Bundesliga 2005/2006, 1. Spieltag, Samstag, 06.08.05 in der Hamburger AOL Arena angenehmen 18 Grad C

Hamburger SV - 1. FC Nürnberg 3:0 (2:0)

Nun schreibe ich meinen ersten Spielbericht dieser Saison, obwohl im von den UIC-Spielen eigentlich schon 3 hätte schreiben müssen. Auch über das Trainingslager hätte ich ein paar Zeilen verfassen können, aber bisher konnte ich mich einfach nicht dazu aufraffen. Ob das noch was wird im Nachhinein...? Weiß nicht.

Jedenfalls kann ich nur kurz zusammenfassend sagen, daß „ich“ eine sehr geile Saisonvorbereitung hatte. Das Trainingslager in Going und die Fahrt nach Olmütz waren dabei für mich die absoluten Höhepunkte. Going war echt klasse. Da passte wirklich fast alles. Schöne Landschaft, weitestgehend gutes Wetter, für 4 Tage ein geniales Hotel und danach eine schöne Ferienwohnung sowie etliche „spaßige“ Trainingseinheiten zusammen mit netten anderen HSVern. Passt scho! Die geilste Trainingseinheit war wohl die allerletzte mit dem Zirkeltraining, begeleitet von rockiger Musik. Boah, was haben wir geschwitzt. Die Sonne schien nämlich auch recht stark auf die Zuschauer.... ;-)))

Und das Spiel in Olmütz war inkl. der Fahrt wirklich kultig. Und die Frauen in Tschechien .... unglaublich wieviel schöne Frauen da auf einem Haufen zu sehen waren....

Heute sollte es dann endlich mit der Bundesliga losgehen und man konnte wirklich recht positiv gespannt sein. Während viele Bundesligisten vor dem 1. Spiel ja überhaupt nicht wissen, wo sie stehen, hatten wir ja zumindest schon den UIC mit Wettkampfcharakter. Und man konnte schon die Vorfreude auf unsere Neuzugänge van der Vaart und Atouba langsam aufbauen sowie sich über die Wiedereinsteiger Lauth und Trochowski freuen. 

Und nun war es endlich soweit. Uns bescherte das „Los“ zum 1. Spieltag ein Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg. Ein vermeintlich leichter Gegner für einen Klub, der Ambitionen auf den internationalen Wettbewerb hat.

Ich hatte diesmal auch kein schlechtes Gefühl. Ich hatte aber auch schon einfach einen sehr schönen Vormittag mit einem positiven Wiege-Ergebnis (nach desaströsem Ergebnis nach dem Trainingslager.... ;-)) und einem einstündigen Telefonat mit meiner Wunsch-Herzallerliebsten. Alles gut!

Und dann habe ich noch endlich meine mal bei ebay ersteigerte HSV-Uhr umbinden können, weil die jetzt gerade so eben ums Handgelenk paßt. Das war der einzig „ängstliche“ Moment vorm Spiel, weil ich da kurz dran dachte, daß es blöd wäre, wenn wir nicht gewinnen und die Uhr damit innerlich nicht mehr umzubinden wäre, denn ich bin ja recht abergläubisch.

Aber ich kann die Uhr ja weiterhin umbinden. Gott sei Dank!

Das Spiel fand ich insgesamt eher etwas langweilig. Zumindest nicht grandios. Trotzdem wurde es meiner Meinung nach souverän mit 3:0 gewonnen gegen eine Nürnberger Mannschaft, vor der man sich aber auch niemals im Spiel fürchten mußte.

Wir hatten natürlich das große Glück, gleich mit der ersten guten Chance nach 3Minuten durch Emile Mpenza in Führung zu gehen. Das war nicht nur wichtig für den Start des gesamten HSV – ich habe mich auch besonders für Emile gefreut, der ja in der Vorbereitung und den UIC-Spielen nicht soooo treffsicher war und deshalb von der Presse schon wieder Gegenwind bekam. Umso wichtiger für ihn und sein Selbstvertrauen, daß er dieses wichtige Tor für den HSV machen konnte.

