Bundesliga 2005/2006, UEFA-Cup, sog. Zwischenrunde (bzw. 1/16-Finale), Donnerstag, 23.02.06 um 18:30 h in der Hamburger AOL Arena

Hambuger SV - FC Thun 2:0 (2:0)

Europapokal, Europapokal, Europapokal, Europapokal! Mensch, ich bekomme dieses schöne „Lied“ gar nicht mehr aus dem Kopf. 

Das war mal ein richtig schöner Abend für mich, würde ich so sagen. Was mir echt gut gefallen hat, war, daß ich auch so richtig schönes Europapokal-Feeling hatte. Rechtzeitig am Stadion gewesen (was mir ja nicht immer gelingt), schönes Flutlicht-Spiel und das Spiel fand ich irgendwie auch ganz gut.

Es ging ja auch phänomenal los. Bereits nach 66 Sekunden (wie das Radio gerade sagt) erzielte der HSV durch den sofort aufgerückten Daniel Van Buyten den Führungstreffer zum 1:0, wodurch die Hinspielniederlage ausgeglichen war. Ging also perfekt los.

Für das HSV-Spiel war das natürlich perfekt, denn man hatte ja nun schon mal eine Verlängerung sicher und hätte sich nicht fürchten müssen, wie wenn man nach 60 Minuten noch kein Tor erzielt hätten.

Ich glaube, wir debattierten genau über diese Tatsache, als sich der HSV erneut anschickte, ein Tor zu erzielen. Und wieder war es Van Buyten, der das HSV-Tor erzielte.

Nachdem er das erste Tor erzielt hatte, als er von links frei und allein in den Strafraum lief und dann aus kurzer Distanz einnetzte, war es diesmal ein schöner Kopfball nach einer Ecke, den er perfekt in den langen Winkel schädelte.

Der HSV hatte während des Spiels auch mehrfach die Möglichkeit, auf 3:0 zu erhöhen und uns allen damit mehr Sicherheit zu geben, aber das gelang nicht. Die beste Möglichkeit hatte dabei Sergej Barbarez in der 2. Halbzeit auf Flanke von Atouba. Da stand er wirklich frei und mittig vorm Tor; nur leider konnte er den Körper nicht so hinter den Ball bringen, daß er ihn richtig zum Tor bringen konnte. Schade.

Da war das main-event des heutigen Abend für viele HSVer aber schon gelaufen – die erstmalige Einwechslung Rafael van der Vaarts nach seiner mehrmonatigen Verletzungspause. Ich denke nach diesem ca. 30minütigen Einsatz, daß Rafael schon noch eine Zeit brauchen wird, bis er wieder topfit ist, denn ich fand, daß man vor allem noch ein Laufdefizit bzw. hauptsächlich Geschwindigkeitsdefizit sah. Allerdings sahen meine beiden Kumpel das ganz anders. Und es wäre ja auch gut, wenn ich mich da irre.

Leider kamen die Thuner zum Ende des Spiels dann doch noch einmal ein bißchen auf. Und das haben sie auch der Unterstützung des Schiris zu verdanken. Ich habe mich schon in der ersten Halbzeit über diesen Wichtigtuer aufgeregt, der in einer Tour auf seinem scheinbaren Penisersatz, der Pfeife, rumpiepte, daß es einem schlecht werden konnte. Sorry, aber sowas habe ich echt selten gesehen. Der wollte sich einen Spieler zum Meckern ranholen und pfiff dabei so geschätzt 48 Mal auf seiner Tröte rum. Naja, vielleicht minmal übertrieben... ;-)

In der zweiten Halbzeit und besonders gegen Ende des Spiels nahm seine Leistung aber sehr seltsame Züge an. Da fing er plötzlich an, mit gelben Karten für HSVer nur so um sich zu winken. Jarolim verpaßte er in kürzester Zeit gelb-rot. Die erste gelbe Karte war für das Foul m.E. lächerlich, aber insgesamt o.k., weil er doch öfter mal kleine Fouls hatte. Die 2. Gelbe sah mir dann aber wie ein Witz aus. Er pfiff Hand (was er vorher gegen Thun ETLICHE Male nicht tat) und gab Jaro dafür die 2. Gelbe.

Danach gabs dann mal für jedes HSV-Foul gelb. Barbarez und Lauth erwischte es.

So kamen die Schweizer mit 11 (bis 12) Mann gegen 10 Hamburger dann doch noch zu einem Übergewicht und setzten sich an unserem Strafraum fest. Aber glücklicherweise hatten sie dabei kaum eine gute Torchance.

