Bundesliga 2004/2005, 28. Spieltag, Samstag, 09.04.05 in der Hamburger AOL Arena bei "interessantem" Wetter. Die Temperatur weiß ich nicht mehr. Aber es schien teilweise die Sonne und teilweise schneite es bei vielleicht 5 - 10 Grad.

Hamburger SV - SV Werder Bremen (0:1) 1:2

Heute, 1 Tag nach dem Spiel, habe ich ja doch irgendwie das Gefühl, daß mein Wochenende nicht total versaut ist. 

Das sah gestern irgendwie noch anders aus. Der Tag lief allerdings schon vor dem Spiel beschissen – oder zumindest unbefriedigend ab. 

Ich wollte schön ausschlafen und dann so verschiedenes am Computer erledigen, was schon länger aufgelaufen. Fing schon schlecht an, weil es mir mal wieder nicht gelungen ist auszuschlafen. Nach 7,5 Stunden war ich wieder wach (heute waren es aber ca. 9,5 tataaa!!!! ;-)  ). Und dann konnte ich mich auch nicht aufraffen, irgendwas vernünftiges am PC zu machen, weil ich irgendwie einfach gnatschig mit mir selbst und meinem Tag war. 

Da hatte ich noch die Hoffnung, dass vielleicht wenigstens der Nachmittag für etwas Erheiterung sorgen würde, wo ich doch vormittags schon innerlich den für Abends geplanten Dom- und Kiezbummel abgesagt hatte. 

Naja, der Nachmittag beim HSV war dann aber auch nicht wirklich dazu angetan, die Laune einen besonders positiven Schub zu geben. Wobei – so wie das gesamte Spiel gelaufen ist, bin ich ja zumindest schon mal dankbar, dass wir unsere gute Phase in der 2. Halbzeit hatten und ich da wirklich gedacht habe, dass wir das verloren geglaubte Spiel noch gewinnen könnten.

Die 1. Halbzeit im Spiel gegen den SV Werder Bremen war jedenfalls komplett zum abgewöhnen.... Da fällt mir wirklich nicht viel ein. Das dürfte allerdings aus Sicht der Werder-Anhänger auch nicht viel anders gewesen sein. Nur hatten die wenigstens eine Führung im Rücken.

Die hatte ihnen unser Daniel Van Buyten beschert. Naja, Miro Klose war auch noch ein wenig beteiligt ;-)
Jedenfalls hatte DVB hinten versucht, mal ein wenig den dicken Maxe zu machen und Klose auszuspielen. MIR hat man ja schon in der Buben-Mannschaft eingeeimpft, dass man als letzter Mann nicht dribbelt.... Aber der Daniel hat ja auch nicht beim ruhmreichen VfL Bad Schwartau das Fußballspielen gelernt.

Jedenfalls hat er den Klose nett angespielt und der lief ihm dann weg, um den Ball mit einem wirklich tollen Schuß aus ziemlich spitzem Winkel unter die Latte zu knallen. Nicht nur das beschissene Dribbling unseres Kapitäns, nee, dann trifft der Klose auch noch aus einer Position, wo man wirklich sagen muß: Den hätte von da nicht jeder so reingeschossen. Ein wirklich geiles Tor – nur für die falsche Mannschaft. 

Und das Spiel war in der 1. Halbzeit wirklich so grottig. Boah. Vielleicht gab es ein paar ordentliche Chancen, aber die fallen mir jetzt schon gar nicht mehr ein. 

Zur Pause hatte ich denn auch so gar keine Hoffnung. Woher sollte die auch kommen? Beim HSV bemerkte man m.E., dass es ohne Barbarez eben doch so gar nicht geht. Und dann auch noch Lauth verletzt und Mpenza gesperrt. Sorry, aber der Sturm Takahara und Kucukovic war nicht gerade wirklich gefährlich. 

Und die 2. Halbzeit ging auch erstmal so weiter. Man muß wirklich sagen, dass die Wende durch die Einwechslung Mahdavikias kam. Der kleine Perser war nach seiner Einwechslung im letzten Spiel in Freiburg von Trainer Doll und Sportchef Beiersdorfer mächtig abgewatscht worden für seine wohl sehr dürftige Leistung. Aber heute machte er das wesentlich besser.

