Bundesliga 2003/2004, 32. Spieltag, Samstag, 08.05.04 in der Hamburger AOL Arena bei bedecktem Wetter

Hamburger SV - VfB Stuttgart 2:1 (1:0)

Was für ein Unterschied im Vergleich zum letzten Spiel. Heute haben wir uns ein richtig schönes HSV-Spiel und auch noch einen Sieg angucken können. 

Natürlich gab es nach dem Werder-Desaster eine Reaktion. Block 25 blieb die ersten 5 Minuten leer. Dafür war auf 2 Plakaten zu lesen „ 1. Mai – Tag der Arbeit; Uli H. sagt die Wahrheit“ und unten direkt in 25A „Dieser Block ist Euer Lohn“.

Auch wenn ich eine solche Aktion für 5 Minuten etwas unsinnig finde, so fand ich aber die Plakate gut. Idiotisch aber, daß sich ein paar Fans (so ca. 5) damit profilieren „mußten“ als einzige im Block zu stehen.

 Außerdem war auch mal außergewöhnlich, daß die Mannschaft beim Auflaufen nicht mit Beifall sondern mit Pfiffen begrüßt wurde. Auch „HSV forever“ sang niemand mit. In den ersten Minuten gab es dann auch keine Anfeuerung seitens der Fans, sondern nur Stille oder mal Pfiffe bei Fehlpässen.

Nach ca 4 Minuten füllte sich dann der Block und die Fans machten wieder Stimmung. 

Später gab es dann auch wieder richtig gute Stimmung im Stadion, weil das Spiel es einfach hergab.

Der HSV zeigte heute fußballerisch ein gutes Spiel und vor allem waren alle Spieler mit vollem Einsatz auf dem Feld. Dabei wußten heute insbesondere die Verteidiger des HSV mal, wie sie mir gefallen konnten. Ich fand jeden einzelnen in der Viererkette heute sehr gut. 

Stuttgart hatte im ganzen Spiel nur sehr wenig Chancen. Naja, wenn ich so drüber nachdenke, dann hatten wir ja auch nicht gerade Chance auf Chance.... ;-)

Nachdem wir für die Stuttgarter wenig zuließen, brachte uns dann der nach längerer Verletzung erstmals wieder eingesetzte Stefan Beinlich auf die Siegerstraße. Einen Freistoß vor dem Strafraum schoss er unhaltbr für den Stutgarter Torwart über die Mauer hinweg. 

Direkt im Gegenzug fingen wir uns einen Freistoss und ich unkte schon, daß der Stadionsprecher mal mit seiner Ansage unseres Tores fertig werden soll, weil es sich nicht so gut macht, wenn man noch während der Toransage ein Gegentor bekommt...

Naja, die Ansage war durch und der Freistoss leider auch durch die Mauer. Aber ein sehr gut aufgelegter Wächter hielt den Schuss. So ging es mit der 1:0-Führung in die Halbzeit.

In der 2. Halbzeit gefiel mir das HSV-Spiel dann noch wesentlich besser. 

Der Ball lief bei uns sehr flüssig und es machte wirklich Spaß, dieses Spiel zu sehen.

Bei einem Freistoss sagte ich zu meinem Kumpel Maxime: Nun pass mal schön auf, Fukal macht jetzt ein Kopfballtor!
o.k., es war nicht Fukal sondern Hoogma, aber tendentiell war meine Aussage auch nicht sooo schlecht ;-)

Wie gesagt, es hat richtig Spaß gemacht, das Spiel zu sehen. Und man mußte nicht andauernd Angst haben, daß es gleich bei uns klingelt, denn Stuttgart war nicht besonders durchschlagskräftig und unsere Abwehr eben sehr sicher.

Dass Stuttgart kurz vor Schluss noch den Anschlusstreffer erzielen konnte, war eher etwas glücklich und nur einem abgefälschten Schuss zu verdanken. 

