Bundesliga 2004/2005, 25. Spieltag, Samstag, 12.03.05 in der Bielefelder Schüco-Arena (früher Bielefelder Alm genannt) bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und teilweise heftigen Schneefällen und Schneeregen

Arminia Bielefeld - Hamburger SV 3:4 (2:3)

Wie geil. Mein erstes Auswärtsspiel des Kalenderjahres und meine Serie hat gehalten. Ich habe noch keine Auswärtsniederlage live gesehen in dieser Saison. Und so ist es auch heute geblieben. Und als keines (nee: großes) Bonbon haben wir ja nicht nur nicht verloren, sondern  das Spiel gewinnen können. Obwohl das zwischenzeitlich ja  mal ganz anders aussah. 

Zunächst sah es aber sehr schnell sehr gut aus. Denn wir konnten schon nach ganz kurzer Zeit die 1:0-Führung erzielen. Der Ball kam von der rechten Seite in die Mitte  und dort konnte ihn Benny Lauth aus kurzer Entfernung irgendwie reinstolpern. Allerdings führte da irgendwie auf dem Feld nicht dazu, daß man mit sehr breiter Brust auftrat. Wenn die Stimmung auf den Rängen unter den HSVern auch prächtig war, so konnte man auf dem Feld doch nicht so druckvoll agieren, wie das vielleicht nötig gewesen wäre.

Und das zahlte sich leider dann mit der Zeit auch mit Gegentoren aus. Zunächst war es ein Freistoßtor, das wir bekommen haben. Und danach gab es auch schon bald das 2. Gegentor, das Wächter fast noch verhindern konnte, aber im Nachschuss konnte Vata den Führungstreffer zum 2:1 erzielen.

Das war das Blatt nun also gedreht und die Stimmung im Block wurde merklich schlechter. Aber vor der Pause konnte der HSV sich dann endlich noch aufraffen und riss das Spiel nun endlich an sich. Man spielte nun offensiv und konnte damit die Bielefeld auch mehrfach durcheinanderwirbeln.

Der Ausgleich fiel mal wieder nach durch eine Standardsituation. Und wieder mal war es Stefan Beinlich, der die entscheidende Flanke per Freistoß gab. Und wieder einmal war es Sergej Barbarez, der ein Tor erzielen konnte. Per Kopf beförderte er den Ball zum 2:2-Ausgleich ins Tor.

Und wieder nur kurze Zeit später konnte der HSV dann sogar die erneute Führung erzielen. Eine Flanke segelte durch den ganzen Strafraum, bis sie bei Boulahrouz ankam. Der stoppte ihn, drehte sich und schoß aus der Drehung ins lange Eck. Wie geil!!! Nach 1:0-Führung, 2:1-Rückstand dann schließlich noch zur Halbzeit die erneute Führung.

Dabei fand ich es auch sehr geil, daß es ausgerechnet Boulahrouz war, der den Führungstreffer erzielen konnte. Stand doch in dieser Woche noch ein Interview mit ihm in der Zeitung, in dem er u.a dazu interviewt wurde, daß ihm in Berlin durch Bastürks Handspiel sein erstes HSV-Tor „gestohlen“ wurde. Auf die Frage, wann er denn nun sein erstes HSV-Tor erzielen würde, antwortete er nur „in Bielelfeld“.

So ging ich also gutgestimmt und hoffnungsvoll in die Halbzeit. Und das sollte in der 2. Halbzeit auch weitestgehend so beibehalten werden. In der Halbzeit machte sich Mahdavikia so warm, daß man schon annehmen konnte, daß er eingewechselt würde und so kam es auch. Ich war gespannt, wer für ihn in der Kabine bleiben müßte. Es traf Naohiro Takahara. Da kann ich nur orakeln, daß Takahara doch nach einer Szene kurz vor der Pause so schwer angeschlagen war, daß er besser nicht mehr weiterspielen sollte. Zumindest fand ich es taktisch ungewöhnlich.

Mehdi war aber durchaus eine Belebung auf der rechten Seite. Und er konnte sogar noch das vierte Tor für uns erzielen – und das auswärts! Es war ein schöner Konter, bei dem Lauth den Ball lange geführt hatte und dann Mahdavikia entscheidend in Szene setzte. Der tendelte eigentlich so lange mit dem Ball rum, daß ich schon gar nicht mehr glauben konnte, daß aus der Chance etwas werden könnte. Aber irgendwie landete der Ball dann plötzlich im Netz. 4:2 – irre.

