Bundesliga, 18. Spieltag, Sonntag, 06.02.00 um 20:00 Uhr in Hamburg bei Temperaturen von ca. 5 - 10 Grad, jedoch ohne Regen.

Hamburger SV - FC Bayern Duisburg 0:0

Diesmal schreibe ich den Bericht mit dem Abstand einiger Tage und da verklärt sich der Blick ja doch schon etwas.

Außerdem habe ich mir das Spiel auch noch nach dem live-Erlebnis im Stadion komplett auf Video angeguckt. Das hätte ich besser nicht getan, denn im Stadion fand ich das Spiel vieeeeel spannender. Aber das geht mir ganz oft so.

Naja, der Reihe nach:

Der HSV begann überraschend mit Fischer UND Gravesen anstatt Hollerbach spielen zu lassen. Dafür rückte Kovac ins links Mittelfeld und der HSV spielte mit 4 Mann in der Abwehr.

In der ersten Halbzeit gab es nicht all zu viele Möglichkeiten. Die mit Abstand beste Möglichkeit der 1. Halbzeit hatte Roy Präger. Er hatte sich auf der linken Seite gut durchgesetzt, konnte Jeremies durch einen Tunnel überwinden und konnte dann frei von halblinks in den Strafraum eindringen. Was er dann versuchte fand ich prinzipiell vollkommen o.k., aber die Ausführung war erbärmlich. Roy versuchte nämlich den Ball rechts oben in den langen Winkel zu schlenzen. Dabei schoß er aber recht über das Tor. 

Dann gab es aber noch eigentlich DIE Chance des HSV, denn der HSV erzielte ja ein Tor durch Graver. Diese Szene wurde allerdings schon früh durch Abseits abgepfiffen. Wohlgemerkt zu unrecht. Und das eigentlich auch recht deutlich. Ich muß aber (leider) zur Ehrenrettung des Linienrichters sagen, daß ich es im Stadion auch so gesehen habe und der Linienrichter bei einem relativen weiten Paß nun einmal unmöglich den Passgeber UND den Empfänger gleichzeitig im Auge haben kann. Schade, denn das hätte das Spiel gewiß noch viel besser gemacht.

So ging es dann in die Halbzeit.

In der zweiten Halbzeit war der FCB eine ganze Zeit lang für mein Gefühl recht überlegen. Allerdings konnten Sie sich dabei überhaupt keine zwingenden Chancen herausspielen.

DIE Chance der Bayern wurde Ihnen dann aber durch eine Elfer ermöglicht. Ausgerechnet Oldie Matthäus spielte einen schönen Doppelpaß und lief sehr frei in Richtung 16er. Panadic rauschte heran und fällt Matthäus vollkommen dämlich um. Da gab es wohl nicht den geringsten Zweifel: Elfmeter.
Der einzige Streitpunkt wäre gewesen, ob das Foul vielleicht außerhalb war. Aber Pana ist ja auch nicht quer zum 16er gegrätscht sondern in den 16er rein, sodaß der Schiri das auch gar nicht anders sehen konnte. Nicht einmal ich kann da den Elfer leugnen.

Das fällt mir wahrscheinlich auch nur so leicht, weil Deutschland´s bester Torhüter, der ja Gott sei Dank das Tor des HSV hütet, den fälligen Elfer von Effenberg parierte. DANKE, Buuuutt, Buuuuutt, Buuuuutt, Buuuuutt

Leider ging nicht so ein richtiger Ruck dadurch durch den HSV, aber zumindest war die Überlegenheit der Bayern beendet. Der HSV konnte noch zu einigen hervorragenden Chancen kommen. Yeboah und Mahdavikia hatten die allerbesten Chancen.

Zuerst hatte Präger den Ball auf rechts außen einem Bayern abgeluchst und ging dann die Linie runter. Er flankte hervorragend auf den von 3 Bayern allein gelassenen Yeboah. Doch leider, leider konnte Tony den Ball nicht richtig drücken und köpfte ihn so recht hoch und mitten auf Kahn, der den Ball dann leider hielt.

