Bundesliga 2005/2006, 6. Spieltag, Mittwoch, 21.09.05 in der im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion

VfB Stuttgart -  Hamburger SV  1:2 (0:1) 

Das Spiel habe ich nur in der Zusammenfassung im TV gesehen und möchte daher nichts dazu schreiben.

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
kicker: 1. Bundesliga, 2005/06, 6. Spieltag 
 VfB Stuttgart -  Hamburger SV  1:2 (0:1) 

Allgemeine Informationen
VfB Stuttgart:  Hildebrand (3) - Hinkel (4), Fernando Meira (2,5), Delpierre (3), Magnin (4) - Soldo (4), Meißner (5) - Hitzlsperger (5), Grönkjaer (2,5) - Tomasson (4), Cacau (3) - Trainer: Trapattoni

Hamburger SV:  Wächter (4) - Klingbeil (5), Boulahrouz (4,5), van Buyten (3,5), Atouba (4) - Beinlich (3) - Mahdavikia (4), Jarolim (2,5) - van der Vaart (2,5) - Lauth (5), Barbarez (2,5) - Trainer: Doll

Tore:   0:1 van der Vaart (32., Linksschuss, Vorarbeit Barbarez), 1:1 Gomez (53., Rechtsschuss, Grönkjaer), 1:2 Jarolim (88., Rechtsschuss, Barbarez)

Eingewechselt:   36. Gomez (2,5) für Hitzlsperger, 46. Gentner (3) für Meißner, 84. Stranzl für Fernando Meira - 37. Trochowski (3,5) für Mahdavikia, 76. B. Reinhardt für Klingbeil, 81. Mpenza für Lauth

Chancenverhältnis:  3:5
Eckenverhältnis:  2:6
Schiedsrichter:  Dr. Fleischer  (Sigmertshausen), Note 4,5 - hätte van Buyten nach einer Tätlichkeit an Hitzlsperger von Platz stellen (7.) und Boulahrouz zwingend verwarnen müssen (75.)
Zuschauer:  34000
Gelbe Karten:  Hitzlsperger, Magnin, Grönkjaer
Spielnote:  3,5
Spieler des Spiels:  Jarolim, David
technisch stark, viel unterwegs, immer anspielbar im linken Mittelfeld, Schütze des späten Siegtreffers

Analyse
Nach dem ersten Saisonsieg gegen Mainz (2:1) konnte Trainer Giovanni Trapattoni wieder auf Cacau zurückgreifen, dafür musste Ljuboja wieder in die zweite Reihe. Außerdem brachte er für Gerber wieder Magnin, und Gentner machte für Meißner Platz.

HSV-Trainer Thomas Doll musste nach dem 1:1 gegen Frankfurt den verletzten Demel ersetzen. In der Abwehr kamen, nachdem auch Reinhardt nicht in der Startelf stand, mit Klingbeil und Boulahrouz zwei Neue.

In den ersten Minuten gingen beide Mannschaften ein hohes Tempo im Gottlieb-Daimler-Stadion. Stuttgart legte einen Blitzstart hin, gleich in der dritten Minute zog Grönkjaer aus 18 Metern ab und setzte den Ball an den Querbalken. Nach einer guten Viertelstunde war es Hinkel, der über rechts kam und eine weite Flanke übers Feld zu Grönkjaer schlug, dessen Schuss parierte Torhüter Stefan Wächter. Die Doll-Elf brauchte zwanzig Minuten, hatte dann durch Barbarez gleich zweimal die Möglichkeit zur Führung. Zunächst köpfte der Bosnier nach einer Ecke auf den langen Pfosten, wo Hinkel klären konnte. Nur wenig später bekam Barbarez nach einer Flanke von Atouba seine Fußspitzen noch an den Ball, und Keeper Timo Hildebrand musste sich lang machen, um den Rückstand zu verhindern (21./23.). 

Die Konsequenz der stärker werdenden Hamburger war dann die Führung durch van der Vaart. Auf Zuspiel von Barbarez stand der Holländer 20 Meter vor dem Tor völlig frei. Der Linksschuss von van der Vaart ging unhaltbar für Hildebrand in die rechte obere Ecke (32.). Die Trapattoni-Elf wirkte nach dem Tor sichtlich verunsichert und hatte nur noch eine Möglichkeit. Grönkjaer, der von Tomasson in Szene gesetzt wurde, schoss aus spitzem Winkel aufs Tor, aber Wächter war zur Stelle und parierte den Schuss (37.).

