Bundesliga, 27. Spieltag, Samstag, 01.04.00 um 15:30 Uhr im Dortmunder Westfalenstadion bei klarem Wetter mit teilweise Sonnenschein und Temperaturen so um die 10 Grad C. 

BVB 09 Dortmund - Hamburger SV 0:1 (0:0)

Was für ein Wochenende !!!! Genial, mega-affen-geil ! Fast 3 Tage lang durchgehend „orgasmische Schwingungen“ ;-)

Das geniale Wochenende fing schon am Freitag an, als ich – völlig gegen meine Gewohnheit – schon mit sehr guter Laune aufwachte. Eigentlich bin ich ja ein Morgenmuffel, aber ich ging sogar schon richtig fröhlich zur Arbeit (was aber auch andere Gründe haben kann ;-) ) Naja, der Tag war dann auch sehr schön. 

Der Samstag sollte dann allerdings den Höhepunkt dieses Wochenendes werden. Und der dauerte fast 24 Stunden.

Ich „durfte“ gegen 1:00 Uhr früh das Aprilscherz-Inferno „Tomasson“ einläuten. Stevie hatte einen Artkel wirklich super gefaked und Ralf (vom Fanclub Nordharz) und ich lancierten schon mal, daß der Däne Tomasson zu HSV wechsle. Auch wenn viele es schnell als Aprilscherz outeten (Spielverderber !!! Da läßt man gefälligst erstmal alle im Glauben, daß es stimmt !!!), so haben es wohl auch viele geglaubt oder waren zumindest am Zweifeln. DANKE nochmals an Stevie, der eigentlich die ganze Arbeit fast ausschließlich allein gemacht hat !

Naja, dann ging ich um 2:00 schlafen und stand um 07:00 (boah, war ich müde) wieder auf, weil ich noch meinen Kumpel aus Kiel abholen mußte. Auf der Autobahn gen Ruhrpott überholten wir dann auch einige Mitglieder der HSV-Web-Supporters (verzeiht mir, aber so eine langsame Konvoi-Fahrt würde mir den letzen Nerv rauben !), neben denen wir später im Stadion sitzen und unseren Abend verbringen sollten.

Vorm Stadion flugs noch ein Paar CD´s des HSV-Fanclub Nordharz (siehe auch bei mir in der Rubrik FUN – Musik) verkauft und dann rein ins Westfalenstadion.

Ich war nicht mehr im Westfalenstadion nachdem dieses nun vollkommen fertiggestellt ist und war deshalb schon begeistert. TV-Bilder können so ein Stadion doch niemals so einfangen wie man es selber tut. Die Südtribüne sieht schon begeisternd aus mit Ihren 25.000 Stehplätzen, wenngleich die Stimmung im Spiel doch eher erbämrlich war von Seiten des BVB. Das mag einen aber auch nicht verwundern nach 9 sieglosen Spielen.

Ich kann diesen Bericht so schön mit vielen Randnotizen ausschmücken, weil es über das Spiel selbst eigentlich nur seeehr wenig zu schreiben gibt. Ich könnte sogar jede vernünftige Torchanche sehr ausführlich beschreiben und würde kaum auf eine Seite kommen (naja, bei meinem Geschwafel würde ich das wahrscheinlich doch leicht und locker schaffen).

Die „guten“ Torchancen gab es fast alle in Halbzeit 1. Die Dortmunder hatten zwei Chancen durch Heiko Herrlich und Vladimir But. Die Dinger hätten beide drin sein können, waren aber aufgrund der mangelhaften Ausführung nicht einmal so zwingend, daß sich unser Keeper auf den Rasen legen mußte. Herrlich hatte eine sehr schöne Flanke von der rechten Seite bekommen und stand eigentlich sträflich frei in mittiger Position in ca. 10 m Torentfernung. Irgendwie hat er es aber doch geschafft, so schlecht zum Kopfball hochzugehen, daß sein Kopfball dann wohl doch so ca. 5 m das Tor verfehlte. But´s Chance war dann gegen Ende der Halbzeit ein Schuß aus ebenfalls ca. 10, naja vielleicht auch 15 m Torentfernung, den er recht freistehend abgeben durfte. Aber auch er verfehlte das Ziel um einige Meter; nur diesmal über das Tor.

Der HSV hatte seines Zeichens 2 Chancen in der ersten Halbzeit, die mir jetzt noch einfallen: Eine Chance hatte Thomas Doll, der bei einem Konter schön von Präger in Szene gesetzt wurde. Er bekam den Ball im Strafraum von der rechten Seite und schoß sofort. Der Ball wurde allerdings noch von einem Dortmunder Verteidiger abgefälscht und landete sicher in der Armen von Borussen-Keeper de Beer.

Und dann hatte Tony Yeboah noch eine Chance, die Ihres gleichen sucht. Er wurde, ebenfalls bei einem Konter angespielt und ließ seinen Gegenspieler Kohler aussehen wie einen dummen Jungen in der F-Jugend. Yeboah stand leicht rechts von der Mitte in ca. 30 m Torentfernung. Kohler ein paar Schritte links neben ihm. Yeboah, der mit dem Körper zur Mittellinie sehend stand, wurde nun angespielt, drehte den Ball direkt um Kohler herum und lief dann hinter Kohler an ihm vorbei, um den Ball wieder anzunehmen. Das kann man gar nicht mit Worten beschreiben, so geil hat das ausgesehen. „Etwas unglücklich“ war dabei nur, daß nun, sekundenbruchteile später, es Yeboah war, der wie ein dummer Junge aussah. Er lief ja nun völlig frei auf de Beer zu und als er in den Strafraum eindrang warf sich de Beer auch zu Boden und Yeboah hätte den Ball locker versenken können. Wenn ... Ja wenn er ihn denn nur wenigstens ein bißchen angehoben hätte. So aber traf er de Beer´s Beine und es sollte kein Tor werden.

