Bundesliga, 14. Spieltag, Freitag, 03.12.99 in Hamburg bei ca. 5 - 10 Grad C, Orkanböen und Regen 

Hamburger SV - SG Eintracht Frankfurt 1:0 (0:0)

Dieses Spiel hätte meiner Meinung nach gar nicht stattfinden dürfen. Ich weiß allerdings nicht, was die Regeln zu den Windverhältnissen sagen bzw. ob darüber überhaupt etwas in den Regel steht. 

Den ganzen Nachmittag hatte ich gehofft, daß das Spiel noch abgesagt wird, denn es war von vornherein klar, daß es nur ein Scheißspiel werden könnte. Jeder, der öfter mal Fußball spielt, wird wissen, wie wenig Spaß es macht und wie schwer ein kontrolliertes Spiel möglich ist, wenn es sehr windig ist. Außerdem hatte ich noch Befürchtungen, daß der Rasen unter Wasser steht und wieder so umgepflügt würde wie letztes Jahr im Spiel gegen Nürnberg.

Meine Bedenken dem Rasen gegenüber waren zumindest vergebens. Der sah zwar nach dem Spiel um den Mittelkreis herum sehr morastig aus, war aber ansonsten in Topform, wenn man bedenkt, wieviel Wasser die letzten Tage vom Himmel gekommen ist.

Ich habe nun nach wirklich langer Zeit wieder einmal ein für mich schlechtes HSV-Heimspiel gesehen. Darüber will ich mich aber nicht beschweren, denn ich habe ja auch nichts anderes erwartet.

Auf der anderen Seite haben alle Anwesenden Zuschauer natürlich etwas erlebt, worüber man sich wieder lange Stories erzählen kann, denn ein normaler Mensch geht bei so einem Dreckwetter ja nicht ins Stadion. Bei diesem Spiel wäre ein Stehplatz mal gar nicht so schlecht gewesen. Denn so in der Menge ist es ja doch wesentlich wärmer und man wird auch nicht so naß.

Unsere Firma hat heute übrigens ihre Weihnachtsfeier veranstaltet und man konnte ja so und so schon kaum verstehen, weshalb ich die abgesagt hatte, weil doch der heilige SV ein Heimspiel hatte. Angesichts des Wetters bereits am Vormittag wurden die Zweifel meiner Kollegen an meinem Gehirnzustand allerdings immer größer. Schließlich drohte mir mein Prokurist auch noch Schläge an, falls ich mich erdreisten sollte, deswegen am Montag auch noch krank zu sein ;-). Aber sowas kann wohl auch nur jemand verstehen, der selbst mit ganzem Herzen Fußballfan ist. (schwelg !!!)

Aber wieder zurück zum Spiel:

Dazu gibt es eigentlich nicht soviel zu sagen. Ich fand das Spiel recht schlecht. Trotzdem war es hochverdient, daß der HSV das Spiel gewonnen hat, denn 
1. hatte man viel mehr Spielanteile
2. viel, viel mehr Torchancen
3. sich bemüht, das Spiel zu gewinnen

Und genau das fehlte bei den Frankfurtern. Die haben nun wirklich in keiner Phase etwas für das Spiel getan. Ein Tor der Frankfurter wäre der Hohn schlechthin gewesen.

Der HSV hatte trotz des mäßigen Spiels eine ganze Menge Chancen, von denen ich aber (auch nach Studium der Aufzeichnung) keine als Hundertprozentige beschreiben würde. Aber natürlich hätte da auch, gerade wegen des Windes, schon vorher mal einer im Netz landen können.

