Bundesliga, 7. Spieltag, Samstag, 02.10.99, 15:30 Uhr 

SSV Ulm 1846 - Hamburger SV 1:2 (0:0)

Ich habe das Spiel nur im TV gesehen und kann daher keinen "vernünftigen" Kommentar zu dem Spiel abgeben.

Das einzige, was ich dazu sagen kann ist, daß dieser Sieg sehr, sehr wichtig war für den HSV. Andernfalls wäre der Superstart in die Saison fast schon in Vergessenheit geraten.

Und fast noch mehr freut es mich, daß Anthony Yeboah endlich wieder getroffen hat. Auch wenn es klugscheißerisch ist: Ich habe es immer gewußt, daß er wieder treffen wird. 
Und ich habe auch irgendwie gewußt, daß Tony dann einen wichtigen Treffer machen wird. Und das ist ja nun heute geschehen.

Wie sagt ein "weiser Mann" doch immer:

Alles wird gut !!!!

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
DSF schreibt folgenden Bericht:
HSV mit Sieg gegen SSV Ulm Tabellen-Zweiter 
Stürmer Anthony Yeboah rettete den Hamburger SV in der Schlussminuten und sicherte mit seinem nicht mehr für möglich gehaltenen 2:1 (0:0)-Treffer den Sieg beim SSV Ulm 1846. 
Zuvor hatte Nico-Jan Hoogma in der 86. Minute für das 1:1 gesorgt und damit den Traum der „Spatzen" vom zweiten Heimerfolg zerstört. Der Aufsteiger muss sich weiter an die Höhenluft der ersten Fußball-Bundesliga gewöhnen. 

Die Hanseaten, die Überraschungsmannschaft der Saison, bleiben nach ihrem Traumstart und dem Sieg in Ulm weiter in Tuchfühlung mit der Tabellenspitze. Den Führungstreffer hatte der eingewechselte Jugoslawe Dragan Trkulja nach schöner Vorarbeit von U21-Nationalspieler Sascha Rösler in der 74. Minute erzielt. 

23.000 Zuschauer im ausverkauften Donaustadion sahen in den ersten 45 Minuten eine zerfahrene und niveauarme Partie. Beim HSV, der mit 15 Treffern den erfolgreichsten Angriff der Liga stellt, kamen die sonst so agilen Spitzen Roy Präger, Anthony Yeboah (im Bild) und Mehdi Mahdavikia überhaupt nicht ins Spiel. 

Die größte Möglichkeit auf Seiten der Gäste zur Führung hatte dann bezeichnenderweise HSV-Libero Hoogma (33.) dessen Kopfball nur Zentimeter am Ulmer Tor vorbeistrich. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff scheiterte auf der anderen Seite SSV-Stürmer Markus Pleuler mit einem 18-m-Schuss an HSV-Keeper Hans-Jörg Butt. 

Im zweiten Durchgang wurde die Partie besser. Beide Teams spielten nun mit mehr Risiko. Der HSV hatte in der 54. Minute durch Mahdavikia und Hoogma gleich zweimal die Möglichkeit zur Führung. SSV-Trainer Martin Andermatt hatte dann mit seinen Einwechslungen ein goldenes Händchen. 

Der U21-Nationalspieler Sascha Rösler, der für Oliver Unsöld in die Partie kam, leistete die Vorarbeit zum 1:0 für den SSV. Der ebenfalls eingewechselte Trkulja verwertete die Hereingabe von Rösler zu seinem ersten Bundesligatreffer. 

Beim SSV Ulm überzeugten Abwehrspieler Rui Marques und der eingewechselte Rösler. In der HSV-Mannschaft wusste nur Libero Hoogma und mit Abstrichen Yeboah zu gefallen.

Das Spiel in Zahlen:

SSV Ulm - Hamburger SV

Ulm: Laux - Bodog, Marques, Stadler, Kinkel - Scharinger, Otto, Gora, Unsöld (69. Rösler) - Pleuler (61. Trkulja), Zdrilic 

Hamburg: Butt - Hertzsch (78. Grubac), Hoogma, Panadic - Ernst, Kovac, Cardoso, Hollerbach (58. Doll) - Mahdavikia, (58. Grammozis), Yebaoh, Präger

Schiedsrichter: Aust (Köln)

Tore: 1:0 Trkulja (74.), 1:1 Hoogma (86.), 1:2 Yeboah (90.)

