Das soll nun mein „ultimativer“ Jahresrückblick werden. Ich will besonders auf die Hinrunde der aktuellen Saison 1999/2000 eingehen, allerdings auch ein bißchen das gesamte Jahr aus meiner Sicht reflektieren.

Für mich war das HSV-Jahr 1999 wohl das schönste in meiner bisherigen Zeit als HSV-Fan (regelmäßiger Besucher seit 1989). Ich kann mich zumindest nicht an ein Kalenderjahr erinnern, in dem der HSV so konstant gute Leistungen gebracht hat wie 1999. Außerdem war 1999 für mich auch das Jahr, in dem ich bisher die mit Abstand am meisten HSV-Spiele besucht habe. Bei immerhin 25 der 33 Begegnungen war ich anwesend. Das ist für mich wirklich eine ganze Menge, wie mir eben so beim Zusammenzählen aufgefallen ist.

Von den Auswärtsspielen 1999 sind mir am besten die Matches aus der letzten Saison in Duisburg und Schalke im Gedächtnis geblieben. Das 4:1 in Schalke war schon ein geiles Erlebnis, denn wie oft putzt man den Gegner schon so in dessen Stadion. Am unvergeßlichsten wird mir aber (wahrscheinlich auch noch für einige Zeit) der 3:2 – Sieg in Duisburg bleiben. Es war eines der ganz wenigen Spiele, zu dem ich ohne einen Freund hingefahren bin. Nach kurzer Zeit sollte ich die Fahrt dann auch eigentlich schon verteufeln, denn der HSV spielte in Halbzeit 1 wirklich unterirdisch. Aber dann stieg des HSV, um es mal so blumig zu sagen, wie Phönix aus der Asche und bog das Spiel in der 2. Halbzeit noch zu einem 3:2 – Auswärtssieg um. Das hatte ich bis dahin auch noch nie erlebt und es war wirklich ein tolles Gefühl, wie man sich so mit völlig fremden Menschen überglücklich in den Armen lag und feierte. Es war übrigens auch das Spiel (meine ich zumindest), als das erste mal unser neues Fußball-Wunder und Kampfsau Dimi Grammozis so richtig auftrumpfte. Er wurde zur zweiten Halbzeit eingewechselt und war maßgeblich daran beteiligt, daß der HSV den Karren noch aus dem Dreck fuhr.

Überhaupt war die gesamte Rückrunde der Saison 1998/1999 schon sehr gut vom HSV.  Eigentlich wurde die ganze Rückrunde über konstant guter Fußball gespielt. Trotzdem kriselte es zum Ende der Hinrunde bzw. am Anfang der Rückrunde doch sehr, da man trotz teilweise sehr guten Spieles keines der ersten vier Rückrundenspiele gewinnen konnte. Der Trainer Frank Pagelsdorf wurde daraufhin von den Medien und der Öffentlichkeit so in´s Korn genommen, daß es schon fast nach einer Scheidung der Ehe Pagelsdorf/HSV aussah. Pagel soll dabei auch schon mit TeBe Berlin in Kontakt gestanden haben. 

So kam es dann zum Schicksalsspiel in Rostock, daß der HSV glücklich mit 1:0 für sich entscheiden konnte. Ich war wirklich überglücklich, da ich auch schon damals sehr, sehr viel von Pagelsdorf gehalten habe. So entschieden sich Pagel und der HSV weiterhin zusammen zu arbeiten und es sollten daraus im Jahre 1999 tatsächlich noch „blühende Landschaften“ entstehen. Nach dem Rostock-Spiel ging es jedenfalls steil bergauf. Der HSV war die folgenden 11 Spiele ungeschlagen und konnte sich noch fast an einen UEFA-CUP-Platz herankämpfen. Das war dann aber des Guten wohl doch zuviel und so stand schon leider vor dem letzten Spieltag fest, daß der HSV keine Chance auf die direkte UEFA-Cup-Qualifikation hatte aber dafür einen sicheren UI-CUP-Platz. Nach 11 erfolgreichen Spielen gab es dann beim letzten Spiel in Berlin eine deftige 1:6 – Klatsche, die mich trotzdem sehr geärgert hat, obwohl es für die Tabelle eine „Muster ohne Wert“ war.

Ich „darf“ dazusagen, daß ich übrigens nach dem Rostock-Spiel alle weiteren Niederlagen des HSV im Jahre 1999 live im Stadion gesehen habe !!! ;-( 

Die Saison 1998/1999 wurde also mit einem UI-CUP-Platz beendet (7.) und das sollte sich für den HSV meiner Meinung nach noch nachhaltig positiv auszahlen.

Denn durch den UI-Cup, bei dem der HSV erst in Runde 3 einsteigen mußte, hatte der HSV nach meiner Auffassung eine Super-Vorbereitung auf die Saison 1999/2000. Es waren ja längst nicht mehr so viele Spiele zu bestreiten im UI-Cup wie noch im Jahr davor. Der HSV hätte sich durch das Überstehen von 3 k.o.-Runden bereits einen UEFA-CUP-Platz sichern können. Das sollte allerdings leider nicht gelingen. Trotzdem hatte der HSV vielen anderen Bundesligisten gegenüber aber den Vorteil, daß er eine sehr ernste Saisonvorbereitung hatte. Wo andere ständig nur Freundschaftsspiele absolvieren, ging es für den HSV schon um´s internationale Geschäft.

Dabei begann die Vorbereitung mit denkbar schlechten Ergebnissen. Gleich im ersten UIC-Spiel unterlag der HSV bei seinem „Heimspiel“ auf der Lübecker Lohmühle dem FC Basel. Da sah es schon nach einem frühen Ende der internationalen Bemühungen aus.  Dann folgte (oder war das davor ??) auch noch der Tiefpunkt der Vorbereitungsspiele. Der HSV geriet bei einem Testkick in Kopenhagen gegen Bröndby mit (glaube ich) 0:6 unter die Räder. Nun wurden schon wieder allerorts die Unkenrufe laut und es wurde schon der totale Absturz des HSV prophezeit. Einige HSV-Anhänger (Fans kann ich das wohl nicht nennen) wollten sogar schon Ihre gekauften Dauerkarten wieder verschleudern ;-)

Aber es kam dann doch anders. Der HSV konnte das Rückspiel in Basel gewinnen und auch in der nächsten Runde gegen Trabzonspor richtige Eigenwerbung betreiben. Auch im Finalhinspiel gelang dieses noch beim SC Montpellier. Allerdings sollte das Rückspiel in Hamburg uns dann allen in trauriger Erinnerung bleiben. 

