Bundesliga 2004/2005, 34. Spieltag, Samstag, 21.05.05 in der Hamburger AOL Arena bei sonnigen (ich glaube) 21 Grad C

Hamburger SV - VfL Bochum 0:1 (0:1)

Ich muß natürlich sagen, daß ich recht glücklich bin, daß es im Spiel gegen den VfL Bochum um nichts mehr ging... Nee, was für ein bescheuerter erster Satz! Das stimmt so natürlich gar nicht. Eigentlich bin ich eher tief enttäuscht, daß wir keine Chance mehr hatten, aus eigener Kraft in diesem Spiel etwas zu erreichen. Was hatte ich noch vor Wochen gehofft, daß wir im letzten Spiel vielleicht die UEFA-CUP-Qualifikation gegen eine bereits abgestiegene Bochumer Mannschaft klar machen könnten.

Nun war davon nichts übrig. Es ging praktisch nur noch um die goldene Zitrone. Bochum war tatsächlich bereits abgestiegen und wir hatten praktisch kaum noch eine Chance, uns Lage zu veerbessern. Nur ganz minimal wäre noch etwas drin gewesen. Nämlich der 7. statt dem 8. Platz. Dazu hätten wir aber gewinnen müssen (was gegen einen designierten Absteiger vielleicht möglich sein sollte) und vor allem hätte Dortmund im Heimspiel gegen Rostock (die nun aber ebenfalls schon als Absteiger feststanden) Federn lassen müssen.

Ach, da fällt mir ja noch ein, daß wir auch noch direkt in den UEFA-Cup hätten kommen können. Dazu hätten Leverkusen nur zu Hause gegeb Gladbach (für die es auch um nichts mehr ging) verlieren müssen und wir gleeichzeitig mit einem Sieg so ca. 12 Tore aufholen müssen. Die genaue Anzahl der Tore weiß ich nicht so recht, denn damit habe ich mich nicht soooo ernsthaft beschäftigt....

Für den HSV wäre es also, wenn überhaupt, nur noch möglich gewesen, den 7. Platz zu erreichen. Das hätte für die Spilr der Vorteil gehabt, daß sie erst eine Runde später im UI-Cup gestartet wären. Sie hätten also vermutlichetwas länger Urlaub bekommen. Ich will ja nun nicht zu eozentrisch wirken, aber das war mir auch einigermaßen egal. Der einzige Vorteil, den ich daraus ersehen hätte, wäre eben bereits eine überstandene UIC-Runde und daß der erste Gegner dann nicht aus Portugal sondern aus Tschechien gestammt hätte, was ja doch einen Tick besser zu erreichen ist für den nicht so fluggeilen Norddeutschen an sich ;-)

Da mir das aber alles ziemlich schnurz war, hatte das Spiel für mich tatsächlich nur eine einzige, sehr seltsame Bedeutung: Rafael van der Vaart. Der holländische Nationalspieler von Ajax Amsterdam wird evtl. zum HSV wechseln. Dazu muß man neben der anstehenden Ablöse natürlich auch mit dem Spieler erstmal einig werden. Und es stand am Freitag in der Presse, daß am Samstag der Vater van der Vaarts im Stadion sei und sein Sohnemann sehr großen Wert auf seinee Meinung lege. So hoffte ich also auf ein einigermaßen überzeugendes Spiel mit eineem Sieg am Ende, weil ich beefürchtete, daß es ansonsten ein gellendes Pfeifkonzert geben würde und dies bstimmt nicht besonders toll auf evtl. Neuzugänge wirkt, wenn die eigene Mannschaft ausgepfiffen wird.

Naja, meine Hoffnungen haben sich da nicht erfüllt. Allerdings sind auch meine schlimmsten Befürchtungen nicht eingetreten, da die Fans auf der Nordtribüne wirklich mal bewiesen haben, daß wir HSVer vielleicht doch nicht ganz so oberflächlich sind, wie ich manchmal befürchte.

Nun habe ich noch kein Wort über das Spiel geschrieben. Aber das ist es auch fast gar nicht wert. Die erste Halbzeit war richtig grottig. Das ging echt gar nicht. Bochum war irgendwie bemühtr und erzielte nach einer frühen Ecke die Führung. Da konnte Diabang sehr schon unbdängt das Leder einnetzen. So wünscht man sich das als Stürmer wohl. Und der HSV zeigte danach leider auch nicht besonders, daß man das letzte Spiel der Saison nach den zuletzt vergurkten Spielen nun aber noch einmal so gestalten wollte, daß die Saison einem gut in Erinnrung bleiben konnte.

