Bundesliga 2005/2006, Bundesliga, 13. Spieltag, Sonntag, 20.11.05, 17:30 h bei zunächst nur kühlen 8 Grad Celsius und zum Ende des Spiels auch noch Regen.

Hamburger SV - MSV Duisburg 2:0 (2:0)

Das war heute ein Spiel unter schönen Vorzeichen. Wir durften am Sonntag ran und unsere 2 direkten Verfolger konnten am Samstag nur einen Punkt ergattern (also beide zusammen).

Bei einem Sieg wären bzw. sind wir nun also 6 Punkte vorm Vierten, 7 Punkte vorm Fünften und sogar 8 Punkte vorm Nicht-Uefa-Cup-Platz-Sechsten. Das finde ich schon sehr beachtlich, wenn man betrachtet, wie jung die Saison noch ist. Nur leider haben die beiden vor uns Ihre Spiele gewonnen die Bayern wohl einmal mehr sehr glücklich durch 2 Tore in den letzten 5 Minuten.

Besonderes Glück hatten wir heute nicht nötig, um die Duisburger zu bezwingen. Die waren nämlich wirklich sehr schlecht. In der ersten Halbzeit hatten sie überhaupt keine Torchance und als sie ab Mitte der zweiten Halbzeit hier und da auch mal vor unser Tor kamen, war das dann meist so zögerlich und ungefährlich, daß man wirklich von einem Klassenunterschied sprechen muß.

Allerdings finde ich, daß auch unsere Leistung kritisch gesehen werden muß. Wir haben zwar sehr flüssig angefangen und dann auch noch in der ersten Halbzeit unsere beiden Tore gemacht, aber in der zweiten Halbzeit wurde viel zu nachlässig gespielt. So einen Gegner muß man auch mal richtig abschießen. Wir hatten ja noch einige ordentliche Chancen, aber da meinte es Barbarez mit seinen Sturmkollegen 2 mal zu gut und wollte unbedingt einen auflegen. Vor allem für Mpenza. 

Aber nochmal kurz zurück in die 1. Halbzeit. Zunächst wurde ein Tor von Barbarez aus mir unersichtlichen Gründen nicht gegeben. Aber dann war es erneut Barbarez, der nach einer Mahdavikia-Flanke den Ball per kopf in die lange Ecke beförderte. Kurz danach führte Barbarez dann einen Freistoß schnell direkt auf Lauth aus, der den Ball über den herauslaufenden Duisburger Keeper Koch ins Tor beförderte. Das war Lauths erstes Saisontor .- endlich.

Trotzdem denke ich, daß Lauth nicht so restlos glücklich gewesen sein dürfte, denn in seiner Leistung war leider auch einiges nicht so rund und in der 2. Halbzeit ließ er dann auch eine Hundertprozentige aus, als er toll in die Tiefe geschickt wurde und völlig frei auf den Torwart zulief. Er zögerte aber sooo unendlich lange, daß er dann tatsächlich noch eingeholt wurde und der Ball zur Ecke geklärt werden konnte. Das war richtig schwach. 

Aber leider ließ auch die ganze Leistung des HSV in der zweiten Halbzeit in meinen Augen dann doch etwas zu wünschen übrig. O.k.,es war ein nie gefährdeter Sieg und man war dem Gegner deutlich überlegen, aber ich fand schon, daß man aus der Überlegenheit hätte mehr Kapital schlagen können.

Einziger echter Lichtblick war für mich in der zweiten Halbzeit die Einwechslung Reto Zieglers. Der kam zwar erst in der 80. Minute, aber er schien sich diesmal wohl mal vorgenommen zu haben, endlich mal etwas zu zeigen. Er wirkte jedenfalls sehr positiv auf mich.

Ansonsten gab es nicht viel zu vermelden. Beeindruckend war allerdings einmal mehr die Zuschauerzahl. Über 51.000 waren es. Und das gegen Duisburg. Kneif mich mal einer. Duisburg!!!! Ich finde das unglaublich. Wenn das so weiter geht, werden wir es tatsächlich schaffen, den Zuschauerrekord abermals zu brechen.

