Bundesliga 2005/2006, Bundesliga, 27. Spieltag, Samstag, 25.03.06, 15:30 Uhr in der Hamburger AOL Arena

Hamburger SV - BVB 09 Dortmund 2:4 (1:1)

Auch hier habe ich keinen SPielbericht geschrieben. Obwohl es wirklich ein interessantes Spiel war. 

Im Gedächtnis geblieben ist mir vor allem, daß Dortmund in diesem Spiel wirklich saustark war. Wir hätten es zwar durchaus gewinnen können, da wir ja mit 2:1 in Führung gegangen waren. 

Aber die Freude über Ailtons 1. Tor für den HSV währte nur eine knappe Minute. Dann schossen die Dortmunder noch in unsere Toransage hinein den Ausgleichstreffer durch einen Sonntagsschuss. 

Davon erholte sich der HSV nie und verlor verdient mit 2:4. Das ist das einzige Spiel dieser Saison, bei dem ich so richtig in Erinnerung habe, daß ich den Gegner besser fand als uns. Von daher also nicht unverdient. 

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
kicker:  1. Bundesliga, 2005/06, 27. Spieltag 
Hamburger SV -  Borussia Dortmund  2:4 (1:1) 

Allgemeine Informationen
Hamburger SV:  Kirschstein (3,5) - Mahdavikia (3,5), Boulahrouz (3), van Buyten (4), Klingbeil (4) - Wicky (4) - de Jong (5), Trochowski (5) - van der Vaart (4,5) - Lauth (3), Barbarez (2,5) - Trainer: Doll

Borussia Dortmund:  Weidenfeller (3) - P. Degen (4,5), Brzenska (3,5), Wörns (2,5), Dede (3) - Kehl (1,5) - Rosicky (2), N. Sahin (3,5) - Buckley (3,5), Odonkor (4), Smolarek (2) - Trainer: Van Marwijk

Tore:   0:1 Smolarek (25., Rechtsschuss, Vorarbeit Dede), 1:1 Lauth (35., Kopfball, Klingbeil), 2:1 Ailton (67., Linksschuss, Barbarez), 2:2 Rosicky (68., Rechtsschuss, Smolarek), 2:3 Kringe (83., Linksschuss), 2:4 Rosicky (90+3., Rechtsschuss, Smolarek)

Eingewechselt:   61. Ailton für van der Vaart, 86. Takahara für Mahdavikia, 86. B. Reinhardt für Trochowski - 59. Kringe (2,5) für P. Degen, 59. Amoah (3,5) für Odonkor, 88. C. Metzelder für N. Sahin

Chancenverhältnis:  6:5

Eckenverhältnis:  13:1

Schiedsrichter:  Gräfe  (Berlin), Note 5 - keine spielentscheidenden Fehler, aber eklatante Mängel in der Beurteilung von Zweikämpfen.

Zuschauer:  56000 (ausverkauft)

Gelbe Karten:  Lauth, Boulahrouz - Buckley, Brzenska, Rosicky

Spielnote:  1,5

Spieler des Spiels:  

 
Kehl, Sebastian
Überragende Präsenz im Mittelfeld: Meldete van der Vaart ab, leitete als Dreh- und Angelpunkt viele Dortmunder Angriffe ein.

Analyse
HSV-Coach Thomas Doll musste seine Anfangself gegenüber dem 1:0-Erfolg in Wolfsburg auf zwei Positionen verändern. Für den Gelb-gesperrten Atouba rückte Klingbeil in die Abwehrkette, zudem ersetzte Wicky den verletzten Jarolim (Muskelfaserriss) im Mittelfeld.

Bei den Gästen aus Dortmund konnte Trainer Bert van Marwijk im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen Kaiserslautern wieder auf seine etatmäßige Nummer eins Weidenfeller zurückgreifen, der nach einer Meniskus-Operation wieder für Gentenaar zwischen den Pfosten stand. Außerdem stand Rosicky (nach Muskelfaserriss) für Kringe (grippaler Infekt) in der Anfangsformation.