Er stand gerade erst so 3 Minuten auf dem Platz und netzte bereits den Ausgleich ein. Moreira, der für den rot-gesperrten Barbarez spielte, spielte Mahdavikia an. Dazu muß ich sagen, dass mit der hohe Paß überhaupt nicht gefiel und ich schon wieder am Murren war. Aber Mahdavikia bekam den Paß auf die Brust und der Bremer Magnin stand falsch, sodaß Mahdavikia frei in den 16er kam und den Ausgleich markieren konnte. Darüber hat er sich offenbar auch reichlich gefreut. Da kam schon eine Menge Frust aus ihm raus. 

Und dann hatte der HSV wirklich eine sehr gute Phase. Während ich mich ja schon in der 1. Halbzeit aufgrund des Rückstandes und des wirklich vollkommen ungefährlichen Spiels unseres HSV auf eine Niederlage eingestellt hatte und mein Cousin André, der heute mit im Stadion war, als Werder-Fan recht ruhig der Sache zusehen konnte, wurde André nun wesentlich angespannter, während ich ganz fröhlich und entspannt wurde. Der HSV wurde wirklich zusehend besser und irgendwie lag schon ein Tor in der Luft, finde ich.  Fiel dann ja auch; nur leider wieder auf der anderen Seite....

Praktisch aus dem Nichts und ohne dass es sich durch viele Chancen abzeichnete, erzielte Werder dann den erneuten Führungs- und schließlich auch Siegtreffer. 

Ivan Klasnic war es, der den Ball von (leider wieder) Daniel Van Buyten direkt vor die Füße abgewehrt bekam und ihn dann schön aus vielleicht 17 m im Tor versenkte. 

Diesmal konnte sich der HSV aber leider nicht mehr richtig erholen. Zwar spielte man nach vorn und hatte auch noch einige Freistöße, aber die verliefen heute ja irgendwie immer im Sande.

Da ist heute m.E. auch der Hauptgrund für die Niederlage zu suchen. Wir hatten Freistöße und Ecken in einer Anzahl wie selten. Und trotzdem konnte daraus heute nicht mal ein wenig Gefahr entstehen. Zuletzt haben wir ja fast all unsere Tore durch Standards erzielt, aber davon war heute gar nicht zu sehen. Ich würde wirklich mal tippen, dass es insgesamt bestimmt 20 Ecken und Freistöße waren, die wir hatten. Aber ich kann mich nicht an einen einzigen erinnern, der für uns eine gefährliche Kopfballszene ergeben hätte. Lediglich einmal hat Beinlich einen Freistoß direkt aufs Tor geschossen, den Reinke weggefaustet hat (allerdings auch besondere Gefahr). Ansonsten kam überhaupt nix dabei rum. Die Werderaner waren uns da im Kopfballspiel offenbar doch deutlich überlegen. Das wundert mich jetzt noch, wo doch sogar der sonst kopfballstarke Ismael gesperrt war.

Das Spiel ging dann jedenfalls so zu Ende. Das einzige, was man wohl als Glück für den HSV empfinden darf, ist die Niederlage von Leverkusen zu Hause gegen Dortmund. So bleibt der HSV zumindest sechster, was diese Saison ja auch zu einem UEFA-Cup-Platz reichen könnte, wenn die „richtigen“ Mannschaften im DFB-Pokal-Finale aufeinander treffen. 

Allerdings schwindet meine Hoffnung auf den 6. Platz auch doch wieder. Diese Woche hat mir sogar ein HSV-Fan!!! und Sponsor!!! eine Wette um 50 EUR angeboten darauf, dass der HSV NICHT unter den ersten 6 landen wird..... Ich habe das allerdings auch noch ausgeschlagen, weil ich selbst schon so ein schlechtes Gefühl habe...

Irgendwo habe ich den Spruch gehört oder gelesen, daß "alles" mit dem Spiel gegen Dortmund anfing und damit dann auch wieder endete. 
Ich hoffe zwar, daß sich das nicht bewahrheitet, aber es würde ja irgendwie "passen".
Gemeint ist, daß Doll sein erstes SPiel in Dortmund hatte und gewann. Und seit wir zu Hause gegen Dortmund nun verloren, läuft nix mehr. 

