Bundesliga 2005/2006, Bundesliga, 23. Spieltag, Sonntag, 26.02.06 in der Hamburger AOL Arena

Hamburger SV - VfB Stuttgart 0:2 (0:1)

Ich habe zwei oder dreimal angefangen im Auto, den Spielbericht zu tippen und jedes Mal verabschiedete sich nach ein paar Zeilen der Strom und damit auch direkt der Uralt-Laptop. Also weiter als das hier habe ich nicht geschafft und nun weiß ich es auch nicht mehr....:

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Mann, habe ich kalte Hände. Da macht das Tippen weniger Spaß. Nun könnte man allerdings auch erwähnen, daß das Tippen heute ohnehin keinen Spaß macht und ich auch gar nicht weiß, was ich schreiben soll.

Das mit Abstand beste am Spiel war die kleine Showeinlage von Rafael van der Vaart. Da hat der kleine Holländer doch wirklich nochmal karnevalistisches Talent bewiesen und richtig einen rausgehauen. 
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Nur noch kurz: Das Ding von van der Vaart war echt der Oberhammer. Wächter war in den Schlußminuten bei einem Freistoß mit nach vorne gelaufen. vdV führte den Freistoß von der Mittellinie aus. Der Ball wurde zu ihm zurück abgewehrt und er leitete ihn schwungvoll weiter in Richtung des eigenen - verlassenen - Tores.

Das anschließende Laufduell gegen den Stuttgarter verlor er und der brauchte nur noch einzuschieben. Der Ball wäre aber wohl auch eigenständig reingerollt.

Das war wirklich großes Tennis. Immerhin brachte mich dieses Tor total zum Lachen. Sonst hätte ich dieses beschissene Spiel nur schwer verkraften mögen. So fand ich es wirklich urkomisch.

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
kicker: 1. Bundesliga, 2005/06, 23. Spieltag 
Hamburger SV -  VfB Stuttgart  0:2 (0:1) 

Allgemeine Informationen
Hamburger SV:  Wächter (3,5) - Mahdavikia (4,5), Boulahrouz (5), van Buyten (5), Atouba (4,5) - Wicky (5) - Jarolim (5), de Jong (5) - Trochowski (4) - Lauth (6), Barbarez (6) - Trainer: Doll

VfB Stuttgart:  Hildebrand (3) - Hinkel (3,5), Babbel (3), Delpierre (3), H. Gerber (3,5) - Soldo (3) - Fernando Meira (3), Meißner (2,5) - Tiffert (4), Grönkjaer (3), Ljuboja (4) - Trainer: Veh

Tore:   0:1 Meißner (43., Linksschuss, Vorarbeit Grönkjaer), 0:2 Gomez (90+1., Rechtsschuss)

Eingewechselt:   46. van der Vaart (5) für de Jong, 46. Kucukovic (6) für Barbarez, 70. Demel für Wicky - 81. Gentner für Grönkjaer, 89. Gomez für Ljuboja, 90+3. Hitzlsperger für Meißner

Chancenverhältnis:  3:5

Eckenverhältnis:  3:1

Schiedsrichter:  Merk, Dr.  (Otterbach), Note 4 - entschied bei Jarolims Torchance fälschlicherweise auf Abseits (20.) und verweigerte Stuttgart einen Handelfmeter (40., Mahdavikia)

Zuschauer:  51821

Gelb-Rote Karten:  van Buyten (88.)

Gelbe Karten:  Wicky - Grönkjaer, Delpierre, Ljuboja, Meißner

Spielnote:  4,5

Spieler des Spiels:  

 
Meißner, Silvio
Erledigte seinen Mittelfeldpart solide, laufstark und zuverlässig und entdeckte vor allem seine Torgefahr wieder.

Analyse
Beim Hamburger SV gab es nach dem 2:0-Sieg im UEFA-Cup gegen den FC Thun folgende personelle Änderung: Lauth stürmte an Stelle von Takahara. Hamburgs Spielmacher van der Vaart saß zunächst auf der Bank.

