Bundesliga 2004/2005, 9. Spieltag, Samstag, 23.10.04 im Dortmunder Westfalenstadion

BVB 09 Borussia Dortmund - Hamburger SV 0:2 (0:1)

Wieder einmal war ich nicht auswärts in dieser Saison. Naja, ich habe ja noch gar kein Spiel gesehen.

Aber zumindest habe ich von diesem Spiel erstmals immerhin 30 Minuten live auf premiere gesehen. Eigentlich wollte ich es mir gar nicht ansehen und stattdessen an meinem PC ein paar Sachen aufarbeiten, aber dann bin ich doch noch kurzer Hand zu meinem Kumpel mit premiere gefahren. 
Allerdings verspätet, sodaß ich auf dem Weg bereits das Führungstor der HSV im Radio hörte - schön!

Ich habe dann die 15 - 45. Minute gesehen und mußte zur Halbzeit los, weil ich eine Freundin aus Hamburg mit der Bahn abholen wollte. Aber es wurde ja auch so gut und der HSV hat tatsächlich sein erstes Auswärtsspiel der Saison gewonnen.

Ob das nun am Trainerwechsel lag, weiß man nicht. Ich finde es ohnehin in gewisser Weise sehr schade, wenn jetzt dann plötzlich einige Spieler wieder mehr fighten können - ganz traurig!

Noch am letzten Wochenende wurde nach der Heimniederlage gegen Bielefeld Coach Toppmöller gefeuert und dafür der bisherigen Regionalliga-Coach Thomas Doll zum Trainer der Profis gemacht. Und das nicht nur als Interims-Lösung.

Naja, zumindest haben die Jungs jetzt wieder gekämpft. Ein schönes Spiel war es aber in den 30 Minuten, die ich live gesehen habe, nicht. Und die Dortmunder waren wirklich richtig grottig. Trotzdem haben die HSVer wenigstens gekämpft - schön.

Allerdings nahm Doll Aufstellungsänderungen vor. Er sagte bereits in der Presse, daß er 4-4-2 spielen lassen wolle.

In die 4-er-Abwehrkette rückte Boulahrouz und Wicky dafür auf seine ursprüngliche Position im defensiven Mittelfeld. Außerdem feierte links in der Abwehrkette der Amateur Rene Klingbeil sein BUndesligadebüt und schlug sich wohl sehr gut. Der war mir und meinem Kumpel schon beim Hermann-Rieger-Abschiedsspiel sehr positiv aufgefallen. Und schlechter als Kling (der gar nicht mitfahren durfte und zu den Amateuren mußte) kann er ohnehin nicht sein.
Außerdem durfte Beinlich nach langer Zeit mal wieder spielen statt Rahn. Barbarez wieder hinter den Spitzen Mpenza und Takahara. 
Ma sehen, was das nächste Heimspiel, das bereits in der Woche am Mittwoch stattfindet, uns bringt.

Und danach werde ich tatsächlich mein erstes Auswärtsspiel in dieser Saison live sehen - beim SV Werder.....

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
kicker: 
Borussia Dortmund:  Weidenfeller - Bergdölmo, Madouni, Wörns, Dede - Oliseh, Kehl - Rosicky - Odonkor, Ewerthon, Koller - Trainer: Van Marwijk

Hamburger SV:  Pieckenhagen - Schlicke, Boulahrouz, van Buyten, Klingbeil - Wicky - Jarolim, Beinlich - Barbarez - Mpenza, Takahara - Trainer: Doll

Tore:   0:1 Mpenza (9., Rechtsschuss, Vorarbeit Barbarez), 0:2 Jarolim (70., Rechtsschuss, Mpenza)

Eingewechselt:   63. Ricken für Odonkor, 72. Kringe für Bergdölmo - 61. Benjamin für Takahara, 76. Rahn für Beinlich, 87. Brecko für Wicky