Nächste Woche auf Schalke werde ich jedenfalls auch nicht gerade mit einem besonders positiven Gefühl anwesend sein. Und wenn ich die Karte nicht schon vor langer Zeit gekauft hätte, wäre ich jetzt auch wirklich nicht hingefahren. Auf Schalke sehen wir ja sonst schon immer schlecht aus. Aber jetzt haben wir gerade auch noch eine beschissene Phase und Schalke braucht Punkte im Titelkampf. Einzig erfreulich finde ich, dass Lincoln und Bordon gelb-rot bzw. gelbgesperrt nicht auflaufen können werden.

Meine Spielerbewertung:

Wächter: An den Gegentoren in meinen Augen schuldlos und dann noch einige schwierige Bälle wirklich gut pariert. An ihm lag´s sicher nicht: Note 2-

Schlicke: Der gute Björn wusste mir heute so gar nicht zu gefallen. Defensiv war er nicht besonders gefordert. Wenn, dann ließ er sich aber einige Male blöd überlaufen. Und offensiv zeigte er gar nichts außer ein paar wirklich sehr weiten Einwürfen... Ich hätte ihn statt Klingbeil ausgewechselt, weil Klingbeil in meinen Augen defensiv viel stärker ist (wenn man schon von 4er auf 3er Kette umstellt hinten). Note 4-

Reinhardt: absolut fehlerlos in der Innenverteidigung. Hat Boulahrouz super vertreten: Note 2

Van Buyten: Tja, leider hat er sich dafür heute die Klopse geleistet. Durch das erste Gegentor hat er die Niederlage in der Defensive schon fast allein zu verantworten. Und dann war er auch noch beim 2. Tor (wenn auch unglücklich) involviert. Da hilft es auch nichts, dass er sich ansonsten sehr bemüht hat: Note 5

Klingbeil: Gewohnt gut defensiv (wenn auch kaum gefordert) und gewohnt unbeholfen offensiv. Da er defensiv aber gar nicht besonders gefordert war: Note 4

Benjamin: In der 2. Halbzeit wirkte er zumindest nicht mehr so unsicher. Aber in der 1. Halbzeit gefiel er mir gar nicht. Es gelang ihm wirklich wenig, obwohl er zuletzt oft so gut gespielt hatte: Note 4-

Beinlich: super-viele Standard-Situtationen, aus denen leider gar nichts wurde. Ich bin auch nicht Fußball-experte genug, um sagen zu können, ob das an seinen Standards oder den HSVern lag, die die Bälle abnehmen sollte. Bin aber geneigt an zweiteres zu glauben: Note 3

Jarolim: war heute nicht oft zu sehen. Außer bei der „Vorbereitung“ der Standards ;-) : Note 4

Moreira: Zumindest missfiel er mir nicht so wie sonst so oft, wenn er eingewechselt wurde. Hat das Tor mit seiner Flanke vorbereitet und auch sonst ein paar gute Aktionen gehabt. Allerdings kein Vergleich zu Sergej Barbarez: Note 3

Takahara: ist mir fast überhaupt nicht aufgefallen: Note 4

Kucukovic: mir war das etwas zu wenig, wenn ich da vielleicht auch ungerecht bin, denn wir hatten ja auch einen wirklich guten Gegner. Vollkommen ohne Durchsetzungsvermögen und Gefahr. : Note 4-

Mahdavikia: war wirklich der einzige, der frischen Wind ins Spiel brachte und fortan auch immer wieder Gefahr über die rechte Seite: Note 2

Schiri: Der wusste nun wirklich zu missfallen!!!! In meinen Augen hat er wirklich schlecht gepfiffen. Und dabei wurde er „hervorragend unterstützt“ von seinen beiden Pfeifenheinis an der Linie. Es wurde ja etliche Male auf abseits entschieden, wo ich es strittig fand. Aber einmal wäre Moreira vollkommen frei durchgewesen und da war ich mir wirklich sicher, dass es niemals abseits war. Wäre die Möglichkeit zur 2:1-Führung für uns gewesen. Sogar mein Werder-Fan-Cousin André musste lächeln und sagte „Wenn es abseits war, dann wohl sehr knapp“..... Note 5

