Bundesliga 2005/2006, Bundesliga, 22. Spieltag, Sonntag, 19.02.06 um 17:30 Uhr in der neuen Frankfurter Commerzbank-Arena bei lauen ca. 5-10 Grad C.

SG Eintracht Frankfurt - Hamburger SV 1:2 (1:1)

Mer losse de Dom in Kölle! Nee, falsches Motto. Eigentlich hätten wir ja heute noch unbedingt zu den Gonsbachlerchen oder so fahren müssen. Wenn man schon mal zur Karnevalszeit in der Frankfurter Gegend ist...

Ihr bemerkt – ich bin gut gelaunt. Ist ja auch kein Wunder, da der HSV doch nun endlich sein erstes Auswärtsspiel im Jahr 2006 gewonnen hat. Das wurde nach 3 Niederlagen in Folge aber auch mal Zeit.

So hat der Sonntag doch wirklich viel Spaß gemacht. Nachdem ich mit meinem Kumpel Kuno leider nicht nach Thun fahren konnte, hatten wir uns nach dem Heimsieg am letzten Samstag doch wieder sehr stark überlegt, ob wir nicht irgendwie nach Frankfurt kommen könnten. Grundsätzlich war es überhaupt nur möglich, weil es ein Sonntagsspiel war. Ansonsten wäre sicher nichts geworden, weil Kuno ja samstags arbeiten muß.

So hatten wir uns also zunächst überlegt, ob wir uns einen Leihwagen für den einen Tag nehmen, weil unser beider Autos Ihren Zenit eigentlich doch schon überschritten haben. Da Kunos Wagen aber in 1 – 2 Wochen ohnehin für ein paar Hunderter nach Russland verscherbelt werden soll, konnte er mich überzeugen, daß wir auch mit seinem Wagen fahren können. Würde es uns unterm Arsch zusammenbrechen (wir sind ja noch einige Stunden unterwegs...) wäre es nicht sooo tragisch, da der TÜV ohnehin gerade abgelaufen ist. Es wäre eben nur nervig. Aber ich hoffe mal, daß uns das erspart bleibt. 

Wir sind also um 12 Uhr losgefahren. Früher ging es nicht, da Kuno ja auch heute arbeiten muß und das nicht mehr als eine Stunde verkürzen konnte. 558 km hatten wir lt. Map & Guide vor uns und das haben wir ziemlich genau geschafft. 10 Minuten vom Spiel haben wir verpaßt. Das lag aber mehr daran, daß uns ein Parkplatz direkt vor der Nase zugemacht wurde und wir dann noch eine Zeit lang „cruisen“ mußten, um dann irgendwo in einem Wald doch einen Parkplatz zu finden. Dann war es aber noch etwas zu laufen, sodaß wir, wie gesagt, 10 Minuten verpassten. Aber in den 10 Minuten ist wohl auch nicht viel passiert.

Überhaupt war das Spiel eigentlich über die ganzen 90 Minuten sehr arm an Torchancen auf beiden Seiten. Und trotzdem konnte der HSV nach 20 Minuten in Führung gehen. Kurz zuvor hatte Barbarez eine Szene, in der wir eine rote Karte für den Gegner reklamierten, da Barbarez eben auf dem Weg zum Tor gefoult wurde. Allerdings entschied der Schiri auf Freistoss gegen den HSV. Ich nehme an, daß er da ein Foul zuerst von Barbarez gesehen hat. Hätte er eine Schwalbe von Barbarez gesehen, hätte er ihm ja klar gelb geben müssen. Dann hatte Barbarez noch eine „nette“ Auseinandersetzung mit einem ganzen Zuschauerblock der Gegentribüne, um dann aber schließlich von der linken Seite die Flanke zum 1:0 des HSV zu geben. Trochowski konnte den Ball in der Mitte ins Tor befördern.

Leider führte das beim HSV aber wieder nur dazu, daß man sich arg zurückzog und den Frankfurtern das Spiel überließ. Die versuchten dann auch ihr Möglichstes, was aber auch nicht berauschend viel war. Aber kurz vor der Halbzeit hatten sie zunächst eine gute Schußchance von Meier, die Wächter noch mit einer tollen Parade abwehren konnte. Aber direkt aus dem folgenden Einwurf ergab sich dann leider der Ausgleichstreffer der Frankfurter.