Eine noch größere Chance hatte dann kurz vor Schluss Mehdi Mahdavikia. Er spielte sich im Doppelpaß mit Yeboah super im 16er frei und ging auf Kahn zu. Dieser eilte ihm entgegen und versuchte den hoch trumpfenden Ball abzufangen. Mehdi lupfte den Ball über Kahn ins leere Tor. Nur, daß der elendig gute Jeremies herbeigeeilt war und den Ball direkt vor der Linie über das Tor köpfte.

Schade, schade, schade.

Es wäre eigentlich diesmal gegen die Bayern durchaus ein Sieg drin gewesen. Zumindest bei etwas konsequenterer Chancenverwertung. Gesamt wurden wohl bei den Bayern mehr Torschüsse gezählt, aber der HSV hatte die viel hochprozentigeren Einschußchancen. Allein durch Präger, Yeboah und Mahdavikia drei fast Hundertprozentige. So hochprozentige Chancen hatte Bayern nur mit dem Elfer. Allerdings muß man natürlich auch zugeben, daß sie das Spiel wahrscheinlich gewonnen hätten, wenn Effe den Elfer versenkt hätte.

So gesehen, muß man mit dem Unentschieden wohl klar kommen. 
Eine Anmerkung noch zum Schiri: Ich empfand Herrn Heynemann während des Spiels absolut nicht als Heimschiri (gelinde gesagt). Nach der Videoaufzeichnung ging es aber wieder einigermaßen. Trotzdem sehe ich es eindeutig so, daß bekannte Nationalspieler (heute vor allem Matthäus) leider wieder einmal vom Schiri hofiert wurden. Der gute Loddar hätte schon viel früher gelb sehen MÜSSEN und dann hätte er auch mit gelb-rot den Platz verlassen. Dieses Phänomen sehe ich allerdings nicht nur bei den Bayern sondern auch z.B. bei Leverkusen mit Herrn Kirsten etc.

Meine Spielerbewertung:
Butt: bewahrte dem HSV den Punkt. Nach nunmehr zehn Elferchancen (7 x geschossen, 3 x mal gehalten) in dieser Saison hat er eine hundertprozentige Quote. Nicht nur deswegen: Note 1

Hoogma: hielt die Abwehr zusammen. War dabei aber recht unauffällig. Note 3

Hertzsch: Ich liebe ihn nun einmal. Ich finde es toll, wie er sich auch gegen einen Topgegner wie Bayern nach einem erkämpften Ball sofort in den Angriff einschaltet und mitstürmt. Das Flanken muß er aber noch üben. Note 2

Gravesen: agierte recht unauffällig, war aber immer zur Stelle. Note 3

Panadic: eigentlich eine sehr gute Partie. Aber durch sein wirklich dusseliges und total überflüssiges Foul gegen Matthäus hätte er den HSV fast die Niederlage eingebracht. Note 3----

Fischer: war für mich der beste HSV-Feldspieler auf dem Platz. Kam überraschend ins Team für Holler, weil er wohl defensiv stärker ist. Das untermauerte er. Kämpfte super gegen Sergio & Co. Note 2

Kovac: mußte auf der linken Mittelfeld-Seite spielen und bot, zumindest in der zweiten Halbzeit eine seiner schlechtestene Saisonleistungen. Zwar immer mit viel Einsatz, aber viel zu viel vertendelte Bälle.

Cardoso: in der ersten Halbzeit hatte er das Spiel noch viel besser im Griff. Tauchte ziemlich oft ab. Allerdings wurde er am Anfang auch mehrmals hart attakiert, was leider durch den Schiri nicht mit gelben Karten geahndet wurde. Note 3

Präger: im Stadion habe ich ihn vieeeel schlechter gesehen als in der Aufzeichnung. Er hätte auf alle Fälle ein Tor machen müssen. Aber ein Goalgetter ist er nun einmal nicht. Trotzdem immer emsig. Note 3-

Mahdavikia: Heute habe ich mal wieder eine deutliche Leistungssteigerung bei ihm gesehen. Er hat sich mehrfach hervorragend im Dribbling gegen die Bayern durchgesetzt. Ein Tor wäre die Krönung seiner guten Leistung gewesen. Trotzdem kommt er dem Mitspieler zu oft entgegen anstatt lang in die Gasse zu laufen. Note 3

