Bundesliga 2004/2005, 3. Spieltag, Samstag, 28.08.04 in der Hamburger AOL Arena bei 21 Grad C und schönem Sonnenwetter

Hamburger SV - 1. Fc Nürnberg 4:3 (2:1)

Das ist jetzt tatsächlich der erste Spielbericht in diesem Jahr. Und das erst am 3. Spieltag. Allerdings habe ich mir die Zeit nicht gelassen, bis wir endlich das erste Spiel der Bundesliga gewinnen. Ich hatte einfach so zu viel um die Ohren. Und wohl (ehrlicherweise) auch nicht so die rechte Lust.

Vor dem Spiel stand der Posten des Trainers lt. Presse schon auf dem Spiel. Bei einer Niederlage hätte es bereits „knallen“ können bzw. lt. anderen Zeitungen sei eine Frist von 3 Spielen gesetzt worden, weil wir nach diesem Heimspiel 2 Auswärtsspiele nacheinander haben....

Nun haben wir das Spiel allerdings tatsächlich gewonnen, wenn auch denkbar knapp. Ob die Position des Trainers damit nun gesicherter ist, vermag ich nicht zu sagen. Ich würde Toppi ohnehin lieber weiterhin beim HSV sehen. Wenn seine Äußerungen in der Tat auch manchmal auf mich eher unbedacht wirken, so denke ich doch, daß seine Erfolge bei anderen Vereinen nicht so zufällig sein können.

Bei so vielen Toren heute, habe ich direkt Probleme, die noch alle zusammen zu bekommen. Das Spiel ging jedenfalls eher langweilig los. Irgendwann haben wir es dann aber tatsächlich geschafft, ein Tor zu erzielen. Wie oft heute ging es über die rechte Seite, die mir mit Mahdavikia und Schlicke wesentlich stärker vorkam als die linke mit Wicky und Rahn. Insbesondere Rahn fand ich heute total blass.

Jedenfalls war es van Buyten, der im Anschluss an eine Strafraumszene den Ball überlegt einschob. Man hatte durchaus Hoffnung, daß  wir auch mit dieser Führung in die Halbzeit gehen könnten, aber die Nürnberger konnten noch vor der Halbzeit ausgleichen. Das geschah nach einer Ecke, bei der ein Nürnberger vollkommen unbedrängt am 5m-Raum an den Ball kam. Leider fiel mir das heute sehr oft auf, wie mutterseelenallein und ohne gegnerische Attacke sich die Nürnberger in unserem Strafraum bewegen konnten.

Wir hatten aber Glück und konnten vor der Halbzeit noch die erneute Führung erzielen, was für das Team sicherlich sehr wichtig war. Diesmal war es Schlicke, der mit einem (eher nicht knallharten) Volleyschuss aus 16 m ins lange Eck traf.

In der 2. Halbzeit war das Spiel des HSV in meinen Augen besser und wurde dann auch belohnt durch das erste Bundesliga-Tor von Emile Mpenza für den HSV. Und dabei konnte er auch seine größte Stärke, die Schnelligkeit, ausspielen, denn kaum ein anderer Spieler des HSV hätte diesen Ball vor dem gegnerischen Verteidiger bekommen. Und dann hat er ihn schön mit links am Torwart vorbei in lange rechte Eck geschoben.

Nun sah eigentlich alles bestens aus und auch der 3. Neuzugang wurde nach Verletzung in sein erstes Bundesligaspiel für den HSV eingewechselt. Benny Lauth kam nach 74 Minuten für Barbarez, der heute tatsächlich so einige Stockfehler drin hatte. Allerdings war er auch (endlich) wieder an fast allen guten Szenen des HSV beteiligt.

Unverständlich war mir allerdings, wieso wir das Spiel nun doch wieder aus der Hand gaben. Die Nürnberger schafften tatsächlich den Anschlusstreffer und nach der 80. Minute sogar auch noch den Ausgleich. Das war natürlich heftig, zumal die Nürnberger nun nicht gerade berauschenden Powerfussball zelebrierten. Aber sie nutzten die Stellungsfehler in der HSV-Abwehr sehr gut aus.