Meine Spielerwertung:

Wächter: fürchterliche Abschläge, aber alle Bälle aufs Tor vollkommen sicher gehalten : Note 3

Atouba: war nicht so ideenreich wie sonst und hätte fast mal ein Gegentor verschuldet. Aber auch ein paar lustig-schöne Szenen: Note 4

Boulahrouz: gewohnt sicher und giftig, wenn auch nur selten gefordert: Note 3

Van Buyten: Auch er war eher unterfordert, aber souverän : Note 3

Mahdavikia: Ich finde, daß er gerade in der 2. Halbzeit noch mehr hätte bringen können: Note 3-

Wicky: auch er war defensiv kaum gefordert und offensiv kommt ja leider nicht viel von ihm: Note 4

Beinlich: wirkte heute auch recht zurückhaltend. Hatte defensiv einige schöne Szenen: Note 3-

Jarolim: war nicht so sein Tag. Konnte nicht so toll in Erscheinung treten wie so oft zuvor: Note 3-

Van der Vaart: versuchte viel und auch immer wieder, ein Tor zu erzielen. Dabei war er heute aber glücklos. Aber er probiert es zumindest immer wieder : Note 3

Barbarez: ein Tor gemacht und eines vorbereitet. Danach versuchte er (zu) oft, den Mitspielern ein Tor aufzulegen, statt es selbst zu machen: Note 3+

Lauth: Endlich mal wieder ein Tor bzw. das erste in einem Bundesligaspiel in dieser Saison. Insgesamt aber doch einfach zu wenig. Kaum Torgefahr: Note 4

Schiri Kinhöfer: Es gab nichts Wesentliches zu entscheiden. Wirkte trotzdem teilweise etwas unsicher und seltsam in seinen Entscheidungen: Note 3-

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
kicker: 
1. Bundesliga, 2005/06, 13. Spieltag 
 Hamburger SV -  MSV Duisburg  2:0 (2:0) 

Allgemeine Informationen
Hamburger SV:  Wächter - Mahdavikia, Boulahrouz, van Buyten, Atouba - Wicky - Jarolim, Beinlich - van der Vaart - Barbarez, Lauth - Trainer: Doll

MSV Duisburg:  G. Koch - Möhrle, Biliskov, Baelum - Tjikuzu, Grlic, Anfang, A. Meyer - Willi, Rietpietsch - Ahanfouf - Trainer: Meier

Tore:   1:0 Barbarez (39., Kopfball, Vorarbeit Mahdavikia), 2:0 Lauth (45., Rechtsschuss, Barbarez)

Eingewechselt:   67. Trochowski für Wicky, 77. Mpenza für Lauth, 81. Ziegler für Jarolim - 64. Kurth für Rietpietsch, 77. van Houdt für Grlic
Schiedsrichter:  Kinhöfer 
Zuschauer:  51779
Gelbe Karten:  Atouba, Wicky, Beinlich - Kurth, Anfang, van Houdt
 

