Saisonrückblick 1999/2000

 
Eine überaus geile HSV-Saison liegt hinter uns/mir. Da ich selbst erst seit Ende der 80er regelmäßiger Gast des HSV bin, kann ich sogar sagen, daß es für mich persönlich die mit Abstand schönste Saison war. Wir haben ja nicht nur erfolgreich sondern vor allem auch sehr schönen Fussball gespielt. Mir persönlich sind nur die erste Doll-Saison (ich glaube 90/91) und unsere letzte Saison, die mit einer UEFA-CUP-Qualifikation endete (ich glaube 95/96) in ähnlich guter Erinnerung. Da waren wir zwar auch erfolgreich, aber wenn mich mein Gedächtnis nicht trübt, waren wir da längst nicht so beständig und haben auch nicht so durchgehend schönen Fussball gespielt.
Auch habe ich in dieser Saison mit 26 Livespielen glaube ich die meisten Spiele in einer Saison gesehen. Damit meine ich natürlich nur die Bundesligabegegnungen. Die UIC-Heimspiele und etliche Test- und Vorbereitungsspiele habe ich auch miterlebt. Natürlich gibt es auch reichlich Fans, die alle Spiele miterleben, aber ich persönlich bin mit 26 Spielen ganz gut dabei. 

Ich kann mich noch ganz gut an das erste Training erinnern und muß sagen, daß ich mich zumindest bei 2 Spielern ziemlich getäuscht habe. „Hubschrauber“ Hashemian gefiel mir im Training (auch dank seiner herausragenden Sprungkraft) so gut, daß ich dachte, er würde der 2. Mittelstürmer hinter Yeboah werden, wenn dieser mal ausfiele. Das hat er absolut nicht geschafft. In seinen wenigen Einsätzen wirkte er leider oft übermotiviert und kam in seiner besonderen Stärke, dem Kopfballspiel, eigentlich nur kaum zu Zuge. Der andere, bei dem ich mich total vertan habe, ist Rodolfo Cardoso und da kann ich über meine Fehleinschätzung ja nur überaus glücklich sein, denn Rodolfo hat sich zu einem DER Spieler der Saison entwickelt. Im 1. Training und auch bei Testspielen gefiel er mir wirklich nicht so, aber in den Pflichtspielen war er dann überragend. Ich würde durchaus so weit gehen und behaupten, daß Cardoso zusammen mit Emerson der beste Spielmacher dieser Saison war. Effenberg fand ich persönlich zu unbeständig und vor allem haben meiner Meinung nach Bayer und der HSV in dieser Saison auch den wesentlich attraktiveren Fussball gespielt. Und schließlich ist es ja genau das, was der zahlende Zuschauer sehen möchte. Siege allein sind zwar schön sehr schön, aber Siege, die man auch wunderschön herausgespielt hat, befriedigen doch noch wesentlich mehr. In dieser Rubrik haben Bayer und der HSV wohl einiges geleistet in dieser Saison.

Vor Beginn der Pflichtspiele war in der Saison einiges an Zittern angesagt. Testspiele über Land mit sehr durchwachsenen Leistungen und dann z.B. auch ein Testspiel in Dänemark, das mit 0:6 verloren ging, ließen natürlich einige Alarmglocken schrillen. Allerdings muß man dabei auch beachten, daß der HSV zu dieser Zeit immer in vollem Konditionstraining stand und meist vorher noch kräftig trainiert hatte. Außerdem mache ich mir so und so schon seit Jahren nicht mehr so viele Gedanken über die Testspiele des HSV. Dazu habe ich sie schon einfach viel zu oft über Land blamabel spielen sehen.

Das erste Pflichstpiel der Saison war das UIC-Spiel gegen den FC Basel, das auf der Lübecker Lohmühle ausgetragen werden mußte wegen der Bauarbeiten am neuen HSV-Stadion. Dieses Pflichspiel ging dann auch gleich ziemlich nach hinten los. 0:1 wurde verloren und damit ging die wenig souveräne Testspielserie des HSV weiter. Schon im Rückspiel in Basel konnte der HSV dann aber (zumindest zeitweise) ziemlich auf die Tube drücken und die Runde noch für sich entscheiden. Es folgte dann eine richtig geile UIC-Runde gegen Trabzonspor, die der HSV klar für sich entscheiden konnte. Auch hier wurde das „Heimspiel“ wieder in Lübeck ausgetragen, was mir dank meines nahen Wohnortes sehr entgegenkam. Das war schon eine richtig geile Stimmung und es war belsutigend anzusehen, wie die türkischen Fans ausflippten nach einem HSV-Tor und dann Schuhe etc. auf das Feld flogen (eine Jubelgeste von Präger entsprach in der türkischen Mentalität einer Beleidigung). So waren wir dann ins Finale des UIC gekommen und hatten nur noch diese eine Runde vor uns, um im UEFA-Cup starten zu dürfen. Aber leider wurden wir vom französischen Teilnehmer SC Montpellier gestoppt in einem für mich schon fast legendären Rückspiel. Diese Niederlage im Rückspiel war wohl das bisher traurigste Ereignis, das ich live beim HSV mitbekommen habe. Das Hinspiel hatten wir 1:1 gespielt und nun im Rückspiel leider auch nach Führung das 1:1 hinnehmen müssen. Es war das erste ausverkaufte Pflichspiel im neu erstellten Volksparkstadion, in dem nun auch alle Tribünen komplett fertiggestellt waren (damit sind nur die Sitz/Stehplätze gemeint; das Innere der Tribünen und auch das Dach sind ja leider bis zum Ende der Saison noch nicht einmal fertiggestellt worden). Alle Dauerkarteninhaber hatten sogar eine Karte geschenkt bekommen und so erinnere ich mich noch gut wie aufregend der erste internationale Auftritt war. Das Spiel an sich war gar nicht so berauschend. Bemerkenswert waren für mich die Randgeschichten. Als Montpellier den Ausgleich schoß war es im Stadion derart leise, wie ich es noch nie in einem Stadion erlebt habe. Um es mal ganz klar zu sagen: Da ist es sogar bei jeder Gedenkminute lauter im Stadion als bei diesem Ausgleichstreffer. Es war so leise, daß man die französischen Spieler unten auf dem Rasen jubeln hören konnte. Und durch dieses unglaubliche Elfmeterschießen, bei dem der HSV jeden Elfer verschoß, wurde es noch bemerkenswerter und damit leider auch das bis dahin traurigste Spiel des HSV für mich.

