Bundesliga 2005/2006, Bundesliga, 16. Spieltag, Samstag, 10.12.05 in der Hamburger AOL Arena bei 4 Grad C.

Hamburger SV - Hertha BSC Berlin 2:1 (2:0)

Bericht folgt

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
kicker:  1. Bundesliga, 2005/06, 16. Spieltag 

Hamburger SV -  Hertha BSC  2:1 (2:0) 

Allgemeine Informationen
Hamburger SV:  Kirschstein - Demel, Boulahrouz, van Buyten, Atouba - Beinlich - Mahdavikia, Trochowski - Barbarez - Lauth, Mpenza - Trainer: Doll

Hertha BSC:  Fiedler - A. Friedrich, van Burik, Madlung, Gilberto - N. Kovac - T. Marx, Boateng - Bastürk - Marcelinho - Pantelic - Trainer: Götz

Tore:   1:0 van Burik (2., Eigentor, Kopfball, Vorarbeit Beinlich), 2:0 Mahdavikia (8., Foulelfmeter, Rechtsschuss, Mpenza), 2:1 Bastürk (76., Rechtsschuss)

Eingewechselt:   59. Ziegler für Lauth, 72. Takyi für Demel, 90. Takahara für Mpenza - 9. Chahed für van Burik, 57. Neuendorf für T. Marx, 88. Samba für Boateng

Schiedsrichter:  Merk, Dr. 
Zuschauer:  54129
Gelb-Rote Karten:  Marcelinho (52.)
Gelbe Karten:  Trochowski, Lauth, Boulahrouz - van Burik, Boateng

Spielbericht
Beim Hamburger SV gab es im Vergleich zum jüngsten 3:1-Erfolg gegen Köln folgende personelle Änderungen: Abwehrspieler Boulahrouz und Stürmer Mpenza kamen für die Mittelfeldspieler van der Vaart (Innenknöchelbruch) und Jarolim (Gelb-Sperre). Mahdavikia rutschte ins Mittelfeld vor, Barbarez agierte ebenfalls aus dem Mittelfeld. 

Herthas Trainer Falko Götz brachte nach 2:1-Sieg bei Bayer Leverkusen ebenfalls zwei Neue: Madlung und Marx begannen an Stelle von Simunic und Fathi.

Was für ein Start für den Hamburger SV! Bereits in der ersten Minute spielte Trochowski steil auf Mpenza, dessen Schuss Madlung in letzter Sekunde an die eigene Latte abfälschte. Den anschließenden Eckball brachte Beinlich von rechts herein, Pantelic verlängerte, und van Burik fälschte den Ball mit dem Kopf ins eigene Netz ab (2.).

Hertha wusste noch gar nicht so recht, wie ihr geschah, da war Mpenza nach Pass von Barbarez erneut durch, van Burik brachte den Belgier im Strafraum zu Fall. Elfmeter. Schiedrichter Dr. Markus Merk zeigte dem Hertha-Verteidiger nur Gelb, obwohl er letzter Mann war. Mahdavikia verwandelte den fälligen Strafstoß mit rechts ins linke untere Eck (8.). Van Burik verletzte sich bei dem Foul, zog sich einen Muskelfaserriss zu und wurde durch Chahed ersetzt.

Und die Berliner kamen kaum zum Durchschnaufen. Immer wieder spielten die Hamburger schnell und weit auf Mpenza, der äußerst agil war.

Die nächste große Chance ging wieder auf das Konto der Hanseaten: Beinlich traf von der rechten Seite mit einem Freistoß nur den linken Innenpfosten, Mpenza schoss den Abpraller volley aufs Tor, allerdings direkt auf Fiedler, der mit den Fäusten rettete. Den erneuten Abpraller schoss Mpenza links vorbei.

