieg 2004 perfekt. Wunderbar!

Später kamen 2 Freunde mit dem Video des Spiels. Die hatten nun gar keine Ahnung, wie es ausgegangen war. Da ich den Sportschau-Bericht nach der Radio-Reportage auch schon gesehen hatte, plädierte ich aber zumindest dafür, nur die 2. Halbzeit anzusehen.

Die erste war jawohl auch noch schlimmer. Und als HSV-Chance gab es scheinbar nur eine gute – und die wurde wegen vermeintlichen Abseits abgepfiffen. Obwohl es gar kein Abseits war und Romeo frei vorm gegnerischen Torwart gestanden hätte nach genialem Anspiel von Barbarez.

Die 2. Halbzeit haben wir uns dann noch komplett angesehen. Mit Fußball hatte das wenig zu tun. Beide Mannschaften stümperten mehr so vor sich hin und erspielten sich kaum Chancen. 

Beim HSV hatte Barbarez endlich mal wieder einige gute Pässe und Rahn fiel positiv auf. 

Nun sollten wir hoffentlich auch das nächste Heimspiel gegen Köln gewinnen können und fahren dann mit etwas mehr Selbstvertrauen nach Bremen. Die würde ich ja gern ein wenig ärgern, aber da gibt’s nur wenig Hoffnung.

Wir haben unseren 8. Platz gefestigt. Die 9 Punkte zum UEFA-Cup-Platz sind wohl uneinholbar. Aber immerhin haben wir auch ein paar Pünktchen Vorsprung auf Rang 9

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1: 
1860 feuert Götz nach Heim-Niederlage

Wer entlässt eigentlich Trainer? 1860-Präsident Karl Auer hat diesbezüglich klare Vorstellungen und legte sich auch konkret fest. 
"Weder der Präsident noch der Vizepräsident sind rechtlich befugt, den Trainer zu entlassen". Das, so Auer, stehe lediglich der sportlichen Leitung beziehungsweise der Geschäftsführung zu.

Zehetmair gibt Entlassung bekannt
Ärgerlich: Während der Präsident dies verkündete, hatte eben jener dazu eigentlich unbefugte Vizepräsident - Hans Zehetmair - die Presseagenturen über Falko Götz' Entlassung in Kenntnis gesetzt.
Noch ärgerlicher: Der Geschasste gab sich wenig kooperativ und räumte auf Nachfrage unumwunden ein: "Davon weiß ich nichts. Ich habe keine Kenntnis von den interviews, die Herr Zehetmair führt."

Ultimatum vor der Spiel
Schon vor der Begegnung gegen den Hamburger SV muteten die Ultimaten der Vereinsspitze reichlich bizarr an: "Wir haben Herrn Götz das Vertrauen ausgesprochen - verknüpft mit der Erwartung, dass er heute gewinnt", sagte Zehetmair. 
Andernfalls habe man sich darauf verständigt, in gegenseitigem Einvernehmen getrennte Wege zu gehen. Die Partie ging durch ein Eigentor von Fernando Santos (66.) sowie den Treffer von Mehdi Mahdavikia (79.) 1:2 verloren. Paul Agostino konnte lediglich ein Ehrentor beisteuern (87.).

"Es wird Gespräche geben"
Nach dem Spiel erklärte Götz: "Es wird sicher Gespräche mit dem Präsidium geben, aber ich denke, dass man gesehen hat, dass auch ich kämpfen will. Das hat sich nicht geändert."
Dramatisch geändert hatte sich zu diesem Zeitpunkt jedoch seine Position im Verein. Denn er war ja - laut Zehetmair - bereits entlassen. "Welche Entscheidungen seitens des Klubs getroffen werden, kann ich nicht beeinflussen", sagte Götz. 
Zweifel waren mittlerweile auch Präsident Auer gekommen. Ihm blieb nichts übrig, als Entschuldigungen für die Form der Entlassung in die Mikrofone zu stammeln. "Das ist eine sehr bittere Stunde", sagte er stotternd.