So mußten wir alle bis zur 77. Minute warten, in der uns Yeboah nach einem Super-Flankenlauf von Gravesen endlich erlöste und das 1:0 schoß. Das war die Zeit, als ich eigentlich schon ein bißchen die Hoffnung aufgegeben hatte und ein 0:0 befürchtete. Ich hatte schon gerade zu meinem Freund gesagt, daß ich Hoffe, daß der HSV jetzt gleich noch einmal alles nach vorne werfen würde und ich lieber noch ein Gegentor bekäme als das Gefühl zu haben, daß der HSV nicht ALLES versucht hätte, den Sieg zu erringen. Denn ein einziger Punkt wäre zu wenig gewesen.  Der HSV hat in dieser Saison ja leider so und so schon wieder viel zu viele Unentschieden erspielt. Wenn wir davon wenigstens ein bis zwei Spiel gewonnen hätten, stünden wir jetzt noch viel souveräner oben.

Aber ich will nicht meckern.

In Anbetracht des Wetters, hat der HSV gestern eine gute Leistung geboten. Besonders gut hat mir einmal mehr Kovac und Hertzsch gefallen, der immer mehr zu meinem Lieblingsspieler avanciert. Außerdem hatte Graver eine sehr gute Rückkehr ins Team. Er hat meines Erachtens wieder einmal bewiesen, daß er von der Spielanlage her der viel bessere Libero als Hoogma ist. Aber leider, leider ist er ja manchmal so leichtsinnig und spielt sich dann immer wieder aus der Mannschaft. Gestern wurde ihm gar nicht die Chance dazu geboten, weil Frankfurt ja nie richtig Druck machte. Daher gab es gestern auch ausschließlich positive Szenen von Graver zu vermelden. Da Panadic wohl noch einige Wochen ausfällt, freue ich mich auch für Gravesen, daß er nun gewiß noch öfter die Chance bekommt, sich als Libero zu beweisen. Schon beim Spiel nächste Woche in Leverkusen wird er zeigen können/müssen, was wirklich in ihm steckt, wenn der HSV mal richtig unter Druck gerät.

Beim nächsten Spiel in Leverkusen ist dank seiner „ermeckerten“ gelben Karten Gott sei Dank nicht: Bernd Hollerbach. 

Mann, mann, mann, der wird immer mehr zu meinem ANTI-Helden !!! Er war für mich fast ein Totalausfall. Wie blöd muß eigentlich sein, wenn man bei so einem Wind ständig den Ball von der Mittellinie aus hoch nach vorne drischt ?!?! Der Junge gibt mir echt Rätsel auf. Und was noch viel schlimmer war: Er besetzt einfach nicht das linke Mittelfeld. Er zieht ständig (ohne Ball) zur Mitte und das bringt überhaupt NICHTS. So ist die Außenposition links nicht besetzt und das Spiel muß zwangsweise mehr in die Mitte verlagert werden. Und das, obwohl es doch gerade die Stärke des HSV in diesem Jahr ist, daß so häufig über die Flügel gespielt wird. Ich bin jedenfalls nicht unglücklich, daß mich Holler nächste Woche nicht ärgern wird.

Meine Spielerbewertung:
Butt: hatte so gut wie nichts zu tun. Note 3

Hertzsch: ich mag es schon gar nicht mehr schreiben, daß er mir immer besser gefällt. Besonders gut finde ich, daß er sich immer häufiger in den Angriff einschaltet. Note 2

Hoogma: ist mir nicht negativ aufgefallen. War in der Abwehr auch nicht gefordert. Note 3

Gravesen: Gutes Spiel. Überzeugt mit klugen Pässen aus der Defensive. Note 2

Kovac: Auch einer meiner Lieblingsspieler. Hatte als defensiver Mittelfeldmann die meisten Torchancen. Note 2

Holler: habe ich oben schon beschrieben. Das einzige, was ihn überhaupt hier und da einsetzbar macht beim HSV, ist die Tatsache, daß er „Linksfuß“ ist. Note 5

(ab ca. 70.) Doll: konnte nicht ins Spiel finden. Note 4

Grammozis: trieb den Ball häufig nach vorne. Zu oft fehlten aber die Anspielstationen, sodaß er zu viel mit dem Ball laufen mußte. Note 3+

Cardoso: Konnte bei dem Wind natürlich nicht mit so vielen genialen, weiten Pässen aufwarten. Hatte das Spiel trotzdem im Griff und einige gute Chancen bei Weitschüssen. Note 3

Mahdavikia: zeigte endlich wieder eine ansteigende Formkurve. Note 3

Präger: kämpferisch wie gewohnt, aber keine Torgefährlichkeit, obwohl eigentlich nur der HSV im Angriff war.

