Bundesliga 2005/2006, Bundesliga, 8. Spieltag, Sonntag, 02.10.05 im Kaiserslauterer Fritz-Walter-Stadion

Ich habe das Spiel nur auf premiere gesehen. Das war nun allerdings auch das erste Auswärtsspiel dieses Jahres, das ich mir auf premiere angesehen habe. Die Spiele davor habe ich nur im Radio nebenbei gehört. 

Ich war aber auch völlig gelöst vor dem Spiel. Und ich muß ganz ehrlich zugeben, dass es mir ziemlich egal war, ob der HSV verliert.

o.k. ein Unentschieden oder ein Sieg wären mir natürlich lieber gewesen, aber auch mit einer Niederlage hätte ich selten so gut leben können wie jetzt.

Das liegt wohl eindeutig daran, dass mich der HSV zuletzt sooo unglaublich glücklich gemacht hat, dass es mir eben egal gewesen wäre, wenn wir jetzt auch mal wieder verloren hätten.

Ich befürchtete ja auch ein wenig, dass die Mannschaft u.U. eine ähnliche Einstellung an den Tag legen würde. Aber da habe ich mich ja sehr gründlich gestäuscht.

Ganz im Gegensatz zu meinem Gleichmuth hat die Mannschaft eins der überzeugendsten Spiele der Saison gezeigt. Nun kann man nicht von einem tollen Spiel sprechen, weil dazu einfach der Gegner fehlte, der auch mal Gefahr ausstrahlt, aber der HSV war ja sowas von souverän, dass ich ehrlich sagen muß, dass ich das langsam beängstigend finde. 

Wie soll das bloß noch weitergehen?

Den Lauterern, die sicherlich auch einen ziemlich schlechten Tag hatten, hat man überhaupt keinen Raum gelassen. Ich kann mich erinnern, dass Wächter gegen Schluß einmal einen Ball aus 30 m Entfernung halten musste. Und ansonsten kann ich mich an eine Lauterer Chance in der zweiten Halbzeit erinnern, die gut zu einem Tor hätte führen können. Aber da sind sie so umständlich gewesen, dass sie nicht mal zum Abschluß kamen. Unglaublich schlecht.

Ansonsten spielte nur der HSV. Und das im Stile einer Klassenmannschaft. Vielleicht sind wir das momentan ja einfach.... ?!?!

Jedenfalls ließ man Ball und Gegner laufen und entschied das Spiel souverän mit 3:0 für sich. Das hätte auch noch höher ausfallen können, aber Takahara , 2 x Barbarez, und Jarolim vergaben weitere hochkarätige Chancen.

So blieb es Barbarez und van der Vaart vorbehalten, für die 3 Tore zu sorgen. Die beiden van der Vaart-Treffer bereitete Barbarez vor und den van der Vaart-Treffer bereitete passenderweise Barbarez vor.

Wie stark Rafael van der Vaart derzeit beim HSV auftrumpft ist wirklich schlicht unglaublich. Ich empfinde ihn zwar nicht so wirklich als Spielmacher, aber er ist dafür einfach unglaublich torgefährlich. Gestern abend wurde in einer Sportsendung gesagt, dass er an 11 der 17 HSV-Tore beteiligt war. Ein unglaublicher Wert!

Jedenfalls war das Spiel so souverän, dass ich das bis jetzt noch nicht fassen kann. Wenn das noch einige Wochen so weitergehen sollte, werde auch ich irgendwann anfangen zu spinnen und doch noch an die Meisterschaft glauben. Aber ich hoffe, dass mich das nicht so schnell übermannt. Ich wäre nach wie vor glücklich, wenn wir unter die ersten 5 kommen. Wenns am Ende für die ersten 3 reicht, wäre es umso schöner. Aber man muß sich auch immer drauf vorbereiten, dass es mal einen Einbruch gibt.

Aber ich glaube im Moment dürfen wir uns erstmal so richtig freuen!

