Bundesliga 2003/2004, 34. Spieltag, Samstag, 23.05.04 in der Hamburger AOL Arena bei 11 Grad C und wechselhaftem Wetter mit teils Sonne und teils Regenschauer.

Hamburger SV - Eintracht Frankfurt 2:1 (1:1)

Das Spiel war für den HSV eigentlich unwichtig. Es ging nach einer eher schlechten Saison,die - daran gemessen - noch mit einem guten 8. Platz endete, eigentlich nur darum, sich nicht so unwürdig zu verabschieden, daß man sich im letzten Spiel nochmal ein Arschvoll abholt.
Aber selbst eine Niederlage wäre wohl eher eine Randnotiz gewesen. Nur wäre es eben hochnotpeinlich gewesen, wenn man durch eine Niederlage noch die Abstiegsfrage mit entschieden hätte.

Aber so kam es ja nicht.

Im Vordergrund dieses Spiels standen schon eher die Verabschiedungen, die es auf Seiten des HSV gab. 
Vor dem Spiel wurden offiziell die SPieler Maltritz, Fukal, Hollerbach und Hoogma verabschiedet. Von den Spielern erhielt Hollerbach den größten Applaus.
Und wann wurde eben leider auch noch eine HSV-Legende aus dem aktiven Dienst verabschiedet - Hermann Rieger.

Schon die Choreo für Hermann fand ich beeindruckend. Die ganze Nordtribüne war damit gefüllt. Die ARD hat es leider nicht gezeigt, aber im DSF wurde die Choreo kurz eingeblendet. Danke!

Hermann wurde natürlich entsprechend gefeiert.

In der Aufstellung war Jarolim nur auf der Bank (wobei ich ihn dort nicht gesehen habe), weil man Cardoso sein Abschiedsspiel gönnen wollte. Und auch Hollerbach war nach einigen Wochen erstmals wieder von Beginn an dabei.

Das Spiel an sich war eher langweilig. Frankfurt vergab zunächst eine sehr gute Führungschance und konnte dann doch durch den in meinen Augen sehr starken Amanatidis in Führung gehen. Doch die Freude und Hoffnung der Frankfurter währte nur kurz, denn Mahdavikia konnte kurze Zeit später den Ausgleich erzielen.
Wobei es für mich unglaublich war, daß er dabei fast noch den Torwart angeschossen hatte....

SPätestens ab diesem Moment war der HSV auch überlegen. Man hätte durchaus auch noch das 2. Tor erzielen können, aber Barbarez wurde zurückgepfiffen wegen einer vermeintlichen Abseitsposition. War leider eine Fehlentscheidung, aber äußerst knapp.

In der 2. Halbzeit hatte Frankfurt fast gar keine Chance mehr, die mir noch einfallen würde. Der HSV hingegen konnte noch das 2:1 erzielen. Der für Cardoso eingewechselte Takahara setzte einen abgefälschten Schuß an den Winkel und Barbarez drosch den abgeprallten Ball dann per Dropkick in den Winkel.

Interessant war wieder, daß er absolut null jubelte. In seinem Gesicht war auch im TV nicht mal ein Lächeln zu erkennen. ABer er ist dann noch zu Hermann gerannt und hat sein Tor mit ihm gefeiert. 

Auch Romeo erzielte noch ein Tor, das wegen eines vermeintlichen Handspiels bei der Ballannahme nicht gegeben wurde. Hier waren die TV-Bilder nicht so eindeutig.

Das Spiel schlich dann so dem Ende entgegen und bei den Frankfurtern gab es auch kein wirkliches Aufbäumen mehr. Das Zwischenergebnis aus Lautern tat wohl sein übriges dafür, denn Dortmund führte nie in Lautern und das hätte Frankfurt aber gebaucht.

Bewundernswert fand ich allerdings den Frankfurter Anhang. Die Süd-Westecke war total gefüllt mit Frankfurtern und die machten richtig Stimmung. Nach einem Moment der Enttäuschung feierten sie sich und ihre Mannschaft dann auch zum Spielschluss und danach noch. Chapeau!
Und sie hatten auch nicht gepfiffen, während der Ehrungen für die scheidenden HSVer.

Nach dem Spiel kamen dann die eigentlich bewegende Momente. Die Mannschaft verteilte eine ganze Menge TShirts an die Fans und ging auf Abschiestour.

Das Hauptaugenmerk lag hier natürlich auf den Abgängern.