Stuttgart konnte aber kein weiteres Tor erzielen und irgendwie hätte ich das auch nicht sehr gerecht gefunden. Aber ich bin ja auch nicht sehr objektiv.... ;-)

Nach dem Spiel gingen die Spieler nicht in die Kurve, um mit den Fans zu jubeln. Das kann ich menschlich teilweise nachvollziehen (wobei sie sich den Unmut ja wirklich verdient hatten), aber es führte eben auch wieder zu Pfiffen seitens der Fans.

Da Wolfsburg verloren hat, kann man nun wirklich glauben, daß wir den 8. Platz nicht mehr nach unten verlieren werden. Da Schalke verloren hat, wäre vielleicht sogar noch der 7. Platz drin. Aber dazu müßten wir wohl 2 mal gewinnen – und wer will das schon glauben. Aber zu einem Heimsieg im letzten Spiel gegen Frankfurt sollte es hoffentlich reichen – und das dürfte für den UIC ausreichen.

Meine Spielerbewertung:

Wächter: bekam nicht sehr viele Bälle aufs Tor, aber von den wenigen waren einige sehr schwierig und die parierte er sehr gut: Note 2

Fukal: Einer der besten Spieler auf dem Platz. Hervorragender Zweikanmpfeinsatz und auch nach vorne stets dabei. Tolle Empfehlung für einen neuen Vertrag: Note 1

Hoogma: gut in der Abwehr und ein schönes Kopfballtor: Note 2+

Ujfalusi: Ich weiß gar nicht, wie lange es her ist, daß mir Tomas mal so gut gefiel. Vermutlich weit über 1 Jahr. Hatte sehr viele gute Zweikämpfe und war sehr oft schneller als der Gegner: Note 1-

Wicky: heute mal wieder links in der Viererkette und später im defensiven Mittelfeld. Für mich war er der beste Spieler auf dem Platz: Note 1

Schlicke: Wenn er am Ball war, wurde mir einige Male doch etwas flau, denn er wirkte da nicht gerade immer sehr sicher. Machte aber keine groben Fehler: Note 3

Beinlich: tolles Comeback des Berliners. Brachte zunächst Ruhe ins Spiel und verlor den Ball nicht und setzte dann auch noch einige Akzente. Tolles Tor: Note 2+

Jarolim: wenig gefährliche Szenen nach vorne, aber super im Zweikampf und damit der Abwehrarbeit: Note 3

Barbarez: hatte auch nicht sehr viele tolle Szenen, aber zumindest etwas besser als zuletzt. Und auch er zeigte defensiv Stärken: Note 3

Mahdavikia: In den letzten 20 – 30 minuten fing er sich etwas. Davor war er für mich leider der schlechteste HSVer. Er hatte bis dahin überhaupt keine Szenen und versteckte sich sehr viel: Note 3-

Romeo: Hatte heute nicht viel Bindung, aber bemühte sich zumindest: Note 3

Schiri Albrecht: Das Spiel war sehr einfach zu pfeifen. Mit der Vorteilsregel stand er teilweise etwas auf Kriegsfuss. Aber es gab nicht so viel zu entscheiden, daß er etwas wesentliches vermurksen konnte. Note 3

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1: 
Leistungsabfall beim VfB setzt sich fort

Zehn Spiele lang hatten sie nicht verloren. Sie hatten Hoffnungen und gute Perspektiven auf Platz zwei, der die direkte Qualifikation für die Champions League bedeutet. 
Nach dem 1:2 beim Hamburger SV droht dem VfB Stuttgart jetzt allerdings sogar nur noch Platz vier zu bleiben. Das würde immerhin noch die Uefa-Cup-Teilnahme bedeuten. Doch da die Ansprüche im Schwabenland gestiegen sind, käme dies einer riesigen Enttäuschung gleich. (Jetzt neu: Limitierte VfB Handys von debitel! Hier erhältlich).

