Bundesliga, 31. Spieltag, (Grün-)Donnerstag, 20.04.00 um 20:00 Uhr im Frankfurter Waldstadion

SG Eintracht Frankfurt - Hamburger SV 3:0 (1:0)

Da ich nicht live im Stadion war, kann ich keinen Spielbericht schreiben.

Das Spiel muß von HSV-Seiten allerdings grausam gewesen sein, wenn man Sat1 und bundesliga.de so glauben darf. Das verwundert aber auch nicht sooo sehr, denn der HSV ist ja nun wirklich mit einer absoluten Rumpftruppe aufgelaufen.

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
 
 
Sport1 meldet: Eintracht Frankfurt  3 : 0 (1 : 0) Hamburger SV 

ERGEBNIS   3 : 0 (1 : 0) 
DATUM   20.04.00   20:00 Uhr 
ZUSCHAUER   50,000 
SCHIEDSRICHTER   Herbert Fandel 
TORE   1:0 Rolf-Christel Guie-Mien (6.), 2:0 Chen Yang (71.), 3:0 Rolf-Christel Guie-Mien (76.)

AUFSTELLUNG 
Eintracht Frankfurt: Dirk Heinen, Petr Houbtchev, Alexander Kutschera, Marco Gebhardt, Torsten Kracht, Jens Rasiejewski, Chen Yang, Horst Heldt, Rolf-Christel Guie-Mien, Alexander Schur, Thomas Reichenberger

Hamburger SV: Hans-Jörg Butt, Ingo Hertzsch, Thomas Gravesen, Niko Kovac, Andrej Panadic, Andreas Fischer,
Mahmut Yilmaz, Christof Babatz, Mehdi Mahdavikia, Soner Uysal, Roy Präger

WECHSEL 
Eintracht Frankfurt: Bachirou Salou für Thomas Reichenberger (64.), Patrick Falk für Marco Gebhardt (81.), Uwe Bindewald für Alexander Schur (81.)

Hamburger SV: Vahid Hashemian für Mahmut Yilmaz (54.)

GELBE KARTEN 
Eintracht Frankfurt: Alexander Schur (55.)

Hamburger SV: Roy Präger (28.), Christof Babatz (38.), Ingo Hertzsch (51.) 
 

Guie-Miens Doppelschlag lässt Eintracht hoffen 
"La Ola" und "Standing ovations" im Frankfurter Waldstadion: Nach dem verdienten 3:0 Heimsieg über den HSV feierten die Eintracht-Fans, als ob der Klassenerhalt bereits gesichert wäre. Dem HSV dagegen scheint in der Schlussphase der Saison langsam die Luft auszugehen. 
Doppelschlag durch Guie-Mien
Bereits in der sechsten Minute hatten die Frankfurter Anhänger zum ersten Mal Grund zum Jubeln. Nach Flanke von Chen Yang war Rolf Christel Guie-Mien zur Stelle und schob zum 1:0 ein. In der Folgezeit blieben die Hessen bissiger in den Zweikämpfen und dominierten das Spiel. Erst nach einer guten halben Stunde befreiten sich die Hamburger und kamen durch Kovac und Präger zu Torchancen, die sie aber ungenutzt ließen.

Auch nach der Pause blieben die Hamburger bemüht, die Frankfurter jedoch wirkungsvoller. In der 71.Minute dann die Entscheidung: Der eingewechselte Bachirou Salou hatte sich schön im Hamburger Strafraum durchgesetzt und Chen Yang den Ball mustergültig zum 2:0 aufgelegt. Danach war das Spiel für das Hamburger Rumpfteam gelaufen. Mit seinem zweiten Treffer am Abend krönte Rolf Christel Guie-Mien sein hervorragendes Spiel und besiegelte die zweite 0:3 Auswärts-Niederlage der Hanseaten in Folge.

Eintracht gibt sich nicht auf
Trotz einer Zwei-Punkte-Strafe durch den DFB zeigte die Eintracht, dass sie sich zumindest auf dem grünen Rasen noch längst nicht aufgegeben hat. Auf der anderen Seite warten die Hamburger nun schon seit drei Spielen auf einen Treffer und als nächster Gegner wartet ausgerechnet Tabellenführer Bayer Leverkusen. Björn Kreische 
 

Fakten:
Betriebsferien in der Torfabrik 
Zum ersten Mal in dieser Saison blieb der HSV drei Spiele in Folge ohne Tor.

Abgebaut und zugelegt 
Der HSV hat jetzt in der Rückrunde doppelt so oft verloren (viermal) wie in der Hinrunde (zweimal). Frankfurt hingegen hat jetzt in der Rückrunde mehr als doppelt so oft gewonnen (siebenmal) wie in der Hinrunde (dreimal).