Stuttgarts Trainer Armin Veh brachte nach dem 1:0-Erfolg gegen den FC Middlesbrough ebenfalls nur einen Neuen: Der im UEFA-Cup Gelb-gesperrte Meira kehrte für Gentner zurück ins Team.

Der VfB präsentierte sich sehr agil, griff sehr an und störte den HSV im Spielaufbau bereits weit in dessen Hälfte. Zunächst spielte sich alles im Mittelfeld ab, wollten beide Teams vor allem Fehler vermeiden. Die erste Gelegenheit hatte der HSV, van Buyten köpfte nach Ecke von Mahdavikia aber aus acht Metern links vorbei.

Es passierte jedoch in der Anfangsphase insgesamt herzlich wenig, weil beide Teams eine sehr aufmerksame Defensive besaßen. Stuttgart agierte weiter auffällig mutig und nach vorne orientiert. Der HSV fand gar nicht ins Spiel.

Dies änderte sich nach einer guten Viertelstunde, als zunächst de Jong nach Fehler von Hildebrand (ließ eine Flanke fallen) etwas überraschend zum Schuss kam und weit aus 13 Metern verzog. Anschließened traf Jarolim freistehend aus 17 Metern (nach schöner Vorarbeit von Trochowski) nur das Gestänge hinter dem Tor.

Der HSV wurde zunehmend bestimmender, hatte nun deutlich mehr Ballbesitz und verlagerte das Geschehen in Stuttgarts Hälfte. Dort bauten die Schwaben aber einen effektiven Defensivriegel auf.

Die Partie stand insgesamt auf recht ordentlichem Niveau, beide Teams neutralisierten sich aber über weite Strecken, so dass der Unterhaltungswert eher gering war.

Als den Akteuren mehr und mehr die Ideen ausgingen, wie sie sich gegen das gegnerische Bollwerk durchsetzen könnten, und die Partie anfing, immer mehr dahinzuplätschern, ging der VfB kurz vor der Pause doch noch in Führung: Boulahrouz vertändelte den Ball, Grönkjaer hatte links viel Zeit zur Hereingabe und spielte flach an den Elfmeterpunkt zu Meißner, der direkt mit links abzog und traf.

Nach dem Seitenwechsel brachte Hamburgs Trainer Thomas Doll zwei Neue: Kucukovic stürmte an Stelle des blass gebliebenen Barbarez. Van der Vaart kam für seinen niederländischen Landsmann de Jong und sollte das HSV-Spiel effektiver antreiben.

Bis auf Ljuboja beteiligten sich alle Stuttgarter an der Defensivarbeit und erledigten diese Aufgabe sehr effizient. Die Hamburger waren bemüht - mehr aber auch nicht! Es lief nichts zusammen, die Aktionen waren zu durchsichtig und nicht schnell genug vorgetragen.

Die Stuttgarter konzentrierten sich vornehmlich auf die Sicherung des Vorsprungs, taten wenig für das eigene Offensivspiel. Dadurch, dass der HSV derart plan- und ideenlos agierte, mussten die Zuschauer weitestgehend alles entbehren, was Fußball attraktiv macht.

Eine der ganz wenigen Ausnahmen: Hinkel flankte von rechts zu Tiffert, der aus vollem Lauf und neun Metern an die Latte köpfte.

Und wenn sich den Hamburgern doch mal eine Lücke auftat, so wussten sie diese nicht zu nutzen. Kucukovic traf aus zehn Metern den Ball nicht richtig, Trochwoski schoss freistehend aus 22 Metern weit vorbei, und van der Vaart zielte aus 24 Metern zu weit rechts.

Die nächste wirklich gute Einschussmöglichkeit besaß erneut der VfB Stuttgart: Grönkjaer flankte von rechts auf den völlig freistehenden Meißner, dessen Kopfball aus sieben Metern Wächter mit einer Glanzparade entschärfte.