Wieder war es Grönkjaer, der die Spielhälfte eröffnete. Zunächst wurde ein Fernschuss von Cacau abgewehrt, dann bekam der Däne den Ball auf halbrechter Position, zögert aber etwas und ein Abwehrspieler verstellte den Weg zum Tor. Auch am Ausgleich war Grönkjaer wieder beteiligt. Er passte von der rechten Außenbahn in die Mitte, wo Gomez die Flanke aus fünf Metern per Volleyschuss zum Ausgleich verwertete (53.). Nun war es Hamburg, das in den folgenden Minuten etwas die spielerische Linie verlor. Torraumszenen gab es nur noch wenig, Hamburg ließ sich zusehends zurückfallen. Einen Eckball von Cacau köpfte Gomez dann nur knapp über die Latte (73.). 

Barbarez setzte sich wenig später endlich mal über die linke Außenbahn durch, aber die Flanke in den Strafraum fand keinen Abnehmer (78.). In der Schlussphase kam viel Hektik auf und Schiedsrichter Dr. Helmut Fleischer musste die Partie oft unterbrechen, so dass kaum noch Spielfluss aufkam. Ein kurioses Tor für den HSV sorgte dann für den Schlusspunkt. Jarolim spielte im Strafraum mit Barbarez Doppelpass, schoss dann Hildebrand und Delpierre an, die beide retten wollten. Der Ball flog schließlich im hohen Bogen zum 2:1-Endstand für den HSV ins Netz.

Nach der verdienten HSV-Führung in der ersten Hälfte, verlor die Doll-Elf nach Wiederanpfiff die spielerische Linie. Fortan waren die Schwaben die bessere Mannschaft und kamen durch Gomez zum gerechten Ausgleich. Kurz vor Schluss setzte aber Jarolim durch ein glückliches Tor den Schlusspunkt.
 

Spielereignisse im Detail
  Schlusspfiff 
 
88
 Kurioses Tor für den HSV - Jarolim spielt im Strafraum mit Barbarez Doppelpass und schießt dann Hildebrand und Delpierre an und die Kugel fliegt im hohen Bogen ins Tor. 
 
78 Endlich mal wieder der HSV! Barbarez flankt in den Strafraum, aber Lauth kann den Ball nicht verwerten, weil ein Stuttgarter stört. 
 
74 Cacau bringt eine Ecke direkt auf den Kopf von Gomez, aber der köpft dann knapp über die Latte. 
 
71
 Grönkjaer bekommt die Gelbe Karte, weil er sich den Ball bei einem Freistoß immer wieder nach vorne legt. Der Freistoß geht dann direkt auf Wächter. 
 
64 Gomez versucht es jetzt allein, löst sich zunächst von seinem Gegenspieler und schießt dann aus 20 Metern. Das Leder geht aber übers Tor. 
 
53
 Ausgleich - Meira bringt den Ball nach vorne und passt auf Grönkjaer. Der Däne spielt hoch in den Fünfer, wo Gomez lauert und volley die Kugel im Netz versenkt! 
 
50 Ein Schuss von Cacau wird abgeblockt und der Ball landet bei Grönkjaer, der aber kurz zögert bis er abzieht und dann ist bereits ein Abwehrspieler zur Stelle. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
  Halbzeitpause 
 
  Abpfiff 1. Halbzeit 
 
37 Tomasson passt auf Grönkjaer der aus halbrechter Position gleich abzieht, aber der Winkel war zu spitz. 
 
36
 VfB-Trainer Trapattoni reagiert sofort und bringt mit Gomez einen weiteren Stürmer. 
 
32
 Herrliches Tor für den HSV! Nach einem Zuspiel von Barbarez steht van der Vaart völlig frei an der Strafraumgrenze und knallt dem VfB einen schönen Schuss in die rechte obere Ecke. 
 
23 Schon wieder Barbarez, der nach einer Flanke von Atouba seine Fußspitze an den Ball bringt, Hildebrand muss sich lang machen um zu klären. 
 
21 Jetzt der HSV - Barbarez köpft nach einer Ecke an den langen Pfosten, dort steht Hinkel und kann abwehren und Hildebrand schnappt sich das Leder. 
 
18 Hinkel setzt sich über die rechte Außenbahn durch und flankt einmal quer übers Spielfeld, dort wartet Grönkjaer und schießt aufs Tor, aber Wächter ist zur Stelle. 
 
11 Cacau tankt sich durch und versucht es aus über 20 Metern, aber die Kugel fliegt über das Gehäuse von Stefan Wächter. 
 
3 Der erste Knaller - aus 18 Metern zieht Grönkjaer ab und setzt das Leder gleich mal an die Latte! 
 
1 Bei Stuttgart stehen mit Magnin, Meißner und Cacau drei Neue in der Anfangself, beim HSV spielen Klingbeil und Boulahrouz. 
 