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
kicker: 1. Bundesliga, 2004/05, 28. Spieltag 
Hamburger SV -  Werder Bremen  1:2 (0:1) 

Allgemeine Informationen
Hamburger SV:  Wächter - Schlicke, B. Reinhardt, van Buyten, Klingbeil - Jarolim, Benjamin, Beinlich - Moreira - Kucukovic, Takahara - Trainer: Doll

Werder Bremen:  Reinke - Stalteri, Fahrenhorst, Pasanen, Magnin - D. Jensen, F. Ernst, Borowski - Micoud - Klose, Klasnic - Trainer: Schaaf

Tore:   0:1 Klose (8., Rechtsschuss), 1:1 Mahdavikia (57., Rechtsschuss, Vorarbeit Moreira), 1:2 Klasnic (70., Linksschuss, Borowski)

Eingewechselt:   55. Mahdavikia für Klingbeil - 46. Valdez für Klose, 76. Lisztes für D. Jensen, 88. Schulz für Klasnic
Schiedsrichter:  Meyer 
Zuschauer:  55500 (ausverkauft)
Gelbe Karten:  Schlicke, Beinlich, Benjamin, van Buyten - Pasanen, D. Jensen, Magnin

Spielbericht
HSV-Trainer Thomas Doll nahm im Vergleich zum 1:1 am vergangenen Spieltag in Freiburg drei Veränderungen in seiner Startaufstellung vor. Für den Rot-gesperrten Barbarez kam Moreira in die Mannschaft, den verletzten Lauth ersetzte Takahara und Mpenza musste für Kucukovic weichen. Thomas Schaaf auf Seiten von Werder Bremen brachte gegenüber der 1:2-Niederlage gegen Stuttgart für den Gelb-Rot-gesperrten Ismael Pasanen und für Schulz spielte Magnin auf der linken Seite.

Beide Teams brauchten nicht lange, um ins Spiel zu finden, doch brachte der HSV nach wenigen Minuten Bremen ins Spiel. Zunächst scheiterte Kucukovic in aussichtsreicher Position (7.), dann vertändelte van Buyten den Ball gegen Klose. Der Bremer Stürmer zog auf und davon und hämmerte den Ball unter die Latte des Hamburger Tores (9.).

Der HSV wollte nach dem Rückstand sofort antworten, tat sich gegen die gut gestaffelte Werder-Abwehr jedoch schwer, zu guten Torchancen zu kommen. Einzig Standartsituationen beschworen Gefahr vor dem Tor von Reinke herauf. Doch Schlicke (13.) und Reinhardt (22.) ließen Kopfball-Chancen aus.

Mit Fortdauer der ersten Hälfte hatte sich die Bremer Verteidigung auch immer besser auf die Standarts des HSV eingestellt. Beinlich brachte Freistöße und Ecken im Dutzend vor das Werder-Tor, doch immer wieder konnten Fahrenhorst, Pasanen und Co. klären. 

Erst als sich der HSV darauf besann auch spielerisch zum Erfolg zu kommen, stellten sich große Chancen ein. Beinlich schickte Takahara per Steilpass Richtung Werder-Tor. Der Japaner war frei durchgebrochen, doch der eigene Sturmpartner, Kucukovic, nahm ihm den Ball vom Fuß und schoss über das Tor (36.). Diese Torchance war jedoch das Startsignal für die HSV-Offensive vor der Halbzeit. Mit aller Macht drängten die Hamburger nun Richtung Werder-Gehäuse, wurden dadurch aber anfällig für Konter.

So vergaben die Bremer in der 41. Minute zwei Riesenchancen. Zunächst konnte HSV-Keeper Wächter nach einem Konter einen Klose-Schuss mit Mühe zur Ecke klären. Den Eckball legte wiederum Klose ab für Pasanen, dessen Kopfball jedoch Moreira von der Linie schlagen konnte.

Zu Beginn der zweiten Hälfte schien Werder Bremen alles unter Kontrolle zu haben. Die Bremer hatten sich aus der Hamburger Umklammerung gelöst, konnten jedoch keine echte Torchance herausspielen.

