Bundesliga, 11. Spieltag, Freitag, 05.11.99 im Ostseestadion Rostock bei kühlem (ca. 5 Grad C) aber klarem Wetter.

FC Hansa Rostock - Hamburger SV 3:3 (2:1)

Irgendwie wäre dieser Bericht positiver ausgefallen, wenn ich mir das Spiel, das ich in Rostock live gesehen habe, nicht auch noch einmal auf Video angesehen hätte.

In Rostock war es nämlich am Ende so, daß ich durchaus ein wenig enttäuscht war. Ich hatte nach dem Ausgleich zum 2:2 und 3:3 eigentlich schon noch die Hoffnung, daß der HSV das Spiel für sich entscheiden könnte.

Als ich es dann im TV noch einmal gesehen habe, habe ich doch feststellen müssen, daß der HSV schon mit dem Punkt ganz gut bedient war. Der Reihenfolge nach:

Nach 6 Minuten war das Spiel soweit, daß man eigentlich gleich wieder hätte nach Hause fahren mögen. Es stand nämlich schon 2:0 für Rostock. Beim ersten Tor hatte Baumgart in Nähe der Fünfmeterraums den Ball gegen Panadic sehr schön freigesperrt. Timo Lange bedankte sich, nahm das Leder und schoß ihn aus kürzester Distanz in´s kurze Eck. Und der zweite Streich folgte sogleich. Baumgart flankte von der rechten Auslinie aus vielleicht 40 m auf´s Tor. Ja, und das war er dann auch => Tor. 2:0. Der Ball senkte sich hinter dem verdutzten Butt unter die Latte und war drin. Ich will nicht sagen, daß Butt den Ball hätte halten können oder müssen, aber es war seiner Körperhaltung schon recht deutlich anzusehen, daß er davon ausgegangen war, daß der Ball über das Tor fliegen würde.

Ja, nun war das Spiel ja eigentlich schon gegessen. Und der HSV war auch so geschockt, daß es noch weitere hochkarätige Chancen für die Hansa gab, die aber allesamt vergeben wurde. In der ersten halben Stunde hätte die Hansa-Kogge das Schlachtschiff HSV versenken können. Aber sie waren dazu nicht in der Lage. Und das sollte sich dann auch rächen.

Noch vor der Halbzeit konnte der HSV zum wichtigen Anschlußtreffer kommen. Grammozis lief links in den Strafraum und wurde dann von Lange „gefoult“. Es wundert mich allerdings etwas, daß besonders im TV außer Timo Lange alle klar der Meinung waren, daß es ein berechtigter Elfer gewesen sei. So ganz 100 %ig bin ich mir da nämlich nicht sicher. Im Stadion dachte ich auch noch sicher, daß es eine klare Sache sei, aber im TV konnte man deutlich erkennen, daß Dimi schon mit dem Fallen begann, bevor er von Lange berührt wurde. Ich bin auch nach mehrmaliger Wiederholung nicht sicher, ob es einer war oder nicht. Aber zumindest hätte ich Widerspruch verstanden. 
Dieser Elfer war jedenfalls überlebenswichtig für den HSV. Der HSV konnte damit die guten letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit mit dem Anschlußtreffer krönen. Butt verwandelte wieder sicher. Übrigens glaube ich langsam wirklich, daß der so cool ist und wirklich abwartet bis sich der gegnerische Keeper bewegt und erst dann seine Entscheidung für eine Ecke fällt. Der TW liegt nämlich wirklich immer in der falschen Ecke.

Die zweite Halbzeit begann dann fantastisch für den HSV, denn der HSV konnte nach wenigen Minuten durch einen schönen Schuß von Grammozis den Ausgleichstreffer zum 2:2 erzielen. Dimi zog bei ca. 18 m von linksaußen in die Mitte, konnte dabei dem Gegner entkommen und schoß dann Ball dann sehr hart ins lange Eck. Das hat mich für Dimi echt gefreut. Er hat nämlich einen Superschuß und bisher leider nie mit einem Tor belohnt. Hoffentlich macht ihm das Mut und er zieht nun noch häufiger ab.