VfB "katastrophal"
Aus eigener Kraft ist Platz zwei nicht mehr zu erreichen, und mittlerweile ist Bayer Leverkusen bis auf zwei Punkte an den VfB herangekommen. "Diese junge Mannschaft hatte vielleicht zu viel Druck", spekulierte Trainer Felix Magath, dessen Team sich "katastrophal" präsentierte, wie Teammanager-Assistent Krassimir Balakov befand.
Der Leistungsabfall, der sich schon beim 1:1 in der Vorwoche gegen den VfL Bochum angedeutet hatte, setzte sich in der AOL-Arena gravierend fort. "Wir haben heute einfach schlecht gespielt und eine Superchance vergeben. Jetzt müssen wir eben nächste Woche die Bayern schlagen", sagte Fernando Meira.

Zweite Halbzeit kampflos hergeschenkt
Warum die Stuttgarter sich so wehrlos den leidenschaftlich kämpfenden, jedoch spielerisch wenig glanzvollen Hamburgern ergaben, darauf fanden auch die Spieler keine Antwort. Dennoch stimmte Andreas Hinkel den Erklärungsversuchen seines Trainers nicht zu.
"Sicher ist es so, dass der Druck da war, doch das ist ja ein positiver Druck, wenn man oben steht", sagte der Nationalspieler. Doch die Schwaben ließen sich zunächst von den Hamburgern den Schneid abkaufen, um die Partie nach Stefan Beinlichs Führungstor (38.) in der zweiten Hälfte regelrecht kampflos herzuschenken.

Cacaus Treffer zu spät
Nico-Jan Hoogmas 2:0 unmittelbar nach Beginn der zweiten Halbzeit wirkte zusätzlich hemmend. Und als Cacau den Anschlusstreffer (90.) erzielte, war es für eine Aufholjagd ohnehin zu spät.
"Wahrscheinlich müssen wir uns diese Woche mal zusammensetzen und reden", sagte Heiko Gerber. Eine ungewöhnliche Maßnahme wäre das, bei einer Mannschaft, die erstmals seit zehn Spielen wieder eine Niederlage hinnehmen musste.

Magath scherzt über seine Zukunft
Aber eben auch ein Beleg dafür, dass es bei den Stuttgartern tiefgründigere Problemfelder zu geben scheint. Vielleicht ist es ja doch die ewige Diskussion um die Zukunft Felix Magaths. Noch immer hat der Trainer kein klares Bekenntnis dazu abgegeben, seinen Vertrag bis 2005 erfüllen zu wollen.
"Ich habe mal ein halbes Jahr lang Spanisch gelernt. Dann ist meine Lehrerin schwanger geworden und mein Wechsel zu Real Madrid platzte ...", scherzte der Coach. Doch vielleicht hat Stuttgarts schwache Leistung schlichtweg profanere Gründe. Schließlich war die Niederlage in Hamburg die vierte in dieser Saison, bei der dem VfB Abwehrhüne Marcelo Bordon (gelbgesperrt) fehlte.

Protest der HSV-Fans
Auf der Gegenseite dagegen gelang es den Hamburgern, die Gunst der eigenen Fans zurückgewinnen. Die Anhänger des HSV kamen erst fünf Minuten später in den Block, um so ihre Wut über das 0:6 in der Vorwoche auszudrücken.
Die Spieler verstanden die Botschaft offenbar. Dieses Mal zeigten die kritisierten HSV-Profis über die gesamten 90 Minuten jene profihafte Einstellung, die im Prinzip Woche für Woche von ihnen verlangt wird.

Toppmöller erleichtert
"Ich habe es in meinem langen Fußballer-Leben noch nicht erlebt, dass die Fans am Anfang eines Heimspiels nicht hinter der Mannschaft stehen. Wir wollten uns heute für die 0:6-Niederlage bei Werder Bremen rehabilitieren und das ist uns gelungen", sagte der überragende Stefan Beinlich.
Und Trainer Klaus Toppmöller fügte erleichtert hinzu. "Die Basis für den Erfolg ist, dass wir alle, Mannschaft, Trainer und Fans, zusammenstehen. Nur gemeinsam sind wir stark. Heute haben meine Jungs gezeigt, dass sie es können."
 