Aber direkt nach dem 3:3 feuerten die Fans die Mannschaft auch wieder an. Es ging also nicht mit Pfiffen weiter. Und die Mannschaft konnte auch noch einmal den Vorwärtsgang finden.

Das es ausgerechnet Benny Lauth vorbehalten war, den Siegtreffer zum 4:3 zu erzielen, ist natürlich so eine typische Geschichte des Fußballs. So haben beim ersten Sieg des HSV alle dreu Neuzugänge getroffen (wie  mir jetzt gerade erst auffällt); und alle mit ihrem ersten Treffer für den HSV (naja, bei 2 Niederlagen zuvor...).

Jedenfalls war es ein kurzweiliger Fußballnachtmittag und die Mannschaft hat auch durchaus gekämpft und teilweise ansprechenden Fußball geboten.

Ich kann jetzt nur hoffen, daß wir nicht 2 Auswärtsniederlagen folgen lassen, weil dann nicht nur  der Trainer zur Disposition steht, sondern der HSV auch die ganze Hinrunde im Tabellenkeller verbringen kann.

Bis dahin haben wir aber ja unsere portugiesische Neuverpflichtung von Standard Lüttich in der Mannschaft. Der neue soll ja Mpenza mit Bällen füttern, so wie er es in Lüttich getan hat. Ich hoffe, das klappt auch bei uns.

Meine Spielerbewertung:

Pieckenhagen: Ich fand ihn bei den Gegentoren recht unschuldig. Allerdings hatte er auch nicht gerade viele Glanzparaden. Note 4

Schlicke: Wenn ich auch oft eher kritisch dem jungen Björn gegenüberstehe, so fand ich ihn heute wirklich gut. Gestört hat mich einzig, dass er sich so oft gut mit nach vorne einschaltet und dann aber fast nie traut, eine Flanke DIREKT vors Tor zu schlagen. Konzentrieren und Mut beweisen!!! Note 2-

Wicky: fiel mir heute nicht so stark auf wie er mir sonst das ganze Jahr über gefiel. Trotzdem defensiv gut. Nach vorne jedoch kaum zu sehen: Note 3-

Reinhardt: Wenn nicht auch er bei einem Gegentor (dem 2.) so weit neben seinem Gegenspieler gestanden hätte, wäre er für mich fast der beste HSVer gewesen. Er ist mir nämlich sehr oft positiv in der Abwehr aufgefallen. So kann ich ihm aber leider keine 2 geben, sondern nur eine: Note 3

Van Buyten: es fällt mir immer wieder mit Licht und Schatten auf. Heute überwog aber mal das Licht. Er hat ein Tor gemacht, was natürlich wichtig ist. Auch einige Male gut geklärt. Aber er fiel mir auch schon öfter wie beim 2. Gegentor auf, als er den Gegner in unserem Strafraum einfach nicht angreift und der dann schön an ihm vorbei zum Tor flanken kann: Note 3-

Beinlich: war sehr emsig, aber ein Spielmacher ist er wirklich nicht: Note 4

Jarolim: Weniger auffällig als sonst. Nur wenige richtig gute Aktionen: Note 4

Rahn: heute spielte er leider wieder eher so wie in seiner Anfangszeit beim HSV. Sehr viele Stockfehler und kaum Zug nach vorne. Wurde m.E. zurecht ausgewechselt als erster: Note 4-

Mahdavikia: sein erstes Heimspiel diese Saison für den HSV. Berauschend war es zwar nicht, aber Mehdi brachte immer wieder mal Wirbel über die rechte Seite. Hätte fast ein Tor vorbereitet; doch Mpenza konnte den Ball leider nicht im Gehäuse unterbringen. Und hätte auch fast eines selbst geschossen: Note 3+