Danach kamen dann zwar hin und wieder ein paar Chancen für uns und einige auch für Nürnberg, aber insgesamt plätscherte das Spiel so dahin. Wir ließen den Nürnbergern auch viel Raum und ließen sie das Spiel machen. Das beunruhigt einen als HSV-Fan natürlich leicht, weil man dieses „Verfall“ in sofortigen Angsthasenfußball nach einer Führung ja aus den letzten Jahren leider kennt. Ich habe aber meinen Kumpel Alex versucht zu erklären, daß er sich einfach vorstellen solle, daß wir ein Spitzenteam wären und des Gegner absichtlich kommen lassen. Da bin ich mir jetzt aber auch immer noch nicht so sicher, was da richtig ist. Mein Kumpel Kuno ist aber recht überzeugt, daß diese Spielweise wirklich Absicht ist und der Aussage Dolls entspricht, daß man in dieser Saison defensiver stehen wolle. Ich bin nicht so sicher. Mal schauen. 

Kurz vorm Pausentee wurde das Spiel dann entschieden. Und zwar von einem Nürnberger. Ich glaube, es war der Torschützenkönig Mintal, der im eigenen Strafraum David Jarolim auf den Rücken sprang. Ich fand das einfach extrem ungeschickt, wie er unserem HSVer da tackelte. Für mich war das auch ein klares Foul und ich war auch gleich aufgesprungen, um einen Elfer einzufordern. Mal sehen, obs im TV auch so deutlich war.

Nach den UIC-Spielen war ja irgendwie klar, daß sich gewiß wieder Barbarez den Ball schnappen würde. Und das macht auch mir eher Angst, wenn ich mich an die Elfer erinnere, die ich bisher alle so von Barbarez gesehen habe. Diesmal traf er (nach dem UIC) zum zweiten Mal. Allerdings mit einem kurios schlechter Elfer. Er schoß ganz genau in die Mitte und das auch noch flach. Da der Torwart nicht zur Seite sprang, kam der Ball also genau auf ihn zu. Ich denke, wenn er einfach stehen geblieben wäre, hätte er den Ball wohl gehalten. Da er aber eine komische Bewegung machte, als wolle er sich hinknien, hat er es tatsächlich geschafft, den Ball zwischen seinen Beinen hindurch zu lassen. Sah absolut kurios aus. 

Das Spiel wurde direkt danach zur Halbzeit gepfiffen und war praktisch entschieden. 
 

Ein großes Aufbäumen der Nürnberger gab es auch in der 2. Halbzeit nicht. 

Nach ca. 1 Stunde konnte Sergej Barbarez das 3:0 erzielen nach schönem Pass in die Tiefe durch Jarolim.

Danach hätte man das Spiel eigentlich auch abpfeifen können, denn jetzt wurde es zunehmend langweiliger. Im Anschluß an das Tor wurde gleich der zweimalige Torschütze Barbarez ausgewechselt für Benny Lauth, der heute allerdings blass blieb, weil die gesamte Mannschaft zwei Gänge zurückgeschaltet hatte. Es wurde dann auch noch Takahara für Mpenza eingewechselt und Trochowski für van der Vaart. Wie gesagt, es passierte nicht mehr viel, obwohl sowohl Mpenza als auch später Takahara in Konterchancen noch jeweils allein auf den Torwart zuliefen. Beide allerdings so langsam bzw. technisch „ungeschickt“, dass sie noch eingeholt wurden und ihnen der Ball abgenommen wurde, bevor sie zum Torschuß kamen. 

Kurz vor Schluß hatte Nürnberg dann auch noch eine der besten Chancen, als Mintal schräg vorm Tor ziemlich frei stand. Er verzog den Ball aber in die Wolken. Ich kann mich auch ehrlicherweise an keinen Ball erinnern, den Wächter wirklich hätte halten müssen, aber meine Freunde meinten, dass es schon welche gegeben habe. Ich werde ja auch zunehmden älter....

Was fällt einem so besonders auf in diesem 1. Spiel? Für mich war es kein tolles Spiel, sondern eher ein mäßiges. Nachdem ich eben allerdings doch die Zusammenfassung im TV gesehen habe, muß ich zugeben, dass wir mehr gute Torschüsse hatten, als ich in mir „abgespeichert“ hatte. Trotzdem war das Spiel in der ersten Hälfte lange Zeit zu sehr in Nürnberger Hand und in der zweiten Hälfte verflachte es total nach dem 3:0. Also keinesfalls ein richtig schlechtes Spiel, denn den Sieg fand ich aufgrund der gezeigten Leistungen total o.k. Aber auch nicht ein Spiel zum Auspflippen. 

Insbesondere in der Defensive hatte ich nie Angst. Und das obwohl unsere Stamminnenverteidigung Van Buyten/Boulahrouz komplett ausfiel und durch die heute nicht minder guten Reinhardt/Demel ersetzt wurden. 

