Bundesliga 2005/2006, Bundesliga, 14. Spieltag, Samstag, 26.11.05 in der Leverkusener BayArena

Bayer 04 Leverkusen - Hamburger SV 0:1 (0:0)

Das Spiel habe ich nur in TV-Ausschnitten gesehen und kann daher nicht viel dazu sagen.

Von 2 Bekannten, die es auf premiere gesehen haben, habe ich aber zu hören bekommen, daß der HSV sich wirklich sehr gut verkauft hat und durchaus nicht unverdient gewonnen hat.

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
kicker: 1. Bundesliga, 2005/06, 14. Spieltag 
 Bayer Leverkusen -  Hamburger SV  0:1 (0:0) 

Allgemeine Informationen
Bayer Leverkusen:  Butt - C. Fritz, Juan, Roque Junior, Castro - Rolfes - Freier, Barnetta, Krzynowek - Berbatov, Voronin - Trainer: Skibbe

Hamburger SV:  Kirschstein - Mahdavikia, Demel, van Buyten, Atouba - Beinlich - Jarolim, Trochowski - van der Vaart - Barbarez, Lauth - Trainer: Doll

Tore:   0:1 Jarolim (82., Rechtsschuss, Vorarbeit Barbarez)

Eingewechselt:   58. Athirson für Krzynowek, 85. Lazovic für C. Fritz, 85. Babic für Castro - 65. Ziegler für Lauth, 85. Klingbeil für Trochowski

Schiedsrichter:  Stark 
Zuschauer:  22500 (ausverkauft)
Gelbe Karten:  Juan, Barnetta, Roque Junior - Barbarez, van der Vaart

Spielbericht
Bayer-Coach Michael Skibbe hatte nach dem 1:1 in Mönchengladbach keine Umstellungen in der Startelf geplant. Doch nach dem Aufwärmen musste Schneider mit muskulären Problemen passen, für ihn rückte Freier in die Mannschaft.

Auf Seiten des HSV nahm Trainer Thomas Doll gleich fünf Änderungen gegenüber der 0:2-UEFA-Cup-Niederlage in Monaco vor. Wächter erlitt einen Faserriss in der Bauchmuskulatur und wurde durch den Bundesligadebütanten Kischstein ersetzt. Außerdem rückten Mahdavikia und Atouba auf den Außenpositionen der Abwehrkette, Beinlich im defensiven Mittelfeld und Lauth im Angriff in die Startelf. Boulahrouz, Klingbeil, Wicky und Mpenza räumten ihre Plätze.

Ohne lange Abtastphase boten beide Teams in der BayArena von Beginn an eine muntere Partie. Die Hamburger waren gerade einmal 41 Stunden nach dem Europapokalspiel in Monaco vor allem auf eine gute Staffelung in der Defensive bedacht. Dennoch boten sich den Hausherren die besseren Tormöglichkeiten. Berbatov hatte nach einer Freistoßflanke von Krzynowek Pech, dass sein Kopfball am Pfosten landete und der nachsetzende Juan am gut reagierenden Kirschstein scheiterte (5.). Acht Minuten später war es wieder Berbatov, der in aussichtsreicher Position am Fünfmeterraum ein Zuspiel von Fritz annahm, aber nicht zu einem kontrollierten Abschluss kam. Der HSV hatte seinerseits keine großen Chancen zu bieten. Jeweils nach Zuspielen von van der Vaart verpassten Barbarez und van Buyten knapp (2.) und vergab Lauth überhastet (27.). 

Mit zunehmender Spieldauer übernahm Leverkusen in einer immer mehr verflachenden Partie die Kontrolle, münzte diese aber nicht in Tormöglichkeiten um. So blieb ein 18-Meter-Schuss von Barnetta, den Kirschstein mit einer schönen Flugeinlage parierte, die beste Torszene der Schlussphase der ersten Hälfte.

Mit gleichem Personal aber mit wesentlich mehr "Feuer" gingen die Mannschaften in den zweiten Durchgang. Gefährliche Szenen ergaben sich auf beiden Seiten, doch entweder behielt der Keeper das bessere Ende für sich (Kirschstein gegen Barnetta, 46.) oder die Akteure verzogen knapp (Atouba, 54., Castro, 56.). 

Nach einer abwechslungsreichen Viertelstunde ließen es die Spieler aber ähnlich wie in der ersten Hälfte wieder etwas ruhiger angehen. Der ganz große Schwung war dahin, auch wenn man keinem das Bemühen absprechen konnte. Gegen Ende des Spiels zeigten sich die trotz des Europapokalauftritts keineswegs geschwächt wirkenden Hamburger sogar etwas aktiver, was direkt belohnt wurde. Barbarez ließ nach Pass von Trochowski Juan ins Leere laufen und zwang den kaum beschäftigten Butt zu einer Rettungstat. Das Leder prallte direkt Jarolim vor die Füße, der unbedrängt einschob (82.).