Holler hatte sich seine Tochter auf den Arm genommen und ging zuerst los. Er wurde sehr gefeiert von der Nordtribüne.

Die anderen natürlich auch. Insbesondere Hermann Rieger.
Viele Tränen liefen dann schließlich noch bei Hermann und auch Cardoso konnte seine Emotionen offensichtlich nicht unterdrücken (braucht er ja auch nicht).

Mir kamen da auch schon die Tränen hoch. Ich mußte erstmal ein bißchen in die Gegend gucken, um da nicht loszuflennen....

Meine Spielerbewertung:

Wächter: Wurde nur selten geprüft; war dann aber fehlerlos: Note 3

Hoogma: solider Abwehrchef: Note 3

Ujfalusi: ist mir fast überhaupt nicht aufgefallen: Note 3

Hollerbach: einige Male gewohnt rustikal. Holte sich schnell die letzte gelbe Karte seiner HSV-Geschichte ab: Note 3

Wicky: Wieder einmal mit hervorragenden Zweikampfqualitäten: Note 2

Schlicke: wirkte heute sehr sicher und machte mir nicht so viel Angst wie in einigen Spielen zuvor: Note 3

Cardoso: Er war nicht wirklich wirkungsvoll: Note 3

Beinlich: Auch Paule war nur selten zu sehen: Note 4

Barbarez: Heute wieder mit aufsteigender Form. Viele gute Pässe und Doppelpässe und dann auch noch ein Tor: Note 2

Mahdavikia: auch ihn habe ich viel zu selten in Aktion gesehen heute : Note 4

Romeo: Es gelang ihm zwar leider nur ein Abseitstor, aber er war heute mal ungewohnt sicher am Ball: Note 3+

Schiri: Auch der Schiri fiel mir kaum auf. Es war aber auch, bis auf einige Minuten in der 1. Halbzeit, eine sehr faire Partie.: Note 3

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1: 

Kein Wunder für die Eintracht

Während des Spiels öffnete der Himmel seine Schleusen. Über der Hamburger AOL-Arena tat sich ein heftiger Wolkenbruch hervor. Nach der Partie, die der HSV gegen Eintracht Frankfurt 2:1 gewonnen, und somit die Hessen in die zweite Liga befördert hatte, flossen auch bei einigen Frankfurter Profis die Tränen.
Allen voran bei Uwe Bindewald, der seine Karriere mit seinem persönlichen dritten Abstieg beenden muss. Der Abwehrrecke hat damit alle Abstiege seines Vereins mitgemacht (1996, 2001, 2004).

Mahdavikia macht Illusionen zunichte
Über die Gründe für Frankfurts Absturz wurde bereits in den vergangenen Wochen viel geredet. Torschütze Ioannis Amanatidis brachte es jedoch am präzisesten auf den Punkt. "Wir haben einfach nicht die Qualität wie andere Bundesligisten", sagte der Grieche.
Dank seines Führungstreffers (26.) hatten die Frankfurter und ihre 10.000 mitgereisten Fans kurzzeitig Hoffnung auf das angestrebte neuerliche Fußball-Wunder vom Main. Doch bereits eine Minute später machte Mehdi Mahdavikia diese Illusionen durch den Ausgleich zunichte.

Schwache Hinserie der Knackpunkt
Von diesem Moment an hatte die Eintracht nichts mehr entgegen zu setzen. Barbarez' Siegtreffer für die Hamburger (57.) war die logische Konsequenz der Frankfurter Verkrampftheit, die sich durch die gesamten zweiten 45 Minuten gezogen hatte.
"Die Hinserie war der Knackpunkt, da haben wir zu wenig Punkte geholt", rang Trainer Willi Reimann nach weiteren Erklärungen für den ersten Abstieg seiner Trainerkarriere. Doch auch die zuletzt gezeigte Auswärtsschwäche mit sieben Niederlagen in Folge trug nicht unwesentlich zum Frankfurter Absturz bei.

Amanatidis wird wohl gehen
Nun ist man bei den Hessen darum bemüht, eine neue Mannschaft aufzubauen. "Ich bin mir sicher, dass wir im nächsten Jahr wieder in der ersten Bundesliga spielen werden", sagte Manager Heribert Bruchhagen. Vermutlich wird dann Amanatidis schon längst nicht mehr zum Eintracht-Kader gehören.
Der Grieche, der in der Winterpause vom VfB Stuttgart verpflichtet worden war und immerhin sieben Treffer erzielte, kündigte vorsichtig seinen Abschied an. "Ich habe noch nirgends unterschrieben, aber meine Zukunft liegt wahrscheinlich nicht in der zweiten Liga."

