Bundesliga, 34. Spieltag, Samstag, 20.05.00 um 15:30 Uhr im Duisburger Wedaustadion bei Temperaturen um die 15 Grad C, teilweise bedeckt, teilweise sonnig.

MSV Duisburg - Hamburger SV 1:1 (1:1)

Vor dem heutigen letzten Bundesliga-Spiel der Saison 1999/2000 stand ja schon fest, daß er für beide Mannschaften um absolut gar nichts mehr gehen würde. Der HSV ist sicher 3. und damit für die CL-Quali qualifiziert und Duisburg steht bereits als Absteiger fest.

So hatte ich mir selbst schon vor dem Spiel die Parole ausgeworfen, daß er eigentlich egal sei, ob der HSV gewinne. Wesentlich wichtiger war, daß ein schönes Spiel geboten würde. Ich hoffe auch Hacke, Spitze, 1-2-3 und dann wäre ich über ein 3:3 z.B. recht glücklich gewesen. Da hätten auch die Duisburger wenigstens in Ihrem letzten Bundesliga-Spiel noch ein bißchen Spaß gehabt.

Aber Pustekuchen !!!

Langsam gewinne ich das Gefühl, daß es dem HSV nicht so recht gefällt, wenn ihn viele Fans bei einem bedeutungslosen Spiel begleiten. Nachdem mir in der letzten Saison durch eine herbe 1:6 – Klatsche in Berlin am letzten Spieltag die Laune etwas vermiest wurde, haben wir diesmal zwar nicht verloren, aber ein wirklich grauenhaftes Spiel gesehen. Da hätte man den Fans wenigstens etwas Spaß bereiten können – aber NEEEE, da hatten die Herren Profis wohl keinen Bock drauf.

Und so weiß ich nun wirklich gar nicht, was ich schreiben soll über das Spiel. Da gibt es aber auch wirklich nichts, gar nichts besonders Bemerkenswertes. Eigentlich waren es nur die Randerscheinungen, die in Erinnerung blieben.

Damit das Spiel kurz abgehakt ist: Der HSV begann relativ druckvoll und konnte früh das 1:0 nach einer Ecke von Holler erzielen als der Duisburger Keeper den Ball nicht festhielt und Kovac ihn dann in die Maschen drosch. Aber schon nach 20 Minuten fiel der Ausgleich, den ich bezeichnenderweise gar nicht richtig gesehen habe. Ich habe so in der Gegend umhergeschaut und als ich wieder zum Ball sah, schoß ein Duisburger aus kurzer Entfernung den Ball in die Maschen.

Und ich muß wirklich sagen, daß mir KEINE weiteren Szenen auf BEIDEN Seiten einfallen, in denen einer der Torhüter eine Parade zeigen mußte. Nix, überhaupt gleich gar nix !

Aber zumindest gab es ein paar Randkuriositäten:

Das Spiel fing mit ca. 10 Minuten Verzögerung an. Das konnte ich mir überhaupt nicht erklären. Vor allem da ja auch vorher laut getönt wurde,  daß heute ALLE Spiele zeitgleich anfangen müßten. Es sollte lt. DFB auch keine Verzögerungen geben dürfen durch Zuschauer, die noch nicht Ihren Platz einnehmen konnten. Tja, was war los ? Ich weiß es auch jetzt nicht. Sport1 schreibt, daß ein Tornetz nicht richtig befestigt gewesen sei. Allerdings berichtet z.B. dpa, daß die Duisburger falsche Stutzen trugen. Naja, mutete zumindest etwas seltsam an.

Etwas verwundert schaute ich auch in Halbzeit 2 als Mehdi Mahdavikia eine Zeit nach Anpfiff (ich weiß nicht wie lange) vom Linienrichter wieder auf das Spielfeld gelassen wurde. Der war doch gar nicht verletzt und behandelt worden !?!?! Naja, nun habe ich es tatsächlich gelesen, daß er tatsächlich zu spät aus der Kabine gekommen war.....

