Bundesliga 2004/2005, 24. Spieltag, Samstag, 05.03.05 in der Hamburger AOL Arena bei Sonnenschein und kalten 0 - 1 Grad C

Irgendwie kann ich nur schlecht schreiben, weil ich meine Finger gar nicht so richtig spüre. Da kommt fast wieder der alte 2-Finger-Adler zum Vorschein... ;-)

Heute haben wir zwar keine fantastische Leistung (beider! Mannschaften) gesehen, aber einen immens wichtigen Sieg. Das Spiel gegen Leverkusen war für den HSV sehr wichtig, denn durch den Sieg haben wir sie in der Tabelle überholen können.

Vom Spiel habe ich die ersten 10 Minuten verpaßt, da wir erst recht spät losgekommen sind, ich dann noch tanken mußte und es am Parkplatz total voll war.

Aber lt. den Aussagen meiner Kumpel habe ich da auch nichts versäumt außer einem Kopfball des HSV. Auch in der Folgezeit gab es nicht sehr viel zu sehen. Sehr auffällig war, daß der Boden richtig schlecht war. Der Ball sprang jedenfalls allen Spielern vom Fuß und wurde teilweise total „wild“ durch die Gegend befördert.

Der HSV spielte zwar ganz gefällig und Leverkusen sehr ungefährlich, aber trotzdem gab es auch für den HSV kaum richtige Torchancen. So war es dann mal wieder eine Standardsituation, die uns zum Tor verhalf. Wenn wir das auch jahrelang nur sehr schlecht hinbekommen haben, so klappt es ja jetzt in schöner Regelmäßigkeit. Und es waren sogar die „üblichen“ Protagonisten, die das Tor besorgten. Beinlich schoß eine Ecke und van Buyten köpfte (obwohl ein Gegenspieler direkt mit ihm hochsprang) den Ball an die Unterkante der Latte. Von dort prallte er runter und dann schließlich in hohem Bogen raus aus dem Tor. Ich war mir wirklich sicher, daß der Ball drin war und der Linienrichter zeigte dies dann auch an.

Beim Torjubel wurde die Szene schließlich auch auf der Anzeigentafel gezeigt – und der Ball war wirklich deutlich drin.

Bei leverkusen kann ich mich in der 1. Halbzeit an 2 Chancen erinnern. Die eine war eine Schußchance von Ponte, der allerdings einen nicht sehr gefährlichen Schuß zu Stande brachte. Die zweite war allerdings eine 100 %ige. Da rannte m.E. Krzynowek allein auf Wächter zu, doch Wächter hat mit einem grandiosen Reflex den Ball abwehren können und damit die Führung zur Halbzeit bewahrt.

Wächter hat ja heute sein erstes Spiel in dieser Saison gemacht, nachdem Pieckenhagen nach erneuten schweren Fehlern in Berlin von Doll aus dem Tor quasi „suspendiert“ wurde. Gut für Stefan, daß er dann gleich ein so bärenstarke Szene dabei hatte.

In der zweiten Halbzeit verflachte das ohnehin nicht berauschende Spiel noch mehr und der Schiri rückte etwas in den Mittelpunkt durch viele, dem Publikum unverständliche, Pfiffe. So gab er z.B. ein Tor für den HSV nicht, was ich auch nicht so sah. Der Ball soll vor der Flanke im Aus gewesen sein. Ich habe das im Stadion nicht so gesehen, aber es war auch zu weit weg, als das ich mich richtig hätte aufregen können. Inzwischen habe ich die TV-Aufnahmen gesehen und danach kann man wohl davon ausgehen, dass der Linienrichter richtig lag.

Ansonsten passierte nichts großartiges. Beide Mannschaften hatten hier und da mal Chancen, aber so recht hochprozentig waren die nicht. Letztendlich gewann der HSV das Spiel in meinen Augen verdient, weil er zumindest mehr für das Offensivspiel getan hat und Leverkusen wirklich fast überhaupt nie Gefahr versprühte.