Der HSV machte weiter Druck, überzeugte mit schnellem und kombinationssicherem Spiel. Die Berliner dagegen taten sich enorm schwer, ins Spiel zu finden. Die Doll-Elf stellte hinten die Räume geschickt zu, ließ keinen Spielfluss bei den Gästen aufkommen. Zudem leistete sich Hertha zu viele Abstimmungsprobleme und Abspielfehler.

Nach über einer halben Stunde gab es die erste Chance für Hertha, doch Pantelic schoss einen direkten Freistoß aus 19 Metern direkt in die Mauer.

Der HSV war auch in der Folge klar tonangebend, gewann die Mehrzahl an Zweikämpfen und war im Mittelfeld präsenter. Vor allem Barbarez war Dreh- und Angelpunkt im Aufbauspiel der Hanseaten. Allerdings spielten die Gastgeber ihre Angriffe nicht mehr mit der gebotenen Konsequenz zu Ende, so dass Torchancen ausblieben. Und diese Inkonsequenz hätte sich vor der Pause noch fast gerächt: Friedrich brachte eine Flanke von der rechten Eckfahne weit nach innen zum völlig freistehenden Pantelic, der aber aus sechs Metern unbedrängt über das HSV-Gehäuse köpfte.

Beide Trainer verzichteten zu Beginn von Hälfte zwei auf personelle Wechsel. Der HSV ließ es etwas ruhiger angehen, konzentrierte sich vornehmlich auf eine sichere Defensive. Die Berliner suchten noch immer nach einer durchschlagskräftigen Strategie.

Ab der 52. Minute mussten die Berliner aber in Unterzahl auskommen: Nach einem Zweikampf von Lauth mit Marcelinho wurde der Hamburger verwarnt. Marcelinho schubste Lauth aber noch weg und sah ebenfalls Gelb. Nach seiner ersten Verwarnung (wegen Meckerns in der ersten Hälfte) war das nun der Platzverweis. Unrühmlicher Abgang für Marcelinho nach einer für seine Verhältnisse sowieso dürftigen Leistung.

Die Doll-Elf agierte im Schongang, initierte kaum eigene Angriffe, verwaltete in erster Linie den Vorsprung und ließ hinten nichts anbrennen.

Erst nach über einer Stunde wurden die Hanseaten wieder ein wenig aktiver gegen die nun immer engagierteren, aber harmlosen Berliner. Und die nächste Chance ließ nicht lange auf sich warten: Atouba flankte von links, Madlung klärte zu kurz und genau zu Mpenza, der aber aus sieben Metern links vorbeischoss.

Die Berliner versuchten es häufig mit weiten Hereingaben von den Außenpositionen, die aber fast nie einen Adressaten fanden, sondern nahezu immer ein Fang für van Buyten und Boulahrouz wurden. Eine Ausnahme: Pantelic setzte sich im Luftkampf gegen Demel durch, traf dann aber drei Meter vor dem Tor den Ball nicht richtig. Das Spielgerät flog vom Tor weg!

In der 72. Minute feierte der 21-jährige Takyi beim Hamburger SV sein Bundesliga-Debüt, als er für Demel eingewechselt wurde.

Hamburgs Laissez-faire gegen die zehn immer stärker werdenden Berliner rächte sich in der 76. Minute: Bastürk wurde 30 Meter vor dem Tor nicht angegriffen, lief noch ein paar Schritte und schoss dann flach aufs linke Eck. Kirschstein tauchte ab, ließ den Ball aber unter dem Körper durch. Das Spielgerät trudelte ins Tor.

Dieser Zufallstreffer weckte nochmal Kräfte bei Hertha, der HSV war um Orientierung bemüht, verlor selbige nun aber immer öfter. Mit einem Mann in Überzahl sahen sich die Hanseaten an den eigenen Strafraum gefesselt. 

Den Berlinern schwanden aber die Kräfte, nach und nach kamen die Doll-Schützlinge immer wieder zu Kontern, welchen gefährliche Distanzschüsse (Trochowski, Beinlich, Ziegler) folgten. Fiedler war hier aber ein sicherer Rückhalt.

