Bundesliga, 21. Spieltag, Freitag, 18.02.00 um 20:00 Uhr im Berliner Olympiastadion bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und Schneeregen.

Hertha BSC Berlin - Hamburger SV 2:1 (0:0)

Diesmal fällt mir gar nicht so viel ein, was ich schreiben könnte. Zumindest nicht über das Spiel. Naja, ich wills mal versuchen:

Der HSV hätte dieses Spiel gut gewinnen können. In der ersten Halbzeit hatten wir durch einen Hoogma-Kopfball eine hundertprozentige Torchance. Nach Flanke von Cardoso hätte Hoogma diesen Ball durch die mangelnde  Deckung von Preetz eigentlich verwandeln müssen, denn er kam sehr unbedrängt vor dem Tor zum Kopfball. Aber leider köpfte er daneben. Beide Tore der Hertha waren jedoch zumindest umstritten. In beiden Situationen lag eine Abseitsstellung vor, die vom Schiri als passiv gewertet wurde. Die Meinung teile ich in beiden Fällen NICHT !

So in etwa könnte ein Spielbericht aussehen, der mit ultra-swb-Brille geschrieben wurde. Da ich mir aber trotz meiner innigen Beziehung zum HSV einbilde, die ein oder andere Sache doch wenigstens ein bißchen objektiv zu sehen, ist der kurze Bericht oben nicht mein Ernst. Allerdings habe ich durchaus Tatsachen beschrieben, die ich auch wirklich so gesehen habe.

Hoogma hätte das 1:0 wirklich gut machen können. Und beide Hertha-Tore sind tatsächlich nach (passivem) Abseits gefallen. Der HSV hätte aber in diesem Spiel aufgrund seiner schlechten Leistung auch kein Unentschieden und erst recht keinen Sieg verdient gehabt. Natürlich würde später kein Hahn danach krähen, ob ein evtl. Punkt/Sieg verdient gewesen wäre, aber gestern war Hertha ganz klar die bessere Mannschaft. Der HSV hat nie zu seinem Spiel gefunden und hat mir persönlich die schlechteste Saisonleistung geboten. Hertha war immer schneller, aggressiver und hat auch einfach besser gespielt. Der Sieg geht also vollkommen in Ordnung.

Ich weiß auch wirklich nicht, was ich über das Spiel selbst schreiben soll, denn es gab viel zu wenig nennenswerte HSV-Chancen. Es gab auch fast keine Flanke, die mal zu gefährlichen Situationen führte. Die Bälle kamen immer alle prompt aus dem Strafraum zurück. In der ersten Halbzeit hatten wir noch einige Konterchancen wie durch Ernst oder Präger, der eine Hereingabe von Mahdavikia nicht erreichen konnte. Auch in der zweiten Halbzeit gab es einige Chancen wie z.B. durch einen Fernschuß von Mahdavikia, der nur um einige Zentimeter das Gehäuse verfehlte. Ich hatte aber in Berlin nie das Gefühl, daß wir dieses Spiel gewinnen würden.

Da mir zum Spiel direkt so wenig einfällt, will ich mal über zwei andere Sachen schreiben.

Ich habe diesmal nach langer Zeit mal etwas an der Taktik auszusetzen. Nein, eigentlich nicht an der Taktik sondern eher an den Aus-/Einwechslungen, die Pagel vorgenommen hat.
Auch wenn Cardoso nicht besser gespielt hat als seine Mitspieler (aber auch nicht schlechter), ist es mir ein Rätsel, warum er herausgenommen wurde. Von einer Verletzung habe ich in den Spielberichten jedenfalls nichts vernommen bis jetzt. Es war aber vielleicht nicht einmal der große Fehler, Cardoso rauszunehmen, sondern dafür Khatibi reinzubringen. So gut ich es auch finde, auch solchen Leuten mal eine Chance zu geben; aber nicht in diesem Spiel. Khatibi mag ja ein guter Junge sein (das kann ich nicht beurteilen), aber er ist wohl nicht der richtige für die Spielmacherposition. Wenn man denn schon meint, Cardoso auswechseln zu müssen, dann hätte ich ganz eindeutig Doll oder Spörl favorisiert. Die beiden hätten DIESE Position gewiß besser ausfüllen können als ein vollkommen unerfahrener Khatibi.