Meine Spielerbewertung: 

Wächter: Er bekam zwar nur sehr wenige Schüsse aufs Tor, aber die hielt er alle sicher. Und vor allem dabei, der wirklich eine hochprozentige Chance war: Note 2

Schlicke: war ganz gut dabei und fiel nicht besonders auf: Note 3

Klingbeil: hat sich nicht sehr oft offensiv eingeschaltet diesmal, aber das fiel auch nie negativ auf. Defensiv einmal mehr eine Bank: Note 2

Reinhardt: mit Licht und Schatten. Hatte ein paar „grobmotorische Störungen“, aber auch einige Male gut aufgepasst. Note 3-

Van Buyten: Er ist wirklich super drauf momentan. Nicht nur defensiv eine Bank – nun auch noch „ständiger“ Torschütze: Note 2+

Benjamin: Ersetze den verletzten Wicky und machte seine Sache sehr ordentlich: Note 3

Beinlich: gewohnt zuverlässige Leistung und erneut ein Tor vorbereitet. Auch defensiv stark, wenngleich er fast leider wieder ein Tor für den Gegner vorbereitet hätte: Note 2-

Jarolim: konnte heute nicht so wirkungsvoll agieren wie üblich und wurde auch früh ausgewechselt: Note 4

Barbarez: Nicht so genial wie zuletzt, aber eben doch wie immer an fast allen guten Szenen beteiligt: Note 3

Takahara: mit viel Laufeinsatz, aber insgesamt eher unauffällig: Note 4

Lauth: Erstmals von Beginn an dabei. Konnte aber leider noch nicht sehr überzeugen. Schlechter als Takahara, aber so schlecht, dass man ihm eine 5 geben dürfte, war es nun wirklich auch nicht: Note 4

Mahdavikia: wurde eingewechselt für Jarolim und wirkte auch überzeugender. Hätte fast ein Tor geschossen: Note 3+

Schiri Fandel: eigentlich mag ich den ganz gern, aber er verlor so ein bisschen seine Linie, als es zwischendurch mal ein wenig ruppig wurde: Note 4

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
kicker: Allgemeine Informationen
Hamburger SV:  Wächter - Schlicke, B. Reinhardt, van Buyten, Klingbeil - Benjamin - Jarolim, Beinlich - Barbarez - Lauth, Takahara - Trainer: Doll

Bayer Leverkusen:  Butt - Callsen-Bracker, Ramelow, Placente - B. Schneider - Castro, Krzynowek - Ponte - Freier, Voronin, Berbatov - Trainer: Augenthaler

Tore:   1:0 van Buyten (21., Kopfball, Vorarbeit Beinlich)

Eingewechselt:   60. Mahdavikia für Jarolim, 76. Kucukovic für Lauth, 83. Moreira für Takahara - 66. Bierofka für Freier, 73. Franca für Voronin, 78. Donovan für Castro

Schiedsrichter:  Fandel 

Zuschauer:  43959

Gelbe Karten:  Klingbeil, Schlicke, Lauth, Beinlich, Barbarez - Ramelow, Ponte, Placente
 

Spielbericht
Thomas Doll nahm gleich vier Änderungen beim Hamburger SV nach der 1:4-Pleite bei Hertha BSC vor: Wächter stand für den zuletzt schwächelnden Pieckenhagen (Kicker-Note 5 beim Gastspiel in Berlin) im Tor. Wicky (Muskelfaserriss) und Boulahrouz (Gelb-Sperre) mussten durch Benjamin und Reinhardt ersetzt werden. Zudem spielte Lauth im Angriff neben Takahara. Barbarez agierte hinter den Spitzen, Moreira rutschte aus der Anfangself. 

Eine Änderung in der Startformation bei Bayer Leverkusen im Vergleich zum 1:1 am vergangenen Sonntag im Heimspiel gegen Stuttgart: Die personellen Probleme im Abwehrbereich mit den weiterhin verletzten Roque Junior, Nowotny und Babic wurden durch den Bänderriss von Juan noch größer. Trainer Augenthaler stellte daher auf eine Dreierkette mit Callsen-Bracker, Ramelow und Placente um. Der erst 17-jährige Spanier Castro kam im rechten Mittelfeld neu in die Mannschaft.

Beide Mannschaften gingen engagiert in die Partie. Dies zeigte sich allerdings im gesamten Verlauf der ersten Hälfte mehr an der Härte der Zweikämpfe als an spielerisch guten Szenen. In den ersten 20 Minuten ergab sich auf beiden Seiten keine einzige nennenswerte Torgelegenheit. Durch eine Standardsituation gingen die Hanseaten dann in Führung. Beinlich schlenzte einen Eckball in die Mitte, wo der Belgier van Buyten das Kopfballduell der Kapitäne gegen Ramelow gewann. Der Ball prallte von der Unterkante der Latte deutlich hinter die Torlinie (21.). In der Folge hatte Leverkusen weiterhin Probleme im Spielaufbau gegen die sicher stehenden Hanseaten. Da aber auch die Doll-Elf nur bei gelegentlichen Kontern gefährlich wurde, blieb das Niveau der Begegnung schwach. Erst in den Schlussminuten des ersten Abschnitts wurde es noch einmal gefährlich. Krzynowek tauchte, frei gespielt von Voronin, allein vor Wächter auf. Doch der Hamburger Keeper parierte mit einer glänzenden Reaktion, so dass es bis zum Pausenpfiff durch Referee Fandel bei der nicht unverdienten knappen HSV-Führung blieb. 