Fast hätte er noch ein zweites Tor gemacht als er einen Freistoß unter der Mauer durchschoß und den Ball an den Innenpfosten hämmerte. Leider sprang er aber aus dem Tor wieder heraus.

Dem vorangegangen war allerdings leider ein anderes Spektakel. Nämlich das nächste Wundertor der Hansa-Kogge im Ostseestadion. Diesmal kam eine Flanke von der linken Seite herein. Und war wieder drin. Wieder senkte sich der Ball hinter Butt ins Tor. Und wieder schien sich unser TW sicher, daß der Ball rüber gehen würde. Diesmal zog er sogar noch die ausgestreckte Hand zurück. Schade. Vielleicht hätte er ihn haben können.

Nun hatte ich aber wenig Hoffnung, daß der HSV noch einmal die Kraft haben würde, dieses Spiel zu drehen. Aber es sollte doch gelingen. Grubac und Doll kamen und brachten frischen Wind in´s Spiel. Und Grubac gelang schließlich der Ausgleichstreffer zum 3:3. Doll ging durch die Mitte und bediente dann den halbrechts im Strafraum stehenden Cardoso. Der zog den Ball flach auf die lange Ecke. Bräutigam konnte den Ball nur abklatschen und schon rauschte Grubac heran und schoß den Ball aus ca. 5 m unter die Latte. Das hat er m.E. aber wirklich geschickt gemacht. Denn zeitgleich rutsche auch ein Rostocker herein, der seinerseits versuchte, den Fuß vor den Ball zu bekommen. Doch Vanja war so geschickt, es nicht flach zu versuchen. Der Ball schlug direkt hinter der Latte im Tor ein.

Nach diesem erneuten Ausgleich hätte wohl nur noch eine Mannschaft ein Tor machen können => der HSV. Das Spiel hatte man nun fest in der Hand und drückte weiterhin aufs Tor der Gastgeber. Allein zu einem weiteren Treffer reichte es nicht.

Im Nachhinein wäre das aber wohl auch zuviel des Guten gewesen, denn die Hansa hätte uns in der ersten Halbzeit durchaus noch Tor Nummer 3 und 4 „einschenken“ könne. Aber das haben sie ja glücklicherweise unterlassen.

Aber wir haben in Rostock schon auch gesehen, was den HSV noch von einer Spitzenmannschaft unterscheidet. Erstmal würde ein Spitzenteam wahrscheinlich nicht derart die ersten 30 Minuten verschlafen und außerdem hätte ein Meisterschaftsfavorit wie Bayern oder Bayer vermutlich am Ende auch noch den Auswärtssieg klar gemacht. Denn so stark waren die Rostocker nicht. 

Trotzdem habe ich mich sehr über den zweimaligen Ausgleich gefreut, da es schon für den positiven Charakter der Mannschaft spricht, daß man sich nach diesen Rückschlägen noch wieder fangen konnte, um den Ausgleich zu erzielen.

Meine Spielerwertung:
Butt: Sorry, Jörg, aber das war für mich gar nichts. Wie schon oben gesagt, will ich nicht behaupten, daß er beide „Flankentore“ hätte halten müssen. Aber es wäre seine verdammte Pflicht gewesen, es zumindest zu versuchen. Er hat sich aber offenbar verschätzt. Deshalb diesmal: Note 5

Hoogma: Wenn eine Abwehr 30 Minuten lang so schwimmt, dann ist auch der Ogranisator der Hintermannschaft dafür verantwortlich. Außerdem hätte er beim ersten Tor nicht auch noch Baumgart anfgreifen sollen sondern lieber den heraneilenden Lange abdecken sollen. Note 4

Hertzsch: gefiel mir eigentlich ganz gut, obwohl er im TV total verrissen wurde. Note 3

Panadic: kann mich an keine Fehler erinnern. Note 3

Gravesen: War leider nicht gut drauf. Keine konstruktiven Elemente. Schade, eigentlich kann er das. Note 4-

Kovac: hat sich nach seiner 3-Spiele-Rot-Sperre sofort wieder gut in´s HSV-Spiel eingefunden. Er ist wirklich auch auf engem Raum äußerst ballsicher. Note 3