Anders der HSV: Kucukovic erkämpfte im Mittelfeld den Ball und brachte Moreira ins Spiel. Der bediente mit einem Traumpass den eben eingewechselten Mahdavikia. Der Iraner überlief Pasanen und schloss mit einem unhaltbaren Aufsetzer in die linke untere Ecke ab. – 1:1.

Doch Werder ließ sich nicht sonderlich vom Ausgleich beeindrucken. Bereits zwei Minuten später hatte der eingewechselte Valdez die erneute Führung auf dem Fuß, scheiterte jedoch an Torhüter Wächter.

Der HSV kämpfte unverdrossen weiter, das Bild änderte sich jedoch nicht. Immer wieder verpufften die Freistöße von Beinlich an der sicheren Werder-Defensive, während Spielzüge auf Seiten der Hamburger Seltenheitswert hatten.

Ganz anders Werder: Mit Geduld trugen die Bremer ihre Angriffe vor und wurden für ihr Zusammenspiel in der 70. Minute belohnt. Borowski ging mit van Buyten in einen Zweikampf. Der Ball fand daraus den Weg zu Klasnic, der mit einem trockenen 18-Meter-Schuss ins linke obere Eck Wächter keine Chance ließ.

Sofort zog sich Werder wieder zurück und verlegte sich erneut auf Konter, während dem HSV die Ideen fehlten. 

In der Schlussphase hatte Valdez sogar noch zwei Mal die Gelegenheit die Führung für Werder zu erhöhen, doch ein drittes Tor war den Bremern nicht vergönnt.

Mit dem Auswärtssieg wahrt der SV Werder Bremen die Minimal-Chance auf den dritten Tabellen-Platz, während die internationalen Ambitionen des HSV einen kräftigen Dämpfer erhalten haben.
 

Spielereignisse im Detail:
Schlusspfiff 
 
84 Borowski bringt Valdez vor dem HSV-Tor ins Spiel, doch dessen Kopfball kann von Wächter abgewehrt werden. 
 
81 Einen Beinlich-Freistoß vom rechten Strafraumeck kann Reinke von der Linie fausten. 
 
79 Lisztes gleich mitten im Spiel. Aus 20 Metern zieht der Ungar ab, doch der Flachschuss geht knapp am Tor vorbei. 
 
76
 Nach fast genau einem Jahr kommt Lisztes nach seinem Kreuzbandriss wieder zu einem Bundesliga-Einsatz. 
 
76 Valdez legt vor dem Strafraum auf für Micoud. Der versucht es mit einem Schlenzer aus 19 Metern, doch HSV-Keeper Wächter taucht ab und kann im Nachfassen halten. 
 
70
 Nach einem Einwurf läuft Borowski auf van Buyten zu. Im Zweikampf wird der Ball an der Strafraumgenze quer zu Klasnic gelegt. Der zieht sofort ab und versenkt den Ball im linken oberen Eck. 
 
67 Raunen in der AOL-Arena. Ein 18-Meter-Freistoß von Beinlich geht knapp über das Werder-Tor. 
 
62 Werder Konter über Klasnic. Der setzt Valdez ein, der alleine auf HSV-Keeper Wächter zuläuft, mit seinem Schuss allerdings am Torwart scheitert. 
 
61 Beinlich zirkelt einen Freistoß aus knapp 30 Metern auf das Werder-Tor, doch Reinke kann ohne Probleme klären. 
 
57
 Schöner Spielzug des HSV. Moreira setzt per Steilpass den eben eingewechselten Mahdavikia ein. Der überläuft Pasanen und lässt Reinke mit einem Aufsetzer ins linke untere Eck keine Chance. 
 
50 Micoud dreht einen Freistoß von der linken Seitenaus-Linie Richtung HSV-Tor. Alle verpassen, doch Torhüter Wächter ist auf der Hut und kann den Ball locker halten. 
 
47 Valdez und Micoud überbrücken mit doppeltem Doppelpass das Mittelfeld. Vor dem Strafraum zieht der Franzose ab, doch der Flachschuss wird von Schlicke zur Ecke abgefälscht. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
  Halbzeitpause 
 
  Abpfiff 1. Halbzeit 
 
42 Klose kommt nach einem Eckball mit dem Kopf dran und legt ab auf Pasanen. Dessen Kopfball kann Moreira gerade noch von der Tor-Linie schlagen. 
 