Nur in der Anfangsphase des zweiten Abschnitts schien es, als würde sich die spielerische Qualität der Begegnung verbessern, weil Bayer nun etwas konsequenter Richtung Tor von Wächter spielte. Doch nach nur wenigen ansehnlichen Minuten kehrte das zerfahrene Spiel mit vielen Unterbrechungen und kleinen Fouls wie in der ersten Hälfte auf den Platz zurück. Da die Norddeutschen ein Quäntchen mehr Engagement an den Tag legten, konnten sie die Partie relativ souverän dominieren. Die Hamburger verzeichneten auch bei den seltenen Torgelegenheiten ein Plus im Vergleich zu den Rheinländern. Van Buyten gelang es, die einzige ernsthafte Chance der Leverkusener zu vereiteln, nachdem ein Querschläger von Beinlich genau vor den Füßen von Berbatov gelandet war. Bayer gelang es nicht, eine Schlussoffensive zu starten, so dass der HSV den knappen Vorsprung bis zum Spielende ohne größere Mühen halten konnte.

Durch den knappen Erfolg in einer spielerisch schwachen Partie zieht der Hamburger SV in der Tabelle an der Augenthaler-Elf vorbei und rückt damit zumindest bis Sonntag auf einen UEFA-Cup-Platz vor. Gegen zu ideenlose Leverkusener reichte den Hanseaten eine starke kämpferische Vorstellung, um die drei Punkte an der Elbe zu behalten. 
 

Spielereignisse im Detail
  Schlusspfiff 
 
84 Die Hanseaten kontrollieren die Partie aus sicherer Defensive recht gut. Den Rheinländern fehlen die zündenden Ideen im Angriffsspiel, um für ernste Torgefahr zu sorgen. 
 
73 Glück für die Hanseaten: Ein Querschläger von Beinlich landet vor den Füßen von Berbatov, doch van Buyten klärt vor dem einschussbereiten Bulgaren zur Ecke. 
 
69 Krzynowek legt sich im Strafraum den Ball in Bedrängnis zu weit vor. Mahdavikia rauscht heran und zieht sofort ab, doch Butt kann mit einer Glanzparade eine mögliche Vorentscheidung verhindern. 
 
65 Mittlerweile ist der Partie wieder sehr zerfahren. Spielfluss kommt kaum zustande, so dass auch Torszenen im Moment nicht zu verzeichnen sind. 
 
57 Knifflige Szene in der AOL-Arena: Klingbeil legt sich den Ball auf der linken Seite weit vor und flankt an der Außenlinie nach innen zu Barbarez, der einnetzen kann. Doch das Schiedsrichtergespann hat den Ball zuvor im Aus gesehen. 
 
52 Das spielerische Niveau hat zugenommen, weil Bayer nun geradliniger nach vorn spielt. Die erste Chance aber hat der HSV. Takahara wirft schnell zu Barbarez ein, der den hoch springenden Ball vor dem Tor aber nicht kontrollieren kann. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
  Halbzeitpause 
 
  Abpfiff 1. Halbzeit 
 
43 Takahara zieht aus halblinker Position mit rechts ab, aber das Leder streicht gut einen halben Meter am linken Pfosten vorbei. 
 
42 Voronin spielt Krzynowek schön frei, der in den Strafraum eindringen kann. Der Pole zieht allein vor Wächter ab, doch der HSV-Keeper kann mit einer glänzenden Reaktion retten. 
 
36 Weiterhin kaum spielerisch Hochwertiges in der AOL-Arena: Bayer hat eklatante Probleme im Spielaufbau gegen die gut stehenden Hamburger, die ihrerseits allerdings auch nur bei gelegentlichen Kontern gefährlich werden. 
 
24 Erste gute Aktion von Bayer: Berbatov setzt sich am Strafraumrand durch und zieht mit rechts ab, doch Wächter hat keine Mühe zu parieren. 
 