Leider verloren wir dann noch Miso Brecko nach einem unnötigen Foul (das ich gar nicht so schlimm fand) mit gelb-rot. Schließlich fiel dann (nach meiner Uhr) 5 Minuten vor Schluß noch das 3:4. Bielefeld war noch einmal alles nach vorne, aber eigentlich hatte ich gar nicht mehr solche Angst, daß wir den Sieg noch abschenken. Man wir da ja inzwischen auch etwas selbstbewußter, denn es gelingt dem HSV inzwischen ja sehr viel.

Nachdem ich noch mit 5 Minuten bis Abpfiff rechnete, waren es dann aber doch noch so locker 10 – 12 Minuten. Gott sei Dank war mir das vorher noch nicht bewußt. Jedenfalls haben wir es dann unbeschadet überstanden und durch die ebenfalls sehr geilen anderen Ergebnisse sind wir momentan auf dem 4. Platz angekommen.

Da kann man schon wirklich langsam dran glauben, daß ein UEFA-Cup-Platz gut drin ist. Und wenn die Freunde, die mich heute wieder dankenswerterweise mitgenommen haben,  davon sprechen, daß man auch ernsthaft die Champions League anvisieren muß, kann man das wohl auch nicht ganz von der Hand weisen.

War jedenfalls ein sehr gelungener Nachmittag, den ich nun wohl auf dem Kiez noch fortsetzen werde... glaube ich zumindest....

 Meine Spielerbewertung: 

Wächter: sah wohl auch beim ersten Gegentor nicht so gut aus. Beim 3. auf jeden Fall richtig schlecht, denn den Ball hatte er eigentlich schon gehalten und ließ ihn dann doch noch hinter die Linie flutschen. Es gab da Streitereien, ob der Ball drin war, aber ich stand so ziemlich auf der Torlinie und habe den Ball auch drin gesehen. Also nicht so dolle vom neuen Keeper: Note 4-

Schlicke: fiel mir heute nicht groß auf. Vor allem nicht negativ: Note3

Brecko: ersetzte Klingbeil ganz ordentlich. Defensiv finde ich Klingbeil allerdings stärker. Note 4

Boulahrouz: leistete sich heute keine Aussetzer, spielte seinen defensiven Part ordentlich und erzielte ein wichtiges Tor. Note 3+

Van Buyten. Heute offensiv unauffällig, aber defensiv gewohnt solide: Note 3

Benjamin: gewann viele Zweikämpfe.: Note 3

Beinlich: hatte viele sehr viele Ballkontakte und macht sehr oft etwas (für mich überraschendes) Positives daraus. Nur wenn er ganz hinten drin steht, gefallen mir seine Aktionen öfter mal nicht so. Aber auch heute wieder sehr gefährlich bei Standards: Note 2-

Jarolim: hat zwar (wie meist) kaum torgefährliche Szene gehabt, aber sehr ballsicher und hat wirklich einige wichtige Freistöße für uns provoziert: Note 3

Barbarez: ist mir heute nicht so viel aufgefallen wie in manch anderen guten Spielen, aber war trotzdem an wichtigen Szenen beteiligt und hat selbst ein Tor gemacht: Note 3

Takahara: lief in der 1. Halbzeit wie immer sehr viel, aber er fiel mir dabei wirklich kaum auf. Mußte zur Pause (verletzt?) raus. Note 4

Lauth: Hat ein Tor gemacht und war an der Vorbereitung von Mahdavkias Tor beteiligt. Trotzdem fehlt mir bei ihm noch die Bindung zu seinen Mitspielern. Aber da muß man ihm vielleicht auch noch Zeit geben. Er hat ja bisher fast nur Training mitgemacht und kaum Spiele: Note 3

Mahdavikia (2. Halbzeit für Takahara): Mehdi hat sich gut ins Team eingefügt, auf der rechten Seite auch defensiv schön gekämpft und ein Tor erzielt. Ich würde ihn, da ich bei ihm einen Formanstieg sehe, schon gern wieder öfter in der Startelf sehen. Aber das ist wirklich schwierig, wenn sich niemand verletzt… Note 3

Schiri Wack: Ich fand ihn gar nicht so unglaublich schlecht, aber ich habe eben im Internet erste super-negative Kommentare gelesen über ihn von anderen Fans. Ich glaube, ich hätte ihm sonst sogar eine 3 gegeben, aber so weiß ich es nun gar nicht mehr….