Eine Spielerbewertung möchte ich nur nach premiere-Ansicht wie immer nicht vornehmen. Aber ich denke, dass die Mannschaft wieder durch die Bank weg sehr gut gespielt hat. Es ist keiner abgefallen. Besonders aufgefallen ist natürlich Rafael vdV.. Und die Abwehr fand ich auch einfach sehr stark. Die haben gar nichts zugelassen.

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
kicker: 1. Bundesliga, 2005/06, 8. Spieltag 
 1. FC Kaiserslautern -  Hamburger SV  0:3 (0:1) 

Allgemeine Informationen
1. FC Kaiserslautern:  Macho - Lembi, Pletsch, Hertzsch, Blank - T. Riedl, T. Reuter, Engelhardt, Bellinghausen - Jancker, Halil Altintop - Trainer: Henke

Hamburger SV:  Wächter - Demel, Boulahrouz, van Buyten, Atouba - Wicky - Jarolim, Beinlich - van der Vaart - Barbarez, Takahara - Trainer: Doll

Tore:   0:1 van der Vaart (36., Rechtsschuss, Vorarbeit Barbarez), 0:2 Barbarez (50., Linksschuss, van der Vaart), 0:3 van der Vaart (82., Linksschuss, Demel)

Eingewechselt:   46. Skela für Lembi, 64. Göktan für Jancker - 65. Trochowski für Wicky, 74. Mpenza für Takahara, 85. Ziegler für Demel

Schiedsrichter:  Schmidt 
Zuschauer:  32000
Gelb-Rote Karten:  Blank (65.)
Gelbe Karten:  Blank - Wicky

Spielbericht
FCK-Trainer Michael Henke reagierte nach der 0:1-Niederlage in Stuttgart und änderte seine Startformation auf vier Positionen. Für Mettomo, Skela, Seitz und Göktan begannen Lembi, Jancker, Bellinghausen sowie Riedl. Somit agierten die Pfälzer diesmal mit einem 4-4-2-System, in dem Jancker Altintop in der Sturmspitze entlasten sollte.

Nach dem Last-Minute-Sieg beim FC Kopenhagen im UEFA-Cup nahm HSV-Coach Thomas Doll lediglich eine Änderung vor. Für Mpenza ging diesmal Takahara neben Barbarez auf Torejagd.

Die Zuschauer im Fritz-Walter-Stadion sahen einen verhaltenen Beginn beider Teams mit kleinen Vorteilen für die Gäste aus Hamburg. Die Hausherren agierten im Spielaufbau viel zu nervös und zeigten einige Unsicherheiten. So konnte der HSV das Spiel übernehmen und sein gewohnt flüssiges Kombinationsspiel vortragen. 

Die erste Möglichkeit gehörte folglich auch den Doll-Schützlingen, als Barbarez nach einer Ecke zum Kopfball kam und Riedl die Kugel gerade noch von der Linie kratzen konnte (17.).

Kaiserslautern fand überhaupt nicht in die Partie, stand viel zu tief in der eigenen Hälfte, so dass in der Offensive für die Stürmer gar keine Anspielstationen geschaffen wurden. Die Hamburger ließen Ball und Gegner weiterhin geschickt laufen und erarbeiteten sich dadurch immer mehr Torchancen. So war es in der 25. Minute Barbarez, der nach schönem Zuspiel von van der Vaart an der Strafraumkante an die Kugel kam. Der Bosnier vernaschte mit einer Körpertäuschung zunächst Blank, doch der Schlenzer wurde dann zur sicheren Beute von FCK-Schlussmann Macho.

Kaiserslautern fand zu diesem Zeitpunkt in der Offensive überhaupt nicht statt und fand keine Mittel gegen die übermächtigen Hanseaten. Obwohl die Doll-Schützlinge erst am Donnerstag im UEFA-Cup im Einsatz waren, zeigten sie keinerlei Müdigkeitserscheinugen und hatten sichtlich Spaß am Spiel. Dieses Engagement wurde in der 36. Minute durch die 1:0-Führung belohnt. Barbarez legte das Leder gekonnt auf van der Vaart ab und der Niederländer netzte mit einem Flachschuss aus 18 Metern ein.