Spielbericht
Beim Hamburger SV gab es im Vergleich zum 0:0-Unentschieden in Mönchengladbach folgende personelle Änderung: Der zuletzt Rot-gesperrte Regisseur van der Vaart kehrte zurück, Trochowski musste weichen.
Duisburgs Trainer Norbert Meier brachte nach der 0:3-Niederlage beim FC Schalke Willi für den Gelb-gesperrten Bugera. Zudem durften Grlic und Rietpietsch für Lottner (Angina) und Kurth ran.
Der HSV zeigte von Beginn an, wer Herr im Haus ist, spielte schnell nach vorne und kam zur ersten Chance: Freistoß von van der Vaart von links in die Mitte zu Barbarez, doch der Bosnier köpfte aus neun Metern knapp rechts vorbei (4.).
Der HSV war klar tonangebend gegen den weit hinten stehenden MSV, Duisburg konzentrierte sich vornehmlich auf die Defensive und lauerte auf Konter.
Das Spiel kannte nur eine Richtung - und zwar hin zu Duisburgs Keeper Georg Koch. Die Hanseaten präsentierten sich laufstark, einsatzfreudig, sicher im Kombinieren und suchten immer wieder den Weg mit hohen Flanken in den Strafraum.
Der MSV fand selbst zwar überhaupt nicht ins Spiel, hielt die Hamburger aber meist fern vom eigenen Strafraum, beziehungsweise hatte die Lufthoheit gegen Barbarez und Co. bei den hohen Hereingaben.
Einen Aufreger gab es in der 22. Minute, als Barbarez im Luftkampf gegen Biliskov und Baelum, die ihn in die Zange genommen hatten, zu Fall kam, doch Schiedsrichter Kinhöfer ließ weiterspielen.
Nach einer knappen halben Stunde war der ganz große Druck des HSV erstmal weg. Duisburg hatte die stürmische Anfangsphase unbeschadet überstanden und begann nun zaghaft, selbst nach vorne zu spielen. Dadurch ergaben sich aber wiederum neue Räume für die Doll-Elf.
Die bis dato beste Chance des Spiels vergab Jarolim: Van der Vaart spielte von der linken Grundlinie mustergültig nach innen zum Tschechen, der aus vier Metern völlig freistehend links am Tor vorbeischoss.
Das Duisburger Angriffsspiel, so es denn überhaupt stattfand, war völlig gefahrlos für den HSV, der in der Abwehr überhaupt keine Mühe hatte, die Kontrolle zu behalten.
Nach 39 Minuten wurde die deutliche Überlegenheit der Hanseaten dann doch noch belohnt: Mahdavikia flankte von der rechten Strafraumseite nach innen zu Barbarez, der sich gegen Biliskov durchsetzte und aus acht Metern ins lange Eck einköpfte.
Und der HSV ließ nicht locker: Jarolim zog nach Vorarbeit von Beinlich aus 20 Metern kraftvoll mit rechts ab, zielte aber genau in die Mitte des Tores, Duisburgs Keeper Koch fing im Nachfassen. Nur kurz darauf war Koch aber machtlos, fiel dann doch noch das 2:0: Barbarez führte einen Freistoß im Mittelfeld schnell aus und spielte steil auf Lauth, der direkt aus 17 Metern abzog und über Koch hinweg zum 2:0 abschloss (45.).
Beide Teams begannen die zweite Hälfte personell unverändert. Der HSV ließ es nun mit der beruhigenden Führung im Rücken etwas gemächlicher angehen. Duisburg hatte nun zwar mehr Spielanteile, wusste damit aber überhaupt nichts anzufangen. Die Meier-Schützlinge waren dem HSV in fast allen Belangen unterlegen und konnten die Defensive nicht einmal im Ansatz in Verlegenheit bringen.
Anders sah es auf der anderen Seite aus. Dort köpfte Beinlich nach Lauth-Flanke aus sechs Metern knapp drüber, dann scheiterte Barbarez frei vor Koch nach Lauth-Steilpass an der Fußabwehr des Keepers. Und nur ein paar Minuten später entschärfte Koch noch einen 13-Meter-Schuss von van der Vaart. Der MSV-Keeper avancierte mehr und mehr zum besten Akteur auf dem Platz.
Der Unterschied, der zwischen beiden Teams zutage trat, war eklatant. Die Hamburger kombinierten nach Belieben, variierten das Tempo und kamen im Minutentakt zu Chancen. Einzig deren fehlende Verwertung war zu kritisieren. Der MSV dagegen verlor die direkten Duelle, schaffte es aber auch nicht, durch Kombinationen zum Erfolg zu kommen. Das Zusammenspiel war stets schnell von einem der Hausherren unterbunden. Torhüter Wächter war nahezu beschäftigungslos.
Sogar als die Konzentration der Doll-Elf stark nachließ, die Hamburger sich Leichtsinnsfehler erlaubten, konnten die Duisburger kein Kapital daraus schlagen. Sie kamen nicht einmal gefährlich vor das Tor.
Für ein Kabinettstückchen sorgte dann noch Hamburgs Antreiber van der Vaart: Der Niederländer sah, dass Koch ein bisschen zu weit vor dem Tor stand und schlenzte den Ball aus 17 Metern hoch über den Keeper, der dann aber doch noch mit den Fingerspitzen ran kam. Eine Augenweide, die Technik und das Gefühl des Hamburger Neuzugangs.
Der Hamburger SV sicherte sich überlegen einen zu keinem Zeitpunkt gefährdeten Sieg gegen sehr harmlose Duisburger, die es mit solchen Leistungen wohl schwer haben werden, die Abstiegsplätze wieder zu verlassen. Zum Matchwinner avancierte Barbarez, der das erste Tor selbst erzielte und das 2:0 von Lauth mustergültig vorbereitete. Duisburgs Keeper Koch hielt die Niederlage für den MSV im erträglichen Maß.

Spielereignisse im Detail
  Schlusspfiff 
 
90 Van der Vaart schießt einen direkten Freistoß aus 21 Metern halbrechter Position knapp über den rechten Winkel. 
 
90
 Van Houdt sieht Gelb, nachdem er Trochowski unfair stoppte. 
 
88 Mahdavikia flankt vom rechten Strafraumeck zum völlig freistehenden Barbarez, der aber aus elf Metern weder direkt aufs Tor köpft, noch einen Mitspieler bedient. Die Aktion verunglückt. 
 