Die Szene erinnert mich im Nachhinein tatsächlich an Yeboahs vergebene Chance beim Spiel in Bremen. Da hatte er zuerst auch Weltklasse ausgesehen um dann beim Abschluß ähnlich Kreisklasse zu wirken wie auch in dieser Chance. Aber ich liebe ihn trotzdem, „meinen“ Tony.

Außerdem sollte diese vergebene Großchance ja auch diesmal nicht so bitter bestraft werden wie in Bremen.

Insgesamt gefiel mir die Art und Weise wie der HSV spielte in der ersten Halbzeit gar nicht. Wir haben uns nach meinem Dafürhalten viel zu weit in die eigene Hälfte zurückgezogen. Unser vorderster Mann stand bei vielen Angriffen bestimmt noch 10 – 20 m in der eigenen Hälfte. Es sah mir nach ein bißchen zuviel Respekt vor der eigentlich angeschlagenen Borussia aus.

In der zweiten Halbzeit gefiel mir dann das Spiel des HSV besser, denn es wirkte auf mich wesentlich souveräner und die Dortmunder Angriffe wurde auch nicht erst so spät in unserer eigenen Hälfte abgeblockt.

Allerdings gab es trotz verbesserten Spiels nicht mehr Großchancen. So fällt mir aus der zweiten Halbzeit jetzt eigentlich nur noch unser Tor als sehr gute Chance ein. Wir hatten zwar einige vielversprechende Angriffe, aber da gab es dann nie einen Abschluß.

Aber das ist ja im Nachhinein auch egal, denn unser Roy hat ja nun bereits zum 8. Mal in dieser Saison zugeschlagen. Cardoso leitete dieses Tor aus dem linken Mittelfeld mit einem Zucker-Außenwrist-Paß auf den (endlich) mal die Linie lang laufenden Hollerbach ein. Holler wiederrum tanzte einen Dortmunder durch einen sehr schönen Hackentrick außen aus und hatte so die nötige Zeit mit dem rechten !!! Fuß zu flanken. Er zog den Ball auf den am 5m-Raum stehenden Yeboah. Yeboah legte den Ball direkt mit dem linken Fuß ab in den Rückraum, wo Präger hingelaufen war und die Murmel mit voller Wucht aus ca. 10 m in die Maschen drückte. Teddy de Beer hatte bei diesem Schuss keine Chance, da der Ball hinter einem Dortmunder Vertediger langflog und es daher dem Borussentorwart unmöglich war, den Ball rechtzeitig zu sehen.

So sehr wie bei diesem Tor habe ich auch schon lange nicht mehr gejubelt. Und dann noch mit so vielen HSVer, die da um mich herum saßen (Sorry, Andreas, falls ich Dich zu doll gequetscht haben sollte). Ich muß sagen, daß diese Jubelarien, bei denen man sich teilweise mit wildfremden Menschen (und in diesem Fall auch einem angetrunkenen Vollidioten, der bei uns „saß“) in der Armen liegt, immer wieder ein geiles Ereignis sind, daß ich natürlich eigentlich nur auswärts erlebe, denn im Stadion sitzen ja immer die gleichen Leute um mich herum, da „unser“ Block wohl sehr gut mit Dauerkartenkunden gefüllt ist.

Naja, es waren noch 10 Minuten zu spielen und ich wußte, daß ich nun wieder mächtig Angst bekommen würde. Allerdings taten uns die Borussen den Gefallen, daß sie sich gar nicht so richtig aufbäumten und auch fast keine nennenswerte Chance mehr herausspielten. Einzig der eingwechselte Ikpeba prüfte Butt noch einmal mit einem Schuß aus ca. 25 m Metern. Das sah dann zwar recht gefährlich aus, was allerdings wohl nur daran lag, daß Butt den Ball nicht gleich festhalten konnte und man fürchten mußte, daß ein Borusse den Abklatscher noch vor Butt erreichen könnte. Aber Butt war schnell genug wieder oben.

So fieberten wir dann dem Schlußpfiff entgegen und jubelten mit bestimmt 10.000 Hamburgern der Mannschaft zu. 

Eigentlich muß ich Bernd Krauss recht geben, der nach dem Spiel im Interview sagte, daß so ein Spiel normalerweise 0:0 ausgeht. Was mir hier und da schon fast Angst macht, ist, daß wir jetzt schon fast „bayrisch“ spielen, d.h. wir sind teilweise (zumindest gegen 1860 und jetzt den BVB) nicht mehr so drückend überlegen und haben schießen nicht mehr zig Tore pro Spiel, aber wir spielen inzwischen ungeheuer „abgewichst“ (wie man als Fußballer so sagt). Wir haben Dortmund sehr viel anrennen lassen, was aber kaum zu gefährlichen Chancen führte. Im Paßspiel waren wir sehr souverän und jetzt schaffen wir es auch, solche Gurkenspiele zu gewinnen. Was kommt da noch auf uns zu ?

Das ist wohl auch die bestimmende Frage, die wir uns nun alle stellen. Den UEFA-CUP-Platz sehe ich mit diesem Spieltag als gesichert an, da ich mir beim „besten“ Willen nicht vorstellen kann, wie wir den 12-Punkte-Vorsprung auf Rang 7 noch verspielen sollen. Und auch die Champions-League-Qualifikationsrunde ist uns schon fast nicht mehr zu nehmen, denn wir haben ja auch auf Rang 4 und 5 mittlerweile supergeile 11 Punkte Vorsprung. Bleibt die Frage, was sich jeder einzelne von uns noch nach oben erhofft in dieser Saison.

Für mich ist das so:
Ich habe zwar einen winzigen Funken von Hoffnung in mir, daß wir theoretisch sogar noch Meister werden könnten, aber wirklich glauben kann ich daran nicht. Das könnte meines Erachtens nur gelingen, wenn wir nun fast jedes Spiel gewinnen. Auf jeden Fall müßten wir gegen Leverkusen gewinnen und dürften eigentlich überhaupt kein Spiel mehr verlieren. Es wäre zwar mehr als schön, aber ich kann momentan wirklich noch nicht dran glauben.