Yeboah: wieder einmal immer anspielbar und nicht vom Ball zu trennen. Hätte aber vielleicht auch knipsen müssen. Bei einigen Torchancen etwas unglücklich. Trotzdem ist dieser Mann nicht zu ersetzen. Note 2-

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet: Keeper Butt rettet HSV einen Punkt:
Starke Abwehrreihen und ein nervenstarker HSV-Keeper Butt sorgten im Bundesliga-Spitzenspiel für ein torloses Remis. Der Hamburger Schlussmann vereitelte die beste Chance des Spiels, als er in der 68. Minute einen Elfmeter von Effenberg parierte. Die Münchner verteidigen damit aufgrund der besseren Tordifferenz ihre Tabellenführung vor den nunmehr punktgleichen Leverkusenern. 
Nominell setzten beide Trainer auf Offensive, doch auf dem Rasen war davon nur wenig zu sehen. Torraumszenen hatten im ersten Durchgang Seltenheitswert. Die Bayern sorgten lediglich mit einigen Distanzschüsen für Gefahr, den Platzherren gelang es nur selten, mit Steilpässen ihre schnellen Offensivkräfte in aussichtsreiche Position zu bringen. Pech hatte Präger, der freistehend vor Kahn wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung zurückgepfiffen wurde. 
Effenberg verschießt Strafstoß
Das Bild änderte sich auch im zweiten Durchgang wenig. Die Gäste wurden zwar stärker und kontrollierten die Partie, spieltten sich jedoch kaum Torchancen heraus - bis zur 67. Minute: Der aufgerückte Matthäus wurde an der Strafraumgrenze von Panadic gelegt. Effenberg trat zum Strafstoß an, schoss jedoch nicht platziert genug - HSV-Keeper Butt lenkte Ball um den Pfosten. Der Hamburger Schlussmann parierte bereits den dritten Elfmeter in dieser Saison.. 
In der Schlussphase hatten beide Teams die Führung auf dem Fuß, doch Santa Cruz traf für die Bayern ebensowenig wie Mahdavikia auf der Gegenseite, dessen Lupfer Jeremies für den bereits geschlagen Kahn von der Linie köpfte. Zuvor war bereits Yeboah mit einem Kofball aus kurzer Distanz am Bayern-Keeper gescheitert. In einer kampfbetonten Partie glänzten besonders die Defensivkräfte, während die Kreativabteilungen nicht zu überzeugen wussten. Für den HSV, der den besten Sturm der Liga stellt, war es das erste torlose Remis im Volksparkstadion. 

Daten:

Fakten:
Torlos Das hat es in den letzten 27 Spielen des HSV gegen die Bayern nicht gegeben, erstmals seit dem 15.02.86 hieß des Endergebnis im Spiel der beiden Spitzenklubs 0:0. 
Jancker auf der Bank Bei den Bayern sind alle Stürmer einsatzfähig, da müssen auch erfolgsgewohnte Angreifer einen Platz auf der Bank akzeptieren. Gegen den HSV traf es Carsten Jancker, der das Spitzenspiel von Außen verfolgte. Zuvor hatte Jancker in dieser Saison erst ein Spiel auf der Auswechselbank verbracht, am vierten Spieltag kam er beim 2:1 der Bayern in Duisburg nicht zum Einsatz.
Strafstoß-Meister Butt Die Elfmeterbilanz von Hans-Jörg Butt muss den anderen Bundesliga-Mannschaften langsam unheimlich erscheinen. Acht Elfmeter wurden bisher für den HSV gepfiffen - alle wurden verwandelt, sieben Mal war Butt der Schütze. Der von Effenberg geschossene Strafstoß war der dritte gegen die Hamburger - alle drei wurden von "Magic Butt" pariert. 
Erfolgloser Top-Sturm Bis zum 18. Spieltag hatten die Hamburger in jedem Heimspiel der laufenden Saison mindestens einen Treffer erzielt. Gegen die Bayern konnte die torhungrigste Mannschaft der Bundesliga zum ersten Mal im neuen Volksparkstadion keinen Torerfolg bejubeln.