Yeboah: gefiel mir gestern nicht so gut. Hatte wenig Torchancen und konnte sich kaum in Szene setzen. Obwohl ich mich unheimlich für ihn freue, daß er das Tor gemacht hat und immer zu ihm stehe, pflege ich nicht, Spieler nach Ihren Toren zu bewerten. Daher gibt es von mir diesmal: Note 4 +  (Das „+“ für das Tor) 

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
www.sport1.de berichtet: Im Orkantief an die Spitze:
Hamburger SV  1 : 0 (0 : 0) Eintracht Frankfurt 

ERGEBNIS  1 : 0 (0 : 0) 
DATUM :   03.12.99   20:00 Uhr 
ZUSCHAUER :   26,494 
SCHIEDSRICHTER :   Bernhard Zerr 
TORE :   1:0 Anthony Yeboah (77.)

AUFSTELLUNG 
Hamburger SV: Hans-Jörg Butt, Ingo Hertzsch, Nico Jan Hoogma, Dimitrios Grammozis, Thomas Gravesen, Niko , ovac, Roy Präger, Mehdi Mahdavikia, Bernd Hollerbach, Rodolfo E. Cardoso, Anthony Yeboah

Eintracht Frankfurt: Oka Nikolov, Jens Rasiejewski, Alexander Kutschera, Marco Gebhardt, Torsten Kracht, Rolf-Christel Guie-Mien, Bachirou Salou, Olaf Janßen, Patrick Falk, Alexander Schur, Jan-Aage Fjörtoft

WECHSEL 
Hamburger SV
Thomas Doll für Bernd Hollerbach (69.)
Josip Simunic für Roy Präger (80.)
Vahid Hashemian für Anthony Yeboah (90.)

Eintracht Frankfurt
Horst Heldt für Marco Gebhardt (46.)
Chen Yang für Jan-Aage Fjörtoft (63.)
Tibor Dombi für Patrick Falk (78.)

GELBE KARTEN 
Hamburger SV
Niko Kovac (39.)
Bernd Hollerbach (59.)

Eintracht Frankfurt
Jens Rasiejewski (32.)
Olaf Janßen (54.)
Chen Yang (74.)

Der HSV hat es geschafft. Im sturmdurchpeitschten Volksparkstadion kamen die Hanseaten zu einem 1:0-Erfolg über die Frankfurter Eintracht. Damit haben die Hamburger, zumindest für eine Nacht, die Tabellenspitze erobert. Schütze des goldenen Treffers war Anthony Yeboah in der 77. Minute. Nach einem Stellungsfehler seines Gegenspielers Kracht hatte der Ghanaer keine Mühe aus kurzer Distanz zu vollstrecken. Auch Eintracht Keeper Oka Nikolov machte beim einzigen Tor des Abends keine gute Figur. 

Für die 26.000 Zuschauer war die Partie wahrlich kein Vergnügen. Die Eintracht stand gut in der Abwehr - der HSV war über weite Strecken zu einfallslos. Die Hessen hatten in der gesamten Partie nur eine richtige Torchance, Salou scheiterte aus kurzer Distanz an Butt. Beim HSV sah es etwas besser aus, aber auch die Gastgeber wirkten lange harmlos und bieder. Außerdem kannte das Wetter keine Gnade. Alle Anwesenden wurden durch das Orkantief "Anatol" bis auf die Knochen durchnässt. Dem Hamburger Anhang war dies nach dem Sieg vollkommen egal. Sie feierten ihre Lieblinge im strömenden Regen. Die wenigen Frankfurter mussten dagegen wie die begossenen Pudel den Ort der Niederlage verlassen. 