Ich kann mich auch gar nicht mehr so recht erinnern, ob wir in der ersten Halbzeit überhaupt mal gute Torchancen hatten. Naja, ein Schuss von van Buyten fällt mir gerade ein, aber der ging auch weit daneben. Nun war ich aber in der ersten Halbzeit auch nicht sehr aufs Spiel konzentriert, das ja auch nur so öde und voller Fehlpässe vor sich hinplätscherte. Es war nämlich auch meine Traumfrau im Stadion, der ich für sich und Ihre Familie (und ihren Freund) Karten besorgt hatte. Ich hatte sie kurz vor Anpfiff nochmal in Ihrem Block in der Südtribüne besucht und so zumundest mal kurz meinen Schwiegervater ;-))) kennengelernt. Kurzzeitig hatte ich während des Spiels ja mal drüber nachgedacht, ob man Ihren Freund nicht mal als St.Pauli-Fan (was er nicht ist) outen könne in „gewissen Kreisen“ und ihm mal „Besuch“ schicken könne... ;-)
o.k., nicht so lustig...

Naja, jedenfalls blickte ich in der 1. Halbzeit recht oft darüber und konnte sie auch erkennen. Das ist auf die Entfernung und ohne wirklichen Kontakt zwar auch ziemlich langweilig, aber es schien mir dann doch irgendwie interessanter als das Spiel....

Zur Halbzeit bekam die Mannschaft dann schon mal das, was ich zum Schlußpfiff wie einen Orkan befürchtete – ein gellendes Pfeifkonzert.

In der 2. Halbzeit wirkte der HSV zuminest bemühter. Es wurden auch direkt 2 neue Leute eingewechselt. Trochowski und Barbarez kamen für Jarolim und Moreira.

Das Barbarez nicht von Beginn an gespielt hatte, wunderte mich zwar auf der einen Seite; aber auf der anderen Seite war das auch durchaus o.k. nach seinen wirklich sehr schwachen Leistungen in den 3 Spielen zuvor (nachdem er davor für 3 Spiele gesperrt war). Ich befürchtete nur etwas, daß Barbarez dann gerade noch besonders lustlos spielte, wenn er vorher mit der Nicht-Berücksichtigung abgestraft worden war. Aber er bemühte sich wirklich und spielte auch etwas besser als zuletzt. 

Nach kaum 2 Minuten der 2. Halbzeit zog sich Takahara dann ohne gegnerische Einwirkung ganz offenbar eine Zerrung, Muskelbündelriß o.ä. zu und wurde ausgewechselt. Mit Mahdavikia kam der 3. Mann und die offensive wurde nun auch deutlich besser. Allerdings immer noch nicht so, wie man sich das vielleicht wünschen könnte. Nun waren zwar Chancen da, aber so recht toll wollte es trotzdem nicht aussehen.

So ca. ab der 60. Minute setzte aber etwas ein, was ich mir beim HSV öfter wünschen würde und nur sehr selten bekomme => tolle Stimmung von den Rängen, obwohl das Spiel gar nicht unbedingt dazu angetan ist! So würde ich mir das öfter wünschen. Man hatte sich offenbar vorgenommen, daß man das Spiel, sich, den HSV und das ganze Drumherum ganz zum Schluß der Saison noch einmal richtig feiern wollte. Es ging m.E. vom B-Rang der Nordtribüne aus, die mit andauernden Gesängen und Klatschen anfingen und bald machte die ganze Nordtribüne bis zur Ecke der Westtribüne mit. Bei uns in der Mitte der Westtribüne gab ich allerdings nach kurzem Klatschen wieder auf, weil mir das doch irgendwie zu unangenehm war, wenn da so niemand mitmacht. Aber auf der Nord fand ich es sehr geil. Und das wurde dann auch bis zum Ende des Spiels so durchgezogen. Die ganze Zeit wurde gefeiert und ich muß ehrlich zugeben, daß ich damit null erechnet hätte.

Einige bei mir in der Nähe maulten da auch schon wieder rum, daß die Mannschaft das gar nicht verdient habe.Da frage ich mich auch manchmal, wieso einige Leute überhaupt ins Stadion gehen und ob sie hier und da mal etwas nachdenken. Ich würde mal so behaupten, daß in diesem Moment auch sicherlich nicht die Leistung der Mannschaft am heutigen Spieltag gefeiert wurde. Aber nach em ultraschlechten Start ist die Saison ab dem Moment der Übernahme der Mannschaft durch Thomas Doll doch wesentlich besser geworden. Insbesondere auswärts haben wir uns unglaublich gemausert. Mehrere Saison lang konnte vor einem Auswärtsspiel nur noch darüber rätseln, wie hoch man wohl heute verlieren würde. Inzwischen glaubt man doch wirklich schon wieder an Auswärtserfolge. Ich hatte in der Hinrunde schon null Bock mehr zu Auswärtsspielen zu fahren und habe glaube ich auch erst unter Doll dann mein erstes Spiel der Saison in der Ferne gesehen. Und da habe ich dann jetzt erst ganz zum Schluß mal Niederlagen erleben müssen. Vorher habe ich fast nur Siege gesehen. Ein wirklich erhebendes Gefühl nach dem ganzen Scheiß zuvor. 

