UEFA-Intertoto-Cup Finale (Hinspiel) 10.08.1999, 19:00 Uhr in Montpellier (Stade de Mosson)

SC Montpellier - HSV 1:1 (1:0) 

HSV: 1 Butt - 4 Hertzsch, 5 Hoogma, 3 Panadic - 7 Groth, 11 Kovac, 6 Grammozis - 27 Cardoso (90. Gravesen) - 15 Mahdavikia, 17 Yeboah, 22 Präger 

Tore: 1:0 Loko (15., Foulelfmeter), 1:1 Panadic (80. Kopfball, Vorarbeit Groth)

Ich war ja wirklich sehr lange nicht so nervös bei einem HSV-Spiel wie jetzt bei diesem.

Dazu trägt gewiß auch bei, daß man (oder besser: ich) am TV so und so immer nervöser ist, als wenn ich es live im Stadion miterlebe. Ich stand echt unter Hochspannung während des Spiels.

Um es gleich vorwegzunehmen: Ich finde, daß das Unentschieden o.k. geht. Beide Mannschaften hätten auch noch mehr Tore schießen können.

Ich fand das Spiel auch recht kurzweilig bis auf die Mittelphase der zweiten Halbzeit.

Aber nun von Anfang an:
Beide Mannschaften begannen mit einer offensiven Grundausrichtung und versteckten sich nicht. Der HSV hatte bereits nach kurzer Spielzeit eine hochkarätige Schußchance durch Cardoso. Den Schuß konnte der TW aber parieren.

Das Spiel ging dann mit Chancen hüben wir drüben weiter bis sich unser, heute tolpatschiger, Libero entschied, den Gegner so in unserem Strafraum zu fällen, daß der Schiri wirklich nicht lange überlegen mußte. Wenn man diesen Elfmeter nicht gepfiffen hätte, dann würde es wohl nie mehr einen geben. Und dabei war das wirklich unnötig. Der Spieler lief ja Richtung Grundlinie und nicht direkt auf Butt zu.
Naja, der Elfer wurde klar verwandelt zum 1:0.

Das Spiel lief dann weiterhin fröhlich auf beide Tore und belastete meine Nerven. In der ersten Halbzeit gefiel mir Dimi mit Abstand am besten.

In der zweiten Halbzeit wurde der HSV dann immer stärker und nahm das Spiel mehr und mehr in die eigene Hand. Allerdings gab es, wie auch schon in der ersten Halbzeit, sehr viele ungenaue Abspiele, sodaß viele Chancen schon im Keim erstickt wurden.

Als das Spiel etwas einzuschlafen schien, konnte Panadic nach hervorragender Flanke von Groth mich auf der Couch zu Jubelstürmen hinreißen. Ein wunderschöner, wuchtiger Kopfball, den Pana da aus ca. 6 m ins Netz wuchtete. 

Danach sollte nur noch einmal mein Herz fast stehenbleiben. Als ein französischer Stürmer kurz vor Schluß aus 5 m , freistehend vorm Tor, an Butts Kasten vorbeinickte. Den hatte ich schon drin gesehen. Und das Ding hätte der Stürmer auch machen müssen.

Insgesamt was ich hochzufrieden mit dem Spiel und Ergebnis, denn es ist eine hervorragende „Vorlage“ für das Rückspiel am 24.08.99 im VP. Für diese Chance, doch noch am UEFA-CUP teilnehmen zu können, muß einfach alles getan werden. Wir müssen alle ganz fest hinter der Mannschaft strehen.

Meine Noten:
Butt: Heute ausnahmsweise sehr unsicher. Note 4-
Hertzsch: Souverän. Ich habe nicht gesehen, daß ihn sein Gegner mal ausgespielt hätte. Note 2
Panadic: siehe Hertzsch. Tolle Innenverteidigung. Und dann dieses schöne Tor. Note 2
Hoogma: Dusselig. Durch seinen brutalen Fehler hätte der HSV fast eine sehr schlechte Ausgangslage gehabt. Note 5
Grammozis: Erste Halbzeit 2. Zweite Halbzeit wesentlich schlechter. 4--. Insgesamt Note 3
Kovac: Besser als gegen Trabzon. Aber ich könnte mir Ernst oder Graver besser vorstellen. Note 3
Groth: Hat gezeigt, daß er eindeutig der beste Flankengeber beim HSV ist. Seine Flanken waren die Hauptgefahrenquelle. Note 2
Cardoso: Konnte natürlich nicht so überzeugen wie gegen Trabzon. Aber der Gegner war diesmal ja auch besser. Trotzdem hatte er gute Torschußmöglichkeiten und kämpfte emsig. Note 3+
Präger: Naja, Licht und Schatten. Insgesamt nimmt er zu wenig am Spiel teil. Note 3-
Mahdavikia: Eines seiner schlechtesten Spiele bisher für den HSV. War erst in der letzten ¼ -Stunde gefährlich. Note 4
Yeboah: Ihm fehlt noch deutlich die Spritzigkeit. Allerdings ist er natürlich trotzdem immer mal für ein Tor gut und wird deshalb meist auch nicht ausgewechselt. Trotzdem Heute bekommt mein Liebling Note 5 

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.