Reimanns Zukunft ungewiss
So muss sich Bruchhagen nach neuem Spielermaterial umsehen. Auch nach einem neuen Trainer? "Ich werde weitermachen, mein Vertrag läuft noch ein Jahr", erklärte Coach Willi Reimann im Brustton der Überzeugung. Der Trainer scheint also gewillt, den Wiederaufbau der SGE einzuleiten.
Doch des Managers Worte klangen da schon etwas skeptischer. Zwar bedachte Bruchhagen seinen Trainer mit lobenden Worten ("Unser Trainer hat im Rahmen unserer Möglichkeiten gut gearbeitet"). Gleichzeitig klangen Bruchhagens Worte verdächtig diplomatisch.

Toppmöller und die Eintracht
"Es gehört bei einem Verein dazu, dass man sich nach einem Abstieg in aller Unaufgeregtheit zusammensetzt und zu einer Analyse kommt", sagte der Manager. Ein Bekenntnis zum Trainer war das nicht.
Wenn die Eintracht tatsächlich einen neuen Trainer bräuchte, dann wäre Klaus Toppmöller wohl derjenige, der die meiste Lust auf diesen Job mitbringen würde.

"Habe nicht vollendet, was ich bei der EIntracht angefangen habe"
"Toppi" hat zwar Vertrag beim HSV und wird nicht müde, seine gute Bilanz seit seinem Amtsantritt zu verkünden. Gleichzeitig aber bekannte er bereits vor dem Spiel gegen die Frankfurter seine bedingungslose Liebe zum Verein mit dem Adler im Emblem.
Der FAZ sagte Toppmöller Dinge wie "Ich habe gesagt, irgendwann werde ich wieder bei der Eintracht auf der Matte stehen" oder "Ich habe nicht vollendet, was ich bei der Eintracht angefangen habe". Besonders viel sagend war die Aussage: "Akut ist für mich, irgendwann wieder bei der Eintracht anzufangen".

Tränen bei Rieger
Zweifellos ist, dass Toppmöller seine Arbeit in Hamburg nicht genügend gewürdigt sieht. "Ich bin hier teilweise vom ersten Tag an niedergemacht worden", klagte er. Zu einer Identifikationsfigur wird Toppmöller in Hamburg jedenfalls wohl nicht mehr werden.
Das waren dafür Leute wie Rodolfo Cardoso und Masseur Hermann Rieger. Beide wurden vor dem Spiel neben Tim Starke, Bernd Hollerbach, Marcel Maltritz, Milan Fukal und Nico-Jan Hoogma verabschiedet.
Für Rieger endet eine 26-jährige Zeit beim HSV. Der Bayer kehrt zurück in seine Heimat nach Mittenwald und wurde von den Hamburger Fans während der gesamten 90 Minuten mit Sprechchören gefeiert. Und nach Spielschluss flossen bei Rieger hemmungslos die Tränen. Genauso wie bei Uwe Bindewald, und doch irgendwie anders.
 

Daten:
Frankfurt zum dritten Mal runter

"Döner Cup"
Der HSV nimmt im Sommer zum dritten Mal am UI-Cup teil. Bei der ersten Teilnahme scheiterte man im Halbfinale an Bastia, bei der zweiten im Finale an Montpellier - marschieren die Hamburger jetzt durch in Richtung Uefa-Cup? 

Zurück in die Zweite Liga
Aufsteiger Eintracht Frankfurt begleitet nach nur einem Jahr Bundesligazugehörigkeit Mitaufsteiger Köln und 1860 München in die Zweite Liga. Nach 1996 und 2001 ist es der dritte Abstieg für die Frankfurter. 

Vereinsnegativrekord
In Hamburg setzte es die 20. Saisonniederlage für die Eintracht - das ist ein neuer Vereinsnegativrekord.

Zuschauerrekord 
Trotz einer eher mittelmäßigen Saison pilgerten noch nie so viele Fans zu den Heimspielen des HSV. Im Schnitt sahen über 48.000 Fans die Heimbegegnungen des HSV - der schönen AOL-Arena sei Dank.

Harmlose Frankfurter 
Obwohl der HSV in der Defensive oft sehr sorglos agierte, kam Frankfurt vor allem nach dem Seitenwechsel kaum zu Möglichkeiten. HSV-Keeper Wächter musste in der Zweiten Halbzeit nur einen harmlosen Weitschuss abwehren. Bezeichnend für den geringen Widerstand der Eintracht: Kein Spieler holte sich eine Gelbe Karte ab. 