Und die weiteren Auswechslungen nach dem 0:1 fand ich auch, zumindest teilweise, unglücklich. Da wurde Bäron für Präger gebracht. Den Wechsel kann ich noch nachvollziehen, weil Pagel wohl einfach Lufthoheit erzielen wollte in des Gegners Strafraum.

Aber Doll für Gravesen verstehe ich nicht und sehe ich auch als wirklichen taktischen Fehler an. Doll zu bringen war vollkommen o.k.. Den hätte man schon vorher für Cardoso bringen sollen anstatt Khatibi. Doll hat sich sehr gut ins Spiel eingefunden und war eigentlich der einzige Lichtblick gegen Ende des Spiels.

Wie gesagt finde ich es auch o.k. Bäron zu bringen. Aber nicht für Graver. Nicht, daß ich Graver nun eine unendlich gute Leistung in Berlin bescheinigen will, aber durch diese Einwechslung entstanden schlimme „Nachwehen“.

Als man dann nämlich immer mehr alles nach vorne werfen mußte, gab es hinten zwangsläufig das Problem, daß ja einer als letzter Mann stehen bleiben muß. Dafür waren Hoogma und Panadic aber denkbar ungeeignet, da sie zum Einen nun im Sturm für die Kopfbälle benötigt wurden und zum anderen auch beide zu langsam sind, um einen Konter der Berliner wirksam zu unterbinden. So übernahm Hertzscher die Rolle des letzten Mannes. Rein „abwehrtechnisch“ ist er dazu auch vollkommen befähigt, aber nun gab es Probleme im Spielaufbau. Es ist ja ganz logisch, daß dieser letze Mann häufig derjenige ist, der den Ball nach vorne bringen muß, weil sowohl Gegner als auch eigene Mannschaft sehr tief in der Hälfte des Gegners stehen. Das Ballverteilen ist aber nun die Sache des Hertzscher´s NICHT !

Da hätte man m.E. Gravesen nicht auswechseln dürfen, denn er hätte die Position des „aller“letzten Mannes sehr viel besser erfüllen können. Er ist zweikampfstark und auch schnell genug, bei Kontern dem Gegner dazwischenzufunken. Und vor allen Dingen wäre er sehr viel besser in der Lage gewesen, gute Pässe aus der eigenen Hälfte nach vorne zu schlagen.

Die Wechsel beim HSV haben den HSV diesmal also m.E. eher behindert als etwas genützt.

Und über das zweite Thema könnte ich ganze Romane schreiben. Es ist das schöne Thema „passives Abseits“. Noch einmal: Der Sieg der Hertha geht vollkommen in Ordnung, aber die beiden Tore wären nicht gegeben worden, wenn es nach „Püstow´s interner Abseitsregelung“ ;-) ginge.

Bei beiden Toren stand ein Herthaner im Abseits. Beide Male wurde es von Schiri als passiv ausgelegt. Besonders fatal sah es beim ersten Tor der Berliner aus, weil der Linienrichter dabei sogar zuerst die Fahne hob, der Schiri aber trotzdem weiterspielen ließ. Der Schiri hat wohl nach den Regeln korrekt gehandelt und konnte BEIDE Tore geben, aber die Regel ist für mich schwachsinnig.

Genauso eine Szene wie beim ersten Tor hat es auch schon in dieser Saison im Volkspark gegeben und sie ist auch da, entsprechend den derzeitigen Regeln als passives Abseits ausgelegt worden.

Außen steht ein gegnerischer Spieler sehr weit vorne. Bei ihm ein HSV-Spieler (beim Hertha-Spiel war es Kovac), der nun extra nach vorne läuft, um diesen Spieler abseits zu stellen. Dann wird ein Ball in die Mitte gespielt und es wird nicht Abseits gepfiffen. Von den Regeln her zur Zeit vollkommen in Ordnung, aber ich finde diese Regelung nun einmal schwachsinnig. Ich sehe das einfach aus der Perspektive des Verteigers (und zwar prinzipiell ! Nicht nur beim HSV): Wie soll denn jemals eine Verteidigung eine Abseitsfalle aufbauen, wenn es dann ständig als passiv ausgelegt wird, nur weil der total abseits stehende Mann nicht angespielt wird. Die jetzige Regelung führt die ganz Abseitsregel ad absurdum. Wenn man das so weiter beibehalten will, dann kann man die Abseitsregel auch gleich fallen lassen oder vollkommen reformieren (Abseits erst ab 30 m, oder solche Sachen).