Bitter ist nur, daß wir nach so einer tollen Saison unter Dolly dann gerade in den letzten 4 Spielen, als alles einfacher schien als jemals zuvor, den UEFA-Cup verdaddelt haben. Man will ja nicht größenwahnsinnig klingen, aber man muß wohl sogar sagen, daß selbst der Einzug in die Champions League selten so einfach gewesen wäre wie für uns in den letzten Spielen. Da hatten wir fast nur noch Gegner, für die es um gar nichts mehr ging. Und wir waren in den Spielen (bis auf Bochum) ja auch immer recht deutlich überlegen und hätten gewinnen können. Aber eines hatten alle Spiele gemeinsam. Wir kamen kaum noch zu Torchancen. Da ging fast gar nichts mehr. Wie man so eiiner großen Feldüberlegenheit nur noch zu so wenig Torchancen kam, war leider beeindruckend schlecht. Das lag sicherlich auch zu einem großen Teil daran, daß wir bei unseren Standardsituationen praktisch gar keine Torgefahr mehr ausstrahlten. Und das war in den „guten“ Wochen ja eines unserer größten Mittel. Ketzerisch könnte ich sagen, daß es auch oft unser einziges Mittel war, denn „niedergespielt“ haben wir die Gegner ja nun auch nicht immer. Naja, sei´s drum. Ich will auch gar nicht zwangsweise schon das ganze Saisonfazit schreiben, denn eigentlich habe ich mir vorgenommen, auch noch einen Rückblick zu schreiben.

Als Ausblick auf die nächste Saison gilt meine größte Hoffnung momentan der Verpflichtung von Rafael van der Vaart. Jemand, der so jung schon so viele Länderspiele gemacht hat und die bekannt-geniale Schule von Ajax Amsterdam durchlaufen hat, kann dem HSV eigentlich nur weiterhelfen. Das er momentan ein Formtief hat und auch schon schwere Verletzungen hinter sich hat, mag meine Hoffnung da nur wenig trüben. Ich glaube, wenn der käme, würde uns das einen richtigen Schub geben. Man muß nur hoffen, daß er dann gesund bleibt. Als nächstes hoffe ich dann inständig, daß uns Boulahrouz und van Buyten erhalten bleiben und sie nicht nach nur einer Saison beim HSV unseren Verein schon wieder unbedingt verlassen wollen. Ich könnte mir nämlich eine Mannschaft um Säulen wie Barbarez, Boulahrouz, van Buyten, van der Vaart sowie einem dann hoffentlich verletzungsfreien Benny Lauth, der dann auch Mpenza sicherlich mit hochziehen würde, sehr schön vorstellen. Wenn bei uns alle an Bord bleiben und van der Vaart noch verpflichtet werden kann, würde ich mich auf die nächste Saison schon freuen.

Da kann die gestrige Niederlage mich dann auch nicht mehr so doll runterziehen. Konnte sie eigentlich auch schon gestern nicht. Vor allem habe ich mich eigentlich über „uns“ Fans gefreut – wobei ich damit dann mehr die Fans der Nordtribüne meine. Die Stimmung in den letzten 30 Minuten war toll! Und das die Mannschaft dann getragen von dieser Stimmung auch mit Applaus verabschiedet wurde, hat mir wirklich gefallen. Das Ende der Saison war scheiße und wir hatten eben die große Chance, uns für den internationalen Wettbewerb zu qualifizieren, aber insgesamt bleibt mir diese Saison doch auch mit vielen schönen Erinnerungen im Gedächtnis. Nur eben ungewöhnlich, daß diese Erinnerungen sich mehr auf Auswärts- als Heimspiele beziehen.

Und warum sollten wir (wie es Thomas Doll in einer schönen Ansprache an die Fans nach Spielende formulierte) es nicht doch schaffen können, uns über den UI-Cup für den UEFA-Cup zu qualifizieren? Aber selbst wenn das nicht klappt, erinnere ich mich immer daran, daß ich meine persönlich beste HSV-Saison gesehen habe, als der HSV früh im UIC ran mußte und dann ins Finale des UIC kam, in dem man leider gegen Montpellier verlor. In der anschließenden Saison qualifizierten wir uns dann für die Champions League....!!!