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
kicker: Allgemeine Informationen

Arminia Bielefeld:  Hain - Lense, Borges, Gabriel, Schuler - Kauf, Dammeier - Owomoyela, Porcello, Buckley - Vata - Trainer: Rapolder

Hamburger SV:  Wächter - Schlicke, Boulahrouz, van Buyten, Brecko - Benjamin - Jarolim, Beinlich - Barbarez - Takahara, Lauth - Trainer: Doll
Tore:   0:1 Lauth (2., Linksschuss, Vorarbeit Schlicke), 1:1 Porcello (21., direkter Freistoß, Rechtsschuss), 2:1 Vata (27., Linksschuss, Porcello), 2:2 Barbarez (38., Kopfball, Beinlich), 2:3 Boulahrouz (43., Rechtsschuss), 2:4 Mahdavikia (71., Rechtsschuss, Lauth), 3:4 Buckley (87., Kopfball, Schuler)
Eingewechselt:   46. Boakye für Dammeier, 72. Pinto für Vata, 72. Leon für Lense - 46. Mahdavikia für Takahara, 90. Kucukovic für Lauth, 90+1. B. Reinhardt für Barbarez
Schiedsrichter:  Wack, Dr.
Zuschauer:  26601 (ausverkauft)
Gelb-Rote Karten:  Brecko (81.)
Gelbe Karten:  Hain, Schuler, Boakye - Benjamin
Spielbericht
Arminen-Coach Uwe Rapolder baute nach dem 1:2 in Stuttgart seine Startelf um und brachte gleich drei Neue. Der zuletzt angeschlagene Kauf kehrte im defensiven Mittelfeld zurück, im Offensivbereich sollten Porcello und Vata für Wirbel sorgen. Langkamp, Skela und Leon blieben draußen.

Gegenüber dem 1:0 gegen Leverkusen musste HSV-Trainer Thomas Doll auf Klingbeil verzichten (5. Gelbe Karte). Der Linksverteidiger wurde ersetzt durch Brecko. Zudem kehrte der gegen Bayer Gelb-gesperrte Boulahrouz in die Stammformation zurück und verdrängte seinen Ersatzmann Reinhardt wieder auf die Bank.Der 25. Spieltag im ÜberblickBeide Teams waren kaum auf dem Platz, da schlug der HSV bereits zu. Einen Fehlpass in der Arminia-Abwehr nutzte der HSV gnadenlos aus. Schlicke brachte die Flanke vor das Tor, wo Takahara zwar zunächst verpasste, aber der dahinter lauernde Lauth aus kurzer Entfernung gegen die Laufrichtung von Hain einschoss.

Der Aufsteiger erholte sich recht schnell vom frühen Rückstand und kam insbesondere über Buckley zu ersten gefährlichen Aktionen. Doch der viel umworbene Südafrikaner scheiterte entweder an Wächter (9., 15.) oder der HSV-Abwehr (15.). Die Hamburger traten in dieser Phase nicht in Erscheinung und mussten so fast zwangsläufig den Ausgleich hinnehmen. Nachdem Banjamin Vata vor dem Strafraum gefoult haben soll, trat Porcello zum Freistoß an. Der 24-Jährige peilte die Torwartecke an und traf leicht, weil Wächter auf einen Schlenzer über die Mauer spekuliert hatte (21.).

Damit war die Partie vom Ergebnis her wieder offen, doch die Hansestädter konnten sich in der Schüco-Arena auch in der Folge kaum behaupten. Die Arminen störten früh und aggressiv, ließen einen Hamburger Spielaufbau so nicht zur Entfaltung kommen. Da sich die Ostwestfalen nach Ballgewinnen zudem schnell und konsequent Richtung HSV-Tor bewegten, fiel auch die 2:1-Führung nicht überraschend. Eine Schuler-Flanke fand Porcello völlig freistehend am Fünfmeterraum. Den Kopfball des 24-Jährigen konnte Wächter noch mit einer Hand erreichen, den Abpraller schob Vata aber über die Linie (27.).