In der 89. Minute gerieten van Buyten und Meißner aneinander, beide sahen daraufhin Gelb. Für van Buyten war es die zweite in diesem Spiel, er musste vom Feld.

In der Nachspielzeit gab's noch etwas aus dem Kuriositätenkabinett: Wächter war bei einem Freistoß von van der Vaart mit nach vorne in den gegnerischen Strafraum gegangen. Der Ball kam an die Mittellinie zurück zu van der Vaart, der zu Wächter zurückspielen wollte, aber aufs leere Tor schoss! Gomez gewann das Sprintduell gegen den Niederländer und staubte aus zwei Metern ab.

Der Hamburger SV verlor nach aufopferungsvollem, aber insgesamt schwachem Spiel mit 0:2 gegen Stuttgart und Platz zwei an Werder Bremen. Der VfB verdiente sich die Punkte mit einer taktisch hervorragenden Leistung, viel Disziplin 
sowie einem Treffer durch Meißner und dem kuriosen Tor von Gomez.

Spielereignisse im Detail
  Schlusspfiff 
 
90
 Wächter ist bei einem Freistoß von van der Vaart mit nach vorne gegangen. Der Ball kommt an die Mittellinie zurück zu van der Vaart, der zu Wächter zurückspielen will, aber aufs leere Tor schießt! Gomez staubt aus zwei Metern ab. 
 
88
 Meißner und van Buyten geraten aneinander, am Ende sehen beide Gelb. Für van Buyten war es die zweite in diesem Spiel. 
 
89
 Meißners 5. Gelbe Karte. 
 
86 Van der Vaart schießt aus 18 Metern volley aufs Tor, zielt aber genau auf Hildebrand. 
 
85
 Ljuboja sieht Gelb wegen lautstarken Reklamierens. 
 
81 Grönkjaer flankt von rechts auf den völlig freistehenden Meißner, dessen Kopfball aus sieben Metern Wächter mit einer Glanzparade entschärft. 
 
76 Stuttgart kommt fast überhaupt nicht mehr zu Entlastungsangriffen, gerät aber bisher auch nicht wirklich in Gefahr. 
 
70
 Demel ersetzt den stark Gelb-Rot-gefährdeten Wicky. 
 
68 Kucukovic kommt aus dem Gewühl heraus aus zehn Metern zum Schuss, trifft den Ball aber nicht richtig, Hildebrand fängt sicher. 
 
66 Trochowski schießt mit rechts aus 22 Metern ein paar Meter links vorbei. 
 
65 Hinkel flankt von rechts zu Tiffert, der aus vollem Lauf aus neun Metern an die Latte köpft. 
 
63 Der VfB konzentriert sich auf die Sicherung des Vorsprungs, tut wenig für das eigene Offensivspiel. Dadurch, dass der HSV derart plan- und ideenlos agiert, müssen Zuschauer weitestgehend alles entbehren, was Fußball attraktiv macht.  
 
59 Van der Vaart nimmt den Ball 24 Meter vor dem Tor an, dreht sich und zieht sofort mit links ab, der Ball geht aber anderthalb Meter rechts am Tor vorbei. 
 
57 Trochowski setzt sich links durch und passt flach in den Strafraum, dort verpassen Freund und Feind, vor allem Jarolim, der noch am nächsten kam. 
 
56 Ähnlich einem Kicker beim American Football schaufelt Ljuboja einen direkten Freistoß aus 30 metern extrem hoch übers Tor. 
 
54 Die Hamburger sind bemüht - mehr aber auch nicht! Es läuft nichts zusammen, die Aktionen sind zu durchsichtig und nicht schnell genug vorgetragen. 
 