Zum ersten Mal spielte der HSV im neuen Stadion. Natürlich wurde auch während des Umbaus im Stadion gespielt, aber es war jetzt das erste Spiel, in dem zumindest das komplette „Rund“ fertig war. Alle Sitzplätze waren montiert und das (leider auch zu Beginn des Jahres 2000 noch) fehlende Dach tat der Stimmung keinen Abbruch. Kein Wunder ! Es war ja auch herrliches Sommerabend, an dem dieses so wichtige Spiel im neuen Hexenkessel der Bundesliga vor 52.000 Zuschauern (bei ermäßigtem Eintritt) verloren gehen sollte. Ja, leider. Die internationale Premiere des HSV ging so gesehen in die Hose. Der HSV verlor im ersten Elfmeterschießen, das ich live miterlebt habe, gegen Montpellier und so zogen die Franzosen statt des HSV in den UEFA-Cup ein.

Trotzdem war es ein tolles Erlebnis. Die Stille der 52.000 beim 1:1 der Franzosen wird mir auch ewig in Erinnerung bleiben. Und die Zuschauer waren trotzdem gefesselt vom „neuen“ HSV, den sie jetzt noch oft zu sehen bekommen sollten. Wie schon gesagt, glaube ich auch jetzt noch, daß dieser UI-Cup eine optimale Vorbereitung für den HSV war und es wurde dann auch eine überragende Hinrunde der Saison 1999/2000.

Von den 17 Hinrundenspielen wurden lediglich 2 Spiele verloren. Und die habe ich auch beide live gesehen. Dabei mußte ich in Kaiserslautern feststellen, daß diese Stadt meiner Meinung nach KEINE Reise wert ist. Die Stadt hat meinen Freunden und mir gar nicht gefallen und das sportliche Erlebnis natürlich auch nicht. Dieses Spiel hätte man aber trotzdem nicht zu verlieren brauchen. Enttäuscht war ich auf dem Betze auch von der immer ach so hoch gelobten Stimmung der Lauterer. Ich fand die Stimmung der Betze-Buben keineswegs überragend.

Die zweite und noch wesentlich ärgerlichere Niederlage mußte ich in Bremen mit ansehen. Diese Niederlage war nun noch wesentlich unnötiger, da der HSV das Spiel in der 1. Halbzeit klar für sich hätte entscheiden können. Nein, man muß wohl eher „hätte für sich entscheiden MÜSSEN“ sagen. Was gegen Ende der 1. Halbzeit passierte, wird den anwesenden bestimmt noch lange im Gedächtnis bleiben. Aber auch die nicht Anwesenden werde es noch in allen Jahresrückblicken bestaunen dürfen. Frank Mill fand in diesem Spiel nämlich leider einen würdigen Nachfolger. Mein Liebling Tony Yeboah schoß, nachdem er den Torwart mustergültig ausgespielt hatte, das Runde leider nicht IN´s Eckige sondern AN´s Runde; nämlich an den Pfosten. Shit happens.

Negativ ist noch anzumerken, daß sich der HSV wieder einmal viel zu früh aus dem DFB-Pokal mit einer Niederlage in Mainz (2. Liga) verabschiedete.

Ansonsten überwiegen aber bei weitem die vielen, vielen positiven Eindrücke der Hinrunde 1999/2000. Hatte man nicht schon in der Rückrunde der Saison 1998/1999 viele HSV-Siege gesehen, wurden in der Hinrunde 1999/2000 die Gegner nun mehrmals richtiggehend „vom Platz geschossen“.  Überragende Spiele wie gegen Stuttgart (3:0) mit zwei Elfer-Toren von Butt, auf Schalke (3:1), gegen Berlin (5:1), gegen Bielefeld (5:0) und schließlich auch noch das I-Tüpfelchen des letzten Spieltages mit dem 6:1-Sieg gegen Duisburg ließen wohl alle HSV-Herzen höher schlagen. 

Der HSV erzielte in dieser Hinrunde die meisten Treffer aller Bundesligisten und dies kommt auch nicht von Ungefähr. Unsere Mannschaft spielt schon das ganze Jahr über einen tollen offensiven Fußball. Dies liegt wohl auch zu einem großen Teil am taktischen Wechsel von 3 – 5 – 2  auf  3 – 4 – 3 . Mit den 3 Stürmern, mit denen der HSV seit dem Freiburg-Heimspiel am 03.04.99 agiert, ist das HSV-Spiel auch erfrischend offensiv. Es gibt immer sehr viele HSV-Torchancen zu bewundern, von denen allerdings immer noch viel zu wenige genutzt werden (wobei man da als Fan wahrscheinlich nie ganz zufrieden ist).

Außerdem ist auch neben dem Feld auch endlich Ruhe eingekehrt. Der Aufsichtsrat arbeitet nicht mehr so viel in der Öffentlichkeit und die HSV-Geschicke werden durch Holger Hieronymus und Werner Hackmann, der  nach einer schweren Krebserkankung nun wieder auf dem Wege der stetigen Genesung ist, hervorragend gelenkt (soweit ich das als Außenstehender beurteilen kann). Werner Hackmann ist für seine Verdienste um den Stadionbau gar nicht genug zu würdigen. Auch wenn es rund um das noch immer nicht ansatzweise vorhandene Dach viele Mißstände gibt, hat Hackmann die Zügel beim Stadionbau fest in der Hand. Und auch obwohl es jetzt wohl noch auf jeden Fall bis zum Ende der Saison dauern wird, bis unser Schmückstück komplett fertig ist, so bin ich damit trotz der derzeitigen Verzögerungen höchst zufrieden. Welcher Verein in Deutschland hat oder wird es schon bewerkstelligen, in so kurzer Zeit für so einen Spottpreis eine solche Arena zu errichten ? Der Stadionbau wird vorraussichtlich trotz Verzögerungen dann 2 Jahre gedauert haben (anstatt der geplanten 1,5 Jahre) und das Stadion wird dann so um die 170 Mio gekostet haben. Aber wo bekommt man das sonst hin.

Auf Schalke baut man z.B. nicht auf die Fläche des alten Stadions sondern auf die „grüne Wiese“ und trotzdem dauert der Bau ingesamt, glaube ich, ca . 4 Jahre. Und auch wenn ich die Preise anderer vergleichbarer Stadien höre (ab. 400 Mio DM aufwärts) bin ich immer sehr, sehr zufrieden, mit dem Werk des HSV und damit besonders von Uwe Seeler und Werner Hackmann ! DANKE !!!