41 Werder-Konter über Klose. Der tanzt auf halbrechts van Buyten aus und zieht aufs kurze Eck ab. Wächter kann mit Mühe zur Ecke klären. 
 
36 Da steht sich der HSV selbst im Weg. Beinlich setzt Takahara mit einem Steilpass ein. Der Japaner ist frei durchgebrochen, doch Kucukovic nimmt ihm den Ball vom Fuß und schießt über das Werder-Tor. 
 
27 Werder setzt den HSV unter Druck und prompt kommt der Fehler. Benjamin verliert den Ball an Borowski, der Klasnic sofort einsetzen will. Doch Torhüter Wächter geht dazwischen und klärt. 
 
11 Der HSV versucht zu antworten, doch Schlicke köpft eine Beinlich-Ecke neben das Tor. 
 
8
 Die Führung von Werder resultiert aus einem Riesenfehler von van Buyten. Dieser hatte vor dem Strafraum unbedrängt den Ball vertändelt. Klose schnappt sich das Leder und hämmert den Ball unter die Latte des Hamburger Tores. 
 
7 Erste Chance für den HSV. Ein Beinlich-Freistoß fliegt über die gesamte Werder-Abwehr. Hinten lauert Kucukovic völlig frei, doch Magnin kann sich in seinen Schuss werfen und zur Ecke klären. 
 
Anpfiff 


 
 
dpa: Bremer melden sich gegen HSV zurück

Von Britta Körber, dpa

Hamburg (dpa) - Meistertrainer Thomas Schaaf gab seine hanseatische Bescheidenheit auf und wagte sechs Spieltage vor Saisonschluss nach dem 2:1 (1:0)-Erfolg des SV Werder im 82. Nordgipfel gegen den Hamburger SV eine Kampfansage an die Konkurrenten.

«Ich traue meiner Mannschaft alles zu», sagte der sonst so zurückhaltende Bremer. «Wir schielen weiterhin nach oben, wir können mit Stuttgart und Schalke sogar noch zwei Mannschaften einholen», pflichtete ihm Sportdirektor Klaus Allofs bei. Für den Sieg- Torschützen Ivan Klasnic zählten die drei Punkte doppelt: «Wir wollen in die Champions League».

Reifer und vor allem abgebrühter verhielten sich die Bremer, die mit 50 Punkten als Vierter weiterhin Aspirant auf einen Champions-League-Platz bleiben. «Werder ist uns in einigen Belangen voraus, vor allem in puncto Cleverness und Zweikampf», gab HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer, der für beide Clubs gespielt hat, unumwunden zu. Miroslav Klose (8.) mit seinem 13. Saisontreffer und Klasnic (70.) mit seinem zehnten stellten bewiesen die Stürmer des Double-Gewinners erneut ihre Klasse. «Das habe ich clever gemacht», sagte Klose selbstbewusst. Nach seiner Auswechslung in der Halbzeitpause wegen Knieproblemen fügte sich Nelson Valdez nahtlos ein. Er hatte zwei Riesenmöglichkeiten auf dem Fuß.

Da konnten Naohiro Takahara oder der 18 Jahre alte Amateur Mustafa Kucukovic bei seinem ersten Profi-Einsatz über 90 Minuten nicht mithalten. «Ein Mann wie Sergej Barbarez fehlt an allen Ecken», meinte HSV-Mittelfeldspieler Stefan Beinlich, der den Ausfall von fünf Stammspielern aber nicht als Ausrede gelten lassen wollte. Und dennoch sah jeder Fachkundige unter den 55 800 Zuschauern in der ausverkauften AOL-Arena, dass die Mannschaft nicht eingespielt war.

«Die Abgebrühtheit von Werder fehlt uns», stellte Hamburgs Trainer Thomas Doll fest, der sich seinen 39. Geburtstag anders vorgestellt hatte. Doch auch nach nur einem Punkt aus den letzten drei Spielen wollte er die Europapokal-Teilnahme noch nicht abhaken: «Wir werden uns wieder aufrappeln, am 21. Mai wird abgerechnet.» Zudem lichtet sich das Lazarett und zumindest Innenverteidiger Khalid Boulahrouz und Raphael Wicky werden bei Schalke 04 wieder dabei sein.