51 Bis auf Ljuboja beteiligen sich alle Stuttgarter an der Defensivarbeit und erledigen diese Aufgabe sehr effizient. 
 
46
 Kucukovic stürmt an Stelle des blass gebliebenen Barbarez. 
 
46
 Van der Vaart kommt nun für seinen niederländischen Landsmann de Jong und soll das HSV-Spiel effektiver antreiben. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
45 Der VfB führt zur Pause nach tollem Beginn und insgesamt taktisch guter Leistung etwas überraschend, aber nicht unverdient mit 1:0. Der HSV findet kaum ein Mittel gegen die gut organisierte Deckung der Schwaben. 
 
  Halbzeitpause 
 
  Abpfiff 1. Halbzeit 
 
43
 Boulahrouz vertändelt den Ball, Grönkjaer hat links viel Zeit zur Hereingabe und spielt flach an den Elfmeterpunkt zu Meißner, der direkt mit links abzieht und trifft. 
 
43 Trochowski zieht mit links aus 22 Metern ab, zielt aber genau auf Hildebrand. 
 
41
 Delpierre wird nach Foul an Trochowski verwarnt. 
 
40 Ljuboja schießt den anschließenden direkten Freistoß aus 22 Metern halbrechter Position mit links in die Mauer. 
 
39
 Gelb für van Buyten nach absichtlichem Foul an Ljuboja. 
 
36 Wicky probiert's zum Abschluss einer schönen Staffette über Lauth und de Jong aus 30 Metern mit rechts, Hildebrand hat aber keine Probleme. 
 
31 Die Partie steht insgesamt auf recht ordentlichem Niveau, beide Teams neutralisieren sich aber über weite Strecken, so dass der Unterhaltungswert eher gering ist. 
 
27 Der HSV wird zunehmend bestimmender, hat nun deutlich mehr Ballbesitz und verlagert das Geschehen in Stuttgarts Hälfte. Dort bauen die Schwaben aber einen effektiven Defensivriegel auf. 
 
24
 Grönkjaer erhält wegen gefährlichen Spiels Gelb. 
 
19 Jarolim kommt nach schöner Vorarbeit von Trochowski aus 17 Metern frei zum Schuss, trifft aber nur das Gestänge hinter dem Tor. 
 
18 Hildebrand lässt einen Flankenball fallen, nachdem er von Hinkel behindert wurde, de Jong schießt etwas überrascht von dieser Situation aus 13 Metern halblinker Position hoch drüber. 
 
16
 Wicky sieht wegen Handspiels Gelb und ist nächste Woche bei Bayern München gesperrt. 
 
16 Der VfB ist das tonangebende Team,. ohne sich Chancen erspielen zu können. 
 
10 Bis jetzt passiert noch herzlich wenig, weil beide Teams eine sehr aufmerksame Defensive besitzen. Stuttgart agiert weiter auffällig mutig und nach vorne orientiert. Der HSV findet noch gar nicht ins Spiel. 
 
6 Mahdavikia bringt eine Ecke von rechts herein zu van Buyten, der aus acht Metern aber links vorbei köpft. 
 
5 Noch spielt sich alles im Mittelfeld ab, wollen beide Teams vor allem Fehler vermeiden. 
 
3 Der VfB macht einen sehr agilen Eindruck, greift den HSV früh in dessen Hälfte an. 
 
  Anpfiff 
 
0 Hamburgs Spielmacher van der Vaart sitzt zunächst auf der Bank, soll aber auf alle Fälle eingewechselt werden. 
 
0 Beim VfB spielt der im UEFA-Cup Gelb-gesperrte Meira für Gentner. 
 
0 Eine Änderung beim HSV gegenüber dem 2:0 gegen Thun: Lauth stürmt an Stelle von Takahara. 


 
sport1: Hamburg strauchelt zu Hause

Eine Woche vor der Partie in München hat sich der Hamburger SV wohl endgültig als Bayern-Verfolger aus dem Titelrennen verabschiedet.
Saft- und kraftlos kassierten die Hanseaten am Sonntagabend gegen den VfB Stuttgart eine völlig verdiente 0:2 (0:1)-Heimniederlage und haben damit auch wertvolle Punkte im Kampf um die Champions-League-Plätze gegenüber Werder Bremen und Schalke 04 verloren.
Durch die Niederlage fiel der HSV auf den dritten Tabellenrang zurück.