Was für mich persönlich dann noch besonders bemerkenswert war:
Wir saßen ja auch der Haupttribüne ganz oben in der Ecke mit sehr vielen HSVern. Darunter eben auch sehr viele von den HSV-Websupportern. Und davon haben dann einige tatsächlich mehrmals während des Spiels Werbung für meine Seite skandiert. Da gab es mal (nach der Vorlage Ha-Ho-He, Hertha B-S-C) ein w-w-w, puestow- de und andere Sprechchöre. Nein, keine Chöre, fast schon Choräle ;-)

Naja, ist wohl ein bißchen übertrieben. Es waren ja auch nur ein paar, aber trotzdem war es lustig und irgendwie auch schön. Sogar mein Duisburger Sitzplatznachbar fragte dann irgendwann, ob das mir gilt.

DANKE, HWSler. Ein ganz besonderer Dank für meine Arbeit an dieser Seite !!!

Aber trotzdem war auch das wohl ein Anzeichen dafür, wie absolut langweilig das Spiel war.

Das interessanteste war wohl mit Abstand die Anzeigetafel. Allerdings muß ich ehrlich sagen, daß die mich fast nur enttäuschte. Ich freue mich zwar sehr, daß Rostock in der 1. Liga geblieben ist und auch das Unentschieden von 1860 in Lautern kann dem HSV wohl auch nur nutzen, weil 1860 wohl nicht besser gesetzt wird in der CL-Quali als der HSV. Bei Lautern hätte das anders aussehen können.

Wirklich enttäuscht bin ich aber davon, daß Bayern München nun wieder Meister ist. Und ich muß ganz ehrlich sagen, daß ich da absolut nicht die meisten HSV-Fans verstehe (zumindest fast alle, die bei uns gesessen haben), die sich darüber auch noch gefreut haben. 

Was hat der Meister-Titel denn damit zu tun, daß Bayer uns unseren Butt wegkauft ??? Ich krieg das einfach nicht in meine Birne rein. Es gibt bestimmt Argumente, die man gegen Bayer vorbringen könnte, wie z.B., daß die als einziger Klub total von einer Firma abhängen und unmäßig hoch gesponsert werden oder daß sie kaum Fans haben. ABER ich bin mir 100 %ig sicher: Wenn Bayer nicht Butt bekommen würde, wären alle HSVer für Leverkusen gewesen.

Nun aber auf einmal nicht mehr. Kann ich echt nicht verstehen. Aber darüber kann man wohl lange diskutieren. Bei mir ist es nun einmal so, daß Bayern München die einzige deutsche Mannschaft ist, die regelrecht hasse (auch wenn das Wort „Hass“ eigentlich nichts im Sport zu suchen hat). Ich möchte aber von all denen, die es plötzlich gut fanden, daß nun doch Bayern Meister wurde, später nicht hören, wie ach so arrogant Bayern doch sei und daß es scheiße sei, daß sie Meister sind.

Ich war für Leverkusen und das hat 2 Gründe: 1. weil mir jeder lieber ist als die Bayern und 2. weil Leverkusen meiner Meinung nach einfach über die ganze Saison gesehen den besten Fußball gespielt hat. Und ich persönlich würde mir immer wünschen, daß die Mannschaft Meister wird, die den besten Fußball spielt und nicht diejenigen, die den erfolgreichsten Fußball spielt.

Nun ja, sei´s drum. Eine wunderschöne HSV-Saison ist zu Ende gegangen.

Ich werde demnächst noch einen Saisonrückblick zum HSV verfassen. Wer von Euch auch dazu Lust hat, möge mir einfach seinen Saisonrückblick mailen.

Noten möchte ich diesmal nicht vergeben, weil mir die gesamte unwillige Leistung des HSV nicht gefallen hat. Eigentlich müßte jeder eine 5 bekommen. Einzig gefallen hat mir (wie passend !!!) der eingewechselte Ernst, der doch etwas besser war als der Rest meiner Meinung nach.

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Sport1 meldet: Trostloses 1:1-Remis an der Wedau

MSV Duisburg  1 : 1 (1 : 1) Hamburger SV 

ERGEBNIS   1 : 1 (1 : 1) 
DATUM   20.05.00   15:30 Uhr 
ZUSCHAUER   14,000 
SCHIEDSRICHTER   Uwe Kemmling 
TORE :  0:1 Niko Kovac (6.), 1:1 Carsten Wolters (21.)