Ein besonderer Dank gilt aber auch dem Trainer/Manager-Gespann Pagelsdorf/Hieronymus. Die beiden haben den Kader zur Saison 1999/2000 mit minmalsten Mitteln optimal verstärkt. Für nicht einmal 4 Millionen wurden Präger, Kovac, Mahdavikia, Hashemian und Khatibi (kam erst während der Saison) vom HSV verpflichtet. Außerdem kam mit Cardoso der ungeliebte Sohn zum HSV zurück. Das kann man dem Trainer/Manager-Gespann zwar nicht positiv anrechnen, weil man ihn lieber nicht zurückgehabt hätte, aber trotzdem haben diese neuen beim HSV insgesamt eingeschlagen wie eine Bombe. 

Holger Hieronymus ist dabei vermutlich besonders das finanzielle Geschick anzurechnen. Pagelsdorf bin ich aber noch dankbarer, denn er hat mit den gesamten Einkäufen, die er während seiner gesamten HSV-Zeit getätigt hat, DEN Grundstein für den derzeitigen Erfolg des HSV gelegt. Mir fällt ehrlich gesagt kein zweiter Trainer in der Bundesliga ein, der so viele „namenlose“ Spieler für wenig Geld geholt hat, die dann dermaßen einschlagen. Wenn ich nur an Butt (obwohl der noch von Magath engagiert wurde), Panadic, Hertzsch, Grammozis, Gravesen, Kovac, Ernst (der eigentlich im Moment weniger), Mahdavikia und Yeboah denke, dann ist das schon eine sensationelle Einkaufspolitik, die unser Trainer da an den Tag legt. Der Mann hat ein echtes Näschen. Besonders schön ist es dabei natürlich, daß es auch gerade die jungen Spieler sind, die Pagelsdorf immer wieder entdeckt.

Und daher ist mir auch um die Zukunft des HSV nicht bange. Im Gegensatz zu vielen anderen Fans, die scheinbar durch die bisherigen Erfolge schon wieder in ganz anderen Sphären „schweben“, bin ich zwar noch nicht der Meinung, daß der HSV schon in diesem Jahr eine Chance hätte, wirklich um die Meisterschaft bis zum Schluß mitzuspielen, aber ich würde mich dann auch nicht ärgern, wenn es trotzdem gelingt. Was ich natürlich zugeben muß ist, daß ich im Jahr 1999 keinen Gegner des HSV gesehen habe, bei dem ich sagen würde, daß der HSV da deutlich schlechter war. Das macht natürlich Mut für das Jahr 2000. Trotzdem bin ich vom Typ her eher ein „Zweckpessimist“, da sich dann auch die Enttäuschung besser in Grenzen halten läßt. Wenn der HSV auf diesem Niveau die Saison zu Ende spielen kann, sollte uns eigentlich ein internationaler Platz sicher sein. Aber trotzdem darf man nicht aus den Augen verlieren, wieviele Mannschaften in diesem Jahr auf die Plätze 1 – 6 drängen. Nach schon wenigen sieglosen Spielen könnte man sich ganz schnell auf dem 10. Platz wiederfinden. Ich hoffe natürlich, daß dies nicht passiert, aber trotzdem muß man auch diese Gefahr sehen. Und gerade in so einem „GAU“ würde es dann besonders gelten, die Mannschaft zu unterstützen. Ich traue mich irgendwie wirklich nicht, eine Prognose über die Saisonplazierung abzugeben. Wenn ich es ganz, ganz realistisch (bzw. zweckpessimistisch) sehe, würde ich sagen, ein Rang zwischen 3 und 10. Ich kann mir aber auch durchaus vorstellen und wünsche mir auch, daß der HSV am Ende der Saison zwischen Platz 2 und 5 einläuft. Ich halte das auch nicht für zuuu optimistisch, denn wenn der HSV an das Jahr 1999 anknüpfen kann, braucht uns HSVern gewiß nicht bange zu sein. 

Bange muß uns übrigens wohl auch nicht im Hinblick auf die Zukunft über diese Saison hinaus zu sein. Mit dem neuen Stadion hat der HSV allerbeste Vorraussetzungen für erfolgreichen Fußball in Hamburg. Und auch die Mannschaft und auch das Alter vieler Spieler läßt viel Hofnung für die Zukunft aufkeimen. Wenn ich z.B. in früheren Jahren immer einen festen Lieblingsspieler hatte, den ich weit mehr mochte als die anderen, so habe ich da in dieser Saison echte „Probleme“. Um mal meine derzeitigen Lieblingsspieler aufzuzählen: Butt, Hertzsch, Gravesen, Grammozis, Kovac, Cardoso und Yeboah. Und da mag ich wirklich einen lieber als den anderen. Etwas herausragen tut dabei lediglich noch Anthony Yeboah. Diesen Mann habe ich wirklich in mein Herz geschlossen. Seitdem ich regelmäßig HSV-Spiele sehe (1989) ist das der perfekteste Spieler, den der HSV jemals in seinen Reihen hatte. Er ist ein wirklicher Ausnahmespieler, für den es mir wirklich Leid tut, daß er nicht wirklich den Weltruhm erreicht hat, der ihm möglich gewesen wäre. Wenn ich sehe, was dieser Mann mit seinen über 30 Jahren beim HSV leistet, kann ich mir vorstellen wie genial er in seiner Frankfurter Blütezeit Mitte/Ende seiner „20er“ Jahre gewesen sein muß. Dann mag ich auch noch Ingo Hertzsch vielleicht noch ein klitzkleinesbißchen mehr als die anderen, aber es fällt mir wirklich leicht, in der aktuellen Mannschaft, Publikumslieblinge auszumachen. 

Das läßt natürlich auch für die Zukunft sehr hoffen. Natürlich wäre es dabei wichtig, daß der HSV noch in dieser Saison junge hervorragende Spieler wie z.B. Butt und Grammozis länger an den Verein zu binden. Sollte der HSV allerdings so weiterspielen wie in der Hinrunde, spricht ja auch für diese jungen Leute nichts dagegen, denn dann können sie ja auch in Hamburg international spielen und gutes Geld verdienen. 