Die Partie in der ausverkauften AOL-Arena begann vielversprechend, da zunächst beide Mannschaften den direkten Weg in die Offensive suchten. Allerdings war stets vor dem gegnerischen Sechzehner Endstation, da entweder die Abwehrreihen gut standen oder der finale Pass zu ungenau war. Die einzige Tormöglichkeit der ersten Viertelstunde gehörte den Gästen aus Dortmund. Rosicky hatte Buckley an der Strafraumkante schön frei gespielt, den Schuss des Südafrikaners konnte HSV-Schlussmann Kirschstein lediglich nach vorne abprallen lassen, doch Abwehrchef van Buyten klärte für den HSV (7.).

Auch in der Folgezeit wirkte die HSV-Offensive gehemmt, über Spielmacher van der Vaart lief beinahe gar kein Angriff. So hingen auch die beiden Spitzen Lauth und Barbarez förmlich in der Luft, der BVB hingegen stand in der Defensive geschickt und blieb im Spiel nach vorne immer brandgefährlich. Dies bekam die Hintermannschaft der Hanseaten dann in der 25. Minute zu spüren, als die Schützlinge von Bert van Marwijk in Führung gingen. Nach einem schönen Doppelpass zwischen Dede und Rosicky setzte sich der Brasilianer auf der linken Seite gegen de Jong durch, flankte präzise in die Mitte und Smolarek vollendete volley mit seinem 13. Saisontreffer zur BVB-Führung.

Nach dem Rückstand waren die Hausherren nun gefordert und kamen in der 28. Minute auch zum ersten Schuss auf das Tor des BVB. Doch Gäste-Keeper Weidenfeller hatte sowohl mit dem Schuss von Barbarez, als auch mit dem Distanzversuch von Trochowski (32.) keine Mühe. Drei Minuten später war der Schlussmann allerdings machtlos. Barbarez bediente auf der linken Seite den aufgerückten Klingbeil, dessen butterweiche Flanke in der Mitte Lauth per Kopf in die Maschen befördert.

Bis zur Halbzeit neutralisierten sich beide Teams dann wieder im Mittelfeld, so dass weitere Torchancen vor dem Seitenwechsel Mangelware blieben.

Die Anfangsviertelstunde des zweiten Abschnitts spiegelte sofort die Verhältnisse der ersten Halbzeit wider. Die Begegnung war sehr temporeich, Dortmund spielte frech nach vorne, und der HSV hatte erneut Schwierigkeiten, die Sturmspitzen erfolgreich in Szene zu setzen. Dabei gelang dem sonstigen Kreativposten van der Vaart weiterhin so gut wie gar nichts, seine Auswechlung in der 61. Minute war eine logische Folge. Für den Niederländer kam Ailton in die Partie, der kurz darauf schon die erste Chance hatte. Nach Zuspiel von Barbarez konnte der herauseilende Weidenfeller im letzten Moment klären (62.).

Doch die Einwechslung des Brasilianers sollte sich fünf Minuten später bezahlt machen. Wiederum fungierte Barbarez als Vorbereiter, und Ailton tunnelte den BVB-Schlussmann diesmal aus vollem Lauf (67.). Doch die Stimme des Stadionsprechers, der gerade den Torschützen präsentieren wollte, verstummte, als Rosicky mit einem Traumtor den erneuten Ausgleich erzielte. Smolarek hatte mit der Brust für den Tschechen aufgelegt, der Kirschstein mit seinem Schuss ins obere rechte Eck keine Abwehrchance ließ (68.).

Dieser postwendende Rückschlag war für die Doll-Schützlinge scheinbar zu viel, in der Folgezeit konnten die Hanseaten keine Torgefahr mehr entwickeln. Ganz im Gegensatz dazu lauerten die Gäste weiter auf ihre Chance zum Siegtreffer. Und es sollte erneut dem eingewechselten Kringe vorbehalten sein, wie auch gegen Kaiserslautern die Weichen auf Sieg zu stellen. Mit einem Traumtor aus gut 20 Metern in den Winkel belohnte der Mittelfeldspieler den aufopferungsvoll kämpfenden BVB mit dem 3:2 (83.).