Meine Spielerbewertung:

Wächter: Bekam in der Woche bereits den Freifahrtschein von Trainer Doll, daß eer auch in der nächsten Saison die Nr. 1 sein werde. Das hat er gestern allerdings nicht besonders gerechtfertigt. Naja, eine gute Parade war dabei, aber ansonsten eher Durchschnitt. Und mehr sind unsere Torhüter in meinen Augen auch (beide!!!) nicht: Note 4

Klingbeil: hatte gestern auch defensiv keinen so tollen Tag. Und offensiv stehen diese Tage ja ohnehin erst noch vor ihm: Note 4-

Boulahrouz: unauffällig und selten gefordert: Note 4

Van Buyten: ihn hielt es fast die ganze 2. Halbzeit nicht mehr in der Abwehr. Insgesamt aber auch er ohne Durchschlagskraft, obwohl man ihm zumindest den Willen ansieht: Note 4

Benjamin: nachdem er zuletzt ja einige sehr gute Leistungen ablieferte, war das gestern wieder eher mau. Zwar keine graierenden Fehler, aber auch null Esprit nach vorne: Note 4-

Wicky: nach vorne brachte er gar nichts und defensiv war er nicht gefordert: Note 4-

Beinlich: leider zeigte seine Formkurve zum Ende der Saison doch deutlich nach unten. Wieder gab es keine guten Standardsituationen zu sehen. Aber zumindest wirkt er wie ein ruhender Pol auf dem Feld: Note 4

Jarolim: konnte sich auch nicht gut durchsetzen und wurde deshalb zur Halbzeit für Trochowski ausgewechselt: Note 4

Moreira: Ich glaube, bei dem rede ich mich auch wirklich voller Vorurteile in einen „Hass“ hinein. Sein Spiel gefällt mir echt  so gar nicht. Ständig liegt er auf der Schnauze und gewinnt keinen Zweikampf. Ich hoffe doch schwer, daß man nicht vrsucht, sich  mit seinem ausleihenden Verein zu einigen und ihn einfach wieder ziehen läßt. Zumindest bin ich mir nämlich sicher, daß er keine Verstärkung für uns ist: Note 5

Takahara: Die 46 Minuten, der im Spiel verbracht hat, war er leider praktisch gar nicht zu sehen: Note 5

Mpenza: Länger als Taka auf dem Feld, aber leider ebensowenig überzeugend. Zumindest öfter am Ball, wodurch dann aber leider auch seine miserable Ballbehandlung augenfälliger wird: Note 5

Trochowski: wird langsam wieder ans Team geführt, in dem er ja noch nie richtig Fuß gefaßt hatte durch Verletzungen. Den kann ich schlecht beurteilen. War unauffällg: Note 4

Barbarez: gewann vorne fast jeden Kopfball, aber leider fand er keine Abnehmer. Verbesert im Vergleich zu den letzten Spielen: Note 3-

Mahdavikia: brachte wir Barbarez als Einwechselspieler frischen Wind ins Team und war für mih dann auch der beste (der schlechten) Spieler auf dem Platz: Er hatte in der Woche ja seinen Unmut darüber geäußert, daß der HSV verkündet hatte, man würde ihm bei einem Wechsel keine Steine in den Weg legen. Er wolle aber beim HSV bleiben, hat er verkünet. Wenn er wieder durchgehend gute Leistungen bringt, hätte ich nichts dagegen.: Note 3

Schiri: den kannte ich gar nicht und fand ihn etwas zu selbstdarstellerisch: Note 3-

Sorry übrigens für die ganzen Tipp. Und Rechtschreibfehler. Es ist nur so, ddaß ich mit meinem Laptop auf die Terrasse esetzt habe und durch den wunderschönen Sonnenschein praktisch nichts von dem lesen kann, was ich ttippe. Ich habe aber auch keine Lust, gleich nochmal alles korrektur zu lesen ....

Mein Saisonrückblick.... => coming soon....