Ungeklärte Zukunft 
Übertroffen wird die Stillosigkeit im Grunde nur durch die ungeklärten Zukunftspläne. Im Vorfeld gab es bereits erhebliche Differenzen bezüglich möglicher Nachfolger.
Auer schloss eine Rückkehr Werner Lorants aus, Zehetmair war nicht abgeneigt. Nun verkündete der Vize-Präsident, man werde noch am Sonntag den Namen des Nachfolge-Coaches nennen.
Karl Auer war dieser Umstand neu: "Wir haben noch keinen Trainer, den wir morgen präsentieren können, weil wir definitiv noch keine abschließenden Gespräche geführt haben."

Maurer wird Übergangs-Coach
Zumindest in einem Punkt waren sich die Verantwortlichen einig: Reiner Maurer wird am Sonntag das Vormittagstraining leiten. Der rasante Abschied Wildmosers hat ganz offensichtlich für weit mehr als Schlagzeilen gesorgt: 1860 München hat ein Führungsproblem. 
Zehetmair drängt mit Vehemenz in die erste Reihe, die sportliche Leitung hält sich bedeckt. Auer selbst wirkt hilflos und soll bereits seinen Rücktritt angeboten haben und erklärte zudem: 
"Ich habe absolut kein Verständnis dafür, wie sich Herr Zehetmair heute verhalten hat. Er hat dem Verein erheblich geschadet. Ich schließe eine weitere Zusammenarbeit mit Herrn Zehetmair kategorisch aus. Ich erwarte vom Aufsichtsrat eine klare Entscheidung aufgrund seines Verhaltens."

Jeder stichelt gegen jeden - der Klub taumelt der Zweiten Liga entgegen.
In Falko' Götz Gesichtausdruck schwang auf der Pressekonferenz ein gequältes Lächeln mit. War es Ungläubigkeit? Oder war es am Ende gar Erleichterung? Gewinner gab es an diesem Tag nicht im Lager der "Löwen". Doch Götz darf sich zumindest sicher sein, von allen Beteiligten am wenigsten verloren zu haben.

Daten:

Heimniederlage für die "Löwen"

Götz stolperte über die Heimschwäche: 
1860 München verlor 7 der letzten 9 Heimspiele. Insgesamt war es schon die 8. Heimniederlage der Löwen ? kein Team schlich zuhause öfter als Verlierer vom Feld. Nie zuvor hatten die Löwen in einer Bundesligasaison 8 Heimspiele verloren.

Ein Auswärtssieg für den HSV: 
Der HSV feierte nach 5 Auswärtsniederlagen in Folge den 1. Auswärtssieg im Jahr 2004.

Der Jugendstil ging in die Hose: 
Ausgerechnet in seinem letzten Spiel als Trainer von 1860 München stellte Falko Götz mitten im Abstiegskampf die jüngste Löwen-Elf seit dem Wiederaufstieg 1994 (im Schnitt gut 25 Jahre alt). 
Symbolischer konnte sein Jugendstil nicht untergehen, seine Baby-Löwen verloren sogar gegen den auswärtsschwachen HSV.

Mahdavikia traf als Joker: 
Mehdi Mahdavikia musste erst zum 2. Mal in dieser Saison auf der Bank Platz nehmen und erzielte sein 1. Jokertor seit März 1999. Gleichzeitig war es sein 1. Saisontor aus dem Spiel heraus bisher war er nur 3-mal per Elfmeter erfolgreich gewesen.

Harmlose Löwen: 
Wie von den Fans fast befürchtet, hatte das Spiel vor allem vor der Pause schwaches Niveau. Wieder einmal offenbarten die Gastgeber eklatante Schwächen im Spielaufbau und im Mittelfeld, der HSV wartete ab und setzte nur selten Offensivakzente. 
Die Löwen zeigten sich zwar durchaus bemüht und kamen auf 21 zu 7 Torschüsse. Allerdings musste HSV-Keeper Stefan Wächter bis zum späten Anschlusstreffer nur 1-mal eine starke Parade zeigen.