AUFSTELLUNG 
MSV Duisburg: Gintaras Stauce, Tomasz Hajto, Piotr Reiss, Pavel Drsek, Torsten Wohlert, Markus Beierle, Carsten Wolters, Horst Steffen, Michael Zeyer, Stefan Emmerling, Ralf Keidel

Hamburger SV: Hans-Jörg Butt, Andrej Panadic, Ingo Hertzsch, Nico Jan Hoogma, Thomas Gravesen, Martin Groth,
Roy Präger, Niko Kovac, Mehdi Mahdavikia, Soner Uysal, Bernd Hollerbach

WECHSEL 
MSV Duisburg: Marcus Wedau für Michael Zeyer (62.), Carsten Krämer für Gintaras Stauce (63.), Sercan Güvenisik für Markus Beierle (81.)

Hamburger SV: Fabian Ernst für Nico Jan Hoogma (46.), Dimitrios Grammozis für Andrej Panadic (49.), Thomas Doll für Mehdi Mahdavikia (72.)

GELBE KARTEN 
MSV Duisburg: Tomasz Hajto (15.)

Hamburger SV: Soner Uysal (76.)
 

Mit einem enttäuschenden 1:1 beendeten der MSV Duisburg und der Hamburger SV die Bundesliga-Saison 1999/2000. Niko Kovac und Carsten Wolters sorgten dabei mit ihren Treffern für die einzigen Highlights im Wedau-Stadion. 
Angepfiffen wurde die Begegnung von Schiedsrichter Uwe Kemmling erst mit zehnminütiger Verspätung. Grund war ein nicht richtig gespanntes Tornetz. Dennoch waren die 15.000 Zuschauer zu Beginn noch bester Stimmung. Insbesondere galt dies für die zahlreichen HSV-Fans, die den Weg an die Wedau gefunden hatten, um die Champions-League-Qualifikation ihres Teams gebührend zu feiern. 

HSV-Blitzstart durch Niko Kovac

Nach nur sechs Minuten heizte Niko Kovac mit seinem Führungstreffer diese Begeisterung noch zusätzlich an. Eine Viertelstunde später gelang Carsten Wolters jedoch bereits der 1:1-Ausgleich. Was von da an aber den Zuschauern geboten wurde, war nicht den geringsten Pfennig des Eintrittsgeldes wert. 
Fehlpässe und kleine Fouls wechselten sich mit Regelmäßigkeit ab. Bezeichnend, dass die erste Torchance in der zweiten Hälfte durch Niko Kovac erst aus der 78.Minute datierte. Alle drei Torhüter - Duisburgs Carsten Krämer war zwischenzeitlich für Gintaras Stauce eingewechselt worden - verlebten den wohl ruhigsten Nachmittag der diesjährigen Saison. 

Schwierige Zeiten für die "Zebras"

Der MSV wird sich unter dem neuen Trainer Wolfgang Frank in der Zweiten Liga deutlich steigern müssen, will er den sofortigen Wiederaufstieg schaffen. In Hamburg wird man froh sein, dass die Saison nun endlich ihren Abschluss gefunden hat. Trotz der Champions-League-Qualifikation war den Hanseaten gerade durch die Ausfälle von Anthony Yeboah und Rodolfo Esteban Cardoso in der Schlußphase der Saison deutlich die Luft ausgegangen. 

Fakten:
So schlecht wie noch nie 
Duisburg beendet die Saison mit nur vier Siegen aus 34 Partien. Nie zuvor war eine MSV-Elf so erfolglos.

Chance für Keidel 
Ralf Keidel kam erstmals in seiner Bundesliga-Karriere von Beginn an zum Einsatz. Zuvor war er in dieser Saison zweimal für die Duisburger einegwechselt worden. 

Wolters übertrifft sich selbst 
Carsten Wolters erzielte mit dem Treffer zum 1:1 sein drittes Saisontor und stellt damit eine neue persönliche Spielzeitbestleistung auf.