Das war natürlich ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt. Nachdem ich vorher doch ganz zuversichtlich war, daß wir vielleicht mal einen Auswärtssieg erzielen könnten, war diese Hoffnung nun erstmal wieder ziemlich dahin.

Die 2. Halbzeit plätscherte dann auch wieder so vor sich hin. Ich fand die Leistung beider Mannschaften bestenfalls durchschnittlich. In den Strafraum kamen die Sturmreihen eigentlich nur sehr selten. Aber das HSV schaffte es dann doch einmal noch sehr gut. Der Ball wurde abgewehrt und dann zurückgespielt. Da können in der Mitte auch mehrere HSVer im passiven Abseits gewesen sein. Doch es wurde der weiter zurück stehende Trochowski angespielt, der den Ball annahm und schließlich zu Van Buyten leitete, der ihn einschoß.

Was für ein schöner Jubel nach diesem Führungstor!!!

Nur leider beging dieses Mal der HSV wieder den Fehler, sich viel zu weit hinten einzuigeln. Das man sich etwas zurückzieht, finde ich noch nicht so tragisch. Einfach schlecht war dabei aber der Abstand zum jeweiligen Gegner. Da konnte jeder Frankfurter den Ball immer erst in aller Ruhe unter Kontrolle bringen. Und das darf einfach nicht sein. 

Und was dann auch noch sehr schlimm war, waren die vollkommen planlos verlaufenden Konterversuche. Andere Mannschaften hätten hier sicherlich noch ein 3:1 nachgelegt, aber wir sind leider momentan einfach nicht in der Lage, mal einen guten letzten Pass zu bringen. Da fehlt es immer etwas. 

Trotzdem konnten wir das 2:1 über die Bühne schaukeln, was für die Mannschaft bestimmt enorm wichtig ist. Endlich mal wieder ein Auswärtssieg. Für die Bundesliga natürlich enorm wichtig, daß sowohl Schalke als auch Bremen ihre Auswärtsspiele schon am gestrigen Samstag gewonnen hatten. Und da wir jetzt gleich das Rückspiel gegen Thun am Donnerstag haben, ist so ein Selbstbewußtseins-Kick sicherlich auch sehr wichtig für die Mannschaft. 

Meine Spielerbewertung:

Wächter: Hatte eine tolle Parade, war beim Gegentor in meinen Augen schuldlos und bekam sonst eigentlich nicht viel auf die Kiste: Note 3

Mahdavikia: war heute offensiv kaum in Erscheinung. Defensiv war er allerdings positiv: Note 3

Boulahrouz: fiel mir in der Abwehr eigentlich kaum auf: Note 4

Van Buyten: räumte hinten wirklich viel ab und konnte sich sogar mal wieder in die Torschützenliste eintragen: Note 2

Atouba: Das war heute nicht so sein Spiel. Einige Unsicherheiten in der Abwehr und offensiv denke ich, daß er mehr versuchen müßte, weiter die Linie runterzugehen und nicht so früh aus dem Halbfeld zu flanken: Note 4-

Wicky: räumte vor der Abwehr ganz ordentlich ab. Note 3-

De Jong: Einmal mehr habe ich ihn praktisch überhaupt nicht gesehen. Wurde später ausgewechselt. Mir ist das noch deutlich zu wenig: Note 4-

Jarolim: wie immer sehr emsig und fleißig, aber auch ohne besondere Durchschlagskraft: Note 3

Trochowski: Im Spiel gefiel er mir eigentlich gar nicht. Aber er hat das eine Tor gemacht und das andere mit vorbereitet. Da war er also zumindest wichtig auf dem Feld: Note 3+

Barbarez: Bei Sergej ging heute wirklich fast gar nichts. Hat zwar das erste Tor vorbereitet, aber ansonsten gelang ihm wirklich nichts: Note 5

Takahara: Bemüht, aber ohne Torgefahr. Hing vorne irgendwie in der Luft: Note 4+

Schiri: Einige sehr seltsame Entscheidungen, die ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte: Note 4-

P.S. Wir sind heil und ohne Panne angekommen! ;-)

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
kicker: 1. Bundesliga, 2005/06, 22. Spieltag 
Eintracht Frankfurt -  Hamburger SV  1:2 (1:1) 

