Bundesliga, 3. Spieltag, Freitag, 27.08.99, FC Schalke 04 - Hamburger SV

Das Spiel habe ich zwar 90 Minuten lang live auf premiere sehen, aber ich möchte diesmal doch davon absehen, einen detaillierten Spielbericht mit Benotungen abzugeben.

Der Grund dafür ist denkbar einfach: Ich habe das Spiel nämlich nur verschlüsselt gesehen.

Und das kam so: Wir hatten über das Wochenende einen Harzurlaub mit unserer Fußballtruppe. Da einer von uns auch premiere hat, habe ich ihn extra gebeten, seinen Dekoder mitzubringen. Ausgerechnet dieser Freund mußte dann aber Freitag so lange arbeiten, daß er erst nach 22:00 bei uns im Harz ankam.

Was blieb mir also anderes übrig ?

Ich habe (zusammen mit skoop) das Spiel verschlüssel auf premiere angesehen. Ich muß Euch sagen, daß das ziemlich auf die Augen geht. Und außerdem geht es auch ziemlich auf die Nerven, denn man kann ja grob erkennen in welche Richtung der Ball läuft. Aber der Reporter schreit ja auch nicht immer gleich laut auf, wenn was wichtiges passiert.

Das ist richtig mies. Die müssen doch gefälligst auch an die Nicht-premiere-Abonnenten denken !!! ;-)

Und beurteilen kann ich die HSV-Leistung wohl wirklich nicht so ganz genau. Ich hatte bei premiere nämlich z.B. gedacht, daß das dritte Tor von Yeboah erzielt worden wäre. Aber das war ja Hoogma.
Die sehen sich aber auch verdammt ähnlich. Fast wie eineiige Zwillinge ;-)
 

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Der kicker schreibt folgenden Spielbericht: 

3. Spieltag, Saison1999/00. FC Schalke 04 - Hamburger SV 1:3 (1:1)   : 
FC Schalke 04: Reck (4,5) - Eigenrauch (5), De Kock (5), Büskens (3) - Thon (2) - Nemec (5) - Goossens (3), van Kerckhoven (4,5) - Wilmots (2,5) - Asamoah (2,5), Sand (5) - Trainer: Stevens 

Hamburger SV: Butt (2) - Hoogma (2,5) - Hertzsch (3), Panadic (5) - N. Kovac (2) - Groth (4), Hollerbach (3) - Cardoso (4) - Mahdavikia (3), Yeboah (2,5), Präger (4) - Trainer: Pagelsdorf 

Eingewechselt:  60. Mulder (5) für Nemec, 64. Alpugan für Sand, 75. Latal für van Kerckhoven - 34. Gravesen (3) für Panadic, 71. Simunic für Cardoso, 83. Babatz für Yeboah 

Tore:  1:0 Wilmots (32., Linksschuß, Vorarbeit Sand), 1:1 Hollerbach (45., Linksschuß, Yeboah), 1:2 N. Kovac (53., Linksschuß), 1:3 Hoogma (58., Kopfball, Mahdavikia) 

Chancenverhältnis: 9:8 
Eckenverhältnis: 7:9 
Schiedsrichter: Fandel (Kyllburg), Note 4 -  lag mit der Elfmeter-Entscheidung richtig, ansonsten ohne Linie. Mal zu kleinlich, mal zu großzügig, viele Fehler in der Zweikampf-Bewertung. 

Zuschauer: 45000 

Gelbe Karten: Thon - Hertzsch, Hollerbach, Präger 
Bes. Vorkommnisse: Butt hält Foulelfmeter von Mulder (69.) 