Wenn der HSV mit Pagelsdorf weiterhin diesen Weg geht, gibt es vielleicht sogar berechtigte Hoffnung, daß auch die HSV-Fans wie ich, die damals die geniale HSV Zeit Ende der 70er/Anfang der 80er nicht so richtig miterlebt haben, einmal solche Glücksgefühle erleben dürfen. 
Ich möchte dazu mit den Toten Hosen nur sagen „Wir sind auf dem Weg in ein neues Jahrtausend“ .....

Nun noch eine kleine Textbewertung aller Spieler, die im Jahr 1999 für den HSV gespielt haben:

Butt: er hat wirklich ein famoses Jahr hingelegt und sich prächtig entwickelt. Auf die Teilnahme an der Europameisterschaft 2000 hat er wohl sehr berechtigte Hoffnungen und auch die Nummer 1 in der Nationalmannschaft ist so nicht unerreichbar.: Note 1

Bade und Ilic: hatten keine Chance, sich auszuzeichnen: Note –

Hoogma: ein guter Libero, der seine Arbeit allerdings deutlich mehr in der Defensive als im evtl. Aufbauspiel sieht. Er ist mir manchmal etwas zu langsam. Gegen Ende des Jahres wurde er aber immer besser. Insgesamt: Note 3

Vogel: spielte in der Rückrunde der Saison 98/99 noch einige Male und ging dann ablösefrei. Bei seinen wenigen Einsätzen hat er mir eigentlich immer ganz gut gefallen. Note 3 –

Simunic: Tja, das ist ein schwerer Fall. Er hat in diesem Jahr ja kaum gespielt, obwohl ich nach Kurzeinsätzen zuvor mal sehr viele Hoffnungen auf ihn gelegt habe. Und dann verarscht er den HSV dermaßen und geht nun plötzlich nach Berlin. Vom Charakter her hat er sich damit schon mal Note 6 verdient. Spielerisch möchte ich ihn aber lieber wegen seiner wenigen Einsätze nicht bewerten.

Panadic: ist immer ein Rückhalt in der Abwehr. In welcher Eindeutigkeit er hinten und vorne seine Kopfballduelle gewinnt, degradiert die Gegenspieler schon oft zu Statisten. Note 2

Hertzsch: Wie schon oben gesagt einer meiner absoluten Lieblingsspieler. In der Abwehr finde ich ihn schon top. Jetzt versucht er auch immer mehr, sich in die Angriffe einzuschalten. Ihm wird die Zukunft gehören; auch in der Nationalmannschaft ! Note 2

Wojtala: den „Papst“ konnten wir Gott sei Dank nach Bremen verscherbeln. Als rechter Mittelfeldspieler ging es so, als Verteidiger, als der er ja eigentlich geholt wurde, war er eine ziemliche Katastrophe: Note 5

Ernst: Viel Licht und viel Schatten. Und zeitlich auch genau in dieser Reihenfolge. In der letzten Saison war er noch super, hätte zwischen Note 1 und 2 gependelt. In dieser Hinrunde fand ich ihn aber bei fast all seinen (zugegebenermaßen wenigen) Einsätzen grottenschlecht und würde ihm eine 5 geben. Da die jüngsten Eindrücke bei mir doch überwiegen, kann ich ihm auch nur mit bestem Willen nicht  mehr geben als Note 3-

Gravesen: Auch bei ihm gibt es häufig Licht und Schatten abwechselnd. Leider schafft er es durch seine Unbeständigkeit bisher nicht, sich einen Stammplatz in der ersten Elf zu ergattern. Fußballerisch ist er aber auf jeden Fall top. Ich hoffe, daß er den „Endjahrestrend“ beibehalten kann, dann wird es zum Ende der Saison gewiß noch besser als: Note 3 +

Kovac: hat voll beim HSV eingeschlagen. Unglaublich wie cool er am Ball ist, auch wenn die Gegner ihn umlagern. Nicht aus der Mannschaft wegzudenken: Note 1

Böger: hatte durch viele Verletzungen keinen Einsatz mehr in der Rückrunde 98/99. Note –

Dimitrios Grammozis: Einer DER Senkrechtstarter im HSV-Team 1999. Er kann im Mittelfeld alle Positionen spielen. Er muß nur noch lernen, nicht so oft in aussichtslose Dribblings zu gehen. Bombenschuß. Note 2 

Babatz: hatte nur wenige Einsätze 1999. Ist ein Ergänzungsspieler. Das tut er meist ganz solide: Note 4

Hollerbach: über den ist meine Meinung wohl hinreichend bekannt. Wenn ich hier alles aufschreiben wollte, was mich an ihm nervt, würde das wahrscheinlich eine „never-ending story“. Nur soviel: Das er ein Führungsspieler ist, rechtfertigt für mich noch lange nicht seine Aufstellung. Note 4

Straube: ging Ende der Saison 98/99 ablösefrei nach Ulm. Beim HSV kam er nicht zum Einsatz: Note –

Jepsen: Ich dachte eigentlich, daß das mal einer werden könnte. Letztendlich fehlte ihm aber die Durchsetzungskraft auf der linken Außenbahn: Note 3 –

Fischer: Die „Sexmachine“ ist stets einsetzbar als 1. Ersatzmann: Note 3 -

Groth: „Dr. Hammer“ konnte sich 1999 ebenfalls in die Herzen der Fans spielen. Leider zum Ende des Jahres sehr lange verletzt: Note 3

Spörl: wird nicht mehr berücksichtigt: Note –

Doll: Unser „Klonschaf Dolly“ ist auch stets einsatzbereit. Hat aber natürlich nicht mehr die Durchschlagskraft seiner früheren HSV-Zeit. Note 3 -

Kutijan: Eigentlich dachte ich Anfang des Jahres 1999, daß der HSV in ihm endlich wieder ein Spielmacher gefunden habe, aber dann konnte er sich leider nicht bei Pagel durchsetzen und wurde nachdem er ausgeliehen war, doch nicht verpflichtet. Note 3

Cardoso: mit der ungewünschten Rückkehr des Argentiniers hat der HSV das wiedererhalten, was man schon seit ewigen Zeiten suchte: Einen Spielmacher. Rodolfo ist für mich einer der besten, wenn nicht DER beste Spielmacher der Bundesliga in der Hinrunde 1999/2000. Er hat mit seinem Zauberfußball die Herzen der HSV-Fans erobert. Dazu hat er in dieser Saison auch noch das Kämpfen gelernt. Klasse. Note 1

Dembinski: Leider ist Jacek in der Hinrunde 1999/2000 ins zweite Glied zurückgedrängt worden. Aber er hat sich bei seinen Kurzeinsäzen auch leider nicht in den Vordergrund gespielt. Obwohl er technisch alle Fähigkeiten hat, ein Linksaußen war er so und so nicht für mich: Note 4

Mahdavikia: ist ein echter Außenstürmer, der durch seine hohe Geschwindigkeit immer gut die Linie rauf und runter zu schicken ist. Nachdem er die Saison 1999/2000 ganz stark begann, hat er gegen Ende allerdings nachgelassen: Note 3

Khatibi: hatte einen Einsatz. Note –

Hashemian: hatte bisher auch zu wenig Einsätze, als daß ich ihn wirklich beurteilen könnte.