Van Buyten fehlt gegen Bayern
Zu allem Überfluss sah auch noch Kapitän Daniel van Buyten, der in der Bundesliga in Frankfurt und im Uefa-Cup gegen Thun jeweils der Matchwinner war, in der 89. Minute Gelb-Rot und ist nun wie Raphael Wicky (5. Gelbe Karte) in München gesperrt. 
Silvio Meißner brachte die Gäste in der 43. Minute in Führung, Mario Gomez sorgte in der Nachspielzeit (90.+1) für den Endstand, als Torhüter Stefan Wächter schon sein Gehäuse verlassen hatte.

Erster Sieg nach zehn Jahren
Der VfB gewann damit erstmals seit zehn Jahren wieder in Hamburg und kletterte durch den zweiten Sieg unter Trainer Armin Veh auf den fünften Tabellenplatz. 
Der vierte Auswärtssieg der Schwaben war völlig verdient. Während die Hausherren drei Tage nach dem Uefa-Pokal-Spiel gegen den FC Thun ideenlos wirkten, präsentierten sich die Gäste als gut organisierte Mannschaft, die von Anfang an vor 51.821 Zuschauern in der Hamburger WM-Arena das Kommando übernahm.

Stuttgart aggressiv
Der VfB ließ den HSV kaum einmal zur Entfaltung kommen und unterband die Angriffsbemühungen der Hamburger mit aggressivem Forechecking von der ersten Spielminute an. 
Dennoch hatte der HSV nach einer feinen Vorarbeit von Piotr Trochowski in der 19. Minute die große Chance, in Führung zu gehen.
Der freigespielte David Jarolim schoss das Leder aber aus 14 Metern knapp am Tor vorbei. Die Stuttgarter beschränkten sich darauf, die Partie zu kontrollieren und schienen auf einen Fehler in der HSV-Abwehr zu warten.

Meißner trifft kurz vor der Pause
Der passierte zwei Minuten vor dem Pausenpfiff, als Raphael Wicky mit dem Ball am Fuß stolperte und Meißner beim anschließenden Konter ein erstklassiges Zuspiel von Jesper Grönkjaer eiskalt ausnutze. 
Zur Halbzeit wechselte HSV-Coach Thomas Doll den enttäuschenden Sergej Barbarez aus und brachte für ihn Nachwuchsstürmer Mustafa Kucukovic.

Comeback von van der Vaart
Auch Rafael van der Vaart feierte in der zweiten Halbzeit sein Bundesliga-Comeback. Der Holländer hatte Anfang Dezember einen Knöchelbruch erlitten und war bereits am Donnerstag gegen Thun für 30 Minuten zum Einsatz gekommen.
Mit dem 23 Jahre alten Spielmacher bemühten sich die Gastgeber um mehr Angriffsdruck. Wirklich Zählbares kam dabei aber jedoch nicht heraus. 

Hamburger enttäuschend
Die größte Chancen auf den Ausgleich gegen die gut gestaffelte VfB-Deckung hatten Jarolim, der in der 56. Minute einen Pass von Trochowski nur knapp verpasste, und in der 67. Minute Kucukovic, der nach einem Querschläger freistehend den Ball nicht richtig traf.
Auf der anderen Seite verpasste Christian Tiffert in der 64. Minute mit einem Kopfball an die Latte das mögliche 2:0. In der 81. Minute verhinderte HSV-Torwart Stefan Wächter mit einem erstklassigen Reflex gegen Meißner einen zweiten Stuttgarter Treffer. 
Bei den insgesamt enttäuschenden Hamburgern, die nach sechs Heimsiegen in Folge ihre zweite Heimniederlage erlitten, überzeugten allenfalls Trochowski und Jarolim. Auf Seiten der Schwaben ragten Grönkjaer und Meißner heraus.
 