Bei immer stärker werdendem Schneefall ließen die Arminen in der Folge etwas locker. Hamburg konnte sich immer öfter befreien und kam so auch wieder in Reichweite des DSC-Tores. Nach einem Beinlich-Freistoß hatten die Gäste entsprechend die zweite Torchance der Partie, die Barbarez mit einem Kopfball aus acht Metern Entfernung nutzte (38.).

Durch den Ausgleich ermutigt setzte der HSV nach. Auf Vorlage von Takahara vergab Beinlich, als sein Schuss aus 14 Metern abgeblockt wurde (40.). Nur drei Minuten später gelang den Norddeutschen dann doch noch der Führungstreffer. Buckley blockte einen Beinlich-Freistoß ab. Das Leder flog jedoch zu Boulahrouz, der am Fünfer-Eck stehend den Ball annahm und per Drehschuss durch die Beine von Borges ins lange Eck zum 2:3-Pausenstand traf. DSC-Kapitän und –Torwart Hain regte sich noch nach dem Halbzeitpfiff so über den vorangegangenen Freistoßpfiff von Schiedsrichter Dr. Franz-Xaver Wack auf, dass dieser die Gelbe Karte zückte.

Auch im zweiten Durchgang erwischten die Gäste den besseren Start, doch die Arminen kämpften sich diesmal schneller in die Partie. Auf inzwischen schneebedecktem Rasen taten sich aber alle Akteure schwer. Kombinationsspiel war selten, zahlreiche Freistöße prägten das Bild und waren auch die einzigen Situationen, die für Gefahr vor den Toren sorgten. Doch weder Gabriel (57.), noch Lense (65.) konnten den Ball auf das Tor von Wächter platzieren. Der HSV tat seinerseits nicht viel und beschränkte sich weitestgehend auf die Absicherung des eigenen Tores. Dass in Bielefeld mehr möglich war, sahen die Gäste, als sie in der 71. Minute den ersten Konter ausspielten. Lauth bekam den Ball an der Mittelllinie, setzte sich gegen Kauf durch und passte quer auf den eingewechselten Mahdavikia. Der Iraner zögerte und vergab dadurch fast schon die Möglichkeit, als er jedoch abzog, wurde das Leder von Porcello so unglücklich abgefälscht, dass Hain im Bielefelder Tor machtlos war und das 2:4 hinnehmen musste.

Arminia-Trainer Rapolder setzte in der Folge voll auf Offensive und brachte mit Pinto und Leon zwei frische Kräfte. Unterstützt wurden die Bemühungen der Bielefelder durch die Hinausstellung Breckos, der nach einem Foul an Pinto mit Gelb-Rot gehen musste.

So kamen die Hausherren noch einmal zurück ins Spiel, als Buckley nach einem Schuler-Freistoß hochstieg und direkt auf Wächter köpfte. Der hatte zwar die Hände am Ball, das rutschige Spielgerät rutsche aber ab, so dass der Keeper die Kugel nach Meinung der Unparteiischen erst knapp hinter der Linie stoppen konnte (87.).

Durch den Anschlusstreffer ergab sich noch eine heiße Schlussphase, in der sich die Bielefelder aber keine großen Torchancen mehr erarbeiten konnten und sich daher schlussendlich knapp geschlagen geben mussten.

In einem kuriosen und wechselhaften Spiel behielt der HSV knapp die Oberhand. Durch den "Dreier" klettern die Hansestädter bis auf Rang vier und haben nur noch einen Punkt Rückstand auf Werder Bremen. Die Arminia muss nach dem 1:2 in Stuttgart die zweite Schlappe in Folge hinnehmen.

Spielereignisse im Detail

Schlusspfiff
90

Buckley mit einem Kopfball, aber Wächter hält sicher.
87

Jetzt wird es spannend! Nach Schuler-Freistoß steigt Buckley hoch und köpft direkt auf Wächter. Dem rutscht der Ball ab, so dass der Keeper die Kugel nach Meinung des Schiedsrichtergespanns erst hinter der Linie zu fassen bekommt.
85

Boakye mit einem Direktschuss aus 14 Metern Torentfernung. Der Ball geht aber etwa einen Meter am Gehäuse von Wächter vorbei.
81

Pinto kommt im Zweikampf mit Brecko in der eigenen Hälfte zu Fall. Schiedsrichter Wack sieht darin ein verwarnungswürdiges Foul. Das zweite für Brecko, der folglich mit Gelb-Rot vom Platz muss.
75