21
 Führung für die Hanseaten!! Beinlich schlenzt einen Eckball in die Mitte. Dort setzt sich van Buyten im Duell der Kapitäne gegen Ramelow durch und köpft wuchtig aufs Tor. Der Ball prallt von der Unterkante der Latte hinter die Linie. 
 
11
 In einer engagiert geführten und hart umkämpften Anfangsphase sieht Klingbeil die erste Gelbe Karte der Partie. Es ist seine Fünfte der Saison, so dass der HSV-Akteur in Bielefeld in der kommenden Woche fehlen wird. 
 
1 Große personelle Sorgen im Abwehrbereich bei Bayer: Auch Juan (Bänderriss) fällt aus, so dass Augenthaler in der Defensive auf eine Dreierkette umstellte. Der erst 17-jährige Spanier Castro ist im rechten Mittelfeld neu im Team. 
 
1 Gleich vier Änderungen beim HSV nach der 1:4-Pleite in Berlin: Wächter steht für den zuletzt schwächelnden Pieckenhagen im Tor. Wicky und Boulahrouz müssen durch Reinhardt und Benjamin ersetzt werden. Zudem spielt Lauth für Moreira. 
 
Anpfiff 


 
 
dpa: Leverkusen gefrustet - HSV träumt von Europacup

Von Britta Körber, dpa

Hamburg (dpa) - Der bodenständige Thomas Doll hörte gar nicht auf mit dem Schwärmen von seinen «charakterstarken» Spielern, da hatte der schmallippige Klaus Augenthaler den Presseraum der Hamburger AOL- Arena schon längst verlassen. 

Fast fluchtartig strebte der Coach von Bayer Leverkusen nach dem 0:1 (0:1) beim HSV dem Ausgang zu, um ja keine weitere Fragen nach der unmittelbaren Zukunft beantworten zu müssen. Zu genau wusste der Bayer, dass sich sein Team vier Tage vor der wichtigen Champions-League-Heimpartie gegen den FC Liverpool mitnichten in der Verfassung präsentiert hatte, das 1:3 aus dem Achtelfinal-Hinspiel aufzuholen. «Es hilft das ganze Jammern nicht, ich glaube nicht, dass einer der drei Innenverteidiger bis Mittwoch gesund wird», meinte der gefrustete Augenthaler.

Seiner neu formierten Defensive, in der auch der erst 17 Jahre alte Gonzalo Castro erstmals von Beginn an ranmusste, wollte er dennoch nicht allein die Schuld an der ängstlichen Vorstellung gegen die Hamburger geben. «Meine sieben Zwerge haben sich eigentlich ganz gut geschlagen. Wir waren insgesamt nervös, zu schlampig, es hat der letzte Pass gefehlt», haderte der ehemalige Abwehrchef der Bayern mit seinem durch Verletzungen arg gebeutelten Team. In der Meisterschaft hat der HSV mit nunmehr 40 Punkten die Rheinländer (39) überholt, das internationale Geschäft in der nächsten Saison ist für die Werks-Elf in weite Ferne gerückt.

«Wir schaun nicht nur nach oben, sondern auch nach unten», gab Bayer-Sportdirektor Rudi Völler nach dem hektischen Spiel auf holprigem Boden zu. «Aber jetzt haben wir zwei Heimspiele, mit Liverpool sogar drei, und zu Hause sind wir eine Macht», meinte der ehemalige Teamchef der Nationalelf. Und fast trotzig ergänzte Kapitän Carsten Ramelow: «Ich blick jetzt nicht nach unten.»

Glänzende Augen beim Blick auf die Tabelle bekam sogar Doll, sonst als nüchterner und bescheidener Fußballlehrer bekannt. «Jetzt können wir träumen. Das Tolle ist, dass die Mannschaft nach Niederlagen wieder aufsteht, ich ziehe den Hut vor ihr. Dennoch werden wir unser Saisonziel nicht korrigieren.» Auch dank der Entschlossenheit und der Motivationskünste ihres Trainers haben die Hanseaten den angestrebten siebten Platz schon hinter sich gelassen. So zögerte er nach dem 1:4 in Berlin nicht lange, nahm den indisponierten Martin Pieckenhagen aus dem Tor und stärkte Stefan Wächter den Rücken. Dass der nach 287 Tagen auf der Bank auf Anhieb Selbstsicherheit ausstrahlte und eine Klasse-Leistung hinlegte, überraschte Doll nicht: «Da haben wir ein richtiges Juwel in unseren Reihen.»

