Bundesliga 2004/2005, 10. Spieltag, Mittwoch, 28.10.04 in der Hamburger AOL Arena bei 12 Grad C

Hamburger SV - SC Freiburg 4:0 (2:0)

Wir schreiben bereits den Samstag nach dem schönsten Spiel der bisherigen Saison und ich schreibe jetzt erst noch kurz meinen Spielbericht zum Freiburg-Spiel – obwohl wir schon auf dem Weg nach Bremen sind. Da bin ich doch inzwischen ganz schön oft dankbar darüber, daß ich so einen Uralt-Laptop habe und somit immer mal die Zeit im Auto sinnvoll nutzen kann,  wenn ich nur Beifahrer bin.

Freiburg war natürlich ein tolles Spiel. Schon vorher waren Kollegen, Freunde und ich uns recht siegesgewiß. Es macht sich nach dem einen Auswärtssieg in Dortmund doch irgendwie sofort eine Euphorie breit. Seltsam.

Das Spiel hatte nur einen ganz großen Nachteil für mich. Ich habe die erste halbe Stunde nämlich nicht gesehen, weil ich erst zu spät los kam und dann war in der Stadt alles so brechend voll, daß wir praktisch nur stop and go hatten durch die ganze Stadt. Das 1:0 hörten wir somit im Radio. Beim 2:0 war ich immerhin schon am Stadion. Allerdings noch nicht im Innenraum, sodaß ich davon auch nichts gesehen habe.

So kam ich also nach ca. 30 – 35 Minuten der ersten Halbzeit auf meinem Platz an. Von da an sah ich ein schönes Spiel mit einem total überlegenen HSV. Freiburg hatte da nie den Hauch einer Chance.

Nur leider hatte ich natürlich nicht so dieses Hochgefühl wie all die anderen HSV-Fans, die pünktlich im Stadion waren, denn ich hatte ja noch kein Tor gesehen.

Die zweite ging so weiter. Es startete mit guten Chancen für den HSV. Spielerisch am besten gefiel mit dabei eine Chance von Beinlich, als der Ball über das ganze Feld geschlagen wurde, weil Paule lang im Strafraum mitgelaufen war und den Ball dann auch volley nahm. Das kann aber auch erst nach dem 3. Tor des HSV gewesen sein, das für mich ja das erste war.

Barbarez setzte sich erst am und dann im Strafraum durch und spitzelte den Ball aus engem Winkel mit dem linken Außenwrist über den Torwart. Ein absolutes Sahnetor für mich. Und dann noch von meinem fußballerischen Liebling Barbarez. Es war ja schon seit 2. Treffer, nachdem Barbarez bereits das 2:0 erzielt hatte (und Mpenza auf Pass von Barbarez das 1:0 (wie ich mir sagen lassen musste)).

Schließlich folgte noch das 4:0. Wieder war es Barbarez, der einfach in den Straufraum reinging und den Ball am kurzen Pfosten verwandelte. Eine tolle Show von Barbarez. Direkt nach dem Tor lief er Richtung Haupttribüne, sprang über die Bande und lief dort zu seiner Mutter, Frau und Schwiegermutter, um die drei zu herzen.

Wenig später ließ sich Barbarez auswechseln und er bekam mal richtig großen Applaus – schön.

Danach ging dann wesentlich weniger, denn nun fehlte ja im Mittelfeld der Ideengeber. Aber trotzdem erspielte sich der HSV noch einige Großchancen, die allerdings allesamt verballert wurden. Die beste und größte hatte dabei der nach langer Verletzungspause eingewechselte Romeo. Er war schon am Torwart vorbei und schoss dnn aus kurzem Winkel an den rechten Pfosten. Wäre er nicht so eigenwillig gewesen, sondern hätte zu dem vorm Tor stehenden Mahdavikia zurückgespielt, wäre es wohl zumindest ein Tor geworden. So sah es eher peinlich aus für Romeo.

Das Spiel ging also mit 4:0 zu Ende, obwohl der HSV wirklich noch einige Tore mehr hätte erzielen können. Nicht erwähnt hatte ich bisher, daß beim SC Freiburg Diarra in der ersten halben Stunde bereits eine Rote Karte für eine Notbremse erhalten hatte. Nachdem ich es dann zumindest im TV gesehen habe, muß ich allerdings sagen, daß diese Karte auch vollkommen zu Recht gegeben wurde.