Leider konnte der HSV auch keine der (teilweise sehr guten) Konterchancen zu einem Tor verwandeln, sodaß wir eine Ewigkeit von Nachspielzeit noch zittern mußten, bis der Sack von Schiri sich doch mal entschließen konnte, das Spiel endlich enden zu lassen. 

Ich glaube ja, daß ich mich nicht so schnell und negativ auf Schiris einschieße wie andere, aber bei diesem Schiri kann ich einfach nicht anders. Ich habe mich, besonders gegen Ende des Spiels, so dermaßen über den ausgeregt, daß ich nach Spielschluß erstmal noch am Fluchen statt am Jubeln war.

Aber nun bin ich natürlich restlos glücklich. Sehr geil, daß wir nun im 1/8 Finale sind. Und noch viel geiler, daß Rapid Bukarest tatsächlich Hertha BSC Berlin rausgeworfen hat, denn Bukarest wäre ja eine geile Fahrt. Ich hoffe sehr, daß es einen bezahlbaren HSV-Flieger gibt. Am liebsten über 2 Tage. Das wäre perfekt. Da würde ich super-gern hinfahren, denn Bukarest ist ja das perfekte Beispiel für meine Europapokalambitionen. Nach Rumänien werde ich sicherlich nie im normalen Urlaub fahren. Daher fände ich so eine Tour sehr geil. Aber eben möglichst auch mit etwas Freizeitwert, in dem man sich dort auch ein bißchen umsehen kann. Wäre man da nur 2 – 3 Stunden neben dem Spiel, fände ich das sehr schade.

Meine Spielerbewertung:

Wächter: Fehlerfrei und einigermaßenn arbeitslos: Note 3

Atouba: Wieder deutlich verbessert zum Frankfurt-Spiel: Note 3

Van Buyten: Der Mann des Spiels. Besiegte den FC Thun ja quasi allein. Hinten auch sicher: Note 2+

Boulahrouz: Sehr aufmerksam in der Abwehr und oft vorm Gegner am Ball: Note 2

Mahdavikia: Auch er wieder mit Aufwind. Besonders auffällig finde ich, daß er unglaublich viele Kopfballduelle gewinnt inzwischen: Note 2

Wicky: auch sehr gut in der Defensive: Note 3+

De Jong: Das war mal das erste Spiel, in dem er mir über weite Strecken gefallen hat. Darauf kann man aufbauen: Note 3

Jarolim: Ich fand seine Defensivarbeit herausragend gut. Allerdings verschleppt er im Vorwärtsgang zu oft das Tempo, wenn es mal schnell gehen müßte: Note 2

Trochowski: Auch er gefiel mir heute endlich mal über weite Strecken: Note 3

Barbarez: Er war zwar bemüht, aber es war nicht sein Spiel. Kaum Impulse und leider auch schlecht in der Chancenverwertung: Note 3-

Takahara: Auch er wie meist wirkungslos vorne, aber immer mit viel Einsatz: Note 3-

Schiri: Da schweige ich mich lieber aus. Mein Kumpel meinte, man könnte mich sonst glatt für einen Ausländerhasser halten.... Bin ich aber nicht: Note 5-----

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
kicker: UEFA-Cup, 2005/06, 7. Spieltag 

Hamburger SV -  FC Thun  2:0 (2:0) 

Allgemeine Informationen
Hamburger SV:  Wächter (3) - Mahdavikia (3), Boulahrouz (3), van Buyten (1,5), Atouba (3) - Wicky (3) - Jarolim (4), de Jong (3,5) - Trochowski (2,5) - Barbarez (4,5), Takahara (5) - Trainer: Doll

FC Thun:  Jakupovic (4,5) - Hodzic (3,5), Milicevic (3), Deumi Tchami (3), Duruz (3,5) - Aegerter (4,5), Friedli (4,5), Ferreira (5), Vieira (5) - Adriano (5) - O.P. Faye (5) - Trainer: Peischl

Tore:   1:0 van Buyten (2., Rechtsschuss, Vorarbeit Trochowski), 2:0 van Buyten (33., Kopfball, Trochowski)

Eingewechselt:   64. van der Vaart für Trochowski, 71. Lauth für Takahara, 86. Demel für de Jong - 53. Sen (5) für Vieira, 78. Cengel für Adriano, 84. T. Bernardi für Ferreira

Schiedsrichter:  Yefet (Israel), Note 4,5

Zuschauer:  40254

Gelb-Rote Karten:  Jarolim (81.)