Der Saisonbeginn stand eigentlich auch nicht unter sehr guten Vorzeichen, denn der HSV hatte ein echtes Hammerprogramm zu Beginn der Saison. Mit Bayern, Stuttgart, Schalke, Hertha und Lautern warteten 5 echte Kracher auf den HSV. Vorher wußten wich ja noch nicht, daß wir einen so gepflegten Stiefel spielen würden und 3 mal gewinnen und einmal unentschieden spielen sollten. Ich hatte vorher nämlich schon ein wenig Angst, daß wir gleich von Saisonbeginn an im Keller stehen würden. Irgendwie war man immer gespannt, wann der HSV denn nun mal einen Einbruch bekäme, aber diese Phase kam einfach nicht. 

Es wurde eine einfach geniale Hinrunde. Teilweise spielten wir die Gegner richtig an die Wand und ließen auch namhafte Teams wie z.B. Hertha beim 5:1-Heimsieg ganz schlecht aussehen. Irgendwie war das alles wie ein nicht enden wollender Traum. Wir spielten total erfolgreich und hatten dabei einige echte Highlights schon in er Hinrunde. 

Allen unvergessen wird wohl das Heimspiel gegen Frankfurt bleiben, das meiner Meinung nach nicht hätte angepfiffen werden dürfen. Es war ja nicht nur das normale Hamburger Schmuddelwetter sondern ein richtiger Orkan mit Windstärke 12, Sturmflutwarnung und allem was dazugehört. Aber natürlich saßen viele unentwegte HSVer wie ich im Stadion und „genossen“ das Spiel. Das Spiel war nicht bemerkenswert. Wir konnten es in einer Windschlacht mit 1:0 für uns entscheiden. Aber eben dies war eins von den Spielen, das man sein ganzes Leben lang nicht vergessen wird, denn es war ein Wetter, bei dem man nicht mal seinen Hund vor die Tür jagen würde. Von den 7 Leuten, die bei uns zusammen eine Dauerkarte haben, waren dann auch nur ein Freund und ich anwesend. Und ich habe dafür sogar unsere Weihnachtsfeier in der Firma abgesagt, was natürlich nicht gerade auf sehr viel Verständnis stieß. Es können ja schon viele sowieso  nicht verstehen, wie man so oft zum Fussball fahren kann. Und dann noch bei diesem Wetter... War trotzdem geil ! Ein Wetter zum Helden zeugen ;-)

Tja, welche Spiele aus der Hinrunde sind mir ansonsten noch in Erinnerung geblieben ? Da fällt mir z.B. das Spiel auf Schalke ein, daß live und VERSCHLÜSSELT auf premiere gesehen habe, weil wir mit meinem privaten Fussballclub (SFC Bad Schwartau) im Harz waren. Das war auch recht geil. Ich kann aber nur sagen, daß einen das noch hibbeliger macht als eine Radioreportage, denn man erkennt ja fast nichts und der Reporter teilt einem ja auch selten mit, wo man sich gerade auf dem Spielfeld befindet.

Dann ist mir auch noch das Auswärts-2:2 in Leverkusen in guter Erinnerung, weil das wohl eines der besten Bundesligaspiele war, das ich gesehen habe. Da ging es wirklich hin und her und das dann auch noch spielerisch sehr schön. Bemerkenswert war auch noch die 1:2-Niederlage in Bremen als Tony Yeboah es leider nicht vermochte, den Ball ins leere Tor einzuschieben, nachdem er den Keeper bereits aussteigen lassen hatte. Und eine besonders schöne Erinnerung habe ich auch noch an das letzte Heimspiel des Jahres 1999 gegen Duisburg. Da wurde Duisburg mit 6:1 richtig satt abgefertigt, aber das ganz besondere I-Tüpfelchen war daran, daß Karsten Bäron in eben diesem Spiel nach jahrelanger Verletzungspause (Knorpelschaden) erstmals wieder zum Einsatz kam. Diese Einwechslung wurde wirklich frenetisch bejubelt und gefeiert und ich muß sagen, daß ich wahrscheinlich nicht der einzige im Stadion war, dem es dabei kalt den Rücken runterlief. In Erinnerung bleibt dabei natürlich auch der Duisburger Wohlert, der freiwillig und unbedrängt den Ball ins Aus schlug, damit Bäron endlich eingewechselt werden konnte. Karsten stand nämlich schon eine Zeit lang an der Auslinie und der Ball wollte und wollte einfach nicht ins Aus. Als es dann sogar Kovac zu bunt wurde, versuchte er, den Ball ins Aus zu schlagen. Das schaffte er aber nicht, weil er dazu den Ball über den halben Platz schlagen mußte. Letztendlich besorgte das dann der Duisburger Wohlert.

Der HSV hatte in dieser Hinrunde schon recht frühzeitig den 3. Platz gefestigt und nun stellten wir uns zur Winterpause natürlich alle die Frage, ob der HSV nun wieder absacken würde oder ob vielleicht sogar noch der Griff nach den Sternen möglich gewesen wäre. 

Das erste Heimspiel nach der Winterpause beantwortete diese Frage noch nicht so recht, denn es ging 0:0 aus gegen den FC Bayern München. Allerdings verschoß Effe in diesem Spiel einen Elfer gegen Butt, was mich natürlich doppelt freute. Der HSV spielte in der Rückrunde dieser Saison einen nicht mehr ganz so wunderschönen Fussball wie noch in der Hinrunde, aber man konnte ja auch kaum erwarten, daß man ständig alle Spiele im Hurra-Stil gewinnt. 

Wenn ich ein Bundesliga-Spiel des HSV der vergangenen Saison aussuchen müßte, daß mir am nachdringlichsten in Erinnerung geblieben ist, dann wäre das wohl das Auswärtsspiel in Wolfsburg, das 4:4 endete. Dieses Spiel war für den objektiven Zuschauer und wahrscheinlich auch für die Wolfsburger ein echtes Highlight. 3:0 hatte der HSV schon auswärts geführt und dann auch noch 4:1, sich aber letztendlich mit einem 4:4 noch die Butter vom Brot nehmen lassen. Unfaßbar. Trotz eines Auswärtspunktes fühlte ich mich wie bei einer Niederlage.