Allerdings glaube ich mittlerweile schon, daß wir noch eine Chance haben, den 2. Platz und damit die direkte Champions-League-Qualifikation zu erreichen. Bayern ist nach dem Unentschieden in WOB nur noch 4 Punkte weg ( und endlich abgelöst worden von Leverkusen an der Tabellenspitze), Leverkusen muß auch noch zu uns kommen; da könnte es schon möglich sein, daß wir einen der beiden noch überrunden. Lieber wären mir da natürlich die Bayern. Wäre doch ein schönes Tabellenbild, wenn wir uns am Saisonende mit Bayer Leverkusen irgendwie Platz 1 und 2 „teilen“ und die Bayern in CL-Qualifikation „dürfen“.

Mein „Problem“ ist, daß ich nun in den nächsten Spielen gar nicht so recht weiß, für den ich immer sein soll. Da haben es ja viele leichter, die sich ganz sicher sind, daß der HSV auf jeden Fall noch Meister werden kann. Da ich da aber so meine Zweifel habe, bin ich mir noch uneins, ob ich z.B. beim folgenden Spiel BVB-Leverkusen für Dortmund oder für Bayern sein soll. Das mögen manche nicht verstehen, aber hinter meiner Liebe für den HSV folgt auch schon sehr bald der „Hass“ auf die Bayern. Es wäre mir schon seeehr wichtig, daß die nicht Meister werden. Aber dazu müssen wir (und wohl auch Leverkusen) eben sehr viel gewinnen. Aber Gott sei Dank ist es ja auch scheißegal, was und wie ich darüber denke: Der Fußball-Gott wird´s schon entscheiden. Und das es doch einen gerechten Fußball-Gott geben muß, wurde ja auch schon beim letztjährigen CL-Finale bewiesen ;-)

Und nochmal wieder zum Spiel zurückzukommen:
Schiri Merk hat mir einmal mehr NICHT gefallen. Ich fand schon viele Entscheidungen recht dubios und er ließ sehr viele Situationen weiterlaufen, in denen ich klar Freistöße für den HSV gesehen habe. Der Gipfel erreichte das Ganze als er einem Dortmunder Verteidiger nach einer Notbremse an Kovac nur die gelbe anstatt der roten Karte gab.
Dachte ich zumindest, war aber nicht so, wie sich bei „ran“ dann klar herausstellte. Es war nämlich doch noch ein Verteidiger zur Stelle, der Kovac noch hätte abfangen können.

Aprospros „ran“. Da muß ich wohl Inge und teli einen großen Dank aussprechen. Das ich mal „ran“ direkt neben den Katakomben der Westfalenstadions sehen würde, hätte ich auch nicht gedacht. Ich weiß zwar nicht, wie die das gedeichselt haben, aber zumindest durften wir (und das als HSV-Fans !!!) nach dem Spiel mit ca. 10 Mann durch einen Seiteneingang (eskortiert von einem Borussen-Ordner) direkt in die Stadiongaststätte „Rote Erde“, die sozusagen noch unter der Haupttribüne des Westfalen-Stadions liegt. Das ist zwar noch ein ganz altes Gebäude, aber es wird von der steilen Haupttribüne überragt. 

Und da wir nun in diesem Bereich waren und auf ran warteten, fiel uns natürlich auf, daß dort auch direkt der Mannschaftsbus des HSV stand, der auf die Spieler wartete. Also warteten wir auch draußen, wo wir zunächst noch von einem Ordner zurückgehalten wurden; nachher konnte man jedoch, wenn man wollte, direkt zu den Profis gehen, um sich z.B. ein Autogramm abzuholen (gelle, Saege ?!?!). Ich hatte ja vorgeschlagen, daß jemand mal einfach dem Hollerbach einen Vertrag für 1860 unter die Nase halten solle zum Unterschreiben, aber da war ich mal wieder ziemlich allein mit meinem Wunsch...

Wir schauten dann noch zwei ran-Berichte in der „Roten Erde“ und machten und schließlich, fröhlich beschwingt, auf den Heimweg. Diesen unterbrachen wir noch einmal auf dem nur zu empfehlenden Autohof in Vechta, um dort noch zu acht zu Abend zu essen. Als man uns „unfreundlicherweise“ um 22:00 Uhr langsam das Licht ausknipste (boaaaah, haben jogger und Andreas ein Sitzfleisch !! ;-) ) , fuhren wir auch weiter nach Hause. 

Ich brachte dann noch meinen Freund nach Kiel und fuhr wie eine gesengte Sau von Kiel nach Bad Schwartau. Ich fühlte mich eben wie auf einer Rallyestrecke und nahm auch extra die Tour über die Dörfer, weil man da schon schön mit guter Laune „heizen“ kann.

Um kurz vor 2:00 fiel dann wieder die Klappe und um 09:00 mußte ich am Sonntag wieder aufstehenen, weil ja der SFC zum Fussi lockt. Das hat auch richtig Spaß gemacht. Wir spielen mit unserer Truppe immer, bis eine Mannschaft 10 Tore hat und das wiederholen wir so oft, wie wir Zeit, Lust und Kraft haben (meist 2 oder 3 mal). Heute waren es zweimal. Das erste Spiel verlor mein Team ziemlich klanglos, aber im 2. Spiel haben wir uns richtig aufgerappelt und den Gegner (teilweise) in seine Schranken gewiesen. Wir führten zwischenzeitlich mit 7:1 und haben es doch noch geschafft, den Gegner schließlich zum 8:8 ausgleichen zu lassen. Dann konnten wir das Glück aber doch noch einmal zwingen, rissen uns zusammen und gewannen mit 10:8 und dabei habe sogar ich mal 2 Tore (glaube ich zumindest) beigesteuert. Eigentlich bin ich ja nicht so der „Striker“ vor dem Herren, sondern gebe eher in der noch so klarsten Situation noch ab zu meinem Mitspieler. Mangelndes Torschuß-Selbstvertrauen.... ;-)