Barbarez: ihn zu benoten, fällt mir oft am schwersten. Er ist nun mal einer meiner Lieblingsspieler. Und ich weiß, dass ich damit sicherlich nicht zur Mehrzahl der HSV-Fans gehöre. Heute hat er eigentlich wieder gezeigt, was ich von ihm erwarte. Er war an fast jeder torgefährlichen Szene des HSV beteiligt. Das Tor von Mpenza hat er direkt vorbereitet. Aber ich muß auch zugeben, dass er heute ungewöhnlich viele Stock- und Passfehler hatte. So kenne ich das sonst nicht von ihm.: Note 3

Mpenza: war heute schon besser ins HSV-Spiel integriert. Er bemüht sich wirklich, wird aber nicht sehr häufig in Szene gesetzt. Wenn, dann fällt allerdings immer wieder auf, wie unglaublich sein Antritt ist. Er stapft die ersten Meter dann immer so schnell los und ich wundere mich, wie schnell er auf einmal wird und die Leute alle überholt oder einholt. Damit erkämpft er sich viele Bälle. Durch genau diese Stärke war ihm heute auch sein 1. Tor für den HSV in der Bundesliga vergönnt: Note 2-

Schiri Merk: Mein Kumpel Kuno hat ja die These, dass er immer für den namhafteren Verein pfeift, was heute wohl wir gewesen sein dürften. Ich finde das nicht so. Allerdings hat er auch nicht gegen uns gepfiffen. Ich fand ihn einfach o.k.. Das Spiel war aber auch wirklich sehr fair und es gab kaum strittige Szenen: Note 2

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
kicker: 
Hamburger SV:  Pieckenhagen - Schlicke, van Buyten, B. Reinhardt, Wicky - Jarolim, Beinlich - Mahdavikia, Rahn - Mpenza, Barbarez - Trainer: Toppmöller

1. FC Nürnberg:  Schäfer - A. Wolf, Hajto, Bosacki, Wiblishauser - S. Müller, Larsen - Mintal, Banovic - Vittek, Schroth - Trainer: Wolf

Tore:   1:0 van Buyten (12., Rechtsschuss), 1:1 Mintal (37., Rechtsschuss, Vorarbeit Banovic), 2:1 Schlicke (40., Rechtsschuss, Rahn), 3:1 Mpenza (50., Linksschuss, Barbarez), 3:2 Mintal (76., Kopfball, Ketelaer), 3:3 Mintal (84., Rechtsschuss, Kießling), 4:3 Lauth (87., Linksschuss)

Eingewechselt:   56. Kling für Rahn, 74. Lauth für Barbarez, 89. Brecko für Jarolim - 60. L. Müller für Banovic, 72. Ketelaer für Wiblishauser, 79. Kießling für S. Müller

Schiedsrichter:  Merk, Dr. 

Zuschauer:  36587

Gelbe Karten:  Beinlich - Hajto, Mintal, Larsen
 

Spielbericht
HSV-Coach Klaus Toppmöller nahm im Vergleich zum letzten Bundesligaspiel beim FSV Mainz 05 (1:2) nur eine Umstellung vor: In der Vierer-Abwehr-Kette übernahm Schlicke auf der Außenbahn den Job von Kling. Nürnbergs Trainer Wolfgang Wolf sah nach dem gelungenen Saisonstart keinen Grund zu personellen Änderungen und schickte exakt jene Startelf ins Rennen, die beim 1:1 gegen den VfB Stuttgart auflief.

Bei angenehmen äußeren Bedingungen benötigten beide Teams eine gewisse Anlaufzeit, um in die Partie zu finden. Dem HSV war nach den Negativerlebnissen der letzten Zeit das Bemühen nicht abzusprechen, doch gegen zunächst aufmerksame Nürnberger fanden die Hanseaten kein Durchkommen.