Allgemeine Informationen
Eintracht Frankfurt:  Nikolov (3) - Chris (4), Preuß (4), Vasoski (3,5) - Huggel (5), Jones (3) - P. Ochs (3,5), Köhler (4,5) - A. Meier (3,5) - Amanatidis (4,5), Copado (4,5) - Trainer: Funkel

Hamburger SV:  Wächter (3,5) - Mahdavikia (3,5), Boulahrouz (3), van Buyten (3), Atouba (3,5) - Wicky (3,5) - de Jong (3,5), Jarolim (3,5) - Trochowski (2,5) - Takahara (4), Barbarez (3) - Trainer: Doll

Tore:   0:1 Trochowski (20., Rechtsschuss, Vorarbeit Barbarez), 1:1 A. Meier (42., Kopfball, Chris), 1:2 van Buyten (52., Rechtsschuss, Trochowski)

Eingewechselt:   62. Reinhard für Köhler, 69. D.-R. Cha für Huggel - 73. Klingbeil für de Jong, 81. Lauth für Takahara, 87. Laas für Trochowski

Chancenverhältnis:  3:4
Eckenverhältnis:  5:2
Schiedsrichter:  Fleischer, Dr.  (Sigmertshausen), Note 2,5 - lag in allen wesentlichen Entscheidungen richtig, auch damit, statt Rot für Vasoskis vermeintliche Notbremse das Foul zuvor von Barbarez zu pfeifen (12.)

Zuschauer:  47500
Gelbe Karten:  P. Ochs, Reinhard - Mahdavikia
Spielnote:  3,5
Spieler des Spiels:  Trochowski, Piotr
Ein Tor und eine Vorlage - der Hamburger Mittelfeldmann machte den Unterschied aus, entschied die Partie

Analyse
Eintracht-Coach Friedhelm Funkel stellte seine Anfangsformation gegenüber dem 0:1 gegen Hannover auf drei Positionen um. Ochs stand nach seiner Gelb-Sperre wieder zur Verfügung und ersetzte in der Defensive Reinhard. Zudem kamen Köhler und Huggel für Cha sowie Rehmer von Anfang an zum Einsatz.

Auch Thomas Doll veränderte seine Startelf im Vergleich zum 0:1 in Thun im UEFA-Cup unter der Woche. Der im UEFA-Cup noch gesperrte Boulahrouz stand für Demel in der Abwehrkette, im Angriff erhielt Takahara anstatt Lauth den Vorzug. 

Die Zuschauer in der Commerzbank-Arena sahen einen temporeichen Beginn. Die Gastgeber drängten die Hamburger tief in die eigene Hälfte zurück und attackierten sie bereits im Aufbauspiel. Doch auch der Hamburger SV zeigte seine Offensivqualitäten und spielte kontrolliert nach vorne. In der zwölften Minute gab es dann den ersten Aufreger der Partie. Barbarez war im Laufduell mit Vasoski vom Frankfurter am Trikot gezupft und zu Fall gebracht worden. Schiedsrichter Dr. Helmut Fleischer sah die Situation allerdings anders und entschied auf Freistoß für die Hausherren. 

Die Doll-Schützlinge blieben aber in der Folgezeit die spielbestimmende Mannschaft und erarbeiteten sich ein ums andere Mal gute Einschussmöglichkeiten. Dieses Engagement machte sich dann in der 20. Minute bezahlt. Barbarez konnte von der linken Seite in die Mitte flanken und fand dort Trochowski. Der Youngster spitzelte das Leder gekonnt im Fallen über den auf der Linie verharrenden Nikolov hinweg ins Netz.

Das Tor kam für die Hanseaten genau zum richtigen Zeitpunkt, jetzt konnten sie sich weiter in die Defensive fallen lassen und auf Kontermöglichkeiten lauern. Genau das machten die Gäste auch sehr geschickt, die Eintracht hatte große Mühe, das Abwehrbollwerk zu knacken. Beide Eintracht-Stürmer waren in der Hamburger Defensive äußerst gut aufgehoben und kamen in dieser Phase der Partie überhaupt nicht zur Geltung. Die Eintracht kombinierte eigentlich ganz ansehnlich, das Manko waren die unpräzisen Flanken von den Außenbahnen, die meist ohne große Mühe entschärft werden konnten.