Nach dem Gegentor setzt Rapolder alles auf Angriff: Mit Pinto und Leon kommen zwei frische Offensivkräfte.
71

Der erste Konter des HSV bringt die Vorentscheidung! Lauth passt quer auf Mahdavikia, der von Porcello gestellt wird. Doch den anschließenden Schuss des Iraners fälscht der Bielefelder so unglücklich ab, dass Hain chancenlos ist.
65

Wieder sorgt ein Freistoß für Gefahr: Buckley bringt den Ball herein, Boulahrouz wehrt ihn nur ungenügend ab und Lense kommt aus kurzer Entfernung zum Abschluss. Den hochspringenden Ball bringt der 26-Jährige aber nicht aufs Tor.
60

Boakye probiert es auf dem schmierigen Untergrund mit einem Aufsetzer, aber Wächter ist auf dem Posten und hält sicher.
57

Nach Buckley-Freistoß kommt Gabriel zum Kopfball, kann die Kugel aber nicht mehr drücken. Das Leder geht deutlich über den Kasten.
55

Die Akteure tun sich auf dem schneebedeckten Geläuf sichtlich schwer, einen sicheren Stand zu bewahren. Flüssiges Kombinationsspiel ist so natürlich nur schwer möglich.
51

Mit Boakye hat Rapolder einen weiteren Stürmer gebracht, aber bisher kann der HSV das Spielgeschehen vom eigenen Tor fernhalten.
47

Der HSV legt auf inzwischen schneebedecktem Rasen wieder schnell los, diesmal kann Borges aber ein erneutes Blitztor verhindern.

Anpfiff 2. Halbzeit
46

Koriosität am Rande: Weil sich DSC-Keeper und Kapitän Hain in der Pause massiv bei Schiedsrichter Wack über die Freistoßszene vor dem 2:3 beschwerte, sah er die Gelbe Karte.

Halbzeitpause

Abpfiff 1. Halbzeit
43

Da ist doch noch das 2:3! Einen Freistoß von Beinlich lenkt Buckley ab. Boulahrouz nimmt den Ball im Strafraum an und schießt direkt aus der Drehung. Durch die Beine von Borges trifft der Innenverteidiger ins lange Ecke.
40

Fast die Führung für die Gäste: Takahara passt von der Torauslinie zurück und findet Beinlich. Der Ex-Berliner will das Leder ins Tor schieben, wird aber noch abgeblockt.
38

Der überraschende Ausgleich! Beinlich bringt einen Freistoß hoch herein. Barbarez darf acht Meter vor dem Tor frei hochsteigen und köpfen. Hain taucht zwar noch ab, kann aber nicht mehr retten.
35

Die Arminia stört den HSV früh und lässt die Gäste so nicht zur Entfaltung kommen. Außerdem wird der Schneefall nun immer stärker.
27

Die Arminia dreht das Spiel! Nach Schuler-Flanke ist Porcello völlig frei. Seinen Kopfball kann Wächter zwar noch ablenken, aber Vata steht goldrichtig und gibt der Kugel den entscheidenden Stoß über die Linie.
21

Nachdem Vata vor dem HSV-Strafraum sank, tritt Porcello zum Freistoß an. Aus 20 Metern knallt er das Leder auf das Torwart-Eck und überwindet so Wächter, der mit einem Schuss über die Mauer gerechnet hatte.
15

Jetzt ist die Arminia im Spiel: Buckleys Schuss aus 18 Metern lenkt Wächter noch so eben zur Ecke. An deren Anschluss kommt wieder Buckley zum Abschluss, ein HSV-Akteur kann das Geschoss aber noch per Kopf (!) über das Tor lenken.
9

Im Gegenzug erstmals die Armina, aber Wächter ist bei Buckleys Schuss aus spitzem Winkel auf dem Posten und klärt zur Ecke.
8

Wieder wird es gefährlich für Bielefeld, aber die Flanke von Beinlich findet keinen Abnehmer. Das frühe Gegentor scheint Eindruck hinterlassen zu haben.
2

Blitzstart für den HSV! Fehlpass in der Arminia-Hintermannschaft, die anschließend Schlicke unbedrängt flanken lässt. Takahara rauscht noch am Leder vorbei, aber Lauth trifft aus kurzer Entfernung gegen die Laufrichtung von Hain.
1

Anpfiff in der vollbesetzten Schüco-Arena. Bielefeld wieder mit Vata im Sturm, beim HSV ist Boulahrouz wieder mit dabei, Klingbeil fehlt Gelb-gesperrt.