Kurz vor der Pause wäre der Hamburger Spielmacher fast wieder erfolgreich gewesen, sein Freistoß-Schlenzer ging aber über das Tor (45.).

Nach dem Seitenwechsel erhoffte sich FCK-Coach Michael Henke mit der Einwechslung von Skela für Lembi mehr Impulse im Offensivspiel. Doch bevor die "Roten Teufel" ihren ersten Angriff in Richtung HSV-Kasten starten konnten, fiel auf der Gegenseite der zweite Treffer. Van der Vaart hatte an der Mittellinie das Leder bekommen und schickte Barbarez mit einem sehenswerten Pass durch die Gasse auf Reise. Der Bosnier konnte den Ball kurz annehmen und vollendete mit einem Flachschuss ins kurze Eck zum 2:0 (50.).

Mit diesem Schock im Rücken blieben die Offensivbemühungen der Gastgeber gleich null. Bezeichnend für die schlechte Leistung des FCK war die einzige Möglichkeit der Henke-Elf. Altintop bekam völlig freistehend auf Höhe des Elfmeterpunkts die Kugel, schlug aber beim Abschlussversuch ein Luftloch, so dass die Hamburger Hintermannschaft in Ruhe klären konnte.

Als sich die Hausherren in der 65. Minute durch eine Gelb-Rote Karte für Blank, der van der Vaart von den Beinen geholt hatte, selbst dezimierten, war die Partie praktisch entschieden.

Der Hamburger SV spielte sich in Überzahl förmlich in einen Rausch und zeigte traumhafte Ballstaffetten. Dem Mann des Spiels war es in der 82. Minute schließlich vorbehalten, den Schlusspunkt zu setzen. Nach Zuspiel von Demel zog van der Vaart aus 17 Metern mit links ab und das Leder schlug zum 3:0 im rechten Winkel des FCK-Gehäuses ein.

Mit einer absolut überzeugenden Leistung gewinnt der Hamburger SV in Kaiserslautern souverän mit 3:0. Damit bleiben die Hanseaten in dieser Spielzeit ungeschlagen und Bayern-Jäger Nummer 1. Für die Pfälzer, die nicht wirklich bundesligareif agierten, beginnen nach der dritten Niederlage in Folge ganz schwere Zeiten.
 

Trainer Michael Henke (1. FC Kaiserslautern): "Der HSV ist eine Nummer zu groß für uns. Allerdings können wir besser spielen, die Leistung gegen Hamburg ist nicht zu erklären. Wir haben zu wenig Gegenwehr gezeigt."

Trainer Thomas Doll (Hamburger SV): "Wir haben sehr stark angefangen. Kaiserslautern hat nur auf Konter gelauert. Wir haben aber nichts zugelassen. Wir halten an unserem Saisonziel fest, und das ist das Erreichen eines internationalen Wettbewerbs." 
 

Spielereignisse im Detail
  Schlusspfiff 

90 Phantastische Ballstaffette des HSV! Schließlich kommt Barbarez an die Kugel zielt aber neben das Tor. 

82
 Wieder van der Vaart! Nach Zuspiel von Demel legt sich der Niederländer die Kugel zurecht und trifft mit links in den rechten Winkel - 0:3! 

74
 Mpenza ersetzt den fleißigen Takahara in der Sturmspitze. 

70 Der HSV kombiniert munter weiter. Lautern ist völlig von der Rolle und agiert wie ein potentieller Abstiegskandidat. Für die Gäste ist die Partie nicht mehr als ein lockeres Trainingsspiel. 

65
 Jetzt müssen die Lauterer das Spiel auch noch zu zehnt beenden. Blank sieht nach seinem überharten Einsteigen gegen van der Vaart die Gelb-Rote Karte. 

64
 Mit Göktan für den enttäuschenden Jancker bringt Henke einen frischen Stürmer! 

58 Bezeichnend für die Lauterer Leistung! Altintop bekommt auf Höhe des Elfmeterpunkt das Leder und haut völlig unbedrängt über den Ball! 