Spielnote: 2 

Spieler des Spiels: N. Kovac - Defensiv als Abräumer vor der Abwehr wie offensiv sehr stark. Über ihn liefen viele Angriffe, außerdem gelang ihm das wichtige 1:2. 
Analyse : 
Personal: Drei Änderungen beim FC Schalke: Huub Stevens mußte auf den verletzten Van Hoogdalem verzichten, nahm zudem Waldoch und Alpugan aus der Mannschaft. Dafür brachte er Eigenrauch, Büskens und Van Kerckhoven. Zwei Umstellungen beim HSV: Hoogma ersetzte Gravesen zunächst als Libero, Hollerbach kam für Grammozis ins Team. 
Taktik: Schalke begegnete den drei Hamburger Spitzen mit einer neuformierten Abwehr. Neben den beiden Manndeckern spielte auch Büskens in der Deckung, Van Kerckhoven beackerte die linke Außenbahn gegen Groth. Rechts stand Goossens gegen Hollerbach. In der Zentrale trafen meist Nemec und Cardoso aufeinander, die beide nur wenig Akzente setzten. Im Gegensatz zu Wilmots - vor allem in der ersten Halbzeit stark - und Niko Kovac, der vor allem nach dem Wechsel glänzte. Der HSV vertraute auf eine eher konventionelle Deckung gegen die beiden Schalker Spitzen. Neben Libero Hoogma spielte Panadic meist gegen Asamoah und Hertzsch gegen Sand. Durch die Verletzung von Panadic mußte Pagelsdorf umstellen, beorderte Gravesen auf die Liberoposition, Hoogma übernahm die Manndeckerrolle - eine unfreiwillige Umstellung, die freilich zu wesentlich mehr Stabilität in der (vor allem durch Panadics Schwächen) zuvor anfälligen HSV-Abwehr führte. 
Spielverlauf: In einer attraktiven Begegnung suchten beide Teams die Offensive. Schalke zunächst mit mehr Erfolg und mehr Chancen, weil Thon und Wilmots die Akzente setzten. Dabei hätte mehr als nur eine 1:0-Führung herausspringen müssen. Befügelt vom Ausgleich machte der HSV nach dem Wechsel sehr viel Druck, immer wieder angetrieben von Niko Kovac. Schalkes Vielzahl von individuellen Fehlern baute den HSV zusätzlich auf. De Kock patzte beim Ausgleich, Reck beim 1:2, Reck und Van Kerckhoven beim 1:3. Mulders Fehlschuss beim Elfmeter warf Schalke endgültig aus der Bahn. 
Fazit: Der HSV nutzte die Schwächen der Schalker gnadenlos aus. Deshalb ist der Erfolg verdient. 


 
Das DSF schreibt folgenden Bericht: 
HSV erklimmt die Tabellen-Spitze 
Erstmals seit dem 1. August 1987 stürmte der Hamburger SV zumindest für 24 Stunden wieder an die Spitze der Bundesliga. 

Drei Tage nach dem verpassten UEFA-Cup-Einzug durch die Pleite im UI-Cup-Finale gegen SC Montpellier triumphierte die Mannschaft von Trainer Frank Pagelsdorf bei Schalke 04 mit 3:1 (1:1) und demonstrierte vor allem in der zweiten Halbzeit Spitzenfußball vor 45.000 Zuschauern. 

Die Königsblauen" gingen in der 31. Minute durch Marc Wilmots in Führung und hätten den Vorsprung aufgrund hochkarätiger Chancen auch ausbauen können. 

Wie ein Schock wirkte Sekunden vor dem Pausenpfiff der Ausgleich durch einen Schlenzer von Bernd Hollerbach. Niko Kovac (im Bild, Mitte) in der 54. und Nico-Jan Hoogma in der 58. nach zwei Ecken und Fehlern von Torwart Oliver Reck bescherten den Hanseaten den ersten Auswärtssieg der Saison, außerdem sind sie mit sieben Punkten weiter ungeschlagen.

Schalke feierte dagegen in den letzten neun Bundesliga-Begegnungen im Parkstadion nur ein Erfolgserlebnis gegen Hansa Rostock mit 1:0. 

Das Team von Trainer Huub Stevens bot eine Halbzeit lang engagierten und guten Fußball. Aber es rächte sich bitter, dass die Königsblauen" hochkarätige Chancen fahrlässig vergaben. Die Hamburger, taktisch hervorragend eingestellt und als Mannschaft kompakt, wurden nach der Pause immer stärker und traten wie eine Spitzenelf auf. 
Stark wie in den letzten Wochen hielt Torhüter Hans-Jörg Butt. Seine größte Tat vollbrachte der HSV-Schlussmann in der 68. Minute, als er einen Foulmeter von Youri Mulder abwehrte. Taktisch überzeugend und laufstark war die Vorstellung des Ex-Leverkuseners Niko Kovac. 

Konsequent stand die Innenverteidigung mit Ingo Hertzsch, Nico-Jan Hoogma und Andre Panadic, der in der 34. Minute wegen einer Verletzung durch Thomas Gravesen ersetzt wurde. 

Schalke liess nach der Pause stark nach und wird in dieser Form Probleme haben, das große Ziel UEFA-Cup-Teilnahme trotz Investitionen in Höhe von 25 Millionen Mark zu erreichen. 

Kapitän Olaf Thon sorgte für die größten Impulse in der Offensive, aber im Abwehrbereich offenbarte er Schwächen. Gerald Asamoah war eine ständige Gefahr für das HSV-Tor, doch der Ex-Hannoveraner vergab zwei hochkarätige Möglichkeiten.