Tabelle des Spieltages

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
kicker: 1. Bundesliga, 2004/05, 34. Spieltag 

Hamburger SV -  VfL Bochum  0:1 (0:1) 

Allgemeine Informationen
Hamburger SV:  Wächter - Benjamin, Boulahrouz, van Buyten, Klingbeil - Wicky - Jarolim, Beinlich - Moreira - Mpenza, Takahara - Trainer: Doll

VfL Bochum:  Skov-Jensen - Bemben, F. Tapalovic, Maltritz, P. Bönig - Zdebel, Preuß - Wosz - Diabang, Edu - Lokvenc - Trainer: Neururer

Tore:   0:1 Diabang (3., Kopfball, Vorarbeit Wosz)

Eingewechselt:   46. Trochowski für Jarolim, 46. Barbarez für Moreira, 47. Mahdavikia für Takahara - 46. Misimovic für Lokvenc, 90. Thamm für Wosz, 90+1. Grote für Edu

Schiedsrichter:  Schmidt 
Zuschauer:  54178
Rote Karten:  Diabang (84., Tätlichkeit)
Gelbe Karten:  Boulahrouz, Benjamin, Klingbeil, van Buyten - Lokvenc, P. Bönig, Edu
 

Spielbericht
Nach der 1:2-Niederlage in Hannover am vergangenen Spieltag änderte HSV-Trainer Thomas Doll seine Startformation nur auf einer Position. Für den zuletzt enttäuschenden Barbarez lief im Sturm Takahara auf. Große Umstellungen nahm Peter Neururer auf Seiten des VfL Bochum im Vergleich zum 2:0-Sieg über Stuttgart vor. Für den Gelb-gesperrten Meichelbeck kam Bönig in die Mannschaft. Dazu musste der VfL auf van Duijnhoven (Trauerfall), Colding, Knavs und Misimovic verzichten. Im Tor brachte Neururer Skov-Jensen, in der Abwehr Bemben, im Mittelfeld Tapalovic und im Sturm Diabang neu ins Team.

Während der HSV sich zu Beginn des Spiels noch suchte waren die designierten Absteiger aus Bochum sofort hellwach. Bereits in der 4. Minute köpfte Diabang nach einer Ecke von Wosz zur Führung für den VfL Bochum ein.

Der HSV zeigte sich geschockt und brachte in der Offensive gegen gut stehende Bochumer nichts zu Stande. Der VfL verlegte sich nicht nur auf Konter, sondern setzte den Hamburger Hühnerhaufen unter Druck. Es ergaben sich daraus reihenweise Torchancen für die Bochumer, doch Diabang, Lokvenc und Zdebel scheiterten.

Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte hatte immer wieder Diabang die Möglichkeit, die Bochumer Führung auszubauen, doch der Senegalese scheiterte zunächst mit einem 16-Meter-Schuss nach Klasse-Vorarbeit von Edu (14.), als auch mit einem Kopfball nach Edu-Flanke (19.).

Erst nach 30 Minuten kamen die Hamburger besser ins Spiel. Zunächst scheiterte van Buyten mit einer Einzelaktion, doch diese wirkte wie ein kleiner Weckruf. Zumindest gelang es dem HSV in der Schlussphase der ersten Hälfte, Bochum am eigenen Strafraum festzunageln. Doch der VfL stand sicher und ließ kaum Chancen zu. Einzig Takahara, nach Steilpass von Wicky, brach alleine durch, doch VfL-Torhüter Skov-Jensen war aus seinem Tor geeilt und konnte klären (39.).

Zu Beginn der zweiten Hälfte wechselte Thomas Doll mit Barbarez und Trochowski für Moreira und Jarolim neue Kräfte ein, um mehr Linie in die HSV-Offensive zu bekommen. Doch nach wie vor taten sich die Hamburger schwer, gegen die gut stehenden Bochumer zu Torchancen zu kommen. Erst in der 56. Minute ergab sich die erste HSV-Chance. Barbarez spielte den eingewechselten Mahdavikia an, der sofort abzog. VfL-Keeper Skov-Jensen konnte den Schuss des Iraners jedoch zur Ecke lenken.

Noch einmal hatte der VfL Bochum die Gelegenheit auf 0:2 zu erhöhen, ehe der HSV zur Schluss-Offensive blies, doch Edu scheiterte, nach glänzender Vorarbeit durch Misimovic, an HSV-Keeper Wächter (62.).

Dann endlich suchte der HSV sein Glück in der Offensive und setzte die Bochumer unter Druck und kam auch zu Chancen. Dabei brachte sich immer wieder Mahdavikia in gute Position, scheiterte jedoch zwei Mal am glänzend reagierenden VfL-Torhüter Skov-Jensen.

Der negative Höhepunkt der Partie wurde in der 85. Minute erreicht. Diabang versuchte einen Freistoß gegen Boulahrouz zu schinden. Daraufhin zog der HSV-Verteidiger den Senegalesen am Ohr. Diabang keilte zurück und wurde von Schiedsrichter Schmidt des Feldes verwiesen. Allerdings übersah der „Schiri“ die Provokation von Boulahrouz.

In den letzten Minuten warfen die Hamburger noch einmal alles nach vorne, doch die Bochumer Defensive hielt Stand und ließ nicht einmal mehr eine Torchance zu.