Trotzdem konnten wir viele Erfolge feiern, von denen mir am besten die Heimspiele gegen Schalke und Lautern im Gedächtnis geblieben sind. Gegen Schalke lagen wir schon in der ersten Halbzeit völlig berechtigt zurück und Schalke hätte nach einem Elfmeter den Sack schon zumachen können. Aber wieder einmal konnte Butt den Elfer parieren (insgesamt hielt er 4 Elfmeter in dieser Saison) und wir konnten das Spiel noch umbiegen. Irgendwie noch geiler war das Heimspiel gegen Kaiserslautern. Hier verloren wir schon in der 1. Halbzeit durch eine Unbeherrschtheit meinen Lieblingsdänen Thomas Gravesen durch eine gelb-rote Karte und standen zunehmend unter Druck. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, wann wir den Rückstand hinnehmen müßten. Aber Pustekuchen ! Dann kam nämlich eine richtig geile 2. Halbzeit, in der wir trotz Unterzahl von Minute zu Minute immer besser wurden und Lautern immer mehr beherrschten. Schließlich hatten fast nur noch wir die Chancen und konnten dieses Spiel auch verdient mit 2:1 gewinnen.

Das war auch so die Zeit, in der man immer mehr die Hoffnung hatte, daß es in dieser Saison vielleicht noch zu mehr reichen könnte. „Man“ ist dabei allerdings relativ, denn ich persönlich bin immer eher pessimistisch. An die Meisterschaft habe ich eigentlich nie richtig geglaubt. Allerdings hatte ich teilweise schon noch die Hoffnung, daß wir vielleicht Zweiter werden könnten und uns damit direkt für die Champions-League qualifizieren. Diese Hoffnung erhielt schon erste Dämpfer als sich Yeboah verletzte und es deutlich wurde, daß dieser Spieler, den ich so über alles „liebe“, eigentlich nicht gleichwertig zu ersetzen ist. Es wurden zwar auch ohne Yeboah Spiele gewonnen, aber man sah in der ganzen Spielweise des HSV schon einen deutlichen Unterschied, denn es konnte einfach keiner so wie Yeboah die Bälle vorne unter Kontrolle bringen und sie dann auch noch in schöner Regelmäßigkeit zum eigenen Spieler weiterbefördern.

Richtig platzten dann die Ambitionen auf den 2. Platz als sich auch noch Rodolfo Cardoso verletzte und ab dem Auswärtsspiel in Bielefeld nicht mehr eingesetzt werden konnte. Das war leider der spielerische „Todesstoß“ für den HSV. Jetzt konnte man tatsächlich überhaupt nicht mehr an das spielerische Potential heranreichen, daß man 3/4 der Saison präsentiert hatte. Spielerisch wollte nun wirklich fast nichts mehr gelingen. Es begann also die schlechteste Saisonphase des HSV, in der man vier Spiele hintereinander nicht gewinnen konnte und dabei auch nicht ein einziges Tor schoß. 

Es wurde ganz deutlich, daß der HSV zwar einen hervorragenden „ersten Anzug“ besitzt und auch einige Spieler kompensiert werden können. Ausfälle DER Leistungsträger wie Yeboah und auch ganz besonders Cardoso waren aber nicht zu kompensieren. Spielerisch fehlte es nun an allen Ende und wir können wirklich nur vom Glück sagen, daß der HSV schon vorher reichlich Punkte eingefahren hatte. So konnte also auch in diesen 4 Spielen vom 29. – 32. Spieltag, in denen wir nur einen Punkt holten, niemand uns vom 3. Platz verdrängen. Wie so oft in der Rückrunde spielten die anderen Mannschaften für uns. Das vorletzte Heimspiel gegen Unterhaching sollte uns dann aber endlich zu einem Sieg und damit der sicheren Teilnahme an der CL-Qualifikation bringen.

Das Unterhaching-Spiel hatte auch einen besonderen „Reiz“. Nach monatelangem Hin und Her hatte Butt nun bekanntgegeben, daß er definitiv zu Bayer Leverkusen wechseln werde. Entweder sofort, wenn man sich über die Ablöse einigen werde oder sonst wenn sein Vertrag im Sommer 2001 ausläuft. Zur Zeit (Stand Anfang Juni 2000; aber es wird scheinbar immernoch verhandelt) sieht es so aus, daß man sich nicht über die Ablöse einigen kann und Butt nun noch eine Saison in Hamburg spielen wird.
Im Spiel gegen Unterhaching war es nun also der erste Auftritt Butts nach Bekanntgabe seiner Entscheidung. Er wurde gnadenlos bei jeder Ballberührung ausgepfiffen und ich muß ehrlich sagen, daß ich mich von ganzem Herzen darüber gefreut habe. In der Presse wurde es ja oft so dargestellt, daß die Fans ihm nur nicht verzeihen würden, daß er überhaupt wechselt. Ich kann aber zumindest für mich sprechen (und wahrscheinlich auch viele andere der Pfeifenden) und sagen, daß das nicht der eigentliche Grund meiner Verärgerung ist. Ich ärgere mich einfach maßlos darüber, daß Butt bereits im letzten Jahr mehr als einmal gesagt hatte, daß es ihm nur wichtig sei,  international zu spielen. Nun, die CL-Quali ist doch international !!! Und dann das ewige Rumgeeire mit seiner Vertragsverlängerung. Monatelang hat er den Verein an der Nase rumgeführt und immer wieder seine Entscheidung verzögert bis er es schließlich auf das Saisonende verlegte. Und dieses gesamte Verhalten verzeihe ich Butt eben nicht und ich denke, daß es auch das gute Recht der Fans ist, Ihrem Unmut Luft zu machen.