Die besseren Chancen hatten also folglich die Hamburger. Nach einer Ecke kommt der Ball am Strafraumeck zum aufgerückten Atouba, dessen Schuss allerdings nur ans Außennetz ging (38.).

Erst nach dieser Möglichkeit drehten die Frankfurter auf und nahmen das Heft in die Hand. So kamen die Hessen zu Chancen im Minutentakt. Zuerst konnte Wächter eine abgefälschte Copado-Flanke gerade noch zur Ecke klären (40.), ehe der HSV-Keeper einen Distanzschuss von Meier entschärfen konnte (41.). Die dritte Möglichkeit führte dann zum Ausgleich für die Gastgeber. Nach einem weiten Einwurf von Chris köpfte Meier van Buyten gegen die Schulter und von dort sprang die Kugel über die Linie (42.).

Nach dem Seitenwechsel ging es zunächst so weiter, wie der erste Abschnitt endete - mit einer engagierten Eintracht. Allerdings fehlte weiterhin die Präzision bei den finalen Pässen, so dass Wächter zunächst wenig eingreifen brauchte. Ganz anders Nikolov auf der anderen Seite, der bei einem Takahara-Schuss aus gut 20 Metern sein ganzes Können zeigen musste und parieren konnte (51.). Lediglich eine Minute später war der Eintracht-Schlussmann aber machtlos und musste den Ball zum zweiten Mal aus dem Netz holen. Trochowski legte vor dem Tor nochmal quer für van Buyten auf, der das Leder in den rechten oberen Winkel beförderte.

Nach der erneuten Führung ließ sich Hamburg wieder ein wenig zurückfallen und ließ die Eintracht im Mittelfeld kombinieren. Die tat das auch gekonnt, trotzdem fehlte den Hessen die entscheidende Initialzündung, um echte Gefahr verbreiten zu können. In der Folgezeit sahen die Zuschauer aufopferungsvoll kämpfende Frankfurter, die vehement auf den Ausgleich drängten. Meist bekamen die Defensivspezialisten um Kapitän van Buyten irgendwie noch ein Bein dazwischen, so dass es bei der knappen Führung der Hamburger blieb.

In der Schlussphase kam die Doll-Elf nur noch zu vereinzelten Entlastungsangriffen, konnte das 2:1 aber bis zum Schlusspfiff verteidigen, denn bei den letzten drei Kopfballchancen von Copado (79.), Cha (89.) und Meier (90.) fehlte der Elf von Friedhelm Funkel wieder die nötige Präzision.

Eintracht Frankfurt verliert gegen den Hamburger SV mit 1:2 und muss damit die zweite Heimniederlage in Folge einstecken. Die Hanseaten springen durch den "Dreier" wieder auf Rang zwei vor und haben acht Punkte Rückstand auf Tabellenführer Bayern München.
 

Spielereignisse im Detail:
Schlusspfiff 
 
90 Wieder die Eintracht! Diesmal flankt Cha auf Meier, der kann den Kopfball aber nicht richtig platzieren und der HSV kann klären. 
 
89 Nach einer Ecke von Copado probiert es der eingewechselte Cha mit dem Hinterkopf, zielt allerdings knapp über das Tor. 
 
83 Die Eintracht drängt auf den Ausgleich und wird von den Zuschauern nach vorne gepeitscht. Hamburg nur noch mit vereinzelten Entlastungsangriffen. 
 
79 Schöne Flanke von Preuß auf Copado. Der will ins lange Eck köpfen, bringt aber zu wenig Druck hinter das Leder und Wächter bedankt sich. 
 
78 Stellungsfehler von Atouba, doch Ochs ist zu sehr überrascht und kann den Ball nicht richtig kontrollieren. 
 
74 Momentan passiert nicht viel. Der HSV steht weiterhin bombensicher hinten drin und den Hausherren fehlt die Initialzündung im Mittelfeld. 
 