Daten:
Magaths glücklose Rückkehr

Fakten:
VfB gern gesehen 
Der HSV gewann das dritte Heimspiel in Folge gegen Stuttgart. Die letzten Heimniederlage gegen die Schwaben liegt sogar fast acht Jahre zurück, damals hieß der HSV-Trainer noch Felix Magath (0:4 am 27.9.96).

Rückschlag 
Stuttgart kassierte die erste Niederlage seit über zwei Monaten und muss jetzt um den dritten Tabellenplatz bangen. 

Magaths glücklose Rückkehr 
Auch im sechsten Versuch gelang Felix Magath kein Sieg bei seinem Ex-Verein.

Zweites Kopfballgegentor für Stuttgart 
In Hamburg kassierte der VfB erst das zweite Kopfballgegentor dieser Saison. Wie schon beim ersten Kopfballgegentor am 19. Spieltag in Berlin fehlte Marcelo Bordon und die Innenverteidigung hieß Zivkovic/Meira. 

Stuttgart wachte zu spät auf
Angesichts der Tabellensituation ließ es Stuttgart zunächst sehr geruhsam angehen, so überließ man dem HSV über weite Strecken das Feld (nur 45 Prozent Ballbesitz in Hälfte eins) und wachte erst gegen Ende der Partie auf. In der letzten halben Stunde gab Stuttgart mehr Torschüsse ab (sechs) als der vorherigen Spielzeit (fünf). Der Anschlusstreffer von Cacau (86. Minute) kam aber zu spät. 

Kunstschütze Beinlich
Stefan Beinlich avancierte bei seinem ersten Einsatz nach über vierwöchiger Pause zum Matchwinner. Zunächst verwandelte er erstmals seit fast vier Jahren wieder einen direkten Freistoß, zudem legte deutlich zu den meisten Torschüssen auf (fünf), darunter das Kopfballtor von Hoogma. In dieser Form ist der 32-Jährige eine deutliche Verstärkung. 

Zivkovic kein Bordon-Ersatz
Boris Zivkovic sollte den gelb-gesperrten Marcelo Bordon in der Innenverteidigung ersetzen. Dies gelang dem Kroaten allerdings überhaupt nicht. Obwohl er es in den meisten Fällen mit Bernardo Romeo zu tun hatte, einem der zweikampfschwächsten Spieler der Liga, gewann Zivkovic nur 50 Prozent der Zweikämpfe - für einen Innenverteidiger eine schwache Quote. 

Hoogma überragte
In seinem vorletzten Heimspiel zeigte Nico Jan Hoogma den Fans noch mal sein ganzes Können: Kopfballstark in der Offensive und enorm abgeklärt in der Defensive. Der Niederländer war zweikampfstärkster Spieler auf dem Platz (70 Prozent gewonnen), zudem gelang es ihm erst als zweiter Spieler in dieser Saison gegen den VfB ein Kopfballtor zu erzielen. 

Hoogma überragte
Imre Szabics stand erstmals seit über zwei Monaten wieder in der Startelf und sollte den gesperrten Kuranyi ersetzen. Dies gelang dem Ungar aber überhaupt nicht, so blieb er ohne Torschuss und wurde vorzeitig vom Platz geholt.


 
kicker: 

Allgemeine Informationen
Hamburger SV:  Wächter - Fukal, Hoogma, Ujfalusi, Wicky - Schlicke - Mahdavikia, Jarolim, Beinlich - Romeo, Barbarez - Trainer: Toppmöller

VfB Stuttgart:  Hildebrand - Lahm, Meira, Zivkovic, Gerber - Soldo - Tiffert, Meißner - A. Hleb - Cacau, Szabics - Trainer: Magath

Tore:   1:0 Beinlich (38., direkter Freistoß, Linksschuss), 2:0 Hoogma (47., Kopfball, Vorarbeit Beinlich), 2:1 Cacau (85., Rechtsschuss, Tiffert)