Das in diesem Fall der Linienrichter die Fahne auch noch hob, setzte dem Ganzen ja nur noch die Krone auf. Trotzdem entscheidet natürlich der Schiedsrichter, ob er Abseits gibt oder nicht. Und das ist überhaupt keine Begründung (wie Kovac es nach dem Spiel sagte) stehen zu bleiben. Das lernte man schon in der Jugend und ich predige das sogar bei uns im Betriebssport: So lange der Schiri nicht pfeift, wird weitergespielt. Lamentieren kann man später !!!

Das zweite Tor war auch wieder ein passives Abseits. Preetz wurde wunderschön in die freie Gasse angespielt. Einige Meter weiter links stand allerdings ein weiterer Herthaner und der stand abseits. Auch diesmal wurde nicht abseits gegeben. Wahrscheinlich wurde es diesmal gar nicht bemerkt, weil auch der Linienrichter nicht die Fahne hob. Aber wenn, dann wäre es vermutlich auch wieder, den jetzigen Regeln entsprechend, als passives Abseits ausgelegt worden. Auch damit wäre ich nicht einverstanden gewesen aus den gleichen Gründen wie oben.

Passives Abseits sollte man meiner Meinung nach grundsätzlich wieder abschaffen. Denn eine Regelauslegung, wie sie mir vorschweben würde, wäre wohl unmöglich zu handhaben. So ein Abseits wie gestern beim ersten Tor würde ich u.U. schon als passiv durchgehen lassen, aber eben nicht wenn ein Verteidiger klar ersichtlich extra diesen rausläuft, um diesen Spieler abseits zu stellen. Aber wer sollte das schon immer entscheiden. Das ist ein schwieriges Thema, das es aber einer Abwehr fast unmöglich macht, auf Abseits zu spielen.

Ein weiteres Thema gestern war (oder wird es noch) Hollerbach. Ich weiß bis dato nicht, ob er verletzt war oder nicht. Wenn er aber nicht verletzt war, wird er es wohl als Erniedrigung empfinden, daß nun nach Fischer auch noch Ernst den Vorzug vor ihm erhielt. 

Nach dem "Superspiel" sollte sich dann bei Rückfahrt der "tolle Abend" auch noch vervollständigen. Es gab nämlich Schneeschauer und irgendwann war dann sogar die Autobahn ganz weiß. Die linke Spur vollkommen weiß und auf der rechten gab es immerhin noch Fahrrillen. Wie das aber jemandem gefällt, der wohl eigentlich eher in die Rubrik "Raser" gehört, könnt Ihr Euch wohl vorstellen. Wir sind da eine ganze Zeit mit Tempo 60 - 80 in der Kolonne gefahren und das belastet meine Nerven schon sehr. Ich konnte aber auch einfach nicht überholen, denn das macht sich bei verschneiter Straße wohl nicht so gut, wenn man nur Sommerreifen drauf hat, die dazu auch noch fast Slicks gleichen ;-)))
 

Meine Spielerbewertung:

Eigentlich könnte ich allen Spielern eine „Einheitsnote“ geben, aber ich will doch versuchen, es etwas zu differenzieren.

Butt: Der einzige Mann, der gestern vollkommen fehlerlos agierte. Hielt alles, was zu halten war. Note 2

Panadic: Genauso unauffällig wie fast alle: Note 4

Hoogma: siehe Panadic: Note 4

Hertzsch: hätte man am Ende nicht die Rolle Aufbauspielers überlassen dürfen.: Note 4

Kovac: Trotz seines Tores auch nicht sehr auffällig. Eigentlich hätte er sich für seinen dämlichen Kommentar zum Abseits im Interviews fast noch eine schlechtere Note verdient: Note 4

Gravesen: Einer der ganz wenigen, die mir etwas besser als der Durchschnitt gefiel. Konnte die Mannschaft in der ersten Halbzeit mehrfach aus der eigenen Abwehr gut nach vorne treiben: Note 3

Ernst: Tja, auch gegen Fabian entwickle ich langsam aber sicher eine Abneigung. Für mich hat er diese Saison noch kein einziges gutes Spiel gemacht. Note 4—

Cardoso: war nicht gut. Ich habe ihn aber im Gegensatz zu vielen anderen, auch keineswegs schlechter als seine Mitspieler gesehen. Ich fand sogar, daß das Spiel des HSV noch schlechter und planloser wurde, als er das Feld verließ: Note 4

Mahdavikia: auch etwas besser als der Schnitt. Bewegte sich viel und brachte auch die wenigen gefährlichen Angriffe meist nach vorne: Note 3