Dann mußte ich mich wieder sputen, denn am Sonntagnachmittag „mußte“ ich mir in Hamburg noch mit 3,5 Stunden härtester Arbeit (die eigentlich nur darin bestand rumzustehen) noch eine Menge Kohle verdienen. Mehr als ein Drittel eines Netto-Monatsgehaltes habe ich dafür bekommen. Das soll keine Prahlerei sein, sondern es paßt nur so hervorragend in mein supergeiles Wochenende. Womit ich das Geld verdient habe, werde ich Euch übrigens auch noch zu „geeigneter Zeit“ wissen lassen ;-)

Als ich wieder zu Hause ankam, durfte ich noch den Rest von „ran“ sehen und konnte auch hier wieder kaum mein Glück fassen. Ich hatte gehofft, daß in den Sonntagsspielen wenigstens nicht beide (Lautern und Werder) ihre Spiele gewinnen. Das sie nun aber beide nicht gewonnen haben, war die endgültig fantastische Abrundung der Sportwochenendes. Die daraus resultierende Tabellensituation habe ich schon weiter oben beschrieben.

Morgen folgt dann noch die nicht-sportliche Perfektion in der Abrundung des Wochenendes, denn ich habe morgen frei und kann so meinen megamäßigen Muskelkater vom Fussi auskurieren. So dämlich sich das auch anhört: ich habe sogar in beiden armen Muskelkater nach dem Fußballspielen vom Sonntag morgen. Vielleicht liegt es aber auch daran, daß ich nun schon ca. 2,5 Stunden an diesem Bericht herumtippe. Wer es aber tatsächlich geschafft hat bis hierhin alles zu lesen, der weiß natürlich, was jetzt noch folgen muß:

Meine Spielerbewertung:

Butt: stand sicher und hatte fast nix zu tun: Note 3

Panadic: Hatte lt. Spielerdatenbanken wieder hervorragende Zweikampfwerte. Von den Dortmunder Stürmern war jedenfalls fast nichts zu sehen: Note 2

Hoogma: für ihn gilt das gleiche wie für Panadic. Hoogma spielte heute Manndeckerersatz für den gelbgesperrten Hertzsch und leistete sich dabei keine Schwächen: Note 2

Gravesen: hat mir als Abwehrorganisator sehr gut gefallen. Allerdings hatte  ich das ganze Spiel über die latente Angst, daß er irgendwann gelb-rot sehen würde, denn er hatte schon einige Fouls auf dem Konto: Note 2

Groth: er spielte wieder, wie auch schon im letzten Spiel, eher defensiv, was dann aber zur Folge hat, daß die rechte Seite vorne nicht gut besetzt ist für die Flanken: Note 4

Hollerbach: spielte eigentlich ganz gut, wenn er auch vieeel öfter steil gehen müßte, anstatt immer seinem Gegenspieler entgegen zu kommen: Das Tor hat er aber schön vorbereitet: Note 3

Kovac: Gefiel mir wieder sehr gut mit seiner souveränen Art. Außerdem baut er, zusammen mit Cardoso, immer wieder sehr gut das Spiel auf. Die beiden sind zusammen schon ein recht geniales Duo: Note 2

Cardoso: wenn Ihr weiter unten nachlest, hat der kicker Cardoso eine 5 gegeben für das Spiel. Nun, da bleibt mir wohl nur zu sagen, daß entweder die blind sind oder ich. Das mag der Betrachter entscheiden, wie er will, aber für mich war Cardoso der beste Hamburger auf dem Platz: Note 2+

Doll: spielte nur eine Halbzeit, aber da fand ich ihn sehr gut. „Anlasten“ kann ich ihm nur, daß er die Außenposition zu wenig besetzt hat. Note 2-

Präger: gefiel mir in diesem Spiel gar nicht mal sooo gut wie sonst. Außerdem hat er sich sehr dusselig seine 10. Gelbe eingehandelt und muß nun im nächsten Spiel aussetzen (das sah schon fast nach Absicht aus. Aber es waren erst 15 Minuten gespielt; da kann man sich eigentlich noch nicht absichtlich ne gelbe Karten holen, um gegen einen vermeintlich schlechten Gegner die Sperre abzubrummen.) Deshalb gibt es auch trotz des schönen Tores „nur“ eine: Note 3

Yeboah: merkte man schon seit Verletzungspause an. Es mangelte noch an Spritzigkeit. Trotzdem sah man gleich wieder, daß das Spiel des HSV nach vorne ganz anders läuft, wenn da der stets anspielbare Yeboah steht: Note 4+

Spörl (ab 46. Für Doll): Lumpi hat mir wirklich sehr gut gefallen. Er spielte praktisch als Rechtsaußen und mit seiner Einwechslung war der rechte Flügel dann zumindest immer besetzt und jemand anspielbar. Es ist für das Spiel des HSV sehr wichtig, daß die Außenpositionen ständig besetzt sind. Durch sein gutes Spiel und die Sperre von Präger hätte er im nächsten Spiel bestimmt wieder eine Chance bekommen, aber er soll sich am Sonntag im Training nach dem Spiel eine Verletzung zugezogen haben und wieder einige Wochen verletzt sein (siehe News) : Note 2

Uysal: der hat zwar nur ca. 10 Minuten gespielt, wird aber trotzdem von mir genannt, weil er ewig nicht für den HSV gespielt hat. Nach seiner langen Verletzung war es der erste Einsatz in der Profimannschaft und der sah wirklich vielversprechend aus. Man konnte auch in diesen wenigen Minuten merken, daß er einiges kann am Ball. Eine Note gebe ich aber lieber doch nicht, weil das bei einem 10-Minuten-Einsatz doch recht schwierig ist. 