Romeo erneut glücklos
Romeo gab zwar die meisten Torschüsse beim HSV ab (drei), ein Treffer blieb ihm jedoch erneut verwehrt. Damit wartet der Argentinier seit acht Partien auf einen Torerfolg - die längste Flaute seiner BL-Karriere. Immerhin bereitete er erstmals seit September 2002 wieder ein Tor vor.

Nur Preuß wehrte sich
Einziger Lichtblick bei Frankfurt war Christoph Preuß. Der 22-Jährige war an sieben der zwölf Frankfurter Torschüsse direkt beteiligt, vergab kurz vor den Schluss jedoch freistehend den möglichen Ausgleich - es hätte noch mal spannend werden können. 

Saisonrekord von Mahdavikia 
Zwar konnte Mahdavikia als Vorbereiter nicht an die überragende Vorsaison anknüpfen (acht Torvorlagen, letzte Spielzeit noch 15), dafür stellte der Iraner seinen eigenen Torrekord für eine Spielzeit ein (fünf Treffer). Gegen Frankfurt war der wuselige Iraner wieder ein Aktivposten des HSV.


 
kicker: 
Spielbericht
Zum letzten Saisonauftritt schickte HSV-Coach Klaus Toppmöller gegenüber dem 0:0 in Freiburg ein auf drei Positionen verändertes Team aufs Feld. Hollerbach vertrat den Gelb-Rot-gesperrten Fukal in der Abwehrkette, Romeo stürmte an Stelle von Takahara. Bei seinem letzten Profieinsatz kam zudem Cardoso von Beginn an zum Einsatz, Jarolim musste weichen.

Eintracht-Trainer Willi Reimann vertraute weitgehend der Elf, die durch das 3:2 gegen Bochum die Hoffnung auf den Klassenerhalt wach hielt. Hertzsch musste verletzungsbedingt passen, für ihn rückte der zuletzt Gelb-gesperrte Chris in die Innenverteidigung. Kapitän Schur konnte hingegen auflaufen. Die klaffende Kopfwunde, die er sich am letzten Spieltag bei einem Zusammenprall mit Bochums Kalla zugezogen hatte, wurde mit 14 Stichen genäht und für das Spiel bandagiert. Im Angriff vertraute Reimann auf Frommer, der Beierle ersetzte.

Bevor der Ball ins Spiel kam, wurden in der AOL-Arena Blumen überreicht. Der HSV verabschiedete gleich sechs Profis, doch Einer stahl Hoogma, Cardoso, Hollerbach, Fukal, Maltritz und Starke die Show. Physiotherapeut Hermann Rieger beendet nach 26 Jahren seine Tätigkeit für die Norddeutschen und wurde vom Publikum entsprechend mit Applaus bedacht.

Die Ausgangslage im Saisonendspurt war klar. Frankfurt musste unbedingt gewinnen, der HSV hingegen hatte den achten Tabellenrang bereits gesichert. Entsprechend schwungvoll begannen die Gäste die Partie. Bei den Hessen war deutlich der Wille zu erkennen, die letzte Chance im Abstiegskampf zu nutzen. Der HSV ergab sich jedoch nicht kampflos, sondern spielte munter mit, ohne dass sich auf beiden Seiten zunächst Torchancen ergaben. Das änderte sich schlagartig in der 14. Minute, als Frommer plötzlich alleine auf Wächter zusteuerte. Der Abschluss des Frankfurter Angreifers geriet jedoch zu schwach, Hamburgs Keeper konnte parieren. Nur vier Minuten später dann auch die erste Möglichkeit für die Gastgeber. Romeo suchte an der Strafraumgrenze den schnellen Abschluss, Pröll war bei seinem Flachschuss aber auf dem Posten. 

In der 26. Minute erzielte die Eintracht nach einem schönen Pass von Skela die Führung. Amanatidis hatte sich in den Rücken der Hamburger Abwehr gestohlen und überwand Wächter völlig freistehend mit einem knallharten Beinschuss. Der Jubel im Gästeblock war kaum verklungen, da stand es auch schon 1:1. Eine unsortierte Eintracht-Abwehr klärte einen Angriff der Hamburger zunächst nicht deutlich. Romeos Schussversuch fälschte schließlich Chris so unglücklich ab, dass Mahdavikia am rechten Pfosten mühelos vollenden konnte.