Frankfurt rutscht weiter in die Krise - es wird eng für Trainer Jörg Berger. Schon zum neunten Mal ging die "Diva" vom Main in dieser Saison als Verlierer vom Platz. 

Fakten:
Zuhause eine Macht 
Der HSV ist mittlerweile seit zwölf Heimspielen in Folge ungeschlagen. Dank des Yeboah-Treffers hat der HSV jetzt wieder die beste Tordifferenz der Liga (+15).

Eintracht sammelt Niederlagen 
Erstmals in dieser Saison war eine Frankfurter Anfangsformation im Durchschnitt unter 28 Jahre alt - es nützte nichts: Für die Frankfurter war es bereits die neunte Niederlage in dieser Saison - mit Abstand die meisten. Mehr Niederlagen nach 14 Spielen hatte Frankfurt noch nie - in der letzten Saison waren es beispielsweise zum vergleichbaren Zeitpunkt nur sechs.

Yeboah trifft 
Das wichtige 1:0 gegen Frankfurt erzielte Anthony Yeboah mit seinem fünften Saisontor. Seit über einem Jahr traf er mal wieder mit dem rechten Fuß.

Sperre für Hollerbach 
Bernd Hollerbach sah seine fünften Gelbe Karte und ist im nächsten Spiel in Leverkusen gesperrt.

Schlaglichter:
Bärenstarke HSV-Defensive 
Garant für den Sieg an diesem Spieltag war die Defensivabteilung der Hamburger. Dort brannte nichts an. Kamen die Frankfurter doch einmal in die Nähe des Strafraums, so bissen sie sich an Thomas Gravesen als Libero, sowie Jan Hoogma und Ingo Hertzsch als Manndecker die Zähne aus. Hoogma und Hertzsch konnten 72% bzw. 58% ihrer Duelle Mann gegen Mann für sich entscheiden. Gravesen gewann zehn von 13 Zweikämpfen (77%) und hatte hinter Cardoso die meisten Ballkontakte aller Spieler auf dem Platz (71). Als Krönung seiner Top-Leistung gab der Däne die Vorlage zum Siegtreffer. 

Cardoso beschattet 
Der ansonsten erstaunlich zweikampfstarke Rodolfo Esteban Cardoso wußte an diesem Tag im Duell Mann gegen Mann nicht zu überzeugen, er gewann nur 30% seiner Zweikämpfe. Das hatte auch einen Grund: Mit Jens Rasiejewski hatte der Argentinier den besten Mann der Frankfurter gegen sich (74 % gewonnene Zweikämpfe für ihn). Trotzdem ließ es sich der fleißige Südamerikaner nicht nehmen, vier Torschüsse abzugeben und seinen Mitspielern noch die gleiche Anzahl von Torschüssen aufzulegen. Daneben hatte er die meisten Ballkontakte aller 22 Akteure (76). 

Aktivposten Kovac 
Eigentlich hatte Niko Kovac die Aufgabe, den Frankfurter Spielmacher Rolf-Christel Guie-Mien aus dem Spiel zu nehmen. Dies gelang ihm so gut, dass er darüber hinaus sogar noch zu einem der Aktivposten in der Hamburger Offensive avancierte. Die Werte im einzelnen: 63% gewonnene Zweikämpfe, 66 Ballkontakte, vier Torschüsse und vier Assists. Übrigens, sein direkter Gegenspieler Guie-Mien hatte dank Kovac die zweitschlechteste Zweikampfbilanz aller Spieler auf dem Platz, er gewann nur knapp 27% seiner Duelle. 