Der Hamburger SV gewann auch nach schwächerer zweiter Hälfte insgesamt verdient mit 2:1 und bleibt Tabellenführer FC Bayern München auf den Fersen. Hertha legte einen Fehlstart sondersgleichen hin, wobei vor allem für Dick van Burik alles schief ging. Eigentor erzielt, Elfmeter verursacht, verletzt. Ein Tag zum Vergessen für den Niederländer. 

Spielereignisse im Detail:
Schlusspfiff 

90 Hertha rennt an, hat aber kein Konzept. Die Bälle erreichen nicht mal den Strafraum. 
 
88
 Der Franzose Samba kommt für Boateng. 
 
87
 Boateng sieht nach Foul an Takyi Gelb. 
 
86 Beinlich schießt aus 25 Metern hart aufs rechte Eck, Fiedler klärt gerade noch zur Ecke. Diese bringt nichts ein. 
 
84 Trochowski zeiht mit links aus 28 Metern ab, Fiedler kann den Flatterball mit den Fäusten parieren. 
 
81 Pantelic verlängert mit dem Kopf auf Neuendorf, der in der linken Strafraumhälfte aus 13 Metern abzieht, aber knapp rechts am Torwinkel vorbeizielt. 
 
81 Neuendorf probiert's auch mal aus der zweiten Reihe, schießt aber zwei Meter über das Tor. 
 
76
 Bastürk wird 30 Meter vor dem Tor nicht angegriffen, läuft noch ein paar Schritte und schießt dann flach aufs linke Eck. Kirschstein taucht ab, lässt den Ball aber unter dem Körper durch. Das Spielgerät trudelt ins Tor. 
 
74 Bastürk schießt einen direkten Freistoß aus 20 Metern halblinker Position genau in die Arme von KIrschstein. 
 
72
 Der 21-jährige Takyi feiert sein Bundesliga-Debüt. 
 
72 Pantelic setzt sich im Luftkampf gegen Demel durch, trifft dann aber drei Meter vor dem Tor den Ball nicht richtig. Das Spielgerät fliegt vom Tor weg! 
 
68 Atouba flankt von links, Madlung klärt zu kurz und genau zu Mpenza, der aber aus sieben Metern (!) links vorbei schießt. 
 
67 Der HSV wird wieder aktiver. Noch finden die Hereingaben aber keinen Adressat in der Mitte. 
 
65 Mpenza setzt sich gegen Gilberto durch, dringt in den Strafraum ein, schießt aber aus 13 Metern halbrechter Position links vorbei. 
 
64
 Boulahrouz sieht nach "Ringkampf" mit Pantelic Gelb. 
 
63 Die Doll-Elf agiert im Schongang, initiert kaum eigene Angriffe, verwaltet in erster Linie den Vorsprung und lässt hinten nichts anbrennen. Hertha findet kein Durchkommen.  
 
58
 Hamburgs Trainer Doll wechselt defensiv ein, bringt Ziegler für Lauth. 
 
57
 Falko Götz bringt Neuendorf für Marx. Ein Mittelfeldspieler für einen Mittelfeldspieler. 
 
57 Boateng schnippelt den Ball mit rechts auf das linke Eck, doch Kirschstein hat aufgepasst und hält sicher. 
 
52
 Nach einem Zweikampf von Lauth mit Marcelinho wird der Hamburger verwarnt. Marcelinho schubst Lauth aber noch weg und sieht ebenfalls Gelb. Nach seiner ersten Verwarnung ist das nun der Platzverweis. 
 
50 Der HSV lässt es etwas ruhiger angehen, konzentriert sich auf eine sichere Defensive. Die Berliner suchen noch immer eine durchschlagskräftige Strategie. 
 
46 Zunächst gibt es weder hüben noch drüben personelle Veränderungen. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
45 Die spiel- und zweikampfstärkeren Hamburger, angetrieben vom unermüdlichen Barbarez, führen verdient zur Pause. Hertha war vom Fehlstart zunächst geschockt und findet nur ganz schwer ins Spiel. 
 