Nach dem schnellen Ausgleich kämpften die Gäste zwar weiter und spielten nach vorne, klare Torchancen erspielten sie sich in der Folge aber nicht mehr. Fernschüsse von Skela (41.) und Preuß (45.) blieben so die einzig gefährlichen Szenen bis zur Halbzeit.

Zögerlich starteten beide Teams zunächst in den zweiten Durchgang. Der Weckruf in Form eines Konters kam in der 53. Minute vom HSV. Wicky passte in Überzahl auf Romeo, der direkt aus der Drehung abzog, aber in Pröll seinen Meister fand. Vier Minuten später war auch Frankfurts Keeper machtlos. Einen Ballverlust im Spielaufbau der Hessen nutzten die Hamburger zu einer schnellen Kombination, die der kurz zuvor eingewechselte Takahara abschloss. Sein abgefälschter Schuss von der Strafraumgrenze klatschte an den Pfosten, der nachsetzende Barbarez drosch das Leder völlig humorlos aus fünf Metern zum 2:1 unter die Latte.

Eintracht-Coach Reimann reagierte auf den Rückstand, brachte mit Dragusha und Cha zwei frische Offensivkräfte. Auf dem Rasen kamen die Gäste aber kaum noch zum Zuge, die Hausherren agierten wesentlich torgefährlicher. So hatte die Eintracht noch Glück, dass ein Treffer von Romeo wegen eines angeblich vorangegangenen Handspiels keine Anerkennung fand.

Seinerseits kam Frankfurt kaum noch zu gefährlichen Aktionen. Mit vielen Ungenauigkeiten im Spielaufbau machten sich die Hessen selbst das Leben schwer. Lediglich Preuß hätte in der Nachspielzeit per Kopf zumindest noch den Ausgleich erzielen können.

Trotz anfänglicher Überlegenheit hatte Frankfurt nach dem schnellen Ausgleich nichts mehr zuzusetzen. Die Hamburger waren insbesondere im zweiten Durchgang gefährlicher und trugen mit einer konzentrierten Leistung ihren Teil dazu bei, dass Frankfurt den bitteren Weg in die Zweitklassigkeit antreten muss.
 

Spielereignisse im Detail
Schlusspfiff 
 
90 Preuß köpft aus drei Metern das Leder unbedrängt übers Tor - unglaublich. 
 
86 Frankfurt bemüht, aber ohne die nötige Durchschlagskraft nach vorne. 
 
77 Es brennt wieder mal im Frankfurter Strafraum, doch mit Glück und Einsatz wird Schlimmeres verhindert. 
 
63 Wieder ist der Ball im Frankfurter Tor. Doch Schiri Kircher gibt den Treffer von Romeo nicht. Er hat vorher ein Handspiel gesehen. Glück für die Eintracht. 
 
57
 War's das für Frankfurt? Nach einem Fehler von Lexa kann Takahara schießen. Das Leder wird abgefälscht und klatscht gegen den rechten Pfosten. Barbarez ist zur Stelle und drischt den Ball aus kurzer Distanz unhaltbar in die Maschen. 
 
55
 Cardoso erhält bei seiner Auswechslung viel Beifall in seinem letzten Spiel für den HSV. 
 
52 HSV-Konter in Überzahl. Wicky passt auf Romeo. Doch Pröll behält im Duell gegen den Argentinier die Oberhand und lässt Frankfurt weiter hoffen. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
  Halbzeit 
 
45 Nochmal die Eintracht: Preuß legt ab auf Skela. Doch der Albaner hämmert das Leder über das Hamburger Gehäuse. 
 
41 Preuß fasst eine Flanke an der Strafraumkante direkt ab - übers Tor. 
 
32 Fast hätte der HSV nachgelegt. Pröll geht gegen Romeo nicht entschieden zur Sache. Glück für Frankfurt, dass die Kugel knapp neben dem Pfosten ins Toraus kullert. 
 
28
 Kalte Dusche für die Eintracht! Zunächst wird der Schuss von Cardoso noch abgeblockt, doch dann kann Romeo von links flanken. Am rechten Pfosten lauert Mahdavikia und vollendet sicher zum Ausgleich. 
 
26
 Führung für die Eintracht! Skela passt den Ball auf den sträflich freien Amanatidis. Der griechische Nationalspieler lässt sich nicht zweimal bitten und hämmert das Leder durch die Beine von Wächter ins Netz. 
 