Kovac so viele für HSV wie 3 Jahre Bayer 
Mit dem frühen Treffer zum 1:0 für den HSV erzielte Niko Kovac sein achtes Saisontor. Damit hat der kroatische Nationalspieler 99/00 für die Hamburger so viele Tore geschossen, wie zuvor für Bayer Leverkusen in drei Spielzeiten zusammen.

Schlaglichter:
Chapeau, MSV 
Obwohl es für den Meidericher Sport Verein um rein gar nichts mehr ging (der letzte Platz stand fest), ließen sich die Duisburger nicht hängen: Das zweikampfschwächste Team der Liga gewann dieses Mal fast die Hälfte aller Duelle, insbesondere Tomasz Hajto haute sich bei seiner Abschiedsvorstellung noch einmal voll rein: Mit 78% gewonnenen Duellen war der Pole zweikampfstärkster Duisburger.

Meisterlicher Kovac 
Niko Kovac - Bayer in spe (?!) - ließ sich nicht hängen, demonstrierte mal wieder seine Stärken: Immer anspielbar (die drittmeisten Ballkontakte), zweikampfstark (59% gewonnen) und gefährlich in der Offensive: Der Torschütze war an einem Viertel aller Torschüsse seiner Mannschaft direkt beteiligt. 

Keine Krämer-Seele 
Der eingewechselte Carsten Cristof Krämer feierte sein Bundesligadebüt, ohne einen Ball parieren zu müssen.

Dimmi wieder da 
Dimmitrios Grammozis feierte nach langer Verletzungspause sein Rückrunden-Debüt. Der Grieche gewann die Mehrzahl seiner Zweikämpfe und setzte auch Akzente für die Offensive seiner Mannschaft.

Tornetz "beendet" 37. Bundesliga-Saison 
Die 37. Bundesliga-Saison ging heute an der Wedau zu Ende. Erst um 17:26 Uhr pfiff Schiedrichter Uwe Kemmling die Begegnung in Duisburg ab. Schuld daran war ein fehlerhaft gespanntes Tornetz, das Kemmling veranlasste, Spieler und Zuschauer auf den Anpfiff warten zu lassen. Vielleicht war das Duisburger Tor aber auch ganz einfach nur zu häufig von den Gegnern in dieser Spielzeit strapaziert worden. 
 

Stimmen:
Seppo Eichkorn (Interimstrainer MSV Duisburg)
"Gott sei Dank haben wir es heute geschafft, nach einem obligatorischen frühen Rückstand die Ruhe zu bewahren. Das Ergebnis geht in Ordnung." 

Frank Pagelsdorf (Trainer Hamburger SV)
"Ein Dankeschön an unsere Fans, dass sie so zahlreich nach Duisburg gekommen sind, um mit uns die tolle Saison zu feiern. Leider konnten wir nicht umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Das beste an dem Spiel waren heute die Ergebnisse von den anderen Plätzen." 
 

Kommentar von Daniel Günther:
"Zwei Tore, ansonsten "tote Hose" im Wedau-Stadion. Beiden Teams merkte man deutlich an, dass in dieser Begegnung nur noch die "goldene Ananas" auf dem Spiel stand. Kombinationsfluss, Torchancen und packende Zweikämpfe: Mangelware. Glückwunsch an den HSV für das Erreichen der Champions-League-Qualifikation. MSV - das wird schwer in Liga zwei." 

Spielwertung: 1 Ball (von 4 möglichen)

FuXX des Spieles:  Niko Kovac (Hamburger SV) 
"Muss man einen Spieler aus diesem "Katastrophen-Kick" herauspicken, was in jedem Falle sehr schwerfällt, kann man wohl nur Niko Kovac nennen. Bei ihm war wenigstens noch das Bemühen zu erkennen, den 15.000 Zuschauern einen ansehnlichen Saison-Abschluss zu bescheren. Zudem konnte sich Kovac auch noch mit seinem achten Saison-Treffer in die Torschützenliste eintragen." 


 
dpa meldet: HSV beendet Saison mit 1:1 gegen Duisburg 
Von Marc Möller, dpa 
Duisburg (dpa) - Der Hamburger SV hat seine erfolgreiche Bundesliga- Saison mit einem Remis beendet. Der Tabellen- Dritte und Champions- League- Qualifikant kam am letzten Spieltag beim Absteiger MSV Duisburg nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. 