Leider ist der Fussball inzwischen ja so verkommen, daß es sich fast alles nur noch um´s Geld dreht. Es gibt wohl leider auch beim HSV kaum mehr einen Spieler, der wirklich mit dem Herzen am HSV hängt. Ein Freund sagte mir letztens, daß er nicht verstehe, warum gepfiffen wurde, denn schließlich müsse doch allen klar sein, daß es sowas wie Ehre, Dankbarkeit und Vereinsverbundenheit nicht mehr gebe in der Bundesliga. Meine Antwort war: „ Da hast Du recht. Aber trotzdem müssen wir Fans so ein Verhalten doch nicht gut heißen!“ Butt bleibt nach derzeitigem Stand ja nun noch ein Jahr und ich muß ehrlich sagen, daß mich das nicht freut. Ich sehe da nämlich ein ganz einfaches Problem auf uns zukommen: Bisher wurde Butt jeder Patzer (und da gab es sehr wohl welche) verziehen und unter den Teppich gekehrt, weil es eben unser „Kult-Keeper“ war. Nun wissen alle, daß er gehen wird und er wird mit Argusaugen beobachtet werden. Eben jenen Kredit wird er absolut nicht mehr haben. Auch wenn er nun nicht (wie gegen Haching und Duisburg) bei jeder Ballberührung ausgepfiffen wird, wird aber sehr schnell Unmut aufkommen, wenn er einmal patzt. Daher hätte ich ihn auf jeden Fall schon jetzt transferiert nach Leverkusen. Andererseits kann ich auch Pagel verstehen, denn für ihn zählt nicht die Ablösesumme sondern das Erreichen sportlicher Ziele. Pagel wird es vermutlich ziemlich egal sein, daß wir (zumindest ein Großteil der) Fans uns von Butt verarscht fühlen, er ist gewiß der Meinung, daß Butt nun einmal einer der besten deutschen Keeper ist und damit hat er ja auch recht.  Natürlich möchte auch ich, daß der HSV nächstes Jahr viel erreicht, aber ich würde mich auch nicht ärgern, wenn Herr Butt das von der Bank aus ansieht, weil Pagel nun einem anderen Torhüter vertraut.....

Ja, so ging die Saison dann mit einem ganz erbärmlichen Spiel in Duisburg zu Ende und trotzdem kann man trotz der schlechten Schlußphase meines Erachtens nur zufrieden sein mit der Saison. Es stimmt schon, daß evtl. noch mehr drin gewesen wäre, aber ich denke, daß die Mannschaft dazu erst noch reifen muß. Deshalb finde ich es auch äußerst wichtig, daß man Niko Kovac´ Wunsch eines Transfers zu den Bayern nicht entsprochen hat. Anders als bei Butt hat man hier gleich klar gesagt, daß dieser Transfer keinesfalls stattfinden wird, was die Bayern aber nicht daran hinderte, weiterhin den Spieler verrückt zu machen und über die Presse Druck auf den HSV auszuüben. Niko hat ja noch 2 Jahre Vertrag und ich bin voll und ganz der Meinung der HSV-Führung: Wenn man dauerhaft im ersten Drittel der Bundesliga rangieren will, wird ein Mann wie Niko Kovac ganz dringend benötigt.

Niko Kovac war meiner Meinung nach DER Einkauf dieser Saison. Ablösefrei aus Leverkusen zum HSV gekommen, hat er hier Spiel für Spiel gezeigt, welche Klasse er besitzt. Er ist für mich ein wirklich „abgewichster“ Hund, dem man seine internationale Erfahrung deutlich anmerkt. Aber mit den Neuzugängen der Saison können wir wohl ohnehin richtig zufrieden sein. Pagelsdorf hat einmal mehr sein Näschen bewiesen und die Mannschaft mit der geringsten Transfersumme der Bundesliga hochkarätig verstärkt. Neben Kovac fallen mir da insbesondere auch Mahdavikia und Präger ein. Die beiden sind unsere Außenstürmer geworden und machen das hervorragend. Bei Mahdavikia war von Anfang an klar, daß er als Flügelflitzer geholt werden würde, was bei Roy „Ratte“ Präger etwas anders war. Roy konnte sich zu Saisonbeginn bzw. in der Vorbereitung nur recht schwer an seine Rolle als Außenstürmer gewöhnen, aber in der Saison wurde es immer besser. Während Mahdavikia ja ein echter Flügelflitzer ist, der sich durch seine ungewöhnliche Schnelligkeit auszeichnet, ist Präger eher der robuste und kämpfende Typ. Aber beide haben dem HSV ganz deutlich geholfen. Mahdavikia gehört zu den besten Vorbereitern der Liga und durch seine Schnelligkeit für die Konter des HSV geradezu prädestiniert. Es mangelt ihm allerdings noch am Abschluß, aber auch das kann ja noch werden beim HSV. Präger verkörpert da wirklich einen anderen Typus. Seine Motorik sieht längst nicht so grazil aus wie bei Mehdi, aber das ist ja auch nicht Roys Markenzeichen. Irgendein Reporter hat es mal gesagt und es geht mir einfach nicht mehr aus dem Kopf: Roy Präger sei der Emil Zatopek der Bundesliga. War er damit meinte: Würde die Mannschaft nach Kilometergeld bezahlt, würde Roy sich dumm und dämlich verdienen. In meiner Zeit als HSV-Fan habe ich wirklich noch einen einen dermaßen kämpferischen Stürmer gesehen.  Wie der jedem verlorenen Ball hinterherwetzt, ist einfach eine Freude zu sehen. Er zieht auch bei jedem Rückpaß zum gegnerischen Torwart im Gegensatz zu den meisten anderen Bundesliga-Stürmer richtig durch und versucht wirklich, dem Torwart den Ball abzugrätschen. Bisher ist das noch nicht gelungen, aber ich freue mich jetzt schon auf den Tag, an dem er dem Torwart den Ball abnimmt ! Roy ist zwar nicht mein Lieblingsspieler und ich rege mich auch oft genug über seine unzureichende Torchancenverwertung auf (nicht umsonst trägt er den Beinamen „Chancentod“ ;-) ), aber trotzdem mußte ich ihm fast immer ein gutes Zeugnis bescheinigen, denn er tut genau das, was ich von einem Profi erwarte: Einen schlechten Tag an dem nicht viel gelingt, kann jeder mal haben, aber dann kann man trotzdem wenigstens laufen und kämpfen. Und zumindest das macht Roy immer vorbildlich !