Erlösung und erster Doppelpack 
Rolf-Christel Guie-Mien traf erstmals in der Rückrunde - und das gleich doppelt (sein erster Bundesliga-Doppelpack). Seine zuvor vier Saisontreffer schoss er alle in der Hinrunde, den letzten am elften Spieltag im Heimspiel gegen Hertha (4:0).

Wandel unter Fandel 
Erstmals in der Bundesligageschichte gewann die Eintracht ein Spiel unter der Leitung von Herbert Fandel.

Schlaglichter:
Mit Kampf und Effektivität 
Hamburg besaß zwar 54% der Spielanteile und schoss mit 13 Versuchen nur einmal weniger als die Hessen auf das gegnerische Tor, dennoch war das ein verdienter Sieg für die Mannen von Trainer Felix Magath. Frankfurt war mit 54% gewonnenen Duellen entscheidend zweikampfstärker und effektiver in der Chancenverwertung. 

Ökonomische Spielweise 
Gerade Chen Yang zeigte gegen Hamburg diese, bei ihm sehr oft vermisste Kaltschnäuzigkeit. Mit seinem einzigen Torschuss im ganzen Spiel erzielte der Chinese das vorentscheide 2:0 und zusätzlich führte eine seiner zwei Torschussvorlagen zum 1:0-Treffer. Von allen Akteuren, die über 90 Minuten gespielt, hatten nur die beiden Torleute weniger Ballkontakte als Yang mit 34. Ein wahrer sparsamer Schotte der Chinese. 

Der Mann des Spiels 
Rolf-Christel Guie-Mien sprühte gegen Hamburg wahre Spielfreude aus. Er schoss bei Frankfurt am häufigsten auf das gegnerische Tor (5-mal) und erzielte dabei seinen ersten Doppelpack in der Bundesliga. Zusammen mit Horst Heldt, der Frankfurter mit den meisten Ballkontakten (76), zog er die Fäden im Mittelfeld der Hessen. 

Ein-Mann-Sturm 
Roy Präger war fast die einzige Offensivkraft, die auf Hamburger Seite stets den Abschluss suchte, 5-mal schoss er selber und einmal legte er für einen Mitspieler zum Torschuss auf. Seine Kollegen in der Abteilung Sturm, Mehdi Mahdavikia und Soner Uysal, gaben insgesamt nur einen einzigen Torschuss ab. 
 

Der zweite HSV-Anzug passt nicht 
Zwei Drittel der Saison galt die Hamburger Angriffsmaschinerie als die wirkungsvollste der gesamten Liga. Nach nunmehr drei Begegnungen ohne Torerfolg ist vom HSV-Sturm aber nur ein laues Lüftchen übrig geblieben. Die Ausfälle von Cardoso und Yeboah sind für Frank Pagelsdorf einfach nicht zu kompensieren. Zum Glück für die Hanseaten scheint der Vorsprung auf die Verfolger jedoch bereits groß genug zu sein, so dass Platz drei wohl gesichert ist. Für die Champions League wird sich der HSV wohl einen neuen zweiten Anzug verpassen müssen, will er im Konzert von Europas Größen mithalten. 

Kommentar von Steffen Simon:
"Ein verdienter Sieg der Hessen gegen einen erneut ersatzgeschwächten HSV. Frankfurt bleibt zu Hause in diesem Jahr unbesiegt und hat trotz Zwei-Punkte Abzug eine berechtigte Chance auf den Klassenerhalt. Die Hamburger vermissen weiterhin schmerzlich Cardoso und Yeboah, ohne die im Angrifff gar nichts zusammenläuft." 

Spielwertung: 3 Bälle (von 4 möglichen)

FuXX des Spieles:  Rolf Christel Guie-Mien (Eintracht Frankfurt) 
"Viermal die 10,0 für Rolf Christel Guie-Mien im Frankfurter Waldstadion. Nicht nur mit seinen beiden Treffern verdiente sich der spindeldürre Kongolese die Höchstnote. Auch das Zelebrieren seiner Treffer mit Salto und Flick-Flack entzückte die Fans der Eintracht. Seit dem 11. Spieltag hatte Guie-Mien nicht mehr getroffen. Um so größer war die Freude nach seiner Glanzleistung gegen den HSV. 


 
dpa meldet: Eintracht schöpft mit 3:0 gegen HSV neue Hoffnung 
Von Rainer Fülscher, dpa 
Frankfurt/Main (dpa) - Eintracht Frankfurt hat mit einem 3:0 (1:0) gegen die "Notelf" des Hamburger SV neue Hoffnung im Abstiegskampf geschöpft. Dank des Erfolges kletterten die mit der schweren Hypothek des Zwei- Punkte- Abzuges belasteten Hessen vorübergehend auf den zwölften Tabellenplatz. 