Leverkusens anschließende Schlussoffensive wurde nicht belohnt. Der sichere Kirschstein packte bei einem Kopfball von Lazovic (87.) und einem Schuss von Barnetta (90. + 2) beherzt zu.

Etwas glücklich siegt der HSV schließlich bei den in der Bundesliga zuletzt vier Mal ungeschlagenen Leverkusenern und kann sich somit an den Bremern vorbei auf Rang zwei schieben. Ein Chancenplus konnten die Westdeutschen nicht nutzen und müssen sich den unnötigen Rückschlag somit selbst zuschreiben.

 
Spielereignisse im Detail
  Schlusspfiff 
 
90 Barnetta mit einem Schuss aus der Drehung, aber einmal mehr ist Kirschstein zur Stelle. 
 
87 Lazovic führt sich mit einem Kopfball gleich gut ein, aber Kirschstein packt erneut sicher zu. 
 
85
 Mit einem Doppelwechsel leitet Skibbe die Aufholjagd ein. Lazovic und Babic ersetzen Castro und Fritz. 
 
82
 Trochowski schickt Barbarez steil, der noch Juan aussteigen lässt und dann flach auf das Tor schiebt. Butt kann nur ablenken, so dass der lauernde Jarolim locker einschieben kann. 
 
79 Barabrez setzt sich zwar im Kopfballduell gegen Juan durch, bringt das Leder aus sechs Metern aber nicht auf das Tor. 
 
77
 Zum wiederholten Male beschwert sich Barbarez über eine Schiedsrichterentscheidung. referee Stark ist es jetzt zuviel, die Gelbe Karte ist die logische Konsequenz. 
 
71 Ähnliche Situation auf der Gegenseite, aber Berbatov trifft selbst aus Abseitsstellung unbedrängt nur die Latte. 
 
68 Barbarez drischt das Leder volley in die Maschen. Allerdings stand der Bosnier dabei im Abseits und kann sich daher den Torjubel sparen... 
 
65
 Thomas Doll nimmt den glücklosen Lauth vom Platz und bringt Ziegler. Van der Vaart rückt nun in den Sturm auf, Trochowski übernimmt vom Holländer die Position hinter den Spitzen. 
 
56 Krzynowek zirkelt einen Freistoß vom Strafraumrand flach am HSV-Kasten vorbei. 
 
54 Eine Druckphase des HSV schließt Atouba mit einem Kopfball ab, der nur knapp am Pfosten des Bayer-Tores vorbeirauscht. 
 
51
 Juan stoppt einen schnellen Gegenstoß des HSV mit einem rustikalen Einsteigen gegen Lauth. Dafür kassiert der Brasilianer die erste Verwarnung der Partie. 
 
50 Castro spielt nun etwas weiter vorgezogen und versucht es gleich mal aus der Distanz. Der Schuss geht aber deutlich über das Tor. 
 
48 Auch der HSV ist hellwach: Mahdavikia zirkelt die Kugel in den Sechzehner, Lauth hechtet nur knapp an der Hereingabe vorbei. 
 
46 Blitzstart mit Barnetta und Kirschstein: Der Schweizer knallt aus gut 20 Metern drauf, Hamburgs Schlussmann lenkt den sich gefährlich senkenden Ball mit den Fingerspitzen über die Latte. 
 
46 Mit gleichem Personal gehen beide Teams in die zweite Hälfte. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
45 Arm an Höhepunkten war das, was die 22 Akteure den Zuschauern in der BayArena boten. Berbatovs Pfostenkopfball war das Highlight in einer Partie, in der Bayer sich mit zunehmender Spielzeit Vorteile erspielte, sie aber nicht nutzte. 
 
  Halbzeitpause 
 
  Abpfiff 1. Halbzeit 
 
42 Barnetta tritt im Mittelfeld energisch an und kann erst am Strafraum von van Buyten gestellt werden. Der Schweizer zieht ab und gibt Kirschstein die Möglichkeit, sich mit einer schönen Flugeinlage auszuzeichnen. 
 
36 Mit zunehmender Spieldauer übernimmt Bayer die Kontrolle. Die Gäste kommen kaum zu tauglichen Offensivszenen, lassen allerdings auch keine Chancen der Leverkusener mehr zu. 
 