Eingewechselt:   56. Kling für Schlicke, 79. Cardoso für Beinlich - 46. Heldt für Soldo, 48. Gomez für Szabics, 52. Hinkel für Lahm

Schiedsrichter:  Albrecht 

Zuschauer:  55128

Gelbe Karten:  Wicky - Meißner, Tiffert
 

Spielbericht
Nach dem 0:6-Debakel in der vergangenen Woche bei Werder Bremen stellte HSV-Coach Klaus Toppmöller auf vier Positionen um. Für den glücklosen Starke hütete Wächter wieder das Tor. Desweiteren wurden Reinhardt, Benjamin und V. Hleb durch Beinlich, Jarolim und Romeo ersetzt. Felix Magath musste auf zwei Gelb-gesperrte Spieler verzichten. Im Vergleich zum 1:1 gegen Bochum wurden Bordon und Kuranyi von Zivkovic und Szabics vertreten. Im Mittelfeld durfte auch A. Hleb beginnen. Für ihn rückte Yakin auf die Bank.

Das Spiel begann sehr verschlafen. Während dem HSV noch die 0:6-Niederlage von Bremen in den Knochen zu stecken schien und die gesamte Mannschaft sehr vorsichtig agierte, verlegte sich der VfB Stuttgart darauf, aus einer soliden Defensive auf Konter zu warten.

Hamburg kam nur mühsam in Tritt, verlor viele Bälle bereits im Spielaufbau und kam nicht gefährlich vor das Stuttgarter Tor. Der VfB konnte aber die Verunsicherung der Hamburger ebenfalls nicht nutzen und brachte die Norddeutschen nicht in Gefahr. Das Spiel schleppte sich ereignislos dahin. Wenn sich kleine Chancen ergaben, dann nur aus Freistößen.

Folgerichtig führte ein solcher Freistoß zum Führungstreffer für den HSV. Beinlich zirkelte den Ball aus 19 Metern über die Mauer der Schwaben ins rechte obere Eck. Für Hildebrand gab es nichts zu halten (38.).

Im Gegenzug hatte der VfB Stuttgart sofort die Chance zurück zu schlagen, doch Meißner hämmerte einen 22-Meter-Freistoß zwar flach durch die Hamburger Mauer, doch HSV-Keeper Wächter war auf dem Posten und konnte den scharfen Flachschuss halten.

Bis zur Pause hatte sich der HSV daraufhin in der Defensive eingerichtet und Stuttgart zeigte wenig Anstalten, größeren Druck zu entwickeln.

Den Wiederbeginn verschlief die Stuttgarter Defensive komplett. Kaum eine Minute war gespielt, als Beinlich einen Freistoß von der Seitenaus-Linie in den Stuttgarter Strafraum hob. Die Zuordnung bei den Schwaben stimmte überhaupt nicht, so dass am zweiten Pfosten Hoogma völlig frei stand. Aus kurzer Distanz musste der Abwehrchef der Hamburger nur noch zum 2:0 einnicken.

Innerhalb kürzester Zeit schöpfte VfB-Trainer Felix Magath sein Auswechselkontingent aus, doch die Schwaben waren dennoch nicht in der Lage großen Druck zu entwickeln. Die Hamburger konnten mit Fortdauer des Spiels immer mehr Chancen gegen eine schludrig wirkende VfB-Abwehr herausspielen, doch Fukal, Mahdavikia und Barbarez konnten das Ergebnis nicht erhöhen.

Symptomatisch für das Spiel des VfB Stuttgart war die größte Torchance für die Schwaben in der 69. Minute. Cacau spielte den eingewechselten Gomez im Strafraum frei. Der umkurvte Torhüter Wächter und stand acht Meter vor dem leeren HSV-Tor. Doch der Stuttgarter Nachwuchsstürmer traf nur den Pfosten.

Ohne viel Mühe wollte der HSV den Sieg über die letzten 15 Minuten bringen. Der VfB Stuttgart schien nicht in der Lage, sich noch einmal aufzubäumen. Die Schwaben wirkten müde und ausgelaugt.