86 Der HSV hat mehrere Gänge zurückgeschaltet und spielt nun mühelos sein Pensum ab. 
 
80 Van der Vaart sieht, dass Koch ein bisschen zu weit vor dem Tor steht und schlenzt den Ball aus 17 Metern hoch über den Keeper, der dann aber doch noch mit den Fingerspitzen rankommt. 
 
74
 Anfang foult Lauth und erhält die Gelbe Karte. 
 
72 Ahanfouf setzt sich zwei Meter vor der Torauslinie knapp links neben dem Tor gegen van Buyten durch, schießt aber parallel zur Torlinie. 
 
70 Grlic schießt mit rechts aus 17 Metern genau in die Mitte des Tores, Wächter hält sicher. 
 
69
 Beinlich zieht Anfang zu Boden und sieht Gelb. 
 
69 Van der Vaart schießt aus elf Metern um Zentimeter rechts vorbei. 
 
65 Van der Vaart schießt aus sieben Metern und spitzem Winkel von der rechten Seite knapp vorbei. 
 
64
 Angreifer Kurth kommt für Mittelfeldspieler Rietpietsch. 
 
62 Boulahrouz schickt Lauth steil, der zunächst allein auf Koch zuläuft, sich aber im letzten Moment von Möhrle ablaufen lässt. 
 
57 Van der Vaart schießt mit links aus 13 Metern, doch Koch pariert mit hervorragendem Reflex. 
 
55
 Wicky sieht nach Trikotzupfer gegen Willi Gelb. 
 
53 Lauth spielt steil zu Barbarez, der sofort aus 15 Metern halbrechter Position abzieht, doch Koch pariert per Fußabwehr. 
 
52 Lauth flankt von rechts zu Beinlich, dem der Ball aber über den nicht vorhandenen Scheitel streicht. Das Leder geht drüber. 
 
52 Duisburg hat nun zwar mehr Spielanteile, kann damit bisher aber überhaupt nichts anfangen. 
 
49 Der HSV lässt es nun mit der beruhigenden Führung im Rücken etwas ruhiger angehen. 
 
46 Beide Teams beginnen die zweite Hälfte personell unverändert. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
  Halbzeitpause 
 
  Abpfiff 1. Halbzeit 
 
45
 Barbarez führt einen Freistoß im Mittelfeld schnell aus und spielt steil auf Lauth, der direkt aus 17 Metern abzieht und über Koch hinweg zum 2:0 abschließt. 
 
44 Jarolim zieht nach Vorarbeit von Beinlich aus 20 Metern kraftvoll mit rechts ab, zielt aber genau in die Mitte des Tores, Koch fängt im Nachfassen. 
 
39
 Mahdavikia flankt von der rechten Strafraumseite nach innen zu Barbarez, der aus acht Metern ins lange Eck einköpft. 
 
37 Das Duisburger Angriffsspiel, so es denn überhaupt stattfindet, ist völlig ungefährlich. 
 
34 Die nun weiter aufgerückten Duisburger gestatten dem HSV nun mehr Räume. Jarolim spielt nach schnellem Gegenstoß Barbarez im Strafraum frei, doch dem Bosnier springt der Ball weit vom Fuß. Chance vertan. 
 
29 Van der Vaart spielt von der linen Grundlinie mustergültig nach innen zu Jarolim, der aus vier Metern völlig freistehend links am Tor vorbeischießt. 
 
28 Der ganz große Druck des HSV ist weg. Duisburg hat die stürmische Anfangsphase unbeschadet überstanden und beginnt nun zaghaft, selbst nach vorne zu spielen. 
 
23
 Atouba streckt Willi mit dem Ellbogen nieder und sieht Gelb. 
 
22 Barbarez kommt im Luftkampf gegen Biliskov und Baelum, die ihn in die Zange genommen haben, zu Fall, doch Schiedsrichter Kinhöfer lässt weiterspielen. 
 
18 Der MSV findet selbst zwar überhaupt nicht ins Spiel, hält die Hamburger bis dato aber meist fern vom eigenen Strafraum. 
 