Bäron: Zum Ende des Jahres durfte „Air-Bäron“ wieder fliegen. Wir hoffen auf die Zukunft: Note –

Präger: ist eine echte Kampfsau. Und sowas sieht man im Sturm ja nun wirklich nicht oft. Spielerisch ist er zwar noch nicht ganz top, aber ich finde es wichtig, daß er dann trotzdem immer mit vollem Einsatz dabei ist, auch wenn es mal nicht so läuft: Note 3

Grubac: zeigt bei seinen Einwechselungen eigentlich meistens, daß man durchaus auf ihn bauen kann. An Yeboah kommt er aber nicht vorbei: Note 3 –

Kiriakov: Hatte eine sensationelle Rückrunde 1998/1999 und wollte dann aber lieber zu TeBe als beim HSV zu bleiben. Note 2

Dahlin: das war mal einer der wenigen Fehlgriffe von Pagel: Note 5-

Weetendorf: konnte sich beim HSV nicht durchsetzen und ging dann zu Werder: Note -

Yeboah: Die „Torboah“ ist ein Fußballgott. Mehr gibt es dazu schon fast nicht mehr zu sagen. Ich bin dankbar, daß ich diesen Spieler beim HSV sehen darf. Selbst wenn er mal ein Phase hat, in der nicht trifft, ist er immer gefährlich und ein super Anspielpartner: Note 1

Mailt mir auch Euren Kommentar.
Ich pinne ihn dann hier unten dran und Ihr könnt noch in Jahren lesen, was Euch einstmals bewegte.



 
Peter R. mailte mir folgenden Bericht:
Dies ist nun mein Jahresrückblick auf das Jahr 1999.  Ich will mich eigentlich gar nicht so lang fassen und mich hauptsächlich auf die Noten konzentrieren, da m.E. Püstow hier schon einen lückenlosen Rückblick hinterlassen hat.  Ich will hier nur meinen Gesamteindruck zu Papier bringen.

Ich bin seit 1991 HSV-Fan und ich kann mit Fug und Recht von mir behaupten, dass ich dem Verein im schwersten Jahrzehnt der Vereinsgeschichte die Treue gehalten habe.  Aber, dass was ich im letzten Jahr im Volksparkstadion zu sehen bekommen habe, war der beste HSV, den ich je erlebt habe. 
Vor allem hat mir die Mannschaft auch charakterlich gut gefallen, man merkt irgendwie, dass es keine echten „Rivalen“ im Team gibt, was auch nicht immer selbstverständlich ist.
Selbst Freunde von mir, die keine HSV-Fans sind, bestätigen mir, dass der HSV die sympathischste Mannschaft der Bundesliga geworden ist.

Wie sehr ich die heutige Mannschaft mag, ist z.B. auch an der Vielzahl meiner Lieblingsspieler zu bemerken:  Also an 1. Stelle steht Hans-Jörg Butt, von dem ich sehr hoffe, dass er seinen Vertrag verlängert, dann kommt Niko Kovac, meiner Meinung nach der torgefährlichste und technisch beste def. Mittelfeldspieler der Liga.  Aber dann wird’s schon schwer:  Gravesen, Hoogma, Yeboah, Grammozis, Mahdavikia, Cardoso, Groth und Präger „streiten“ sich hier um meine Gunst.

Passend zur Mannschaft ist doch das Stadion ein echtes Schmuckstück geworden; Anfang des Jahres konnte man noch nicht ahnen, wie gigantisch es später werden sollte.  Ich kann als eingefleischter „Steher“ bestätigen, dass sich die Stimmung im Vergleich zur alten Westkurve auch durchaus positiv entwickelt hat, was sicherlich auch mit der nun entstandenen Nähe zum Spielfeld zusammenhängt.  Einzig und allein das noch nicht vorhandene Dach und das Fehlen ordentlicher Toiletten und Buden trübt das Bild, und ich hoffe inständig, dass das Stadion noch vor der nächsten Saison komplett fertig sein wird, da bin ich allerdings etwas skeptisch.

Vielleicht wäre alles anders geworden, wenn damals im März (glaube ich) dieses Jahres das Spiel gegen Rostock verloren gegangen wäre.  Ich war damals auch mal auswärts mit dabei und für dieses Spiel hatte es sich wahrlich gelohnt.  Vielleicht wäre bei einer Niederlage Pagelsdorf, den ich für einen feinfühligen und „modernen“ Trainer halte, gefeuert worden.  Und wer weiß wer dann das Ruder in die Hand genommen hätte.
Nun ja das Spiel ging gewonnen, und von nun an begann ein schier unglaublicher Wandel des HSVs.  Schon in der Saison 98/99 wurde nach der Umstellung auf das 3-4-3-System eine grandiose Siegserie gestartet die gar nicht mal weit vom UEFA-Cup endete.

Der UI-Cup brachte zwar „offiziell“ keinen Erfolg(durch ihn erlebte ich eines meiner traurigsten Spiele im Volkspark gg.  Montpellier- nicht dass das Spiel vom HSV so schlecht war, aber 3 Elfer zu verschießen war schon deprimierend – das einzigste Spiel in diesem Jahr wo ich wirklich  superdeprimiert aus dem Stadion gegangen bin) aber dafür glaube ich, dass er der Mannschaft die Möglichkeit bot, sich einzuspielen, was ja auch super funktioniert hatte.  Nach dem 3. und 4. Spieltag war man sogar Spitzenreiter, ein Hochgefühl, dass ich niemals zuvor erlebt hatte. 