Wie aus dem Nichts dann die Führung für die Toppmöller-Schützlinge, wobei die Nürnberger allerdings tatkräftig Hilfestellung leisteten: Nach einem Rahn-Freistoß wehrte Schroth zu kurz ab, van Buyten bedankte sich und erzielte mit einem platzierten Rechtsschuss aus elf Metern das 1:0 für den HSV (12.).

Mit der Führung im Rücken gewann der Hamburger SV an Selbstvertrauen und deckte die eine oder andere Unsicherheit in der Nürnberger Defensive auf. Insbesondere die agilen Offensivkräfte Mpenza und Mahdavikia sorgten für Unruhe beim Club.

Von Nürnberg war zunächst wenig zu sehen. Erst nach einer halben Stunde fasste sich Vittek ein Herz, umspielte die halbe HSV-Abwehr und flankte in den Strafraum, Barbarez klärte im letzten Moment vor Schroth zum Eckball.

Diese Szene machte den Franken Mut. Die Männer von Trainer Wolfgang Wolf suchten gegen keineswegs überzeugende Hamburger nun verstärkt die Offensive, das Niveau der Partie nahm zu. Nach 38 Minuten war es dann soweit: Nach einem Banovic-Eckball wurde Mintal nicht energisch genug durch Wicky gestört, der Slowake erzielte aus fünf Metern den Ausgleich.

Doch noch vor der Pause fand der Hamburger SV die richtige Antwort: Ebenfalls nach einem Eckball traf Schlicke zur erneuten Führung für die Hanseaten (40.), Vittek und Bosacki behinderten sich zuvor im Strafraum gegenseitig.

Ohne personelle Änderungen betraten beide Teams nach dem Seitenwechsel wieder den Rasen. Und die Spieler benötigten im zweiten Durchgang keine Anlaufzeit: Mahdavikia hatte für den HSV die Riesenchance zum 3:1 (48.), nur wenig später vergab Schroth den Ausgleich für den Club (50.). Doch keine 60 Sekunden später war es dann soweit: Barbarez schickte Mpenza steil. Der Belgier war im Laufduell schneller als Bosacki und schob den Ball mit links ins rechte Toreck (51.).

Die Hanseaten zogen sich nun zurück und überließen den Franken das Mittelfeld. Diese wussten den Platz allerdings gut zu nutzen und konnten sich gegen zu passive Hanseaten die eine oder andere Chance erarbeiten. Doch ausgerechnet Mittelstürmer Schroth hatte sein Visier falsch eingestellt. Der Ex-"Löwe" verpasste nach 61 und nach 70 Minuten jeweils den durchaus möglichen Anschlusstreffer.

Doch in der 76. Minute kam der couragierte Aufsteiger wieder ins Spiel zurück: Der eingewechselte Ketelaer schlenzte den Ball in den Strafraum, Mintal drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Torlinie.

Und damit ging das Nervenflattern bei den Hamburgern doch wieder los. FCN-Coach Wolf wollte die Wende erzwingen und brachte mit Kießling noch einen Angreifer. Der Club drückte nun vehement auf den Ausgleich und wurde erneut durch Mintal belohnt: Eine Flanke von Müller legte Kießling im Strafraum für den Slowaken ab, dieser traf aus neun Metern zum 3:3 (83.).

Doch in der spannenden Schlussphase kamen die Hanseaten doch noch zu drei Punkten: Nach einem Mpenza-Schuss klärte FCN-Keeper Schäfer mit einem Blitzreflex. Bosacki wollte die Situation bereinigen, doch bei seinem Rettungsversuch sprang der Ball vom linken Knie Lauths über die Linie (86.).

In einer abwechslungsreichen Bundesligapartie siegte ein verbesserter Hamburger SV mit 4:3 (2:1) gegen einen gleichwertigen 1. FC Nürnberg. Der Aufsteiger versteckte sich in der AOL-Arena keineswegs und hätte bei besserer Chancenverwertung durchaus einen Punkt mitnehmen können.