Schiedsrichter:  Kircher 

Zuschauer:  78000

Gelbe Karten:  Mpenza, van Buyten, Jarolim, Wicky, Rahn
 

Spielbericht
Gleich auf fünf Positionen stellte BVB-Coach Bert van Marwijk seine Startformation gegenüber der 0:2-Niederlage in Stuttgart am vergangenen Spieltag um. Das Tor hütete Weidenfeller an Stelle von Warmuz, und in der Defensive wurden Evanilson, Jensen und Demel durch Bergdölmo, Madouni und Kehl ersetzt. Außerdem stand Ewerthon wieder zur Verfügung. Für ihn musste Kringe auf der Bank Platz nehmen. Hamburgs neuer Trainer Thomas Doll hatte drei neue Kräfte in der Anfangs-Elf. Für Moreira und Rahn kamen gegenüber der 0:2-Heimniederlage gegen Bielefeld Wicky und Beinlich im Mittelfeld zum Einsatz. In der Abwehr erhielt der Amateur Klingbeil die Chance sich zu bewähren. Dafür blieb Kling draussen.

Beide Mannschaften begannen mit wenig Mut zur Offensive und wirkten nervös.

Zuerst fing sich der HSV. Barbarez zeigte mit einem Weitschuss die Richtung an und deckte Schwächen in der BVB-Abwehr auf. Mit der ersten guten Kombination ging der HSV auch folgerichtig in Führung. Barbarez hatte im Mittelfeld viel Zeit den Ball anzunehmen und sich zu drehen. Der Bosnier legte den Ball in den Lauf von Mpenza. Der enteilte Wörns und zog sofort ab. Gegen den Schuss aus neun Metern hatte Weidenfeller keine Abwehrchance (10.).

Die Hamburger zogen sich daraufhin leicht zurück und verlegten sich auf Konter. Dortmund bekam dadurch ein Übergewicht im Mittelfeld, konnte jedoch nach der HSV-Führung damit nichts anfangen. Die Angriffsbemühungen der Westdeutschen verpufften vor dem Strafraum der Hamburger. 

Lange dauerte es bis zur ersten echten Torchance der Dortmunder. Erst in der 42. Minute musste HSV-Keeper Pieckenhagen sein Können zeigen, als er einen Kopfball von Koller aus der rechten unteren Ecke fischte.

Die Norddeutschen waren jedoch über die gesamte erste Spielhälfte mit ihren Kontern gefährlicher und hätten die Borussia noch in viel größere Schwierigkeiten bringen können, wenn sie ihre Chancen besser genutzt hätten.

Doch auch beim Halbzeitstand von 0:1 wurde der BVB mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Pause verabschiedet.

Die zweite Hälfte begannen beide Teams personell unverändert, doch Dortmund kam mit mehr Engagement aus der Kabine. Dies führte sofort zu Torchancen für die Westfalen. Aber Dortmund blieb glücklos.

Zunächst scheiterte Ewerthon mit einem Kopfball aus kurzer Distanz, den Wicky für den geschlagenen Pieckenhagen von der Torlinie köpfte (48.), dann schaffte es der Brasilianer nicht, freistehend eine Flanke von Dede aus fünf Metern im Tor unterzubringen (55.).

Nach einer Stunde Spielzeit bekam die HSV-Defensive aber den Dortmunder Sturm wieder besser unter Kontrolle, so dass Torchancen für die Westfalen rar wurden.

Nachdem der HSV lange mit seinen Kontermöglichkeiten nichts anfangen konnte, schlugen die Norddeutschen in der 70. Minute trocken zu. Barbarez eroberte am Dortmunder Strafraum den Ball gegen Bergdölmo. Mpenza schnappte sich das Leder und legte zentimetergenau zurück zu Jarolim. Dessen Flachschuss wurde von Benjamin noch abgefälscht, so dass der Ball unhaltbar ins Dortmunder Tor tropfte.

Dies war die Entscheidung im Dortmunder Westfalenstadion. Der HSV brachte locker und routiniert den Sieg nach Hause, während Borussia Dortmund das Spiel aufgegeben zu haben schien. Wirkliche Torchancen brachten die Westfalen auch in der Schlussphase nicht zu Stande, zumal in der Mannschaft kaum ein Aufbäumen gegen die Niederlage feststellbar war.

