UEFA-Intertoto-Cup Halbfinale (Hinspiel) 28.07.1999, 19:00 Uhr in Trabzon (TRK):

Trabzonspor - Hamburger SV 2:2 (0:0) 28.07.99 

HSV: Butt - Fischer, Hoogma, Hertzsch - Groth, Kovac, Gravesen (46. Cardoso), Hollerbach - Mahdavikia (59. Hashemian), Yeboah, Präger (78. Babatz) 

Tore: 0:1 Yeboah (58.), 0:2 Hollerbach (61.), 1:2 Hami (68.), 2:2 Hami (73.) 

Schiedsrichter: Fisker (Dänemark) 

Zuschauer: 30.000 (ausverkauft) 
 

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.


Der kicker schreibt folgenden Spielbericht:
UI-Cup - Halbfinale: Zweimal der Ex-Schalker Hami. 
Trabzonspor - Hamburger SV 2:2 (0:0) 28.07.99

Trabzonspor: Milosevski (3) - Selim (3), Osman (4) - Tamer (3,5), Okan (3,5), Abdulkadir (3) - Cem (4,5), Huseyin (4), Erman (2) - Hami (1,5), Vugrinec (4)

HSV: Butt (3) - Fischer (3), Hoogma (4,5), Hertzsch (3) - Groth (2,5), Kovac (2), Gravesen (4,5), Hollerbach (2) - Mahdavikia (4), Yeboah (2,5), Präger (3,5)

Eingewechselt: 55. Selahattin (4) für Huseyin, 72. Orhan (-) für Cem, 78. Tansel (-) für Osman, - 46. Cardoso (3) für Gravesen, 59. Hashemian (4) für Mahdavikia, 86. Babatz (-) für Präger

Reservebank: Metin (Tor), Ragip, Mehmet, Murat - Bade (Tor), Dembinski, Ernst, Spörl

Tore: 0:1 Yeboah (58., Kopfball, Vorarbeit Groth), 0:2 Hollerbach (61.,Linksschuß, Yeboah), 1:2 Hami (68., Rechtsschuß, -), 2:2 Hami (73., direkter Freistoß) 

Chancen: 8:8
Ecken: 9:7
SR: Fisker (Dänemark - Assistenten: Knudsen, Jepsen), Note 2, souveräner Leiter des Spiels, ließ sich auch von der Hektik nicht anstecken
Zuschauer: 30 000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Orhan, Erman - Präger
Spielnote: 3 
Spieler des Spiels: Hami - Rettete Trabzonspor das Unentschieden. Hatte zunächst mit seinen Freistößen kein Glück. Dann gelangen ihm zwei Tore.

Personal: Mit zwei Änderungen gegenüber dem 3:2-Sieg in Basel wartete Trainer Pagelsdorf auf. Für den verletzten Grammozis übernahm Gravesen die Position im offensiven Mittelfeld. Zudem kam Hollerbach für Ernst ins Team. Kovac übernahm die Position im zentralen offensiven Mittelfeld.

Taktik: Pagelsdorf ließ das gewohnte System spielen, erneut mit drei Spitzen. Präger stürmte nach mehreren vergeblichen Versuchen im Mittelfeld wieder über die linke Seite. Yeboah wurde in direkte Manndeckung genommen. Die beiden türkischen Außenverteidiger Tamer und Abdulkadir agierten sehr offensiv, so daß sowohl Präger und noch mehr Mahdavikia in die Defensive gedrängt wurden. Hami spielte zweite Spitze hinter Vugrinec.

Spielverlauf: Bei Temperaturen von 27 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit ging das Vorhaben von Pagelsdorf, die Anfangsphase schadlos zu überstehen, voll auf. Mit einer sehr defensiven Spielanlage neutralisierte der HSV die Türken, die lange Zeit nicht zu ihrem Spiel fanden. Der erwartete Sturmlauf von Trabzonspor blieb aus.