Spielereignisse im Detail
Schlusspfiff 
 
90 Mahdavikia mit einer Flanke von der rechten Seite, im Strafraum steigt Kling hoch, sein Kopfball geht aber drüber. 
 
86
 Ein Wahnsinnsspiel! Der HSV kommt nochmals zurück. Zunächst reagiert Schäfer glänzend gegen Mpenza, Bosacki will retten, doch sein Versuch springt von Lauths linkem Knie ins Tor! 
 
83
 Der Ausgleich für den Club!! Flanke von Ketelaer, Kießling legt für Mintal ab. Der Slowake trifft aus neun Metern mit rechts zum 3:3. 
 
76
 Der Anschlusstreffer für den Club: Der eingewechselte Ketelaer schlenzt den Ball in den Strafraum. Mintal findet die Lücke zwischen Reinhardt und Wicky und drückt den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. 
 
70 Nürnberg glaubt noch an eine Chance: Flanke des eingewechselten Lars Müller, Schroth ist per Kopf zur Stelle, doch sein Ball geht links vorbei. 
 
61 Fehler von Wicky, Vittek passt auf Schroth, der aus drei Metern aber den Anschlusstreffer verpasst. 
 
55 Hamburg drückt nun: Schäfer zögert gegen van Buyten, doch dessen Kopfball geht am Nürnberger Tor vorbei. 
 
51
 Der HSV erhöht auf 3:1! Barbarez schickt Mpenza mit einem Steilpass auf die Reise. Der Belgier ist schneller als Gegenspieler Bosacki und schiebt den Ball mit links am herausstürmenden FCN-Keeper Schäfer ins rechte Toreck. 
 
50 Auf der anderen Seite die Möglichkeit für den Club zum Ausgleich: Flanke von Wolf, Schroth ist im Strafraum völlig frei, doch sein Kopfball geht weit über das Tor. 
 
48 Riesenchance für die Hanseaten: Rahn passt auf Jarolim, der nicht im Abseits steht. Der Ex-Nürnberger legt im Strafraum quer auf Mahdavikia, der mit dem langen Bein aber einen Schritt zu spät kommt. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
  Halbzeitpause 
 
  Abpfiff 1. Halbzeit 
 
44 Nun Glück führt die Hamburger! Mintal zieht von der Strafraumgrenze ab, sein Ball springt vom rechten Pfosten ins Fekd zurück. Vittek, den das Schiedsrichtergespann im Abseits sieht, vergibt zudem den Nachschuss. 
 
40
 Der HSV schlägt zurück. Eckball durch Rahn, Bosacki und Vittek behindern sich gegenseitig. An der Strafraumgrenze nimmt Schlicke den Ball mit der Brust an und zieht mit rechts ab - sein Ball schlägt im rechten Toreck ein. 
 
39 Glück nun für die Nürnberger: Rahn tritt eine Ecke, Mpenza setzt sich im Kopbfallduell gegen Bosacki durch, sein Ball springt von der Querlatte ins Aus. 
 
38
 Der Ausgleich für die Nürnberger. Eckball von der rechten Seite durch Banovic. Im Strafraum wird Mintal nicht entscheidend von Wicky gestört, der Slowake erzielt aus fünf Metern das 1:1. 
 
32 HSV-Keeper Pieckenhagen sorgt mit einem riskanten Ausflug für Gefahr, kann aber letztendlich die Situation klären. 
 
31 Die nächste Chance für den HSV. Mahdavikia ist auf der rechten Seite schneller als Wiblishauser. Die Hereingabe des Iraners verpasst Mpenza aus rund fünf Metern nur knapp. 
 
30 Zum ersten Mal melden sich die Nürnberger in Person von Vittek. Der Slowake lässt die halbe Hamburger Defensive stehen und flankt in den Strafraum, Barbarez klärt vor Schroth zur Ecke. 
 