In der Nachspielzeit warf der HSV alles - inklusive Torwart Kirschstein - nach vorne, und die Gäste nutzten einen Konter nach Eckball schließlich noch zum 2:4. Smolarek schickte Rosicky auf die Reise, der ohne Mühe ins leere Tor einschob (90. +3.).

Borussia Dortmund erkämpft sich beim Hamburger SV nicht ganz unverdient drei Punkte und macht im Kampf um die UEFA-Cup-Plätze zwei Ränge gut. Der HSV muss nach drei Siegen in Folge erstmals wieder eine Niederlage einstecken und büßt an Vorsprung gegenüber den Konkurrenten Schalke und Bremen ein.

Spielereignisse im Detail:
Schlusspfiff 
 
90
 Der HSV wirft alles nach vorne und wird bestraft! Auch Kirschstein war bei einer Ecke mit nach vorne gegangen und Rosicky vollendet den anschließenden Konter über Smolarek aufs leere Tor zum 2:4! 
 
87 Thomas Doll versucht mit einem Doppelwechsel nochmal alles. Doch Dortmund bleibt bei Kontern gefährlich. 
 
83
 Dortmund geht mit einem Traumtor in Front! Kringe fasst sich aus gut 18 Metern halbrechter Position ein Herz und versenkt das Leder unhaltbar im rechten oberen Winkel - 2:3! 
 
77
 Boulahrouz bringt Smolarek auf Höhe der Mittellinie zu Fall und sieht seine 5. Gelbe Karte. Damit muss der Niederländer gegen Schalke pausieren. 
 
68
 Im Gegenzug gleich der Ausgleich für die Westfalen! Smolarek legt ein Flanke von Dede mit der Brust auf für Rosicky und der Tscheche drischt das Leder direkt ins obere linke Eck - 2:2! 
 
67
 Führung für den HSV! Barbarez speilt ein weiteres Mal auf Ailton, der Weidenfeller aus vollem Lauf mit links tunnelt - 2:1! 
 
62 Barbarez steckt durch für den frisch eingewechselten Ailton, doch Weidenfeller kommt aus dem Kasten und kann gegen den Brasilianer klären. 
 
60 Viel Tempo in der Begegnung, doch beide Torhüter bleiben weitgehend arbeitslos. 
 
57
 Auch Brzenska sieht Gelb. Der Youngster fehlt damit im Auswärtsspiel gegen Gladbach. 
 
54
 Lauth fordert energisch einen Freistoss nach Foul vpn Wörns an van der Vaart. Schiri Gräfe gibt den Freistoß nicht und zeigt Lauth den Gelben Karton. 
 
49 Kehl hat im Mittelfeld viel Platz und zieht aus gut 20 Metern mit links ab. Der Schuss landet im Strafraum bei Smolarek, der aber zu überrascht ist und keinen Druck hinter den ball bringt - Kirschstein hält ohne Mühe. 
 
48 Dortmund beginnt ähnlich wie im ersten Durchgang. Die Gäste greifen den HSV bereits in der gegnerischen Hälfte an und zeigen ein abgeklärtes Forechecking. 
 
46 Beide Trainer nahmen in der Halbzeit keine Veränderungen vor, die komplette Hamburger Bank läuft sich aber bereits warm. 
 
  Anpfiff 2. Halbzeit 
 
45 In einer Partie ohne viele Höhepunkte steht es nach 45 Minuten leistungsgerecht 1:1. Bis auf die beiden Treffer gab es kaum brenzlige Situationen in den Strafräumen, da sich beide Teams meist im Mittelfeld neutralisierten. 
 
  Halbzeitpause 
 
  Abpfiff 1. Halbzeit 
 
43 Die Gäste lassen sich durch den Ausgleich nicht beirren und spielen weiterhin aus einer kontrollierten Defensive heraus nach vorne. So erarbeiten sich die Westfalen auch mehr Ballbesitz als die Hausherren. 
 
38 Nach dem Ausgleichstreffer präsentiert sich der Hamburger SV viel entschlossener. Dennoch bleiben die Dortmunder bei ihren Vorstössen brandgefährlich. 
 