Nachdem ich Kovac als den besten Neueinkauf betrachte, muß man natürlich auch Cardoso noch ganz deutlich hervorheben. Rodolfo ist ja kein Neueinkauf im eigentlichen Sinne. Er war schon mal eine Saison beim HSV und wurde dann mehrere Jahre nach Südamerika verliehen. Nun kam er zu Saisonbeginn wieder zurück, weil sein Club dort sich die Ablöse nicht leisten konnte. Der HSV wollte ihn vor Saisonbeginn möglichst sofort loswerden und auch ich gehörte zu jenen, die ihm eigentlich nicht mehr zugetraut haben, daß er beim HSV eine gute Saison spielen würde.
Da hat Cardoso all seine Kritiker allerdings vom Gegenteil überzeugt !!! Rodolfo Cardoso legte sich mächtig ins Zeug. Neben seiner ohnehin vorhandenen Technik und Offensivkraft verbesserte er vor allem sein Defensivverhalten. Nun sahen wir Pélu plötzlich sogar grätschend am Boden liegen und das war keine Ausnahme. Er schien es allen noch einmal beweisen zu wollen und das hat er auch gründlich geschafft. Für mich ist Cardoso  neben Emerson von Bayer Leverkusen DER Spielmacher der Saison.

Eigentlich habe ich gar nicht mehr zu hoffen gewagt, daß ich es nach so vielen Jahren noch einmal erleben dürfte, einen „echten“ Spielmacher beim HSV zu erleben. Das gab es wohl seit Magaths Zeiten nicht mehr und es wurde immer danach gesucht. Überhaupt verfügen ja  nur wenige Mannschaften über einen Mittelfeldspieler, der sich überhaupt das Prädikat „Spielmacher“ verdient, aber der HSV ist nun wieder in „Besitz“ eines solchen. Wieviel Cardoso diese Saison geleistet hat, wurde eben erst so ganz richtig deutlich als er die letzten Spiele verletzt zuschauen mußte. Da lief spielerisch nichts mehr zusammen und das war gewiß kein Zufall, denn Rodolfo hatte ansonsten immer - wie man so schön sagt - die Zügel in der Hand.

Überhaupt konnte man in der Saison 1999/2000 eine sehr starke Mittelachse beim HSV erkennen, die sich über das Feld zog: Butt – Hoogma – Kovac – Cardoso – Yeboah. Sie bildeten wirklich das Gerüst des HSV-Erfolges. Jeder von Ihnen war fast unersetzbar, wobei dies bei Cardoso und Yeboah am meisten bei Ihrer längeren Zwangspause auffiel. Hoogma konnte man dann in Verletzungsfällen wenigsten durch Gravesen adäquat ersetzen und Hoogma konnte bei Verletzungen auch als Manndecker aushelfen. 
Auch die überaus starke Mittelachse gab es lange Jahre nicht beim HSV zu sehen und sie war der Garant für die vielen erfolgreichen Spiele dieses Jahres.

So, und nun noch zu einigen weiteren bemerkenswerten Geschichten um den HSV in der Saison 1999/2000:

Begeistert durften wir alle in dieser Saison sein von den vielen berauschenden Festen, die uns der HSV (besonders in Heimspielen) geboten hat. Mit einher ging ein unglaublicher Zuschauerschnitt von ca. 41.000 Zuschauern pro Spiel. Unglaublich !!! Vor dieser Zahl stehe ich einfach nur fassungslos. Ich hätte so etwas nicht zu hoffen gewagt. Zu diesem fabelhaften Schnitt (dem besten der HSV-Geschichte überhaupt) trugen natürlich verschiedene Gründe bei: In erster Linie lag es natürlich am erfolgreichen Spiel des HSV. Aber der HSV hat nicht nur erfolgreich gespielt sondern eben auch sehr, sehr schön. Und genau das will das Publikum sehen. Einen nicht unerheblichen Teil hat aber natürlich auch das neue Stadion beigetragen von dem eigentlich alle recht begeistert sind. Wenig begeistert kann man sich in diesem Zusammengang natürlich nur mit dem Baufortschritt während dieser Saison zeigen, denn bis einige Wochen vor Saisonende gab es praktisch überhaupt keinen sichtbaren Fortschritt zu verzeichnen. Schuld daran waren die unendlichen Probleme wegen der Statik des Daches. Das Stadion war ja zunächst für ein ganz „normales“ Dach geplant worden, doch dann wurde den Verantwortlichen wohl klar, daß wir dann starke Probleme mit dem Rasen bekämen, wie es auch in Dortmund der Fall ist, weil einfach zu wenig Licht auf den Rasen fällt. Also wurde umgeplant und es sollte ein Dach aus lichtdurchlässigen Membranen entstehen. Leider war dafür aber die gesamte Statik nicht ausgelegt und so wurde daran wieder und wieder rumgedoktort. Irgendwann, nach etlichen Monaten wurde die Statik schließlich von den zuständigen Behörden abgenommen und so konnten kurz vor Saisonende immerhin noch 8 der insgesamt 42 Dachmembrane installiert werden. Zur neuen Saison soll dann alles eingedeckt sein. Durch diese Probleme mit dem Dach kam auch der Innenausbau völlig zum Erliegen. Bei jedem Regen wurde nämlich innen alles naß und daher konnte man innen auch nicht weiterbauen. Besonders stank dabei vielen Besuchern (im wahrsten Sinne des Wortes), daß nun überall nur Dixi-Plastik-Miet-Toiletten aufgestellt wurden und das scheinbar noch in viel zu geringer Anzahl. So mußten im Stadion doch tatsächlich Schilder angebracht werden, daß man nicht ins Treppenhaus und den anderen unverputzten Innenräumen urinieren solle...... Aber das soll ja nun alles besser werden und wenn das Dach vollständig installiert ist, wird es hoffentlich auch beim Innenausbau zügig vorangehen.

Bedingt durch diesen sehr guten Zuschauerschnitt sah es auch finanziell für den HSV im letzten Jahr ganz gut aus. Die Stadionschulden konnten getilgt werden und der Zuschauerschnitt bescherte dem HSV auch ein Plus von einigen Millionen im Vergleich zur Kalkulation. Für die kommende Saison sieht es noch viel positiver aus, denn durch die geänderte Aufteilung der Fernsehgelder wird der HSV etliche Millionen mehr erhalten als bisher. Damit werde ich mich dann noch einmal beim Saisonausblick für die Saison 2000/2001 beschäftigen, den ich dann vor Saisonbeginn noch verfassen werde. 