22 Langer Ball auf Mpenza, Nürnbergs Abwehrrecke Hajto kann im letzten Moment klären. 
 
12
 Führung für den HSV. Nach einem Rahn-Freistoß schafft es die Club-Abwehr nicht, den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern. Schroth wehrt zu kurz ab, van Buyten bedankt sich und trifft aus elf Metern mit einem platzierten Rechtsschuss. 
 
10 Die ersten zehn Minuten sind ohne große Höhepunkte verstrichen. Der HSV ist engagiert, gegen zunächst tief stehende Nürnberger finden die Hanseaten aber noch kein Mittel. 
 
Anpfiff 


 
dpa: Lauth lässt Toppmöller durchatmen

Von Britta Körber, dpa

Hamburg (dpa) - Klaus Toppmöller erlaubte sich ein erstes Lächeln nach einer zermürbenden Woche. «Die Kritik geht einem schon nahe. Aber es geht nicht um mich, hier geht es nur um Punkte, Punkte, Punkte», sagte der umstrittene Coach des HSV nach einem 90-minütigen Gefühlsbad gegen Nürnberg.

In dem leidenschaftlichen Kampfspiel fuhr seine Elf beim 4:3 (2:1) gegen den 1. FC Nürnberg die ersten drei Saisonpunkte ein und brachte Toppmöller fürs Erste aus der Schusslinie. «Wir sind mit dem Trainer sehr zufrieden, er konnte nichts für unsere Niederlagen», sagte Nationalspieler Benjamin Lauth, dem nach seiner Einwechslung 15 Minuten vor Schluss in seinem ersten Bundesliga-Spiel für seinen neuen Club das Siegtor in der 87. Minute gelang. «Wir stehen zu hundert Prozent hinter ihm», bestätigte auch Torhüter Martin Pieckenhagen.

«Ich bin besonders stolz, dass unsere drei Neuzugänge heute getroffen haben. Das bestätigt uns», sagte Toppmöller, dessen Einkaufspolitik mit Abwehrchef Daniel van Buyten und den Stürmern Lauth und Emile Mpenza zuletzt immer mehr in Frage gestellt worden war. Der 53-Jährige, der vor der Partie intensive Einzelgespräche mit den Profis geführt hatte, will nun erkannt haben, dass «wir ein Stück enger zusammengerückt sind. Das war ein Befreiungsschlag, genauso leidenschaftlich herausgespielt wie es die deutsche Handball- Nationalmannschaft bei Olympia macht.»

Tatsächlich glänzte der HSV phasenweise mit sehenswertem Angriffsfußball, für den besonders der schnelle Mpenza steht. Doch der Sieg gegen Aufsteiger Nürnberg konnte nicht die vielen Unsicherheiten im Spielaufbau und in der Verteidigung verdecken. «Unser Abwehrverhalten muss besser werden», urteilte denn auch Sportchef Dietmar Beiersdorfer nach den drei Gegentreffer durch den überragenden slowakischen Nationalspieler Marek Mintal (37./76./84.).

Ausgerechnet in den zwei schweren Auswärtsspielen in Stuttgart und Kaiserslautern muss der so schlecht gestartete Bundesliga-Dino nun unter Beweis stellen, dass die Leistung keine Eintagsfliege war. «Jetzt muss in unsere Köpfe rein, dass wir stark genug sind zu gewinnen», forderte Lauth. Und auch nur dann ist Toppmöllers Arbeitsplatz nicht mehr gefährdet. «Ich weiß, dass ich ordentliche Arbeit abliefere, mehr kann ich nicht tun», meinte der Coach.

Ordentliche, aber fruchtlose Arbeit lieferten auch die Nürnberger ab, die es versäumten, frühzeitig die sich bietenden Torchancen zu nutzen. «Wir haben uns durch Unachtsamkeit selbst geschlagen. Diesen Rückschlag werden wir wegstecken», betonte Coach Wolfgang Wolf: «Der Club ist in der Bundesliga angekommen, jetzt gilt es, die Fehler abzustellen.»