Der 26-Jährige bewies auch in der brenzligsten Situation gegen Jacek Krzynowek, dessen Torchance er im Hinauslaufen bestens klärte, dass er eine echte Alternative zu Pieckenhagen sein kann. Zudem sicherte er dem HSV die ersten 90 Minuten ohne Gegentor seit dem 13. Spieltag. «Stefan ist zur Zeit einfach besser drauf», meinte Daniel van Buyten, der mit seinem fünften Saisontreffer (21.) das richtungweisende Aufeinandertreffen entschieden hatte. Und Wächter selbst bekannte: «Natürlich hatte ich Lampenfieber, aber ich habe mich sicher gefühlt und es hat einen Riesenspaß gemacht.»


 
 
sport1: 
Hamburg besteht Reifeprüfung

Hamburg - Lange ärgern dürfen sich Klaus Augenthaler und seine Spieler nicht. 
Schon am Mittwoch wartet in der Champions League der FC Liverpool und Bayer Leverkusen muss einen 1:3-Rückstand aus dem Achtelfinal-Hinspiel aufholen. 
"Ich denke, dass wir in der Offensive stark genug sind, in jeder Halbzeit ein Tor zu schießen", sagte Augenthaler, obwohl davon bei der 0:1 (0:1)-Niederlage der Rheinländer beim Hamburger SV im Duell zweier Uefa-Cup-Aspiranten wenig zu sehen war.

"Wir haben schlampig gespielt" 
"Wir haben schlampig gespielt, die Passgenauigkeit fehlte, wir waren zu hektisch und zu weit weg von den Gegenspielern", kritisierte "Auge" und präzisierte: "An der Abwehr lag die Niederlage nicht." 
Dabei galt die Verteidigung im Vorfeld doch als mögliche Achillesferse des Leverkusener Spiels. In den verletzten Jens Nowotny, Juan und Roque Junior fehlten drei Innenverteidiger, und Augenthaler rechnet nicht bis Mittwoch mit ihrem Comeback.
Doch viele klare Chancen konnten sich die Gastgeber in der umkämpften Partie auf sehr schlechtem Platz nicht herausspielen. 

Standardsituation entscheidet Spiel
"Wenn zwei Mannschaften sich gegenseitig neutralisieren, dann entscheiden eben oft Standardsituationen", sagte HSV-Coach Thomas Doll, "und da hat sich Daniel van Buyten wieder erstklassig gezeigt." 
In der 21. Minute köpfte der Belgier einen Eckball zum entscheidenden Tor ein, es war schon der fünfte Saisontreffer des torgefährlichsten Abwehrspielers der Liga.
Der an der Seite von Bastian Reinhardt allerdings auch in der Verteidigung kompromisslos aufräumte. 

Leverkusen mit nur einer Chance
Nur eine einzige klare Chance erspielten sich die Leverkusener in 90 Minuten. Dimitar Berbatov, Andrej Voronin, Paul Freier und Robson Ponte - die gesamte hochkarätige Leverkusener Offensive fand praktisch nicht statt. 
Nur Jacek Krzynowek hatte in der 43. Minute die Gelegenheit zum Ausgleich. Doch der Pole konnte Stefan Wächter im HSV-Tor nicht überwinden, der mit einem erstklassigen Reflex parierte und sein Comeback nach einem Dreivierteljahr sowie seine 25. Bundesligapartie krönte.

Wächter mit "Top-Leistung"
Coach Doll hatte damit wieder alles richtig gemacht. Nach der 1:4-Pleite bei Hertha BSC eine Woche zuvor verbannte er den formschwachen Martin Pieckenhagen auf die Bank und beförderte die Nummer zwei zur neuen Nummer eins. 
Wächter bedankte sich mit einem starken Spiel. "Ich freue mich sehr für Stefan über diese Topleistung", sagte Doll, "wir haben gesehen, welch ein Juwel wir da haben." 
Der 26-Jährige, gab die Komplimente aber sofort an seine Mitspieler weiter: "Die Jungs haben praktisch keine Chancen zugelassen, haben super gestanden". So spielten die Hanseaten erstmals seit dem 6:0 in Rostock am 15. November wieder zu Null.

HSV an Bayer vorbei 
Am ehemaligen Tabellenführer Bayer ist der ehemalige Tabellenletzte aus Hamburg nun vorbeigezogen. 
Nach dem VfB Stuttgart und Kaiserslautern haben die Hamburger im heimischen "Doll-Haus" den dritten Kontrahenten im Kampf um einen Europacup-Platz in Folge bezwungen und damit eine Reifeprüfung bestanden. 