35
 Ausgleich für den HSV! Barbarez spielt den aufgerückten Klingbeil auf der linken Seite frei. Dessen butterweiche Flanke verwertet Lauth per Kopf zum 1:1-Ausgleich! 
 
34
 Nach einem Foul an Boulahrouz sieht der Südafrikaner Buckley die erste Gelbe Karte der Partie. 
 
33 Barbarez führt einen Eckball schnell aus und bedient van der Vaart. Dessen scharfe Hereingabe kann Lauth aber nicht erreichen und der Ball fliegt unberührt durch den Strafraum. 
 
32 Diesmal probiert es Trochowski aus der Distanz, doch Weidenfeller ist zur Stelle und pariert sicher. 
 
28 Erster Schuss der Heimelf! Barbarez prüft Weidenfeller, doch der Schuss aus halblinker Position ist kein Problem für den BVB-Keeper. 
 
25
 Die Führung für die Gäste! Auf der rechten Seite kommt Dede nach schönem Doppelpass mit Rosicky zum Flanken. In der Mitte kommt das Leder zu Smolarek, der volley zur Führung vollendet - 0:1! 
 
24 Torchancen sind weiterhin absolute Mangelware. Beide Teams bemühen sich zwar, 
 
19 Die Elf von Thomas Doll agiert momentan viel zu ideenlos. Vom Kreativposten van der Vaart ist bislang noch gar nichts zu sehen, die beiden Spitzen Lauth und Barbarez hängen daher bislang in der Luft. 
 
14 Der BVB bleibt hier die etwas bessere Mannschaft, ohne jedoch wirklich gefährlich vor den HSV-Kasten zu kommen. Auch die Gäste leisten sich zu viele Ungenauigkeiten im Spiel nach vorne. 
 
10 Der HSV findet noch nicht die richtigen Mittel gegen gut gestaffelte Dortmunder, die den Ballführenden sofort mit zwei Mann attackieren. 
 
7 Erste Chance für die Gäste! Nach schönem Zuspiel von Rosicky kommt das Leder an der Strafraumkante zu Buckley. Der zieht sofort ab, Kirschstein lässt den Ball nach vorne abprallen, doch Abwehrchef van Buyten klärt für seinen Keeper. 
 
4 Doch auch der BVB versteckt sich hier keineswegs. Die Schützlinge von Bert van Marwijk kämpfen in der AOL-Arena um den Anshcluss an die UEFA-Cup-Plätze. 
 
2 Munterer Beginn der Hausherren, die hier versuchen Dortmund vom Anpfiff weg massiv unter Druck zu setzen und früh zum Torerfolg zu kommen. 
 
  Anpfiff 
 
0 Auch der BVB mit zwei Veränderungen gegenüber dem 2:1 gegen Lautern. Weidenfeller steht nach seiner Meniskus-OP wieder zwischen den Pfosten, und Rosicky (nach Muskelfaserriss) ersetzt Kringe im Mittelfeld. 
 
0 Beim HSV stehen im Vergleich zum 1:0-Sieg in Wolfsburg Wicky und Klingbeil für den verletzten Jarolim (Muskelfaserriss) sowie den Gelb-gesperrten Atouba in der Anfangsformation. 


 
sport1: Angstgegner BVB lässt HSV stolpern 
 
Hamburg - Angstgegner Borussia Dortmund hat sich für den Hamburger SV auf dem angestrebten Weg in die Champions League als Stolperstein erwiesen. 
Die Westfalen setzten sich in einer spannenden Partie am Ende etwas glücklich mit 4:2 (1:1) beim HSV durch und warten mit dem zweiten Auswärtssieg der Saison ihre erstklassige Bilanz in der Hansestadt. 

BVB hat Uefa-Cup im Visier
Ebi Smolarek (25.), Tomas Rosicky (68. und 90.+4) sowie Florian Kringe (83.) waren für die Elf von Trainer Bert van Marwijk erfolgreich, die nun wieder gute Chancen auf die Teilnahme am Uefa-Cup hat. 
Für den HSV, dessen Meisterschafts-Chancen nach der dritten Heimniederlage der laufenden Spielzeit nun wohl endgültig dahin sind, waren Benni Lauth (35.) und Ailton mit seinem ersten Tor für die Hanseaten (67.) erfolgreich. 