Der HSV traf nach einer Ecke, aber nicht selbst: 
Nach 324 erfolglosen Versuchen seit August 2002 war der HSV beim 1:0 wieder nach einem Eckball erfolgreich. Für den Treffer mussten allerdings ein Torwartfehler von Michael Hofmann und ein Eigentor von Fernando Santos herhalten. 

Der torungefährlichste Spieler der Liga: 
Roman Tyce war von allen Spielern auf dem Platz an den meisten Torschüssen beteiligt. Er schoss 4-mal selbst und bereitete 3-mal vor. 
Was eigentlich recht gut klingt, ist bezeichnend für die Offensivmisere von 1860 München, denn der Tscheche war letztmals vor über 2 Jahren an einem Bundesligator beteiligt, keine seiner Offensivaktionen in dieser Saison hatte zählbaren Erfolg.


 
kicker: 

1860 München:  Hofmann - Stranzl, Fernando, Hoffmann, Saarinen - Görlitz, Baier, Meyer, Tyce - Agostino, Lauth - Trainer: Götz

Hamburger SV:  Wächter - Fukal, Hoogma, Ujfalusi, Wicky - Reinhardt - Benjamin, Jarolim, Rahn - Romeo, Barbarez - Trainer: Toppmöller

Tore:   0:1 Fernando (65., Eigentor, Kopfball), 0:2 Mahdavikia (79., Rechtsschuss, Vorarbeit Rahn), 1:2 Agostino (87., Kopfball, Shao)

Eingewechselt:   18. Davids für Lauth, 62. Schroth für Baier, 70. Shao für Saarinen - 60. Mahdavikia für Jarolim, 60. V. Hleb für Romeo, 82. Hollerbach für Rahn

Schiedsrichter:  Kemmling 

Zuschauer:  26400

Gelbe Karten:  Baier, Stranzl, Tyce - Hoogma, Benjamin, Barbarez
 

Spielbericht
„Löwen“-Coach Falko Götz musste gegenüber der 0:4-Auswärtsklatsche in Bochum in der Innenverteidigung verletzungsbedingt neben Costa auch auf Kurz verzichten. Neu ins Team kamen Saarinen und der junge Baier. Lehmann musste dafür zunächst auf der Bank Platz nehmen. Gäste-Trainer Klaus Toppmöller konnte nach der 0:2-Heimniederlage gegen den BVB auf den wieder genesenen Rahn zurückgreifen. Außerdem tauchten Reinhardt und Benjamin neu in der Startelf auf. Nicht berücksichtigt wurden zunächst dagegen Hollerbach, Kling und Mahdavikia.

Ultimatum oder nicht, der Stuhl von Falko Götz wackelte vor der Partie gewaltig. Kein Wunder, trennten 1860 doch nur noch zwei Punkte von den Abstiegsrängen. Auch beim HSV war nach der indiskutablen Leistung gegen den BVB Feuer unterm Dach. Die Statistik verhieß nichts Gutes für den HSV: Den letzten Sieg bei den „Löwen“ fuhren sie in der Saison 1979/80 ein.

Von Beginn an war beiden Teams anzumerken, dass sie nicht allzu viel Risiko eingehen wollten. Zwar stimmte der kämpferische Einsatz, doch spielerisch wollte nicht viel gelingen. Das Spielgeschehen fand meist jenseits der Strafräume statt. Nur selten geschah etwas Überraschendes, und wenn, dann mit kargem Ergebnis: Görlitz setzte Lauth geschickt mit einem Steilpass ein, doch der Jungstar der „Löwen“ traf das Leder aus aussichtsreicher Position nicht richtig (15.). Kurz später humpelte dann der Münchner Hoffnungsträger verletzt vom Platz (18.). 