Allerdings frage ich mich eben, ob wir nun defensiv so gut waren oder Nürnberg einfach so schlecht. Ein echter Gradmesser war das jedenfalls glaube ich noch nicht. 
Umso schöner finde ich es, dass wir jetzt am Dienstag das UIC-Final-Hinspiel gegen Valencia haben. Die sind sicherlich ein echter Prüfstein und dann können wir wohl wirklich sehen, wie gut sich unsere Recken schon schlagen. 

Ein 3:0 zum Saisonstart ist jedenfalls wunderbar. „Natürlich“ wollte ich gleich wieder alles und hoffte auf ein 4:0 und somit zumindest einmal in der Saison auf die Tabellenführung, aber das sollte nicht sein. Zumindest jetzt nicht....
Mein Kumpel meinte, ob ich mir dann das Videotextbild hätte auf ein Tshirt drucken lassen wollen. Ich meinte nur, dass das ja ein Standbild wäre, weil wir dann ja die Tabellenführung die ganze Saison nie mehr abgeben würden... ;-)  Da kann man mal sehen, wie schnell einem so etwas zu Kopf steigt. Irgendwann bekommen wir ja unsere kalte Dusche. Aber ich könnte ganz gut damit leben, wenn das erst in ein paar Wochen passiert und wir jetzt erstmal einen Super-Saisonstart hinlegen. Der erste Schritt (nach den bisherigen UIC-Erfolgen) ist getan.

Meine Spielerbewertung:

Wächter: war praktisch arbeitslos. Mir gefielen seine Abwürfe. Mehr kann ich gar nicht sagen: Note 3

Atouba: nicht so auffällig in der Offensive wie in den Spielen zuvor, aber zumindest ist auf seiner Seite defensiv auch nichts angebrannt. Und lt. Statistik mit den meisten Ballkontakten beim HSV! : Note 3

Demel: Die Innenverteidigung stand felsenfest, wenngleich sie auch nicht zu sehr gefordert wurde. Schön zu sehen, dass auch der zweite Anzug passt.: Note 3

Reinhardt: siehe Demel. Gab nix zu meckern: Note 3

Klingbeil: machte seine (nun die rechte) defensive Seite dicht und hatte lt. Statistik die besten Zweikampfwerte des gesamten Teams. Offensiv wie immer nicht so doll, aber diesmal zumindest bemüht und ich habe endlich mal eine Flanke gesehen von ihm (die auch direkt durch Barbarez-Kopfball zur Torchance wurde). Note 3-

Wicky: tja, der hat mitgespielt, aber ich fand ihn sehr unauffällig: Note 4

Beinlich: wie immer ein wichtiger und sicherer Anspielpunkt: Note 3

Jarolim: ich fand ihn eigentlich gar nicht so auffällig im Spiel, aber er hat den Elfer herausgeholt (und zwar ganz klar ohne Schwalbe, die ihm sonst ja so oft nachgesagt wird) und den entscheidenden Pass zum 3:0 gegeben: Note 3+

van der Vaart: Das war nicht so Rafaels Spiel. Ich fand, dass er nicht recht in die Partie reingefunden hat. Zwar ein paar technische Kabinettstückchen, aber heute fehlte ihm deutlich die Bindung: Note 4

Mpenza: Oh, da habe ich mich wirklich gefreut, dass gerade Emile das erste und auch noch so schnelle Tor des HSV in der Saison 05/06 gemacht hat. Ich fand ihn nämlich in der Vorbereitung (bis auf den Torabschluß) wirklich sehr bemüht. Hatte im Spiel mehrere gute Torchancen: Note 3+

Barbarez: Tja, da bin ich im Zwiespalt. Ich muß ehrlich sagen, dass er mir im Spiel nicht besonders gut gefallen hat. Allerdings muß ich mich wohl auch erst an seine neue Rolle als Stürmer gewöhnen, in der er natürlich weniger Ballkontakte und geniale Zuspiele hat. Ich hätte ihm normalerweise eine 4 gegeben, aber er hat ja nun mit 2 Toren das Spiel auch entschieden (wobei der Elfer grausig war). Sagen wir mal: Note 3

Schiri Merk: Das Spiel war ja insgesamt recht fair und es gab nichts außergewöhnliches zu entscheiden. Mit dem Elfer-Pfiff für den HSV lag Merk eindeutig richtig. Und auch sonst fällt mir bei dem mir unbeliebten Schiri nichts zum Mäkeln ein: Note 2
 