56 Hamburg fängt an zu zaubern! Van der Vaart bringt den Ball mit einem Kunststoß von der Außenlinie in die Mitte, doch Keeper Macho fängt die Kugel locker runter. 

50
 Tor für den HSV! Van der Vaart bekommt an der Mittellinie den Ball und schickt Barbarez mit einem Super-Pass auf die Reise! Der Bosnier nimmt die Kugel kurz an und vollendet flach mit links zum 2:0! 

46
 FCK-Trainer Michael Henke bringt nach dem Seitenwechsel Skela für Lembi und erhofft sich dadurch mehr Impulse in der Offensive. 

  Anpfiff 2. Halbzeit 

  Halbzeitpause 

  Abpfiff 1. Halbzeit 

45 Schöner Freistoß von van der Vaart, der mit seinem Schlenzer beinahe zum 2:0 getroffen hätte. Lautern bleibt weiterhin äußerst schwach und wirkungslos. 

36
 Tor für den HSV! Atouba mit einem schönen Pass auf Barbarez, der die Kugel gekonnt für van der Vaart auflegt. Der Niederländer nimmt das Leder kurz mit und zieht ab. Durch die Beine von Hertzsch landet der Ball im linken unteren Eck! 

36 Barbarez auf Takahara, doch Macho kommt aus dem Kasten geeilt und kann vor dem Japaner klären. 

33
 Jetzt auch Gelb für den HSV! Wicky kommt gegen Engelhardt einen Schritt zu spät und wird von Schiri Schmidt für sein Foul verwarnt. 

32 Obwohl die Gäste am Donnerstag noch im UEFA-Cup im EInsatz waren wirken sie viel frischer als die Pfälzer. Beinlich versucht es aus der Distanz - über den Kasten! 

28 In den seltenen Fällen, in denen die Hausherren in der gegnerischen Hälfte auftauchen, dauert das Nachrücken der Mittelfeldspieler zu lange, so dass keinerlei Anspielstationen entstehen können. 

25 Der HSV wird immer stärker! Van der Vaart mit tollem Zuspiel auf Barbarez. Der Bosnier tanzt zunächst Blank aus, scheitert dann allerdings mit seinem Schlenzer an Schlussmann Macho. 

23 Schöne Kombination zwischen Barbarez und Jarolim. Dessen Hereingabe landet bei Takahara, doch die Lauterer Hintermannschaft kann klären. 

20 Die Hanseaten lassen Ball und Gegner geschickt laufen. Lautern kommt noch nicht richtig ins Spiel, im Spiel nach vorne fehlen derzeit die zündenden Ideen. 

17 Die Gäste dominieren das Spiel. Nach einer Ecke von van der Vaart kommt der Ball zu Barbarez, dessen Kopfball gerade noch von Riedl von der Linie gekratzt wird. 

13
 Blank holt Wicky im Mittelfeld von den Beinen und sieht vollkommen zurecht die erste Gelbe Karte der Partie. 

9 Die Anfangsphase ist von vielen Foulspielen im Mittelfeld geprägt, wodurch noch kein geordneter Spielaufbau zustande kommt. 

6 Die Hausherren beginnen nervös, mit einigen Unsicherheiten im Spielaufbau. Der Hamburger SV spielt aus einer kompakten Defensive kontrolliert nach vorne. 

2 Beim HSV gibt es im Vergleich zum 1:0 in Kopenhagen lediglich eine Veränderung: Takahara stürmt neben Barbarez, Mpenza bleibt zunächst auf der Bank. 

1 FCK-Trainer Henke änderte seine Anfangsformation nach dem 0:1 in Stuttgart auf vier Positionen: Für Mettomo, Skela, Seitz und Göktan beginnen Lembi, Jancker, Bellinghausen sowie Riedl. 

Anpfiff 


 
dpa: HSV weiter auf Bayern-Jagd: Sieg in Lautern

Von Eric Dobias, dpa

Kaiserslautern (dpa) - Der Hamburger SV bleibt mit dem ersten Sieg seit neun Jahren in Kaiserslautern erster Bayern-Jäger und hat sich an Nordrivale Werder Bremen vorbei wieder auf Platz zwei der Fußball- Bundesliga geschoben. 