27 Mit einem weiten Pass aus der eigenen Hälfte setzt van der Vaart Lauth ein. Doch der 24-Jährige will von der Strafraumgrenze direkt abschließen und vergibt dadurch überhastet. 
 
19 Bei leichtem Schneefall in der BayArena zeigen beide Mannschaften eine ausgeglichene Partie. Der HSV ist sichtlich um eine Beruhigung des Spielgeschehens bemüht. 
 
13 Fritz bedient Berbatov mit einer exakten Flanke. Der Bulgare nimmt den Ball am Fünfmeterraum an, wird beim Schussversuch aber gestört, so dass er Torhüter Kirschstein nicht prüfen kann. 
 
10 Trochowski probiert es mit einem Schuss vom Strafraumeck, aber Butt hat mit dem schwach getretenen und unplatzierten Ball keine Probleme. Verteiltes Spiel in dieser Anfangsphase. 
 
5 Ganz heiße Szene für Bayer: Krzynoweks Flanke lenkt Berbatov zunächst an den linken Pfosten. Juan setzt bedrängt von Demel nach, aber Wächter-Ersatz Kirschstein hält die Kugel buchstäblich auf der Linie fest. 
 
2 Gleich eine erste kleine Möglichkeit, aber Barbarez und van Buyten verpassen eine Hereingabe von van der Vaart. 
 
  Anpfiff 
 
0 Bayer will sich unter Michael Skibbe weiter verbessern. Allerdings muss der Augenthaler-Nachfolger auf Schneider verzichten, der nach dem Aufwärmen passen musste. Für ihn rückte Freier ins Team. 
 
0 Der Gast aus Hamburg hatte gerade einmal 41 Stunden, um sich nach dem UEFA-Cup-Auftritt gegen Monaco zu erholen. Zudem muss Wächter passen, Kischstein gibt sein Debüt im HSV-Tor. 


 
dpa: HSV Bayern-Jäger Nummer eins - Bayer harmlos

Von Andreas Schirmer, dpa

Leverkusen (dpa) - Der Hamburger SV hat seine Charakterprüfung bestanden und ist zum Bayern-Verfolger Nummer eins aufgestiegen. 

«Das war ein ganz wichtiger Sieg. Den werden wir im Unterbewusstsein verankern und uns dran erinnern, wenn es mal nicht so gut läuft», freute sich HSV-Chefcoach Thomas Doll nach dem beeindruckenden, wenn auch etwas glücklichen 1:0 bei Bayer 04 Leverkusen. Nur 41 Stunden nach der 0:2-Niederlage im UEFA-Cup-Spiel bei AS Monaco nutzten die Hamburger die Chance, um die Moral wieder aufzubauen und Kraft für die Bundesliga zu tanken.

«Das war ein Sieg von jedem über sich selbst. Wir sind über die Schmerzgrenze gegangen», sagte Doll, der seiner Mannschaft nach dem 29. Pflichtspiel der Saison ein besonderes Reifezeugnis ausstellte: «Wenn man nach 40 Stunden wieder so auf den Beinen steht, spricht das für den Charakter der Spieler.» Ein Beweggrund, die Ziele nun neu zu definieren, gebe es jedoch nicht. «Wir haben einen tollen Lauf, 31 Punkte und sind Zweiter. Für Deutschland ist das schön, dass ein Bayern-Jäger dazu gekommen ist», meinte Doll. Titel-Träume versuchte er aber im Keim zu ersticken: «Wir wollen in einen internationalen Wettbewerb - Bayern München spielt in einer anderen Liga.»

Dies gilt in der Trainer-Zunft auch für den erst seit gut einem Jahr beim HSV beschäftigten Doll, der mit ungewöhnlichen Maßnahmen die Revitalisierung seiner Truppe nach der Pleite an der Cote d'Azur schaffte. So besuchte er mit seinen Profis in Köln ein Wellness-Center, ließ sie dort von drei Physiotherapeuten und einem Chiropraktiker pflegen und hielt die Mannschaftsbesprechung statt im Hotel in der Kabine der BayArena ab. «Absicht war, mal andere Abläufe zu haben. Dies haben wir professionell vorbereitet», berichtete Doll.

Wie erfolgreich das Alternativ-Programm gewesen ist, zeigte David Jarolim, der sieben Minuten vor Schluss das Tor des Tages erzielte. «Wir wollen nun sehen, was möglich ist. Fakt ist, dass wir die einzigen sind, die den FC Bayern in dieser Saison geschlagen haben», sagte der Tscheche, der mit seinen Teamkollegen in 14 Spielen nur sechs Gegentreffer kassierte und auswärts ungeschlagen blieb.