Vor 16 338 Zuschauern im Wedau- Stadion gingen die Hanseaten in einem außerordentlich schwachen Bundesliga- Spiel bereits in der 6. Minute durch Niko Kovac in Führung. Den Ausgleich für die Gastgeber erzielte Carsten Wolters in der 21. Minute.

Duisburgs letzter Auftritt in der Elite- Liga war allerdings alles andere als ein normales Heimspiel. Vor dem Anpfiff hatten die "Zebras" die falschen Stutzen angezogen und damit für eine Spielverzögerung von zehn Minuten gesorgt. Zusätzlich vermittelten die 8 000 mitgereisten HSV- Fans den Duisburgern ein Gefühl, als wären sie im falschen Stadion. Angefeuert von lauten HSV- Sprechchören begann die Elf von Trainer Frank Pagelsdorf engagiert die Partie.

Bereits früh gingen die Gäste durch Kovac in Führung. Nach einem Eckball von Bernd Hollerbach konnte MSV- Torwart Gintaras Stauce den Ball nicht festhalten, und Kovac schoss ihn aus vier Metern über die Linie. Beiden Mannschaften merkte man an, dass es in dieser Partie um Nichts mehr ging. Keines der Teams machte Anstalten, das Spiel an sich zu reißen. Der glückliche Ausgleich für die Gastgeber fiel nach einer scharfen Hereingabe von Piotr Reiss durch Mittelfeldspieler Wolters. Diese beiden Tore waren zugleich die Höhepunkte in einer ganz schwachen Bundesliga- Partie.

In der zweiten Halbzeit änderte sich nichts am niedrigen Niveau. Die eingeblendeten Zwischenergebnisse vom Meisterschaftskampf aus München sorgten bei den Zuschauern für größeren Gesprächsstoff, als das eigentliche Geschehen im Wedau- Stadion. Für einen Spieler gab es aber doch noch etwas zu feiern: Der HSVer Dimitrios Grammozis kam nach fünfmonatiger Verletzungspause in der 49. Minute zu seinem Comeback. Allerdings werden die Hamburger nicht mehr lange Freude an dem Griechen haben, denn in der kommenden Saison spielt er für den 1. FC Kaiserslautern.


 
kicker: MSV Duisburg - Hamburger SV 1:1 (1:1)    
MSV Duisburg: Stauce (5) - Emmerling (3,5) - Hajto (4) - Wohlert (3,5), Drsek (4) - Wolters (4), Steffen (3,5), Keidel (4,5) - Zeyer (3,5) - Reiss (4), Beierle (5) - Trainer:  

Hamburger SV: Butt (3,5) - Hertzsch (4), Hoogma (3,5), Panadic (4) - N. Kovac (3,5), Hollerbach (4) - Groth (4), Gravesen (3,5) - Mahdavikia (4,5), Präger (4), Uysal (5) - Trainer: Pagelsdorf

Eingewechselt:  62. Wedau für Zeyer, 64. C. Krämer für Stauce, 81. Güvenisik für Beierle - 46. F. Ernst (4) für Hoogma, 49. Grammozis (4) für Panadic, 72. Doll für Mahdavikia

Tore:  0:1 N. Kovac (6., Rechtsschuß), 1:1 Wolters (20., Rechtsschuß, Vorarbeit Reiss)
Chancenverhältnis: 2:4
Eckenverhältnis: 4:6
Schiedsrichter: Kemmling (Burgwedel), Note 2,5 - ohne nennenswerte Probleme in einer fair geführten Partie
Zuschauer: 16338
Gelbe Karten: Hajto - Uysal
Spielnote: 5

     
Analyse  
Personal: Beide Trainer brachten gegenüber der Vorwoche zwei zwei neue Spieler: Seppo Eichkorn bot Drsek und Keidel für Kovacevic und Hirsch (Gelb- Sperre) auf. Frank Pagelsdorf ersetzte Ernst und Babatz durch Kovac und Hollerbach.