Zuversichtlich hat Doll der Auftritt von Mehdi Mahdavikia gemacht, der zwar erst in der 55. Minute eingewechselt wurde, aber schon 1:54 Minuten später den zwischenzeitlichen Ausgleich schoss. Mit seinem so lange in Hamburg vermissten Engagement und seiner Aggressivität wurde er zum besten Hamburger des Tages. «Man sieht, was er drauf hat. Das war die richtige Antwort», meinte Doll.

Von der Form war Kapitän Daniel van Buyten meilenweit entfernt. Der mit Fieber aufgelaufene Abwehrchef verschuldete den Fehlstart, in dem er den Ball unnötig an Klose verlor, und war selbst zutiefst betrübt: «Das tut richtig weh. In dieser Woche werden wir den Kopf leer machen und nach vorn blicken», sagte der Belgier, der auch selbst Abwanderungsgedanken hat, sollte der HSV nicht international vertreten sein.


 
 
sport1: Traumduo siegt gegen Notsturm

Sieben Tore in neun Spielen. Gegen kein anderes Team spielt Miroslav Klose so gern wie gegen den Hamburger SV. 
Und auch diesmal mussten die Hanseaten hinhalten, als der Nationalspieler seine Ladehemmung beendete.
Nach 423 Minuten ohne Treffer nahm Klose seinen gesamten Frust zusammen und knallte den Ball in der achten Minute aus spitzem Winkel zum 1:0 unter die Latte - der Beginn eines erfolgreichen Arbeitstages für den Deutschen Meister. Am Ende behielten die Bremer mit 2:1 (1:0) die Oberhand. 

"Froh, dass wir ein Zeichen gesetzt haben"
Den Nationalspieler interessierte aber hinterher nicht die Beendigung seiner Torflaute, sondern nur die drei Punkte. "Ich bin froh, dass wir ein Zeichen gesetzt haben. Den Abstand nach unten haben wir jetzt schon mal vergrößert", sagte der 26-Jährige, der selber aber Pech hatte. 
Zur Halbzeit musste er mit einer Knieverletzung ausgewechselt werden. Am Sonntag soll er mit einer Computer-Tomographie untersucht werden.

Klasnic erzielt Siegtor
Da kam es Trainer Thomas Schaaf gerade recht, dass sich die andere Hälfte des "K und K"-Sturms, Ivan Klasnic, seine einzig auffällige Szene für Mitte der zweiten Halbzeit aufgespart hatte. 
Der gebürtige Hamburger zeigte bei seinem Siegtor (70.) seine Klasse und unterstrich die Bremer Ambitionen, in der nächsten Saison in der Champions League zu spielen. 

Ernüchterung beim HSV
"Die Champions League noch zu erreichen, wird sehr schwer. Wir mussten heute drei Punkte holen und sind froh, dies auch geschafft zu haben. Es war ein 'Sechs-Punkte-Spiel' und den HSV haben wir jetzt erstmal hinter uns gelassen", sagte Klasnic. 
Beim HSV herrschte dagegen nach der zweiten Heimniederlage in Folge Ernüchterung. Allen voran Daniel van Buyten war nach seinem groben Schnitzer vor Kloses 0:1, als er über den Ball schlug, untröstlich.

Doll nimmt van Buyten in Schutz
"Ich habe die ganze Woche nicht so gut trainiert und mich nicht hundertprozentig fit gefühlt. Es war meine Entscheidung heute aufzulaufen - vielleicht die Falsche", sagte der Belgier. 
Der Trainer nahm seinen Kapitän nach dem Spiel in Schutz. "Daniel hat in dieser Saison schon so viele tolle Spiele für uns gemacht. Da kann ich ihm überhaupt keinen Vorwurf machen", sagte Thomas Doll. 

Sturmprobleme nicht zu beheben
Am Ende lag es allerdings nicht allein an van Byuten, dass die Hamburger ihrem Trainer an seinem Geburtstag keinen Sieg schenken konnten. 
Nach den Ausfällen von Emile Mpenza, Benjamin Lauth und Sergej Barbarez musste der HSV auf die halbe Offensivabteilung verzichten und so war es kein Wunder, dass es während des gesamten Spiels an der nötigen Durchschlagskraft in der Spitze fehlte.

