Bundesliga 2005/2006, UEFA-Cup, sog. Zwischenrunde (bzw. 1/16-Finale), Donnerstag, 16.02.06 um 18:30 h im Berner "Stade de Suisse"

FC Thun - Hamburger SV 1:0 (1:0)

Ich habe das Spiel leider nicht in Thun gesehen, weil mein Kumpel keine Möglichkeit hatte, mit mir dort hinzufahren. Ich habe dann noch lange überlegt, ob ich mit der Bahn hinfahre und dann dort mit anderen Freunden ein paar Tage bleibe bis zum Frankfurt-Spiel, aber aus finanziellen Gründen habe ich mich dann doch dagegen entschieden. 

Und rein vom Spiel her war das auch ganz o.k. 

Ich fand den HSV zwar überlegen im TV, aber man spielte sich fast keine Torchance heraus. Und die Thuner machten mit ihrem ersten und einzigen Schuß aufs Hamburger Tor in der 1. Halbzeit dann auch den Siegtreffer.

Das war echt zu wenig. 

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
kicker: UEFA-Cup, 2005/06, 7. Spieltag 

FC Thun -  Hamburger SV  1:0 (1:0) 

Allgemeine Informationen
FC Thun:  Jakupovic (4) - Hodzic (4), Milicevic (3,5), Deumi Tchami (3,5), Duruz (4) - Friedli (4,5) - Orman (4,5), Ferreira (4) - Aegerter (4) - O.P. Faye (4), Adriano (4) - Trainer: Peischl

Hamburger SV:  Wächter (4) - Mahdavikia (4,5), Demel (4,5), van Buyten (5), Atouba (4,5) - Wicky (5) - de Jong (4,5), Jarolim (5) - Trochowski (5) - Barbarez (5), Lauth (4) - Trainer: Doll

Tore:   1:0 Adriano (30., Linksschuss, Vorarbeit O.P. Faye)

Eingewechselt:   62. Vieira für Orman, 78. Gelson für O.P. Faye - 65. Takahara für de Jong, 77. Klingbeil für Demel, 81. Laas für Jarolim

Schiedsrichter:  Hansson (Schweden), Note 4

Zuschauer:  18354

Gelbe Karten:  Vieira, Gelson - Wicky

Spielnote:  4,5

Spieler des Spiels:  

Deumi Tchami, Armand

Analyse
Der FC Thun trat ohne seinen verletzten Kapitän Andres Gerber (Achillessehne) an, im Vergleich zu den Spielen in der Champions League mussten die Schweizer auch die in der Winterpause gewechselten Goncalves und Lustrinelli ersetzen. Erstmals auf der Trainerbank: Heinz Peischl als Nachfolger des am Montag entlassenen Urs Schönenberger. Der HSV trat fast in der gleichen Besetzung an wie beim 1:0 am Wochenende gegen Mainz. Nur Demel musste den im UEFA-Pokal letztmalig Rot-gesperrten Boulahrouz ersetzen. 

Die Partie spielte sich lange Zeit überwiegend im Mittelfeld ab. Der HSV war zwar tonangebend, beide Teams setzten jedoch auf "safety-first" und riskierten nicht allzu viel. Große Tormöglichkeiten blieben so lange Zeit Mangelware, das Spiel plätscherte eine Weile gefällig vor sich hin. 

Dann in der 30. Minute die kalte Dusche für den HSV: Wicky verlor den Ball leichtfertig im Mittelfeld, Omar kämpfte sich durch und setzte Adriano in Szene. De Jong kam zu spät, um den Pass verhindern zu können, Adriano setzte die Kugel aus 17 Metern genau unter die Latte es stand 1:0 für den Schweizer Vize-Meister. 

Ein großer Ruck beim HSV war aber nach dem Rückstand nicht zu erkennen, es blieb beim eher zögerlichen Spielaufbau der Hanseaten nach vorne. Thun igelte sich weiter in der eigenen Hälfte ein. 

Die beste Chance für die Doll-Elf hatte in der 41. Minute Lauth, der sich im Strafraum schön durchsetzen konnte und Keeper Jakupovic bereits umkurvt hatte. Doch sein Abschluss war zu schwach, Aegerter konnte noch dazwischen gehen. So ging es mit einem für Thun etwas schmeichelhaften 1:0 in die Kabine. 

Nach der Pause erhöhten die Hamburger das Tempo und setzten den Gegner verstärkt unter Druck. Die Abwehr der Schweizer zeigte prompt Schwächen und die eine oder andere kleinere Möglichkeit zum Ausgleich tat sich für den HSV auf. So konnte Jakupovic einen harten Schuss von de Jong nicht festhalten, Barbarez lenkte das Leder im Nachsetzen aus kurzer Distanz über das Tor. Der Bosnier wäre allerdings ohnehin im Abseits gestanden. 

Umgekehrt setzte Thun nun auf Konter, so dass sich ein munterer Schlagabtausch entwickelte. Je länger das Spiel dauerte, desto höher wurde der Druck des HSV. In der 73. Minute dann Riesen-Aufregung im Thuner Strafraum: Jakupovic konnte einen Schuss von Atouba nicht festhalten, Barbarez nahm auf und spielte zurück auf van Buyten. Der traf zwar ins Netz, doch Schiedsrichter Hansson entschied auf Abseits von Barbarez zu Unrecht.

Thun kam weiterhin nur selten gefährlich zum Abschluss. Ausnahme: In der 75. Minute hielt Ferreira von halbrechts drauf. Der Ball tänzelte auf der Latte, sprang dann ins Feld zurück.

Der HSV hatte auch in der Schlussphase noch die eine oder andere Möglichkeit, es fehlte allein heute das nötige Quäntchen Glück im Abschluss. 

So blieb es am Ende beim etwas glücklichen 1:0-Sieg des FC Thun. Es war die erste Niederlage des HSV gegen ein Schweizer Team im Europapokal. Die gute Defensivleistung der Elf des neuen Trainers Heinz Peischl lässt für das Rückspiel alles andere als einen Spaziergang der Doll-Elf erwarten.