Anpfiff


 
 
dpa: HSV kann für UEFA-Cup planen: 4:3 in Bielefeld

Bielefeld (dpa) - Beim Hamburger SV können die Planungen für das internationale Fußball-Geschäft konkrete Formen annehmen. Mit dem 4:3 (3:2) bei Arminia Bielefeld verbuchten die Hanseaten in der Bundesliga bereits ihren sechsten Auswärts-Erfolg der Saison.

Der HSV etabliert sich immer mehr als Verfolger der Top-Teams Bayern München und Schalke 04. Benjamin Lauth (2.), Sergej Barbarez (38.), Khalid Boulahrouz (43.) und der eingewechselte Iraner Mehdi Mahdavikia (71.) schossen die Hanseaten in einer abwechslungsreichen Begegnung vor 25 115 Zuschauern fast mühelos zum Erfolg. Für Rekord-Aufsteiger Bielefeld trafen Massimilian Porcello (21.), Fatmir Vata (27.) und Delron Buckley zum Endstand drei Minuten vor dem Spielende. Bielefeld spielte ab der 81. Minute in Überzahl, weil der Hamburger Miso Brecko wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah.

«Nach dem 1:2 haben wir eine Riesenmoral gezeigt», lobte HSV-Coach Thomas Doll sein Team. Doll, der nach der 0:2-Hinspielniederlage im Oktober 2004 Nachfolger von Klaus Toppmöller geworden war, will aber nicht an den UEFA-Cup oder gar die Champions League denken: «Wir planen von Spiel zu Spiel.» Sein Kollege Uwe Rapolder stellte fest, «dass die Phase zwischen der 10. und 30. Minute das Beste war, was meine Mannschaft in dieser Saison gespielt hat».

Bei Bielefeld waren die zuletzt angeschlagenen Rüdiger Kauf und Fatmir Vata wieder von Anfang an dabei, und auch Porcello kam neu in die Startformation. Diese personellen Maßnahmen sollten sich bezahlt machen: Porcello gelang nach dem 0:1-Rückstand mit einem Freistoß aus 19 Metern das zweite Saisontor zum 1:1, ehe Vata sechs Minuten später Bielefeld mit seinem vierten Treffer in dieser Spielzeit in Führung brachte. In der Halbzeitpause bekam Arminia-Keeper Mathias Hain von Schiedsrichter Franz-Xaver Wack (Biberbach) wegen Meckerns die Gelbe Karte gezeigt. Hain hatte sich darüber erregt, dass Wack vor dem erneuten HSV-Führungstreffer durch Boulahrouz eine angeblich falsche Freistoß-Entscheidung gefällt hatte. Rapolder später: «Was er da pfeift, ist mir völlig schleierhaft.»

Auch beim HSV lohnten sich die Veränderungen gegenüber dem 1:0 vor einer Woche gegen Bayer Leverkusen: Boulahrouz kehrte nach seiner Gelb-Sperre wieder in das Team zurück und bedankte sich bei Doll mit seinem ersten Treffer für die Hanseaten. Der HSV musste erneut ohne die verletzten Emile Mpenza und Raphael Wicky sowie den gesperrten René Klingbeil antreten.

Bei teilweise dichtem Schneetreiben - die Strafräume wurden in der Halbzeitpause vom Schnee geräumt - entwickelte sich eine Partie mit hohem Unterhaltungswert. Die Elf des DFB-Pokal-Halbfinalisten Bielefeld war jedoch anfangs nicht ganz im Bilde und ließ schon in der zweiten Minute das 0:1 zu. Erst danach entwickelte Bielefeld viel Druck auf das erneut von Stefan Wächter gehütete Hamburger Gehäuse und hatte durch Buckley (9./15.) schon vor dem 1:1 zwei gute Möglichkeiten zum Ausgleich.

Nach dem 2:2 durch das elfte Saisontor von Barbarez versäumte Stefan Beinlich (40.) bereits vorzeitig den dritten HSV-Treffer. In den zweiten 45 Minuten verflachte die Partie, ehe Mahdavikia für die Vorentscheidung sorgte und Buckley mit seinem 15. Saisontreffer die Partie noch einmal spannend machte.