Mit dem 2:0-Sieg in Dortmund schießt sich der HSV aus dem Tabellenkeller und tankt Selbstvertrauen für die kommenden Spiele. Für Dortmund brechen schwere Zeiten an. Mit nur acht Punkten aus neun Spielen droht den Westfalen das Abrutschen auf einen Abstiegsplatz.
 

Spielereignisse im Detail
Schlusspfiff 

90 Kringe noch einmal mit einem Schuss aus 20 Metern, doch der Ball fliegt knapp vorbei. 
 
82 Koller legt auf für Rosicky. Der schiesst aus 16 Metern. Der Ball wird abgeblockt und trudelt durch den Strafraum. Ricken wirft sich in die Flugbahn und bringt einen Schuss mit der Hacke zu Stande. Doch Pieckenhagen hält. 
 
80 Der HSV bleibt gefährlich. Mpenza lässt im Strafraum Madouni aussteigen und zieht aus elf Metern ab. Doch der Ball fliegt über das Tor. 
 
70
 Dortmund im Tal der Tränen. Bergdölmo verliert am Strafraum den Ball an Barbarez. Der passt zu Mpenza, der von der Grundlinie auflegt für Jarolim. Benjamin irritiert noch Torwart Weidenfeller so dass Jarolims Schuss ins Tor tropft. 
 
69 Wörns köpft einen Freistoß von Oliseh über das Tor. 
 
64 Den Kontern des HSV fehlt echte Torgefahr. Beinlich versucht es nach einer Barbarez flanke mit einem Volley-Schuss aus spitzem Winkel, doch Weidenfeller kann ohne Mühe parieren. 
 
55 Die BVB-Chancen häufen sich. Dede flankt butterweich auf Ewerthon. Der ist völlig frei und nimmt fünf Meter vor dem Tor den Ball direkt. Doch der Brasilianer verzieht. Der Ball fliegt deutlich am Tor vorbei. 
 
54 Rosicky spielt einen Steilpass auf Ewerthon. Der kommt zwar nicht an den Ball, doch Schlicke misslingt die Rettungsaktion, so dass Pieckenhagen in allerhöchster Not eingreifen muss. 
 
48 Riesen-Chance für Dortmund. Kehl legt mit dem Kopf auf für Ewerthon. Der kommt aus kurzer Distanz frei zum Kopfball, doch Wicky kann für seinen geschlagenen Torwart auf der Linie klären. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
  Halbzeitpause 
 
  Abpfiff 1. Halbzeit 
 
45 Takahara spielt Wörns im Strafraum aus uns schiesst auf die kurze Ecke. Doch Weidenfeller kann den Ball ohne Probleme aufnehmen. 
 
42 Die erste gute Szene der Dortmunder Offensive. Oliseh zirkelt einen Freistoß in den Hamburger Strafraum. Koller kommt zum Kopfball, doch Pieckhagen taucht ins bedrohte Eck und kann klären. 
 
39 Wicky schnappt sich einen Abpraller der BVB-Abwehr und versucht Weidenfeller aus der Distanz zu überwinden. Doch der Ball geht nicht nur über den BVB-Torwart, sondern auch über das Tor. 
 
27 Dortmund drückt zwar, kann sich aber keine echten Torchancen herausarbeiten. 
 
23 Koller legt auf für Odonkor, der von der Strafraumgrenze sofort abzieht. Doch der Schuss ist zu schwach. Pieckenhagen kann ohne Probleme halten. 
 
14 Dortmunds Abwehr schwimmt. Barbarez flankt von links. Kein Verteidiger kommt an den Ball, doch auch Takahara bringt am zweiten Pfosten den Kopf nicht mehr richtig heran. 
 
10
 Schock für den BVB. Barbarez schickt Mpenza per Steilpass in den Strafraum. Der hängt Wörns ab und versenkt den Ball trocken aus halbrechter Position im langen Eck. Keine Chance für Weidenfeller im BVB-Tor. 
 
5 Zu Beginn versteckt sich der HSV nicht. Barbarez versucht es mit einem Distanz-Schuss, zirkelt den Ball aber über die Latte. 
 