"Was will man mehr?"
"Man muss gegen solche Teams auch mal clever spielen und ohne Gegentor bleiben. Das ist uns gelungen", sagte Sergej Barbarez: "So geht es nach oben, was will man mehr?" 
Sein Erfolgscoach, der von den Amateuren kam, lebt aber weiterhin Bescheidenheit vor. 

Kurs auf das europäische Geschäft
"Wir und die Fans können jetzt gerne auf die Tabelle schauen und uns freuen", sagt Doll, "aber wenn man mal zwei, dreimal nicht so gut spielt, ist man schnell wieder abgestürzt. Und deshalb konzentrierten wir uns ab spätestens Dienstag nur auf das nächste Bundesligaspiel in Bielefeld." 
Soviel Zeit zur Regeneration für Kopf und Geist hat Leverkusen nicht, der Europacup und Liverpool warten. Doch wenn der HSV so weitermacht, hat er nächste Saison den gleichen Stress.
 

Daten: HSV setzt Heimserie fort

Heimserie
Der HSV gewann sein vierten Heimspiel in Folge und hat nun in der Rückrunde zu Hause schon genauso viele Punkte geholt wie in der kompletten Hinrunde (12).

Nach langer Zeit stand die Null 
Erstmals seit dem 13. Spieltag (6:0-Sieg in Rostock) blieb der HSV ohne Gegentreffer. Ein tolles Comeback für Keeper Stefan Wächter.

Auswärtsschwach
Leverkusen kassierte in dieser Saison auswärts jetzt schon doppelt so viele Niederlagen (6) wie in der gesamten letzten Spielzeit (3). Von den Meisterschaftsträumen muss sich Bayer wohl endgültig verabschieden.
         
Wieder torlos 
Leverkusen blieb bereits zum siebten Mal in dieser Saison ohne Torerfolg - schon jetzt zweimal häufiger als in der gesamten letzten Spielzeit (fünfmal).

Oldie but Goldie
Paule Beinlich erlebt in dieser Saison seinen dritten Frühling. Unter Toppmöller noch ausgemustert wird der Mittelfeldspieler unter Trainer Doll immer wichtiger und vor allem seine Standards sorgen immer wieder für Gefahr. 
Auf diese Art und Weise bereitete er per Ecke auch das einzige Tor des Spiels vor. Für Beinlich war dies schon die achte Torvorlage der Saison - so erfolgreich war er zuletzt in der Spielzeit 99/00 als er noch für Leverkusen spielte. 
Seine Vorlagen sorgen immer wieder für gefährliche Situationen und gegen seinen Ex-Klub bereitete er vier der neun HSV-Torschüsse vor. Überdies gewann er überragende 64 Prozent seiner Zweikämpfe.

Starker Wächter
Nach drei schweren Patzern in den Spielen der Rückrunde setzte Trainer Doll Stammkeeper Pieckenhagen auf die Bank und vertraute Stefan Wächter, der zuletzt am 34. Spieltag der Vorsaison das Tor hütete. Eine goldrichtige Entscheidung. Wächter hielt souverän und vereitelte in der 41. Minute den Ausgleich durch Krzynowek. 
Insgesamt wehrte Wächter fünf Torschüsse ab und der HSV spielte nach zehn Partien endlich wieder zu Null.

Starke Innenverteidigung
Übermäßig viel bekam Wächter allerdings nicht aufs Tor - vor ihm räumten van Buyten und Reinhardt gnadenlos ab: Reinhardt ersetzte dabei Boulahrouz ordentlich und gewann 65 Prozent seiner Duelle. 
Noch besser war van Buyten, der mit 73 Prozent gewonnenen Duellen der zweikampfstärkste Spieler auf dem Platz war und überdies auch den goldenen Treffer zum 1:0 markierte. Es war schon der fünfte Saisontreffer des Belgiers, der damit gemeinsam mit Bochums Kalla der torgefährlichste Abwehrspieler der Liga ist. 
  
Fehlerhaftes Bayer
Leverkusen spielte einfach zu fahrig: 29 Prozent der Pässe landeten bei den Hamburger. Exemplarisch für die Unsicherheiten war die Leistung des erst 17-jährigen Castro, der erstmals von Beginn an auflief. 
45 Prozent seiner Pässe fingen die HSVer ab und auch in Sachen Zweikampfstärke muss sich der Mittelfeldspieler an die raue Bundesligaluft noch gewöhnen. 
Bei seinem Einsatz gewann er nur 36 Prozent seiner Duelle.