Guter Janßen hilflos 
Neben dem starken Rasiejewski überzeugte bei den Frankfurtern erneut Olaf Janßen. Der spiel- und zweikampfstarke Libero konnte jedoch die Niederlage der Hessen auch nicht verhindern, denn für die Offensive tat er gar nichts, war er doch an keinem einzigen Torschuß seiner Mannschaft beteiligt. Immerhin tat er etwas für seine persönliche Bilanz, er konnte knapp 64 % seiner Zweikämpfe positiv gestalten und hatte die meisten Ballkontakte der Eintracht. Fussball wird jedoch durch Tore entschieden! 

Kommentar: Frank Reer
"Der Hamburger SV kontrollierte über weite Strecken die Partie und tat gegen eine harmlose Frankfurter Eintracht nicht mehr als nötig. Geduldig spielten die Hanseaten ihren Stiefel herunter, warteten auf ihre Gelegenheit und schlugen dann zu. Es war zwar nicht schön anzusehen, aber mit einer abgeklärten Leistung holten sich die Hamburger drei Punkte - und das zählt." 

Spielwertung: 2 (von 4 möglichen) Bällen

FuXX des Spieles:  Anthony Yeboah 
"In der ersten Halbzeit blieb der Ghanaer ziemlich blass, und auch in Durchgang zwei hatte ihn Gegenspieler Torsten Kracht meist unter Kontrolle. Bis zur 77. Minute. Eine einzige Unaufmerksamkeit von Kracht nutzte Yeboah kompromisslos aus und erzielte den entscheidenden Treffer. Das zeichnet eben einen Goalgetter aus."

Stimmen: Trainer Frank Pagelsdorf (Hamburger SV)
"Wir waren 90 Minuten die bessere Mannschaft und haben wohl verdient gewonnen. Ich bin glücklich, dass Tony getroffen hat. Es waren für beide Mannschaften keine regulären Bedingungen. Die Zuschauer waren heute die Tapfersten und haben eine tolle Stimmung gemacht." 

Trainer Jörg Berger (Eintracht Frankfurt)
"Wir wollten nach vorne spielen. Wir haben im Abschluss aber zu wenig Durchsetzungs-Vermögen. Wir schaffen es einfach nicht, einmal zu null zu spielen." 

Story:
"Anatol" lässt den HSV zittern 
Glück gehabt. Der HSV eroberte gegen Eintracht Frankfurt die Tabellenspitze. Doch beinahe hätte das Wetter den Hanseaten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Stundenlange Regenfälle, herangetragen vom Sturmtief "Anatol", drohten das Hamburger Grün in eine Schlammwüste zu verwandeln.
Um 12:00 Uhr Ortszeit besichtigten Teammanager Bernd Wehmeyer und Sportchef Holger Hieronymus das Gelände, hatten so ihre Bedenken und informierten vorsichtshalber Schiedsrichter Zerr.
Um 14:20 Uhr gab DFB-Platzkommissar Pilgenröther nach einer Platzbesichtigung jedoch grünes Licht.
Nicht mal eine Stunde später schien sich das Blatt erneut zu wenden. Die Bauleitung des neuen Volksparkstadions stellte Sicherheitsmängel an Provisorien wie Flutlicht und einigen Gerüsten fest. Bei den erwarteten Abendstürmen wäre die Sicherheit der Zuschauer nicht mehr zu gewährleisten gewesen.
Fieberhafte Arbeiten setzten ein. Und um 15:45 Uhr konnte Andreas Kroll vom Stadion-Management Entwarnung geben. "Die Herren der Bauleitung haben alle Mängel beseitigt. - Wir lassen laufen." Der Sturm auf den ersten Platz konnte stattfinden. 


 
dpa meldet: HSV erkämpft Tabellenspitze: 1:0 gegen Eintracht Frankfurt 
Von Bernd Müller, dpa 

Hamburg (dpa) - Der Hamburger SV hat bei katastrophalen Witterungsbedingungen zumindest für eine Nacht die Tabellenspitze der Fußball- Bundesliga erobert. Fünf Tage nach dem 1:2 in Bremen erkämpften sich die Hanseaten am Freitag ein mühsames 1:0 (0:0) gegen Eintracht Frankfurt und erklimmen mit nunmehr 26 Punkten dank des besseren Torverhältnisses den ersten Platz vor Bayern München. 