Grammozis: war in der ersten Halbzeit aufgrund seiner schlechten Schuhwahl ein Totalausfall. Warum wechselt er die Buffer denn nicht während des Spiels, wenn er doch andauern „auf der Schnauze liegt“ ? In der zweiten Halbzeit aber standfester und mit sehr vielen guten Aktionen auf der linken Seite. Note 3

Cardoso: konnte heute  nicht das Spiel lenken. Note 4

Mahdavikia: ist leider momentan nur ein Schatten seiner ersten Spiele im HSV-Dress. Wenn man ihn nicht in die Tiefe schickt, ist er fast sinnlos auf dem Platz. Note 4

Präger: ist leider auch kaum effektiv. Man kann ihm aber zumindest immer seinen Einsatz zugute halten. Das allein ist aber zu wenig. Note 4

Yeboah: Mit den „üblichen“ Problemen => Bekam kaum verwertbare Anspiele. Ist aber trotzdem der ballsicherste HSV-Stürmer. Note 4

Doll und Grubac: sorgten bei Ihrer Einweschlung für Belebung bzw. für das abermalige Ausgleichstor: Note 3

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
DSF schreibt folgenden Bericht: HSV erobert Tabellenspitze 
Der Hamburger SV hat es geschafft. Nachdem man in der letzten Woche den Platz an der Sonne nicht erobern konnte, klappte es nun gegen Rostock.
„Joker" Vanja Grubac hat den HSV mit seinem Treffer zum 3:3 bei Hansa Rostock zumindest für 24 Stunden an die Tabellennspitze geschossen. Der Jugoslawe war in einem abwechslungsreichen Spiel in der 76. Minute zur Stelle, als Hansa-Torhüter Perry Bräutigam einen Schuss von Rodolfo Cardoso nur abklatschen konnte, und staubte ab. 
Grubac war erst fünf Minuten zuvor eingewechselt worden. Für Rostock hielt aber dennoch die Heimserie, Hansa blieb auch im sechsten Spiel im Ostseestadion ungeschlagen. 
Auch gegen den HSV begannen die Gastgeber furios. Schon nach fünf Minuten führten sie vor 19.500 Zuschauern mit 2:0. 
Erst hatte Kapitän Timo Lange in der vierten Minute seine Chance nach Vorarbeit von Steffen Baumgart genutzt, dann war es nur 60 Sekunden später Rostocks Heimkehrer Baumgart selbst, der HSV-Keeper Hans-Jörg Butt (im Bild) verblüffte, als er aus 40 Metern den Ball von der rechten Aussenlinie nach innen drosch. 
Butt hatte augenscheinlich mit einer Flanke gerechnet, stand zu weit vor dem Tor und der Ball senkte sich hinter im ins Netz. 
In der zweiten Halbzeit unterlief Butt der gleiche Fehler noch einmal, als Kai Oswald in der 55. Minute diesmal von links den Ball nach innen schoss und dieser zum 3:2 für Rostock ins Hamburger Tor fiel. 
Butt hatte aber auch positive Szenen. In der 39. Minute hatte der HSV-Keeper das zwischenzeitliche 2:1 erzielt, als er einen von Lange an Dimitrios Grammozis verursachten Foul-Elfmeter souverän verwandelte. 
Es war bereits sein fünfter Saisontreffer durch einen Strafstoss. In der 48. Minute war Grammozis mit einem 20-Meter-Schuss der Ausgleich gelungen, nachdem er Lange mit einer einfachen Körpertäuschung versetzt hatte. 
Obwohl HSV-Trainer Frank Pagelsdorf an alter Wirkungsstätte in Rostock mit drei Angreifern angetreten war, vermochte es der HSV nicht, den Gegner in der ersten Halbzeit in Verlegenheit zu bringen. Ganz im Gegenteil war es das Team von der Ostsee, das sich ausgesprochen Zweikamp- und spielstark präsentierte. 
So hatte inder siebten Minute Baumgart schon die vorzeitigte Entscheidung auf dem Fuß als er frei auf Butt zulief, dann ungenau auf Magnus Arvidsson passte. Erst gegen Ende der ersten Hälfte fingen sich die Hamburger und schienen dann das Spiel endgültig in den Griff zu bekommen, als sie zum ersten Mal den Ausgleich erzielt hatten. 
In dieser Phase offenbarte Rostock, dass die Hintermannschaft der Hanseaten durchaus anfällig war. Dank der großen Kampfkraft schaffte es die Mannschaft aber nochmals, zurück ins Spiel zu finden, bis Pagelsdorf beim Auswechseln ein glückliches Händchen bewies. 
Bester Akteur war Steffen Baumgart, der für einige Unruhe in der HSV-Abwehr sorgte, in der zweiten Halbzeit steigerte sich auch Yasser Radwan zusehends. Überragend beim Hamburger SV war Dimitrios Grammozis im linken Mittelfeld. 