Nun hat der HSV also unter Thomas Doll sein 2. Spiel hintereinander gewonnen und das freut mich sehr. Vor allem war es gegen Freiburg auch ein Fußball-Fest, wie ich mich schon lange mehr an keines in der AOL Arena erinnern kann. Trotzdem bleibt bei mir, mehr als zuvor in meiner HSV-Karriere, ein fader Beigeschmack, denn ich frage mich schon, wie die selben Sspieler von einer Woche zur anderen plötzlich so viel mehr Leistung abrufen können. Das kann in meinen Augen nicht nur mit einem anderen Trainer und dessen Stärken zu tun haben. Dieser Gedanke betrübt mich zumindest; obwohl ich sehr viel von Thomas Doll halte. 

Nun sind wir schon in Bremen angeommen und noch hoffe ich tatsächlich, daß wir hier heute mal etwas reißen können. Im Grunde genommen wäre ja schon ein Unentschieden gegen den amtierenden Deutschen Meister sehr geil, aber ich kann mir auch einen Sieg vorstellen. Aber eine Niederlage wäre auch keine Schande. Zumindest werden gleich aber 2 Mannschaften aufeinander treffen, die beide momentan genügend Selbstbewußtsein haben dürften. Und unsere Jungs haben nach dem 0:6 aus dem Vorjahr ja auch noch reichlich was gutzumachen.

Meine Spielerbewertung:

Pieckenhagen: Ich kann mich nicht erinnern, daß er während der Zeit, die ich gesehen habe, auch nur einen Ball halten mußte. Was soll man da geben?: Note3

Boulahrouz: erstmals habe ich ihn live in der Innenverteidigung gesehen. Gefällt mir dort sehr gut. Ist auch sehr kompromisslos und wird sicherlich so einige gelbe Karten sammeln, denke ich ;-)  Note 3

Van Buyten: ebenfalls sehr gut bei den wenigen Angriffen der Freiburger. Und dann wirkte es noch so, als suchten die Freiburger bei Ihren langen Bällen auch noch unbedingt immer den Kopf des langen Belgiers. Und er war seinen Gegenspielern beim Kopfball total überlegen. Note 2

Klingbeil: Wurde in seinem 2. Spiel defensiv praktisch gar nicht gefordert. Und offensiv traute er sich leider nichts zu. Er spielte fast ausschließlich Rückpässe. Auf Dauer ist das zu wenig. Aber da es erst sein 2. Spiel in der Bundesliga war: Note 3

Schlicke: Da er defensiv nicht gefordert wurde, konnte er sich viel in die Offenisve einschalten. Das machte er gut und legte u.a. das 2:0 auf. Note 3+

Wicky: spielte äußerst unauffällig: Note 4

Beinlich: ist zwar sichtbar nicht mehr der schnellsten einer, aber er hat Übersicht, ist ballsicher und hatte diesmal sogar einige Torchancen: Note 3

Jarolim: Hatte sehr viele Ballkontakte und war auch wieder etwas im Aufwind. Besonders „schockiert“ war ich ja geradezu davon, daß er mehrmals aufs Tor schoss. Wo gibt’s denn sowas? Das macht er doch sonst nicht: Note 3

Barbarez: Zu ihm habe ich ja schon oben so einiges geschrieben. In saustarkes Spiel von ihm: Note 1

Takahara: Lief wie immer viel und war wie immer sehr torungefährlich: Note 3

Mpenza: konnte mehrmals seine Top-Geschwindigkeit ausspielen. So konnte er auch das 1:0 erzielen: Note 2

Schiri: an den un seine leistung habe ich keine große Erinnerung mehr. Ich weiß nur, daß ich mich über einige Abseitsentscheidungen geärgert habe. Aber die treffen ja seine lins-men und nicht er selbst. Wobei er sogar einmal seinen Linienrichter überstimmt hat.