Naja, was soll ich sagen:  Es war teilweise wirklich so, dass ich vorher WUSSTE, der HSV würde das Spiel gewinnen, was bei mir als Pessimist an ein Wunder grenzt.  Spiele wie gegen Hertha BSC (5-1) sind tatsächlich kein Einzelfall mehr, siehe die Spiele gegen Bielfeld(5-0), Duisburg(6-1) oder auch Stuttgart (3-0).  Mit 39(!) Toren hat man die meisten der Liga geschossen, was ich schier unglaublich finde.  Ich glaube, irgendwann einmal waren es in der gesamten Saison weniger.
Nur Auswärts würde ich mir natürlich etwas mehr Konstanz wünschen, so waren auch die beiden Niederlagen dieser Spielzeit bei Auswärtsspielen.  Aber das wird schon. 

Für das Jahr 2000 wünsche ich dem HSV NATÜRLICH, dass es so weiter geht wie bisher.  Die Meisterschaft betrachte ich als unrealistisches Ziel.  Denn so weit ist der 7.Platz auch nicht weg.  Ich denke, man sollte sich erst einmal auf die Sicherung eines UEFA-Cup-Platzes konzentrieren, wenn dann noch Zeit ist, sollte man halt einen CL-Platz in Angriff nehmen.  Und das wäre schon supergenial.  Ich will mich aber hier einmal auf den 4.Platz festlegen.  Und wenn man bedenkt, wo wie vor genau 2 Jahren standen, ist das schon sensationell.  Ich sehe wirklich die Chance sich konstant in den oberen Tabellenregionen festzusetzen.

Hier noch meine Beurteilung der Spieler, die im letzten Jahr das Rautentrikot übergestreift haben:

Butt: Wie gesagt mein Lieblingsspieler.  Aber auch jeder Experte hat ihn ein hervorragendes Jahr attestiert.  Seine Reflexe sind senstationell und ich sehe ihn jetzt schon als Deutschland’s Nummer 1 an.  Erst einmal wäre das schon super, wenn er an der EM teilnimmt.  Außerdem hoffe ich inständig, dass er seinen Vertrag hier verlängert.  Außerdem ist er auf keinen schlechten Weg, um Torschützenkönig zu werden.  Für das Gesamtjahr 1999 ohne Zweifel: Note 1 

Bade und Ilic: nicht bewertbar, da nicht eingesetzt: Note – 

Hoogma:  ein m.E. klasse Abwehrspieler, der ein famoses Jahr hingelegt hat.  Die von Meister Püstow kritisierte Langsamkeit macht er durch sein famoses Stellungsspiel wett.  Ist ein klasse Libero und ein guter Verteidiger.  Außerdem ist er inzwischen auch nach vorne hin gefährlich geworden. Note 2

Vogel:  Wenn er 98/99 gespielt hat, dann solide. Note 3 – 

Simunic  So ein Charakterschwein habe ich noch nie beim HSV spielen sehen.  Er macht in 2 Jahren keine 10 Spiele, wir bezahlen ihm die Operationen, investieren viel Zeit und Geduld in ihn und dann sind ihm 1 Millionen DM für bisher nicht gezeigte Leistung(siehe Bremen-Auswärtsspiel) nicht genug und wird nun nach Berlin wechseln.  Viel Spaß, Hertha!  Alleine für’s Verhalten gib‘s Note 6

Panadic:  Hat wiederum seine Klasse bestätigt, DER kopfballstärkste HSV-Spieler, Klasse-Verteidiger, Führungsspieler, auch nach vorne hin bei Standards immer gefährlich.  Dafür bekommt er Note 2+

Hertzsch:  Auch er hat ohne Zweifel großen Anteil am Aufschwung des HSV.  Etwas unsouveränder als seine Nebenleute, aber er ist ja auch noch jung.  Zum Ende des Jahres hin, versuchte er sich auch immer mehr mit Vorstößen auf der rechten Seite.  Ich hoffe, dass ihn Erich Ribbeck auch mal für die Nationalmannschaft nominert, so kann er Erfahrungen sammeln, die er jetzt noch nicht hat.  Note 2-

Wojtala:  Im Jahr 1999 kam er glaube ich gar nicht zum Einsatz.  Als Verteidiger war er grottenschlecht, als rechter Mittelfeldspieler ganz okay.  Note 4-

Ernst:  Eine super 98/99er Saison folgte der Absturz, leider.  Ich glaube immer noch, dass er ein Super- Talent ist, aber was soll man machen?  Kovac ist eindeutig der bessere defensive Mittelfeldspieler, als Libero ist er hinter Gravesen und Hoogma auch nur 3.Wahl.  So kam er in der Hinrunde nur zu Kurzeinsätzen, die er auch nicht nutzen konnte.  Für 98/99 gib’s Note 1-, für Hinrunde 99/00 Note 4-.  Also insgesamt:  Note 3

Gravesen:  Steigerte sich eigentlich von Tag zu Tag.  Er war eigentlich schon raus aus der Mannschaft, obwohl er der Liebling der Fans blieb, und er kämpfte sich famos wieder ran.  Ein spielaufbauender, „intelligenter“ Libero, den ich fest in mein Herz geschlossen habe.  Wenn er seine Leichtsinnigkeit abgestellt hat ein Klasse-Spieler. Ich hoffe, dass er seinen Platz behält.  Da ich die Saison 98/99 noch berücksichtigen muss, Note 2-.

Kovac:  Der beste Einkauf der Saison.  Hat zwar nicht sofort eingeschlagen, aber dafür um so gewaltiger.  Super Technik, laufstark, torgefährlich, ballgewandt –und das als defensiver Mittelfeldspieler.  Dafür gibt es von mit eine glatte 1.

Böger: Durch Verletzungen kam er nicht mehr zum Einsatz, ist nun Amateur-Trainer.  Für seine Zeit vor `99 gibt es eine 3.