 
 
sport1: Hamburg stürmt auch die "Alm"

Khalid Boulahrouz vereint als Innenverteidiger viele Qualitäten in sich.
Eine davon ist die Zuverlässigkeit, mit der der Holländer in dieser Saison seine Arbeit im Defensivverbund der Hamburger verrichtet.
Auch beim 4:3 (3:2)-Erfolg des HSV bei Arminia Bielefeld, dem sechsten Sieg aus den letzten sieben Spielen, war auf den 23-Jährigen Verlass.
Dieses Mal weniger auf dem Spielfeld, wo sich die Abwehr der Hanseaten mehrmals düpieren ließ. Vielmehr ließ der Nationalspieler seinen angekündigten Worten Taten folgen.

Erster Saisontreffer
Nachdem ihm beim letzten Auswärtsspiel in Berlin ein Treffer aberkannt worden war, kündigte Boulahrouz in der vergangenen Woche ein Tor für die Partie in Bielefeld an. Sein erster Bundesliga-Treffer sollte es werden - und er wurde es.
In der 43. Minute erzielte Boulahrouz das zwischenzeitliche 3:2 und brachte so seine Mannschaft auf die Siegerstraße. Zwar hatte Benny Lauth bereits in der 2. Minute für die frühe Hamburger Führung gesorgt, doch mit dem einsetzenden Schneefall schien auch das Hamburger Spiel eingefroren zu sein.

Doll von der Moral begeistert
Bielefeld zeigte "zwischen der 10. und 35. Minute spielerisch vielleicht die beste Saisonleistung", wie Torhüter Matthias Hain nach Spielende berichtete.
Der Spielfluss wurde mit den Toren von Massimilano Porcello (21.) und Fatmir Vata (27.) belohnt - gleichzeitig wirkte der HSV in dieser Phase dermaßen phlegmatisch, wie man das Team seit der Amstübernahme von Trainer Thomas Doll nur selten gesehen hatte.
Doch dank ihrer "tollen Moral", wie Trainer Thomas Doll mit vor Begeisterung leuchtenden Augen erklärte, fanden die Hanseaten zurück ins Spiel. Und es war wie so oft eine Standardsituation, die letztlich zum Erfolg führte.

Beinlich in topform
"Paule" Beinlich schaufelte einen Freistoß auf den Kopf von Sergej Barbarez - Treffer (38.). Es war Barbarez' elftes Saisontor, fünf davon bereitete Beinlich vor. Überhaupt Beinlich: Der gebürtige Berliner war der auffälligste Spieler auf dem Platz, hatte die mit Abstand meisten Ballkontakte (93) und war der Vorlagengeber für zwei Treffer - insgesamt hat Beinlich in der Rückrunde nun schon sechs Tore aufgelegt.
Doch schließlich war es Khalid Boulahrouz, der Wort hielt und die Hamburger in einer verrückten ersten Halbzeit auf die Siegerstraße führte. "Ausschlaggebend für unseren Sieg war, das wir wieder zurückgekommen sind" sagte Doll nach dem Spiel.

Lauth und Doll zurückhaltend
Der Coach hatte das Seine dazu beigetragen, denn der zur zweiten Halbzeit für den verletzten Naohiro Takahara eingewechselte Mehdi Mahdavikia sorgte mit seinem ersten Saisontor für die Vorentscheidung (71.). "Wir haben unsere Richtung gefunden. Jetzt kann sich die Bundesliga jedes Wochenende auf den HSV freuen", schwärmte Sergej Barbarez.

Ob nun ein Uefa-Pokal-Platz anvisiert wird, oder doch mehr, wollte sich Doll nicht entlocken lassen.
"Die derzeitige Situation ist eine schöne Momentaufnahme - wir genießen das", sagte Doll. Seine Spieler scheinen die Maxime ihres Trainers verinnerlicht zu haben, zumindest einige. "Wir denken von Spiel zu Spiel, aber von da oben wollen wir jetzt nicht mehr weg", meinte Benny Lauth.

Kurs auf die Champions League
Deutsche Bescheidenheit kann man das wohl nennen. Die "Legionäre" lehnten sich da schon weiter aus dem Fenster. "Nun ist alles möglich, auch die Champions League", betonte der Mehdi Mahdavikia. Und Daniel van Buyten ergänzte: "Wir sind ganz nahe dran an Rang drei. Und wir wissen, was wir können..."
Ganz am Schluss stimmte Thomas Doll noch eine Ode auf sein Team an. "Was die Jungs in den vergangenen Wochen und Monaten leisten, ist absolut top. Wir haben gezeigt, was man mit Engagement, Mut und professioneller Einstellung erreichen kann."