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
kicker: 1. Bundesliga, 2005/06, 1. Spieltag 

Hamburger SV -  1. FC Nürnberg  3:0 (2:0) 

Allgemeine Informationen
Hamburger SV:  Wächter - Klingbeil, Demel, B. Reinhardt, Atouba - Wicky - Jarolim, Beinlich - van der Vaart - Mpenza, Barbarez - Trainer: Doll

1. FC Nürnberg:  R. Schäfer - B. Lense, Cantaluppi, Bosacki, L. Müller - Polak - Mnari, Chedli - Mintal - Vittek, Schroth - Trainer: Wolf

Tore:   1:0 Mpenza (3., Linksschuss), 2:0 Barbarez (45., Foulelfmeter, Linksschuss, Vorarbeit Jarolim), 3:0 Barbarez (60., Linksschuss, Jarolim)

Eingewechselt:   64. Lauth für Barbarez, 71. Trochowski für van der Vaart, 81. Takahara für Mpenza - 61. Kießling für Schroth, 61. Pinola für Chedli, 76. S. Müller für Mnari

Schiedsrichter:  Merk, Dr. 
Zuschauer:  41877
Gelbe Karten:  Jarolim, van der Vaart - Schroth, R. Schäfer

Spielbericht
Beim Hamburger SV gab es im Vergleich zum jüngsten 3:0-Erfolg im UI-Cup gegen Sigma Olmütz folgende personelle Änderungen: Beinlich, Mpenza und Barbarez ersetzten Trochowski, Lauth und Takahara.

Nürnbergs Trainer Wolfgang Wolf brachte zum Saisonauftakt mit Chedli, Polak, Mnari und Lense gleich vier Neuzugänge in der Startelf. Torschützenkönig Mintal spielte hinter den Spitzen Vittek und Schroth.

Der HSV erwischte einen Blitzstart! Die Nürnberger bekamen den Ball bei mehreren Versuchen nicht aus dem Strafraum, Polak legte für Mpenza vor, der mit links aus sieben Metern ins rechte Eck einschoss. Da waren noch keine drei Minuten gespielt.

Es entwickelte sich eine unterhaltsame Partie, Nürnberg zeigte sich keineswegs geschockt, spielte munter mit. Beide Teams spielten schnell nach vorne und versuchten, das Mittelfeld über wenige Stationen zu überbrücken. Fernschussversuche von den Nürnbergern Vittek und Mnari blieben zunächst erfolglos, weil die Präzision fehlte.

Die Hamburger stellten das technisch versiertere Team und kombinierten gefälliger. Die Nürnberger Hintermannschaft offenbarte immer wieder Abstimmungsprobleme. So kam Mpenza aus zehn Metern gegen Lars Müller zum Schuss, Schäfer rettete aber mit den Fäusten.

Die erste echte Chance für die Franken vergab Schroth, als er freistehend aus 13 Metern hoch über Wächters Tor schoss (21.).

Der HSV war das homogenere Team, strahlte mehr Gefahr aus. Die direkten Zweikämpfe entschieden die Hanseaten mit großer Mehrheit für sich. Der Club hielt mit Einsatzfreude dagegen, war im Spielaufbau aber mitunter nervös und fahrig. Den Aktionen fehlte die Genauigkeit. Auch, weil die Laufwege nicht genau abgestimmt waren.

Kurz vor dem Pausenpfiff sprang Lars Müller im Strafraum Jarolim in den Rücken. Den fälligen Foulelfmeter schoss Barbarez ganz schwach genau in die Mitte. Der Ball ging Nürnbergs Torhüter Schäfer aber durch die Beine. Das Leder wurde vom Unterschenkel des Keepers noch abgefälscht, landete neben dem linken Pfosten im Tor. Extrem viel Glück für den Bosnier, allerdings sah Torhüter Schäfer sehr unglücklich aus.

Nach dem Wechsel konnte sich der HSV mit der beruhigenden Führung im Rücken auf eine sichere Defensive konzentrieren. Die Doll-Elf bestimmte das Geschehen mitunter nach Belieben, ließ Ball und Gegner laufen. Der 1. FC Nürnberg fand kein probates Mittel, sich entscheidend in Szene zu setzen, leistete sich vielmehr zu viele individuelle Fehler beim Abspiel.

So überraschte auch der dritte Treffer der Doll-Elf nicht, obwohl diese keineswegs auf Biegen und Brechen nach vorne drängte: Jarolim schickte Barbarez steil, Bosacki stand falsch und konnte dem Bosnier nicht mehr folgen, der Schäfer mit einem Flachschuss keine Chance ließ (60.).