Grammozis:  Der Aufsteiger des Jahres.  Alleine der Name klingt wie Musik ;-).  Ansonsten ein universell einsetzbares Kampfschwein.  Schöne Technik, dynamisch.  Note 2+

Babatz: Als Ergänzungsspieler okay, aber er wird sich wohl nie einen Stammplatz erarbeiten.  Note 4+

Hollerbach:  Er hat kein schlechtes Jahr hingelegt, allerdings wechseln sich bei ihm Licht und Schatten schnell ab.  Seine Vorzüge sind die schönen Flanken und das Durchsetzungsvermögen.  Allerdings kein Techniker und zu torungefährlich.  Note 3

Straube: ging Ende der Saison 98/99 ablösefrei nach UNTERHACHING(nicht Ulm, Püstow). Konnte sich beim HSV nicht durchsetzen, was mich angesichts seiner Formstärke in Haching wundert.  Note –

Jepsen:  Kein Schlechter, aber zu schmächtig, um sich letztenendes durchsetzen zu können.  Note 3-

Fischer: Hat immer wieder gezeigt, dass er, immer wenn Not am Mann ist, die Note lückenfrei schließen kann.  Sowohl als Verteidiger als auch als Mittelfeldspieler entwickelt er sich inzwischen zu einer Kultfigur.  Als Fußballer nun auch nicht sooo gut, dass ich ihm etwas besseres geben sollte als:  Note 3

Groth:   Unser Käpt’n war leider am Saisonende verletzt, aber für die Zeit, in der er gespielt hat, hat er sich die Kapitänsbinde durchaus verdient.  Hammerharter Schuss, und er stößt auf der Außenbahn immer wieder dynamisch vor, schöne Flanken.  Note 2

Spörl: wird nicht mehr berücksichtigt.  Mal gucken, ob er noch einmal spielt, sein Vertrag soll ja dennoch verlängert werden: Note – 

Doll: Alleine dass er wieder spielt, ist schon sensationell.  Natürlich nicht mehr der große Spielgestalter von einst, aber bei seinen Einwechslungen kann er der Mannschaft durchaus einen „Ruck“ verleihen.  Note 3

Kurtijan:  Ein schwieriger Fall.  Sein 1.Spiel gegen Leverkusen war prima, der Rest war allerdings allenfalls Bundesliga- Durchschnitt.  Note 4+

Cardoso:  Wir haben so ein Schwein gehabt, dass er wieder zurückgekommen ist und sich dann kein Käufer gefunden hat.  DIE positive Überraschung der Saison.  Er hat jetzt mit der Mannschaft endlich sein ideales Umfeld gefunden, um seine spielmacherischen Fähigkeiten vollends auszuspielen.  Er hat jetzt vor allem auch das Kämpfen gelernt.  Und dafür gibt es Note 1.

Dembinski:  Ich halte ihn nach wie vor für einen guten Stürmer, aber wenn er neben seinen feinen technisch Fähigkeiten auch Kampfkraft hinzufügen würde, wäre er ein Klasse-Spieler.  Er wird aber auch meiner Meinung nach viel zu schnell kritisiert.  Zumindest schneller als andere.  Daher, vielleicht auch aus Trotz., gebe ich ihm Note 3-.

Mahdavikia:  Super Beginn, leider viel er danach in ein kleines Loch. Aus dem er sich zuletzt wieder hervorkämpfte.  Vielleicht etwas torungefährlich, aber seine vielen Vorarbeiten sprechen für sich.  Pfeilschnell, mit feiner Technik, ihm fehlt nur noch etwas der Zug zum Tor.  Aber die Idealbesetzung als Außenstürmer.  Note 2-

Khatibi: hatte nur einen Einsatz, daher nicht bewertbar.

Hashemian:  Man merkt schon, dass er kein Schlechter ist, er muss sich aber noch an das harte BuLi-Geschäft gewöhnen.  Bis jetzt eher ein Mitläufer, ich will ihn aber noch nicht bewerten.

Bäron:  Alleine dafür, dass er wieder spielt, hat er eine 1 verdient.  Denn nie aufzugeben und sich nach so langer Zeit wieder zurückzukämpfen ist schier unglaublich.  Wir dürfen natürlich noch keine Wunderdinge von ihm erwarten.

Präger: Eigentlich immer vom kämpferischen her vorbildlich.  Aber als Außenstürmer noch zu ungefährlich.  Begann stark, aber wenn ein Verteidiger ihm in Griff hat, kommt nicht mehr viel.  Ich finde es aber wichtig, dass er nie aufgibt.  Bisher aber nur Note 3+ , er kann aber sicher noch mehr.

Grubac:  Wenn man in Rückstand gerät, ist er als Brecher eigentlich recht ideal.  Aber oft zu wirkt er zu steif.  Note 3-

Kiriakov: Seine Rückrunde war gut, aber nun auch nicht soo überragend.  Die letzten paar Spiele waren alerdings wirklich klasse.  Hätte sich beim HSV auf Dauer glaube ich nicht durchsetzen können.  Dennoch haben beide „Parteien“, also sowohl er, als auch der HSV von seinen Leistungen unterm Strich profitiert.  Note 2-

Dahlin:  Kam 99 gar nicht mehr zum Einsatz, da er verletzt war und letztenendes Sportinvalide wurde.  Angesichts seiner beim HSV gezeigten Leistungen frage ich mich allerdings, was er denn vorher war.  Ein Profi mit Sicherheit nicht.  Note 6

Weetendorf:  Am Anfang dachte ich „Horst-Uwe“ wäre einer.  Aber ließ dann stetig nach, bevor er dann zu Werder ging.  99 kam er nicht mehr zum Einsatz.  Note 4

Yeboah:   Er ist nach wie vor Weltklasse.  Alleine seine Gegenwart auf dem Platz flößt schon seinen Gegenspielern Respekt ein.  Bindet stets 2 Leute, schafft Räume für andere.  Und dann immer noch diese Dribblings, seine Kopfballstärke, seine spielgestalterischen Fähigkeiten, sein Durchsetzungsvermögen.  Note 1 