12 Ein Treffer von Barbarez findet keine Anerkennung, da sich der Bosnier zuvor aufgestützt hatte. 
 
10 Van der Vaart schießt mit links aus 17 Metern, trifft den Ball aber nicht richtig, Koch hat keine Mühe. 
 
9 Jarolim spielt in die rechte Strafraumhälfte zu Barbarez, der sofort flach nach innen passt, doch der Ball geht durch die Reihen, an Freund und Feind vorbei. 
 
7 Der HSV ist klar tonangebend, Duisburg konzentriert sich auf die Defensive und lauert auf Konter. 
 
4 Freistoß von van der Vaart von links in die Mitte zu Barbarez, doch der Bosnier köpft aus neun Metern knapp rechts vorbei. 
 
3 Van der Vaart bringt einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld mit viel Effet nach innen, doch Biliskov köpft den Ball aus der Gefahrenzone. 
 
  Anpfiff 
 
0 Beim MSV spielt Willi für den Gelb-gesperrten Bugera. Zudem dürfen Grlic und Rietpietsch für Lottner und Kurth ran. 
 
0 Der zuletzt Rot-gesperrte Hamburger Regisseur van der Vaart kehrt zurück, Trochowski muss weichen. 


 
dpa: HSV etabliert sich mit 2:0 als dritte Kraft

Von Britta Körber, dpa

Hamburg (dpa) - Der Hamburger SV hat sich in der Fußball- Bundesliga als «dritte Kraft» etabliert und zugleich für das UEFA-Cup-Gastspiel beim AS Monaco warm geschossen.

Vier Tage vor der Europacup-Herausforderung bei den Monegassen lösten die Norddeutschen am Sonntagabend beim hochverdienten 2:0 (2:0) gegen den MSV Duisburg ihre Pflichtaufgabe in der Meisterschaft souverän und weisen nun schon sechs Punkte Vorsprung auf den Tabellenvierten Schalke 04 auf.

Vor 51 769 Zuschauern in der AOL-Arena erzielten ausgerechnet die zuletzt vielgescholtenen Stürmer Sergej Barbarez (39. Minute) und Benjamin Lauth (45.) die Tore für den HSV, der damit Anschluss an den FC Bayern München und Werder Bremen hält. Die Duisburger bleiben nach ihrer achten Saison-Niederlage Tabellenvorletzte.

«Natürlich freut es mich besonders, dass die zwei da vorne wieder getroffen haben. Sie haben an sich geglaubt und sich nicht verrückt machen lassen. Es war klar, dass irgendwann der Knoten platzt», sagte HSV-Trainer Thomas Doll erfreut nach dem wichtigen Heimsieg. Noch wichtiger war ihm allerdings, «dass wir eine tolle mannschaftliche Geschlossenheit gezeigt haben». Und der starke Torjäger Barbarez meinte zufrieden: «Wir haben geschafft, was wir wollten. Hinten zu null gespielt, vorn getroffen und die Punkte in Hamburg behalten.»

Beim HSV machte sich die Rückkehr von Rotsünder Rafael van der Vaart nach dessen Drei-Spiele-Sperre positiv bemerkbar. Angetrieben von ihrem Spielmacher aus den Niederlanden machten die Norddeutschen gegen den Aufsteiger, der auf sechs Stammspieler verzichten musste und in Abdelaziz Ahanfouf nur eine Sturmspitze aufbot, von Beginn an viel Druck. Allerdings konnten die Hausherren, die den MSV zum Teil länger in der eigenen Hälfte einschnürten, trotz aller Überlegenheit dabei zu wenig klare Einschussmöglichkeiten herausspielen.

Hinzu kam Pech, dass Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (Herne) dem HSV einen Elfmeter verweigerte, als Barbarez von zwei MSV-Akteuren in die Zange genommen wurde (21.). Und als David Jarolim (29.) dann frei aus drei Metern am Tor vorbeizielte, stellte sich sogar etwas Hektik bei den Hanseaten ein. Das überfällige 1:0 durch Barbarez' fünften Saisontreffer nach toller Mahdavikia-Flanke wirkte wie eine Erlösung. Lauth ließ kurz vor der Pause das zweite Tor folgen, als er Barbarez' Steilpass zu seinem ersten Bundesliga-Tor seit dem 12. März nutzte.