65
 Gerade eingewechselt, schon verwarnt. Reinhard fährt Mahdavikia in die Beine und sieht Gelb! 
 
62
 Funkel bringt Reinhard für Köhler auf der linken Außenbahn. 
 
61 Die Eintracht mit schönem Kombinationen. Der letzte Pass auf die Spitzen bleibt allerdings weiterhin viel zu ungenau. 
 
56 Die Eintracht jetzt mit wütenden Angriffen. Preuß versucht es aus der Distanz, zielt aber knapp neben das HSV-Gehäuse. 
 
52
 Der HSV wieder in Front! Trochowski legt vor dem Tor quer für van Buyten auf, der das Leder in den Winkel versenkt - 1:2! 
 
51 Toller Schuss von Takahara aus gut zwanzig Metern, doch Nikolov kann mit einer guten Parade klären. 
 
49
 Mahdavikia mit gestrecktem Bein gegen Preuß - logische Folge ist die Gelbe Karte für den Iraner. 
 
46 Beide Teams kommen unverändert aus der Kabine. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
45 Die Anfangsphase gehörte absolut den Gästen aus Hamburg, die folgerichtig auch mit 1:0 in Führung gingen. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit wurden die Gastgeber etwas besser und schafften kurz vor dem Pausenpfiff den Ausgleich. 
 
  Halbzeitpause 
 
  Abpfiff 1. Halbzeit 
 
42
 Ausgleich für die Hessen! Ein weiter Einwurf von Chris kommt in der Mitte zu Meier. Der Frankfurter köpft van Buyten an die Schulter und von da springt der Ball in die Maschen - 1:1! 
 
41 Die Eintracht wird jetzt stärker! Meier mit einem Distanzschuss, doch Wächter mit einer Glanzparade! 
 
40 Fast der Ausgleich! Takahara spielt den Ball genau in die Füße von Köhler, der Copado auf der linken Seite bedient. Die Flanke des Frankfurters wird von Boulahrouz noch abgefälscht und Wächter kann gerade noch zur Ecke klären. 
 
38 Nach einem Eckball von der linken Seite hat Nikolov Probleme den Ball wegzufausten. Das Leder landet beim aufgerückten Atouba der aus 16 Metern nur das Außennetz trifft. 
 
35
 Ochs versucht Atouba zu tunneln. Doch der Hamburger erobert sich den Ball und Ochs reißt ihn mit den Händen zum Boden. Schiri Dr. Fleischer zückt die erste Gelbe Karte der Partie. 
 
32 Die Eintracht lässt den Ball eigentlich ganz gut in den eigenen Reihen laufen. Allerdings kommen die Flanken von den Außenpositionen derzeit noch viel zu ungenau um den HSV ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. 
 
28 Die Hanseaten spielen das hier sehr geschickt. Beide Eintracht-Stürmer sind bislang in der HSV-Defensive gut aufgehoben und können sich noch gar nicht in Szene setzen. 
 
25 Frankfurt wirkt etwas geschockt und versucht erstmal die Ordnung wieder herzustellen. Ochs flankt von der rechten Seite, doch Köhler verpasst in der Mitte. 
 
20
 Tor für den HSV! Barbarez mit einer Bogenlampe von der linken Seite in den Strafraum. Dort spitzelt Trochowski das Leder im Fallen über Nikolov zur HSV-Führung! 
 
20 Schöne Flanke von Copado, doch Huggel kann den Kopfball nicht plazieren. 
 
16 Bei Jarolim scheint es doch wieder zu gehen. Dem Mittelfeldspieler ist nichts mehr anzumerken. Amanatidis versucht es aus spitzem Winkel - neben das HSV-Gehäuse. 
 
12 Barbarez wird von Vasoski als letzter Mann am Trikot zu Boden gerissen. Schiri Dr. Fleischer sieht das anders und entscheidet auf Freistoß für die Eintracht. Eigentlich hätte es Rot für Vasoski geben müssen. 
 
10 Das Tempo ist jetzt etwas raus. Beide Teams konzentrieren sich zunächst auf einen kontrollierten Spielaufbau. Jarolim greift sich immer wieder an die Leiste und signalisiert Probleme. Mal sehen ob es für den Tschechen weiter geht... 
 
7 Atouba verliert auf der linken Abwehrseite den Ball gegen Ochs. Der bringt die Flanke in die Mitte, doch Wächter kann das Leder vor Meier aus der Luft fischen. 
 