Doch vier Minuten vor dem Ende gelang dem VfB Stuttgart doch noch der Anschlusstreffer. Tiffert spielte Cacau im Hamburger Strafraum an. Der schoss sofort und traf das Bein von Ujfalusi. Der Ball prallte unhaltbar für Wächter ins Tor des HSV.

Stuttgart mobilisierte noch einmal die letzten Kräfte, doch es sollte nicht mehr reichen. Meira scheiterte mit einem Distanzschuss an Torhüter Wächter, und ein Cacau-Kopfball ging ganz knapp über das Tor.

Mit dem Sieg über Champions-League-Anwärter Stuttgart gelingt dem HSV die Rehabilitation für die 0:6-Niederlage von Bremen, wenngleich ein Schielen auf die lukrativen UEFA-Cup-Plätze für die Hamburger wohl nicht mehr realistisch ist. Stuttgart muss nach der Pleite nun noch nach unten schauen, um nicht den sicher geglaubten dritten Platz noch an Leverkusen zu verlieren.
 

Spielereignisse im Detail
90 Gerber hebt eine Flanke auf Cacau. Dessen Kopfball tanzt über die Latte ins Aus. 
 
  Schlusspfiff 
 
89 Meira zwingt mit einem Distanzschuss Torhüter Wächter zu einer Glanzparade. 
 
86
 Aus heiterem Himmel der Anschlußtreffer für Stuttgart. Tiffert spielt Cacau rechts im Strafraum an. Der zieht sofort ab und trifft Ujfalusi am Bein. Der Ball wird unhaltbar für Wächter abgefälscht. 
 
77 Wicky lässt auf Links gleich vier VfB-Verteidiger stehen und flankt in die Mitte. Barbarez steigt zum Kopfball hoch, doch der Ball fliegt am Stuttgarter Kasten vorbei. 
 
70 Riesenchance für den VfB ! Cacau legt auf für Gomez. Der tanzt HSV-Keeper Wächter aus und steht acht Meter vor dem leeren Tor. Doch der Stuttgarter Nachwuchsstürmer trifft nur den Pfosten. 
 
68 Mahdavikia bricht auf der rechten Seite durch, doch Hildebrand kann den Schuss aus spitzem Winkel halten. 
 
65 Romeo legt auf für Wicky, der aus 18 Metern abzieht. Doch sein Flachschuss geht neben das Stuttgarter Tor. 
 
61 Wieder sieht die VfB-Abwehr bei einer Standard-Situation schlecht aus. Beinlich tritt eine Ecke auf den kurzen Pfosten. Ujfalusi verlängert auf Fukal, der aber den Ball nicht mehr drücken kann. 
 
47
 Die Stuttgarter Abwehr war offenbar noch in der Pause. Beinlich dreht einen Freistoß in den Strafraum. Hoogma steht alleine am zweiten Pfosten und kann unbedrängt aus kurzer Distanz einnicken. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
  Halbzeit 
 
40 Freistoß auf der anderen Seite. Meißner hämmert den Ball flach durch die HSV-Mauer, doch Torhüter Wächter taucht ab und kann den Ball entschärfen. 
 
38
 Beinlich wie in alten Zeiten. Einen Freistoß aus 19 Metern zirkelt "Paule" über die Mauer ins kurze Eck. VfB-Torhüter Hildebrand ist gegen den platzierten Ball machtlos. 
 
35 Cacau taucht plötzlich frei vor HSV-Keeper Wächter auf, doch der ist auf dem Posten und kann den halbhohen Schuss aus 14 Metern halten. 
 
31 Fukal findet mit einer Kopfball-Vorlage Barbarez im Strafraum. Der HSV-Stürmer zieht direkt ab, doch der Ball fliegt knapp am Tor vorbei. 
 
24 Die erste gefährliche Szene der Stuttgarter. Gerber zirkelt einen Freistoß aus 21 Metern auf das HSV-Tor, doch der Ball geht knapp über die Latte. 
 