Der kicker schreibt folgenden Bericht:
UI-Cup, Final-Hinspiel

SC Montpellier - Hamburger SV 1:1 (1:0) 10.08.99

Montpellier: 34 Riou - 2 Baills, 15 Rodriguez, 4 Silvestre, 24 Ferrier - 17 Sorlin, 19 Mahouve, 7 Serredszum, 14 Barbosa - 11 Loko, 9 Ouedec 

Hamburg: 1 Butt - 4 Hertzsch, 5 Hoogma, 3 Panadic - 7 Groth, 11 Kovac, 6 Grammozis - 27 Cardoso - 15 Mahdavikia, 17 Yeboah, 22 Präger 

Eingewechselt: 65. Fugier für Baills, 73. Dos Santos für Sorlin, 75. Dzodic für Serredszum - 90. Gravesen für Cardoso

Tore: 1:0 Loko (15., Foulelfmeter), 1:1 Panadic (80. Kopfball, Vorarbeit Groth)

Schiedsrichter: Jol Dick (Niederlande) 

Zuschauer: 14.000 

Rote Karten: 

Gelb-Rote Karten: 

Gelbe Karten: Ouedec, Baills - Hertzsch

Der HSV hat nach dem Unentschieden in Montpellier alle Chancen, sich im Rückspiel für den UEFA-Cup zu qualifizieren.

Die Hamburger starteten stürmisch in die Begegnung. Bereits nach zwei Minuten hatte Rodolfo Esteban Cardoso die große Chance zur Führung. Der Argentinier scheiterte aber mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze an Montpelliers Torhüter Rudy Riou. Insgesamt waren die Südfranzosen aber während der ersten Hälfte überlegen. Nach einem Foul des Holländers Jan-Nico Hoogma an Ouedec entschied Schiedsrichter Jol Dick in der 15. Spielminute völlig zu Recht auf Strafstoß für Montpellier. Loko ließ HSV-Keeper Hans Jörg Butt mit einem platzierten Schuss keine Abwehrmöglichkeit und verwandelte sicher zur Führung der Gastgeber.

Nach der Pause hatte erneut Cardoso die große Möglichkeit zum Ausgleich, aber der erst 19-jährige Keeper Riou rettete wiederum glänzend (58.). Die Hamburger mussten bis zur 80. Minute warten, ehe Andrej Panadic das erlösende Ausgleichstor erzielte. Der 30-jährige Kroate stieg nach einer Flanke von Martin Groth am höchsten und setzte einen wuchtigen Kopfball ins Netz. In der Schlussphase hatten die Hamburger Glück, dass Montpellier gute Möglichkeiten nicht mehr nutzen konnte. 


 
 
Sat1 ran online schreibt folgenden Bericht:
HSV vor erster UEFA-Cup-Teilnahme seit 1996 
Montpellier - Dank Andrej Panadic steht der Hamburger SV mit einem Bein im UEFA-Cup. Mit seinem Tor in der 80. Minute sicherte der Kroate dem zweimaligen Europapokalsieger ein 1:1 (0:1) im ersten Endspiel um den UI-Cup beim französischen Erstligisten SC Montpellier. Im Rückspiel am 24. August reicht den Hanseaten bereits ein torloses Remis zur Rückkehr ins Millionen-Geschäft Europacup. 
Vor 11.516 Zuschauern im Stade de la Mosson hatte Patrice Loko die Franzosen mit einem Foulelfmeter bereits in der 15. Minute in Führung gebracht. Libero Nico-Jan Hoogma hatte den Strafstoß mit einem unnötigen Foul an Stürmer Nicola Ouedec verursacht. Panadic glich nach einer Flanke von Martin Groth per Kopf aus. 

Pagelsdorf zufrieden
"Mit diesem Tor haben wir jetzt eine Riesenchance. Die Ausgangsposition ist perfekt", freute sich der Torschütze. Trainer Frank Pagelsdorf formulierte etwas vorsichtiger: "Wir haben uns eine ganz gute Ausgangsposition geschaffen. Ich bin insgesamt zufrieden. Wir haben außer dem Elfmeter kein Gegentor zugelassen und uns selbst eine Reihe von Torchancen erarbeitet. Das Ergebnis ist mehr als verdient." 

HSV mit nervösem Beginn
Das Gegentor war größter Ausdruck für die Nervosität der Gäste, die zunächst nicht an ihre gute Form aus der Vorbereitung und den ersten beiden UI-Cup-Runden anknüpfen konnten. Hoogma grätschte Ouedec im eigenen Strafraum vollkommen unnötig um, "der Strafstoß war vollkommen berechtigt", sagte HSV-Team-Manager Bernd Wehmeyer. Der ehemalige Meisterspieler kritisierte schon zur Pause den nervösen Auftritt seines Team: "Wir leisten uns zu viele schnelle Ballverluste, wir beschäftigen die Franzosen zu wenig." 

Allein der Argentinier Rodolfo Cardoso hatte mit Fernschüssen zwei klare Torgelegenheiten. Bereits in der zweiten Minute zwang der 30-Jährige nach schöner Vorarbeit von Roy Präger den erst 19 Jahre alten Torwart Rudy Riou zu einer Parade. In der 58. Minute verhinderte der Schlussmann mit den Fingerspitzen das von den Hamburger so erhoffte Auswärtstor. Abgesehen von Cardosos Distanzschüssen konnten die Norddeutschen die kompakte französische Abwehr lange Zeit kaum gefährden. Anthony Yeboah und der Iraner Medhi Mahdavikia blieben unter ihren Möglichkeiten. 

Steigerung in Halbzeit zwei
Im zweiten Durchgang hatte die Elf von Trainer Frank Pagelsdorf etwas mehr vom Spiel, als die zuvor mit fast 30 Grad brennende Sonne hinter dem Horizont verschwunden war. Der späte Ausgleich nach einer sehenswerten Flanke von Martin Groth fiel dennoch überraschend. 

Beste Spieler beim HSV, bei dem Torwart Hans-Jörg Butt mit ungewohnten Fehlern ein Unsicherheitsfaktor war, waren Ingo Hertzsch und Groth. Bei den Franzosen, die vor einer Woche an gleicher Stelle den MSV Duisburg 3:0 bezwungen hatten, ragten Franck Silvestre und Marcel Mahouve heraus.