Anpfiff 


 
 
dpa: BVB-Krise spitzt sich nach 0:2 gegen HSV zu

Von Heinz Büse, dpa

Dortmund (dpa) - Finanziell am Abgrund, sportlich auf Talfahrt: Die Krise bei Borussia Dortmund nimmt dramatische Züge an. Auch der vor wenigen Tagen angekündigte Wechsel in der Führungsspitze konnte dem Revierclub nicht zu einer Trendwende verhelfen. 

Mit einer 0:2 (0:1)-Niederlage im Duell mit dem Hamburger SV manövrierte sich die Mannschaft von Bert van Marwijk in den Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga. Anders als bei der Borussia machten sich die personellen Konsequenzen beim Tabellenletzten aus Hamburg bezahlt: Dank der Tore von Mpenza (9. Minute) und David Jarolim (62.) feierte Thomas Doll ein erfolgreiches Debüt auf der HSV-Trainerbank und sein Team den ersten Auswärtssieg der Saison. Vor 78 000 Zuschauern im Westfalenstadion blieb der BVB auch im fünften Heimspiel ohne Sieg.

Nach der neuerlichen Pleite entlud sich der Frust der Fans in Protesten. Noch Stunden nach dem Spiel blockierten sie die Stadientoren und verhinderten die Abfahrt der Spieler. Selbst der designierte Nachfolger von Präsident Gerd Niebaum, Reinhard Rauball, konnte die aufgebrachten Anhänger nicht beruhigen. Erst nachdem sich BVB-Spieler wie Sebastian Kehl und Christoph Metzelder mit Megafon einer Diskussion stellten, entschärfte sich die Situation.

Wie bei den Fans wird auch die Sorge um die Zukunft des Vereins bei Trainer van Marwijk immer größer. «Wir müssen realistisch sein, jetzt spielen wir gegen den Abstieg und müssen ganz neu anfangen.» Anders als bei seinem Dortmunder Kollegen hatte HSV-Coach Doll allen Grund zur Freude: «Das war ein Neuanfang für den Verein, die Spieler und natürlich auch für mich. Aber wir sollten jetzt mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben», meinte der Nachfolger von Klaus Toppmöller.

Sowohl Rauball als auch HSV-Coach Doll hatten im Vorfeld der Partie an die zuletzt formschwachen Profis appelliert, alle Reserven zu mobilisieren. Doch diese Therapie schlug zunächst nur beim HSV an. Der wie von Lasten befreit aufspielende Gast ging bereits in der neunten Minute in Führung. Nach Zuspiel des ehemaligen Dortmunders Sergej Barbarez markierte Mpenza mit einem Schuss aus acht Metern seinen zweiten Saisontreffer. Der erstmals seit über zehn Monaten eingesetzte BVB- Keeper Roman Weidenfeller und Nationalverteidiger Christian Wörns befanden sich da noch im kollektiven Tiefschlaf.

Der frühe Rückstand machte den Gastgebern sichtlich zu schaffen: Übernervös und konzeptlos wurden die Angriffe vorgetragen, gewonnene Zweikämpfe und gekonntes Kombinationsspiel blieben Mangelware. Bis auf einen Schuss von David Odonkor (22.) und einen Kopfball von Jan Koller (41.) war HSV-Torhüter Martin Pieckenhagen ohne Beschäftigung. So hatte der HSV wenig Mühe, das Spiel zu kontrollieren und war dem 2:0 näher als der BVB dem Ausgleich. Folgerichtig verabschiedeten die Borussen-Fans ihre Mannschaft mit einem Pfeifkonzert in die Kabine.

Erst nach Wiederanpfiff erhöhten die Dortmunder den Druck. Nach einem Kopfball von Ewerthon klärte HSV-Abwehrspieler Raphael Wicky auf der Linie (47.), fünf Minuten später fand der Brasilianer seinen Meister in Pieckenhagen. Anders als in den vorigen Spielen hielt die HSV-Abwehr dem Druck diesmal jedoch stand. Für die endgültige Entscheidung sorgte Jarolim: Mit einem abgefälschten Schuss aus 14 m versetzte der Mittelfeldspieler dem Gegner den Knockout.