  Anpfiff 
 
0 Der HSV wurde am Samstag, ebenso wie der VfB nur zwei Tage nach dem UEFA-Pokal-Einsatz, in letzter Sekunde ausgebremst (1:1 gegen Frankfurt). Nach Stuttgart wartet mit den Bayern ein weiterer Härtetest. 
 
0 Zwar gelang Stuttgart mit dem 2:1 in Mainz der erste Saisonsieg, doch zeigte sich der VfB nach wie vor verunsichert. Der Druck auf Trainer Trapattoni wächst, Hoffnung macht die Rückkehr Cacaus nach überstandener Knie-OP. 


 
sport1: Jarolims "Ei" schockt Trapattoni-Elf:
 
Stuttgart - Ein spätes Tor von David Jarolim hat den Hamburger SV zum Bayern-Jäger Nummer eins gemacht und das Duell zwei gegen eins am nächsten Spieltag ermöglicht.
Der tschechische Mittelfeldspieler erzielte in der 88. Minute per Bogenlampe das entscheidende Tor zum 2:1 (1:0)-Sieg beim VfB Stuttgart und stürzte die Elf von Giovanni Trapattoni in eine handfeste Krise.
Damit verbesserte sich der HSV vor dem Duell mit dem Meister am Samstag in der Hansestadt mit 14 Punkten auf den zweiten Rang und hat vier Zähler Rückstand auf die Bayern.

Traumtor von van der Vaart
Mittelfeldstar Rafael van der Vaart (32.) hatte den seit 16 Pflichtspielen ungeschlagenen HSV mit einem Traumschuss aus 22 Metern in Führung gebracht. Stuttgarts Joker Mario Gomez stach erneut nur 17 Minuten nach seiner Einwechslung und traf zum zwischenzeitlichen Ausgleich (56.).
"Wir sind auf einem tollen Weg, die drei Punkte sind sehr wichtig. Wir haben im richtigen Moment ein Zeichen gesetzt", sagte Hamburgs Coach Thomas Doll nach dem glücklichen Siegtreffer durch Jarolim. Für Hamburg war es der dritte Auswärtssieg im dritten Spiel.

Druck auf "Trap" wächst
Die zu Hause weiterhin sieglosen Schwaben verpassten trotz einer kämpferisch ansprechenden Leistung einen Befreiungsschlag und dümpeln nach der zweiten Heimniederlage mit nur sechs Punkten aus sechs Partien weiter im tristen Mittelfeld der Tabelle.
Der Druck auf Trainer Giovanni Trapattoni ist vor dem anstehenden Heimspiel am Sonntag gegen den 1. FC Kaiserslautern kaum geringer geworden.
"Im zweiten Durchgang waren wir weitaus besser und haben mit Enthusiasmus gespielt, dürfen uns aber durch diese unglückliche Niederlage nicht zurückwerfen lassen. Die Saison ist noch sehr lang, und ohne nach Alibis zu suchen werden wir unseren Weg weiter gehen", meinte der "Mister" nach dem Spiel aber kämpferisch.
  
VfB in Anfangsphase überlegen
Vier Tage nach seinem ersten Saisonsieg (2:1 beim FSV Mainz 05) dominierte der VfB vor 35.000 Zuschauern klar die Anfangsphase.
Vor allen Dingen der dänische Nationalspieler Jesper Grönkjaer sorgte über die rechte Seite für viel Schwung und scheiterte in der vierten Minute mit einem Schuss an die Latte.
"Wahrscheinlich wäre die erste Hälfte anders verlaufen, wenn Jesper Grönkjaer am Beginn statt die Latte ins Tor getroffen hätte", haderte Trapattoni mit dem Schicksal.

Hinkel klärt auf der Linie
Erst nach einer Viertelstunde fand der HSV besser in Spiel und hatte Pech, dass Andreas Hinkel nach einem Kopfball von Sergej Barbarez noch auf der Linie des Stuttgarter Tores klären konnte (21.).
Nach dem van der Vaart in der ersten halben Stunde mit einigen Weitschüssen noch knapp gescheitert war, wurde der Mut des niederländischen Nationalspielers in der 32. Minute schließlich belohnt.
Fast aus dem Stand konnte van der Vaart aus 22 Metern Maß nehmen und mit seinem dritten Saisontreffer genau in den rechten Winkel für die bis dato eher schmeichelhafte Führung der Gäste sorgen.
  
Gomez trifft zum zweiten Mal in Folge
VfB-Coach Trapattoni reagierte sofort auf den Rückstand und brachte mit Gomez, der in Mainz zum Sieg getroffen hatte, eine dritte Spitze.
Und der 20-Jährige stach erneut: Nach einer feinen Flanke des überragenden Grönkjaer schoss Gomez aus vier Metern ein und traf damit zum zweiten Mal binnen fünf Tagen.