Präger: auf recht unauffällig, wenngleich er auch wie immer viel rackerte: Note 4

Yeboah: eine Wonne zu sehen, wie er selbst die beschissenstens Abgaben noch unter Kontrolle bringt und sie wieder zu einem Mitspieler bringt. Aber vorn war er heute auch nur ein laues Lüftchen. Ich glaube sogar gänzlich ohne Torchance: Note 4 –

Khatibi: Vielleicht ein guter Mann, aber heute gewiß der falsche Mann für diese Position: Note 5

Bäron: Konnte auch nicht auffallen: Note 4

Doll: Der einzige Feldspieler, der richtig zu überzeugen wußte. Sehr ideenreich. Hat bewiesen, daß er noch nicht zum alten Eisen gehört und hat sich durchaus wieder eine Chance verdient: Note 2

Im Grunde genommen hätten wahrscheinlich alle Spieler noch eine Note schlechter bewertet werden müssen, denn die ganze Mannschaftsleistung hat ja auch gar nicht gestimmt, aber das konnte ich dann wohl doch nicht über mein s-w-b Herz bringen. 

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
 
 
Sport1 meldet: Hertha besiegt schwachen HSV
 
Hertha BSC Berlin  2 : 1 (0 : 0) Hamburger SV  

ERGEBNIS   2 : 1 (0 : 0) 
DATUM   18.02.00   20:00 Uhr 
ZUSCHAUER   48,067 
SCHIEDSRICHTER   Uwe Kemmling 
TORE :   1:0 Michael Preetz (64.), 2:0 Michael Preetz (82.), 2:1 Niko Kovac (89.)

AUFSTELLUNG 
Hertha BSC Berlin: Christian Fiedler, Eyjölfur Sverrisson, Kjetil Rekdal, Marko Rehmer, Dick van Burik, Sergej Mandreko, Alex Alves, Dariusz Wosz, Andreas Schmidt, Sebastian Deisler, Michael Preetz

Hamburger SV: Hans-Jörg Butt, Andrej Panadic, Ingo Hertzsch, Nico Jan Hoogma, Thomas Gravesen, Fabian Ernst,
Roy Präger, Niko Kovac, Mehdi Mahdavikia, Rodolfo E. Cardoso, Anthony Yeboah

WECHSEL 
Hertha BSC Berlin: Ali Daei für Alex Alves (46.), Bryan Roy für Sergej Mandreko (55.), Sixten Veit für Dariusz Wosz (86.)
Hamburger SV: Rasoul Khatibi für Rodolfo E. Cardoso (52.), Thomas Doll für Thomas Gravesen (68.), Karsten Bäron für Roy Präger (68.)

GELBE KARTEN 
Hertha BSC Berlin: Kjetil Rekdal (19.), Dick van Burik (29.), Bryan Roy (80.), Eyjölfur Sverrisson (85.)
Hamburger SV: Hans-Jörg Butt (90.)

Absolut verdienter Sieg von Hertha BSC Berlin gegen einen überraschend schwachen Hamburger SV. Gegen eine diszipliniert spielende Berliner Mannschaft konnten die Hanseaten ihr gefürchtetes Flügelspiel nie richtig aufziehen. 
Der Berliner Michael Preetz nutzte jeweils nach Pass von Eyjölfur Sverrisson seine Chancen eiskalt und war mit seine beiden Toren der Matchwinner. Der Anschlusstreffer des Hamburgers Niko Kovac kam zu spät. Die Berliner können wieder auf das internationale Geschäft hoffen, dagegen verabschieden sich die Norddeutschen vorerst aus dem Titelrennen. 

Nicht der erwartete Kracher 
Es war nicht das erwartete große Spiel im Berliner Olympiastadion. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt wurde den 48.000 Zuschauer durch die Leistung beider Mannschaften nicht gerade warm ums Herz. Chancen waren Mangelware. 

Die beste Möglichkeiten in der ersten Halbzeit hatten die Gastgeber, bei denen Sebastian Deisler ein starkes Spiel machte, durch Michael Preetz in der 22. Minute. Seinen Schuss konnte Hamburgs Torhüter Hans-Jörg Butt parieren. Den Abpraller bekam Neuzugang Alex Alves nicht unter Kontrolle und verstolperte die aussichtsreiche Chance. Insgesamt spielte der Brasilianer äußerst unglücklich - zur Halbzeit nahm Trainer Jürgen Röber den 15-Millionen-Mann vom Feld. Für ihn kam der Iraner Ali Daei. 