Den Siegtreffer erzielte vor 26 494 frierenden Zuschauern im Volksparkstadion Anthony Yeboah in der 77. Minute. Die Talfahrt der Hessen mit nur einem Sieg aus den letzten zwölf Spielen und weiterhin elf mageren Zählern scheint dagegen unaufhaltsam. Für Trainer Jörg Berger wird die Situation nun immer brenzliger.

"Es ist für Spieler und Zuschauer eine Zumutung, dass angepfiffen wird", erklärte HSV- Vorsitzender Werner Hackmann vor der Partie. Und auch HSV- Trainer Frank Pagelsdorf sprach von "irregulären Bedingungen." Immerhin ließ bei Windstärken bis zu 12 Beaufort der Regen während des Spiels etwas nach. Auffälligster Spieler vor der Pause war Rodolfo Esteban Cardoso, der vor allem mit Weit- und Distanzschüssen Akzente setzte. So flatterte bereits in der 2. Minute ein Freistoß auf das Tor von Oka Nikolov, der jedoch abwehren konnte. Beim zweiten Cardoso- Versuch musste er schon sein Knie zu Hilfe nehmen, um den Ball abzuwehren. Die größte Möglichkeit besaß jedoch Niko Kovac, der jedoch nach einem Cardoso- Freistoß den Ball fünf Meter vor dem Tor nicht unter Kontrolle bekam (30.).

Eintracht Frankfurt beschränkte sich auf die Defensive und konnte nur eine echte Torchance herausspielen. Der Schuss von Bachirou Salou auf das Tor von Hans- Jörg Butt war jedoch kläglich (13.). Immerhin stand die Abwehr der Hessen gegen die "Torfabrik" des HSV zunächst sicher, vor allem Torsten Kracht verurteilte HSV- Angreifer Yeboah in fast allen Situationen zur Bedeutungslosigkeit.

In der zweiten Halbzeit verstärkte der HSV den Druck und erspielte sich eine Vielzahl von Möglichkeiten, die drei Spitzen blieben jedoch meist ohne Durchschlagskraft. In der 57. Minute scheiterte der immer stärker aufspielende Kovac mit einem Kopfball am sicheren Frankfurter Rückhalt Nikolov, der Nachschuss von Roy Präger wurde von der vielbeinigen Frankfurter Abwehr abgeblockt (57.). Acht Minuten später war Cardoso alleine durch, Nikolov konnte mit dem Fuß abwehren. Dann wurden die Mühen belohnt: Nach einer Flanke des umsichtigen HSV- Liberos Thomas Gravesen ließ Kracht seinen Schatten Yeboah einmal aus den Augen, der konnte unhaltbar zum Siegtreffer der Hamburger einschießen.


 
Peter R. mailte mir folgenden Spielbericht:
Es stand bis zuletzt in Frage, ob das Spiel überhaupt stattfinden würde.  Ich habe dafür gebetet, dass es stattfindet, da der Nachholtermin dann irgendwann in der Woche gewesen sein würde, und dann hätte ich wohl nicht hin gedurft...

Wie dem auch sei, das Spiel fand bei seeehr bööigem Wind statt, was dann auch so manchen Ball schneller machte, als er unter regulären Umständen gewesen wäre.  Sehr viel hat es nicht geregnet, aber wenn, dann heftig.