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
 
 
Sport1 meldet: Ratlose Borussia stürzt weiter ab. Borussia Dortmund  0 : 1 (0 : 0) Hamburger SV  :

ERGEBNIS   0 : 1 (0 : 0) 
DATUM   01.04.00   15:30 Uhr 
ZUSCHAUER   68,600 
SCHIEDSRICHTER   Dr. Markus Merk 
TORE   0:1 Roy Präger (79.)

AUFSTELLUNG 
Borussia Dortmund: Wolfgang de Beer, Jürgen Kohler, Stefan Reuter, Evanilson, Christian Wörns, Miroslav Stevic,
Giuseppe Reina, Dede, Otto Addo, Vladimir But, Heiko Herrlich

Hamburger SV: Hans-Jörg Butt, Nico Jan Hoogma, Thomas Gravesen, Martin Groth, Andrej Panadic, Thomas Doll,
Roy Präger, Niko Kovac, Bernd Hollerbach, Rodolfo E. Cardoso, Anthony Yeboah

WECHSEL 
Borussia Dortmund: Fredi Bobic für Heiko Herrlich (62.), Lars Ricken für Otto Addo (66.), Victor Ikpeba für Evanilson (76.)

Hamburger SV: Harald Spörl für Thomas Doll (46.), Soner Uysal für Anthony Yeboah (80.), Andreas Fischer für Martin Groth (87.)

GELBE KARTEN 
Borussia Dortmund: Otto Addo (54.), Stefan Reuter (62.), Fredi Bobic (91.)

Hamburger SV: Roy Präger (14.), Thomas Gravesen (28.), Martin Groth (53.)
 

Quo vadis, Borussia? Es scheint, als sei der BVB nicht mehr in der Lage zu gewinnen. Champions-League-Kandidat HSV entführte trotz einer dürftigen Leistung drei Punkte aus dem Westfalenstadion - dank eines Treffers von Roy Präger in der 79. Minute. Damit sind die Borussen nur noch drei Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt. 
Die Platzherren bemühten sich zwar von Beginn an, die Hanseaten unter Druck zu setzen, doch wirkten die Schwarz-Gelben zu verkrampft, die Aktionen zu ungenau, um die robuste HSV-Abwehr zu gefährden. Für die größte Gefahr sorgte bezeichnenderweise Manndecker Christian Wörns mit seinen Rechtsflanken. Der HSV zog sich von Beginn an weit in die eigene Hälfte zurück, hatte aber nach einem Konter durch Anthony Yeboah die beste Chance im ersten Durchgang. 

Präger stürzt BVB ins Jammertal

Furios kamen die Gäste aus der Kabine, Yeboah - am Ball ein ständiger Unruheherd - hatte die Führung auf dem Fuß. Danach das gleiche Bild: Der HSV passiv, die Borussen bemüht, aber ohne Durchschlagskraft - über weite Strecken sahen die Fans eine enttäuschende und ereignisarme Partie. 

Als sich die Zuschauer bereits auf ein torloses Unentschieden eingestellt hatten, schlugen die Gäste eiskalt zu: Nach cleverer Vorarbeit von Yeboah vollendete Präger mit einem trockenen Zehn-Meter-Schuss zum "Goldenen Tor". Die letzten verzweifelten Bemühungen der Platzherren blieben ohne Erfolg. Der HSV feiert mit einer mäßigen Leistung einen glücklichen Sieg - und stürzt den BVB noch tiefer in den Abstiegsstrudel. 
 

Fakten:
Niederlagenserie 
Es war die vierte Niederlage in Folge für Dortmund, eine solche Negativserie gab es unter Skibbe nie - zuvor das letzte Mal verlor Dortmund unter Nevio Scala im Herbst 1997 viermal hintereinander. 

Doll dabei 
Thomas Doll spielte nach langer Zeit wieder einmal von Beginn an. Zuvor war er zuletzt am 13.Spieltag in Bremen (1:2) von Beginn an auf dem Platz. 

Ricken auf der Bank 
Erstmals in der Rückrunde saß Lars Ricken nur auf der Bank der Borussia. Zuletzt hatte der 23-Jährige sich am 12.Spieltag beim 0:1 der Dortmunder in Unterhaching das Spiel von der Bank aus ansehen müssen. 

Yeboahs Rückmeldung 
Drei Spiele hatte er gefehlt, mit der Vorarbeit zum Siegtor des HSV meldete sich Mittelstürmer Tony Yeboah eindrucksvoll wieder zurück. Der "wahrscheinlich" 33-Jährige hat nun neun Tore selbst erzielt und ebensoviele vorbereitet. 

Schlaglichter:
Starkes Jubiläumsspiel 
Christian Wörns bestritt gegen den HSV seine 250. Bundesligapartie, der Dortmunder Abwehrspieler machte trotz der Niederlage seines BVB eine gute Partie. Wörns gewann 68% seiner Zweikämpfe, als Defensiv-Mann bereitete er drei Dortmunder Torschüsse vor. Gegen Roy Präger entschied der ehemalige Leverkusener fünf von acht Duellen für sich. Dass Präger trotzdem das Spiel mit dem 1:0 für die Hamburger entschied, war sehr unglücklich für den Jubilar.

Gelungenes Comeback 
Anthony Yeboah zeigte in Dortmund, wie wertvoll er für das Team des HSV sein kann. Der Mittelstürmer war nur 80 Minuten auf dem Platz, trotzdem war er der beste Stürmer im Spiel. "Tony" war mit drei Abschlussversuchen und zwei Vorlagen zu Torschüssen an fünf der elf Torversuchen des HSV beteiligt. 