  Halbzeitpause 
 
  Abpfiff 1. Halbzeit 
 
43 Friedrich bringt eine Flanke von der rechten Eckfahne weit nach innen zum völlig freistehenden Pantelic, der aber aus sechs Metern unbedrängt über Fiedlers Gehäuse köpft. 
 
41 Atouba verzückt die Hamburger Fans mit Kabinettstückchen. 
 
37 Der HSV ist nach wie vor klar tonangebend, gewinnt die Mehrzahl an Zweikämpfen und ist im Mittelfeld präsenter. 
 
32 Erste Chance für Hertha, doch Pantelic schießt einen direkten Freistoß aus 19 Metern direkt in die Mauer. 
 
28 Die Berliner tun sich enorm schwer, ins Spiel zu finden. Die Doll-Elf stellt hinten die Räume geschickt zu, lässt keinen Spielfluss bei den Gästen aufkommen. Zudem leistet sich Hertha zu viele Abstimmungsprobleme und Abspielfehler. 
 
27
 Marcelinho wird wegen Meckerns verwarnt. 
 
24 Der HSV macht weiter Druck, überzeugt mit schnellem und kombinationssicherem Spiel. 
 
19
 Trochowski sieht nach rüdem Einsteigen gegen Kovac Gelb. 
 
16 Beinlich schießt von rechts aus spitzem Winkel an den linken Innenpfosten, Mpenza schießt den Abpraller volley aufs Tor, allerdings direkt auf Fiedler, der mit den Fäusten rettet. Den erneuten Abpraller schießt Mpenza links vorbei. 
 
9
 Van Burik hat sich beim Foul an Mpenza selbst verletzt und wird nun von Chahed ersetzt. 
 
8
 Mahdavikia verwandelt den Strafstoß mit rechts ins linke untere Eck. 
 
6
 Wieder ist Mpenza nach Pass von Barbarez durch, van Burik bringt den Belgier im Strafraum zu Fall. Elfmeter. 
 
5 Bei Hertha gibt es ebenfalls zwei Umstellungen: Madlung und Marx beginnen an Stelle von Simunic und Fathi. 
 
2
 Den anschließenden Eckball bringt Beinlich von rechts herein, Pantelic verlängert und van Burik fälscht den Ball mit dem Kopf ins eigene Netz ab. 
 
2 Mpenzas Schuss wird von Madlung an die Latte abgefälscht. 
 
1 Beim HSV spielen Boulahrouz und Mpenza für van der Vaart und Jarolim. 
 
Anpfiff 


 
dpa: Doll: «Wir sind kein Bayern-Jäger» - Hertha sauer

Von Franko Koitzsch, dpa

Hamburg (dpa) - Der Hamburger SV will seine neue Rolle in der Fußball-Bundesliga einfach nicht wahrhaben. «Wir sind kein Bayern-Jäger», behauptete Trainer Thomas Doll standhaft.

Sein Team hatte zuvor Hertha BSC mit 2:1 (2:0) besiegt und war damit dem übermächtigen Rekordmeister aus München dicht auf die Fersen gerückt. «Bayern spielt in einer anderen Liga. Wir werden unsere Ziele nicht neu definieren. Man soll uns in Ruhe arbeiten lassen.» Es sei allenfalls «eine schöne Momentaufnahme», wenn man auf die Tabelle schaue, bekannte Doll. Sollte der HSV dennoch einmal Meister werden, würde er sich wohl in aller Demut und Bescheidenheit für den unverzeihlichen Betriebsunfall beim Platzhirsch in München entschuldigen.