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
kicker: 
Hamburger SV:  Pieckenhagen (3) - Schlicke (2,5), Boulahrouz (3), van Buyten (3), Klingbeil (3) - Wicky (2,5) - Jarolim (3), Beinlich (2,5) - Barbarez (1) - Mpenza (2), Takahara (3,5) - Trainer: Doll

SC Freiburg:  Golz (4) - Schumann (5), Mohamad (5,5), Diarra (5) - Riether (6) - Willi (4,5), Kruppke (5) - Coulibaly (4,5) - Cairo (4,5), Tanko (5), Sanou (5) - Trainer: Finke

Tore:   1:0 Mpenza (5., Rechtsschuss, Vorarbeit Barbarez), 2:0 Barbarez (28., Kopfball, Schlicke), 3:0 Barbarez (52., Linksschuss, Beinlich), 4:0 Barbarez (57., Linksschuss, Mpenza)

Eingewechselt:   62. Mahdavikia für Beinlich, 70. Romeo für Barbarez, 81. Benjamin für Wicky - 46. Müller (4,5) für Tanko, 46. Dorn (4) für Sanou, 70. Aogo für Riether

Chancenverhältnis:  11:0

Eckenverhältnis:  5:1

Schiedsrichter:  Dr. Fleischer  (Dachau), Note 2 - souverän, lag auch beim Platzverweis richtig.

Zuschauer:  37967

Rote Karten:  Diarra (18., Notbremse)

Gelbe Karten:  Schlicke - Willi

Spielnote:  2,5

Spieler des Spiels:  Barbarez, Sergej
Der überragende Akteur auf dem Platz, technisch und spielerisch sehr stark, erzielte drei Tore und bereitete eines vor.

Analyse
Nach dem gelungenen Debüt mit einem 2:0-Sieg in Dortmund gab Thomas Doll seinen Einstand als Cheftrainer in der AOL-Arena. Der Ex-Bundesligaspieler sah keinen Grund, die erfolgreiche Anfangself des vergangenen Samstags zu verändern.

Große Personalsorgen aber beim SC Freiburg: Neben u.a. Bajramovic (Adduktorenprobleme), Antar und Tskitishvili (beide Muskelfaserriss) fiel auch noch Iashvili kurzfristig mit Wadenproblemen aus, resultierend aus einem Zweikampf beim 2:0-Erfolg am Sonntag gegen den VfB Stuttgart. Volker Finke brachte Tanko für den Georgier.

Von Beginn an agierte nur der Hamburger SV. Mit großem Tempo und viel Spielfreude setzten die Hanseaten die Breisgauer sofort stark unter Druck. Freiburg dagegen wirkte angesichts des Angriffswirbels der Norddeutschen wie paralysiert. In der gesamten ersten Hälfte gab es keine einzige Torgelegenheit. Ganz anders dagegen der HSV: Fast im Minutentakt erspielten sich die Hanseaten Tormöglichkeiten. Mit der allerersten erzielte Mpenza nach schönem Zuspiel von Barbarez die frühe Führung (5.). In der Folge vergaben Mpenza, Wicky und Jarolim weitere gute Gelegenheiten. Nachdem Riether den Ball an Takahara vertändelt hatte, versuchte Diarra den enteilten Japaner per Foulspiel an seinem Sololauf Richtung Tor von Golz zu hindern. Die einzige Konsequenz für Schiedsrichter Dr. Fleischer: Rote Karte gegen den Malier wegen Notbremse (18.). Die numerische Unterlegenheit machte es den Breisgauern noch schwerer, zu eigenen Offensivaktionen zu kommen. Nach schöner Flanke von Schlicke von der linken Seite besorgte dann Barbarez ungehindert von einem Abwehrspieler der Finke-Elf das 2:0 (28.). Golz glitt der Ball dabei unglücklich durch die Hände, so dass er schließlich ins rechte Toreck trudelte. Nach dem zweiten Treffer wurde der Druck der Hamburger etwas geringer, die aber dennoch bis zur Halbzeit eindeutig spielbestimmend blieben. 

Mit den Einwechslungen von Müller und Dorn für Sanou und Tanko versuchte Volker Finke nach der Pause, für Beruhigung in der Defensive und neue Impulse im Angriff zu sorgen. Doch außer zweier ordentlicher Szenen von Dorn in der Anfangsphase des zweiten Abschnitts änderte sich nichts. Die Abwehr der Breisgauer blieb löchrig. Barbarez nutzte die eklatante Zweikampfschwäche aus und marschierte ungehindert durch den Strafraum von Golz und überwand den Keeper mit einem Kunstschuss aus spitzem Winkel ins lange Eck (52.). Damit nicht genug für die Hanseaten und den Bosnier: Nur wenige Minuten später schloss der 33-Jährige eine Kombination über Mpenza mustergültig mit einem satten Linksschuss ab und erzielte damit seinen dritten Treffer des Abends (57.). In der Folge plätscherte die Partie dahin. Der HSV drosselte das Spieltempo ein wenig, ohne jedoch das Heft aus der Hand zu geben. So traf der für Barbarez eingewechselte Romeo nach schönem Spielzug nur den rechten Pfosten. Auch in der Schlussphase zeigte sich die ersatzgeschwächte Finke-Elf gegen wie im Rausch aufspielende Hamburger desolat. 