Die Nürnberger, die nicht aufsteckten, waren den Hanseaten, die es ruhig angehen ließen, in fast allen wichtigen Belangen unterlegen. Kombinationssicherheit, Kopfballstärke, Ballannahme, das Vorausahnen von Spielsituationen, Ballfertigkeit, Abschluss - alle Kategorien gingen an die Hanseaten. Einsatz und Kampfgeist der Franken waren tadellos, allein, es fehlte die Güte.

Die Hamburger schaukelten den Sieg in der Schlussphase ohne größere Anstrengung gegen harmlose Nürnberger über die Zeit.

Der Hamburger SV präsentierte sich in hervorragender Form und gewann hoch verdient gegen einen in nahezu allen Belangen unterlegenen 1. FC Nürnberg. Knackpunkt des Spiels war zwar der glückliche Elfmeter-Treffer von Barbarez, die Hanseaten bestachen aber bereits am 1. Spieltag als eingespieltes und homogenes Team, das zudem hervorragende Einzelspieler in seinen Reihen hat. Dem runderneuerten Club fehlte dagegen fast jegliche Durchschlagskraft. Darüber hinaus offenbarten die Franken große Probleme im Abwehrverbund.

Spielereignisse im Detail:
Schlusspfiff 
 
86 Der HSV schaukelt den Vorsprung praktisch mühelos über die Zeit. Dem 1. FCN fehlt jede Durchschlagskraft. 
 
81
 Nun muss auch der zweite Hamburger Torschütze vom Feld. Für Mpenza stürmt nun der Japaner Takahara. 
 
80 Der HSV reißt sich kein Bein mehr aus, gerät gegen die in ihren Mitteln beschränkten Franken aber kaum in Gefahr. 
 
76 Mintal schießt aus sieben Metern halblinker Position weit drüber. 
 
72 Atouba flankt weit von links, Cantaluppi verschätzt sich, Lauth springt in den Ball und schießt im Fallen aus 14 Metern, doch Schäfer hält. 
 
71
 Trochowski kommt nun für van der Vaart, der heute dem Spiel noch nicht seinen Stempel aufdrücken konnte, allerdings keineswegs negativ auffiel. 
 
70 Mintal schießt aus der Drehung mit rechts aus 28 Metern aufs linke Eck, Wächter fängt sicher. 
 
64
 Mit Benny Lauth wechselt Thomas Doll nicht nur den Doppeltorschützen vom Rückspiel gegen Olomouc ein. Lauth hat gegen den Club bisher in vier Spielen sechs Mal getroffen! 
 
60
 Jarolim schickt Barbarez steil, Bosacki steht falsch und kann dem Bosnier nicht mehr folgen, der Schäfer mit einem Flachschuss keine Chance lässt. 
 
56 Nach einem Freistoß von van der Vaart klärt die Club-Abwehr zu kurz, Jarolim schießt volley aus 21 Metern, doch Schäfer steht goldrichtig und klärt den strammen Schuss. 
 
53 Die Hamburger lassen den Ball über viele Stationen zirkulieren, bestimmen das Geschehen, ohne aber den letzten Willen zum Abschluss zu zeigen. 
 
50
 Van der Vaart sieht wegen Ballwegschlagens die Gelbe Karte. 
 
48 Klingbeil flankt aus dem rechten Halbfeld in Richtung Elfmeterpunkt zu Barbarez, dessen Kopfball aber Schäfer keine Probleme bereitet. 
 
46 Es gibt auf beiden Seiten keine personellen Veränderungen. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
  Halbzeitpause 
 
  Abpfiff 1. Halbzeit 
 
45
 Barbarez schießt den von Lars Müller an Jarolim verursachten Foulelfmeter ganz schwach in die Mitte. Der Ball geht Schäfer durch die Beine. Das Leder wird vom Unterschenkel noch abgefälscht, geht aber neben dem linken Pfosten ins Tor. 
 
45 Barbarez flankt gefühlvoll von links, Mpenza verpasst den Ball zwei Meter vor dem Tor um Zentimeter. 
 
44 Vittek schießt aus 14 Metern halblinker Position mit links über Wächters Gehäuse. 
 
41 Mintal schießt aus der Drehung mit links aus 18 Metern, zielt aber um anderthalb Meter zu weit rechts. 
 
40 Der HSV hat deutlich einen Gang zurückgeschaltet, steht in der Defensive aber sicher. 
 
38 Torraumszenen gibt es derzeit keine. Chedli versucht's mal aus der zweiten Reihe, verzieht aber deutlich nach rechts. 
 
31 Der HSV ist das spielerisch stärkere Team und deckt Abstimmungsprobleme in Nürnbergs Hintermannschaft auf. Der Club hält mit großer Einsatzfreude dagegen. 
 