Das Spiel plätscherte weiter ohne jegliche Höhepunkte dahin. Der HSV war hauptsächlich damit beschäftigt, hinten nichts anbrennen zu lassen. Die „Löwen“ dagegen fanden keine Mittel, den Hamburger Abwehrriegel zu durchbrechen. Das Ergebnis war magere Fußballkost, die keinen der Zuschauer im mäßig gefüllten weiten Rund das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ. 

Der Pausentee hatte zunächst keine belebende Wirkung auf das Spiel. Nach einer Viertelstunde dann die erste Chance für die „Löwen“: Görlitz köpfte einen Flankenball von Agostino haarscharf am linken Winkel vorbei. Auch die Trainer zeigten nun Willen zu mehr Offensive: Falko Götz brachte Schroth, Klaus Toppmöller Hleb und Mahdavikia. 

Symptomatisch für die Partie fiel dann der erste Treffer der Partie: 1860-Keeper Hofmann unterlief eine Ecke von Rahn. Der Ball landete auf den Kopf von Fernando und von dort im eigenen Netz (65.). Trainer Falko Götz setzte nun alles auf eine Karte und brachte mit Shao einen weiteren Stürmer. Der Mut wurde nicht belohnt. Im Gegenteil, mit einem Konter sorgte der HSV für die Vorentscheidung: Rahn scheiterte zunächst an Keeper Hofmann, doch Mahdavikia hatte keine Probleme, den Abpraller einzuschieben (79.).

Kurzzeitig flackerte bei den "Löwen" noch einmal Hoffnung auf, zumindest einen Punkt zu retten, als Agostino eine Ecke von Shao per Kopf ins Netz wuchtete (87.). Doch die letzten verzweifelten Bemühungen verpufften wirkungslos.

In einem über weite Strecken erschreckend schwachen Spiel konnte der HSV seinen ersten Auswärtssieg 2004 feiern. Die "Löwen" gehen schweren Zeiten entgegen - nun übrigens ohne Trainer Falko Götz.
 

Spielereignisse im Detail
  Schlusspfiff 
 
87
 Anschlusstreffer! Agostino köpft eine Ecke von Shao ein. Geht da noch was? 
 
79
 Die Vorentscheidung? Rahn tanzt zunächst einen Abwehrspieler aus, zieht dann ab. Hofmann kann parieren, doch Mahdavikia kann den Abpraller ohne Probleme einschieben. 
 
76 Schuss von Davids, knapp rechts vorbei. 
 
73 Nach einem Fehler von Hoogma taucht Davids alleine vor Wächter auf - mit dem besseren Ende für den HSV-Schlussmann. 
 
65
 Führung für den HSV nach kollektiven Aussetzer der "Löwen": Hofmann unterläuft eine Ecke von Rahn, der Ball fällt auf den Kopf von Fernando und von dort ins eigene Netz. 
 
60 Weckruf für 60: Agostino flankt von links, Görlitz steigt hoch, köpft aber haarscharf am linken Winkel vorbei. 
 
52 Tyce mit einem direkt geschossenen Freistoß - Wächter begräbt den Ball unter sich. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
  Halbzeit 
 
40 Weiter ganz magere Fußballkost.Tyce mit einem Hochschuss in den Münchener Himmel. 
 
30 Tyce mit einem direkten Freistoß aus gut 30 Metern - über das Gehäuse. 
 
26 Nun auch mal ein Lebenszeichen des HSV: Rahn befördert die Kugel zwar Richtung Tor, aber auch weit drüber. 
 
18
 Schock für 60: Lauth humpelt vom Platz. 
 
15 Endlicher geht es mal schnell bei den "Löwen". Görlitz schickt den gestarteten Lauth. Doch der Jungstar trifft die Kugel nicht richtig, so dass das Leder am linken Pfosten vorbei kullert. 
 