Gelbe Karten:  Lauth, Barbarez - Deumi Tchami

Spielnote:  3,5

Spieler des Spiels:  
van Buyten, Daniel

Analyse
Nach dem 2:1-Auswärtssieg bei Eintracht Frankfurt sah HSV-Coach Thomas Doll keinen Grund für personelle Änderungen und schickte exakt jene Startelf ins Rennen, die auch am Sonntag in der Commerzbank Arena auflief. Superstar Rafael van der Vaart saß erstmals nach seinem Knöchelbruch wieder auf der Bank. Bei den Eidgenossen nahm Trainer Hans Peischl im Vergleich zum 1:0 im Hinspiel eine Änderung vor: Im Mittelfeld spielte Vieira für Orman.

Die Partie vor 40.254 Zuschauer begann mit einem Paukenschlag. Kaum waren 60 Sekunden verstrichen, als Trochowski van Buyten steil schickte. Der Kapitän lief alleine auf das Thuner Tor zu und überwand Keeper Jakupovic aus spitzem Winkel zum 1:0 (2.).

Thun benötigte einige Zeit, um sich von dem Rückstand zu erholen, schob dann aber die Mannschaftsteile weiter nach vorne und attackierte den HSV bereits in dessen Hälfte. Die Hanseaten agierten nach dem Führungstreffer etwas zu passiv und hatten zudem einige Schwierigkeiten im Spielaufbau. Thun konnte sich in der Folgezeit optische Vorteile erspielen, brachte das HSV-Tor zunächst aber auch nicht ernsthaft in Gefahr.

Lange Zeit passierte nicht viel. Doch als der Schwung der Anfangsphase endgültig verflogen war, erhöhte der HSV wie aus dem Nichts auf 2:0: Ecke von der rechten Seite durch Trochowski, im Strafraum stieg van Buyten hoch und köpfte ein (33.). Erst danach konnte das Doll-Team wieder die Kontrolle über die Partie übernehmen. Zwar war im Spiel nach vorne weiterhin einiger Sand im Getriebe, doch die Abwehr hielt die im ersten Durchgang harmlosen Thuner souverän in Schach.

Konzentriert startete der HSV in den zweiten Durchgang. Die Hanseaten begingen nicht den Fehler, sich zu tief in die Defensive fallen zu lassen, sondern spielten engagiert nach vorne. Und endlich klappten die Kombinationen auch über mehrere Stationen. Insbesondere über die rechte Seite mit Mahdavikia liefen nun einige Angriffe, Zählbares sprang dabei aber nicht heraus.

Dann gab es zwei Wiedersehen in der AOL-Arena zu feiern. Zunächst wurde bei den Schweizern der ehemalige HSV-Akteur Sen eingewechselt (53.). Und in der 64. Minute feierte van der Vaart unter tosendem Beifall der Zuschauer sein Comeback nach seinem Innenknöchelbruch im vergangenen Dezember.

Der Bundesligist hatte nun Ball und Gegner unter Kontrolle. Die Schweizer konnten sich gegen die HSV-Deckung nicht in Szene setzen, Wächter war nahezu ohne Beschäftigung. Nur einmal musste der HSV-Keeper eingreifen, als ihn Kollege Wicky mit einem viel zu kurzen Rückpass in Bedrängnis brachte. Der 27-Jährige konnte aber im letzten Moment vor Faye klären (74.).

Erst in der Schlussviertelstunde wurde Thun offensiver und spielte nun mutiger nach vorne. Dies eröffnete dem HSV gute Kontermöglichkeiten. Eine davon hätte Barbarez in der 77. Minute nutzen müssen. Der Bosnier verfehlte aber nach schöner Atouba-Flanke den Ball freistehend aus kurzer Distanz. So musste bis zum Schlusspfiff um das Achtelfinale gezittert werden, da Thun ein Tor zum Weiterkommen gereicht hätte. Doch das Doll-Team ließ auch in der Schlussphase nichts mehr anbrennen. Und dies, obwohl der Bundesligist das Spiel in Unterzahl beenden musste, nachdem Jarolim in der 82. Minute die Gelb-Rote Karte sah.

Mit einer abgeklärten Leistung hat der Hamburger SV das Achtelfinale im UEFA-Cup erreicht. Die Hanseaten siegten im Rückspiel der Zwischenrunde mit 2:0 über den FC Thun und stehen nach dem 0:1 in Hinspiel in der Runde der letzten 16. Matchwinner beim HSV war Kapitän van Buyten, der das Doll-Team mit zwei Toren zum Sieg schoss.