Nachbericht: "Es geht nur noch um Platz zwei"

Es ist die letzte Chance des HSV auf den Ausgleich.
Torhüter Stefan Wächter ist im Stuttgarter Strafraum und erwartet den Freistoß von Rafael van der Vaart. Doch der Ball wird abgeblockt und landet erneut bei van der Vaart.

Blackout von van der Vaart
Dann fällt eines der kuriosesten Tore der Saison. Van der Vaart spielt den Ball blind dahin zurück, wo eigentlich Wächter stehen sollte, doch der ist nicht da. "Ich habe einfach vergessen, dass unser Torwart draußen war. Das ist schon unglaublich", gestand der Niederländer.
Als er seinen Fehler bemerkt, ist es schon zu spät. Stuttgarts Mario Gomez überspurtet ihn und macht das entscheidende 2:0 für den VfB beim HSV. "Ich habe den Ball zurück gespielt und gleich gedacht: Sch...!" Nicht gerade eine Rückkehr nach Wunsch in die Liga nach seiner langen Verletzungspause.

"Es geht nur noch um Platz zwei"
Die Konsequenzen der ersten Hamburger Heimpleite seit Oktober 2005 liegen auf der Hand. Van der Vaart: "Heute mussten wir gewinnen und das haben wir nicht gemacht. Jetzt ist München fast schon Meister. Für uns geht es nur noch um Platz zwei."
Mit elf Punkten Rückstand auf den Rekordmeister sind die Chancen auf einen Angriff endgültig nur noch theoretischer Natur. Und das, obwohl der HSV am kommenden Spieltag zum direkten Duell in die Allianz Arena reist.

Van Buyten fehlt in München
Fehlen wird den Hamburgern dann nach der Pleite gegen Stuttgart nicht nur Selbstbewusstsein, sondern auch die Unterstützung von Daniel van Buyten und Raphael Wicky. Denn van Buyten sah gegen den VfB in der 89. Minute die Gelb-Rote Karte. Wicky muss nach seiner fünften Gelben Karte pausieren.
"Wir haben einen rabenschwarzen Tag erwischt", sagte Trainer Thomas Doll nach dem Spiel. Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer ergänzte: "Wir sind heute an uns gescheitert, nicht an Stuttgart."

Stuttgart stürmt auf Platz fünf
Eklatante Schwächen im Passpiel und fehlende Durchschlagskraft vor dem Tor machten es Stuttgart leichter als gedacht, auf den fünften Tabellenplatz zu stürmen.
Mit einer engagierten Zweikampfleistung und einer kompakt stehenden Abwehr verdiente sich der VfB den ersten Sieg in Hamburg seit zehn Jahren. Offenbar hatte der Erfolg in Middlesbrough am Donnerstag trotz des Ausscheidens Mut gemacht.

Selbstvertrauen dank Middlesbrough
"Klar war es ärgerlich, dass wir ausgeschieden sind. Aber wir haben heute da weiter gemacht, wo wir in England aufgehört haben", fasste Silvio Meißner zusammen, der den VfB durch sein 1:0 kurz vor der Pause auf die Siegerstraße geführt hatte.
Wenn die Schwaben schon in dieser Saison nicht mehr im Uefa-Cup mitmischen können, dann doch wenigstens in der nächsten wieder. "Auf jeden Fall! Platz fünf muss drin sein", sagte Meißner.

Hildebrand warnt vor Euphorie
Mit 33 Punkten haben die Stuttgarter als Fünfte zwei Zähler Vorsprung auf Verfolger Leverkusen. Noch kein Polster, auf dem man sich ausruhen könnte.
Das betonte Torhüter Timo Hildebrand gegenüber Sport1.de: "Es wird schwer genug, den Uefa-Cup zu erreichen. Deshalb werden wir jetzt nicht in Euphorie verfallen. Das war heute nur ein kleiner Schritt."
Der nächste kann mit einem Sieg in Kaiserslautern am kommenden Samstag folgen.