3 Temporeicher Beginn in der Commerzbank-Arena. Die Eintracht attackiert die Gäste bereits tief in deren eigener Hälfte. Doch auch der HSV spielt munter nach vorne und sucht den direkten Weg zum Tor. 
 
  Anpfiff 
 
0 Im Vergleich zum 0:1 im UEFA-Cup gegen Thun stellt Thomas Doll seine Elf auf zwei Positionen um. Takahara und Boulahrouz ersetzen Lauth und Demel. 
 
0 Bei der Eintracht stehen gegenüber dem 0:1 gegen Hannover drei neue Gesichter in der Anfangself. Für Reinhard, Cha und Rehmer spielen gegen den HSV Ochs, Köhler sowie Huggel. 
 


 
dpa: HSV effektiv und kompakt: 2:1 bei Frankfurt

Von Jens Marx, dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Der Hamburger SV hat in Bayern-Manier endlich den Auswärtsfluch besiegt. Beim ersten Sieg in der Fremde in diesem Jahr zeichneten sich die Hanseaten durch die Effektivität aus, die sie in der Hinrunde zum Bayern-Jäger gemacht hatte. 

«Zum Ansehen war das nicht schön, aber wir sind auch nicht dafür verantwortlich, nur schönen Fußball zu zeigen», sagte Mittelfeldspieler Raphael Wicky nach dem 2:1 (1:1) des HSV bei Aufsteiger Eintracht Frankfurt. Die erneute Jagd auf den Meister und Bundesliga-Spitzenreiter aus München aufzunehmen, daran denkt beim HSV angesichts von acht Punkten Rückstand dennoch niemand. 

«Die Mannschaft hat gezeigt, worauf es ankommt. Wille, Einsatz, Disziplin - nur so kann es gehen. Dieser Sieg wird uns Auftrieb geben», meinte Trainer Thomas Doll, der ebenso wie seine Schützlinge die wieder ins Team eingekehrte Kompaktheit lobte. Erfreut stellte er fest, dass seine Truppe trotz geringerer Spielanteile (42 Prozent) mit dem ersten Dreier in diesem Jahr die Heimreise antreten konnte. «Endlich fahren wir mal wieder zufrieden nach Hamburg zurück», sagte Doll und wertete den Auftritt seines Teams als Reaktion auf das 0:1 im UEFA-Cup-Hinspiel. «Das war das Wichtigste», so der Coach, nachdem sein Team beim FC Thun noch den nötigen Biss hatte vermissen lassen.

Mit einer ausgiebigen Besprechung habe sich die Mannschaft eingestimmt, berichtete Junioren-Nationalspieler Piotr Trochowski, der in Frankfurt das wichtige 1:0 (20.) erzielt hatte. Dem Reden folgten die Taten, wenngleich ziemlich unspektakulär. «Es wurde aber auch Zeit, dass wir auswärts gewinnen», meinte Sergej Barbarez. «Wir dürfen uns aber nicht selbst schlecht machen», forderte der HSV-Torjäger, der das 1:0 vorbereitete und am Ende den Siegtreffer von Kapitän Daniel van Buyten (52.) bejubelte. Für den zwischenzeitlichen Ausgleich hatte Alexander Meier (42.) gesorgt.

«Vielleicht hatte es sich in unseren Kopf eingeschlichen, dass wir schönen Fußball spielen müssen, weil wir Zweiter sind», sinnierte Kollege Wicky. Auf diesem Rang lösten die Hanseaten ihren Nordrivalen Werder Bremen nach nur 26 Stunden wieder ab. Auf einen Nicht-UEFA- Pokalplatz haben die Hamburger bereits 17 Punkte Vorsprung, auf die drittplatzierten Werderaner allerdings nur einen Zähler.