Der Hamburger SV bleibt trotz der Niederlage auf Platz acht der Tabelle und ist damit für den UI-Cup qualifiziert. Angesichts des, schon vor dem Spieltag feststehenden, Abstiegs dürfte der Auswärtssieg der Bochumer nur ein schwacher Trost sein.

Spielereignisse im Detail:
Schlusspfiff 
 
84
 Diabang lässt sich zu einer Tätlichkeit gegen Boulahrouz, der ihn vorher provoziert hatte, hinreissen. Schiedsrichter Schmidt stellt den Bochumer vom Platz, übersieht jedoch die Provokation des HSV-Verteidigers. 
 
80 Chaos im Bochumer Strafraum. Zunächst wird Mpenza von Torhüter Skov-Jensen abgedrängt. Mahdavikia schnappt sich den Abpraller, schiesst jedoch Tapalovic an. 
 
73 Einen Abpraller aus der Bochumer Abwehr nimmt Mahdavikia an der Strafaumgrenze als Drop-Kick. Shov-Jensen kann aber mit einer Glanz-Parade die Bochumer Führung halten. 
 
69 Nach einem Stellungsfehler in der Bochumer Abwehr kommt Barbarez in aussichtsreicher Position an den Ball, vergibt aber kläglich. 
 
62 Misimovic steckt den Ball im Strafraum durch auf Edu, der alleine vor Wächter auftaucht. Doch der HSV-Keeper kann reaktionsschnell zur Ecke klären. 
 
57 Barbarez setzt Mahdavikia ein, der aus zwölf Metern sofort abzieht. Doch Skov-Jensen im Bochumer Tor kann den Ball zur Ecke lenken. 
 
56 Preuß findet mit einer Flanke den völlig freien Edu, doch dessen Kopfball geht am HSV-Tor vorbei. 
 
47
 Kaum hat der HSV zwei Mal gewechselt, schon verletzt sich Takahara. Für ihn kommt Mahdavikia. Damit hat Thomas Doll sein Wechsel-Kontingent ausgeschöpft. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
  Halbzeitpause 
 
  Abpfiff 1. Halbzeit 
 
43 Jarolim legt auf für Takahara, doch dessen Direktabnahme fliegt neben den Bochumer Kasten. 
 
39 Wicky setzt Takahara per Steilpass in Szene. Der überläuft zwar die Bochumer Abwehr, doch VfL-Keeper Skov-Jensen ist aus seinem Tor geeilt und kann vor dem Japaner klären. 
 
30 Endlich eine HSV-Chance. Van Buyten tankt sich durch den Bochumer Strafraum und taucht vor Torhüter Skov-Jensen auf. Doch beim Abschluß verstolpert der HSV-Verteidiger den Ball. 
 
26 Nach einer Flanke von Wosz kommt Tapalovic an den Ball, doch sein Kopfball ist zu schwach. Wächter im HSV-Tor kann mühelos klären. 
 
19 Der HSV ist völlig von der Rolle und lässt sich vom VfL Bochum fast vorführen. Edu bricht auf der linken Seite durch und serviert den Ball auf den Kopf von Diabang. Dessen Kopfball verfehlt aber das Tor. 
 
14 Edu hebelt mit einem kurzen Pass die gesamte HSV-Defensive aus. Diabang kommt an der Strafraumgrenze frei zum Schuß, verfehlt das HSV-Tor allerdings um einen Meter. 
 
13 Wieder Gefahr durch einen Bochumer Freistoß. Diesmal verfehlt Zdebel das Ziel nur knapp. 
 
12 Wosz hebt einen Freistoß in die Mitte auf den Kopf von Lokvenc, doch dessen Versuch endet neben dem Tor. 
 
11 Nach dem Führungstreffer steht Bochum geschickt in der Defensive uns lauert auf Konter, während einem sichtlich geschockten HSV wenig einfällt. 
 
3
 Schock für den HSV. Bei einer Ecke von Wosz überspringt Diabang seinen Gegenspieler Jarolim locker und köpft aus sechs Metern unhaltbar ein. 
 
Anpfiff 


 
 
dpa: Bochum gewinnt nach 15 Jahren wieder beim HSV

Von Britta Körber, dpa

Hamburg (dpa) - Den UEFA-Cup verpasst und das letzte Heimspiel gegen Absteiger VfL Bochum mit 0:1 (0:1) verloren: Der Hamburger SV hat die Bundesliga-Saison mit einer Enttäuschung beendet und weiteren Kredit bei seinen treuen Fans verspielt. 