Während die Hanseaten ihren Triumph nach zwei Treffern in der Startphase (Eigentor van Burik/2., Foulelfmeter Mahdavikia/8.) im Stillen genossen, tobte sich Dieter Hoeneß lautstark aus. Der Hertha-Manager spuckte Gift und Galle gegen Schiedsrichter Markus Merk. «Alles gegen Bastürk abzupfeifen ist eine Sauerei», polterte er. Der Türke habe eine Weltklassepartie geboten, Merk nicht. «Es war eine Aneinanderreihung unmöglicher Benachteiligungen», rief Hoeneß und schien dabei Pechvogel Dick van Burik außer Acht zu lassen. Dem Hertha-Verteidiger war offenbar ein gebrauchter Tag angedreht worden: Er begann mit einem Eigentor, verschuldete sechs Minuten später einen Elfmeter zum 0:2 und musste dann verletzt ausgewechselt werden.

Anders als Hoeneß suchte Mittelfeldspieler Niko Kovac den Schuldigen im eigenen Team und hatte ihn in Marcelinho gefunden. Der Brasilianer war nach einem Revanche-Foul an Benjamin Lauth in der 52. Minute mit Gelb-Rot vom Platz geflogen. «Mit Undiszipliniertheiten bringt er uns derart ins Hintertreffen. Das ist unentschuldbar», befand Kovac und legte nach: «Ich fordere, dass wir ordentlich zusammenarbeiten, und nicht, dass man beleidigt ist, wenn man den Ball nicht kriegt. Mit zehn Mann von Anfang an hätten wir heute mehr erreicht.» Auch Trainer Falko Götz wollte sich den Sünder vorknöpfen: «Darüber muss geredet werden. Das ist nicht zu akzeptieren.» Eine empfindliche Geldstrafe soll Marcelinhos Läuterungsprozess befördern.

Trotz des Ausfalls der nahezu kompletten Mittelfeld-Raute mit Rafael van der Vaart, Raphael Wicky und David Jarolim steuert der HSV stur Kurs Champions League. Doch der Kräfteverfall in der zweiten Halbzeit war nicht zu übersehen. 31 Pflichtspiele - so viel wie kein anderer Bundesligist in dieser Saison bestritten hat - lassen die Beine zunehmend schwerer werden. Ebenso wie Hertha müssen die Hamburger aber noch drei Premium-Einsätze vor dem Weihnachtsurlaub absolvieren: im UEFA-Cup, in der Bundesliga und im DFB-Pokal-Achtelfinale. «Wir werden uns voll reinhängen», versprach Abwehrchef Daniel van Buyten. Doll hört das gern, denn seine Maßgabe lautet: «Wir wollen in allen drei Wettbewerben überwintern.»


 
sport1: HSV bleibt Bayern auf den Fersen

Hamburg - Mit einem 2:1 (2:0)-Sieg gegen Hertha BSC Berlin hat der Hamburger SV seine Jagd auf 
Tabellenführer Bayern München fortgesetzt.
Vor 54.129 Zuschauern siegte der Tabellen-Zweite ohne vier Stammspieler mit einer über 75 Minuten überzeugenden Leistung im Großen und Ganzen verdient.
Dabei legten die Hanseaten mit einem Blitzstart in den ersten zehn Minuten bereits den Grundstein zum Sieg.

Van Burik Herthas "Pechvogel"
Bereits in der zweiten Minute ging die Mannschaft von Trainer Thomas Doll durch ein Eigentor des Berliners Dick van Burik nach einem Eckball von Stefan Beinlich in Führung. Nur sechs Minuten später verwandelte der iranische Nationalspieler Mehdi Mahdavikia einen Foulelfmeter zum 2:0-Endstand.
"Pechvogel" van Burik hatte HSV-Stürmer Emile Mpenza im Strafraum gefoult und sich dabei auch noch am linken Oberschenkel verletzt. Der Holländer musste bereits nach neun Minuten ausgewechselt werden.