So kamen sie erst in der 44. Minute zu ihrer ersten gefährlichen Szene, als Hami einen Freistoß aus 22 Metern an die Latte des HSV-Gehäuses knallte. Die Hamburger spielten munter mit und setzten zu einigen gefährlichen Kontern an, dabei hatte Mahdavikia in der 17. Minute die große Möglichkeit zur Führung.

In der zweiten Halbzeit wechselte Pagelsdorf Cardoso für den enttäuschenden Gravesen ein. Die Einwechslung zahlte sich aus, denn der HSV war jetzt wesentlich gefährlicher als vor der Pause. Zwar startete Trabzonspor mit neuem Schwung, doch die Hamburger waren in der Deckung sehr gut gestaffelt.

Der Kopfball von Yeboah zum 1:0 brachte scheinbar die Erlösung, Hollerbach baute die Führung kurze Zeit später aus und verschaffte dem HSV erstmal die Sicherheit, die er für sein Spiel benötigte. Doch mit Hamis 1:2 nach Fehler von Hoogma kippte die Partie. Der HSV, der die Partie bis dahin eigentlich im Griff hatte, wurde nun nervös. Und das fanatische Publikum peitschte seine Mannschaft nach vorne. In der Schlußphase wurde es dann noch einmal hektisch und der Ex-Schalker Hami konnte per Freistoß ausgleichen. Pech für Butt, daß der Ball noch abgefälscht wurde. 

Fazit: Der Hamburger SV agierte lange Zeit souverän, verspielte aber durch Nachlässigkeit seinen 2:0-Vorsprung. 

<<Große Enttäuschung nach dem verschenkten Sieg. "Wir sind doch zu blöd">> : 
Sie schwebten schon im siebten Himmel und mußten doch noch durch die Hölle. Die Hölle an der Schwarzmeerküste, wo der HSV im mit 30 000 fanatischen Zuschauern ausverkauften Avni Aker Stadion von Trabzonspor wie der sichere Sieger im ersten UI-Cup- Halbfinale ausgesehen hatte und sich am Ende mit einem 2:2 begnügen mußte. "Wir sind doch zu blöd", ärgerte sich HSV-Neuzugang Niko Kovac über den unglücklichen Spielverlauf. "Die Türken haben heute so schlecht gespielt, da hätten wir hier klar gewinnen müssen." 
Das Unentschieden in Trabzon ­ was ist es wert? Die meisten HSV- Profis werteten es als einen Mißerfolg. Bernd Hollerbach: "Wir hatten das Spiel so sicher im Griff und sind wieder einmal durch individuelle Fehler aus der Bahn geraten." Auch Kapitän Martin Groth schlug kritische Töne an. "Wer hier führt, der muß eigentlich gewinnen." 
Auf die in der Vorbereitung immer wiederkehrenden Fehler in der HSV-Abwehr wies Anthony Yeboah hin: "Unsere Deckung steht halt noch nicht so sicher." Besonders ärgerte sich Torwart Hans- Jörg Butt über die Gegentreffer, wobei er zu Hamis Freistoß-Tor dies sagte: "Der Ball wurde so unglücklich abgefälscht. daß er für mich unerreichbar war." 
Eine Standardsituation und ein Blackout von Hoogma ­ so fielen die Tore der Türken. Aus einer Chance habe Trabzon zwei Tore gemacht, so Trainer Frank Pagelsdorf. Der Coach lobte sein Team für die "souveräne Vorstellung bei diesen Verhältnissen und Temperaturen". Bestnoten gab's für Kovac und Hollerbach. 
"Eine gute Ausgangssituation für das Rückspiel", sah Team-Manager Bernd Wehmeyer. Dem HSV winkt der Sprung ins Millionengeschäft UEFA-Cup. Kasse macht er schon am Mittwoch beim Rückspiel (17.30 Uhr, in Lübeck, live im DSF). Einnahme: 300 000 Mark.