In Leverkusen trug dazu auch Ersatztorwart Sascha Kirschstein bei, der für den verletzten Stefan Wächter einspringen musste und ein eindrucksvolles Bundesliga-Debüt gab. «Ich war sehr nervös, bin um zwei Uhr schlafen gegangen und um fünf wieder wach geworden», bekannte der 25-jährige gelernte Elektriker, der zuvor nur vier Einsätze in der Regionalliga hatte. «Ich kenne ihn, er ist klasse. Deshalb war ich draußen ganz ruhig gewesen», lobte Doll.

Mehr Anerkennung für den Gegner als für die eigene Mannschaft hatte Bayer-Trainer Michael Skibbe: «Der HSV hat sich zu einem absoluten Spitzenteam entwickelt. Wir hatten nicht die gleiche Qualität in der Ballsicherheit.» Nach nur einem Sieg in sieben Pflichtspielen unter Skibbe und der neuerlichen Pleite dümpeln die Leverkusener im Mittelfeld der Liga. «Das ist ein Rückschritt», resümierte der sichtlich enttäuschte Coach.


 
sport1: HSV nun Zweiter

Leverkusen - Der Hamburger SV bleibt Bayern München auf den Fersen: Durch einen Treffer von David Jarolim (82.) siegten die Hanseaten trotz der Strapazen des Uefa-Cup-Spiels beim AS Monaco zwei Tage zuvor mit 1:0 (0:0) bei Bayer Leverkusen und rückten damit auf den zweiten Platz vor. 
Aufgrund der kämpferischen Leistung war der fünfte Auswärtserfolg des HSV durchaus verdient. Für Michael Skibbe war es hingegen die erste Heimpleite als Bayer-Coach. 
Durch die fünfte Saisonpleite verlor Leverkusen an wertvollen Boden zu den Europapokalplätzen. 

Gutes Debüt von Kirschstein
Beide Teams waren mit Verletzungssorgen in die Partie gegangen. So musste HSV-Trainer Thomas Doll Stammtorhüter Stefan Wächter ersetzen. Für ihn feierte Sascha Kirschstein sein Bundesliga-Debüt und machte dabei seine Sache durchaus gut.
Bei den Gastgeber fiel kurzfristig Nationalspieler Bernd Schneider aus, der nach dem Aufwärmen aufgrund einer Schienbeinverletzung passen musste. Ohne Schneider fehlte Bayer ein wichtiger Kreativmann im Mittelfeld und damit der Biss, um sich entscheidend durchzusetzen. 
  
Torchancen zunächst selten
Torchancen blieben auf beiden Seiten Mangelware. Einen fantastischen 30-m-Pass von Rafael van der Vaart verstolperte HSV-Stürmer Benjamin Lauth in der 27. Minute und vergab damit eine der besten Hamburger Chancen im ersten Durchgang. 
Aus Sicht von Bayer gehörte ein Solo-Vorstoß des Schweizer Tranquillo Barnetta (42.) zu den Aufregern. Er scheiterte jedoch mit seinem Schuss an Kirschstein. 
  
Bayer verpasst Revanche
Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit fand erneut Barnetta (46.) in Kirschstein seinen Meister. 
Mit dem neuerlichen Remis tritt Bayer weiterhin in der Tabelle auf der Stelle. Unter dem neuen Trainer Michael Skibbe steht damit weiterhin nur ein Sieg in sieben Pflichtspielen zu Buche. 
Außerdem verpasste der Werksclub die Revanche für das 2:3 im DFB-Pokal vor wenigen Wochen in Hamburg. 

Mahdavikia stark
Die auffälligsten Kräfte bei Bayer waren Barnetta und Abwehrspieler Roque Junior. 
Beim HSV konnten vor allem Abwehrchef Daniel van Buyten und der Iraner Mehdi Mahdavikia gefallen
 

Nachbericht: HSV feiert "Sieg über sich selbst"

Leverkusen - Nach dem gewonnenen Charaktertest avanciert der Hamburger SV zum Bayern-Jäger Nummer eins. 
Gerade einmal 40 Stunden nach der 0:2-Pleite im Uefa-Cup beim AS Monaco feierte der verletzungsbedingt stark gehandicapte HSV durch das 1:0 (0:0) bei Bayer Leverkusen seine Wiederauferstehung. 
Mit dem fünften Auswärtserfolg dieser Saison katapultierten sich die Hanseaten auf Platz zwei - sechs Punkte hinter Rekordmeister Bayern München. 