Patzer von Kirschstein
Ein wenig Hoffnung keimte für die Herthaner erst in der 75. Minute auf, als Yildiray Bastürk auf 1:2 verkürzte. Der Türke profitierte allerdings von einem kapitalen Fehler des HSV-Keepers Sascha Kirschstein, der den Ball unter dem Körper durchrutschen ließ.
Dabei waren die Berliner zu diesem Zeitpunkt bereits in Unterzahl. Berlins Spielmacher Marcelinho wurde nach einer Rangelei mit Hamburgs Stürmer Benjamin Lauth von Schiedsrichter Dr. Markus Merk aus Kaiserslautern mit Gelb-Rot vom Feld geschickt.
In der Folge drängten die Hauptstädter auf den Ausgleich, kamen aber nicht mehr zu klaren Chancen.

Siebtes Spiel ohne Niederlage
Die Norddeutschen sind nunmehr seit sieben Spielen ohne Niederlage, feierten ihren vierten Sieg hintereinander und rückten dem Rekordmeister zumindest bis Sonntag bis auf einen Zähler auf die Pelle.
Hertha BSC hingegen verlor durch die Niederlage bis auf Weiteres den Kontakt zur Spitzengruppe und ist von einer Qualifikation für die Champions League derzeit weit entfernt.

Pantelic vergibt kläglich
Abwehrspieler Khalid Boulahrouz sowie Sergej Barbarez waren die stärksten Akteure auf Seiten der Hausherren, die bei zwei Lattenschüssen durch Mpenza (2.) und Beinlich (16.) in der Anfangsphase noch Pech hatten.
Aus dem Berliner Team ragten lediglich der frühere Hamburger Niko Kovac sowie mit Abstrichen der durch großen Einsatz überzeugende Marko Pantelic heraus.
Der Torjäger vergab allerdings erneut zahlreiche gute Chancen. In der 42. Minute verfehlte er freistehend mit einem Kopfball das HSV-Gehäuse, in der 71. Minute setzte er einen Schuss neben das Tor.
 

Nachbericht: Inoffizielle Bayern-Jäger weiter auf Kurs
Während beim Hamburger SV nach dem 2:1 (2:0)-Sieg gegen Hertha BSC Berlin Zufriedenheit herrschte, flogen bei den Hauptstädtern nach dem Schlusspfiff die Fetzen.
Die Hauptakteure dabei: Mittelfeld-Star Marcelinho, der im ganzen Spiel nur durch Gelb wegen Meckerns und Gelb-Rot wegen eines Schubsers gegen Benny Lauth (51.) aufgefallen war, und Manager Dieter Hoeneß, der sich nach dem Schlusspfiff über Schiedsrichter Markus Merk ereiferte.

Hoeneß attackiert Merk
Dabei ging es dem Hertha-Manager allerdings nicht um den Platzverweis für den 30-Jährigen, sondern vielmehr um die seiner Meinung nach unfaire Behandlung eines anderen Spielers. "Wenn ein Spieler wie Bastürk so eine Weltklassepartie spielt, dann muss ich ihn als Schiedsrichter eher beschützen als dass ich ihn bestrafe", grantelte der Manager. 
Und weiter: "Ich habe kein Verständnis, dass man gegen einen Spieler pfeift." Beim 52-Jährigen war vor allem die Szene aus der 71. Minute hängen geblieben, als der Türke im Zweikampf mit Thimotee Atouba im Strafraum zu Fall kam, der Elfmeterpfiff aber ausblieb.
Der Manager ereiferte sich darüber so sehr, dass er Merk nach dem Schlusspfiff entgegen stürmte und ihn angeblich unter anderem mit den Worten "alles gegen Bastürk abzupfeifen, ist eine Schweinerei" bedachte. Die deftige Schimpftirade veranlasste den Weltschiedsrichter, einen Sonderbericht an den DFB zu verfassen.