10 Gemächliche Anfangsphase ohne größere Höhepunkte. 
 
6 Lauth mit einem ersten Schussversuch - der Ball kullert in die Arme von Wächter. 
 
1 Bei 60 Saarinen und Baier für Lehmann und den verletzten Kurz. Der HSV mit Rahn, Fukal, Reinhardt und Benjamin für Hollerbach, Kling, Mahdavikia und Schlicke, der sich beim Aufwärmen verletzte. 
 
Anpfiff 


 
dpa: 1860 München verliert 1:2 gegen HSV

Von Arne Richter, dpa

München (dpa) - Trainer Falko Götz lieferte mit dem TSV 1860 München erneut eine enttäuschende Leistung ab. Die «Löwen» unterlagen in der Fußball-Bundesliga dem Hamburger SV mit 1:2 (0:0) und rutschten durch die achte Heimniederlage noch tiefer in den Tabellenkeller. 

Eine Entlassung von Götz steht somit wohl unmittelbar bevor, nachdem Vize-Präsident Hans Zehetmair vor der Partie unmissverständlich einen Sieg gefordert hatte. Die harmlos agierenden Gäste benötigten vor 26 400 Zuschauern im Münchner Olympiastadion ein Eigentor von Fernando (65. Minute), um in Führung zu gehen. Mehdi Mahdavikia (79.) machte den ersten Auswärtssieg des Jahres perfekt. Für die Sechziger reichte es nur noch zu einem Anschlusstreffer durch Paul Agostino (87.)

Der erste Schock hatte die «Löwen» schon nach einer Viertelstunde ereilt. Stürmerstar Benjamin Lauth verletzte sich bei seiner ersten viel versprechenden Aktion am Knöchel und musste kurz darauf ausgewechselt werden. Für den Nationalspieler, der ins Krankenhaus gebracht werden musste, kam überraschend Nachwuchsmann Lance Davids und nicht der auf der Ersatzbank sitzende Kapitän Markus Schroth. Schon in seiner Startformation hatte Götz in Daniel Baier einem Teenager die zentrale Position anvertraut.

Die Rückkehr zum Jugendstil bewirkte im Vergleich zu den zuletzt äußert dürftigen Auftritten zumindest etwas mehr Schwung, Torchancen konnte sich der TSV 1860 aber nicht erarbeiten. Nur bei Lauths Schuss nach feinem Zuspiel von Andreas Görlitz in der 15. Minute drohte dem HSV Gefahr. Angesichts der bedrohlichen Lage offensichtlich bemüht, verpuffte die spielerische Überlegenheit aber spätestens an der Strafraumgrenze des HSV.

Die Hamburger selbst taten noch weniger für ein ansehnliches Spiel. Von der angekündigten Wiedergutmachung nach dem enttäuschenden 0:2 gegen Borussia Dortmund vor einer Woche war nichts zu sehen. Ein Kopfball des ins Team zurückgekehrten Christian Rahn strich nach knapp zwei Minuten knapp am «Löwen»-Tor vorbei. Danach war von den Gästen in der Offensive lange nichts mehr zu sehen.

Auch in der zweiten Halbzeit bemühten sich die Hamburger vornehmlich um Ergebnissicherung und kamen nur durch Schützenhilfe der Sechziger zum Erfolg. Einen Eckball von Rahn unterlief der bis dahin nicht geprüfte Michael Hofmann im «Löwen»-Tor. Der von Nico-Jan Hoogma bedrängte Brasilianer Fernande köpfte den Ball ins eigene Tor. Kurz darauf hatte Mahdavikia keine Mühe nach einem Durcheinander in der 1860-Abwehr auf 2:0 zu erhöhen. Agostinos Kopfball-Treffer nutzte dem TSV 1860 in einer hektischen Schlussphase nichts mehr.