Das Spiel in Zahlen 
FC Hansa Rostock - Hamburger SV 3:3 (2:1) 

Rostock: Bräutigam - Holetschek - Benken, Ehlers, Oswald - Lange (90. Thielemann), Weilandt, Wibran, Radwan - Baumgart (88. Kovacec), Arvidsson (79. Breitkreutz) 

Hamburg: Butt - Hertzsch (71. Doll), Hoogma, Panadic - Gravesen (71. Grubac), Kovac, Cardoso, Grammozis - Mahdavikia, Yeboah, Präger 

Tore: 1:0 Lange (4.), 2:0 Baumgart (5.), 2:1 Butt (39., Foulelfmeter), 2:2 Grammozis (48.), 3:2 Oswald (55.), 3:3 Grubac (76.) 

Gelbe Karten: Ehlers (2), Holetschek (2), Lange (2) - Hoogma, Cardoso (3) 

Schiedsrichter: Krug (Gelsenkirchen) 

Zuschauer: 19.500 


 
Sat 1 ran berichtet: Werbung für den Fußball im Ostseestadion :
Das hatte es in der laufenden Saison viel zu selten gegeben. Ein tolles Fußballspiel mit sechs Toren und Tempo über 90 Minuten. Die Zuschauer hatten am Nordderby Rostock gegen Hamburg ihre wahre Freude, und auch die Spieler gaben sich nie mit dem Unentschieden zufrieden, sondern spielten kompromisslos auf Sieg. Einzig Hans-Jörg Butt war beim Schlusspfiff heilfroh, dass er den Weg ins Ermüdungsbecken antreten konnte. Mit zwei gravierenden Schnitzern verschuldete der ansonsten verlässliche Keeper zwei Rostocker Treffer. 
Die 20.000 Zuschauer hatten im Ostseestadion noch gar nicht richtig Platz genommen, da stand es bereits 2:0 für Hansa. Timo Lange nutzte eine Unsicherheit in der Hamburger Abwehr mit einem platzierten Schuss aus kurzer Distanz zur 1:0-Führung. Eine Minute später dann der erste Aussetzer von HSV-Keeper Butt. Steffen Baumgart zog einen Ball von der Außenlinie aus 25 Metern auf den langen Pfosten. Verunglückte Flanke oder kongenialer Torschuss? Das wird wohl sein Geheimnis bleiben. Zu weit vor seinem Tor verschätze Butt sich gewaltig, und plötzlich zappelte der Ball im Netz. 
In der Folgezeit spielte Hansa den Tabellendritten an die Wand. Über die Außenbahnen wurde es häufig gefährlich. Dazu addierten sich katastrophale Abstimmungsprobleme in der HSV-Abwehr. Aus heiterem Himmel der Anschlusstreffer in der 39. Minute. Lange grätschte zu ungeschickt gegen den starken Grammozis, und der nutzte das geschickt aus. 
Den fälligen Strafstoß verwandelte Butt gewohnt sicher zum Halbzeitstand. Umgekehrte Vorzeichen in Hälfte Zwei. Rostock verunsichert, und die Hamburger machten enormen Druck. Schon nach drei Minuten der Ausgleich: Grammozis setzte sich zum wiederholten Male gegen Lange durch, und sein wuchtiger 18-Meter-Schuss schlug halbhoch im rechten Eck ein. Auch dieser Ball war nicht unhaltbar. Zehn Minuten waren gespielt, und Hans-Jörg Butt lud Hansa zum zweiten Mal zum munteren Toreschiessen ein. Kai Oswald startete einen Flankenlauf auf links, der Ball rutschte ihm über den Spann: Butt zog seine Hände nach unten - die Flanke schlug im rechten oberen Winkel ein. Der HSV erneut im Hintertreffen.
Doch jetzt spielte der Tabellendritte wie eine Spitzenmannschaft. Mit spielerischen Mitteln setzten sie Rostock unter Druck. Der eingewechselte Vanja Grubac erzielte 13 Minuten vor Schluss den verdienten Ausgleich. Bräutigam wehrte einen Cardoso-Schuss zu kurz ab, und der Jugoslawe schneller als das lange Bein von Lange. Der HSV setzte alles auf eine Karte, doch es blieb beim leistungsgerechten Remis.
Damit können beide Teams auch zufrieden sein. Hamburg zumindest für einen Tag Tabellenführer, und Hansa Rostock bleibt seit elf Spielen im heimischen Ostseestadion ungeschlagen. Nur Hans-Jörg Butt wird dieses Spiel schnell vergessen wollen.