Bei den Finanzen muß man auch noch kurz darauf hinweisen, daß der HSV mit der Verlagsgruppe „Milchstraße“ bereits jetzt wieder einen neuen Trikotsponsor für die übernächste Saison 2001/2002 vorgestellt hat. Die Hamburger Firma wird dem HSV 36 Millionen in 3 Jahren zahlen und das ist im Vergleich zum jetzigen Vertrag mit Hyundai natürlich ein unglaublicher Unterschied. Deshalb hätte der HSV die Zusammenarbeit mit Hyundai auch gerne mit Ende dieser Saison beendet, aber da spielten die Koreaner nicht mit. Sie hatten eine einseitige Option auf ein weiteres Jahr als Sponsor des HSV zu den gleichen Beträgen und haben diese Option auch wahrgenommen. Ich persönlich finde das nur all zu verständlich, denn gerade in der abgelaufenen und besonders in der nächsten Saison wird der Hyundai ja richtig vom HSV als Werbepartner profitieren. Der HSV spielt in der nächsten Saison auf jeden Fall international. Wenn wir die Quali überstehen, sogar in der CL. Ansonsten eben im UEFA-CUP und da müßten die Koreaner eigentlich ziemlich dumm sein, wenn Sie das freiwillig ausgelassen hätten. Leider waren sie aber auch nicht zu einer längeren Vertragsverlängerung zu sofort erhöhten Sponsorbeträgen zu bewegen. Naja, nun warten wir halt noch ein Jahr und spielen dann wieder mit dem „TV Spielfilm“- Logo, das uns die Milchstaßen-Gruppe vor einigen Jahren ja in einer ganz üblen Aktion schon einmal wieder abgenommen hatte. Damals verboten sie dem HSV mitten in der Saison, weiterhin mit Ihrer Werbung aufzulaufen, weil der HSV so schlecht spielte. Ein einmaliger Vorgang in der Bundesliga, aufgrund dessen auch heute viele Fans den neuen Vertrag argwöhnisch betrachten. Mir persönlich ist das recht egal. Ich bin da ganz Kapitalist und schaue in diesem Fall nur auf die Kohle.

Und dann gab es während der Rückrunde eine ganze Zeit lang Streit um den Vollbierausschank im Stadion. Der HSV hatte, weil es inzwischen sein eigenes Stadion ist, Vollbier ausgeschenkt. Dies wurde von der Stadt aber wieder verboten. Mit persönlich ist das vollkommen „Schnupp“, weil ich so und so kein Jünger des Gerstensafts bin. Mich interessiert bei dieser Sache eigentlich nur der wirtschaftliche Aspekt und da finde ich es schade, wenn der HSV vielleicht einen Sponsor wie Holsten nicht halten kann, weil der kein Vollbier ausschenken darf im Stadion. Richtig ärgerlich waren jedoch die Begründungen, die seitens der Stadt und der zuständigen Polizeibehörde aufgefahren wurden: Der C-Rang sei zu steil und die HSV-Fans würden, im Gegensatz zu den Paulianern, eher zu Gewalttätigkeiten durch den Alkoholgenuß neigen. Das ist nun auf jeden Fall starker Tobak, zumal die Fans, die sich besaufen wollen, dies ohnehin aus Kostengründen schon VOR dem Stadion machen. Aufregen kann mich daran auch total, daß z.B. beim American Football im Volksparkstadion sehr wohl Vollbier ausgeschenkt werden darf. Eine wirklich bodenlose Ungerechtigkeit, die allerdings noch einmal von der Hamburger Bürgerschaft bestätigt wurde und daher bleibt es leider auch so.

10 Elfmeter bekam der HSV in der Saison 1999/2000 zugesprochen. Soweit meine Erinnerung mich nicht trügt, waren die Elfer auch fast alle eindeutig. Eigentlich hätte es in der Rückunde noch einige Elfer mehr geben müssen für den HSV, aber irgendwie hatten die Schiedsrichter sich nun plötzlich anders entschieden. Teilweise waren es total eindeutige Fouls (wie z.B. das Foul an Präger in Wolfsburg), die jedoch nicht mehr geahndet wurden. Mein Freund skoop meint ja, daß Richard Golz daran indirekt Schuld sei, weil er vor dem Spiel HSV-Freiburg in einem Interview gesagt hatte, daß der HSV doch nur so viele Elfmeter bekäme, weil die Schiedsrichter Butt so gerne schießen sehen würden. Nun ja, das glaube ich zwar nicht, aber insgesamt wurden wir mit Elfern bestimmt nicht bevorteilt. 
Der Name Butt ist natürlich mit der Elfergeschichte dieses Jahres ganz eng verbunden, denn er hat (bis auf einen in Leverkusen, den Kovac schoß) alle geschossen und verwandelt. Unter den Elfmeter-Schützen hat er also eine 100%ige Quote. Fast hätte er es aber sogar geschafft, und hätte auch bei den Torhütern eine 100%ige Quote erreicht. Bis zum 29. Spieltag hielt seine Serie. Alle Elfer verwandelt und alle gegen den HSV gehalten. Das waren bis dahin immerhin schon 4 Stück. Dann kam jedoch dieses negative Spiel in Bielefeld, das einen allgemeinen Abwärtstrend einläutete und leider auch Butts 100 % - Elfer – Serie beendete.

Dann habe ich mir nun glaube endlich alles von der Seele geschrieben was mir so zur Saison 1999/2000 einfiel und will nun abschließend den einzelnen Spielern noch Saisonnoten verteilen:

Butt: Menschlich bin ich schon sehr enttäuscht von Butt, aber das hat ja nichts mit seiner sportlichen Leistung zu tun. Ich denke, daß er in dieser Saison einen großen Schritt nach vorne gemacht. Er hatte zwar hier und da mal ein paar Patzer dabei, aber letztendlich hat der HSV dadurch kein Tor verloren. Deshalb gebe ich ihm trotzdem: Note 1

Bade: ist nicht zu bewerten, da er nie gespielt hat.