Zuschauer: 23.000 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Bodog (2) - Kovac (2), Panadic, Mahdavikia


 
Sat 1 ran berichtet:
HSV-Sieg in letzter Sekunde 
Ein Spiel dauert neunzig Minuten, so hatte es Sepp Herberger in grauer Vorzeit einmal treffend formuliert. Nicht so heute im Donaustadion: Schiedsrichter Jürgen Aust hatte scheinbar derart viel Gefallen an einer mittelmäßigen Partie zwischen Ulm und Hamburg, dass er diese gleich um vier Minuten verlängerte. Und in eben dieser Nachspielzeit erzielte Antony Yeboah den Siegtreffer für seine Elf. So kam der HSV zu einem nicht mehr geglaubten "Dreier" in einem Spiel, das keinen Sieger verdient gehabt hätte und hält Tuchfühlung zur Spitze. Der SSV Ulm hingegen zahlte 100 Tage nach dem Aufstieg wieder einmal Lehrgeld und bleibt im Tabellenkeller. Doch von Anfang an: In der ersten Halbzeit hatten die rund 23.000 Zuschauer kaum einmal Grund zum Jubeln. Beide Mannschaften standen in der Abwehr sicher und taten sich im Spiel nach vorne schwer. Folgerichtig gab es bis auf wenige Ausnahmen kaum Torraumszenen. Die beste Möglichkeit vergab HSV-Libero Hoogma (33.), dessen Kopfball nur Zentimeter am Ulmer Tor vorbeistrich. Kurz vor dem Wechsel scheiterte auf der anderen Seite SSV-Stürmer Pleuler mit einem 18-Meter-Schuss an HSV-Keeper Butt. 
Beide Teams kamen unverändert aus den Kabinen, das Geschehen auf dem Rasen nahm jedoch an Fahrt auf. Größeren Anteil daran hatten die Gastgeber, die insgesamt aktiver waren. Von der hochgelobten Hamburger "Torfabrik" war nicht viel zu sehen, Präger & Co waren bei ihren Gegenspielern fast vollständig abgemeldet. 
Die verdiente Ulmer Führung in der 74. Minute nach einer Kooperation der Einwechselspieler. Eine Flanke von Rösler lenkte "Spatzen"-Torjäger Trkulja mit der Fußspitze ins Netz. Dieser Rückstand schien den HSV aufgeweckt zu haben, erst jetzt besannen sich die Gäste auf ihre alten Qualitäten und begannen zu spielen. Und dies sollte sich auszahlen: In der 87. Minute war es Hoogma, der im Anschluss an eine Hereingabe von Ernst den Ausgleich markierte. Als sich alle mit der Punkteteilung abgefunden hatten, beendete Antony Yeboah mit einem wuchtigen Kopfstoß nach 543 Minuten seine Torflaute und erzielte in allerletzter Sekunde den Siegtreffer. 

Stimmen: 
Martin Andermatt (Trainer SSV Ulm 1846): 
"Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Sie hat das umgesetzt, war wir uns vorgenommen hatten. Es ist sehr bitter, wenn man in den letzten zwei Minuten ein Spiel verliert, das wir in der Hand hatten. Das Spiel hat gezeigt, dass wir noch nicht reif genug sind." 

Frank Pagelsdorf (Trainer Hamburger SV): 
"Es war ein sehr wichtiger Sieg für uns. Durch den Erfolg haben wir den Anschluss nach oben behalten. Es war lange Zeit ein zerfahrenes Spiel. Ein gutes Zeichen war, dass wir den Rückstand wettgemacht haben. Wir haben letztendlich glücklich 2:1 gewonnen." 

Daten: 
Fakten: 
Auswärts mit Moral 
In allen vier Auswärtsspielen der Saison geriet der HSV in Rückstand. Dafür ist die Bilanz mit zwei Siegen, einem Remis und nur einer Niederlage beachtlich. 