Zu wenig 
Mit aller Macht wollten die Dortmunder gegen den HSV auf Sieg spielen, in den 90 Minuten war allerdings nicht viel davon zu sehen. Nur elfmal beförderten die Schwarz-Gelben den Ball Richtung Hamburger Tor, der Keeper des HSV, Hans-Jörg Butt, musste nur dreimal eingreifen. Die Stürmer Heiko Herrlich (zwei) und Guiseppe Reina (einer) gaben zusammen nur drei Torschüsse ab, die eingewechselten Angreifer Victor Ikpeba und Fredi Bobic kamen nur zu je einem Abschlussversuch.

Cardoso erneut stark 
Rodolfo Esteban Cardoso war im Westfalenstadion wieder einmal einer der besten Hamburger. Mit 74 Ballkontakten zog der Argentinier das Spiel seines Teams immer wieder an sich. Cardoso war in der Offensive Ballverteiler und auch vor dem Tor stark. Zweimal versuchte er selbst, den Dortmunder Schlussmann zu überwinden, einmal lieferte er die Vorarbeit zu einem Torschuss seines HSV. Auch im Zeikampf präsentierte der Argentinier ungeahnte Qualitäten, 61% seiner Duelle entschied er für sich.
 

Story: Borussia, aufwachen! 
Angesichts der Durchhalteparolen fragt man sich, ob in der Führungsriege von Borussia Dortmund der Ernst der Lage wirklich schon erkannt wurde. Vor Wochenfrist sorgte eine Aussage von Manager Meier noch für Heiterkeit - für die Zweite Liga würde kein einziger Spielervertrag gelten, erklärte er. Doch mittlerweile wirken selbst die Äußerungen von Trainer Bernd Krauss, der nach jeder Partie auf Besserung hofft, wie purer Zweckoptimismus. Einzig der Borussen-Fans scheinen den Ernst der Lage erkannt zu haben: Der Ärger mit den "Millionarios" ist blanker Existenzangst gewichen - Pfiffe gab es heute kaum, dafür viele konsternierte BVB-Anhänger, die vorzeitig das Stadion verließen... 

Kommentar (Werner Hansch): 
"Der HSV spielte im Stile einer Spitzenmannschaft und wartete clever auf seine Chance. Den Borussen merkte man die Verunsicherung nach der langen Negativserie an, trotz aller Bemühungen ging keine Gefahr von der Dortmunder Offensive aus." 

Spielwertung: 2 (von 4 ) Bällen

FuXX des Spieles:  Anthony Yeboah (Hamburger SV) 
"Nach seiner Verletzungspause feierte der Ghanaer ein überzeugendes Comeback - in Tornähe sorgte er stets für Gefahr: Er legte sich mit einem tollen Trick gegen Jürgen Kohler die beste HSV-Chance auf und bereitete Prägers Siegtreffer mustergültig vor." 

Stimmen: 
Bernd Krauss (Borussia Dortmund):
"Es war eine unnötige Niederlage. Wir hatten Feldvorteile, aber vor dem Tor haben sich beide Mannschaften neutralisiert. Eigentlich hätte das Spiel unentschieden ausgehen müssen. Aber in einer Situation, in der wir uns befinden, verliert man halt." 

Frank Pagelsdorf (Hamburger SV): 
"Wir haben uns viel vorgenommen und wollten in Dortmund punkten. Mit der ersten Halbzeit war ich nicht zufrieden. Nach dem Wechsel sind wir stärker geworden und Dortmund nervöser." 


 
dpa meldet: 0:1-Schlappe gegen HSV: Dortmund gerät in akute Abstiegsnöte 
Von Heinz Büse, dpa 
Dortmund (dpa) - Das millionenschwere Starensemble von Borussia Dortmund entpuppt sich mehr und mehr als Abstiegskandidat. Der kriselnde Revierclub setzte am Samstag beim 0:1 (0:0) gegen den Hamburger SV seine bedenkliche Talfahrt fort und geht nach zuletzt zehn sieglosen Begegnungen in der Fußball- Bundesliga schweren Zeiten entgegen. 

Vor 68 600 Zuschauern im ausverkauften Westfalen- Stadion sorgte der Hamburger Torschütze Roy Präger in der 79. Minute für neuen Katzenjammer beim BVB, der auch im neunten Punktspiel unter Trainer Bernd Krauss ohne Erfolg blieb. Der Gast aus Norddeutschland festigte hingegen mit dem fünften Auswärtssieg seinen dritten Tabellenplatz und darf sich damit verstärkt Hoffnungen auf die erste Champions- League- Teilnahme machen.

Von den nach Verletzungspause ins Team zurückgekehrten Profis Stefan Reuter und Heiko Herrlich hatte sich Trainer Krauss eine Verbesserung der Dortmunder Spielkultur erhofft. Doch zunächst dominierte die Mannschaft von Coach Frank Pagelsdorf das Geschehen: Auch ohne Andreas Fischer, Ingo Hertzsch und Mehdi Mahdavikia stellte der HSV die bessere Spielanlage unter Beweis und kam durch Thomas Doll (15.) und den wieder genesenen Angreifer Anthony Yeboah zu zwei klaren Chancen. Beide fanden aber in BVB- Schlussmann Wolfgang de Beer ihren Meister. Nach der vom HSV kontrollierten Anfangsphase kam der BVB zwar zu mehr Spielanteilen, agierte aber wie schon in den vergangenen Wochen wenig zwingend. Bis auf einen Kopfball von Herrlich (13.) und einem verunglückten Drehschuss von Vladimir But blieben BVB- Chancen bis zur Pause Mangelware.