 
Sport1:

Lauth lässt Toppmöller durchatmen

Wie von der Tarantel gestochen stürmte Klaus Toppmöller in der 86. Minute aufs Feld und umarmte jeden, der ihm entgegen kam. 
Joker Benny Lauth hatte gerade in seinem ersten Bundesliga-Einsatz für den HSV den 4:3-Siegtreffer gegen den 1. FC Nürnberg erzielt. Das glückliche Ende einer 90-minütigen Achterbahnfahrt für den gebeutelten Trainer. 
"Wir haben eine unglaubliche Moral bewiesen. Normalerweise verliert man so ein Spiel. Da erlebt man Emotionen, die man gar nicht beschreiben kann. Das war ein Befreiungsschlag für alle Beteiligten. Wir hatten diesmal das Glück, was uns in den letzten Wochen gefehlt hat", sagte der erleichterte Toppmöller, der nun erstmal wieder etwas ruhiger schlafen kann.

3:1-Führung verspielt
In der Tat war das Glück auf Seite der Hamburger. 3:1 führte der Bundesliga-Dino bereits durch Tore von Daniel van Buyten, Björn Schlicke und Emile Mpenza. Marek Mintal hatte das zwischenzeitliche 1:1 für die spielerisch starken Gäste erzielt.
Doch auch die Zwei-Tore-Führung verschaffte dem HSV nicht die nötige Ruhe. Und nachdem Mintal das 2:3 gelang, waren die Hanseaten drauf und dran, alles einzureißen, was sie sich in 75 Minuten zuvor mühevoll aufgebaut hatten. Wie schon in den letzten Spielen. 

"Wir sind nicht locker genug"
Der Ausgleich durch Mintals dritten Streich (84.) war die logische Folge. "Ich dachte mir, dass kann doch gar nicht wahr sein, da muss jemand etwas gegen den HSV haben", sagte Torhüter Martin Pieckenhagen. 
"Es ist unglaublich, wir sind einfach nicht locker genug", wunderte sich Torschütze Mpenza. Wohl wahr. Momentan hat man den Eindruck, dass die Hamburger nicht mal einen falschen Einwurf verkraften können.

Club zu "dusselig"
Doch dann kam Lauth und erlöste den HSV. Zu viel für Wolfgang Wolf. "Das ist schon verdammt bitter, wenn man sich so dusselig anstellt. Ich habe meine Mannschaft zusammengefaltet, weil es nicht sein kann, dass wir dieses Spiel nach dem Ausgleich noch verloren haben", meinte ein enttäuschter Club-Trainer. 
Kapitän Tommy Larsen gewann der Partie trotzdem etwas Positives ab: " Wenn wir hinten weiter so spielen, kriegen wir noch viele Gegentore. Aber wir haben gezeigt, dass wir eine hohe Qualität haben und in der Bundesliga mithalten können."

Neuzugänge retten Toppmöller
Qualität besitzt auch der HSV. Mpenza, van Buyten, Lauth - drei Hochkaräter sind vor der Saison in den hohen Norden gewechselt. Und sie waren es mit ihren Toren, die Toppmöller den lang ersehnten Befreiungsschlag bescherten.
Doch der Coach sieht das ein wenig anders: "Es geht hier nicht um mich. Das war ein wichtiger Sieg für den ganzen Verein. Alles andere ist unwichtig."

"Toppmöller leistet gute Arbeit"
Fakt aber ist, dass Toppmöller heftig in der Kritik steht und es für ihn extrem eng geworden wäre, hätte der HSV nach fünf Pflichtspielniederlagen in Folge nicht gewonnen. Auch wenn Mpenza dies nicht nachvolziehen kann: "Ich verstehe die ganze Trainerdiskussion nicht. Toppmöller leistet gute Arbeit." 
Diesmal hatte er mit der Einwechslung von Lauth zumindest ein glückliches Händchen. Nach vier Monten Verletzungspause wurde der Ex-Löwe in der 73. Minute für den schwachen Barbarez eingewechselt und war 13 Minuten später zur Stelle. 