Ilic: ist nicht zu bewerten, da er nie gespielt hat.

Hoogma: hat wirklich eine sehr gute Saison gespielt. In der Rückrunde fand ich ihn noch wesentlich stärker als in der Hinrunde. Wenn er auch grundsätzlich nicht zu meinen Lieblingen gehört und nicht so ganz meinen Wunschlibero verkörpert, so muß ich doch einsehen, daß er eine sehr gute Saison hinter sich hat: Note 2+

Simunic: ist nicht zu bewerten, da er nie gespielt hat.

Panadic: war nicht mehr so auffällig wie in der letzten Saison. Trotzdem hat die gesamte Abwehr-Dreierkette hervorragend funktioniert. Unglaublich stark ist Pana´s Beherrschung des Luftraumes. Der verliert ja sooo selten ein Kopfballduell !: Note 3

Hertzsch: Hertzscher hat sich in diesem Jahr mehr und mehr zu meinem Lieblingsspieler gemausert. Defensiv ist er schon gewohnt stark, aber in diesem Jahr hat er auch immer mehr versucht, sich in das Offensivspiel des HSV einzuschalten. Dabei greift er über die Flügel mit an. Stark verbesserungsfähig sind allerdings noch seine Flanken. Wenn er das auch noch lernt, bekommt er nächste Saison nicht mehr „nur“: Note 2

Ernst: war wohl die größte Enttäuschung der Saison. In der letzten Saison wurde er von der Presse schon zum neuen Beckenbauer erkoren und dann dieser Abstieg. Sein Abstieg hing natürlich stark mit dem Aufstieg von Niko Kovac zusammen, aber trotzdem hätte sich Fabian nicht so hängen lassen dürfen. Er konnte einfach nicht an der Leistung von Kovac vorbeikommen. Wenn er allerdings mal eingewechselt wurde, hat er auch ganz, ganz bescheiden gespielt und konnte sich keineswegs aufdrängen. Besonders sein Zweikampfverhalten war unter aller Kanone. Er ging in seinen wenigen Einsätzen fast jedem Zweikampf aus dem Weg. Es war ungelogen schon so, daß ich teilweise Angst hatte, wenn Ernst an den Ball kam, denn nur zu schnell war der dann wieder verloren: Note 5

Gravesen: Es schien ganz zu Anfang der Saison so, daß Gravesen in dieser Saison den Part des Libero übernehmen sollte. Nachdem er das in den beiden ersten Bundesliga-Spielen des HSV getan hatte, kam allerdings das UIC-Final-Rückspiel in dem Gravesen ganz schwach agierte und ein starker Unsicherheitsfaktor war. Dies schien ihm auch Pagel über zu nehmen, denn von nun an durfte er erstmal keinen Einsatz mehr über volle 90 Minuten zu absolvieren. In der Rückrunde konnte sich Graver dann aber wieder in die Herzen der Fans spielen. Nachdem er noch einmal eine grobe Unbeherrschtheit im Spiel gegen Lautern zeigte (s.o.) zeigte er dann vor allem gegen Ende der Saison seine Vielseitigkeit. Er spielte nun teilweise Libero, rechtes Mittelfeld, defensives Mittelfeld, offensives Mittelfeld und Linksaußen ! Die Position „Linksaußen“ paßte irgendwie auch ganz gut zu ihm, denn den Linksaußen sagt man ja nach, daß sie alle ein bißchen verrückt seien. Für die letzten Spiele hätte er fast eine 1 verdient, über die gesamte Saison hinweg, war er jedoch nicht so gut. Bei dieser Note habe ich wirklich am längsten mit mir gerungen, aber ich möchte ihm nicht eine zu gute Note geben, nur weil ich ihn als Typen so „liebe“. Wenn er nächste Saison konstanter spielt, bekommt er bestimmt nicht nur: Note 3+

Grammozis: So lange Dimi gesund war, hat er mir außerordentlich gut gefallen. Und das obwohl er immer im linken Mittelfeld gespielt hat, was ihm als Rechtsfuß vielleicht auch nicht so leicht viel. Ich mochte Dimi wirklich und finde, daß er eine echte „Kampfsau“ war. Dann kam leider seine langwierige Verletzungspause und nun hat er sich entschieden, sein Glück ins Kaiserslautern zu suchen. Für die gebrachten Leistungen in dieser Saison bekommt er von mir aber: Note 2

Kovac: Ein sensationelles Jahr beim HSV. Von der Bank der Leverkusener direkt in die Herzen der HSV-Fans. Ich habe ja schon oben über ihn geschrieben, weil er für mich mit Cardoso DER herausragende Spieler der Saison ist. Sehr zweikampfstark, gutes Auge und vor allem auch sehr stark am Ball, wenn sogar mehrere Gegner um ihn herum sind. Kovac ist maßgeblich am Erfolg des HSV in der vergangenen Saison beteiligt. Nur gut, daß man ihn nicht zu Bayern München ziehen läßt. Selbst für 20 Mios bekommt man ja keine Garantie, daß man einen adäquaten Ersatz findet. Note 1

Babatz: hat kaum gespielt. Daher möchte ich ihn lieber nicht bewerten.

Hollerbach: war zunächst lange Zeit durch den Einsatz von Grammozis ins zweite Glied versetzt, wo er meiner Meinung nach auch hingehört. Über Holler könnte ich so viel schreiben.... Ich habe nichts gegen sein Auftreten sondern wirklich gegen sein Fußballspiel. Allgemein hat der HSV diese Saison den Ball nach vorne gespielt. Holler jedoch pflegt den Ball quer über den Platz nach vorne zu dreschen. Mit Glück und einem guten Stürmer bleibt der Ball dann auch in den eigenen Reihen. Außerdem läuft und kämpft er mir viel zu wenig. Ich weiß, daß das die meisten HSV-Fans anders sehen, aber für mich ist Holler nun einmal kein Kämpfer sondern ein Treter. Und das ist für mich ein himmelweiter Unterschied. Ich bin jedenfalls sehr froh, daß der HSV zur kommenden Saison Alternativen für diese Position gekauft hat.: Note 4

Fischer: wurde in dieser Saison als „Notnagel“ eingesetzt, d.h. er kam immer dann, wenn ein Mittelfeldspieler verletzt war. Ich finde, daß er dann auch immer seinen Mann gestanden hat. Eine Alternative für die Stammelf wäre er nicht mehr, aber als Ersatzmann bekommt er von mir: Note 3

Groth: im Grunde genommen ist „Dr. Hammer“ kaum zu bewerten, da er so oft verletzt war in dieser Saison. Zu Anfang der Saison war er noch regelmäßig dabei und spielte auf der rechten Seite zusammen mit Mahdavikia hervorragend. Dann verletzte er sich jedoch und war leider Ewigkeiten verletzt. Bei den wenigen Spielen in der Rückrunde mußte er erst einmal wieder langsam den Anschluß gewinnen: Note 3

Spörl: Lumpi hat in dieser Saison kaum gespielt und ist daher nicht wirklich zu bewerten. Dabei würde ich dann so und so bewerten, was ich normalerweise von ihm kenne. Aber darum geht es hier ja nicht.