Erste Auswärtstore für Dortmund
Seit dem Mai 1997 hatten die Gastgeber gegen den BVB zu Hause nicht mehr gewinnen können. Entsprechend selbstbewusst begannen die Schwarz-Gelben die Partie vor 56.000 Zuschauern in der ausverkauften Hamburger WM-Arena. 
Obwohl der BVB in der Rückrunde auf fremden Platz zuvor noch kein Tor erzielt hatte, bestimmte er in der Anfangsphase eindeutig das Geschehen. 

Smolarek beendet Torflaute
Die Dortmunder attackierten die Hamburger mit aggresivem Forechecking bereits tief in deren Hälfte und ließen den HSV damit zunächst kaum ins Spiel kommen. Klare Torgelegenheiten konnten sich die Gäste aber zunächst auch nicht erarbeiten. 
Dennoch gingen sie in der 25. Minute verdient in Führung, als Smolarek nach einer Flanke von Dede erstmals seit dem ersten Rückrundenspieltag wieder traf und gleichzeitig nach 769 Minuten die Torflaute der Dortmunder Stürmer beendete. 

Comeback von Weidenfeller
Erst nach dem Rückstand fanden die Hanseaten besser ins Spiel. In der 27. Minute gab Sergej Barbarez den ersten Schuss auf das nach seiner überstandener Knieverletzung wieder von Roman Weidenfeller gehütete BVB-Tor ab. 
Fünf Minuten später verpasste Lauth ein Zuspiel von Rafael van der Vaart nur knapp, bevor der ehemalige Münchener nach einer Flanke von Rene Klingbeil mit einem sehenswerten Flugkopfball traf und damit bereits sein viertes Pflichtspieltor in Folge erzielte. 
         
Offener Schlagabtausch
Nach dem Wechsel lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch. Die Partie gewann nun immer mehr an Spannung und Klasse. Die Gastgeber übernahmen dabei zunächst immer mehr das Kommando, während Dortmund auf Konterchancen wartete. 
Die Führung durch Ailton, der damit sein erstes Bundesliga-Tor seit Mai 2005 erzielte, war verdient, hielt aber nur 60 Sekunden. Schon im Gegenzug nutzte Rosicky mit einem Schuss aus 17 Metern unhaltbar in den Winkel eine Unachtsamkeit der HSV-Deckung. 

"Sonntagsschuss" von Kringe
Auch in der Folge suchten beide Mannschaften weiterhin ihre Chance. Dabei wirkte in der Schlussphase der BVB sogar etwas entschlossener und ging durch den "Sonntagsschuss" von Kringe erneut in Führung (83.), bevor Rosicky in der Nachspielzeit den Scghlusspunkt setzte. 
Beste Spieler bei den Dortmundern waren Dede und Rosicky, während beim HSV, der das Fehlen von Thimothee Atouba und David Jarolim nicht vollständig kompensieren konnte, Lauth und nach dem Wechsel Sergej Barbarez herausragten. 

Nachbericht: Ailtons Auferstehung ohne Happy-End
München/Hamburg - Es war ein Tor mit Ankündigung.
"Jetzt kommt der Mann, der heute sein erstes Saisontor schießen wird - Aaaaailton", tönte es bei der Einwechslung von Ailton in der 61. Minute aus den Lautsprechern in der AOL-Arena.
Der Brasilianer benötigte nach überstandenem Kieferbruch gerade einmal sechs Minuten, um den Hamburger SV mit 2:1 in Führung zu schießen. Ebi Smolarek zum 1:0 (25.) und Benny Lauth (35.) hatten vorher getroffen.