Die Gäste gingen bereits nach drei Minuten durch einen Kopfball von Mamadou Diabang in Führung. Die Bochumer, die auf Abwehrchef Raymond Kalla verzichten mussten, feierten damit ihren zweiten Sieg an der Elbe seit dem 4:1 am 9. Dezember 1989. Fünf Minuten vor Schluss sah Diabang wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte. «Ich bin total zufrieden mit dem Engagement meiner Mannschaft, denn eigentlich ging es nur noch ums Image», sagte Peter Neururer nach seinem letzten Spiel auf der Bochumer Trainerbank.

Vor den Augen des wahrscheinlichen Neuzugangs Rafael van der Vaart, der mit seiner ganzen Familie aus den Niederlanden angereist war, gingen die Gastgeber völlig unmotiviert in die Partie. Der niederländische Nationalspieler hat bereits mündlich seine Zusage gegeben, in der nächsten Woche wird der HSV mit Ajax Amsterdam um die Ablöse verhandeln. Ajax verlangt für den talentierten Regisseur bisher sieben Millionen Euro, die Hamburger bieten fünf.

Überraschend verzichtete HSV-Trainer Thomas Doll auf Sergej Barbarez, der ansonsten stets eine Stammplatzgarantie hatte. Ohne den bosnischen Nationalspieler, der erst in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde, fehlte vor 54 178 Zuschauern eine ordnende Hand. Die Angriffsbemühungen blieben Stückwerk, ein Fehlpass reihte sich an den nächsten. Wie eine kalte Dusche erwischte die Norddeutschen das Führungstor von Diabang, der nach einem Eckball von Dariusz Wosz hochstieg und unbewacht einköpfte. Noch zwei Mal in den ersten 45 Minuten hatte der agile Stürmer die Chance zu erhöhen.

Auf der Gegenseite verzeichnete Emile Mpenza (14.) eine Chance, Kapitän van Buyten vergab in der 29. Minute den Ausgleich. «In der ersten Halbzeit sind wir überhaupt nicht ins Spiel gekommen», befand Hamburgs Trainer Thomas Doll. Danach habe man alles «nach vorn geworfen, aber die Luft sei nach der verpassten UEFA-Cup-Chance raus gewesen».

Frischen Wind brachten Barbarez und der ebenfalls eingewechselte Mehdi Mahdavikia, der in der 55., 72. und 79. Minute den Ausgleich auf dem Fuß hatte. Doch Bochums Keeper Peter Skov-Jensen, der den aus privaten Gründen verhinderten Rein van Duijnhoven gut vertrat, hatte noch eine Hand am Ball. Die Bochumer gaben in ihrem letzten Bundesliga-Spiel noch einmal alles und hätten durch Edu (61.) sogar verdient auf 2:0 erhöhen können.


 
 
sport1:  Neururer blamiert den HSV zum Abschied

Sein vorläufig letztes Spiel als Bundesliga- und VfL-Trainer ging Peter Neururer sichtlich nahe. 
Mit feuchten Augen und zittriger Stimme analysierte er ein letztes Mal die Leistung seines VfL Bochum. Eine Aufgabe, die dem 50-Jährigen angesichts des 1:0 (1:0)-Sieges beim Hamburger SV unter anderen Umständen sicherlich große Freude bereitet hätte. 
Doch nicht an diesem Tag: "Man kann sich bestimmt vorstellen, dass dies kein glücklicher Augenblick für mich ist", erklärte der Coach wehmütig. 

Altegoer setzte sich durch
Es war, als hätte ihm seine Mannschaft ein Abschiedsgeschenk machen wollen. Schließlich hatten sich die Spieler zuletzt für Neururer stark gemacht. 
Erst ein Machtwort von VfL-Aufsichtsratschef Werner Altegoer hatte Spekulationen um einen möglichen Verbleib des Trainers trotz Abstiegs in die Zweite Liga beendet. 
So war der Sieg zum Saisonabschluss letztlich Makulatur - wenn auch für Neururer mit symbolischem Wert: "Die Mannschaft hat sich erhobenen Hauptes aus der Bundesliga verabschiedet. Das gleiche gilt für mich." 

Erster VfL-Sieg in Hamburg seit 15 Jahren
Der erste VfL-Erfolg in Hamburg seit mehr als 15 Jahren war dabei nicht einmal unverdient. 
Zwar sprang nach Bochums früher Führung durch Mamadou Diabang (3.) nichts Zählbares mehr heraus, doch die zwingenderen Chancen hatten die Westfalen. Erst im zweiten Durchgang kam der HSV etwas besser ins Spiel - allerdings ohne den Sieg der Gäste noch ernsthaft zu gefährden. 
"Ich bin sehr zufrieden, wie wir uns diesen Sieg erarbeitet und damit auch verdient haben", sagte Neururer. 