Auch nach Wiederanpfiff erwischte der Gast den besseren Start. Nach Flanke von Martin Groth verpasste Yeboah in der 47. Minute die mögliche 1:0- Führung für sein Team. Der Unterhaltungswert der Partie hielt sich jedoch auch in der zweiten Halbzeit in Grenzen. Zahlreiche Fehlpässe und technische Unzulänglichkeiten prägten vor allem beim erneut enttäuschenden Gastgeber das Bild. Diese Passivität der Dortmunder wurde in der Schlussphase bestraft: Nach Flanke von Bernd Hollerbach und Zuspiel von Yeboah sorgte Präger mit einem Schuss aus 13 Metern für den verdienten Sieg seiner Mannschaft. Der Champions- League- Sieger von 1997 konnte sich in der Schlussphase keine Torchance erspielen und gehört in dieser Form zu den Abstiegskandidaten. 


 
kicker:  Lange Gesichter im Westfalenstadion    Bor. Dortmund - Hamburger SV 0:1 (0:0)    :

Bor. Dortmund: de Beer (2,5) - Reuter (4) - Wörns (3), Kohler (5), Dede (3,5) - Evanilson (4), Stevic (2,5), But (4) - O. Addo (4,5) - Herrlich (4), Reina (5) - Trainer: Krauss
Hamburger SV: Butt (3) - Hoogma (2,5), Gravesen (2,5), Panadic (1,5) - N. Kovac (2,5) - Groth (4), Hollerbach (3,5) - Cardoso (5) - Präger (3), Doll (4,5) - Yeboah (3) - Trainer: Pagelsdorf
Eingewechselt:  62. Bobic für Herrlich, 66. Ricken für O. Addo, 76. Ikpeba für Evanilson - 46. Spörl (4) für Doll, 80. Uysal für Yeboah, 87. Fischer für Groth
Tore:  0:1 Präger (79., Linksschuß, Vorarbeit Yeboah)
Chancenverhältnis: 3:4
Eckenverhältnis: 7:2
Schiedsrichter: Merk, Dr. (Kaiserslautern), Note 2 - Bis auf wenige kleine Fehler bot das Gespann eine souveräne Leistung.
Zuschauer: 68600 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Bobic, O. Addo, Reuter - Gravesen, Groth, Präger
Spielnote: 4
Spieler des Spiels: Panadic - Gewann nahezu jeden Zweikampf, überragendes Kopfballspiel.

Analyse 

Personal: BVB-Trainer Bernd Krauss nahm vier Änderungen in seinem Team vor. Für Möller (verletzt), Kapetanovic (Gelb- Rot-Sperre) sowie Ricken und Feiersinger (beide zunächst auf der Bank) rückten Reuter, Evanilson, Addo und Herrlich ins Team. Drei Änderungen in der HSV- Anfangsformation: Für Hertzsch (Gelb-Sperre), Mahdavikia (Länderspiel-Abstellung) und Bäron (verletzt) kamen Gravesen, Doll und Yeboah.

Taktik: Dortmund setzte der Dreier-Angriffsreihe des HSV (Präger, Yeboah, Doll) eine Vier- Mann-Deckung entgegen, die allerdings nicht als Kette auf einer Linie agierte. Reuter schob sich als Libero nur selten vor die Abwehr, blieb oft als Absicherung hinter dem Trio. Im zentralen Mittelfeld wurde Cardoso meist von Stevic übernommen, Kovac kümmerte sich meist um Addo. Die HSV-Deckung stand meist auf einer Linie, wobei sich Hoogma und Panadic vorwiegend der Dortmunder Stürmer Herrlich und Reina annahmen, Gravesen sich dazwischen immer zur Unterstützung ins Abwehrverhalten einschaltete und die Räume eng machte.

Spielverlauf: Der HSV zog sich bei Dortmunder Ballbesitz mit elf Mann in die eigene Hälfte zurück. Gegen dieses engmaschige Netz schaffte es der BVB trotz aller Bemühungen nicht, wirksamen Druck aufzubauen. Es fehlte sowohl im Zentrum als auch auf den Außenbahnen an Kreativität und Durchsetzungsvermögen. Herrlich und But hatten vor der Pause die einzigen Chancen der Hausherren. Der HSV setzte ganz auf Konter. Anspielpunkt war dabei immer wieder Yeboah, der viele Bälle behauptete. Nach der Pause machte Doll seinen Platz für Spörl frei, Präger wechselte auf die linke Seite. BVB-Trainer Krauss versuchte mit Bobic und Ricken für Herrlich und Addo, später auch mit Stürmer Ikpeba für Evanilson den Druck zu erhöhen. Doch alle Umstellungen fruchteten nicht. Im Gegenteil. Einen der wenigen konsequenten Gegenangriffe nutzte der HSV zum 1:0, bei dem der BVB über die rechte Seite - wo Evanilson fehlte - überrascht wurde und Kohler den entscheidenden Zweikampf mit Yeboah verlor.

Fazit: In einem an Höhepunkten armen Spiel war der HSV kaltschnäuziger, kontrollierte das Geschehen, ohne selbst zu glänzen.
 

Nach dem 1:0-Sieg in Dortmund steuert der HSV weiterhin auf die lukrativen Europapokalplätze zu, während sich der BVB nun ernsthaft mit dem Abstiegskampf auseinandersetzen muss.

Wiederum verließ Borussia Dortmund als zweiter Sieger das Westfalenstadion. Wiederum waren sie glücklos gewesen und an ihren eigen Nerven gescheitert. Deutlich war der Dortmunder Elf von Anpfiff an die Verunsicherung anzumerken, welche das Team schon in den letzten Wochen befallen hatte. Mit grosser Nervosität und nicht vorhandenem Flügelspiel war der sicheren Hamburger Abwehr nicht beizukommen. Folgerichtig hatte auch der HSV in der ersten Halbzeit die Mehrzahl der ernst zu nehmenden Torchancen. Die besten davon vergaben jedoch Doll und Yeboah. In der zweiten Halbzeit verflachte die Partie zunächst, und man hatte den Eindruck, dass beide Mannschaften mit dem Unentschieden zufrieden wären. Doch die Dortmunder Unentschlossenheit im Spiel nach vorne bestrafte Roy Präger mit einem Schuss aus 11 Metern in der 79. Minute.