22 Schroth schießt freistehend aus 13 Metern hoch drüber. 
 
21 Lars Müller bekommt den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Mpenza kommt aus zehn Metern zum Schuss, Schäfer rettet aber mit den Fäusten. 
 
18 Barbarez legt in die linke Strafraumhälfte zu Mpenza, dessen Schuss aus neun Metern fast parallel zur Torlinie läuft. Barbarez sprintet zum Ball, erwischt diesen aus spitzem Winkel rechts vom Tor aber nicht mehr richtig. 
 
14 Mnari zieht mit rechts aus 28 Metern ab, trifft den Ball aber nicht voll, das Leder geht links vorbei. 
 
12 Die Nürnberger sind keineswegs geschockt, spielen munter mit. Vittek probiertt's mal mit links aus 18 Metern, der Schuss ist aber zu schwach, Wächter hat keine Probleme. 
 
9
 Nun sieht auch Jarolim den gelben Karton, nachdem der Tscheche im Zweikampf mit Lars Müller "drübergehalten" hatte. 
 
6
 Schroth steigt mit gestrecktem Fuß gegen Jarolim ein und sieht Gelb. 
 
3
 Blitzstart für den HSV! Die Nürnberger bekommen den Ball bei mehreren Versuchen nicht aus dem Strafraum, Polak legt für Mpenza vor, der mit links aus sieben Metern ins rechte Eck einschießt. 
 
2 Beim 1. FC Nürnberg stehen mit Chedli, Polak, Mnari und Lense gleich vier Neuzugänge in der ersten Elf. 
 
1 Beim HSV gibt es gegenüber dem 3:0-Sieg gegen Sigma Olmütz folgende personelle Änderrungen: Beinlich, Mpenza und Barbarez ersetzen Trochowski, Lauth und Takahara. 
 
Anpfiff 


 
 
dpa: HSV mit Katapultstart: 3:0 gegen Nürnberg

Von Franko Koitzsch, dpa

Hamburg (dpa) - Der als notorischer Fehlstarter bekannte Hamburger SV hat sich mit einem ungefährdeten Sieg in die neue Bundesliga- Saison katapultiert. 

Die Hanseaten setzten sich gegen den 1. FC Nürnberg mit 3:0 (2:0) durch und stimmten sich damit auf das UI-Cup-Finale gegen den FC Valencia ein. Emile Mpenza (3.) und Sergej Barbarez (45.+1/Foulelfmeter, 60.) erzielten die Tore und bescherten den 41 877 Zuschauern in der AOL- Arena ein völlig neues Glücksgefühl: In den vergangenen zehn Spieljahren hatte der HSV zum Saisonstart regelmäßig gepatzt und lediglich eine Eröffnungspartie knapp gewonnen.

«Wir hatten Anlaufschwierigkeiten und schwere Beine», gestand HSV- Trainer Thomas Doll. «Aber wir haben in den richtigen Momenten die richtigen Tore geschossen.» Obwohl die mit Vorschusslorbeeren zuhauf gestarteten Gastgeber in einer zumeist fahrigen Partie nicht überzeugen konnten, bleiben sie für die Nürnberger der Schreckensrivale schlechthin.

Nürnbergs Trainer Wolfgang Wolf war deshalb auch unzufrieden mit seiner Mannschaft. «Ich wünsche dem HSV am Dienstag viel Glück», rief er bei der Pressekonferenz artig ins Mikrofon, um dann zu granteln: «Hoffentlich hat Valencia auch so viele Geschenke bereit wie wir.» Die Tore seien allesamt Präsente aus Franken gewesen, monierte Wolf: «Der HSV führt zur Pause mit 2:0 und weiß nicht, warum.»

Zunächst stauchte der Coach seine Mannschaft zusammen («Dumm verkauft, dumm verhalten. So fängt das Unglück an»), dann knöpfte er sich Deutschlands Vorzeige-Schiedsrichter Markus Merk vor: «Kleinlich, kleinlich, kleinlich. Das ist Zerpfeifen ohne Ende.» Auf dem Boden der Tatsachen stand dagegen Torhüter Raphael Schäfer. Er erinnerte daran, worum es in dieser Saison geht. «Die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Es geht gegen den Abstieg und darum, 42 Punkte zu holen.»