 
Sport-Bild: Berti Vogts kehrt zurück: Der große Bundesliga-TÜV. Der HSV spielt den schönsten Fußball:
Viele Leute haben mich für verrückt erklärt, als ich vor der Saison in meiner Sport-Bild-Serie ankündigte, dass die HSV-Fans wieder FußballFeste erleben werden und ein UEFA-Cup-Platz drin sei. In dieser Hinsicht muss ich mich jetzt sogar korrigieren. Dieser HSV ist zu schade für den UEFA-Cup. Er kann durchaus die Champions League erreichen.
Genauso wie im vergangenen Jahr bei Hertha BSC wird es auch in Hamburg höchste Zeit, dass sich eine der schönsten deutschen Städte wieder international präsentieren kann. Vor der Saison stellte sich für mich nur die Frage: Wie startet der HSV? 
Mit dem 2:2 bei Bayern München entstand ein Feuer, das sich am zweiten Spieltag im neuen Stadion beim 3:0 über Stuttgart in einem Feuerwerk entlud. Zuschauer und Mannschaft wurden zu einer Verbindung. Nur so lässt sich das 5:1 über Berlin, das 5:0 gegen Bielefeld erklären. Das erinnerte mich an meine glorreichen Zeiten in den 70erJahren bei Mönchengladbach. Auch wir konnten nach einer 2:0-Führung nicht aufhören zu stürmen.
In Hamburg kommt jedes Tor von den Zuschauern wie ein Echo zurück. Den Spaß, den die Spieler am Toreschießen entwickeln, empfinden die Fans auf den Rängen auch deshalb, weil sie vor gut einem Jahr noch in einem öden Stadion zittern mussten.
Der HSV hat in der Vorrunde den schönsten Fußball der Bundesliga gespielt. Ich weiß gar nicht, wo ich bei den Komplimenten anfangen soll. Am besten bei Yeboah. Er war für mich in der Hinserie einer der besten Bundesliga-Stürmer. Ich sagte zwar, dass er nur noch eine Saison spielen wird. Doch heute würde ich mir wünschen, dass er weitermacht, egal ob er nun 33 oder 37 Jahre alt ist. Aber man weiß, wie schnell in Deutschland die Stimmung umschlagen kann, wenn er ein paar Mal nicht trifft. Da ist Trainer Pagelsdorf gefordert, ihm den Druck zu nehmen.
Genauso gut wie Yeboah kann man auch die beiden anderen Stürmer herausheben. Präger mit seiner Frechheit. Oder Mahdavikia, von dem ich behaupte: Er war bei der WM in Frankreich nicht nur gegen uns einer der besten Stürmer. Iraner, egal wie sie heißen, haben mit der deutschen Mentalität anscheinend weniger Probleme als ein Österreicher.
Richtig getäuscht habe ich mich nur bei Fabian Ernst, dem ich den direkten Weg von der U 21 zu Erich Ribbeck zutraute. Man muss sich vor Augen führen, dass Ernst erst 20 Jahre alt ist. Er muss lernen, nicht nur im Wettkampf die Ellbogen auszufahren. Er muss es auch auf dem Trainingsplatz zeigen. Aber so eine Phase durchläuft jeder Spieler mal.
Einen Volltreffer landete ich dafür mit der Einschätzung von Niko Kovac Gegen Bayern spielte er tatsächlich auf der linken Seite, dort wo ich ihn entgegen allen Spöttern erwartet hatte. Mittlerweile spielt Kovac meist den Staubsauger vor der Abwehr Und in Leverkusen wäre man heilfroh, wenn man ihn gehalten hätte. Denn genau dort gibt es nun Probleme. Ich wusste, dass Kovac so einschlagen würde. Das Problem bei ihm lag zuvor in der Psyche, weil man in Leverkusen mehr auf Robert Kovac baute. Niko sah immer wieder: "Erst kommt mein Bruder, dann ich." Das sind Momente, wo man sich eine Luftveränderung verschreiben muss.
Interessant ist auch, mit welchen Typen Pagelsdorf seine Abwehrkette besetzte, die mal aus drei, mal aus vier oder sogar fünf Leuten besteht. Mit Hertzsch vertraut er einem der wenigen deutschen Abwehr-Talente. Hertzsch spielt solide, macht wenig Fouls, kann sowohl rechts als auch links eingesetzt werden. Daneben wird er getragen von dem Holländer Hoogma und dem Kroaten Panadic. Die sind nicht nur Zerstörer, sondern versuchen sich nach einem Ballgewinn gleich in den eigenen Angriff einzuschalten. Dahin geht die Tendenz im internationalen Fußball. Und das ist auch die Philosophie von Pagelsdorf. Das konnte man bereits in seiner Rostocker Zeit sehen.
Auch beim HSV bildet Pagelsdorf ein kompaktes Mittelfeld, wo ihm sicherlich zu Hilfe kam, dass Cardoso wider Erwarten aufblühte. Bei dem Argentinier hat sich das ihm entgegengebrachte Vertrauen rentiert. Es gibt solche Spieler, die man zwei, drei Jahre gar nicht mehr wahrnimmt, von denen man aber weiß, dass sie sehr gut Fußball spielen können. Cardoso wirkt zwar langsam, aber er ist der Einzige, der, wenn nötig, auch mal das Tempo rausnehmen kann und mit geschicktem Anspiel die Stürmer in Szene setzt.
Ein wenig unterschätzt habe ich auf der linken Seite Hollerbach. Dass der mit 30 noch zum Flankengott wird, darauf hätte ich nicht unbedingt gewettet. Aber mit dem jungen Griechen Grammozis, der uns hoffentlich in der WM-Qualifikation keinen Ärger bereitet, muss er sich heftiger interner Konkurrenz erwehren. So etwas verleiht eben Flügel.
Das gilt auch für rechts. Groth ist vielleicht ein wenig zu langsam für ganz oben, für die Nationalmannschaft. Aber er ist ein glänzender Fußballer, der bei mir einst in der U 18 auch hinter den Spitzen glänzte, damals schon einen strammen Schuß hatte. Doch Groth hat auf der Außenlinie seine Heimat gefunden. Es gibt Spieler, die werden gern von dieser Linie geführt. Sie zeigt ihnen an, wo sie zu laufen haben. Groth ist so einer.
Hans-Jörg Butt lobe ich nicht deshalb, weil er als Elfmeterschütze Spiele entscheidet, sondern weil er im Tor Ruhe ausstrahlt, weil er mitspielt, mitdenkt. Man sieht ihm keine Hektik an. Auch wenn er bei Sepp Maier während der EM als Torwart Nummer drei noch einiges lernen könnte. Wenn er seine Sprungkraft verbessert, erwischt er auch schwierige Cross-Bälle.
Pagelsdorf kann mittlerweile, was ich gefordert habe: in Ruhe arbeiten. Die Hamburger Medien haben den HSV längst wieder entdeckt. Und dank der positiven Kommentare, das ist wissenschaftlich erwiesen, werden die Spieler euphorisch.

Vogts: Meine Tipps für Pagelsdorf: Schlüsselrolle für Kovac:" Die klassische Variante: drei Mann hinten, drei vom und ein kompaktes Mittelfeld. Greift der Gegner über links an, lässt sich Groth zurückfallen, greift er über rechts an, helfen Hollerbach oder Grammozis aus. Im nächsten Moment stürmen wieder alle nach vom. Vogts "So kann es in der Euphorie durchaus mal eine 3:4-Niederlage geben." Kovac kommt hinter Cardoso eine Schlüsselrolle zu. Vogts: "Dass Gravesen, ein leichtsinniger Vogel, aber ein großartiger Fußballer, nur ab und zu spielt, spricht für die fußballerische Klasse des HSV"