Drei Tage nach dem glücklichen Erfolg im UEFA- Cup präsentierten sich die noch müden Hanseaten vor 34 775 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion als das weitaus reifere Team und fuhren dank ihrer Topstürmer Rafael van der Vaart (36./82. Minute) und Sergej Barbarez (50.) einen vollauf verdienten 3:0 (1:0)-Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern ein, der überdies in der 65. Minute Stefan Blank mit der Gelb-Roten Karte verlor.

«Wir haben nichts zugelassen, gut kombiniert und verdient gewonnen. Ich bin froh, denn man weiß ja, wie schwer es hier sein kann», sagte HSV-Trainer Thomas Doll mit Blick auf die Statistik. Am 13. April 1996 hatten die Hamburger ihren letzten Sieg auf dem Betzenberg gefeiert und danach nur noch ein Mal, in der Saison 2001/02 ein Unentschieden geschafft. Sein Team blieben auch im 19. Pflichtspiel der Saison ungeschlagen.

Nach dem besten Saisonstart der Vereinsgeschichte mit dem sechsten Sieg am achten Spieltag rangiert der HSV nun einen Punkt hinter Rekordmeister München und einen vor Bremen. Kaiserslautern kassierte dagegen bereits die fünfte Bundesliga-Pleite unter dem neuen Trainer Michael Henke und hat als Tabellen-13. nur noch einen Zähler Vorsprung vor den Abstiegsrängen. «Wir haben nicht das umsetzten können, was wir wollten», sagte Henke. «Wir wussten von Anfang an, dass es eine schwere Saison wird.»

Doll, der vor der Partie seine Bereitschaft zur vorzeitigen Vertragsverlängerung erklärt hatte, fürchtete zu unrecht um die Fitness seiner Spieler. «Wir haben die Tage genutzt, uns pflegen zu lassen», sagte der Erfolgscoach, der für Emile Mpenza den Japaner Naohiro Takahara neben Barbarez stürmen ließ. Beide sorgten auch für die Glanzlichter der ersten Halbzeit, in der die Hamburger zwar klar überlegen, die zwingenden Chancen aber rar waren.

Die Hamburger konnten kombinieren wie sie wollten und brachten den klaren Erfolg sicher unter Dach und Fach. Lautern enttäuschte auf der ganzen Linie und musste froh sein, nicht noch arger unter die Räder gekommen zu sein. Beim ersten Treffer durch van der Vaart, der den Ex-HSV Ingo Hertzsch «tunnelte», leistete Barbarez die Vorarbeit. Beim 2:0, das der Bosnier nach beherztem Sturmlauf erzielte, war es genau umgekehrt. Es war Barbarez vierter Treffer der Saison, den Lauterns Bester, Torhüter Jürgen Macho, nicht verhindern konnte. Den Schlusspunkt setzte van der Vaart mit seinem sechsten Saisontreffer.

«Wir müssen uns endlich den Arsch aufreißen für den Verein», sagte Macho und kritisierte seine Kollegen, die eine einzige Enttäuschung waren. «Wir waren die klar schlechtere Mannschaft; der HSV hat uns die Grenzen aufgezeigt.» Auf gleich vier Positionen hatte Henke sein Team nach der zweiten Niederlage in Serie, dem 0:1 in Stuttgart, geändert. Doch auch die Hereinnahme von Carsten Jancker, der neben Halil Altintop stürmte, sowie Thomas Riedl brachte keinen Erfolg, sondern Henkes erste Niederlage gegen den HSV.


 
sport1:  Souveräner HSV stürzt Lautern in die Krise
 

München/Kaiserslautern - Der Hamburger SV bleibt mit einem überragenden Superstar Rafael van der Vaart Spitzenreiter Bayern München in der Fußball-Bundesliga weiter dicht auf den Fersen und hat am 8. Spieltag gleich zwei Vereinsrekorde aufgestellt.