Während der Hamburger SV mit nunmehr 51 Punkten schon fast sicher für die Champions-League-Qualifikation planen kann, brechen in Dortmund schwere Zeiten für alle Verantwortlichen in Management und Mannschaft an.


 
 
Eicki mailte mir folgenden Spielbericht:
Am 1.4.2000 machte sich diesmal der HWS-Konvoi auf den Weg nach Dortmund. Man traf sich gegen 10.30 Uhr an der Raststätte Grundbergsee. Nach weiteren Zwischenstopps und einem Stau erreichten wir um 14.20 das Westfalenstadion in Dortmund.

Unser 1. Treffen vor Ort war dann dank Teli im VIP- und Pressebreich des Stadions. Dort befand sich auch die Gaststätte "Rote Erde". Dort konnten Wir uns dann gemütlich und in aller Ruhe auf das Spiel vorbereiten.

Leider gab es dann anschließend Probleme beim Stadioneinlass, da die Dortmunder Ordner irgendwie den Überblick verloren hatten. Warum, war uns Auch schleierhaft, schließlich ist das Stadion öfters ausverkauft und nicht nur gegen den HSV. Irgendwie liefen alle vorm Eingang kreuz und quer und die Ordner konnten es nicht regeln. Und beim Suchen unserer Sitzplätze wurden wir Auch noch falsch eingewiesen.

Zum Spiel, die Dortmunder hatten von Anfang an in der 1. Halbzeit mehr vom Spiel. Sie waren einfach drangvoller. Die HSV-Konter liefen leider meist ideenlos ins Leere, so das der HSV diesmal nicht stark auftrumpfte.

Dann Riesenaufregung in der 19. Minute, denn Tony Yeboah führt den Ball und steht alleine vor Dortmunds de Beer und schafft das Kunststück den Keeper anzuschießen. Da haben dem Tony wohl die Nerven versagt, denn das mußte das 0:1 sein !!

Das war aber auch schon die größte HSV-Chance in der 1. Halbzeit. Dortmund igelte sich ständig im HSV-Strafraum ein. Doch beim Abschluß versagten die Dortmunder kläglich, sie waren einfach zu hektisch. Da hatte die Abwehr
Glück, denn man war hinten einfach zu durchlässig und der Spielaufbau zu behäbig.

Und so lautete das Fazit der 1. Halbzeit, das das 0:0 wirklich schmeichelhaft für den HSV war. Dortmund war bis dahin einfach besser und der HSV konnte froh sein, das die BVB-Stürmer versagten.

Der Schiedsrichter Herr Dr. Merk übersah im ganzen Spiel, soviel schon mal hierzu, einige Fouls an Cardoso und Co. und hatte das Spiel nur teilweise im Griff. Bei ihm wechselten sich Licht und Schatten.

Die 2. Halbzeit begann der HSV gleich agressiv mit 2 Paukenschlägen. In der 47. Minute schoß Roy Präger aus 30 Metern einfach und de Beer konnte mit Mühe abwehren und in der 48. Minute schoß Tony Yeboah per Drehschuß knapp am Tor vorbei.

Der HSV war nun besser als in Halbzeit 1, man kombinierte besser und nun setzte sich der HSV in der Dortmunder Hälfte fest. Selten konnte sich der BVB befreien und wenn es gelang, war es wieder das alte Spiel des BVB, deren
Stürmer bekamen die Panik und versagten.

Doch in der 78. Minute war alles vorherige vergessen, denn Hollerbach flankte auf Yeboah und Tony passte weiter zu Präger. Und dieser Präger nahm sich ein Herz und hämmerte den Ball aus ca. 10 Metern unhaltbar zum 0:1 ins Netz !!
Der HSV führte in Dortmund, was für ein Jubel !!

Und noch bangende 12 Minten waren zu spielen und immer wieder die Frage, ob es der HSV schafft, den Sieg nach Hause zu schaukeln. In der 85. Minute hat dann Harald Spörl die Riesenchance zum 0:2, doch wieder wehrt der
Dortmunder Keeper Wolfgang de Beer ab.

Und der BVB drehte nochmal auf und drängte zunehmend auf den Ausgleich und in der 91. Minute wäre es dann auch beinah passiert, doch Hansi Butt konnte einen harten Dortmunder Schuß gerade noch abwehren. Danke Hansi !!

Und wenig später ist das Spiel auch aus und der HSV gewinnt 1:0 in Dortmund. Dank der besseren 2. Halbzeit hat man hier endlich wieder gewonnen und die  HSV-Spieler lassen sich zurecht am Zaun von den Fans feiern.

Und die Konvoi-Teilnehmer hatten nun auch Lust und Laune, diesen bedeutenden Sieg in Dortmund entsprechend zu feiern. Und so fand der 2. Teil auch im VIP-Bereich statt. Wir hatten dort die Möglichkeit, sogar unsere Idole hautnah zu sehen und zu feiern. Tony Yeboah, Bernd Hollerbach und Rudi Cardoso nahmen sich sogar richtig viel Zeit für Ihre Fans. Wirklich zum Anfassen unsere HSVer !!

Anschließend haben wir dann den HSV-Bus in die Heimat verabschiedet und der HWS-Konvoi feierte in der "Roten Erde" weiter. Dort wurde sogar zu unserer Freude die neue HSV-CD vorgestellt und gutgelaunt verfolgten wir dann vor den Fernsehern bei Bier und Cola nochmal den wichtigen HSV-Sieg.

Anschließend traf sich dann der harte Kern noch in einem netten Lokal in Vechta, wo der schöne Tag noch lustiger wurde und wir richtig nett speisen konnten. Unsere Runde war so lustig, das diese erst aufgelöst wurde, als um
22.00 Uhr das Lokal schließen wollte.

Und so fuhren wir dann gutgelaunt wieder in die Heimat, mit dem herrlichen Gefühl einen schönen Tag erlebt zu haben.

Hamburg, 3. April 2000
Sven Eickemeyer