Dolls ehemaliger Verein, Eintracht Frankfurt, haderte einerseits mit der dritten Niederlage im fünften Rückrunden-Spiel. «Das ist bitter», sagte Torwart Oka Nikolov. Andererseits stimmte die Leistung seiner Elf Trainer Friedhelm Funkel höchst zuversichtlich, nicht noch in den Abstiegskampf verwickelt zu werden. Davon sei er «felsenfest» überzeugt. «Im Moment ist es einfach nur schade, dass die Mannschaft für ihren Aufwand nicht belohnt wird», sagte der Coach, der mit der Eintracht bei Bayern München antreten muss. «Mir ist aber überhaupt nicht bange vor den nächsten Spielen», sagte Funkel.


 
sport1: HSV verkürzt den Rückstand auf die Bayern

Frankfurt - Der Hamburger SV hat seine Pleitenserie auf fremden Plätzen gestoppt und steuert weiter auf Kurs Richtung Champions League.
Die Hanseaten setzten sich in der Sonntagspartie des 22. Spieltages mit 2:1 (1:1) bei Eintracht Frankfurt durch und bleiben nach dem ersten Auswärtssieg in diesem Jahr zweite Kraft in der Bundesliga. 

Frankfurt blickt nach unten
Während der HSV den Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München auf acht Punkte verkürzte, hat die in der Rückrunde zu Hause weiter sieglose Eintracht nur noch fünf Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.
Piotr Trochowski (20.) und Kapitän Daniel van Buyten (52.) trafen für den HSV. Alexander Meier (42.) glich per Kopfball gegen seinen Ex-Klub zum zwischenzeitlichen 1:1 für die Hessen aus. 

Doll zufrieden - Funkel enttäuscht
"So stelle ich mir das auswärts vor. Wir haben sehr kompakt gestanden und Ordnung reingebracht. Wichtig war für mich aber vor allem, dass die Mannschaft eine Reaktion gezeigt hat", sagte HSV-Coach Doll.
Sein Gegenüber war dagegen enttäuscht: "Ich bin mit der Leistung zufrieden. Wir haben Hamburg in der zweiten Halbzeit weit zurückgedrängt. Es hat nur Glück und Cleverness gefehlt. Kämpferisch und läuferisch war es eine gute Leistung."

Konzentrierter Beginn
Drei Tage nach dem entäuschenden 0:1 im Uefa-Cup beim FC Thun begann der HSV vor 47.500 Zuschauern in der Frankfurter Arena konzentriert. Trochowski sorgte nach einer scharfen Hereingabe von Sergej Barbarez mit seinem vierten Saisontor für die verdiente Führung. 
Die Eintracht tat sich in der Folgezeit schwer und konnte sich gegen die sicheren Hamburger Innenverteidiger van Buyten und Khalid Boulahrouz kaum in Szene setzen.
Erst kurz vor der Halbzeit wurden die Hessen stärker. Zunächst scheiterte Meier (41.) mit einem Distanzschuss an Stefan Wächter. Eine Minute später war der HSV-Keeper aber machtlos, als van Buyten einen Kopfball von Meier unglücklich ins eigene Tor abfälschte.

Doll an alter Wirkungsstätte
HSV-Coach Thomas Doll, der zwischen 1993 und 96 als Spieler bei der Eintracht aktiv war, hatte seine Startelf im Vergleich zur Uefa-Cup-Pleite am vergangenen Donnerstag nur leicht verändert. Boulahrouz rückte wieder in die Innenverteidigung. 
Im Sturm schenkte Doll anstelle von Benjamin Lauth dem Japaner Naohiro Takahara das Vertrauen, dessen Wechsel zur Eintracht in der Winterpause kurzfristig geplatzt war. Bei den Frankfurtern musste Trainer Friedhelm Funkel kurzfristig umdisponieren. Marko Rehmer fiel mit einem Magen-Darm-Infekt aus, für den Ex-Nationalspieler übernahm Christoph Preuß die Rolle in der Abwehr.

Bessere zweite Hälfte
Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie lebhafter. Zunächst setzte Meier (46.) einen Kopfball neben das Tor. Auf der Gegenseite hatten Takahara und Neuzugang Nigel de Jong (51.) die Chance zur Führung, ehe van Buyten nach guter Vorarbeit von Trochowski zum 2:1 traf. 
Danach drängte die Eintracht den HSV in die eigene Hälfte zurück und erspielte sich eine Reihe an guten Chancen.
Auffälligste Spieler bei der Eintracht waren Meier und Kapitän Jermaine Jones. Beste Spieler beim HSV waren die beiden Torschützen Trochowski und van Buyten. 
 