Hamburgs tolle Serie
Die Mannschaft von Trainer Thomas Doll gewann drei Tage nach dem Einzug in die UEFA-Cup-Gruppenphase beim 1. FC Kaiserslautern verdient 3:0 (1:0) und blieb damit auch im 19. Pflichtspiel in Serie ohne Niederlage. 
Der niederländische Nationalspieler van der Vaart erzielten einen "Doppelpack" (36. und 82.), zugleich die Saisontreffer fünf und sechs, und bereitete das zwischenzeitliche 2:0 durch Sergej Barbarez vor (50.).

Start mit vier Auswärtssiegen
Sechs Siege und zwei Unentschieden nach den ersten acht Spieltagen ist eine neue Bestmarke in der 43-jährigen Bundesliga-Historie der Hanseaten. 
Zum bisher einzigen Mal war der HSV in der letzten Meistersaison 1982/83 die ersten acht Spieltage ohne Niederlage geblieben, allerdings mit einer Bilanz von vier Siegen und vier Unentschieden. Zudem startete der HSV erstmals überhaupt mit vier Auswärtssiegen in eine Spielzeit.

500. Pleite für den FCK
Eine neue Klub-Negativmarke verzeichnete hingegen der 1. FC Kaiserslautern mit der 500. Bundesliga-Pleite und rutscht nach dem fünften sieglosen Spiel in Serie immer tiefer in die Abstiegszone. 
Vor 34.775 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion sorgte wie schon beim 1:0 gegen Kopenhagen van der Vaart für die Führung der Gäste. 

Doppelpack von Van der Vaart
Nach Vorlage von Sergej Barbarez ließ der Mittelfeldspieler FCK-Torwart Jürgen Macho aus 18 Metern keine Abwehrchance. Das 2:0 erzielte Barbarez dann nach glänzender Vorlage des überragenden van der Vaart (50.). Der traf dann acht Minuten vor dem Ende erneut.
Insgesamt bekamen die Anhänger beider Lager eine über weite Strecken erschreckend schwache Erstliga-Partie geboten. FCK-Trainer Michael Henke hatte nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge zwar vor Spielbeginn ein Angriffsfeuerwerk versprochen, doch die Gastgeber strahlten über 90 Minuten kaum Torgefahr aus. 

Jancker in der Luft
Ex-Nationalspieler Carsten Jancker hing im Sturmzentrum völlig in der Luft, die Bemühungen des bislang sieben Mal erfolgreichen Halil Altintop konnten die Hamburger frühzeitig schon im Mittelfeld unterbinden.
Das Fehlen des Gelb-Rot-gesperrten Regisseurs Ciriaco Sforza machte sich bei den "Roten Teufeln" vor allem beim Umschalten von Abwehr auf Angriff bemerkbar. Selbst bei den wenigen Standardsituationen herrschte keine Gefahr vor dem Tor von HSV-Keeper Stefan Wächter. 

Zu Beginn müde
Unterdessen schien den Hamburgern insbesondere vor dem Führungstor von Van der Vaart, noch die Müdigkeit in den Knochen zu stecken. 
72 Stunden nach dem Last-Minute-Erfolg im UEFA-Cup gegen Kopenhagen spielte der HSV zunächst behäbig, kam nur schwer in die Partie und erarbeitete sich vor dem 1:0 nur eine einzige nennenswerte Chance durch Goalgetter Barbarez, der aber am gut reagierenden FCK-Keeper Macho scheiterte (25.). 

Prunkstück Defensive
Prunkstück der Doll-Elf war allerdings einmal mehr die Defensive um Kapitän Daniel van Buyten, die den FCK auch im zweiten Abschnitt kaum zum Torabschluss kommen ließ. 
Beste Spieler beim FCK waren Torhüter Macho und Mittelfeldspieler Marco Engelhardt. Beim HSV überragten Van der Vaart und Van Buyten. 

Nachbericht: Van der Vaart setzt die Akzente
Es war der Abend des Rafael van der Vaart. Zunächst setzte der Holländer beim 3:0-Sieg seines Hamburger SV in Kaiserslautern auf dem Spielfeld Akzente, und dann auch hinterher.
Der Holländer war der überragende Mann und drückte dem Spiel seiner Mannschaft mit zweiTreffern seinen Stempel auf.