Soldo unglücklicher Vorlagengeber
Der Ausgleichstreffer beflügelte die zuletzt gehemmt wirkenden Stuttgarter.
Doch Torjäger Jon Dahl Tomasson (62.) vergab eine weitere Möglichkeit, bevor Jarolim von einem unglücklichen Klärungsversuch von Stuttgarts Kapitän Zvonimir Soldo profitierte und für den späten "Knockout" für die Schwaben sorgte.
"Ich hätte nie gedacht, dass wir noch ein Gegentor kriegen. Und dann bekommen wir so ein Ei - unfassbar", war Mario Gomez nach dem Spiel gnadenlos enttäuscht.

Nachbericht: Vorfreude beim HSV: "Es ist angerichtet"

Stuttgart/Hamburg - 16 Pflichtspiele ohne Niederlage und mittlerweile Bayern-Jäger Nummer eins - doch auch vor dem Gipfeltreffen seines Hamburger SV gegen den Primus aus München bleibt Thomas Doll respektvoll zurückhaltend. 
"Die Bayern dominieren die Bundesliga. Für uns ist es eine tolle Herausforderung, aber sie stehen ganz oben und gehören dort auch hin", betonte Doll nach dem 2:1 (1:0)-Auswärtssieg der Hanseaten beim kriselnden VfB Stuttgart.
Getrübt wurde Dolls Freude über den dritten Sieg des HSV im dritten Auswärtsspiel aber ausgerechnet von der zunehmenden Kritik an Stuttgarts Coach Giovanni Trapattoni.

Bewunderung für Trapattoni
Wohl wissend um die schwierige Situation des Italieners im Schwabenland stimmte Doll auf der Pressekonferenz spontan ein Loblied auf "Trap" an.
"Es ist toll für mich, neben so einem großen Trainer zu sitzen. Deshalb war es ein besonderes Spiel, gerade für so einen jungen Coach wie mich", gab der 39-Jährige zu und ist sich sicher: 
"Giovanni wird auch weiterhin Fußball-Geschichte schreiben und seinen Weg machen."

Druck auf VfB-Trainer wächst
Allerdings nimmt der Druck auf Trapattoni angesichts von nur sechs Punkten, bislang keinem einzigen Heimsieg und Tabellenplatz zwölf ebenso zu wie die Unzufriedenheit im Umfeld. 
Zumal der "Maestro", der zur Vorbeugung von Missverständnissen ständig einen Dolmetscher an seiner Seite hat, auch nach sechs Spieltagen noch immer keine Stammformation gefunden hat - und weiter wild rotiert.

Hitzlsperger unzufrieden
Jüngstes Opfer: Nationalspieler Thomas Hitzlsperger. Er lief diesmal als Linksfuß im rechten Mittelfeld auf und wurde schon nach 36 Minuten kopfschüttelnd ausgewechselt.
Zu einer Aussage nach der Partie ließ sich der 23-Jährige aber nicht hinreißen.
Immerhin erzielte der für Hitzlsperger eingewechselte Joker Mario Gomez (53.) nach der Führung durch HSV-Star Rafael van der Vaart (32.) den zwischenzeitlichen Ausgleich, doch David Jarolim (88.) sorgte für den endgültigen VfB-K.o.

HSV freut sich auf Fußball-Fest
Dort wo die Stuttgarter hinwollen, steht derzeit der HSV und freut sich auf den Gipfel gegen die um vier Punkte besseren Bayern.
"Es ist alles angerichtet für ein großes Fußball-Fest", meinte Hamburgs Vorstandschef Bernd Hoffmann mit breitem Grisen und sagte mit Blick auf die Tabelle: "Ich hätte nichts dagegen, wenn das zur ständigen Einrichtung wird."
Das Feld dazu scheint bestellt. "Es ist schön zu sehen, wie die Mannschaft gewachsen ist. Wir sind auf einem tollen Weg", analysierte Doll.

Van der Vaart gibt Vertrauen zurück
Er lobte vor allen Dingen seinen 5,1-Millionen-Euro-Neuzugang van der Vaart: "Er zahlt Spiel für Spiel das Vertrauen zurück, das wir in ihn gesetzt haben. Durch ihn sind wir unberechenbarer geworden."
Einziger Wermutstropfen: HSV-Kapitän Daniel van Buyten droht ein Ermittlungsverfahren des DFB-Kontrollausschusses, nachdem er den am Boden liegenden Hitzlsperger getreten hatte.