Mit dem auch in dieser Höhe verdienten Erfolg findet der Hamburger SV Anschluss an die obere Tabellenhälfte. Gegen die laufstarken und spielfreudigen Hanseaten hatte der SC Freiburg zu keiner Zeit auch nur den Hauch einer Chance. Bezeichnend, dass die Breisgauer in der gesamten Spielzeit keine Tormöglichkeit zu verzeichnen hatten. Für den neuen HSV-Cheftrainer Thomas Doll bedeutet der zweite Sieg im zweiten Spiel nach seinem Amtsantritt, dies zudem ohne Gegentreffer, einen Traumstart.

Spielereignisse im Detail
Schlusspfiff 

79 Wieder einmal kombiniert Hamburg munter und ungehindert durch den Strafraum vor Golz. Romeo umläuft schließlich den SCF-Keeper und will abschließen anstatt zu Mahdavikia in der Mitte abzulegen, trifft aber nur den Pfosten. 

76 Die Hanseaten haben das Tempo etwas gedrosselt, scheinen aber gegen die unsichere Hintermannschaft der Breisgauer immer noch für einen Treffer gut zu sein. 

57
 Wieder trifft der HSV, wieder trifft Barbarez! Nach schöner Kombination durch die indisponierte Abwehr der Baden ist es zum dritten Mal der Bosnier, der mit einem satten Linksschuss einnetzt. 

52
 Wohl die Entscheidung! Beinlich spielt Barbarez den Ball in den Fuß. Der Bosnier kann mühelos halblinks durch den Freiburger Strafraum laufen und schiebt den Ball wunderbar aus spitzem Winkel ins lange Eck. Ein Traumtor! 

49 Die Breisgauer sorgen in Person des eingewechselten Dorn erstmals für Arbeit für Pieckenhagen. 

49 Mpenza vergibt aus kurzer Distanz eine sehr gute Gelegenheit. Das Referee-Gespann hatte allerdings die Spielsituation unterbunden, obwohl der Ball von einem Freiburger zum Belgier gekommen war. 

46
 Durch die Einwechslungen von Dorn und Müller versucht SCF-Coach Finke, neue Impulse im bis dato schwachen Auftreten seines Teams zu erwirken. 

  Anpfiff 2. Halbzeit 

  Halbzeitpause 

  Abpfiff 1. Halbzeit 

42 Zwar ist der Druck der Hanseaten etwas abgeflaut, doch die Doll-Schützlinge bleiben spielbestimmend. Freiburg wartet noch immer auf seine erste Torchance. 

28
 Die Hanseaten erhöhen! Schlicke flankt von der rechten Seite in die Mitte. Dort kann Barbarez ungehindert zum Kopfball hochsteigen. Golz ist noch dran, aber das Leder trudelt langsam über die Linie. 

25 Die Breisgauer haben weiterhin erhebliche Probleme mit dem direkten und temporeichen Offensivspiel der Hamburger, bei denen bisher einzig die mangelnde Chancenverwertung zu bemängeln ist. 

18
 Bitter für die Freiburger: Riether verliert den Ball an Takahara. Der Japaner läuft allein auf das Tor von Golz und wird vom hinterhereilenden Diarra gefoult. Schiedsrichter Dr. Fleischer bleibt nur die Rote Karte als Konsequenz. 

17 Der SC Freiburg kommt bislang überhaupt nicht ins Spiel. Anders der HSV: Wicky erkämpft sich das Leder und zieht aus circa 21 Metern ab. Golz kann per Faustabwehr retten. 

13 Mpenza dringt über halblinks in den Strafraum ein und zieht ab. Keeper Golz hat im Nachfassen mit dem Flachschuss nur kleinere Probleme. 

7 Nach Flanke von der linken Seite kommt Jarolim in der Mitte zum Kopfball. Doch der Tscheche kommt in Rücklage, so dass der Ball deutlich über das Tor von Golz fliegt. 