Seit zwölf Jahren haben die Franken nicht mehr gegen die Norddeutschen gewonnen und mussten neun Niederlagen in elf Spielen hinnehmen. Auch im neuerlichen Aufeinandertreffen stand die harmlose Elf von Trainer Wolfgang Wolf auf verlorenem Posten. 

Der als HSV-Stareinkauf gefeierte Rafael van der Vaart blieb einen Beweis seiner außergewöhnlichen Klasse weitgehend schuldig. Der über fünf Millionen Euro teure niederländische Nationalspieler verzückte die Fans zwar ebenso wie der technisch beschlagene Abwehrspieler Thimothee Atouba mit wenigen Kabinettstückchen, Zählbares sprang dabei jedoch nicht heraus.

Ohne ihre Parade-Abwehr - Khalid Boulahrouz und Daniel van Buyten fehlten wegen Verletzungen - strahlten die Hamburger vor dem eigenen Tor nicht die erwartete Ruhe aus. Bei den wenigen Attacken der Gäste wackelte die Innenverteidigung mit Guy Demel und Bastian Reinhardt. Die frühe Führung von Mpenza sorgte nicht für größere Sicherheit und Übersicht in den HSV-Reihen.

Nachdem Barbarez (17.), Mpenza (20.) und Stefan Beinlich (45.) noch gescheitert waren, verwandelte Barbarez einen am Ex-Nürnberger David Jarolim verwirkten Foulelfmeter äußerst glücklich zum 2:0. Den in die Mitte des Tores gezielten Ball fälschte Torhüter Raphael Schäfer ins eigene Netz ab. «Ich habe mich beim Torwart bedankt», sagte der Bosnier. Beim 3:0 blieb Barbarez jedoch eiskalt. Einen von Jarolim eingeleiteten Konter schloss er gekonnt ab.

Die Nürnberger agierten mit ihren fünf Neuerwerbungen Benjamin Lense, Jawhar Mnari, Jan Polak, Adel Chedli und Javier Horacio Pinola. Der Leistungsträger des Vorjahres blieb diesmal jedoch blass: Marek Mintal, mit 24 Treffern bester Bundesliga-Torjäger der vergangenen Saison, hatte bei seinem vorjährigen Gastspiel in der AOL-Arena noch drei Tore erzielt.


 
 
sport1: HSV in guter Frühform

Der Hamburger SV ist schon beim Bundesligastart gut in Form und besiegt den 1. FC Nürnberg mit 3:0 (2:0). 
Drei Tage nach dem Erreichen der Finalspiele im UI-Cup überzeugten die Hanseaten erneut auf der ganzen Linie und feierten einen auch in dieser Höhe verdienten Erfolg. Die Gäste waren chancenlos und mit nur drei Gegentoren sogar noch gut bedient. 
Vor 41.877 Zuschauern stellte die Mannschaft von Trainer Thomas Doll die Weichen in der Anfangsphase frühzeitig auf Sieg. 

Frühe Führung
Bereits in der dritten Minute nutzte Emile Mpenza ein grobes Missverständnis in der Hintermannschaft der Franken zum frühen Führungstreffer. 
In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit verwandelt Sergej Barbarez einen Foulelfmeter, der Bosnier hatte dabei allerdings Glück, dass Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer den harmlos geschossenen Strafstoß durch die Beine rutschen ließ. 
  
Nürnberg ohne Chance
Auch nach Wiederbeginn waren die Norddeutschen das dominierende Team. Und nach einem sehenswerten Alleingang war es erneut Barbarez, der nach einer Stunde Spielzeit den Endstand herstellte. 
Im Gefühl des sicheren Sieges ließ es der HSV in der Schlussphase ein wenig ruhiger angehen, doch selbst danach kam die Mannschaft von Trainer Wolfgang Wolf kaum nennenswert ins Spiel. 

Ab Minute 64: Schonen für Valencia
Wolfs Kollege Doll konnte es sich sogar leisten, den zweifachen Torschützen Barbarez nach 64 Minuten durch Benjamin Lauth zu ersetzen und damit für das erste Endspiel um den UI-Cup am Dienstag gegen den FC Valencia zu schonen. 
Gleiches galt für den neuen Hamburger Mittelfeldregisseur Rafael van der Vaart, der nach einem allerdings nur durchschnittlichen Bundesliga-Debüt in der 71. Minute das Spielfeld verlassen durfte. 