Schwache Leistung des HSV 
Die 1:0-Führung passte ins Bild der schwachen Leistung der Hamburger. Thomas Gravesen unterläuft in der 64. Minute einen Pass von Eyjölfur Sverrisson , Michael Preetz kommt an den Ball und lässt Hans-Jörg Butt bei seinem Schuss aus 14 Meter Torentfernung keine Chance. Allerdings hob der Linienrichter beim Pass von Sverrisson zuerst die Fahne - Deisler stand im passiven Abseits - dann ließ er aber weiterspielen, da Preetz nicht im Abseits stand. Die Hamburger protestierten vehement. Doch das Tor zählte. 

Nach knapp 70 Minuten Spielzeit kam der HSV zu seiner ersten Ecke! Die einzig nennenswerte Chance der Hamburger hatte Mehdi Mahdavikia in der 78. Minute, sein Schuss ging haarscharf am linken Torpfosten vorbei. 

Fakten:
Top-Vorbereiter Sverrisson  
Von allen Abwehrspielern der Liga gab Hertha-Manndecker Eyjölfur Sverrisson die meisten Torvorlagen - gegen den HSV legte er zum fünften und sechsten Mal in dieser Spielzeit auf. 
 
Serie beendet  
Nach zuvor sieben Spielen ohne Niederlage gab es die dritte Saisonschlappe für den HSV.
 
Preetz trifft wie er will 
An allen Hertha-Toren (sechs) in der Rückrunde war Michael Preetz beteiligt. Fünf Mal traf er selbst, und einmal legte er zum Tor auf. Gegen den HSV gelang Preetz sein drittes Doppelpack in dieser Saison. 

Karten-Premiere für Butt  
Hans-Jörg Butt sah die erste Karte seiner Karriere - Gelb für Zeitspiel.

Schlaglichter:
Die große "One-Man-Show" im Hertha-Sturm 
Der Matchwinner für Hertha war ganz klar Michael Preetz, der beide Treffer gegen den HSV erzielte, von allen Spielern auf dem Platz die meisten Torschüsse abgab (sieben) und gute 52% seiner Zweikämpfe für sich entschied. Weder Alex Alves, der einmal vor dem gegnerischen Tor in aussichtsreicher Position den Ball verstolperte, noch Nachfolger Ali Daei, der nur einen einzigen Torschuss abgab, konnten "Ein-Mann-Sturm" Preetz das Wasser reichen. 

Dick van Burik stark im Zweikampf 
Manndecker Dick van Burik war zweikampfstärkster Spieler auf dem Platz - konnte tolle 75% seiner Duelle Mann gegen Mann gewinnen. Seinen Gegenspieler Mehdi Mahdavikia degradierte der Holländer dabei zum Statisten: Von 13 direkten Duellen gegen die "Rakete" aus dem Iran gewann van Burik neun. 
 
Yeboah ohne Torschuss 
Anthony Yeboah, der Top-Scorer der Liga, lieferte sich aufopferungsvolle Duelle mit "Jolly" Sverrisson - und blieb oft nur zweiter Sieger. Es war sowieso nicht der Abend des "Ashanti-Kriegers" aus Ghana: Während der gesamten 90 Minuten gab er nicht einen einzigen Torschuss ab. 
 
Turm in der Schlacht ohne Fortune 
Andrej Panadic hatte nicht nur die meisten Ballkontakte bei den Gästen aus der Hansestadt, sondern war auch zweikampfstärkster HSVer (70% aller Duelle gewonnen), hatte sowohl Alex Alves als auch Ali Daei fast immer im Griff. Gebracht hat es seinem Team letztendlich nichts...

Kommentar von Jörg Wontorra:
"Vor allem in der ersten Halbzeit war es ein sehr schwaches Spiel, mehr Spielanteile hatten aber schon da die Berliner. In Halbzeit zwei wurden sie noch stärker, das 1:0 war zwar umstritten, aber allemal verdient. Hertha war besser, der HSV gegenüber den vergangenen Spielen nicht wieder zu erkennen. Wo war sie nur, die gefürchtete Flügelzange der Hansestädter?"  