"Kugelblitz" enttäuscht
Doch Tomas Rosicky schlug für den BVB nur eine Minute später zurück. Am Ende war es der BVB, der durch die weiteren Treffer von Florian Kringe (83.) und erneut Rosicky (90+3.) mit 4:2 die Oberhand behielt und damit etwas überraschend den zweiten Auswärtssieg der Saison feierte. 
"Schade, ich habe ein tolles Tor geschossen. Aber wir haben zu Hause die drei Punkte verloren", zeigte sich Ailton enttäuscht. 
Durch den Sieg des FC Bayern München in Duisburg ist der Meisterschaftszug angesichts von neun Punkten Rückstand auf die Spitze für den HSV wohl abgefahren.

Van Buyten ohne Worte
Sichtlich angefressen zeigte sich darüber vor allem Kapitän Daniel van Buyten. Der Belgier, sonst fast immer für ein Statement zu haben, verschwand wortlos in der Kabine.
In der Hansestadt gilt die volle Aufmerksamkeit nun dem zweiten Tabellenplatz, der zur direkten Teilnahme an der Champions League berechtigt.
         
"Wir werden uns wieder aufrappeln und an den Dingen arbeiten, die wir falsch gemacht haben. Diese Niederlage wirft uns nicht um", erklärte HSV-Coach Thomas Doll nach dem Schlusspfiff.

"Das ist nicht gut"
Eine andere Meinung hatte sein Mittelfeldspieler Nigel de Jong. "Es wird sehr schwierig, dieses Spiel zu vergessen", erklärte der Holländer. 
Zumal Khalid Boulahrouz die fünfte Gelbe Karte sah und damit beim S04 fehlen wird. "Das ist nicht gut", befand de Jong kurz und knapp.

Beiersdorfer übt Kritik
Sportchef Dietmar Beiersdorfer und Doll fanden kritische Worte. "Auf der Zielgraden wird einem nichts geschenkt", sagte er, "in den letzten Spielen muss sich die Mannschaft jetzt noch mal zusammenreißen." 
Mangelnde Aggressivität im Zweikampf, Fehler in der Abwehr und schlechte Zuordnung im Mittelfeld machten Coach Doll und Beiersdorfer als Grund für die dritte Heimniederlage der Saison aus. 
"Nur 44 Prozent gewonnener Zweikämpfe sind einfach zu wenig, damit kannst du keinen Blumentopf gewinnen", grollte Doll.

Anschluss an Platz fünf
Bei den Gästen herrscht dagegen eitel Sonnenschein. Nur ein Sieg aus den vergangenen sechs Partien und noch kein Auswärtstor im Jahr 2006 lautete die erschreckende Bilanz des BVB vor dem Spiel.
Doch mit dem Dreier schlossen die Westfalen nach Punkten (37) zu den fünftplazierten Berlinern auf. Christian Wörns wollte nach dem Ende der schwarzen Serie aber noch nicht offen vom Uefa-Cup reden.

Wörns freut sich riesig
"Wir denken nur von Spiel zu Spiel. Und dann gucken wir mal, was am Ende rauskommt", sagte der BVB-Kapitän zu Sport1.de. Der Innenverteidiger freute sich aber "über eines der besten Spiele, seit ich in Dortmund bin."
Der Sieg sei auch völlig verdient gewesen. "In der ersten Halbzeit haben wir die Hamburger auseinander genommen wie Kopfsalat. Das war richtig geil heute", freute sich Wörns.

Van Marwijk findet klare Worte
Sein Trainer Bert van Marwijk fand derweil klare Worte und richtet seinen Blick jetzt ganz unverblümt aufs internationale Geschäft.
"Ich habe immer gesagt: 'Am Ende werden die Preise verteilt.' Aber wenn man so spielt wie wir heute gegen den HSV, dann muss man jetzt auch den fünften Platz in Angriff nehmen", forderte der Holländer.
Das bestätigte auch Roman Weidenfeller. "Jeder in Dortmund weiß, wie nah wir dran sind", sagte der BVB-Keeper.

Harte Arbeit gefragt
Nah dran sind die Hamburger trotz der Niederlage immer noch an der Königsklasse. Für Ailton ist die Pleite deshalb auch kein großer Rückschlag.
"Wir müssen jetzt im Training wieder hart arbeiten. Ja, und dann, fahren wir nach Schalke". 
Recht hat er.