5
 Frühe Führung für den HSV! Barbarez vollendet eine Kombination der Hanseaten mit einem wunderbaren Zuspiel auf den gestarteten Mpenza, der im Strafraum in halbrechter Position gekonnt vollendet. 

1 Thomas Doll setzt bei seinem Cheftrainer-Debüt in der AOL-Arena auf die erfolgreiche Anfangself des Erfolgs in Dortmund. Bei den verletzungsgeplagten Breisgauern fiel kurzfristig auch noch Iashvili aus, für den Tanko spielt. 

Anpfiff 


 
 
dpa: HSV gegen Freiburg wie verwandelt: Zweiter Sieg für Doll

Von Volker Gundrum, dpa

Hamburg (dpa) - Der neue Trainer Thomas Doll hat Bundesliga-Dino Hamburger SV aus dem Tiefschlaf erweckt und dem umstrittenen Sergej Barbarez Beine gemacht. 

Mit seinen drei Toren (28./51./57.) und der Vorlage zum Führungstreffer durch Emile Mpenza (5.) beim 4:0 (2:0)- Erfolg über den SC Freiburg war der zuletzt so gescholtene Bosnier der Spieler des Tages in der AOL-Arena. Nach dem schlechtesten Saisonstart in der Club-Geschichte schaffte der HSV im zweiten Spiel unter dem Toppmöller-Nachfolger den zweiten Sieg und zeigte endlich wieder Fußball-Feinkost. Vor 37 967 Zuschauern war der vierte Saisonerfolg der Hanseaten gegen die nach einem Platzverweis gegen Boubacar Diarra ab der 19. Minute dezimierten Freiburger zu keiner Zeit gefährdet.

«Ich freue mich wahnsinnig für die Mannschaft. Sie hat toll gespielt und toll gekämpft», meinte Doll nach dem klaren Erfolg. SCF- Trainer Volker Finke erkannte die deutliche Überlegenheit der Hamburger an. «Der Sieg geht auch in der Höhe in Ordnung», sagte Finke.

Nach der starken Vorstellung scheint der HSV für das Nordderby bei Meister Werder Bremen am Samstag gerüstet. Drei Tage nach dem Erfolg über den bis dahin ungeschlagenen VfB Stuttgart mussten die Freiburger beim Gastspiel im Norden auf ihren Siegtorschützen Alexander Iaschwili (Wadenprellung) verzichten. Trotzdem begann das Team von Finke offensiv, doch der Mut der Breisgauer wurde gnadenlos bestraft. Barbarez spielte blitzsauber auf Mpenza, der dem früheren HSV-Schlussmann Richard Golz mit einem platzierten Schuss keine Chance ließ.

Im ersten Heimspiel unter Doll wirkte der HSV wie verwandelt. Die Zuschauer staunten und feierten ihr Team mit Ovationen. Die neu formierte Abwehrkette um Kapitän Daniel van Buyten und Youngster Rene Klingbeil stand wie ein Bollwerk. Über Kampf fand man ins Spiel und suchte den Erfolg immer wieder über die Flügel. Als Diarra den Japaner Naohiro Takahara nur mit einer «Notbremse» stoppen konnte und die Rote Karte sah, kam der HSV noch besser in Fahrt. Mustergültig bediente Björn Schlicke wenig später Barbarez. Mit dem Kopf erzielte der frühere Bundesliga-Torschützenkönig seinen ersten Saisontreffer. Nach der Pause setzte der Bosnier noch zwei drauf und überwand nach genauem Beinlich-Paß SC-Keeper Golz zum zweiten und wenig später zum dritten Mal. Als Romeo für Barbarez (69.) kam, wurde der Matchwinner frenetisch gefeiert.

Bei seiner Heimpremiere klatschte Doll seine Spieler vor dem Anpfiff ab. Auf dem Rasen demonstrierten die Profis das neue Einheitsgefühl und bildeten einen Kreis. «Der Trainer hat eine Euphorie entfacht und eine gute Stimmung reingebracht, wie ich es noch nie bei einem Trainerwechsel erlebt habe», sagte der verletzte Bastian Reinhardt. Als prominentes Opfer hatte Doll seinen Nationalspieler Christian Rahn aus dem Kader gestrichen.


 
 
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