18 Romeo wühlt sich im Strafraum durch, kommt zum Schuss, doch Pröll ist mit einer sehenswerten Parade zur Stelle. 
 
14 Riesenchance für die Eintracht! Frommer zieht alleine davon in Richtung HSV-Tor. Aber Keeper Wächter kann mit einer Fußabwehr den Rückstand verhindern. 
 
8 Schur - deutlich zu erkennen an seinem dicken Pflaster auf der Stirn - mit einem Distanzschuss, der das Ziel jedoch weit verfehlt. 
 
5 Vielversprechender Beginn in der AOL-Arena. Beide Teams mit viel Offensivdrang. 
 
1 Beim HSV spielt Hollerbach für den Gelb-Rot-gesperrten Fukal, neu außerdem Romeo und Cardoso mit seinem Abschiedsspiel. Die Eintracht mit Chris nach seiner Gelb-Sperre für den verletzten Hertzsch, zudem Frommer im Sturm. 
 
Anpfiff 


 
dpa: HSV schießt Frankfurt in die 2. Liga

Von Britta Körber, dpa
Hamburg (dpa) - Der Hamburger SV hat mit dem zehnten Heimsieg den Abstieg von Eintracht Frankfurt aus der Fußball-Bundesliga besiegelt. Nach dem 2:1 (1:1) müssen die Hessen zum dritten Mal nach 1996 und 2001 den Gang in die 2. Liga antreten.

Das siebte Saisontor von Ioannis Amanatidis (26.) brachte die Eintracht zwar in Führung, doch im Gegenzug glich Mehdi Mahdavikia (27.) zunächst aus und Sergej Barbarez machte mit seinem zehnten Saisontor (57.) den Sieg perfekt. Damit verlor Frankfurt das siebte Auswärtsspiel in Serie. «Die Mannschaft hat alles probiert. Der finale Pass ist nicht gekommen», sagte Frankfurts Trainer Willi Reimann, der nun allerdings «so schnell wie möglich wieder aufsteigen will».

In der mit 52 854 Fans fast ausverkauften AOL-Arena wurden vor Spielbeginn HSV-Kapitän Nico-Jan Hoogma, Marcel Maltritz, Tom Starke, Milan Fukal, Rodolfo Cardoso und Bernd Hollerbach verabschiedet. Cardoso kam überraschend von Beginn an zu seinem 220. Bundesliga-Einsatz, da David Jarolim auf Grund von Muskelproblemen ausfiel. Der Argentinier wurde bei seiner Auswechslung nach 55 Minuten begeistert gefeiert und weinte bitterlich. «Ich habe nie gedacht, dass es mal vorbei sein wird, ich dachte, ich spiele mein ganzes Leben Fußball», sagte Cardoso. Da sich neben Christian Rahn und Stephan Kling keiner der Dauerverletzten zurückmeldete, blieben Trainer Klaus Toppmöller nur 16 gesunde Profis. Bei den Gästen, die von 10 000 Anhängern nach Hamburg begleitet wurden, gab Coach und Ex-HSVer Willi Reimann Nico Frommer den Vorzug vor Beierle.

In einem munteren Spiel zeigten vor allem die Gastgeber, dass sie die Vorwürfe der Wettbewerbsverzerrung nach dem 0:6 von Bremen nicht noch einmal aufkommen lassen wollten. Die erste Torchance vertändelte aber Frommer, der nach 18 Minuten und einem Konter an Keeper Stefan Wächter scheiterte. Dem Führungstor von Amanatidis folgte im Gegenzug Mahdavikias 1:1 nach Vorlage von Bernardo Romeo. Der Argentinier, dem in den vergangenen Wochen die Torgefährlichkeit abhanden gekommen war, verpasste bei drei Großchancen sein zwölftes Saisontor. In der 63. Minute löste ein mit der Hand erzieltes Romeo-Tor Jubelschreie aus, doch Schiedsrichter Knut Kircher verweigerte die Anerkennung.

Zuvor hatte der engagierte Barbarez nach einem Pfostenschuss von Naohiro Takahara dem guten Pröll keine Chance gelassen. Der Torhüter war zuvor mit dem 1. FC Köln schon einmal abgestiegen. Auch Routinier Uwe Bindewald, dem die Eintracht keinen neuen Vertrag mehr angeboten hat, konnte das Ruder für die Hessen nicht mehr rumreißen. «Wir wollten uns mit einem Sieg verabschieden. Frankfurt hat eine tolle Moral bewiesen, heute hat der Glücklichere gewonnen», so Toppmöller.