"Jeder hat für den anderen gekämpft"
"Das war ein Sieg von jedem über sich selbst. Wir sind über die Schmerzgrenze gegangen. Diesen Erfolg werden wir fest verankern und uns daran erinnern, wenn es einmal nicht so gut läuft", kommentierte Trainer Thomas Doll die Vorstellung seiner Mannschaft, die am Donnerstag im Fürstentum noch stark enttäuscht hatte. 
Im bereits 29. (!) Pflichtspiel in dieser Spielzeit überzeugten die Hamburger mit mannschaftlicher Geschlossenheit, Disziplin und bedingungslosem Einsatz. 
"Jeder hat für den anderen gekämpft. Jetzt folgen zwei Heimspiele, dann wird man sehen, was möglich ist", meinte der tschechische Mittelfeldspieler David Jarolim, der für das Tor des Tages (82.) verantwortlich zeichnete. 

Ausfälle in der Defensive kompensiert
Doll wollte dagegen die Saisonziele nicht nach oben korrigieren: "Wir wollen in einen internationalen Wettbewerb. Auch wenn wir jetzt Zweiter sind - die Bayern spielen in einer anderen Liga." 
Ganz so negativ sollte "Dolli", der seiner Truppe nach den letzten Strapazen zwei freie Tage genehmigte, die Sache aber nicht sehen. 
Nur sechs Gegentore in 14 Spielen unterstreichen die Stärke des HSV in dieser Saison. Selbst der verletzungsbedingte Ausfall von Stammtorwart Stefan Wächter, von Abwehrspieler Khalid Boulahrouz und Mittelfeldspieler Raphael Wicky konnte problemlos kompensiert wird. 

Gutes Debüt von Torhüter Kirschstein 
Allen voran Ersatzkeeper Sascha Kirschstein in seinem ersten Bundesligaspiel verlieh der Abwehr der Hanseaten Ruhe und Souveränität, obwohl er aus lauter Nervosität in der Nacht vor dem Spiel kaum ein Auge zugemacht hatte. "Ich bin um zwei Uhr schlafen gegangen und war um fünf wieder wach", berichtete der 25-Jährige. 
Die Teamkollegen gratulierten dem Keeper nach dem Match zu Recht zu einer guten Leistung. 
Doll hatte bei Kirschstein ohnehin keine Bedenken: "Ich kenne ihn aus der Regionalliga, wo er nicht umsonst zweimal zum besten Torhüter gewählt wurde." 
 
Mannschaftsbesprechung erst in der Kabine
Der HSV-Coach hatte im Übrigen im Vorfeld des richtungweisenden Spiels in Leverkusener einige Neuerungen eingeführt. 
Er ließ kurzerhand die Mannschaftsbesprechung im Hotel vor dem Spiel ausfallen und machte diese erst in der Kabine. 
Zudem kümmerten sich drei Physiotherapeuten und ein Chiropraktiker um die HSV-Profis, um sie für die Bundesliga wieder fit zu machen. 

Vor dem Spiel Wellness angesagt
Unterstützt wurde dies durch einen Abstecher in einen Wellness-Bereich, zudem förderte Doll das Zusammengehörigkeitsgefühl des Teams durch viele Gespräche ihm Rahmen der Massagen, die diesmal im großen Kreis durchgeführt wurden. 
"Wir haben sehr professionell im Vorfeld gearbeitet", meinte der Ex-Nationalspieler. 

Ausfall von Schneider wiegt schwer
Die Leverkusener konnten jedenfalls kein Kapital aus der Müdigkeit der Gäste schlagen. 
"Die Hamburger können enorme spielerische Ruhe reinbringen. Der HSV gehört nicht umsonst zu den spielstärksten Mannschaften der Liga. Wir mussten leider oft dem Ball nachlaufen", sagte Bayer-Coach Michael Skibbe, der in sieben Pflichtspielen nur einen Sieg mit seiner Truppe feiern konnte und mit seinem Team im Niemandsland der Tabelle dümpelt. 
Der kurzfristige Ausfall von Nationalspieler Bernd Schneider (Schienbeinprellung) konnte nicht kompensiert werden. 

Skibbe: "HSV in der Defensive ungemein stark"
Zudem biss sich das Sturmduo Dimitar Berbatov/Andrej Voronin an der HSV-Abwehr die Zähne aus. 
"Wir haben zwar über weite Strecken die Hamburger kontrolliert, uns ist es aber nicht gelungen, entsprechende Chancen herauszuarbeiten. Der HSV war vor allen Dingen in der Defensive ungemein stark", lobte Skibbe die Hintermannschaft der Gäste. 
Dimitar Berbatov ist nun schon seit 859 Minuten ohne Torerfolg.