Schlaglichter:
Jeremies in guter Form Jens Jeremies war im Spitzenspiel des 18. Spieltags bester Bayern-Spieler. Der ehemalige 1860er stürzte sich in über 20 Zweikämpfe, von denen er 65% gewann. Spektakulär waren seine Rettungstat auf der Linie und seine drangvollen Auftritte in der Offensive. Der Nationalspieler bereitete zwei Torschüsse vor und versuchte selbst einmal einen Treffer zu erzielen.

An ihm kam keiner vorbei Andrej Panadic war in der Abwehr der Hamburger die Zuverlässigkeit in Person. Der Kroate gewann glänzende 89% seiner Zweikämpfe und hatte die Bayern-Angreifer dabei so gut im Griff, dass diese nur zu fünf Torschüssen kamen. Dass der Elfmeter nach seinem Foul an Matthäus nicht zum Tor für die Bayern führte, kann man als Glück des Tüchtigen bezeichnen. 

Torschuss Tony Anthony Yeboah war im Spitzenspiel der aktivste Stürmer auf dem Platz. Sechs der 15 Hamburger Torschüsse gab er selbst ab, drei weitere bereitete er vor. Dazu konnte der bullige Top-Stürmer dreimal nur durch ein Foul gebremst werden - an und für sich also eine gute Partie des "wahrscheinlich" 33-Jährigen. 

Cardoso gewohnt stark Rodolfo Esteban Cardoso war erneut einer der besten Akteure beim HSV. Der Argentinier forderte immer wieder den Ball, mit 81 Ballkontakten hatte er die meisten aller Hamburger. Der Spielmacher der Norddeutschen bereitete dabei drei Torschüsse vor, zweimal zog er selbst Richtung Bayern-Gehäuse ab. 

Kommentar (von Werner Hansch):
"Ein 0:0 der besseren Kategorie. Beide Teams waren hochmotiviert und gewillt, mit viel Tempo und Einsatzwillen den Sieg zu erringen. Der HSV hatte etwas mehr Chancen und bekam zudem ein reguläres Tor wegen Abseitsstellung aberkannt, die größte Möglichkeit besaßen allerdings die Bayern mit dem verschossenen Elfmeter." 

Spielwertung 3 (von 4 möglichen) Bällen

FuXX des Spieles: Jens Jeremies (FC Bayern München) "Der Mittelfeldakteur wies eine tolle Zweikampfbilanz auf und sicherte mit seiner Rettungstat auf der Linie das Unentschieden für die Bayern. Darüber hinaus trieb er unermüdlich das Spiel der Gäste an." 

Stimmen zum Spiel:
Frank Pagelsdorf (Hamburger SV):
"Meine Mannschaft hat ein gutes Spiel gezeigt. Der Punkt ist, gemessen an unseren Torchancen, zu wenig. Dafür hatten wir beim Elfmeter Glück." 

Ottmar Hitzfeld (Bayern München): 
"In der ersten Halbzeit haben beide Teams ein gutes Spiel gezeigt. Die zweite Hälfte war sehr zerfahren. Ärgerlich ist der verschossene Elfmeter, daher müssen wir uns leider mit einem Punkt begnügen." 

Story:
Butt hat eine Vorliebe für Elfmeter:  Wenn es beim HSV um Strafstöße geht, fällt immmer wieder ein Name: Hans-Jörg Butt. Vorne versenkt er sie, hinten kratzt er sie raus. Sieben Tore erzielte der Hamburger Keeper bereits vom Punkt - im Gegensatz zur Vorsaison leistete er sich in dieser Serie keine "Fahrkarte": Wenn er antrat, traf er ins Schwarze. Nun arbeitet die Nummer drei im deutschen Tor an eine weiteren Serie. Gegen die Bayern parierte Butt bereits seinen dritten Strafstoß in der laufenden Saison. Die Hanseaten sind damit das einzige Bundesligateam, das bislang kein Elfmetertor kassierte - Butt sei Dank. 
Effenberg hat ein Problem mit Elfmetern: Die 68. Minute im Hamburger Volksparkstadion: Effenberg tritt zum Elfmeter an - und verschießt. Nicht zum ersten Mal. Erinnerungen werden wach: Berliner Olympiastadion, 12. Juni 1999. Im Pokalfinale gegen Werder Bremen kann Effenberg im Elfmeterschießen alles klar machen, doch er scheitert an Rost. Der letzte Strafstoß den die Bayern in der Bundesliga versiebten - April 1999 gegen Eintracht Frankfurt, Schütze Effenberg. Stellt sich die Frage: Ist der Bayern-Kapitän der richtige Mann für diese Fälle? Andere stehen bereit: Nach Spielende in Hamburg kündigte Paulo Sergio an, den nächsten Bayern-Elfer zu schießen. 