"Hauptsache gewonnen"
"Es ist egal, wie wir gewonnen haben, aber verdammt wichtig, dass wir zurückgekommen sind. Ich freue mich sehr über mein Tor", meinte ein glücklicher Lauth. 
Dass der 23-Jährige überhaupt erfolgreich war, hat er dem unglücklichen Bartosz Bosacki zu verdanken, der den Ball bei einem Rettungsversuch im eigenen Fünfmeterraum Lauth ans linke Knie hämmerte. Von dort sprang die Kugel an Raphael Schäfer vorbei ins Netz. 
Alles in allem also ein glücklicher Tag für den HSV und vor allem seinen Trainer.

Daten: Hamburg und Mintal in Torlaune:

HSV-Durststrecke beendet
Nach zuvor fünf Pflichtspielniederlagen in Folge (darunter zweimal im UI Cup gegen Villarreal und im DFB-Pokal gegen Paderborn) ging der HSV mal wieder als Sieger vom Platz.

Angstgegner Hamburg
Zum neunten Mal in Folge gab es für die Franken gegen die Hanseaten keinen Sieg, zuletzt setzte es vier Niederlagen hintereinander. Der letzte Erfolg gelang Nürnberg vor über elf Jahren (1:0 am 5.März 1993).

Mintal traf wie einst Golke
Marek Mintal gelangen in seinem dritten Bundesligaspiel drei Tore - drei Treffer in einem Spiel für den Club waren zuletzt Andre Golke am 16. Mai 1992 in Bremen gelungen. Durch seinen Hattrick gewann Nürnberg damals im Weserstadion mit 3:1.

Schützenfest in Hamburg
Hamburg und der Club lieferten das torreichste Spiel der laufenden Saison ab. Zuletzt fielen bei Bremen - Leverkusen (2:6 am 15. Mai 2004) mehr Treffer in der Bundesliga.

Turbulenter Schlagabtausch
Schwache Abwehrreihen auf beiden Seiten prägten das abwechslungsreiche Spiel. Hamburg hatte leichte Vorteile (55 Prozent der Ballkontakte, 53 Prozent Zweikämpfe gewonnen) und am Ende etwas mehr Glück. Der HSV machte aus 14 Torschüssen vier Tore und damit eins mehr als Nürnberg aus 15 Schüssen.

Marcel Ketelaer ist wieder da
Marcel Ketelaer kam nach über zehn Monaten Pause wieder in der Bundesliga zum Einsatz und brachte viel Schwung. 18 Minuten vor Schluss wurde er beim Stand von 3:1 eingewechselt, kurz darauf schlug er die Flanke zum 3:2 und leitete auch das 3:3 mit einem Pass auf Kießling ein, der den Ball auf Mintal weiterleitete. Sein Gegenspieler Björn Schlicke hatte große Probleme mit dem Ex-Gladbacher und verlor drei von vier Zweikämpfen.

Lauth mit gelungenem HSV-Debüt
Benjamin Lauth traf in seinem ersten Bundesligaspiel für den HSV zum 4:3 und setzte damit die Serie gegen seinen Lieblingsgegner Nürnberg fort, gegen den er in drei Spielen fünf Tore markierte. 17 Minuten vor Schluss eingewechselt, stand der Ex-Löwe in der turbulenten Schlussphase richtig, überzeugte aber auch mit 75 Prozent gewonnenen Zweikämpfen gegen die am Ende müde Club-Abwehr.

Mpenza schoss aus allen Lagen
Emile Mpenza gab die Hälfte der Hamburger Torschüsse ab (sieben von 14) und drehte dabei vor allem nach der Pause so richtig auf: Das 3:1 schoss der Belgier selbst, beim 4:3 lieferte er die Vorlage. Zudem gewann Mpenza für einen Stürmer starke 55 Prozent seiner Zweikämpfe.