"Schüpr gespielt"
Nach dem Spiel sagte der 22-Jährige mit holländischem Akzent: "Die ganze Mannschaft hat heute schüper gespielt".
"Super", meinte van der Vaart, und hatte dabei das Strahlen im Gesicht, was man derzeit in schöner Regelmäßigkeit bei allen HSV-Spielern sehen kann.
Die Hanseaten sind seit 19 Pflichtspielen ungeschlagen und können sich mittlerweile über den besten Saisonstart der Vereinsgeschichte freuen. "Das war unser bestes Spiel in dieser Saison", sagte der Shootingstar. Und hatte dabei nicht unrecht.

Doll freut sich über die Momentaufnahme
Die Art und Weise, wie die Mannschaft von Trainer Thomas Doll bei ihrem vierten Sieg im vierten Auswärtsspiel auftrat, beeindruckte.
"Das ist eine wunderbare Momentaufnahme", sagte Doll, nicht ohne aber gebetsmühlenartig herunterzupredigen, dass es nach wie vor darum gehe, "den Abstand zu Platz sechs so groß wie möglich zu halten."

Barbarez hat Spaß
Seine Spieler labten sich dagegen lieber an der Schönheit des Augenblicks. Sergej Barbarez, der Schütze des dritten Hamburger Tores, sagte: "Wir haben heute ein Riesenspiel abgeliefert. Das hat unglaublich Spaß gemacht."
Dem schloss sich Abwehrspieler Khalid Boulahrouz an. Mit der Nüchternheit, wie der Holländer in der besten Abwehr der Liga auch die Zweikämpfe bestreitet und gewinnt, fügte er hinzu: "Wir werden sicherlich nicht abheben, sondern ganz einfach unser Spiel so weiterspielen wie bisher."

Beinahe Arbeitsverweigerung
Dem 1. FC Kaiserslautern muss man von Derartigem allerdings dringend abraten. Die Pfälzer zeigten eine beschämende Leistung. Selbst der Begriff Leistung ist schon zu hochgegriffen.
Was die Mannschaft von Trainer Michael Henke ablieferte könnte auch als schlichte Arbeitsverweigerung durchgehen. So ähnlich sah das auch Marco Engelhardt, der schonungslos Klartext redete.

"Jeder will seinen Arsch retten"
"Seit der Niederlage gegen Bremen ist jeder nur noch mit sich selbst beschäftigt. Jeder ist nur darauf bedacht, seinen eigenen Arsch zu retten", sagte der Nationalspieler.
Trainer Henke benutzte etwas dipolamtischeres Vokabular. "Wir müssen und können uns besser verkaufen als heute, das ist klar. Und das wir das können, das haben wir bereits gezeigt", meinte Henke. "Klar ist aber auch, dass der HSV für uns eine Nummer zu groß ist."

Jäggi hält zu Henke
Eine Trainerdiskussion befürchtet Henke in den kommenden Tagen nicht. "Wir wissen ja alle um die Schwere der Aufgabe, die wir hier zu bewältigen haben. Es geht jetzt erst einmal darum, die Gründe dafür zu suchen, warum wir so schlecht gespielt haben. Das muss am schnellsten geändert werden."
Von Vorstandschef Rene C. Jäggi erhielt Henke Rückendeckung. Mit erstaunlicher Ruhe analysierte er den Zustand der Mannschaft. "Das Team hat zwei Gesichter: Unter der Woche im Training fetzen sie sich, beißen und sind aggressiv. Am Wochenende im Spiel ist davon dann gar nichts mehr zu sehen. Der Trainer hat den Schlüssel dazu, um herauszufinden, woran das liegt. Und das wird er auch."
Im Grunde hätte Jäggi sagen müssen: "Das muss er auch". Denn wenn Henke den Schlüssel nicht mehr findet, dann drohen Henke und dem FCK ganz, ganz schwere Zeiten.