Yeboah macht „die Wichtigen“ 
Nach 14 Toren im vergangenen Spieljahr erzielte Anthony Yeboah am siebten Spieltag sein erstes Tor für den HSV, den entscheidenden Treffer zum 2:1 in Ulm. Das 1:1 hatte der Ghanaer vorbereitet. 

Torjäger Hoogma 
Nico Jan Hoogma erzielte in seinem fünften Saisonspiel bereits sein zweites Tor, in der abgelaufenen Spielzeit hatte er bei 30 Einsätzen nur einmal getroffen. 


 
 
dpa schreibt folgenden Spielbericht:
2:1 in Ulm: HSV riss im Endspurt das Spiel aus dem Feuer : 
100 Tage nach dem Aufstieg hat der SSV Ulm 1846 seinen zweiten Bundesligasieg auf ganz bittere Weise verpasst. Die Mannschaft von Trainer Martin Andermatt musste am Samstag vor 23 000 Zuschauern im ausverkauften Donaustadion in der Schlussphase noch zwei Tore hinnehmen und unterlag dem Hamburger SV mit 1:2 (0:0). 
In einer schwachen Partie erzielte der frühere Zweitliga- Torjäger Dragan Trkulja in der 74. Minute das 1:0 für die kampfstarken "Spatzen" und damit seinen ersten Erstliga- Treffer. Nico- Jan Hoogma schaffte vier Minuten vor dem Abpfiff den Ausgleich für einen spielerisch nicht überzeugenden HSV, Anthony Yeboah traf in der 90. Minute zum 2:1. 
Bei den Ulmern nahm der angeschlagene U- 21- Nationalspieler Sascha Rösler zunächst auf der Bank Platz, der HSV musste auf die verletzten Martin Groth und Harald Spörl verzichten. In einer hektischen und zeitweise zerfahrenen Begegnung gaben die Gastgeber in den ersten 20 Minuten eindeutig den Ton an. Nach dem 2:2 in Bremen demonstrierte der Neuling sein gestiegenes Selbstvertrauen. "Die einzelnen Mannschaftsteile greifen immer besser ineinander", meinte auch Andermatt. Angetrieben durch Rainer Scharinger auf der rechten Seite und Spielmacher Janusz Gora waren die Schwaben jedoch am gegnerischen Strafraum mit ihrem Latein am Ende. 
Die einzige hochkarätige Chance im ersten Durchgang spielten die Hanseaten heraus, die sich zunächst merklich zurück hielten. Nach einem Freistoß durch Rudolfo Cardoso köpfte der aufgerückte Abwehrspieler Hoogma knapp am Gehäuse von Philipp Laux vorbei (33.). Außer bei Standardsituationen trat der zuletzt hoch gelobte Mittelfeldmotor Cardoso, der von Oliver Otto gut beschattet wurde, selten in Erscheinung. Mit seinen Freistößen blieb der Argentinier jedoch gefährlich: Tomas Bodog hätte bei einer Abwehraktion in der 53. Minute den Ball beinahe ins eigene Netz geschlagen. 
Erst gar nicht groß in Erscheinung trat das HSV- Sturmduo Yeboah/Roy Präger, das aber auch kaum brauchbare Zuspiele erhielt. Mit Thomas Doll versuchte HSV- Coach Frank Pagelsdorf das Angriffsspiel zu beleben, aber auch der Ex- Nationalspieler konnte nicht viel bewegen. Andermatt bewies im ersten Moment ein glücklicheres Händchen: Fünf Minuten nach seiner Einwechslung flankte Rösler in den Strafraum, und Trkulja verwandelte eiskalt. 
Vanja Grubac vergab mit einem Gewaltschuss, in den sich Rösler und Laux warfen, zunächst den Ausgleich. Zum Entsetzen der Ulmer traf Hoogma dann aus sieben Metern doch noch zum Ausgleich. Yeboah setzte in der Nachspielzeit noch einen drauf: Der Mann aus Ghana machte die Träume der Gastgeber auf den zweiten Saisonsieg zunichte.