Mpenza und Barbarez top
Dass bei den Hamburgern die beiden etatmäßigen Innenverteidiger Khalid Boulahroud und Kapitän Daniel van Buyten verletzungsbedingt fehlten, konnten die harmlosen Gäste zu keiner Phase ausnutzen. 
Mpenza und Barbarez waren bei den Platzherren, die in den vergangenen beiden Jahren ihr Bundesliga-Debüt vor eigenem Publikum jeweils verloren hatten, die stärksten Akteure. Beim "Club" zeigte nur Jan Polak eine überdurchschnittliche Leistung.

Nachbericht: 
HSV schon voll in "Vaart". Alle Erwartungen erfüllt - die lange Vorbereitung hat sich ausgezahlt :

Der Hamburger SV führte gegen den 1. FC Nürnberg seine Erfolge aus dem UI-Cup in der Bundesliga nahtlos fort und tankte weiteres Selbstvertrauen für das Finale gegen den FC Valencia. 
Die Tore von Emile Mpenza (3.) und Sergej Barbarez (45., Foulelfmeter und 60.) fielen jeweils zum richtigen Zeitpunkt. Trainer Thomas Doll nutzte dies, um die beiden Torschützen und auch Raphael van der Vaart zur Schonung vorzeitig aus dem Spiel zu nehmen. 
"Wir konnten am Ende ein bisschen unsere Kräfte für Dienstag sammeln", meinte Doll erleichert. 

Sieg nach zwei verpatzten Saisonauftakten
Zufrieden stimmte den Ex-Nationalspieler auch, dass der Spielfluss auch nach den drei Wechseln weitgehend erhalten blieb: "Wir haben einen richtig tollen Kader, der endlich einmal zum Auftakt gewonnen hat." 
In den vergangenen beiden Jahren hatte es im ersten Heimspiel stets eine Niederlage gegeben.
Angeführt werden die Hanseaten von einem neuen Spielmacher und der brachte sein Team voll in "Vaart".

Van der Vaart noch nicht bei 100 Prozent
"So gut war ich doch gar nicht, ich habe schon viel besser gespielt", redete Rafael van der Vaart seinen Anteil am 3:0 (2:0)-Sieg der Hanseaten gegen den 1. FC Nürnberg klein. 
Der Niederländer hatte dabei sogar Recht, aber genau dies darf den Norddeutschen viel Mut für die kommenden Wochen machen. 
Denn wenn sich der 5,3 Millionen Euro teure Import von Ajax Amsterdam noch weiter steigert, müssen auch die Bundesliga-Spitzenmannschaften vor dem HSV allergrößten Respekt haben. 

12 Jahre ohne Niederlage gegen Club
Die Euphorie an der Elbe ist ohnehin so gewaltig, dass Vereins-Boss Bernd Hoffmann das Auslassen mehrerer guter Einschussmöglichkeiten zum 4:0 fast mit Erleichterung zur Kenntnis nahm: "Ehe hier die Begeisterung überschwappt, ist es besser, jetzt nicht Tabellenführer zu werden. Viel wichtiger ist der gelungene Start." 
Der Club erwies sich wie zuletzt regelmäßig in der jüngeren Vergangenheit als dankbarer HSV-Gegner und kassierte vor 41.877 Zuschauern die sechste Niederlage in Folge gegen die Hamburger. Seit 12 Jahren gibt es nun schon keinen Sieg der Franken über die Hanseaten.
"In erster Linie hat es mit der Ballbehauptung nicht geklappt, am Schluss ging es nur noch um Schadensbegrenzung", tadelte Nürnbergs Coach Wolfgang Wolf eher milde. 

Schwacher Mintal, schwaches Team
Kapitän Mario Cantaluppi hingegen ging mit sich und seinen Kollegen härter ins Gericht. "Die Hamburger haben schon viele UI-Cup-Spiele in den Beinen. Dass wir daraus kein Kapital schlagen konnten, ist enttäuschend", kritisierte der Schweizer Nationalspieler. 
Die derbe Schlappe im hohen Norden bewies aber auch, wie abhängig man an der Noris von Marek Mintals Treffsicherheit ist. 
Der Torschützenkönig der vergangenen Saison hat Probleme mit dem Spann und laboriert an einer Zehenverletzung, entsprechend unrund und verhalten bewegte sich der Slowake auf dem Rasen. Wolf: "Marek ist leider noch nicht in der gleichen Verfassung wie im letzten Jahr."