Neururer hadert mit Schiedsrichtern
Seinen Job machte "Peter, der Große" bis zum Ende mit gewohntem Engagement. Er gestikulierte, schrie bisweilen quer über den Platz. 
Und vor allem haderte er mit Schiedsrichter-Entscheidungen wie der Roten Karte für Diabang fünf Minuten vor Spielende, die erst durch Intervention des vierten Offiziellen nachträglich von Referee Markus Schmidt wegen einer Tätlichkeit verhängt wurde. "Die Arbeit wird mir fehlen", stellte Neururer fest. 

Doll und der HSV verpassen Ziel
Auch wenn die Saison für Neururers Hamburger Kollegen Thomas Doll lange Zeit weitaus erfolgreicher verlaufen war, musste der HSV-Trainer zum Ende einen Rückschlag hinnehmen. 
Was eine Woche zuvor schon nahezu perfekt war, hatten die Hanseaten nach der dritten Niederlage in den vier letzten Partien schließlich auch schwarz auf weiß: nur Tabellenplatz acht und damit keine direkte Qualifikation für den Uefa-Cup. 
"Auch wenn man merkt, dass mit dieser Mannschaft in den vergangenen Monaten etwas gewachsen ist, bleibt unter dem Strich stehen, dass wir das internationale Geschäft verpasst haben", zeigte sich Doll enttäuscht. 
Aufmunternde Worte kamen ausgerechnet von Neururer: "Im Fußball entwickeln sich nach Anfangserfolgen manchmal zu schnell Ansprüche, die nicht wirklich gerechtfertigt sind. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Aber so wie sich der HSV entwickelt hat, ziehe ich vor ihm und Thomas Doll den Hut." 

Daten: HSV mit Negativrekord
 
Zu Hause historisch anfällig
Der HSV kassierte erstmals in seiner Vereinsgeschichte sieben Heimniederlagen in einer Spielzeit.

Desaströses Finish
Aus den letzten vier Spielen holte der HSV nur einen Punkt. So landete der HSV zum vierten Mal nach 1997, 1999 und 2004 im UI-Cup.

Endlich mal wieder auswärts zu Null
Bochum blieb erstmals seit 18 Monaten auswärts ohne Gegentor.

Versöhnlicher Ausklang einer schwachen Saison
Bochum feierte den neunten Saisonsieg. In der letzten Spielzeit gewann der VfL noch 15 Spiele (Vereinsrekord).

Erst hui, dann pfui
Für Momo Diabang verlief das Spiel wie eine Achterbahnfahrt. In der dritten Minute brachte er sein Team mit dem schnellsten VfL-Tor der Saison mit 1:0 in Führung und erzielte überdies sein erstes Tor für die Bochumer als Mitglied der Startformation. 
Später sorgte er mit seinem ersten Platzverweis im deutschen Profifußball für negative Schlagzeilen. Zwischen diesen Aktionen war er gemeinsam mir Edu der auffälligste Bochumer und gab drei Torschüsse ab.

Bankangestellter Barbarez
Zum Abschluss seiner fünften Spielzeit im HSV-Trikot erlebte Sergej Barbarez ein ganz neues Gefühl: Erstmals in seiner Zeit bei den Hanseaten erlebte er den Anpfiff von der Ersatzbank. 
Zwar wurde der Offensivspieler nach der schwachen ersten Halbzeit eingewechselt, konnte die Kohlen aber auch nicht mehr aus dem Feuer reißen: Während seines 45-minütigen Einsatzes gab der Hamburger Topscorer keinen einzigen Torschuss ab.

Arbeitsloser Skov-Jensen
Vor allem in der ersten Halbzeit kam sich der von Trainer ungeliebte dänische Keeper vor wie im falschen Film. Nicht einen einzigen Torschuss vom selbsternannten Spitzenteam aus Hamburg musste er abwehren. 
Dass die Beschäftigungslosigkeit ihn allerdings nicht in einen Tiefschlaf versetzte, bewies er im zweiten Spielabschnitt, als er zwei Mal glänzend gegen Mahdavikia parierte.

Gelungene Rückkehr
Vor der Saison wurde Marcel Maltritz beim HSV abgeschoben und erlebte beim VfL Bochum eine bittere Spielzeit, die mit dem Abstieg endete. 
Immerhin versüßte er sich den Gang in die zweite Liga mit einem blitzsauberen Auftritt gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber. Mit 65 Prozent gewonnenen Duellen war er der beste Bochumer auf dem Platz und sorgte mit dafür, dass der VfL erstmals seit 18 Monaten auswärts wieder ohne Gegentreffer blieb.