Gümüs: Wurde nicht eingesetzt.

Doll: hatte auch nur sehr wenige Einsätze. Vor allem wurde er meist erst gegen Ende der Spiele eingewechselt. Ich denke, daß seine Zeit wohl weitestgehend vorbei ist. Allerdings scheint er den jungen Spielern noch etwas mit auf den Weg geben: Note 4

Cardoso: DER Regisseur, den der HSV so lange gesucht hat. Über ihn habe ich oben ja auch schon eine Menge geschrieben. Ich hoffe, daß er nächste Saison an seine Leistung aus dieser Saison anschließen kann, denn die war überragend: Note 1

Mahdavikia: Seine Leistung macht auch Appetit auf mehr. Er ist dribbelstark und außergewöhnlich schnell, so daß er hervorragend auf dem Flügel und auch bei Kontern eingesetzt werden kann. Allerdings muß er noch ganz stark am Abschluß arbeiten. Als Vorlagengeber ist er jedoch schon jetzt top beim HSV: Note 2

Dembinski: hat zu selten gespielt, um ihn beurteilen zu können.

Khatibi: ist auch nicht wirklich zu bewerten, weil er dazu zu wenig gespielt hat.

Bäron: hat nach langen Jahren endlich wieder den Anschluß an die Mannschaft gefunden. Nun steht aber noch aus, ob die Berufsgenossenschaft ihm einen Strich durch die Rechnung macht, weil man ihn nicht mehr versichern will wegen seines Knorpelschadens. Bewerten kann möchte ich seine wenigen Einsätze aber nicht.

Grubac: hat auch zu selten gespielt, um ihm diese Saison eine Note verpassen zu können.

Präger: auch zu Präger habe ich oben schon etwas geschrieben. Er hat mir eigentlich schon gut gefallen. Trotzdem sehe ich auch bei ihm durchaus noch Steigerungspotential. Kämpferisch schon top, müßte er spielerisch noch ein wenig zulegen.: Note 3+

Hashemian: wirkte in seinen wenigen Einsätzen zu ungestüm. Bewerten kann ich ihn aber bei den wenigen Minuten nicht wirklich.

Uysal: Machte in seinem ersten Einsatz sehr viel Hoffnung, die er anschließend dann aber leider nicht bestätigen konnte. Trotzdem kann man nach seiner langen Verletzungspause sich durchaus noch verbessern: Note 4

Yeboah: Über Yeboah brauche ich fast gar nichts mehr zu sagen. Ich halte ihn nach wie vor für den perfektesten HSV-Spieler, den ich jemals gesehen habe. Er hat zwar diese Saison längst nicht so viel Tore gemacht wie in der letzten Saison, aber gerade zum Ende der Saison als er verletzt war, konnte man deutlich erkennen, wie wichtig er für das Team ist. Dann sieht man erstmal wieviel Bälle dieser Mann unter Kontrolle bringt und zu seinem Mitspieler weiterleitet im Gegensatz zu seinem jeweiligen Ersatz. Ich kann nur hoffen, daß Tony in der nächsten Saison wieder topfit ist und dann bin ich mir ganz sicher, daß wir noch sehr viel Freude an ihm haben werden. Hätte er noch mehr Tore gemacht, bekäme er nicht „nur“: Note 2+

Yilmaz: wurde nur so selten eingesetzt, daß ich ihn nicht bewerten kann. Allerdings zeigte er sehr hoffnungsvolle Ansätze. Er ist äußerst dribbelstark, aber dafür findet er einfach keinen Abschluß.

Pagelsdorf: Ach, was soll man über Pagelsdorf noch sagen: Einfach gigantisch, was er in den letzten Jahren aus dem HSV gemacht hat. Und ich bin wirklich schwachsinnigerweise irgendwie stolz, daß ICH immer zu ihm gestanden habe. Sehr, sehr viele HSV-Fans wollten ihn ja schon in der schlechten Zeit der Saison 1998/99 nicht mehr beim HSV sehen, aber ich hatte immer die Hoffnung, daß er es schafft. Was der uns alles an Spielern besorgt hat für ein Taschengeld ist schon wirklich unglaublich. Der HSV gibt sooo wenig für Ablösen aus und hat doch in der letzten Saison zusammen mit Leverkusen den schönsten Fußball gespielt. Und da er seine Ziele bisher immer erreicht hat, kann man ja sogar wirklich hoffen, daß wir in den nächsten 5 Jahren mal Meister werden. Zumindest hat er das ja auch als Ziel ausgegeben. Ich hoffe, daß man diesen Mann kontinuierlich beim HSV weiterarbeiten läßt, denn er hat ein wirklich gutes Händchen bei Neuverpflichtungen, läßt offensiven und guten Fußball spielen und scheint auch mit den Spielern prima zurecht zu kommen. Nicht umsonst „reisen“ ihm einige Spieler auf seinen Trainerstationen hinterher ;-). Hoffentlich kann er nächste Saison ein ähnlich durchschlagkräftiges Team formen. Dieser Mann hat den HSV wieder von ganz unten nach ganz oben gebracht und verdient damit eindeutig: Note 1

Alles wird gut !!!!   <= Dieses Motto hat doch in dieser Saison schon mal wirklich gut funktioniert, oder ?!?!

Püstow

Über Euren persönlichen Saisonrückblick würde auch ich mich sehr freuen !

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.