Mann des Tages vor 50 000 Zuschauern im Waldstadion war der zweifache Torschütze Rolf- Christel Guie- Mien (6./77.). Den dritten Treffer für die in der Rückrunde zu Hause weiter ungeschlagenen Frankfurter steuerte der Chinese Chen Yang (71.) bei.

HSV- Coach Frank Pagelsdorf, der nach Ostern seine Vertragsverlängerung bis 2004 unterschreiben will, musste kurzfristig auch noch auf Thomas Doll und Bernd Hollerbach verzichten und damit gleich neun Spieler ersetzen. Gegen die engagiert zu Werke gehenden Frankfurter konnte der Champions- League- Anwärter den personellen Aderlass und vor allem das Fehlen der torgefährlichen Anthony Yeboah und Rodolfo Esteban Cardoso nicht kompensieren. Im Mittelfeld fehlte die ordnende Hand, so dass im Angriff vieles Stückwerk blieb. Lediglich bei einem Schuss von Roy Präger (9.), der von Jens Rasiejewski kurz vor Linie abgeblockt wurde, und einem Lattentreffer des HSV- Stürmers (50.) drohte der Eintracht Gefahr. So schlitterten die Hanseaten in ihre zweite 0:3- Auswärtsschlappe in Folge, nachdem sie schon vor gut einer Woche mit dem gleichen Ergebnis beim Abstiegskandidaten Arminia Bielefeld verloren hatten.

Die Hausherren mühten sich zwar nach Kräften, blieben zunächst aber ebenfalls vieles schuldig. Der zuletzt überragende Horst Heldt konnte im Mittelfeld nicht wie gewohnt die Fäden ziehen, die Angriffsbemühungen der Frankfurter wirkten daher oft planlos. So entwickelte sich eine Partie auf äußerst schwachem Niveau, in der die Gastgeber trotz der schnellen Führung durch den fünften Saisontreffer von Guie- Mien nur wenig Konstruktives zu bieten hatten. Das 2:0 von Yang nach Vorarbeit des eingewechselten Bachirou Salou wirkte daher wie eine Erlösung. Zuvor hatte der völlig indisponiert wirkende A2- Nationalspieler Marco Gebhardt (55.) frei vor dem HSV- Tor die Entscheidung leichtfertig vergeben. Der dritte Treffer ließ das Ergebnis am Ende zu hoch ausfallen.


 
kicker: Eintr. Frankfurt - Hamburger SV 3:0 (1:0)   
Eintr. Frankfurt: Heinen (2,5) - Kutschera (3), Hubtchev (3), Kracht (2) - Schur (3,5), Rasiejewski (3) - Guié-Mien (1,5), Heldt (2,5) - Gebhardt (3) - Yang (3), Reichenberger (4,5) - Trainer: Magath
Hamburger SV: Butt (3,5) - Gravesen (3) - Hertzsch (4), Panadic (3,5) - Fischer (3,5), Babatz (4) - N. Kovac (4) - Präger (3) - Mahdavikia (4,5), Yilmaz (5), Uysal (5) - Trainer: Pagelsdorf
Eingewechselt:  64. Salou für Reichenberger, 81. Bindewald für Schur, 81. Falk für Gebhardt - 54. Hashemian (4,5) für Yilmaz
Tore:  1:0 Guié-Mien (6., Rechtsschuß, Vorarbeit Yang), 2:0 Yang (71., Rechtsschuß, Salou), 3:0 Guié-Mien (76., Rechtsschuß, Gebhardt)
Chancenverhältnis: 4:2
Eckenverhältnis: 2:12
Schiedsrichter: Fandel (Kyllburg), Note 3 - gute Gesamtleistung, lediglich bei einigen Abseitsentscheidungen wirkte das Gespann unsicher
Zuschauer: 50000
Gelbe Karten: Schur - Babatz, Hertzsch, Mahdavikia
Spielnote: 4
Spieler des Spiels: Guié-Mien - Stark in der Offensive wie Defensive, schoss zwei Tore, leitete ein weiteres ein.
     
Analyse  
Personal: Bei Frankfurt lief der offensivere Guié-Mien an Stelle von Schneider auf. Drei Veränderungen bei Hamburg: Hertzsch ersetzte Hoogma (5. Gelbe Karte), Yilmaz Hollerbach (grippaler Infekt) und Babatz Doll (hatte ein Erkältungsmittel geschluckt, dessen Substanzen auf der Dopingliste stehen).