Fakten:
Kann der HSV nicht mehr gewinnen?
Für die Hamburger war es das dritte Remis in Folge. Immerhin: Der HSV hat seit sechs Spielen nicht mehr verloren. 

Grammozis-Premiere
Der Grieche Dimitrios Grammozis erzielte in seinem 25. Bundesligaspiel sein erstes Tor. Allerdings holte er in seiner kurzen Karriere vier Elfmeter für den Hamburger SV heraus, den zum Anschlusstreffer gegen Hansa Rostock von Hans-Jörg Butt inklusive. 

Hamburger Abwehrriegel geknackt
Durch das Tor von Kai Oswald zur 3:2-Führung von Hansa Rostock, musste die Abwehr um Torhüter Hans-Jörg Butt zum ersten Mal in dieser Saison mehr als zwei Gegentreffer hinnehmen. 

Rostocker Schießbude
Trotz des Torwartwechsels vor einigen Spieltagen bleibt Hansa Rostock die Schießbude der Liga. Insgesamt kassierte man jetzt 25 Gegentore und zum dritten Mal drei oder mehr Gegentore. Zumindest wurde trotz verspielter 2:0-Führung der Heimnimbus (weiterhin unbesiegt in dieser Saison) gewahrt. 
 

Schlaglichter:
Rostock mit hervorragender Trefferqoute
Mit nur zwölf Torschüssen gelangen den Rostockern insgesamt drei Tore in einem munteren Bundesligaspiel. Verrückt dabei, dass Sie innerhalb von fünf Minuten nach Spielanpfiff schon mit 2:0 in Führung gingen und dazu lediglich drei Torschüsse benötigten. Dies war zugleich die schnellste 2:0-Führung der Rostocker in ihrer Bundesligageschichte. 

Rostock auf Konter bedacht
Nach der schnellen 2:0-Führung zogen sich die Rostocker in ihre eigene Hälfte zurück und versuchten nunmehr mit Kontern zum Abschluss zu kommen. Der HSV war stets bemüht, den Rückstand aufzuholen, was folgende Daten belegen: Die Hamburger hielten zu 58% den Ball in den eigenen Reihen, gewannen 55% aller Zweikämpfe und schossen 17 Mal Richtung Hansa-Tor. 

Grammozis mit starker Leistung
Der Hamburger Mittelfeldspieler Dimitrios Grammozis konnte überzeugen. In der 39. Minute holte er einen Strafstoss heraus, kurz nach der Pause gelang ihm mit seinem ersten Toschuss der Ausgleichstreffer zum 2:2. Weiterhin konnte er 79% seiner bestrittenen Zweikämpfe gewinnen und mit 73 Ballkontakten hatte er die zweitmeisten auf Hamburger Seite. 