Auch nach Wiederanpfiff kontrollierten die Hausherren die harmlosen Gäste, deren Schlussmann Georg Koch gegen den starken Barbarez (53.) und van der Vaart (57.) einen höheren Rückstand verhinderte. Auf der Gegenseite prüfte Iviva Grlic (70.) per Fernschuss Keeper Stefan Wächter erstmals ernsthaft. Kurz darauf vergab Ahanfouf (72.) die beste Chance, als er frei vorbeischoss.


 
sport1: Hamburg bleibt dran

Hamburg - Der Hamburger SV hat den Anschluss an das Spitzen-Duo Bayern München und Werder Bremen gewahrt und mit dem souverän herausgespielten 2:0 (2:0)-Erfolg über den MSV Duisburg gleichzeitig eine gelungene Generalprobe für das UefaA-Cup-Spiel am Donnerstag beim AS Monaco gefeiert.
Durch den vierten Heimsieg der Saison nach den Toren von Sergej Barbarez (39.) und Benjamin Lauth (45.), der seinen ersten Saisontreffer markierte, vergrößerten die Hanseaten auch wieder den Abstand zum Tabellenvierten Schalke 04 auf sechs Punkte.
Der Aufsteiger aus Duisburg blieb damit auch im siebten Auswärtsspiel ohne Erfolg.

"Einbahnstraßen-Fußball"
"Das war eine tolle Mannschaftsleistung. Schön war vor allem, dass unsere beiden Stürmer getroffen haben. Sie sind heute belohnt worden für ihren Einsatz", meinte HSV-Coach Thomas Doll.
Die Hanseaten setzten vor 51.769 Zuschauern die Westdeutschen von der ersten Minute an unter Druck und veranstalteten in der ersten Halbzeit "Einbahnstraßen-Fußball" in Richtung des Tores von Georg Koch. Einziges Manko war lange Zeit lediglich die Chancenauswertung. 

Treffer von Barbarez annulliert
So hatten Barbarez, Lauth und Rafael van der Vaart, der nach drei Spielen Sperre sein Comeback in der Bundesliga feierte, bereits in den ersten zehn Minuten gute Gelegenheiten.
In der elften Minute war das Leder dann im Duisburger Netz, Schiedsrichter Thorsten Kienhöfer gab den Treffer wegen eines Aufstützens von Barbarez gegen Marino Biliskov aber nicht. 

Duisburg ohne Torchance in Hälfte Eins
Zehn Minuten später verweigerte Kienhöfer bei einer ähnlichen Aktion von Biliskov gegen Barbarez einen möglichen Foulelfmeter. David Jarolim verpasste in der 29. Minute nach einer Vorarbeit von van der Vaart das Tor sogar aus zwei Metern.
Die Gäste kamen in den ersten 45 Minuten nicht einmal vielversprechend in die Hamburger Hälfte. HSV-Torwart Stefan Wächter musste nicht einmal eingreifen. 
Dennoch wurden die HSV-Fans mit dem erfolglosen Anrennen zunehmend nervöser. Für die Erlösung sorgte dann Barbarez, der bei einer Flanke von Mehdi Mahdavikia mit dem Kopf schneller zur Stelle war als Biliskov.
  
Erstes Saisontor von Lauth
Praktisch mit dem Halbzeitpfiff bejubelte dann die gesamte HSV-Mannschaft mit Lauth sein erstes Saisontor. Der lange Zeit glücklose Angreifer nutzte einen schnell ausgeführten Freistoß von Barbarez mit einem sehenswerten Lupfer über Koch zum vorentscheidenden 2:0.
Auch wenn die Duisburger sich nach dem Wechsel um etwas mehr Offensive bemühten und der HSV versuchte, über Konter zu weiteren Toren zu kommen, sorgte zunächst Torwart Wächter mit misslungenen Fußaktionen für die größte Gefahr. 
Drei Minuten nach Wiederbeginn leistete er sich einen Querschläger, der zu einem Eckball führte. Kurze Zeit danach rutschte ihm ein Abschlag über den Spann. Ernsthaft gefordert wurde der Schlussmann von den harmlosen Duisburgern jedoch zunächst nicht. 

Koch stärkster MSV-Akteur
Auf der anderen Seite verpassten Stefan Beinlich, Barbarez sowie Lauth zunächst weitere klare Chancen, um ein noch höheres Ergebnis zu erzielen.
Torwart Georg Koch, der mit mehreren guten Paraden ein Debakel für den Aufsteiger verhinderte war der beste Duisburger. Beim HSV ragte Sergej Barbarez heraus, auch Benny Lauth und van der Vaart zeigten gute Leistungen.