Nachbericht: HSV wieder auf der Jagd. Die Hamburger feierten den ersten Auswärtssieg im Jahr 2006  
Frankfurt/Main - Der HSV ist wieder da - auch auswärts.
Im dritten Anlauf im neuen Jahr haben die Hamburger endlich den Auswärtsbann gebrochen und bei Eintracht Frankfurt ihre ersten Punkte auf des Gegners Platz eingefahren.
Dank den Toren von Piotr Trochowski (20.) und Kapitän Daniel van Buyten (52.) setzen sich die Hanseaten mit 2:1 (1:1) in der Frankfurter Commerzbank-Arena durch.

"So stelle ich mir das auswärts vor"
Damit eroberten sie nicht nur den zweiten Tabellenplatz von Werder Bremen zurück, sondern verkürzten auch den Abstand auf Tabellenführer Bayern München, der am Samstag nicht über ein 1:1 in Hannover hinausgekommen war, auf acht Punkte. Damit bleibt der HSV der Bayern-Jäger Nummer eins.
Thomas Doll zeigte sich entsprechend zufrieden, maß dem am Ende etwas glücklichen ersten Auswärtssieg der Rückrunde aber keine übertriebene Bedeutung bei.
"Dieser Sieg ist trotz der letzten Rückschläge genauso schön wie alle anderen auch", sagte der HSV-Trainer. "Für mich war es heute wichtig zu sehen, dass wir eine Reaktion gezeigt haben. So stelle ich mir das auswärts vor: so kompakt zu stehen und dann auch im richtigen Moment zuzuschlagen."

HSV in neuer Rolle
Und Doll hatte auch noch eine Erklärung für die nun gerissene Negativserie mit den Pleiten in Nürnberg (1:2), Hannover (1:2) und im Uefa-Cup beim FC Thun (0:1) parat:
"Es hängt damit zusammen, dass wir ganz anders wahrgenommen werden. Bayern München ist seit zehn Jahren immer oben. Für die anderen Mannschaften ist es immer ein Spitzenspiel. Und nach unserer Hinserie ist es natürlich auch schön, gegen den HSV zu spielen", erklärte der Coach. 
"Das ist für meine Spieler auch eine neue Situation und eine neue Herausforderung. Wir müssen lernen, damit umzugehen, dass die Gegner jetzt auch mit diesem Respekt gegen uns spielen und natürlich auch dann ein paar Prozent mehr geben."

Zurück zu den Grundtugenden
Bereits am nächsten Sonntag gegen Uefa-Cup-Konkurrent VfB Stuttgart kann seine Mannschaft beweisen, dass sie dieser neuen Rolle gewachsen ist.
Allerdings steht zuvor noch das Rückspiel gegen Thun an. Doch Doll ist aufgrund der guten Abwehrleistung gegen Frankfurt auch für dieses Duell optimistisch:
"Wir werden am Donnerstag mit sehr viel Selbstvertrauen in unsere Arena einlaufen. Wir haben gesehen, dass wir unsere Grundtugenden wieder abrufen müssen, also das, was uns stark gemacht hat."

Harte Wochen für die Eintracht
Ähnlich kämpferische Tugenden wie der HSV legten am Sonntagabend auch die Frankfurter an den Tag. Doch wie schon beim 0:1 in Hannover schrammten die Hessen trotz engagierten Spiels knapp am Punktgewinn vorbei.
Noch hat die Truppe von Trainer Friedhelm Funkel fünf Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz, doch in den kommenden Wochen könnte es schnell in Richtung Tabellenkeller gehen.
Denn schon am nächsten Samstag geht es zu den Bayern nach München, zwei Wochen später reist man in die Arena auf Schalke.

"Wir spielen um den Klassenerhalt"
"Wir haben immer nach unten geschaut. Aber eins ist unverkennbar: wir haben uns gegenüber der ersten Serie weiter verbessert", bleibt Funkel angesichts des schweren Programms relativ gelassen. 
"Was uns im Moment fehlt sind die Punkte, die wir eigentlich verdient hätten. Aber den Mut, zu sagen, dass wir die Klasse halten, haben wir nach wie vor und wir werden auch in der nächsten Woche wieder punkten."
Frankfurts Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:1 (42.), Alex Meier, sieht es ähnlich wie sein Trainer: "Wir spielen um den Klassenerhalt, das wussten wir von Anfang an. Aber wir haben gesehen, dass wir mit den Großen mithalten können. Das probieren wir nächste Woche wieder."