Naja, ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass es ein Geisterspiel werden würde und der A-Rang Nordtribüne die einzigste "lebende" Tribüne war, aber es kamen dann doch zu meiner Überraschung 26.500, was ich unter den Umständen sehr gut fand, auch wenn sicherlich im Endeffekt weniger gekommen sind, da ja die DK-Besitzer immer mit eingerechnet werden und sicherlich viele von ihnen zu Hause geblieben sind.  ES kamen wirklich nur die Eingefleischten.

Ich war froh, dass ichs mich auf den Weg in das schönste Stadion der Welt gemacht hatte.  Das Spiel selbst war recht höhepunktarm vor allem in Hälfte 1.  Cardoso prüfte 2 Mal mit Schüssen, die von ausserhalb des Strafraums ausgingen, Oka NIkolov erfolglos.  Auch Niko Kovac tauchte einige Male bei Standartsituationen vor Nikolovs Tor aus, ein Mal semmelte er volley nur knapp am Tor vorbei.  Ich hatte übrigens immer so meine Befürchtungen, dass die Bälle sonstwo auf die Tribünen gingen, da die Tornetze vom Wind einfach hochgeweht wurden. 

Der HSV war die dominierende Mannschaft, auch wenn der Auftritt nicht voll überzeugend wirkte, aber wie auch, bei diesen schwierigen Bedingungen.

Die Frankfurter waren extrem harmlos, und wenn es gefährlicher wurde, war Butt zur Stelle. 

Die Stimmung passte sich in Hälfte 1 ziemlich dem Spiel und dem Wetter an.

In der Halbzeit wurden wir dann durch Sturm und Regen extrem "durchgewirbelt".Ich weiß nicht, ob es aus Trotz vor dem Wetter oder am etwas besser werdenden Spiel lag, aber in Hälfte 2 wurde die Stimmung auf einmal viel, viel besser, was wohl daran lag, dass alle, die gekommen waren, auch auf ihre Kosten kommen wollten.

Angetrieben von der Stimmung wurde der HSV denn auch etwas besser, aber zunächst ohne dass die Kugel ins Tor rollen wollte.  Allerdings gab es auch nicht wirklich 100%-Torchancen.  Hinten stand die Abwehr, angeführt von den 
meiner Meinung nach besten HSV-Spieler an diesem Abend, Thomas Gravesen, sehr souverän, die Frankfurter blieben weiterhin gnzlich ungefährlich.  Auch Hoogma als Manndecker spielte überzeugend...

Der Sieg sollte erzwungen werden, für den schwachen Hollerbach kam mit Doll ein 4. Stürmer.  Zunächst wollte und wollte das Tor nicht fallen, was allerdings auch an unserem Aufbauspiel lag.  Bis zur 77. Minute.

Doll hatte einen schönen Pass auf Gravesen gespielt, der tankte sich auf links durch, flankte schön auf Tony Yeboah, und er stochert den Ball mit dem rechten Fuß zum allesentscheidenden und erlösenden 1-0 über die Linie.

Von nun an wurde die Stimmung natürlich noch besser und ich war unendlich froh, dass ich mich auf den Weg in den "Sturmkessel" Volksparkstadion gemacht hatte. 

Tony hatte direkt danach noch das 2-0 auf den Fuß, doch aus ca. 18 Metern verzog er knapp. 

Die Frankfurter taten uns den Gefallen und blieben weiterhin genau so ungefährlich wie in den vorherigen 77 Minuten und ich hatte eigentlich nicht das Gefühl, dass sie noch ein Tor schießen könnten.

Und so kam es dann auch.  Am Ende wurde ein verdienter Arbeitssieg, der durch viel Kampf errungen bzw. erzwungen wurde und die Tabellenführung zumindest für eine Nacht gefeiert.

Gut gefallen haben mir beim HSV v.a. Gravesen, Grammozis und Yeboah, eher schlecht Hollerbach, Präger und auch Doll.

Was am Ende an diesen ABend zählte, waren die wichtigen 3 Punkte; nicht mehr aber auch nicht weniger.