 
 
sport1:
Doll-Debüt gelungen - BVB am Abgrund

"Das ist heute ein Richtung weisendes Spiel", hatte Dr. Reinhard Rauball angekündigt. 
Der designierte BVB-Präsident war vor der Partie gegen den HSV zu den Dortmunder Fans gegangen und hatte nach den zuletzt schwachen Leistungen der Borussia Besserung versprochen.

Nur ein Punkt Vorsprung auf Platz 18
Doch es kam anders: Statt des erhofften ersten Heimsiegs kassierte Dortmund beim 0:2 (0:1) die zweite Heimniederlage der Saison und rutschte mit nur einem Punkt Vorsprung auf das Tabellenende auf Rang 14 ab.
"Wir sind in der Realität angekommen", erklärte Rauball. "In den nächsten Wochen spielen wir gegen den Abstieg", brachte es Abwehr-Routinier Christian Wörns auf den Punkt.

Doll holt ersten Auswärtssieg
Des einen Leid, des anderen Freud: "Die Leidenschaft, taktische Disziplin, Ordnung und der Zusammenhalt waren ausschlaggebend für den Sieg", meinte Thomas Doll, der einen gelungenen Einstand auf der HSV-Bank feierte und die Rothosen zum ersten Auswärtssieg der Saison und weg vom Tabellenende führte.
Emile Mpenza brachte die Gäste schon in der 9. Minute nach Vorarbeit von Sergej Barbarez in Führung. "Ich hatte zuletzt nicht so gut gespielt. Heute hat es endlich wieder geklappt", freute sich der Belgier.
"Das war ein Neuanfang und wir freuen uns sehr. Wir haben zusammengehalten und sind endlich mal wieder in Führung gegangen", erklärte Barbarez, der auch am zweiten Treffer durch David Jarolim (70.) beteiligt war.
Dem Treffer waren katastrophale Fehler der Dortmunder Abwehr vorausgegangen. "Im Moment spielen wir einfach schlecht. Uns fehlen auch die spielerischen Mittel", gab Wörns zu.
Die HSV-Profis schöpften erstmals seit langer Zeit wieder ihre Mittel aus. "Die Reaktion der Spieler, die in den vergangenen Wochen viel Kritik einstecken mussten, war sensationell", freute sich Doll.

Erfolg des Kollektivs
Bleibt nur die Frage, warum erst ein Trainerwechsel die Reaktion bewirkte. "Mich ärgert es maßlos, dass wir solch eine Leistung nicht früher gezeigt haben", meinte Barbarez, der von Doll aus dem Abwehrzentrum zurück ins offensive Mittelfeld beordert wurde. "Heute war alles da, was in den vergangenen Wochen gefehlt hat", ergänzte der Bosnier.
"Wir haben alles aufgesaugt, was der Trainer uns vermittelt hat. Wir waren engagiert und haben alle an einem Strang gezogen", sagte Torwart Martin Pieckenhagen, der nach dem 0:2 gegen Bielefeld noch harsche Kritik an einigen Mitspielern geübt hatte.

"Das Vertrauen ist weg"
Die Dortmunder ließen erneut jeglichen Siegeswillen vermissen und gehen schweren Zeiten entgegen. Bereits am Dienstag wartet die schwere Aufgabe in Berlin. "Wir müssen jetzt Charakter zeigen", forderte Dede, der nach eigenen Angaben mit mehreren Vereinen in Verhandlungen über einen Transfer ist.
"Wir müssen die Ärmel hochkrempeln und positiv an das Spiel bei der Hertha herangehen", forderte Wörns. Keine leichte Aufgabe. "Das Vertrauen in die eigene Leistung ist weg", gab van Marwijk zu. Er selbst fürchte nicht um seine Position, erklärte der angeschlagen wirkende Niederländer. 

"Zweite Liga, Dortmund ist dabei"
Die Dortmunder Fans machten ihrem Ärger freien Lauf. "Zweite Liga, Dortmund ist dabei", skandierten aufgebrachte Anhänger. Rauball und einige Spieler stellten sich und versuchten die Fans zu beruhigen. 
"Wir sind alle enttäuscht, aber wir möchten euch danken, dass ihr die Mannschaft wieder so fantastisch unterstützt habt", sagte Rauball am Gitterzaun. "Wir müssen die Mannschaft jetzt wieder aufrichten."