Spielwertung: 2 Bälle (von 4 möglichen)
 
FuXX des Spieles:  Michael Preetz  
"Zuerst sah Millionen-Mann Alex Alves neben ihm sehr blass aus, danach wirkte Ali Daei an seiner Seite wie ein besserer Statist. Michael war es egal, er schlug zu - und das gleich zwei Mal. Ein Mann für Erich Ribbeck allemal - das EM-Ticket rückt in immer greifbarere Nähe."  
 
Stimmen:
Jürgen Röber (Hertha BSC Berlin): 
"Es war wichtig, hier die drei Punkte zu holen. Gerade gegen eine Top-Mannschaft wie den HSV konnten wir uns rehabilitieren. Wir haben jetzt aus vier Spielen neun Punkte geholt, das ist ganz in Ordnung. Es war wichtig, dass wir heute bei Standardsituationen des Gegners keine Probleme hatten."    
 
Frank Pagelsdorf (Hamburger SV): 
"Hertha hat uns heute vorgemacht, wie man erfolgreich spielt. Sie waren immer mit Flanken gefährlich und haben deshalb verdient gewonnen. Wir haben in den letzten 20 Minuten enorm Druck gemacht, aber leider hat es am Ende nicht mehr gereicht."  


 
dpa meldet: Hertha 2:1 gegen schwachen HSV 
on Jens Mende, dpa  
Berlin (dpa) - Nationalstürmer Michael Preetz hat Hertha BSC auf Erfolgskurs zurückgebracht und der "Torfabrik" der Bundesliga die Schau gestohlen. Mit seinen Saisontoren Nummer acht und neun in der 64. und 82. Minute sorgte der 32- jährige Angreifer am Freitagabend für den verdienten 2:1 (0:0)- Sieg der Berliner gegen den Hamburger SV. 

Und bot sich fünf Tage vor dem Länderspiel in Amsterdam gegen die Niederlande für einen Einsatz im Team von Erich Ribbeck an. Vor 48 067 Zuschauern im Olympiastadion konnten die Hanseaten ihren Ruf, eine Spitzen- Mannschaft zu sein, nicht bestätigen. Erst in der 89. Minute gelang Niko Kovac mit seinem siebten Treffer in dieser Spielzeit das Anschlusstor.

Überraschend erarbeiteten sich die Berliner im Duell mit dem Champions- League- Aspiranten klare Feldvorteile. Dabei wirkte sich vor allem das Comeback von Sebastian Deisler positiv aus, der bei seinem ersten Einsatz nach knapp dreimonatiger Verletzungspause zu den Aktivposten zählte. Dagegen war von Millionen- Stürmer Alex Alves nur wenig zu sehen. Die Hertha- Abwehr erhielt durch Rückkehrer Dick van Burik die zuletzt vermisste Stabilität. Das ganz auf Konter angelegte Spiel der Hamburger litt daran, dass der entscheidende Pass fast nie einen Abnehmer fand. Ihre einzige Chance vor der Pause verzeichneten die Gäste bei einem Kopfball von Nico- Jan Hoogma (17.) nach Freistoß- Flanke von Rodolfo Cardoso.

Die besseren Gelegenheiten lagen auf Seiten der Berliner, doch Michael Preetz scheiterte gleich zwei Mal in aussichtsreicher Position. In der 5. Minute jagte der Nationalstürmer eine Flanke von Dariusz Wosz freistehend weit über das Tor, dann traf er frei vor Torhüter Hans- Jörg Butt den Ball nicht richtig (22.). Erst in der zweiten Hälfte machte es der Torschützenkönig der vergangenen Saison besser. Dagegen wusste sich auf der Gegenseite Anthony Yeboah in seinem 200. Bundesliga- Spiel kaum einmal gegen Jolly Sverrisson durchzusetzen.

Ein Steilpass von Rekdal leitete in der 64. Minute die verdiente Führung für die engagierteren Berliner ein. Preetz nahm den Ball kurz vor der Strafraumgrenze auf und überwand Butt mit unhaltbarem Schuss. Schiedsrichter Kemmling aus Burgwedel hatte in dieser aus Hamburger Sicht recht strittigen Situation auf passives Abseits von Deisler entschieden. Mit der Hereinnahme von Karsten Bäron und Thomas Doll versuchte HSV- Trainer Frank Pagelsdorf dem ideenlosen Spiel seiner Mannschaft in der Schlussphase neue Impulse zu geben. Doch auch diese Maßnahme blieb erfolglos. Auf Zuspiel von Sverrisson erhöhte Preetz sein Torkonto acht Minuten vor dem Ende weiter.