Mahdavikia bringt Schwung
Auch die gute Leistung des 18-jährigen Nachwuchstalent Mustafa Kucukovic konnte diese Schwäche nicht verwischen. 
Ausgerechnet die Einwechslung des zuletzt so gescholtenen Mehdi Mahdavikia brachte endlich Schwung ins Spiel der Gastgeber. Der Iraner brauchte genau zwei Ballkontakte, um aus dem bis dahin verdienten Rückstand ein Remis zu machen (57.). 

"Mein Team hat Moral gezeigt"
Doch am Ende stand der HSV mit leeren Händen da und musste im Kampf um die Uefa-Cup-Plätze einen herben Rückschlag hinnehmen. 
Doll wollte sich seinen Geburtstag jedoch nicht vermiesen lassen: "Mein Team hat Moral gezeigt und gut gespielt. Wir haben ein paar Fehler gemacht und das ist bestraft worden."
 

Daten: HSV bleibt heimschwach

Mini-Krise beim HSV
Erstmals unter Thomas Doll blieb der HSV drei Spiele in Folge ohne Sieg und büßte im Kampf um einen Platz im Europapokal wertvolle Punkte ein.

Viele Heimpleiten
Gegen Werder musste der HSV die 6. Heimniederlage der Saison hinnehmen ? selbst in einer kompletten Spielzeit verloren die Hamburger zu Hause nie öfter.

Auswärtsstark
Bremen feierte den 8. Auswärtssieg in dieser Saison und bleibt weiterhin die auswärtsstärkste Mannschaft der Liga (25 Punkte).

Wichtiger Sieg
Werder hängte mit dem Sieg einen direkten Konkurrenten ab: Der HSV liegt in der Tabelle jetzt sechs Punkte hinter den Bremern.

Starke Kurzarbeit
Der leicht angeschlagene Nationalstürmer Miroslav Klose benötigte nur 45 Minuten um sich in die Elf des Spieltags zu spielen. 

Dabei feierte er schon nach acht Minuten sein persönliches Erfolgserlebnis: Geschickt luchste er HSV-Kapitän van Buyten den Ball ab und erzielte nach sechs Partien ohne Erfolgserlebnis endlich seinen 13. Saisontreffer. Während seiner Kurzarbeit konzentrierte sich Klose auch sonst auf das wesentliche. 
Nur 14-mal war er am Ball nutzte diese wenigen Ballkontakte aber zu drei Torschüssen und zwei Torvorlagen. Man kann nur hoffen, dass er bald wieder richtig fit wird ? sein Kurzeinsatz hat in jedem Falle Lust auf einen 90-Minuten-Klose gemacht.

Klasnic hat einen Lauf
Neben Miroslav Klose zeichnete sich auch der andere Bremer Angreifer als Torschütze aus. Dabei rackerte Ivan Klasnic unermüdlich, bestritt 27 Zweikämpfe und gab die meisten Torschüsse ab. Sein 4. landete dabei im HSV-Netz und der Kroate verbesserte seinen Lauf: Klasnic traf in den letzten 3 Partien 4-mal.

Zu viele Fehler
Vor dem 0:1 vertändelte HSV-Kapitän van Buyten die Kugel und ermöglichte dem Meister den 1. Torschuss der Partie ? der Ball landete prompt im Tor. 
Damit reihte sich auch van Buyten in die unendliche Fehlerkette der Hamburger ein. Die HSV-Gegner trafen nun schon zum 12. Mal nach einem schweren individuellen Fehler eines Hamburgers ? das ist in der Bundesliga Höchstwert.

Wieder ein Fernschuss
An Keeper Wächter lag die Niederlage gegen Werder mit Sicherheit nicht, dennoch ließ der HSV-Keeper, der insgesamt sechs Torschüsse abwehrte, auch eine altbekannte Schwäche erkennen. 
Der Treffer von Klasnic zum 2:1 war schon das 11. Weitschussgegentor für den HSV. Egal ob Wächter oder Pieckenhagen ? der HSV ist aus der Distanz einfach zu anfällig.