Entschuldigung via Megafon
"Niemand verliert absichtlich. Es macht keinen Spaß, hier zu stehen und sich rechtfertigen zu müssen", bemühte sich Nationalspieler Sebsatian Kehl nach dem Spiel via Megafon um eine Entschärfung der aufgeladenen Atmosphäre.
Bei allen finanziellen und strukturellen Problemen muss man sich bei Borussia Dortmund schnellstens wieder auf das Sportliche konzentrieren - sonst ist der zweite Abstieg nach 1972 für die Schwarz-Gelben bald Realität.
 
 

Daten:Pieckenhagen überzeugt

Erster Auswärtssieg
Dem HSV gelang der erste Auswärtssieg in dieser Saison - damit feierte Trainer Doll einen gelungenes Trainer-Debüt. In der letzten Spielzeit mussten die Hanseaten bis zum 13. Spieltag auf den ersten Sieg in der Fremde warten, jetzt durfte bereist am 9. Spieltag gejubelt werden.

Endlich zu Null
Zum ersten Mal in dieser Saison blieb der HSV ohne Gegentor. Zuletzt gelang dies am 33. Spieltag der vergangenen Saison in Freiburg (0:0).

Historisch schlecht
Dortmund gewann an den ersten neun Spieltagen nur ein Spiel - so schlecht war der BVB zum gleichen Zeitpunkt einer Spielzeit das letzte Mal zuvor vor 19 Jahren (Saison 85/86). 

Ungewohnt heimschwach
Auch nach fünf Heimspielen wartet der BVB weiter auf seinen ersten Sieg. Zuvor mussten die Dortmunder nie länger als drei Heimspiele auf den ersten Sieg warten. 

Mpenza nicht zu stoppen
Emile Mpenza machte im Westfalenstadion sein bestes Spiel im HSV-Trikot. Ständig in Bewegung und stets anspielbereit zeigte sich der Belgier gegen die Dortmunder und wurde schon früh für seine Mühen belohnt. Nach neun Minuten vollendete er einen Pass von Sergej Barbarez zum 1:0 - schon bei Mpenzas bislang einzigen Treffer für den HSV leistete der Bosnier die Vorarbeit. Für die Vorlage zum entscheidenden 2:0 sorgte Mpenza selbst und sammelte in Dortmund mit 2 Scorer-Punkte genauso viele wie in dieser Saison zuvor. Insgesamt gab er zwei Torschüsse ab und bereitete zwei vor - damit war er an der Hälfte der HSV-Torschüsse beteiligt.

"Piecke" ließ Taten sprechen
Hauptgarant dafür, dass der HSV erstmals in dieser Saison ohne Gegentor blieb, war Keeper Martin Pieckenhagen. Der HSV-Keeper stand nach seiner Brandrede vom letzten Wochenende natürlich besonders unter Beobachtung, hielt dem Druck von Außen aber glänzend stand. Diverse Flanken und Ecken pflückte er herunter und wehrte fünf Torschüsse ab - besser war er in dieser Saison noch nie. 
 
Brave Dortmunder
Im Gegensatz zu den Dortmundern hatte der Tabellenletzte aus Hamburg die Misslichkeit der Situation begriffen und erkämpfte sich den ersten Auswärtssieg mit Haken und Ösen. Nach Fouls lag der HSV nach 90 Minuten 23:13 in Front. Noch klarer zeigte sich die Hamburger Bissigkeit bei den Gelben Karten: Fünf Mal sah ein Hanseat den Gelben Karton, ein Dortmunder wurde gar nicht verwarnt. Im drohenden Abstiegskampf sollte sich der BVB in der Zukunft besser wehren.

Gute Premiere
Der neue HSV Trainer Thomas Doll vertraute bei seiner Premiere auf einen weiteren Neuling: Für den aus dem Kader gestrichenen Stephan Kling verteidigte Rene Klingbeil vor 80.000 Zuschauern erstmals in der Eliteliga auf der linken Seite. Der 23-jährige machte seine Sache gegen Odonkor gut und war mit 58 Prozent gewonnenen Zweikämpfen der Beste im HSV-Team.