Taktik: Beim HSV rückte Präger ins zentrale offensive Mittelfeld. Seine Position im Dreiersturm nahm Yilmaz (links) ein. Die Eintracht lief erstmals unter Magath ebenfalls mit drei Angreifern auf. Reichenberger (fast zentral) wurde links durch Gebhardt unterstützt und rechts durch Yang. Guié-Mien "teilte" sich das zentrale Mittelfeld mit Heldt. Beide wurden von Schur und Rasiejewski nach hinten abgesichert.

Spielverlauf: Guié-Mien kam mit der Halbposition wesentlich besser zurecht als bei den vergangenen Einsätzen auf der rechten Außenbahn. Das Problem mit Frankfurts rechter Seite wurde von Yang gut gelöst. Zwei der drei Tore fielen über rechts, beim ersten erwies sich der Chinese als direkter Vorbereiter, beim zweiten als Vollstrecker. Trotz der frühen Führung (6. Minute) verlor das Eintracht-Spiel danach an Sicherheit und Frankfurt hatte es nur dem schwachen HSV-Sturm zu verdanken, dass es diese Drangperiode überstand. Uysal und Yilmaz waren die Hauptverantwortlichen, dass der HSV zum dritten Mal hintereinander ohne Tor blieb, Mahdavikia machte es kaum besser. Ohne Yeboah (Adduktoren-Teilabriss) fehlte den Hamburgern ein Vollstrecker und Präger, der sich im Mittelfeld zwar redlich mühte, aber nicht die Genialität von Cardoso (Wade) erreichte, blieb der Spielaufbau nur Stückwerk. Einzig Präger, der beide HSV-Chancen hatte, sorgte für etwas Torgefahr. So viel gefährlicher war die Eintracht allerdings auch nicht, nur in der Chancenauswertung ungewohnt konsequent. Dass änderte jedoch nichts daran, dass die Partie lange Zeit auf unterdurchschnittlichem Niveau stand, beide Seiten mehr durch Abspielfehler als durch gelungene Spielzüge auf sich aufmerksam machten.

Fazit: Auf Grund des kämpferischen Einsatzes und einiger weniger Geistesblitze in der Offensive geht der Frankfurter Sieg in Ordnung, da der HSV-Angriff ein Totalausfall war. Rolf-Christel Guié-Mien Stark in Offensive wie Defensive, schoss zwei Tore, leitete ein weiteres ein. 
 

Guié-Mien lässt 50.000 vom Klassenerhalt träumen 
Die Frankfurter antworteten mit einer Trotzreaktion. Knapp eine Woche nach dem Zwei-Punkte-Abzug durch den DFB besiegte die Mannschaft von Trainer Felix Magath den Hamburger SV glatt mit 3:0 (1:0). Rechnet man den Punkteabzug mit ein, so steht die Eintracht noch immer einen Punkt vor den Ulmern, die derzeit auf Rang 16 stehen.

Vor der Rekordkulisse von 50.000 Zuschauern im Frankfurter Waldstadion eröffnete der Kongolese Rolf-Christel Guié-Mien bereits in der sechsten Minute den Torreigen. Nach 19 Minuten war es der Chinese Yang, der schon zum vorentscheidenden 2:0 einschoss. Guié-Miens zweites Tor in der 76. Minute sorgte schließlich für den 3:0-Endstand. Zugleich bedeutete dies den höchsten Saisonsieg für die Hessen.

Trainer Felix Magath, der mit der Partie gegen seinen Ex-Klub sein 400. Bundesliga-Spiel erlebte, hatte seine Mannschaft hervorragend eingestellt. Die Hamburger kamen mit der aggressiven Spielweise der Eintracht überhaupt nicht zurecht. Aber auch im spielerischen Bereich waren die Hessen an diesem Abend den Hanseaten klar überlegen. 

Bei den Hamburgern, die insgesamt zehn Spieler ersetzen mussten, fehlte mit Cardoso besonders im Mittelfeld die ordnende Hand. Einziger Aktivposten beim HSV war Stürmer Präger, der nach acht Minuten beinahe den Ausgleich für die Elf von Frank Pagelsdorf erzielt hätte. 

Stimmen zum Spiel:
Felix Magath (Eintracht Frankfurt): “Wir hatten uns einen schwungvollen Start vorgenommen, wollten zeigen, wer Herr im Haus ist. Aber dann haben wir Angst vor der eigenen Courage bekommen. Bis zur Halbzeit war es eine glückliche Führung.“ 

Frank Pagelsdorf (Hamburger SV): “Wir wollten gewinnen, und das konnte man über weite Strecken des Spiels auch sehen. Deswegen bin ich von diesem 0:3 schon enttäuscht.“