Taktik: In der auf vier Mitglieder erweiterten Abwehr-Formation der Duisburger spielte Libero Emmerling hinter seinen Manndeckern. Zentral hatte Hajto mit Uysal einen ständigen Widersacher; auf den Seiten übergaben Wohlert (rechts) und Drsek (links) ihre Gegner, weil die Hamburger Angreifer Mahdavikia und Präger häufig die Plätze tauschten. Im Kernbereich des MSV-Mittelfeldes sorgten Steffen (defensiv, gegen Gravesen) und Zeyer (offensiv) für Ordnung. Keidel hatte den Auftrag, über links "Eins-gegen- eins"-Situationen zu suchen. Mit seinem bewährten strategischen Grundmuster verabschiedete sich der HSV aus der Saison: Vor der Dreier-Abwehrkette operierte ein Mittelfeld-Quartett, aus dem Groth und Hollerbach zumindest in der Anfangsphase wiederholt über die Außen vorstießen.

Spielverlauf: Nur in der ersten Viertelstunde drückte Hamburg der Partie mit Kurzpass-Kombinationen den Stempel auf. Als nach der schnellen Führung, die Stauce mit einem Anfänger-Fehler ermöglichte, alles nach einer lockeren Trainingseinheit mit Wettkampfcharakter aussah, ließ Hamburg die Zügel schleifen - und dem MSV zu viel Raum. Die Platzherren entwickelten mehr Initiative im Mittelfeld (Zeyer), schafften prompt den Ausgleich kamen aber zu keinen weiteren Möglichkeiten. Die waren auch nach Wiederbeginn in einer belanglosen Begegnung, die sich unter weitgehendem Verzicht auf Tempo und Aggressivität (von Spielwitz ganz zu schweigen) dem Ende entgegenschleppte, kaum mehr zu registrieren. Allein Präger beschwor noch zwei Mal so etwas wie Gefahrenmomente herauf, der Rest war auf beiden Seiten nur noch Schweigen. Hamburg benötigte einfach zu lange, um in Tornähe zu gelangen.

Pagelsdorf hatte seinen Defensiv- Verbund in der zweiten Hälfte neu organisieren müssen, weil erst Hoogma und dann Panadic verletzt ausfielen. Gravesen rückte in die Mitte des Abwehr-Trios, drei Minuten später leistete ihm Kovac auf der linken Seite Gesellschaft. Grammozis und Ernst übernahmen im Mittelfeld deren Aufgaben.

Fazit: Altherren-Fußball im Wedaustadion: Man sah wenig, und davon viel zu viel.
 

HSV Fans feierten den dritten Platz 
Bereits vor dem Spiel war klar, dass die Partie nur noch statistische Zwecke erfüllen würde, da der HSV die Champions-League Qualifikationsrunde bereits sicher hatte und Duisburg schon längere Zeit als Absteiger fest stand.

Die Hamburger ergriffen sofort nach dem Anpfiff die Initiative und gingen folgerichtig durch Niko Kovac, der von einem schweren Fehler des Duisburger Schlussmanns Stauce profitierte, in der 6. Minute in Führung. Wenig später hatte HSV-Kapitän Groth das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte jedoch in aussichtsreicher Position. In der 20. Minute nutzte Carsten Wolters einen Aussetzer der gesamten Hamburger Abwehr zum 1:1 Ausgleich. Nach diesem Treffer schlief das Spiel auf beiden Seiten völlig ein und entwickelte sich zu einem echten Langweiler.

Nach der Pause demonstrierte der HSV, wie ernst er dieses Spiel nahm, indem man die zweite Halbzeit mit nur zehn Spielern begann, da Mahdavikia erst Minuten nach dem Wiederanpfiff aus der Kabine kam.

Keine der beiden Mannschaften konnte sich in den zweiten 45 Minuten Chancen herausarbeiten, so dass sich die zahlreich angereisten HSV-Fans voll darauf konzentrieren konnten, die beste Bundesliga-Platzierung der Hamburger seit 1987, nämlich Rang 3, zu feiern.