 
dpa meldet:  0:0 gegen die Bayern: Elfmeter-Held Butt hält HSV im Titelrennen :

Mit einem gehaltenen Foulelfmeter hat Torhüter Hans- Jörg Butt den Hamburger SV im Titelrennen der Fußball- Bundesliga gehalten. Der Schlussmann der Hanseaten parierte in der 68. Minute den Schuss von Stefan Effenberg und rettete dem HSV damit am Sonntagabend das 0:0 im Nord- Süd- Gipfel gegen den FC Bayern München. 
Nach bereits sieben verwandelten Strafstößen in dieser Saison avanciert Butt mit dem dritten gehaltenen Ball zum Elfmeter- Helden. Dank der verdienten Punkteteilung vor 52 000 Zuschauern, die dem HSV die Rekord- Einnahme von drei Millionen Mark bescherten, behaupteten die Bayern drei Tage vor dem Gipfeltreffen gegen Verfolger Bayer Leverkusen ihre Spitzenposition. Bei fünf Punkten Rückstand ist aber auch der HSV weiterhin ein ernsthafter Meisterschaftskandidat. In der turbulenten Schlussphase verpassten der eingewechselte Roque Santa Cruz für die Bayern (83.) und Mehdi Mahdavikia (84./86.) für den HSV das mögliche Siegtor.

In einer kampfbetonten Partie stellten die Bayern die abgeklärtere und reifere Mannschaft. Zwar bemühten sich die meist von Rodolfo Cardoso und dem laufstarken Andreas Fischer angetriebenen Hamburger wie angekündigt um Offensivfußball, doch behielt die clever agierende Münchner Abwehr gegen den bisher torgefährlichsten Angriff der Liga stets die Oberhand. Der von den HSV- Fans im Volksparkstadion mit einem Bananenhagel empfangen Bayern- Torhüter Oliver Kahn wurde während des Spiels von den HSV- Angreifern nur noch selten behelligt, weil ihm die Vorderleute die Arbeit abnahmen. Die beste Gelegenheit für die Hamburger in der Halbzeit vergab Roy Präger (14.), der sich zwar gegen Jens Jeremies durchsetzte, den Ball dann aber über das Münchner Gehäuse hob.
Da sich das brasilianische Sturmduo Paulo Sergio und Elber nur selten gegen seine Hamburger Gegner Andrej Panadic und Ingo Hertzsch durchsetzen konnte, suchten die Münchner ihr Heil lange Zeit mit Distanzschüssen. Nachdem Mehmet Scholl (14.) das Ziel verfehlt hatte, war HSV- Keeper Hans- Jörg Butt bei den folgenden Versuchen von Sergio (36.) und Elber (41.) glänzend auf dem Posten.

In der zweiten Hälfte erhöhten die Hamburger das Tempo und den Druck auf das Tor des Gegners. Die beste Möglichkeit, den ersten HSV- Sieg gegen die Bayern seit vier Jahren perfekt zu machen, vergab Anthony Yeboah (61.), der eine Flanke von Präger völlig unbedrängt Kahn in die fangbereiten Arme köpfte. Zwei Minuten später vertändelte der Ghanaer im Münchner Strafraum in aussichtsreicher Position den Ball. Nach einem Foul von Panadic an Lothar Matthäus bot sich auf der Gegenseite Effenberg die Elfmeterchance, die Butt mit einer großartigen Parade vereitelte.