Bleibt Buckley?
Mit genau jenen Attributen schaffte es Gegner Arminia Bielefeld bisher als Aufsteiger, stolze 32 Punkte zu sammeln und sich bereits jetzt den Klassenerhalt so gut wie gesichert zu haben.
Daher gehen die Planungen auch jetzt schon mehr in Richtung neue Saison. Zwei der wichtigsten Personalien dabei: Delron Buckley, der seine Saisonquote mit seinen beiden Toren auf 16 schraubte, sowie Nationalspieler Patrick Owomoyela.
"Athmosphärisch sieht es im Moment so aus, dass Delron Buckley bleibt und Patrick Owomoyela geht", verriet Finanz-Geschäftsführer Roland Kentsch nach den bereits feststehenden Abgängen von Ervin Skela (Kaiserslautern) und Benjamin Lense (Nürnberg).
 

Daten: Der "Torbutler":

Ungewohnt abwehrschwach
Erstmals in dieser Saison kassiert Bielefeld mehr als zwei Gegentore zu Hause.

Lange war es her
Erstmals seit November 1997 verlor Bielefeld wieder ein Heimspiel gegen den HSV.

Neue Auswärtsstärke
Der HSV feierte in nur neun Auswärtsspielen unter Thomas Doll mehr Siege (sechs) als in den vergangenen beiden Spielzeiten zusammen (fünf).

"Dolle" Bilanz
Der HSV hat jetzt mit Thomas Doll gegen jeden Bundesligisten einmal gespielt, holte dabei 37 Punkte. Hochgerechnet auf eine komplette Saison ergibt das 74 Punkte. In sieben der letzten neun Jahre wurde man mit dieser Punktezahl Meister.

Der "Torbutler"
Paule Beinlich ist einer der überragenden Spieler der zweiten Saisonhälfte und glänzt vor allem als Vorbereiter. Gegen Bielefeld gab er bei zwei Treffern die Vorlage und assistierte nun in der Rückrunde schon sechs Mal - kein anderer sammelte nach der Winterpause mehr Torvorlagen. Überhaupt war Beinlich in den 90 Minuten der auffälligste Spieler in der Schüco-Arena. So hatte er die meisten Ballkontakte aller Spieler (93) und war an sieben der zehn HSV-Torschüsse direkt beteiligt.

Der bessere Skela
Auf Seiten der Arminia überragte der Italiener Porcello. Der Mittelfeldspieler war an allen drei Treffern direkt beteiligt und wird immer wertvoller für sein Team. In der Rückrunde hatte Porcello bei acht der elf Bielefelder Tore seine Füße im Spiel und für den abwanderungswilligen Ervin Skela wird es immer schwerer am Italiener vorbei zu kommen. Skela sammelte in 23 Saisonspielen vier Scorer-Punkte, Porcello benötigte für seine acht Scorer-Punkte lediglich neun Partien - die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache.
 
Schneller Lauth
Der Sekundenzeiger hatte noch nicht einmal zwei Runden gedreht, da führte der HSV schon mit 1:0 in Bielefeld. Benni Lauth sorgte für das schnellste HSV-Tor in dieser Saison und legte damit den Grundstein für die torreichste ersten Halbzeit der Rückrunde. Lauth hat zwar noch Defizite in den Zweikämpen und gewann nur 30 Prozent der Duelle - vor dem Tor ist er aber hellwach. So bereitete er in der zweiten Halbzeit den Treffer zum 4:2 vor und trat damit erstmals als Torvorbereiter im HSV-Trikot in Erscheinung.

Tiefschlafphase
Vor allem die ersten Halbzeit war packend und kurzweilig. Nach dem frühen 0:1 drehte Arminia das Ergebnis bis zur 27. Minute in ein 2:1, fühlte sich danach allerdings zu sicher. Von der 30. Minute bis zum Pausenpfiff spielte nur noch der HSV und gab vier Torschüsse ab, während Arminia in dieser Phase gar nicht zum Abschluss kam. Diese kurzweilige Überlegenheit zahlte sich aus: Der HSV ging mit einem 3:2 in die Halbzeit und legte den Grundstein zum Sieg.