Hertzsch mit katastrophaler Leistung
Bis zu seiner Auswechselung in der 71.Minute konnte der Hamburger Ingo Hertzsch lediglich 37% Prozent seiner bestrittenen Zweikämpfe gewinnen und war mit dem flinken Steffen Baumgart zumeist überfordert. 

Kommentar (Markus Höhner): Markus Höhner
"Höchstwertung für ein klasse Bundesligaspiel. Hansa erwischte einen sensationellen Auftakt und führte verdient mit 2:0. Beeindruckend, wie der HSV zurück ins Spiel fand. In einem mitreißenden Spiel kam es am Ende zu einem leistungsgerechten Unentschieden."
Spielwertung: 4 Bälle (von 4)

Stimmen: 
Trainer Andreas Zachhuber (Hansa Rostock)
"Wenn man die erste halbe Stunde sieht, hätten wir 3:0 oder 4:0 führen können. Am Ende hat der HSV alles auf eine Karte gesetzt, und wir müssen mit dem 3:3 zufrieden sein. Es war ein tolles Spiel für die Zuschauer." 

Trainer Frank Pagelsdorf (Hamburger SV)
"Bei den ersten beiden Gegentoren war meine Mannschaft noch gar nicht auf dem Platz, unser Torwart hat wohl geträumt, was in der zweiten Halbzeit noch einmal passiert ist. Zwei gleiche Tore in einem Spiel hat es noch nie gegeben und wird es wohl auch nicht noch mal geben. Am Ende sind wir hohes Risiko gegangen, weil wir das Spiel unbedingt gewinnen wollten." 

Story: 
Butt mit einem "Dreierpack"
Was war heute nur mit Hans-Jörg Butt los? Das Tore schießen sind wir von der Hamburger Nummer 1 ja gewohnt. Aber solche groben Schnitzer wie am Freitag Abend im Ostseestadion sind bei ihm eher selten. Einen Treffer erzielte Butt gewohnt lässig per Foulelfmeter. Mit "zwei weiteren Toren" für Rostock, komplettierte der Torwart seinen "Dreierpack". Auch wenn zwei verunglückte Flanken vorausgingen, muss der Keeper die Hansa-Treffer zwei und drei auf seine Kappe nehmen. Beim 3:2 verschätze Butt sich so kolossal, dass er sogar noch seine Hände wegzog, um den Ball passieren zu lassen. Mit Sicherheit glich der Schlusspfiff von Hellmut Krug einer Engelsmelodie in Butts Ohren. Schnell zum Duschen, in der Hoffnung, dass dies der letzte Dreierpack dieser Art bleiben wird.


 
Hendrik mailte mir folgende Noten:
Ich habe das Spiel live auf Premiere gesehen und wollte dir nur kurz meine Spielerbenotung rüberschicken.

Butt: 3-, er hatte leider zwei unglückliche Szenen, aber das kann schon mal passieren. Er hatte teilweise super gehalten ( Freistoß von Yasser, etc.). Deshalb noch die 3-.

Hoogma: Du hast recht, er reklamiert zuviel. Dadurch ist ein Tor entstanden.Er bekommt von mir nur eine 4.

Hertzsch: auch nicht sein Spiel. Er muss noch schneller werden, Defizite gegen Arvidsson. Er kriegt nur `ne 4-.

Panadic: Halbwegs sicher und solide. Note 3.

Gravesen: Er brachte viel Unruhe ins Spiel. Nach vorne gut, hinten schlecht. Note 4.

Grammozis: Bester Mann auf dem Platz (das mein` ich völlig ernst.). Note 1.

Cardoso: Immer im Spiel, jedoch nicht ganz so stark, wie sonst. Note 2-.

Kovac: Die drei Wochen Pause merkte man ihm manchmal an. Für mich dennoch Note 3.

Präger: Er trifft leider nicht mehr. Er war aber super engagiert. Er bekommt eine 3+ von mir.

Yeboah: Da sind wir wohl geteilter Meinung. Ich fand ihn heute wieder nicht gut, aber vielleicht etwas besser als gegen Dortmund. Note 4-.

Mahdavikia: Ich hatte ihn am Saisonanfang besser in Erinnerung. Heute mittelmäßig. Note 3.