Kovac macht Marcelinho verantwortlich
Während Hoeneß den Grund für die vermeidbare Niederlage beim Schiedsrichter suchte, hatte Spieler Niko Kovac in Gelb-Rot-Sünder Marcelinho den Schuldigen gefunden. 
"Seine Disziplinlosigkeiten waren unentschuldbar, er hat damit der Mannschaft einen Bärendienst erwiesen. Immer nur meckern und reklamieren, das geht einfach nicht, mit zehn Leuten hätten wir vielleicht sogar mehr erreichen können", wetterte der Kroate deutlich angesäuert.
"Ich fordere genau das, was ich von den anderen auch fordere. Kämpfen und vor allen Dingen zusammenarbeiten", fuhr Kovac fort. Marcelinho solle "nicht beleidigt spielen, wenn man mal den Ball nicht kriegt bzw. der Schiedsrichter mal kein Foul pfeift."

Marcelinho wehrt sich gegen Vorwürfe
Marcelinho indes fühlte sich missverstanden und ging am Sonntag seinerseits in die Offensive - in Richtung Kovac.
"Wenn ich gute Spiele mache und wir dank mir gewinnen, höre ich nichts von Niko. Der sollte lieber ruhig sein. Ich muss mich nicht entschuldigen, wenn ich mal schlecht spiele", sagte der Brasilianer der "B.Z.". 

Götz kündigt Sanktionen an
Auch Trainer Falko Götz nahm Anstoß an der Undiziplinierheit seines Spielmachers. "Er will einfach zu viel und vergisst dabei, dass auf dem Feld auch noch andere stehen. Das darf nicht sein. Er schwächt damit die Mannschaft und das geht einfach nicht", ereiferte sich der 43-Jährige und kündigte Sanktionen gegen seine "launische Diva" an.
"Wir können nicht einfach zum Tagesgeschäft übergehen, über diesen Platzverweis muss noch geredet werden", so Götz.
Eine mögliche Strafe will Marcelinho allerdings nicht akzeptieren. "Ich bin kein undisziplinierter Spieler, habe bei Hertha bisher nur zwei Platzverweise kassiert", sagte er. 
Bezeichnenderweise spielten die Gäste erst auf Augenhöhe mit dem HSV, als Marcelinho schon beim Duschen war. Doch mehr als Bastürks Anschlusstreffer mit freundlicher Unterstützung von Hamburgs Ersatztorwart Sascha Kirschstein (75.) sprang für die Hertha in der turbulenten Schlussphase nicht mehr heraus.

"Sensationeller Start" des HSV
Ohne vier Stammspieler - Wächter, Wicky, Jarolim und van der Vaart - hatte der HSV die Zeichen schon früh auf Sieg gestellt. Ein Eigentor des bemitleidenswerten Dick van Burik (3.) und ein Elfmeter von Mehdi Mahdavikia, den ebenfalls van Burik an Emile Mpenza verschuldet hatte (8.), sorgten für einen Auftakt nach Maß für die Hausherren.
"Nach dem sensationellen Start haben wir sehr guten Fußball gespielt", war Trainer Thomas Doll zufrieden. "Was danach kam, hätten wir uns schon ein wenig anders vorgestellt."
In der Tat zollten die Hausherren nach dem Wechsel der ungeheuer laufintensiven ersten Halbzeit und vor allem den vorangegangenen 30 Pflichtspielen in dieser Saison ein wenig Tribut, bleiben aber am Ende zum siebten Mal in Folge unbesiegt.
  
Doll stapelt weiter tief
"Man muss auch ein solches Spiel einfach mal gewinnen", resümierte Doll, der in der Meisterfrage wieder die Schallplatte der letzten Wochen auflegte. Ja, man orientiere sich immer noch nach unten. Nein, man sei immer noch kein Bayern-Jäger, "auch wenn wir nur einen Punkt dahinter sind".
Das Lied mit der Frage nach dem Deutschen Meister wird in der AOL-Arena jedoch von Woche zu Woche lauter gesungen. "Das dürfen die Fans, da höre ich auch gerne zu", meinte der Coach. Abschließend wagte er dann schon fast so etwas wie eine Kampfansage in Richtung des nächsten Gegners: "Wir können jetzt mit breiter Brust nach Bremen fahren."