15 Erste kleine Chance für den HSV. Beinlich legt einen Freistoß von der Toraus-Linie zurück auf Schlicke. Der zieht von der Strafraumgenze aus ab, bleibt mit seinem Flachschuß aber an der vielbeinigen Schwaben-Abwehr hängen. 
 
6 Beide Mannschaften beginnen das Spiel vorsichtig. Torchancen sind noch nicht in Sicht. 
 
Anpfiff 


 
dpa: Sieg gegen Stuttgart als Balsam für die HSV-Seele

Von Britta Körber, dpa

Hamburg (dpa) - Ein glänzender Heimauftritt gegen den VfB Stuttgart war Balsam für die geschundene Seele des Hamburger SV, doch der Riss zwischen Mannschaft, Trainer und Fans ist auch nach dem 2:1 noch nicht gekittet. 

Demonstrativ verschwanden die Hamburger Profis nach dem Abpfiff in der Kabine - kein Dankeschön an die Fans, die besonders Coach Klaus Toppmöller eine Woche nach der 0:6-Blamage von Bremen ausgepfiffen hatten. «Ich kann die Spieler verstehen, auch mir hat es weh getan, dass einige Hundert Anhänger die ersten fünf Minuten boykottiert haben», sagte Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer.

Ein ganzer Fanblock war zu Beginn einer sportlich einseitigen Partie leer geblieben, einzig ein Plakat mit der Aufschrift «Dieser Block ist Euer Lohn» wehte auf den Rängen. Auch deswegen startete Stefan Beinlich nach seinem Tor (38.) einen Jubellauf zum Trainer, der ihn nach zweimonatiger Verletzungspause starkgeredet hatte.

«Unser ganzes Stadion hat uns ausgepfiffen, das hat uns zusätzlich motiviert», befand der Spieler des Tages, der auch zum Treffer von Nico-Jan Hoogma (47.) die Vorlage gab. «Mit meinem Dankeschön beim Trainer wollte ich zeigen, dass wir alle an einem Strang ziehen», meinte der Ex-Berliner. Toppmöller schlug ungewohnt kleinlaute Töne an: «Wir hatten uns vorgenommen, jeden einzelnen Fan auf unsere Seite zurückzuholen.»

Die anhaltende Kritik an der Leistung der Spieler und Toppmöllers polteriger Art wird aber so schnell nicht verstummen. «Unfassbar», nannte der Coach die Analyse des Aufsichtsratsvorsitzenden Udo Bandow und goss erneut Öl ins Feuer. Der hatte erkannt, dass Mannschaft und Trainer noch nicht zueinander gefunden haben. Die beste Antwort auf das Wechselspielchen im Tor und Toppmöllers Zick-Zack-Kurs in der Personalpolitik gab am Samstag Stefan Wächter: In vorbildlicher Manier hielt der wieder eingesetzte Stammkeeper sein Tor bis auf den unhaltbaren Treffer von Cacau (86.) sauber. In der Form wird es auch Martin Pieckenhagen in der kommenden Saison schwer haben, an ihm vorbeizuziehen.

«Meine junge Mannschaft konnte dem Druck um die Champions-League- Plätze heute nicht standhalten», sagte VfB-Coach Felix Magath, der die gelb-gesperrten Marcelo Bordon und Kevin Kuranyi schmerzlich vermisste und die erste Niederlage nach zehn Partien hinnehmen musste. Als zudem der angeschlagene Kapitän Zvonimir Soldo (Adduktorenverletzung) nach der Halbzeit das Feld verlassen musste, fehlten die Leitwölfe auf dem Feld. «Wir dürfen zwar keine große Lippe riskieren, aber die Bayern sind nicht ganz so gut drauf. Wenn wir sie zu Hause schlagen, wird es im Kampf um den zweiten Platz noch einmal eng», meinte Magath, der trotz vier Punkten Rückstand noch auf die direkte Qualifikation für die Königsklasse schielt.